Frei tag, den ZS Wat 28 7 * abends
Oer Beginn des Lngenieurprozeffes in Moskau
Die Wetterlage.
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deren Regierungen Kenntnis und Förderung der Verschwörung im Donezgebiet vorgeworsen wird.
sind anwesend. „ „ _.
Der Prozeh wird mit einer viertelstündigen Verspätung ausgenommen, die Jupiterlampen flammen auf und die Photoapparate sehen sich in Tätigkeit. Als einer der ersten erscheint der Staatsanwalt Krylenko. von seinem Assistenten, Staatsanwalt Roginski. begleitet, und begibt sich auf den Platz de- Gerichtshofes, rechts auf dem Podium, gegenüber den Ange- klagten, vor denen an einem langen Tisch die Verteidiger sitzen. Krylenko stellt nach Eröffnung des Prozesses fest, daß einer der Angeklagten fehlt und elf Zeugen nicht er- schienen sind. Seine Vermutung, der fehlende Angeklagte schütze wahrscheinlich Krankheit vor, wird von der Verteidigerin, im übrigen die einzige Frau auf der Derteidigerbank, in bestimmter Weife zurückgewiesen mit der Behauptung. das) die Aer^te ihn als verhandlungsunfähig bezeichnet hätten. Tie Verteidiger bringen Anträge auf Ladung von Entlastungszeugen ein, dir sich Krylenko nervös aufzeichnet. Ab und zu wendet sich Krylenko ironisch lächelnd zu seinem Kollegen Roginski und nach dem Zuhörerraum. Der Verteidiger Vo st.eberü beantragt, die Direktoren der Firma Knapp in Wanne Köster» und Seebold. als Zeugen zu laden. Köster befindet sich zur Zeit in Deutschland. Seebold ist vorgestern in Charkow eingctroffen. Die Nennung Seebolds kommt dem Staatsanwalt Krhlenko sichtlich unerwartet. Ferner werden als Entlastungszeugen noch T i t - schak, P oe hl und V l e i m a n n aus Berlin benannt.
Rach einer Pause erklärte Krhlenko zu den Ladungsanträgen, dah die benannten Ergänzungszeugen zum großen Teil a b g e l e h n t werden mühten mit der Begründung, dah keine direkte Beziehung zu der verbrecherischen Tätigkeit der Angeklagten vorhanden sei. Die Ladungen solcher Zeugen, die über nützliche, wirtschaftliche Leistungen aussagen, seien nur dann wesentlich, wenn die zu erwartenden Aussagen mit dem Anklagematerial im Konnex stünden. Die zur Entlastung BadftieberS beantragten Ladungen von Köster und Seebold muhten abgelehnt werden, weil deren Zeugnisaussage nicht einwandfrei erscheine. Die Ladung der in Berlin sich aufhaltenden Zeugen Titschak, Poehl und Bleimann wurde abgelehnt, da sie,'falls sie nach Moskau kämen, unter Anklage gestellt werden mühten.
Nach einstündiger Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende Wyschinfli mit lakonischer Kürze, dah sämtliche Anträge der Der- teidigung auf Heranziehung neuer Zeugen ab- g e lehnt seren, da diese Zeugen nichts Neues aussagen könnten. Nur vier gänzlich belanglosen Anträgen wurde sta'.tgegeben. Auch die Anträge der Verteidigung auf eine Untersuchung des Geisteszustandes der Angeklagten Dadstieber und Baschkin wurden abgelehnt. Sämtliche Anträge des Staatsanwalts wurden dagegen angenommen. Dieser Gerichtsbeschluß stellt die erste Sensation des Moskauer Prozesses dar und offenbart eine Einheitsfront zwischen Gericht und Staatsanwaltschaft. Gs besteht der Eindruck, als ob das Gericht Furcht vor den Entlastungszeugen habe. Die Abendsitzung ftenb im Zeichen eines Massenaustretens von Belastungszeugen. Bemerkenswert war, dah weder die Anträge der Verteidiger der deutschen Angeklagten, noch die Erwide-ungen des Staatsanwaltes Krylenko zum VerstündniS der deutschen Angeklagten ins Deutsche übersetzt wurden, ebensowenig der Gerichtsbeschluh.
-nroln,.enle„ und ftonfumenten M finden, ist ein, I Rafftet unf«« V-Echule auf boi W®«* Aufgabe/*die auch dem neuen Reichstag nicht leicht gefährden wurde. ....
t^citciuDvaueiaßc.
