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Augenklinik trat dem Boten nun
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Waren verpacken und sandte sie Boten nach der Alinit Vor dem
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Deutsche Maizena Gesellschaft m. b. H. HAMBURG 15
Aus der Provinzialhaupistadi
Dietzen, den 18. April 1928.
rate« für Tonntrdtag 19. April.
Bonncnaufgana 4.57 Uhr, Sonnenuntergang 16.02 Uhr — Mondausgang 5.04 Uhr, Mondunter. gang 18 Uhr
1801 der Physiker Gustav Theodor Zechner in Grotz-Särchen bei Muskau geboren (gestorben 1887)- — 1824: der englische Dichter Lord Byron K, Missolunghi gestorben (geboren 1788); — 1847: Ausbruch der Revolution in Berlin; — 1882: der Naturforscher Charles Darwin in Down bei Becken- Ham gestorben (geboren 1809); — 1885: der Afrika- forschende Gustav Nachtigal bei Rap Palmas In Destofriko gestorben (aeboren 1834); — 1917: Aufhebung des Iesuitengesetzes.
Vor notizen.
— TageskolenderfürMittwoch Stadt- theater 8 Uhr, „Mrs Cheneys Ende' (Ende 10 Uhr) — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die heilige Lüge' — Askoria-L'chtspiele. „Blitz, der vierbemige Retter'
Au* dem Stadttheaterbureau nnti) uns berichtet: Wie schon bekanntgegeben. ist die letzte Neuheit im Schauspiel, der Hamburger Sommerschlager und gegenwärtiges Berliner Re- pertvirestück ..DaS Ramel geht durch daS Nadelöhrein« vollsaftige, kräftig treibende Romödie mit vollblütigen Menschen auS dem Leben. Erstaufführung am Freitag. 20. April. Beschäftigt sind die Damen: Jüngling. Rrahmer. WarckS und Hehm, sowie die Herren Goll. Bosts. S «fserS. Telekh, Dolck und Sehre. Spielleitung: Karl Bolck
Ausführung von Rohrverlegungsarbeiten ist die Moltkestrotze zwischen Ostanlagc und Kaiser- alle« ab Mittwoch. 18. April, aus etwa 14 Tage für allen Fährverkehr polizeilich gesperrt.
** 81 n raffinierter Betrug wurde gestern nachmittag In unserer Stadt verÄbt. Kurz nach 5 Uhr wurde bei dem An Haber eineS hiesigen Zigarrengeschästes telephonisch angerufen und dem Geschäftsmann oufgeaeben, er möge sofort 2000 Zigaretten zu der Verwaltung der Augenklinik schicken und die Rechnung beifügen. Der Auftrag müffe aber sofort ausgeführt werden, da um 1/|6 Uhr Dureauschluh sei. Der
BollSpartei hab« sich alS Hüterin der Simultan- ich. lc bekannt. Durch daS LÄulgeletz hab« man daS Dolf gcgcneinandergehetzt und einen RellgionS- kamps hcrb«igeführl. Die National-Soztallp>sche deutsch« Oirbciterfart«! verwerf« daS Schulgesetz, das praktisch undurchführbar sei. Bon den Deutschnationalen bis zu den Kommunisten hätten olle Parteien da» deutsche Bolk verraten und verkauft Diese Parteien begingen weiter da durch ein Verbrechen am Bolle, datz sie chm nicht tagten, waS loS sei. Der Redner wie* u a. auch aus di« Reparationszahlungen hin und bemerkte, an dem Weltkrieg« hab« das internationale Kapitol, tot« auch 1870 71, daS Geschäft gemocht. Reparationen feien Scheinheilig- feit und Betrug, denn während daS Volk um feine Existenz ringe, machten die Banken ihr Geschäft. Die National-Soziafisttsch« deutsch« Arbeiterpartei wolle allen Böltern daS SeldA- bestimmungSrecht geben, dabei wolle sie auch daS Wirtschaftsleben von Juden oller AN rtiniaen. Sie wolle weiter di« Brechung der Zmstechttchaft Deutschlands. Ganz besonders trete sie ein für die Hergabe zinsloser Kredit«, damit die Wirt- sci.^'1 richl,g in Fluh gebracht werden Rnm«. Setn« Partei wolle auch der Landwirts chasi wirklich Hellen, di« heut« von internationalen Getreideschiebern bewußt unrentabel gemacht werde. Die LandwiNschaik gehöre in die Nationalsozialistische Pariet. die «in freie* nationalsozialistisches Deutsches Reich unter dem Führer Adolf Hitler errichten wolle. Der Vortrag wurde von den Freunden deS Redner* mit lebhaftem Beifall ausgenommen. 8tn« Aussprach« wurde nicht beliebt. Während die Versammlung selbst ohne Störungen verlief, kam e*. wie schon berichtet. In der Walltorstrab« xu einem Zwischenfall. der aber dank der tatkräftigen Polizei- Maßnahmen rofch eingedämmt und erledigt werden konnte.
