Ausgabe 
19.3.1928
 
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Schule müssen, ist s geschafft, in die Wasch­

leston tanzen und am Stammtisch ledigen!"

Flink sind die Kleinen, die zur aus dem Nest.Hoppla!" Schon

noch lange keine 20 Grad Kälte sind. Es schadet euch gar nichts, wenn ihr noch ein wenig wartet, bis euch der Frühling ins Blut dringt. Unge­duldig seid chr. Ich weist. Das geht mich gar nichts an. Ihr habt zu warten. Wo ginge es denn hin, wenn ich euch jetzt schon Frühlingslüfle brächte? Der Mai. aus den ihr euch doch freut, wäre euch völlig verdorben. Aber ich will Gnade für Recht ergehen lassen. Ich nehme eure Wünsche zur Kenntnis, und in 14 Tagen sprechen wir uns wieder. Dann schicke ich euch das schöne Aprilwetter. Mal schauen, ob ihr dann zufrieden seid!" u. S.

Taten für Dienstag, 20. März.

Sonnenaufgang 6.04 Uhr, Sonnenuntergang 18.12 Uhr. Mondausgang 6.03 Uhr, Monduntergang 16.14 Uhr.

1770: der Dichter Friedrich Hölderlin in Laufsen am Neckar geboren (gestorben 1843); 1828: der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen in Skien ge> boren (gestorben 1906); Prinz Friedrich Karl von Preußen in Berlin geboren (gestorben 1885); 1867: der Führer des Handels-U-BootesDeutsch land", Paul König, in Rohra bei Meiningen geboren. 1870: General Paul von Lettow-Vorbeck in Saar­louis geboren; 1874: der Dichter Börries Frei­herr von Münchhausen in Hildesheim geboren; 1890: Rücktritt Bismarcks; 1915: Ende der Win­terschlacht in der Champagne (21. Februar bis 20. März).

Aus der provinzialhauptstadr.

Gießen, den 19. März 1928.

Ungeduld.

Die Hausfrau steht am Fenster und schaut in den frühen Morgen hinein.Wieder kalt. Immer noch Winter, und es hat doch schon so nach Frühling Prsgesehen." An die knappen Kohlenvorräte denkt sie und an das Amscllied, das sie gehört. Das unangenehme und das an­genehme Zeichen des nahenden Frühlings bei-

denn Sie frohen $on einißp iffljoudfjxeIn OVERSTOLZ/ fyevauäjl und die QAMu/ufc unserer Kur verspürt, iPteß finden sffion selbst heraus, dass das ein anderes feiu- $en ist, wissen aber vieUeutft nofl) nlßjt,woran es ließt.

°Nun wollen wir 3frnen genau saßen, worauf?) es bei einer ostmacedonis^en Zigarette ankommt, und woran der Tormann sie erkennt.

tfffyr Gesfl/madk ist leüffjt und würzig wie friscffi gebackenes Brot. Das Aroma entwickelt süffi erst während des Raubens und erreiSfrt seinen Höhe­punkt mit dem letzten QSuße Es ist also gerade^ umgekehrt, wie bei einer unedlen Zigarette, welflje möglicherweise beim erstenluge bestuffrt.die man aber nicffit zu Ende rauCfrt

Cünd das Allerwuffiigste bei OVERSTOLZ3

(Das RauEßen hinterlässt keinerlei NaClfyescfim

auf der Lunße. <Das ist das beste Zeichen für einen edlen (labdk

Q)efyaXb wird ^ßnen das Raufen einer ostmace- donisfyen Tißprette viel mehr dreude bereiteren! es wird^hnen awty viel besser bekommen

Bolrrotizen.

Tageskalender für-Montag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Regine". Astoria- Lichtspiele:Die Braut am Scheideweg".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Freitag. 23. März, wird im Stadttheater derBrand im Opernhaus", ein Drama von Georg Kais er, zum ersten Male zur Aufführung gelangen. In den Haupt­rollen sind beschäftigt Fräulein Ingeborg Sche­rer und die Herren Tanner t, Gehre. Hennig, Linkmann. Spielleitung Hans T a n n e r t.