Die westliche Tiefdruckstörung hat sich mit ihr?« Kerngebier über Standinaoien «»«gebreitet. Warm« Luftmaisen a.i ihrer Vorderseite brachren geringen Temperaturanstieg und führten »u verbreitet.'n Nicdrrschlägea. Da wir jetzt zu dem Cinfluh der Rückseite de« Tief« gelangen so Weil't zunächst das Wetter unruh.g. Die Temperaturen gehen wieder zurück, und gelegentlich treten noch Acgenschcmer auf.
Voraussage für vonntag: Wechselnd« Bewölkung mit Aufklärung, kühl, noch Regenschauer.
Voraussage für Montag: Weiterhin kühl, wolliges, auch aufheiternde« Wetter, mit
vereinzelt etwa« Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 13. Mm. mittags 8,5 Grad Celsius, abends 7,2 Grad Celsius; am 16. Ttoi: morgens 9,2 Grad Celsius Marimum 11,4 Grad Celsius» Minimum 5,5 Grad Celsius. — Crdtemperaturen ie 10 Zentimeter Tiefe am 18. Mm abends 11,2 Grad Celsius; am 19. Mai: morgen» 8F Grad Celsius. — Niederschlag 4 Millimeter. — oannenidbetnbaiux
nutet Opposition, einen hieb- und stichfesten Sekundanten für die kommenden Auseinandersetzungen mit den Kontrahenten von Ve^attles, London und Locarno zu stellen. Das ist nach unserer Tieberzeugung der eigentliche ötnn dielet Wahlen, der noch unterstützt wnrd durch die ^Überlegung. dah der ganze 2rohe Komplcr unserer innerpolitischen Probleme, DerfastungS- und Derwaltungsreform Steuerreform. Sozial- und Wirtschaftspolitik mit der NeparationSfrage und ihrer für das deutsche Voll denkbar gun- ftigften Lösung in untrennbarem Zusammenhang steht. Wer dies eine alles überragende Ziel deutscher Gesamtpolitik unverrückbar im Auge hat kann auch über die Wege nicht im Zweifel sein, die zu ihm führen. Lein Wille zur Macht, dem er mit feiner Stimmabgabe Geltung verschafft wird in rechtem Sinne der Ausdruck ehrlichen Wollens sein für Volk und Neich, für eine bessere deutsche Zukunft.
zuzufügen.
Der Schachty-Prozeh ist ein politischer Prozeh. Darin liegt seine Bedeutung für die Sowjetregierung, aber auch die Gefahr für die Angeklagten. Die bolschewist sche Justiz ist kerne Justiz im westeuropäischen Sinne. Wenn ein Prozeh in diesem Stil aufgezogen wird, so dient er nur dazu, dem russischen Volke die unbeschränkte und unerschütterte Macht der Sowjet- regierung zu zeigen. Was in dem Schachty- Prozeh als Richter tätig ist. das sind keme Richter, die bestimmt und befugt sind, die Wahrheit zu suchen. Es sind vielmehr ebenso wie die öffentlichen Ankläger Leute, die als Richter die S o w j e t r e p u b l i k v e r t e i d i g e n, d. h. die Gegner dieser Repub.i unschädlich machen sollen Nur für den westeuroväischen Gebrauch find für diesen Prozeh Geständnisse der Angeklagten mehr oder weniger erpreht worden, Geständnisse, die nicht nur den einzelnen belasten, sondern die Gesamtheit der Angeklagten. Diese Geständnisse ersetzen im bolschewistischen Gerichtsverfahren den Beweis durch Zeugen. Wenn nur ein Angeklagter ein Geständnis abgelegt hat, das auch alle anderen Angeklagten belastet, so sind diese damit auch überführt. Sie mögen leugnen soviel wie sie wollen, das gilt nur als besonders Böswilligkeit, die wieder entscheidend das älrteil beeinfluh^
Die Sowjetregierung muh ihrer Sache ziemlich sicher sein, denn sie wird scheinbar den Prozeh vor der Oeff Sittlichkeit abrvllen, um so den Beweis zu erbringen, dah selbst für westeuropäische Begriffe und Rechtsausfassungen alles mit richtigen Dingen zugegangen fei. Indessen sie mag mit solchen Methoden dem russischen Volke gegenübet schon Erfolge erzielt haben, gegenüber Deutschland ist mit einem Erfolg dieser Art nicht zu rechnen. Wenn die Leute um Stalin Deutschland nicht kennen, so wird der Ausgang dieses Prozesses wohl Gelegenheit bieten, diese Kenntnis nachträglich in einer Beziehung wenigstens zu vermitteln.
