Deutscher Industrie- und Handelstag.
Regierung und Wirtschaft.
Berlin. IS. April. lDDZ. Funkspruch.) Der deutsche Industrie- und Handelstag ist am Mitt- wochvormittag im Sitzungssaal des Reichstags zu seiner 48. Dollversammlung zusammengetreten Die Reichsregierung und die Regierungen zahlreicher Länder haben Vertreter zu der Tagung entsandt. Präsident v. Mendelssohn eröffnete die Vollversammlung. Die Finanzminister deS Reiches und der Länder, meinte er. seien gewissermaßen stilleTeilhaber derWirt- schaf t. Rur sollten sie nach der Art der stillen Teilhaber nicht mehr aus dem Geschäft ziehen wollen, als ohne Gefährdung seines Bestandes und seiner Ergiebigkeit herausgezogen werden kann. Der Industrie- und HandelStag sei keineSweas der Meinung, daß die Wirtschaft den Staat beherrschen solle, aber anderseits sei eS eine Forderung der jetzigen Verhältnisse, daß die objektiven Erfordernisse der deutschen Dolks- wirtschaft von jedem, der zur StaatSsührung gehört, heute mehr als je anerkannt werden müßten. Auch für die Wirtschaft gelte die Aufschrift deS Reichstags- »Dem Deutschen Volke".
DaS Hauptreferat hielt Generaldirektor Erich Tgahrt (Reunlirchen) über die .Lage der deutschen gewerblichen Wirtschaft". Er führte einleitend auS, day in Deutschland nicht nach amerikanischem Must« der Binnenmarkt einfach durch ständige Erhöhung der Löhne «stärkt werden könne. Die Hebung der inländischen Kaufkraft sei vielmehr nur im Rahmen der ?eldwirtschaftlichen Lage Deutsch- a n d S möglich. In seiner jetzigen Lage fei Deutschland auf den Export angewiesen und darum könne eS auch nicht ohne Import auSkommen. Infolge der übermäßigen Steigerung der Steuern, Soziallasten und Tarife sowie infolge der Dawesbelastung und der hohen Zinsen für Leihkapital seien die Gewinnmöglichkeiten in der Industrie stark zusammengeschrumpft. Die Schwierigkeiten der deutschen Industrie würden durch die älneinheitlich» keit unserer Wirtschaftspolitik verschärft. Reichsarbeitsminister, Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident widersprächen sich oft in ihren Maßnahmen zum Schaden der Wirtschaft. Große Anerkennung zollte der Redner der Außenpolitik. Ohne eine konsequente Durchführung der Verständigungspolitik wäre dec Wiederaufbau der Wirksamst n i ch t möglich. Der Redner betonte zum Schluß die Rotwendigkeit, der deutschen Qualitätsarbeit auf dem Weltmarkt stärkere Geltung zu verschaffen.
Französisches Meinungsmonopol in Genf?
Frankreichs Zeitungsankäufe.
Eigene Drahüneldung des „Gießener Anzeiger»".
Berlin, 18. April. Rach Berichten auS gut informierten Genfer Kreisen scheinen französische Interessenten jetzt verschiedene Versuche zu machen, ihren ohnedies bisher schon starken Einfluß auf die französisch-schweizerische Presse noch zu vertiefen. Diesen Aktionen kommt auch, von Deutschland auS gesehen, eine gewisse Bedeutung zu, da sie zweifellos geeignet sind, die Atmosphäre um den Völkerbund sehr ein- fettig zu bestimmen, und damit den deutschen Völkerbundsdelegationen jede Resonanz und jede cmparteiifche Unterstützung in der Genfer Oeffent- lichkeit zu nehmen. So wird berichtet daß die HavaSagentur, die schon immer stark französischem Einfluß unterworfene Genfer Zeitung .GenevoiS" angekauft habe. Dazu soll noch angeblich der Umfang diese- Blattes beträchtlich erweitert und sein Preis stark herabgesetzt werden, so daß ein großes Genfer Presseorgan vollständig den Zielen der französischen Politik zur Verfügung stände. Angeblich soll dann weiter noch die Gründung eines zweiten Genfer Blattes aus rein französischer Mitteln geplant sein neben einer verstärkten Ein- Nußnahme auf die .Suisse" und die .Tribüne de G e nö ve". Wenn Frankreich diese Pressepläne durchführt, wird neben dem großen Einfluß, den die Vertreter der Kleinen Entente und Polens auf die französisch-schweizerische Presse in Genf besitzen, ein für die deutschen Interessen sehr bedenkliches Meinungs- und Rachrichtenmonopol in der Völkerbundsstadt geschaffen fein.