Auaenllinik trat dem '.Boten nun ein gut geneideter Mann entgegen und fagte ihm. er käme sicher von der Firma i deren Harne der Mann nannte), und bringe die bestellten Zigaretten. Mittlerweile habe sich aber auch noch ein gröberer Bedarf an Zigarren herauSgestcllt, der junge Mann möge deshalb schleunigst zurück- fahren und die Zigarren holen, auch gleichzeitig die Rechnung abändem lassen. Durch daS Auftreten deS ManneS fichergemacht, händigt« der Bote diesem ohn« Bedenken die 2000 Zigaretten
lMarke .Overstolz' und .Dreiling') auS. Während der Bote zu seiner Firma zurückfuhr. verschwand der .vornehme Herr" unter Mitnahme der Zigaretten. Der Geschäftsinhaber, dem nach der Rückkehr de* Boten die Sach« sehr merkwürdig vorkam. erkundigte sich nun telephonisch bei der Verwaltung der Augenklinik und muhte hierbei erfahren, daß er einem raffinierten Schwindler zum Opfer gefallen war. Der Gauner ist etwa 30 bis 35 Zahre alt. ca. 1,70 Meter grotz. von schlanker Statur, trug schwarzen Mantel, schwarzen Hut und schwarze Schnürschuhe und hatte gestutzten Schnurbart. Vor dem Schwindler, der sicherlich noch weitere Gastrollen versuchen wird, sei nachdrücklich gewarnt. Angaben. die zur Wiedererlangung der Beute und zur Feststellung deS Täter* geeignet sind, erbittet ote Kriminalpolizei in Dietzen.
•* Schützen-Verein Dietzen. 3n einer aut besuchten Versammlung deS Schütze..verein*. Die am Montagabend unter der Leitung de* Vorsitzenden. Stadtv. Nicolau- im .Schützenhause" in Anwesenheit zahlreicher Gäste stattsand, sprach Pfarrer DechtolSheimer über .die Geschichte deS (Siebener Schützen verein*" auf Grund Vorgefundener alter Akten. Der Vortragende, der sich auf dem Gebiete der heimatgeschichtlichen Forschung im Interesse unserer Stadt schon oft betätigte, hat beim Studium alter Aktenans- -eichnungen sehr interessante Ausschlüsse über die Geschichte deS Gießener SchützenwesenS gefunden, die er in anerkennenswerter Weise dem Verein und damit auch der Allgemeinheit zur Verfügung stellte. Man erfuhr aus den hochinteressanten Darlegungen, datz die ersten Anfänge deS Gießener Schützen wesen* um das Jahr 1600 herum festzustellen waren. Der heutige Gießener Schützenverein, der da* Erbe der früheren Schützen angetreten hat, kann also eine rund 330 Zähre alte Schüyengefchichte ausweisen. AuS den durch zahlreiche Urkunden belegten Erzählungen de* Pfarrer* DechtolSheimer wurden fef- selnde Einblicke In die Gießener Stadtgeschichte von 1600 bi* in die allerjüngste Zeit hinein ermöglicht. Man erfuhr hier näheres über die Organisation der Schützen-Kompagnien und der Dürgerwehr. man hörte von Mahnahmen strengster Manneszucht und guter Bürg erd isziplin. aber auch von manchen erheiternden Vorgängen, die gär köstlich an die altbürgerliche Behäbigkeit unserer Vorfahren in einet ruhiger und zufriedener gestimmten Zeit alS der heutigen
— Personalien. Der vberiustizsekretär beim Amtsgericht Ortenberg Wilhelm Hardt wurde am 1. April zum Odersusiizfekretür beim Amtsgericht Alzey, der ObersuftizfekretSr beim Amtsgericht Alzey Hans König zum Oberjustizsekretär am Amtsgericht (tzrünberg und der Oberförster Adolf Ernst Müller zum Forstmeister des Forstamtes Lau- bach ernannt.