Der erste Tag.
Zusammenwirken zwischen Bericht und Ltaateanwalt.
1 wird.
Auch Herr Krylenko, der Staatsanwalt, paht gut in das Bild der Sowjetsustiz. Krylenko ist von f)aufe aus kein Jurist, sondern erst während des Oktober-Umsturzes aufgetaucht, bis zu dieser Zeit wenigstens dem zaristischen Heere als Fähnrich an- gehörte. Der Fähnrich Krylenko wurde zunächst so etwas wie bolschewistischer Oberbefehlshaber. Gr muhte bald dem organisatorischen Talent Trotzkis weichen, um zunächst bei der Tscheka Unterschlupf zu finden. Hier hat Krylenko die Schule des finsteren Felix D e r s ch i n s k y so gründlich durchlaufen, dah er schon seit Jahren in allen großen Staatcprozessen die Roll« des ersten Anklägers spiell.
Krylenko hat auch die A n k l a g e s ch r i f t gegen die Donez-Berschwärer versaht, die in ihrem Durcheinander von Willkürlichteiten, Beschuldigun- gen tollster Art und logiscl)en Ungeheuerlichkeiten eigentlich die geistige und seelische Bcrfaffung der roten Gewaltherrscher widerspiegelt.
Die Sowjetpresse hat die Anklageschrift erst heute veröffentlicht. Der erste Eindruck dieses be- merkenswerten Dokumentes ist einfach verblüffend; die ganz« Anklage steht auf sehr schwachen Füßen imd die Tatsachen, auf Grund derer die einzelnen Angeklagten dem Gericht überliefert worden sind, können nur als phantastisch bezeichnet werden. Die Anklageschrift behauptet, die im Donez-Decken aufgedeckte gegenrevolutionäre Organisation habe es sich' zum Ziele gemacht, „nicht nur wirtschaftlichen Schaden anzustiften, sondern auch dem Feind im Augenblick der bevorstehenden, von den Kapita- listen der Welt in Angriff genommenen 3n trr • vention (?!), direkte B « ihilfezu leisten", ein« ganze Reihe ausländischer Firmen „fei mit den ein- .zelnen Mi'aliedern der Organisation nicht nur verbunden gewesen und hab« außerdem mit der Organisation als solcher in Beziehungen gestanden", die ausländischen Firmen „hären den Schädlingen geldliche Vergütungen gewährt."
Unter diesen ausländischen Firmen, die eine kavitalistisck)e Intervention vorbereitet haben sollen, steht die deutsche ASG. an erster Stelle. Die russische Abteilung der AGG. .sei der Mittelpunkt der Organisation gewesen und habe die Beziehungen zwischen gegenrevolutionären Ingenieuren und den kapitalist schen Organisationen im Ausland vermittelt". Aber nicht nur das. die russische Behörde verfügt über unanfechtbare .Beweise", dah der Direktor der russischen Abteilung der imann,
über das Bestehen der gegenrevolutionären Organisation und deren praktische Ziele unterrichtet war, wobei er nicht nur nichts dagegen unternommen, sondern im Gegenteil die Sache tunlid.ft r 'Ordert habe. So habe die Reise Ot o und des Monteurs geschäftliche Zwecke gehabt, lesen beiden bestimmte en worden, mit der gegen- lisation an Ort und Stelle treten und der schädlichen der Sowjetregierung nach ftu leisten.
Die Begründung dieser Beschuldigungen ist äußerst interessant. Der Monteur Maier hat während des Verhörs durch den Untersuchungsrichter nicht in Abrede gestellt, dah Gespräche Über die Möglichkeit, eine Turbine zu befdjaöi- gen, ftattgefunben haben, aber er stellt entschieden in Abrede, dah diese Gespräche tatsächlich aus eine Beschädigung der Turbine hinausgelaufen seien. Es muh somit angenommen werden, dah sowohl Maier selbst, wie auch seine Arbeitskollegen, darauf hingewiesen haben, die betreffenden Maschinen, die aus dem Ausland geliefert werden, könnten leicht beschädigt werden und sie mühten daher auherordentlich vorsichtig behandelt werden. Wenn man sich die katastrophale Lage des Don^-Beckens und die ilntauglicbteit der dortigen Arbeiter vor Augen führt, so wird eine derartige Erllärung der Aeuherungen Maiers durchaus plausibel; statt nun aber sich bei den ausländischen Technikern für die empfohlene Vorsicht zu bedanken, werden diese Techniker als Feinde der Sowjetregierung auf die Anklagebank gesetzt.