Oer Autonomistenprozeß.
Kvlmar. 17. April. (WTD.) Wie der „Sl- sässische Kurier" meldet, hat Rechtsanwalt Dr F o r e t von Metz, der frühere (unter deutschem Regime letzte) Bürgermeister von Weh die Mitwirkung in der Verteidigung beim Autor», misten Prozeß übernommen. Die Zahl der Verteidiger würde dann neun oder gar zehn betragen. Wetter verzeichnet daS Blatt ernt Meldung, nach der es noch unsicher ist. ob dec Prozeß int Rahmen der regulären Dchwurgerichtssession verhandelt werden und mit dem 30. April eröffnet werden wird. Man rechnet mit der Möglichkeit emcr eigenen Session für den Prozeß, m welchem Falle eine neue Liste der Ge- lw wo re nen ausgelost werden müßte. Für die Verhandlung sind vierzehn Tage vorgesehen.
„Royal Oal."
Der Zwischenfall auf dem britischen Schlachtschiff vor dem Unterhaus.
London. 17. April. (WB.) Im Unterhause gab der erste Lord der Admiralität. Bridgeman. eine Erklärung über die Vorgänge auf dem Flaggschiff der britischen Mittelmeerflotte R o h a l O a k ab und führte au«, die Admirali- tat sei der Ansicht, dah die erste Schuld für । die Vorfälle den Konteradmiral E o l la r d treffe indem er unwesentliche Fälle von Unzufriedenheit unter den Offizieren in einer Weise behandelte Oie seiner Stellung nicht entsprach und die zeigte' dah Collard für sein hohes Kommando ungeeignet gewesen sei. Collard sei seines Kommandos enthoben worden, und trotz seiner guten Dienste in der Vergangenheit habe die Admiralität beschlossen, ihn auf die Berat», schiedetenliste zu setzen. Die Urteile über Dewar und Daniels, habe die Admiralität bestätigt und entschieden, daß diese Urteile eine
Oer Weiterflug der „Bremen".
Oie Hilfsmaßnahmen für die Ozeanflieger.
Montreal, 17. April. (1BB.) Die Dlarconl- Gesellschaft Hal eine Meldung von dem Leiter der Point-Amour-Station erhalten, wonach die „Bremen" mit Baron von hünefeld und Hauptmann a. D. Köhl an Bord ihren Flug nach Reu- york am Mittwoch wieder aufnehmen werde, falls bis dahin die Ausbesserung des bei der Landung beschädigten Propellers beendet sein werde. Jräulein Hertha Junkers traf hier heute abend von Reuyork kommend mit dem Junkersflugzeug rin. 3m Laufe des Tages war hier bereits ein Mechaniker der Firma Bunkers mit einem Vorrat von Ersatzteilen für die „Bremen" eingetroffen. Kommandant Flhmaurice wird hier morgen früh erwartet. Als das kanadische Hilfsflugzeug mit Jlfomaurke heute früh von Greenly Island abflog, blieben Dr. Luifinier und ein kanadischer Mechaniker auf der Insel zurück, um Baton von hünefeld und Hauptmann Köhl bei der Wiederherstellung der „Bremen" zu helfen.