Gießner Lesehall-Vercin. Mittwoch, den 21. März, 6 15 Uhr, außerordentliche Mitglieder- Versammlung. (Siehe Anzeige.)

Hinein in die Kleider, den Kopf schüssel.Schnell, Mutti, den Kaffee! Schnell mein Schulbrot." Husch, schon sind sie fort. Aber der Schulpsörtner lästt sie nicht ein: es ist noch zu srüh. Tut nichts. Bei einer kleinen Balgerei

Jammen.

Etwas verdrossen hebt sich der Herr Gemahl aus den Federn.Puh! Ich weist mir was Besseres als solch schroffen Uebcrgang von behag­licher Bettwärme zur Morgenfrische. die im Augenblick wie sibirische Külte erscheint! Im Winter, im richtigen Winter lästt man sich s geiallen; da muh es so sein, und es fehlt einem etwas, wenn die Külte sehlt. Aber jetzt? Jetzt hat Wärme da zu sein. Alles zur rechten Zeit. Unsereiner kann doch auch nicht im Betrieb Char- Abschlüsse er-

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in Lrilisch-Lolumdlen.

bei ben Vereinigten Perg- Elen in Grangbq aus- nen ums Leben. Fünf wur- geuer entstand nachts, und n sich mit großer Teschwin-

ins Seenot gerettet

17 Fischerboote mit eltoa von Dodentvinkl aus ihren. Sei ihrer Rüäfahrt i$ii vor ben Eirand scher konnten in'olgebeiien richen. Halb erstarrt und Ascher in ihren Booten und gaben Notsignale Mngspapier. Don einem n die in Seenot Geratenen zunächst vier Boote unb fjn glücklich an Land zu

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* Wieder ein Brand a u s dem Trieb. Gestern nachmittag kurz nach fünf Uhr entstand auf dem Trieb hinter dem Philosophenwald, unterhalb des Eulenlopses, schon wieder ein Brand, bei dem die Flammen in mehrere Meter Höhe emporloderten. Friedhofsverwalter S i e h r , der das Unheil aus der Ferne bemerkt hatte, alarmierte die Feuerwache, die ausrückte. Dicht am Walde, in der Rlckstung nach dem Wiefecker Sportplatz zu, fand die Feuerwehr eine ausgedehnte Fläche Heidegras und Ginster bren­nend vor. Mit Hilfe der Motorspritze, die das in ihrem Behälter befindliche Wasser auf die hoch lodernden Flammen schleuderte, und mit Spaten und Schippe gelang es in etwa halbstündiger ange­strengter Arbeit, das Feuer zu löschen, bevor es an den Wald herankommen konnte. Das ebenfalls zur Brandstelle gerufene Automobil-Giestfaß, das be­kanntlich als Hilfsspritze eingerichtet ist, brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Die günstige Richtung des Windes, durch die die Flammen von dem Wald- bestande abgetrieben wurden, war als ein besonderer Glücksumstand anzusehen, da hierdurch die Arbeit der Feuerwehr wesentlich k -ünstigt wurde. Die

Feuerwache konnte um 6.25 Uhr wieder im Depot eüuüden. Nach Aussage von Augenzeugen soll der Brand dadurch entstanden sein, daß zwei Spazier­gänger ihre Tabakspfeifen in leichtfertiger Weise in den trockenen Graswuchs ausklopften. Der Vorfall gibt erneut Veranlassung, allen Spaziergängern noch einmal dringlich zu empfehlen, in Feld und Wald mit dem Feuer außerordentlich vorsichtig zu fein.

Das Anlagenkonzert unserer Militärkapelle am gestrigen Evnntagvor- mittag in der Ostanlage sand verdientermaßen das Interesse eines außerordentlich starken Pu­blikums, das den Darbietungen der Kavelle mit Freuden lauschte. Die Einrichtung dieser Militär­konzerte in der Sonntagmittagstunde von 11 bis 12 Ahr ist sehr begrüßenswert, denn dadurch wird allen Kreisen unserer Einwohnerschaft Ge­legenheit geboten, an den Sonntagen eine Stunde schönen Genusses zu erleben. Hoffentlich bietet unsere Garnison der Bürgerschaft recht oft der­artige, mit dankbarer Anerkennung auf genom­mene Sonntagsfreude.