Wessen wird der Ingenieur Otto beschuldigt? Die Sowjetarchive wollen in unanfechtbarer Weise sestgeslellt haben, daß Otto seinerzeit als „Spion im zaristischen Ruhla n d" fungiert habe, und er oaher im Donbafsin nichts zu tun habe, sondern in die Sowjetgefängnisse gehöre. — Der Monteur Dadstieber sott die Lieferung untauglicher Maschinen zugegeben und anerkannt haben, dah bei der Ablieferung und der Uebernabnte untauglicher Maschinen ein doppeltes Ziel verfolgt worden sei: die an und für sich untauglichen Maschinen so rasch als möglich vollständig außer Betrieb zu setzen, dann wieder an - dere Maschinen kommen zu lassen, und auf diese Weise der Wirtschaft des Sowjetstaates Verluste
Oer Polarflug der „Italia".
Oslo 18. Mai. (Täl.- Die .Italia", die am heutigen Freitag um 10 Uhr ootmittag bei Windstille und strahlendem Sonnenschein in K i n g s b a y glatt gelandet ist. ist bei ihrem 67-Stundenflug im allgemeinen von gutem Wetter begünstigt gewesen. Nach 30stündigcr Fahrt geriet das Luftschiff in Nebel, der sich jedoch bald wieder lichtete. Am 16. Mai gegen acht Lkhr abends err <te Nobi e Nikolaus ll- Land. Der Himmel war flar und die Luft auf 10 Kilometer weit sichtig. Auf der Rückfahrt hatte die .Italia" Schneewetter zu überwinden. so dah man auf der .Gitta di Milanoschon fürchtete, dah sie Kingsbay nicht erreichen würde und durch den Nordwestwind nach Vadfoe abgetrieben werden würde.
Im Gegensatz zu dieser Meldung steht ein Drahtbericht des Korrespondenten der Kopenhagener .National-Tidende". aus dem hervorgeht. dah Nobile Nkkolaa Il^-Land nicht gesunden haben soll. Der Berichterstatter sagt, dah die .Italia" weit in die Po'argegend geflogen ist, wo das Nikolaus ll.-Land liegen muhte. Trotzdem aber sei vom Luftschi s aus fei n Land beobachtet worden. Man müsse daher an- nehmen. dah die Russen, die das Land vor 15 Jahren entdeckt zu haben glaubten, f i ch geirrt hätten.
Aus aller Welt.
lumuU in einem Sinopalafi
Ein Borbericht.
Don unserem N.-Berid)tcrftattcr.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Moskau, Mai 1928.
Am 18. Mai beginnt der große „Sabotagepro- zeß". Dor dem Sowjetgericht werden 53 Männer erscheinen, darunter fünf frühere Grubenbesitzer, 43 russische Ingenieure und Steiger und 3 Deuliche — der Ingenieur Otto und die Monteure Badstie- ber und Maier. Sie sind alle der „ro irtschaft - lichen Konterrevolution" angeklagt, und haben sich laut Art. 58 de» Kriminalkodex zu oer- antworten, der mit dem höchsten Strafmaß, dem Todesurteil, droht.
Während der Gerichtsverhandlung wird nicht Ullrich den Dorsitz führen, dem bisher die am meisten „verantwortungsreichsten" Prozesse zuge- wiesen wurden, sondern ein vollständig unbekannter Andreas Wyschinski. Man hat mir aber heute mitgeteilt, daß sich die Schachtinski-Affäre bei ihm in noch viel »sicheren" Händen befinden werde. Der gegenwärtige „Prdfestor Wyschinski war vor dem bolschewistischen Umsturz ein kleiner Moskauer Rechtsanwalt. Unter den Bolschewisten kam er rasch vorwärts, nachdem er seine Karriere im Ernährungskommissariat begonnen hatte. Indessen hat er sich dort derart benommen, daß seine Mitarbeiter in corpore seine Entfernung beantragten. Wyschinski mußte tatsächlich gehen, aber bald darauf wußte er sich eine Stellung bei dem Ober st en Revolutionstribunal zu verschaffen und im Jahre 1923 machte er sich in einem großen Prozeß einen Namen, als unter an- derem auch sein früherer Mitarbeiter, ein gewisser Slogan, der ihm einmal eine Ohrfeige verabreicht hatte, auf der Anklagebank saß. Wyschinski ist es zuzuschreiben, daß die Angeklagten damals zum Tod durch Erschießen verurtellt wurden; zwei der Dcrurteilten, darunter Slogan, nahmen im Gesang- nis Gift. Wyschinski, der die Obliegenheiten des Staatsanwaltes erfüllte, eilte ins Gefängnis und überwachte persönlich die Rettungsversuche der Aerzte, die auch von Erfolg begleitet waren. Lächelnd klopfte Wyschinski seinem früheren Kol- legen auf die Schulter und beglückwünschte ihn. Wenige Stunden darauf wurde Slogan auf den Händen aus der Stelle getragen, auf einem Auto nach der * Lubjanka gebracht und dort erschossen. So »sieht der Dorsitzende des Gerichts aus, der über das Schicksal von 53 Menschen zu entscheiden haben
nutzlos erwiesen.