Der Abflug des Majors Jl^maurice hat vorübergehend Beunruhigung tjeroorgerufen und Befürchtungen für den einheitlichen Verlauf der in Reuyork geplanten Lmpfangsfei- ern laut werden lassen. Indessen lassen das Telegramm bee Reuyorker Oberbürgermeisters sowie au» Quebec eintreffende Meldungen über den plan der drei Jlieger, von Quebec aus gemeinsam nach Reuyork zu fliegen, keinen Zweifel darüber, daß die (Empfangsfeier programmähig ©erlaufen wird, umsomehr, als nach letzten Meldungen aus Quebec die dortige Ankunft von Fitzmaurice die wiederinstandsehu ng der „Bremen" erheblich zu beschleunigen vermag. Der Abflug könnte, wie diese Meldungen besagen, bereits am Tage nach dem Rückfluge von Jifj- maurice nach Greenly Island stattfinden. Jifo- maurice soll nämlich in Quebec die für die Ausbesserung der „Bremen“ benötigten Ersatzteile auswählen. die mit dem Flugzug nach Greenly Island gebracht werden würden. Jaüa die Ausbesserung gelingt, wird die „Bremen“ nach Quebec fliegen, dort Flhmaurice wieder aufnehmen und nach R e u y o r k ft a r t e n. Dieser von der Canadian Preß ausgegebenen Meldung widerspricht allerdings eine Mel- öung der .Firnes“ aus Washington, wonach Fih- maurice aus Kanada unmittelbar nach Washington reifen wolle, um Loolidge den Brief des Präsidenten des irischen Freistaates Losgrave zu überreichen.
Oie Landung auf Greenly Island.
Hünefeld berichtet über die Gründe des Irrflugö.
Reu York, 17. April. (WD.) Rach Meldun- gen au« Point Amour erklärte Hünefeld: Die „Bremen" hatte nach ihrem QQjftug von Irland während des ganzen Donnerstags gute Fortschritte gemacht. Während der Rächt zog darauf ein Schneesturm auf, der die „Dre- men" zwang, aus der ursprünglichen Flughöhe
weitere Dienftverwendmig der beiden Offiziere nicht ausschließe. sollte sich für sie eine geeignete Vakanz bieten.
Oie Lage in China.
Erfolge der Nordarmce. — Japan rückt von Tschangtsolin ab.
London, 17. April. (TU.) Die chinesischen Jtoroarmeen verzeichnen nach Berichten aus Peking w eitere Erfolge gegen die nationalistischen Truppen. General Suntschuanfang berichtet, daß er bis zur Lunghau-Eisenbahn in der Nähe von Tangschau vorgerückt und dort in der Lage ist, den nationalistischen Flügel zu bedrohen. Andere Teile der Nordarmee sind bis zu einem Punkt nördlich von Tschangteho an der Peking—Hankau-Eisenbahn vorgerückt. An der Tschengtaifront wurden die Truppen des Gouverneurs von Schansi zurückgetrieben. Von honkau sind große Truppen- massen über honan nach dem Norden entsandt wor- den. Besprechungen eines japanischen Vertreters, der Sud - Mandschurischen Eisenbahnen mit General Feng wird große Bedeutung beigemesten. Die Aussprache wird als Beweis dafür angesehen, daß Japan die Stellung Tsangtsolins als wankend ansieht und es für notwendig hält, sich mit General Feng als dem kommenden Mann, wenn notwendig gegen England und Amerika, zu oer- ständigen. Der japanische Delegierte erklärte In ernem Interview, daß die japanische Unterstützung Tschangtsolins nach dessen Niederlage nunmehr b e • endet sei.
Japanische Hlottenexpedition nach Tsingtau.
Tokio, 17. April. (Reuter.) Vorbehaltlich der Dilliguna durch das Kabinett beschlossen die Marinebehörden, zwei Kreuzern, vier Zerstörern, sowie dem Kreuzer „Isuzu" Befehl zu geben sich mit einem Detachement in Stärke von 250 Seesoldaten, das gegenwärtig in Vosuku liegt, nach Tsingtau zu begeben. Da bereits ein Kreuzer vor Tsingtau liegt, so würden sich die zur Landung zur Verfügung stehen- den ©treitfräf te auf etwa 9000 Mann belaufen. Die Militärbehörden erwägen die E n t • [en düng einer Brigade aus Japan, falls sich die Lage verschlechtern sollte.