Zum Verbot gewöhnlicher Voll- guminireifen für Kraftfahrzeuge. Wie der LPD. erfährt, soll als Zeitpunkt des ersten Inkra ttretens des Verbotes gewöhnlicher Vollgummireifen für Kraftfahrzeuge nicht der 1. April, sondern der 1. Juli 1 928 festgesetzt werden.

Der Obst- und Gartenbauverein Gießen hielt gestern eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Aus der Reihe der ge­schäftlichen Angelegenheiten ist die Beschluß­fassung über eine bessere Wasserversorgung der Vereinsschrebergärten, wie auch die Mitteilungen über eine Sommerausstellung erwähnenswert. Diese soll neben Frühobst vor allem abgeschnit­tene Florblumen, wie Rosen, Dahlien, Gladiolen und die neuesten Züchtungen der Cdelwicke zeigen. Sie wird verbunden sein mit einer Ausstellung und Prämiierung selbstgepslegter Zimmer- und Fensterpslanzen aus Liebhaberhändeir. Der Vor­trag von Garteninspektor R e h n e l t behandelte die Bekämpfungsweise der Obstbaumschädlinge, Düngung des Gemüsegartens. Behandlung der Rosen, Dahlien, Gladiolen, Knollenbegonien usw. Er löste bei den Besuchern lebhaftes Interesse aus und ergab bei der Aussprache eine Menge wertvoller Erfahrungen aus dem Kreise der Liebhaber. Als Zeitpunkt für den geplanten Fa- milienausflug des Vereins nach Bad Salzhausen ward der 17. Juni festgesetzt.

** Auftrieb zum heutigen Frank- futter Schlachtviehmarkt: 320 Ochsen, 74 Bullen, 569 Kühe, 354 Färsen, 535 Kälber, 117 Schafe unb 6061 Schweine.

Strafkammer Gießen.

Gießen. 16. März. Ein Arbeiter hatte bei dem Wohlfahrtsamt unter der ausdrücklichen Versicherung, dast er bei einer Krankenkasse nicht lange genug versichert gewesen wäre, um dort Ansprüche geltend machen zu können, die Gewäh­rung von Wochenhilfe beantragt. Er legte eine Bescheinigung vor. die sich nur auf die Zeit erstreckte, die er Pflichtmitglied war. Hierdurch gelang ihm die Täuschung, so daß ihm die ent- Ibrecbenbe Unterstützung gewährt wurde. In Wirkli.' k.it war er schon über 1 Jahr sreiwilliges Mitglied der Krankenkasse und hatte auch von dort auf seinen Antrag den Wochenhilfebeitrag

wird ihnen schon warm.

Das junge Mädchen öffnet die Augen, sieht das freundliche Sonnenlicht und träumt noch eine Minute vor sich hin:Schade, daß man ins Geschäft gehen must. Wie spat schon? Höchste Zeit!" In einer halben Stunde schreitet sie eilig über die Straße, die Farbe des Morgens auf den Wangen, frohes Plänzen im Blick.Das Leben ist doch schön. Rur ein bißchen kalt kommt es einem manchmal vor. Es ist Zeit, daß der Frühling kommt, höchste Zeit fonar.

Der junge Mann dehnt sich, streckt sich und legt iich noch einmal um.Wieder einmal spät gewor­den. Diel geraucht gestern abend, nicht wenig ge- trunken. Warum bloß der Schädel so brummt! Heute will ich aber bald ,zu Bett gehen. Muß end­lich einmal ausschlafen." Nach einer Weile klopft's. Aufstehen!" Die Antwort ist unwillig.Ja doch!" Hofs der Fuchs! Es ist wieder elend kalt. Um die Zeit sollte doch schon Frühling fein!

Unterm Fenster dehnen sich die Knofven des Flie­ders und nebenan glänzen die der Kastanien.Das war dock schon so, als ob uns der Frühling rief," raunen sie einander zu.Wir haben uns beeilt, um nicht zu spät zu kommen, denn wir müssen ja den großen Zug eröffnen. Da tritt uns auf einmal die Kälte hervor und belästigt uns. Durch unsere Hül­len bringt sie, daß uns friert. Wie weit sind wir eigentlich? Was, Mitte März schon unb noch solche Kälte? Da ist es wahrhaftig eine Ungefälligkeit, uns einen Eisvanzer vor die Tür zu fetzen!"