Felix Deutsch f.
Der Mitbegründer der V E G.
Berlin, 19. Mai. (DIB. Funkspruch.) Brr Generaldirektor der Allgemeinen LleNrizitätsgefell- schaft. Geheimer Kommerzienrat Dr. L c. Jelij Deutsch, ist heute vormittag an einem Schlaganfall gestorben. Da» plötzliche hinscheiden des hervorragenden Dirlschaftssührcr» ist um so tragt* scher, ab Geheimrat Deutsch erst von drei lagen unter grotzer Teilnahme aller wirtschasiskreise den In- und Auslandes die Jeter seines 70. Geburtstages begehen kannte. Die Allgemeine Eiektrizitäts* gesellschasl oerUert mit dem berfto ebenen, nachdem in (Emil Ralheuan. dem großen Techniker, nun auch in Felix Deutsch, den großen Kaufmann und Organisator, ihren zweiten Mitbegründer.
Deutschs unvergängliche Berdienste um die deutsche EtektrizttätswtNschast wurden an dieser Stelle er ft aus Anlaß fernes Geburtstages eingehend gewürdigt. j):er sei darum in folgen Dem nur ein kurzer Abriß seines Lebenslaufes wied^rgr-vben.
Felix Deutsch wurde am 16. Mai 1858 in Breslau geboren. Er wurde Kaufmann und bewährte sich als solcher in verschiedenen industriellen Geschäften der Firma Jakob Landau, so daß diese, als sie 18M die neue deutsche Edison-Gesellschaft, die Dorläuferin der AEG-, finanzierte, Deutsch neben dem leitenden und mehr industriell-technisch.n Direltor Emil Ra- chenau zum zweiten Direkter machte. In dieser Stellung hat Deutsch sich vor allem der E n t w i ck - lung des Derkaufsgeschästes überragend und selbstsicher gewidmet. Die 300 kausmännisch- technischen Bureaus, die von der ACG. nach und nach an den wichtigsten Plätzen des In- und 2hte- landes errichtete, sind Deutschs eigenstes Werk. Rach dem Tode (Emil Rathenaus wurde dann Deutsch mit dem Vorsitz im Direktorium der AEG. betraut. In dieser Stellung hat et sich vor allem di« Wiederaufrichtung des durch den Krieg zertrümmerten Auslandgeschaftes der AEG. angelegen fein taffen. Al» einer der ersten Kaufleute trat er auch, als in der ersten Inflationszeit der „Ausverkauf Deutsctsiands begann, für die Schaffung der (inzwi- schen mit der Stabilisierung wieder aufgehobenen) Auhenhandelsstellen ein.