Kirche und Abrüstung.
.Berlin. 17. April. (TU.) Die deutsche (Bereinigung des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der K i r ch e n hält vom 26. bis 29. April in Hei- °eibera ihre Jahresversammlung ab. Der erste .Dauptverhandlung5gegenstand ist die Abrüstung», trage, zu der alS politischer Referent Bo.tchaster
»"f Bernstorfs, als theologischer Referent Geheimer Konllstorialrat Professor us - Berlin sprechen werden Die wetteren Beratungen beschäftigen sich mit dem
niederzugehen und niedrig zu fliegen, ob- wohl der anbrechende Tag die Gelegenheit bot, die K u r s r i ch t u n g zu berichtigen. DaSWetter wurde von Stunde zu Stunde schlechter und das Flugzeug konnte nur mit den größten Schwierigkeiten hoch gehalten werden. Als es die Küste von Reufundland erreichte, flog es gefährlich niedrig. Bald darauf sahen wir dann den Leuchtturm in Greenly Island.
Rach einem Funkspruch des Canadian Preß schreibt Frhr. v. Hünefeld, das Llrnherirren der „Bremen", das schließlich zur Landung in Greenly Island führte, dem ümflanfre zu, daß das Deleuchtungssystem der .Bremen" versagte. Infolgedessen war es stundenlang unmöglich, die Instrumente abzulesen. Hünefeld schätzt die Strecke, in der die „Bremen" vollkommen dunkel flog und dabei vom Süd- westkur« nach Rorden abgetrieben wurde, auf etwa 700 Kilometer. Die Wetter- Verhältnisse hätten die Flieger gezwungen, sehr niedrig zu fliegen. Schließlich habe man flaches Land entdeckt, das unter einer starken Eis- und Schneedecke lag. Zeichen von irgendwelchen Bewohnern habe man nicht bemerken können. So sei man schließlich an der Strait« of Delle Isle eingetroffen und habe sich entschlossen, dem Festlande zuzusteuern. Da das Benzin zur Reige ging, habe man Ausschau nach dem besten Landungsplatz gehalten. Greenleh Island sei zunächst mit einem Schiff verwechselt worden. Diesen Fehler habe man jedoch sehr bald erkannt. Bei der Landung, die im Dchneesturm vor sich ging, habe daS Flugzeug die Eisdecke durchschlagen, wodurch das Schwanzende und der Propeller beschädigt wurden. Rach der Landung sei Hünefeld allein zum Leuchtturmhaus gegangen. Die Flieger hätten dort vor allem um trockene Fußbekleidung gebeten und diese auch erhalten. Ihre erste Mahlzeit auf Greenleh Island habe aus Milch bestanden. Die ersten Worte nach der Landung seien gewesen: „Gott sei Dank!"
Reuyorker Empfangspläne.
Reu York, 17. April. (WB.) Hier werden die Pläne für den feierlichen Empfang der „Bremen"-Desahung bekannt, die schon in allen Teilen bis auf alle Einzelheiten au s- gea rbeitet sind. Wie beim Empfang Lind- bepghs werden auch diesmal alle Schiffe im Hafen zur Begrüßung ihre Sirenen ertönen lassen. Ein Flugzeug ge schwader wird über der Stadt kreuzen. Qluf dem Platz vor dem Stadthaufe wird Bürgermeister Walker und andere hervorragende Persönlichkeiten Reuhorks die Besatzung der »Bremen" mit einer Ansprache unter freiem Himmel willkommen heißen. Vierzig Radiostationen werden diese Feier über die ganze Wett verbreiten. An die Ansprachen schließ sich der feierliche Marsch die Fünfte Avenue hinauf. Am Madison Square wird Halt gemacht toerben, um einen Kranz am Denkmal für die Gefallenen des Weltkriege« niederzulegen. Die American Telephone and Telegraph Company stellt den Gästen für den Tag des Eintreffens ihre drahtlose telephonische Verbindung mit Europa zur Verfügung, damit sie ihre Angehörigen in Europa anrufen können.