Das Barometer grinst dem sorscnenden Blick hämisch entgegen. Sein Zeiger weist aufBe­ständig" und in dem Kichern, das hinter der Glasscheibe vorlommt, liegt Schadenfreude. .Be­ständig I Habt ihr s gehört? Das bedeutet schönes Wetter. Ra, das ist wohl kein schönes Wetter jetzt? Sin bißchen kalt, meint ihr. Wer wird denn so srostig fein. Fragt nur einmal meinen Bruder, das Thermometer, der wird es schon sagen, daß

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erhalten. Durch bas Amtsgericht Gießen war er wegen Betruges zu drei Wochen Ge- s ä n g n i s verurteilt worden, wogegen er Be­rufung verfolgte, ör zog es aber vor, in der heutigen Berufungsverhandlung nicht zu er­scheinen, so daß es bei dem erstinstanzlichen Urteil blieb.

Schlechte Erfahrung machte ein aus einem Rachbarort stammender Händler mit seiner ein­gelegten Berusung. Als er eines Tages auf dem Finanzamt seine Straßensteuer bezahlen wollte, benutzte er einen unbewachten Augenblick und entfernte an einem im Schaltervorraum stehenden Fahrrad die Laterne, die er an seinem Rade beseitigte. Zwar bestritt er auch heute, diese Laterne an seinem Rade angebracht zu haben, doch hatte das Gericht aus Grund der Zeugen­aussagen, durch die ganz bestimmte Beobachtun­gen bclannt wurden, nicht den geringsten Zweifel an seiner Täterschaft. Unter Verwerfung seiner Berufung wurde die Strafe auf den dop­pelten Betrag erhöht, und er wegen Diebstahls an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrase von acht Tagen zu einer Geld- strase von 40 Mark, evtl, acht Tagen Ge­fängnis verurteilt.

Der Pächter eines Steinbruchs hatte während seiner mehrwöchigen Abwesenheit die Lei­tung deS Betriebs einem Angestellten überlassen. Dieser war damit auch verpslichtet. die den Arbeitern von ihrem Lohn einbehaltenen Bei­tragsteile sür die Versicherung durch Kleben von Warten zu verwenden. Weil er die« aber unterlassen hatte, und der Pächter sich ebenfalls nicht darum kümmerte, waren beide durch das Amtsgericht Ortenberg zu Geld­strafen von 75 Mark. bzw. 50 Mark verurteilt worden. Während der Angestellte sich bei diesem Urteil beruhigte, verfolgte der Pächter Berufung. Auch jetzt wurde wiederum festgestellt, daß er als Arbeitgeber bei Auswahl und Be- aussichtigung feines Stellvertreters nicht die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet und sich gleichfalls dadurch strafbar gemacht hatte. Seine Berufung wurde daher kostenfällig ver­worfen. ________

Großer Waldbrand im Taunue.

Wehen (Untertaunustreis), 19. März. (WTV. Eigene Drahtmeldung.) Im Distrikt der Nachbar- gemeinbe Neuhof kochten gestern in einer Jagd­hütte Pfadsinder ab. Hierbei sprühten Funken ins Freie. Binnen kurzem standen auf bejr Aus­rodung des Parkgeländes der Stadt Wiesbaden in der Nähe der Siedlung Neu- Dotzheim 180 Morgen Heidekraut in Flammen. Das Feuer griff auf 20 Morgen Tannenschonung der Gemeinde Neuhof über. Die Pfadfinder flüchteten, doch konnten ihre Namen fcjtgcfteUt werden. Die Feuerwehren von Neuhof. Engenhahn, Wehen und Hahn eilten mit 200 Mann zur Hilfe herbei. Als sie trotz Aufbietung aller Kraft des Feuers nicht Herr werden konnten, wurde tue Berufsfeuerwehr aus Wiesbaden alar­miert. Der Schaden ist sehr beträchtlich.____________

Sprechstunden der stiednttion

12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis ? Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschloßen

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