Haben wir damit die Aufgaben des neuen Reichstags in ganz großen Zugen stichwortartig umritten, so wissen wir auch, tote der Reichstag auszusehen Hai. zu dem wir das Betrauen haben daß er die ihm gestellten Aufgaben in unserem Sinne lösen wird. Wollen w« die Fortführung einer Außenpolitik- deren Primat unserer Auffassung nach für die Zusammensetzung des neuen Reichstags ganz entscheidend inS Gewicht fällt -, die auf em« Befreiung des Rheinlandes und auf eine Aevifwn pes Reparationsproblems abzielt, so muh es sich unseres Erachtens einmal darum handeln, dem leitenden Staatsmann in einer starken Witte die grobe, unverrückbare Plattform für sein außenpolitisches Wirken zu geben, zum andern ihm durch die Wiederkehr einer starken R ech - t e n gleichgültig ob als mitverantwortliche Regierungspartei oder in wohlverstandener nativ-
Cintrittsgeld-urückverlangte. »tt lizeilicher Unterstützung wurde das Theater geräumt Zu weiteren Zwischenfällen ist cs nicht gekommen. Schwere Brände im rumänischen prtrotemngebtet
Aus einer Entfernung von 40 Kilometern faroi man die riesigen Flammen, die besonder« auf den Bohrtürmen 258 und 268 wüten, sehen. Der Schaden der Brände im Petroleum gebiet beträgt vorläufig über 100 Millionen Lei. ganze Gegend ist vom Feuer bedroht. 12 Bohrtürme der Astra Romana und sechs Bohrtürme der Credit Minier lind vernichtet worden. Dret Arbeiter sind dabei umS Leben gekommen. Man ist gegenwärtig mit dem Dau eine« Tunnels beschäftigt, um das Erdöl in eine andere Richtung abzuleiten. Es ist aber nicht sicher, ob dies zur Eindämmung de« Brande« fuhren wird Heute wird mit dem Fällen der Wälder begonnen, die sich in der Nähe des Brandherdes befinden und in denen bereit« einige Bäume Feuer fingen. Hunderte von Sand- säcken wurden m die Schlünde der bteimenbert Bohrtürme geworfen, um da« Feuer zu löschen, jedoch ohne Erfolg. Die Gefahr für die nächste Umgebung wächst von Stunde zu Stande. Einig« Dörfer sind bereits a er äumt wo?Ven. Die bisher ergriffenen Maßnahmen haben sich al«
Moskau, 18. Mai. (XU.) Heute begannen vor dem Obersten Gerichtshof der Sowjetunion die Pro- zeßverhandlungen gegen 53 Angeklagte, denen wirtschaftliche Gegenrevolution im D o n e z g e d i e t zur Last gelegt wird. Unter ihnen befinden sich bekanntlich auch drei Deutsche, der Ingenieur Otto und die Monteure Maier und Dadstieber. Den Dorsitz im Prozeh führt der Rektor der Universität Moskau, Wyschinski. Die Anklage wird vertreten durch den Staatsanwalt Krylenko. Die Derteidigung haben 26 bekannte Rechtsanwälte aus Moskau übernommen. Die Derteidigung der deutschen Angeklagten führt für In- genieur Otto Professor Worms, für Maier Dolmatowski, für Badstieber Ozup. Dor den Eingängen des Moskauer Gewerkschaftshauses, des früheren Adelklubs, sind Wachen der GPU. ausgestellt, die auch die Saaleingänge bewachen. Im Saal selbst sind vier Jupiterlampen für Filmaufnahmen und ein Funkapparat ausgestellt. Bor dem Podium befindet sich der Platz für die ausländisch« und die Sowjetpresie. Kurz vor zehn Uhr werden in einzelnen Gruppen d > e Angeklagten hereinae- führt und nehmen auf der linken Hälfte des Po- diums, umrähmt von GPU.-Wachtposten, Platz. Der Prozeßsaal ist am Anfang nur ipariich gefüllt, die Galerie falt gan» leer. In der D . ploma te n- löge sieht ntftn den deutschen Botschafter, Wr fl- len Br ockd.-rf f.Ra ntz au, sowie zahlreiche Beamte der deutschen Botschaft. Auch tue diplomaii- schen Vertreter tzrankretch» und Polens»
Rach Schluß der Abendvorstellung kam es in einem der größten Kinopolaste im Berliner Westen zu Zwischenfällen, da das Publikum durch di« aufgefuhrte , „
Revue Angeblich enttäuscht worden war und da» IX Stunden.
fallen wird.
Last not teast die Kulturpolitik, fte liegt in ihrem Zentralprvblem, dem R e l ch S sch ul - gesetz für uns Hessen denkbar einfach. An unserer durch Jahrzehnte erprobten und bewährten christlichen Simultanschule lassen tou nicht rütteln. Wir halten grobe diese Schulart, die die Trennung des Volkes nach Konfesfwnen schon in frühestem Kindesaller vermelbet für ein hervorragendes Erziehungsmrttel zur Duldsamkeit und zu gegenseitigem Derstehenwollen m Fragen der Weltanschauung. Wir wurden ein Reichsschulgesetz als rückschrittlich empfinden das durch die Einführung der Konfessionsschule m bekenntnismähig gemischten Landesteilen die so häufig im Lauf der deutschen Geschichte unhellvoli zu Tage getretene Spaltung noch stärker unterstreichen würde, gleichzellig aber auch durch Zu» lafsur.g der weltlichen Schute den christlichen l
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