Stande der ökumenischen Bewegung (Redner: der Lordbifchof von Winchester - England und Prälat D. Dr. Schoell- Stuttgart) und mit der Lage der evangelischen Minderheiten in Polen und in der Tschechoslowakei (Redner: Generalsuperintendent Blau-Posen und Kirchenpräsident D. Wehrenpfennig- Gab- !onz). Zu der Tagung hat auch der Führer der internationalen kirchlichen Einigungsbewegung Erzbischof Söderblom - Apsala sein Erscheinen zugesagt.
Oie „Italia" in Stolp.
Stolt). 17. April. (WD.) Wie General R o - b i l e heute Pressevertretern gegenüber erklärte, tvill er es vermeiden, Probeflüge von Seddin au« zu unternehmen, um da« Luft- schiff zu schonen. Die Fahrt von Mailand nach Stolp habe gezeigt, daß das Luftschiff zum Polarfluge geeignet sei. Die Deschädi- gungen des Luftschiffes können schon nach drei Tagen behoben fein; wäre daS Ma- terrai dazu zur Stelle, würde nur ein Tag nötig fein. Ein Motor sei zwar eine Zeitlang auf dem öluge nach Stolp nicht arbeitsfähig ge- wesen, weil das Wasser des Motors gefroren war. für den Rordpolslug werde dem Waller Glyzerin beigemischt werden, um oas ©infrie en zu verhindern. Acht bis zehn Tage werde es dauern, bis das Luftschiff startbereit sei. Um diese Zeit werde auch dec Dampfer ?,u f Spitzbergen eingetroffen sein. Ob bann iHv" der Start an getreten werde, sei noch unbestimmt .
Aus aller Welt.
Schwere Wafterkatastrophc in einem mandschurischen Bergwerk.
Gewaltige wassermasfen, die aus slillgelegten Bergwerksanlagen hereinbracheu. überschwemmten einen Tell de» berühmten Bergwerk» von Fushung in der Mandschurei. Alle in diesem Abschnitt tätigen Bergarbeiter, an Zahl mindestens 470, sämtlich Ehl- "esen, ertranken. Da» Bergwerk gehört der süd- mandschurifchen Eifendahngesellschaft und ist der größteTagebaubetriebderDelt.
Internationaler Autorenkongreß.
Reichspräsident v. H i n de n b u r g emp- Nng den Präsidenten, die Vizepräsidenten und ben Generalsekretär des in Berlin tagenden Kongresses des Internationalen Verbandes der Schriftsteller- und Tonsehergenossenscha ten. Im Ttamcn der Erschienenen begrüßte Senator Mo- r e l I o den Reichspräsidenten unb sprach den Dank für den Empfang au«. Der Reichspräsident dankte öen Herren für ihren De- fuefc. Er drückte ihnen seine besten Wünsche für Oie Arbeiten de« Kongresses aus. von denen er boff«. dah sie zu einer Annäherung der Volker, insbesondere ihrer geistigen Schichten,
und zur zweckdienllchen Fortentwicklung de« interna tionalen Llrheberrechtes beitragen möchten.
Tagung der Uniocrsitätsdirckloren in Paris.
Augenblicklich tagen in Paris unter der Aegide des Völlerbundsamtes für geistige Zusammenarbeit die Direktoren der ilniDcrfitätiämter der verschiedenen Länder. Deutschland ist vertreten durch Professor R e m m e. Direktor des akademischen Auskunftsamtes in Berlin. Gegenstand der Tagung ist der Meinungsaustausch über die auf ausländischen Universitäten verbrachte Studienzeit und die Gültigkeit ausländischer Uni- versitätsdiplome.
Trauung de» Fürsten Otto von Bismarck.
Dor demselben Berliner Standesamt, vor dem bereits im Jahre 1878 die Tochter des Altreichs- kanzlers sich mit dem Grafen Rantzau vermählte, fand Dienstagmittag kurz nach 12 Ubr die Ziviltrauung des Fürsten Otto v. Bismarck mit Fräulein T e n g b o m aus Stockholm statt. Mittwoch um 12 Ubr wird im Dom die kirchliche Trauung stattfinden.