•• Dieder für den Verkehr frelge geben. Wie die Prooinzialdirettion Obcrhesfen im neuesten Amtsverkündigungsblatt mitteilt, sind die Provinzialstratzen Grünberg—Röthges (Orlsdurch fahrt Grünberg) und die Ortsdurchfahrt der Straße Queckborn—Grünberg für den Verkehr wieder frei-
erinnerten. Man ersah weiterhin daß auch da* Schützenwesen in früherer Zeit mit mancherlei Hemmungen zu kämpfen halte, datz e* vorüber- a«bcnb sogar »um Erliegen kam. aber bann doch wieder durch guten Buraergeift und starke* Interesse an dem edlen Schietziport erweck! wurde und sich mit kraftvoller Energie erneut durchsetzt«. De» den Berichten de* Vortragenden tauchten zahlreiche Namen auf. die heute noch in unterer Stadt vertreten sind und deren Träger auch, wie ihre Vorfahren, zum Teck auch Im Dienste de* Gemeinwohl* wirken. Sin bemerkenswerter Ausschnitt gut bürgerlicher Tradition wurde hier in eindrucksvollster Weise gegeben und verfehlte seine stark« Wirkung auf di« mit grober Spannung dem Dortrage trügenden Zuhörer nicht. Di« bedeutsamsten Sreignisf« in der Siebener Schützenscschichtc fanden in dem Vortragenden einen gewissenhaften Bearbeiter, der aber neben der Behandlung der gröberen Ereignisse auch die mancherlei kleineren Dinge dieser Schützen- Geschichte mit liebevoller Sorgfalt festhielt. Aus diese Weife hat Pfarrer Vech.olSheimer nicht nur dem Siebener Schützen-Verein eine ausgezeichnete VereinSgefchcch.e geschrieben, sondern auch der Allgemeinheit eine sehr bemerkenswerte Bereicherung au* der Siebener Siadt- geschichte zuteil werden lassen. Der außerordentlich fesselnd« Vortrag fand mit Recht starken Beifall, den der Vorsitzende Nicolau* in beredten Worten an den Vortragenden al* Dank de* Schützenverein* und der Bürgerschaft noch besonder* unterstrich. Der Schützen verein hat mit dieser Veranstaltung einen bedeutsamen Auftakt zu der für da* nächst« 2ahr geplanten groben Schützenfeier erlebt.
— Di« National-Sozialistische deutsche Arbeiter-Partei hatte auf vorigen vonntagnachmlttoa durch ihre Ortsgruppe Diesten eine öffentliche Versammlung in da* LasL Leib einberufen, di« von etwa 130 Personen besucht war. von denen ein grober Teck au* Frankfurt a. M stammte. Der Versammlungsleiter. Lehrer Ringshausen- Ofseirbach. wie* al* Leiter des Gaue* Hessen der Partei in seiner BegrübungSansprache aus die mancherlei Enttäuschungen unsere* Volke* in den letzten zehn Jahren hin und betonte, die National- Sozialistische deutsche Arbeiterpartei wolle da* Gewissen de* deutschen Dolle* sein und diesem neue politische Wege weisen. Daraus sprach Stadtverordneter Sprenger au* Frankfurt a. M. in etwa 1 »/»stündiger Rede über die politischen Erfahrungen de* letzten Jahrzehnt* und die Zeitfragen der Gegenwart. Der Redner behandelte zunächst die Austen Politik Strefemann*. mit der er nicht einverstanden ist. Stresemann gehöre *u den vielen schwankenden Gestalten des parlamentarischen System*, er hab« seine früheren Wahlparolen schlecht beherzigt. Daraus beschäftigte sich der Redner kritisch mit den verschiedenen Parteien, deren Haltung er ebenfalls nach jeder Richtung hin bemängelte. Das Zentrum bezeichnete er als eine irussell-Partei'. bte Deutschnationalen seien ..begierig wie die Stiere auf die Ministerposten", die Deutsche
Berliner Börse.
"Berlin, 18. April. (WTV. Funkspruch.) Nachdem sich an der gestrigen Abendbörs« schon auf allen Märkten eine weiter« teilweise kräftigere Erholung durchgeseyt hatte, sieht e* im heutigen Frühverkehr weiter freundlich au*. Kurse werden noch nicht genannt, doch ist man in den Bureau* eher fester gestimmt, da man annimmt, dah der heute erscheinend« Rcich*bank- auSwei* die von der Börse erwartete stärker« Entlastung bringeg wird.
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