Schneefall auch in Sachsen.
In der Rächt zum Dienstag ist urgai^ Sachen bei leichtem Frost überaus starker Schneefall eingetreten. In Dresden tour- ben vier Zentimeter Schneehöhe gemessen. In den höheren Lagen des Erzgebirges hat die Schneedecke neuerdings eine Stärke von 10 bi«' 20 Zentimeter erreicht. Vielfach sind in den Garten und Parkanlagen jüngere Bäume unter der Schneelast zusammengebrvchen. Verkehrsstörungen sind, soweit bisher bekannt, m nennenswertem Umfange nicht eingetreten.
Erdbeben in Oberschlesien.
ilm 18.35 il$r wurde in Deuthen ein etwa zwei bi« drei Sekunden dauernder von Südwest nach Rordost verlaufender wellenförmiger Erdstoß verspürt, der auf eine tektonische Erscheinung zurückzuführen fein dürfte. Die Bewegung wurde verschieden stark verspürt. In der Telephon- zentrale der Iohanna-Schachtanlage Dobrek geriet der acht Zentner schwme Telephonvermitb' lungsschrank ins Schwanken, lieber bauliche Schäden in der Stadt ist nichts bekannt geworden.
Schrecklicher Tod eine» „blinden Passagier»“.
Der der Ankunft des Personenzuges 206 in Schwarzenbek bei Altona wurde auf dem Dache eines Wagens dritter Klasse eine männliche Leiche gefunden. Der Getötete, dessen Schädel zertrümmert war, ist ein 17jähriger Lehrling aus Berlin-Schöneberg. Eine Fahrkarte wurde bei ihm nicht borgefunben. und es ist daher anzunehmen, daß der Verunglückte in Berlin auf das Dach des Äs geftiegen ist, um ohne Fahrkarte mit- n. Während der Fahrt muh er dann von einem Brückentell erfaßt worden sein, wobei ihm der Schädel zertrümmert wurde.
Ueberfaü chinesischer Piraten.
Oluf dem chinesischen Kauffahrteischiff ,H f i n - wah", das sich auf der Fahrt von Schanghai nach Hongkong befanb, überfielen Piraten, dis al« Passagiere verkleidet waren, überraschend die Besatzung und zwangen sie, den Dampfer nach der DiaSbai zu steuern Dort plünderten sie das Gepäck und setzten die Passagiere in Boote. Fünf chinesische Passagiere wurden von ihnen entführt. um Lösegeld für sie zu erhalten. Als die Piraten die Deute wegtransportteren wollten, tauchte ein chinesisches Kanonenboot auf. worauf die Räuber die Flucht in« Land ergriffen. Der Dampfer „HsinwÄ" nahm unter Begleitung des Kanonenbootes die Fahrt nach Hongkong wieder auf.
Oie Wetterlage.
7 Malands.
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2
2
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Wettervoraussage.
Von Westen her Ist der Luftdruck weiter ange- fliegen. Trotzdem wird sich keine ausgesprochene Hoch- brurfmctterlagc entwickeln, denn die verschiedenen herrschenden Lustströmungen lassen e» immer noch jur Bildung leichter Störungen kommen.
W ettervorau5fage für Donnerstag: Wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, nachts lern* peraturen um Null, keine oder nur unbedeutende Niederschläge.
®ittcrung3au5fi($ten für Freitag: Zeitweise wolttg, kühl, strichweise etwas Nieder- schlage.
Lufttemperaturen am 17. April: mittags 4,6 Grad Celsius, abends 1,6 Grad Celsius: am 18 April: morgens 2,5 Grad Celsius. Maximum 4,8 Grad Celsius. Minimum 0,3 Grad Celsius' - Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 17. April: abends 5,6 Grad ffclpus; am 18. April: morgens 3,4 Grad Celsius. — Niederschlage 1,3 Millimeter. — Sonnenscheindauer eine Viertelstunde.


