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zettelnurdiebisherimReichrtagver- tretenen Partei« n kommen, daß aber für die­jenigen Wähler, die eine andere Partei wählen wollen, ein freier Raum mit Einzeichnungskreis auf jedem Wahlzettel vorbehalten bleibt. Diese Wahl­gesetzänderung kann natürlich nur noch zustande kommen, wenn der Reichstag noch fünf bis sechs Wochen zusammenbleibt und das Notpro­gramm erledigt.

Eine neue Bauernpartei.

Der Banernbundabgeordnete Lorsch löst sich von der deutschnationalen Fraktion.

Berlin. 17. Febr. (WB.) Die Reichstags- abgeordneten Döbrich, Dorsch und Hanse haben sich im Reichstag zu einer selbständigen Parteigruppe unter dem NamenEhristlich - Nationale Bauernpartei" zusammen- geschloffen. Der neu gegründeten Partei ist auch der deutfchvöllische Neichstagsabg. Weiden- Höfer zuzurechnen. Die Bildung dieser neuen selbständigen Parteigruppe vollzog sich in Form eines Besuches der drei deutschnationalen Reichs­tagsabgeordneten Dorsch. Hänsel und Döbrich bei dem Vorsitzenden der Deutschnationalen, dem Grafen Westarp. Die drei Abgeordneten waren übrigens nicht volle Mitglieder der deutschnationalen Fraktion, sondern sie gehörten ihr nur als Hospitanten an. Der Abgeord­nete Döbrich vertritt den Wahlkreis XII (Thü­ringen). während der Abgeordnete Dorsch- Wölfersheim bekanntlich im Wahlkreis Hessen-Darm st adt gewählt ist. Beide Ab­geordnete sind Landwirte von Beruf und a u f der Liste des Landbundes ursprünglich gewählt worden. 3n parlamentarischen Kreisen sieht man im allgemeinen in dieser Neugründung die Absicht, die bisher enge Verbindung zwischen den Landbundlisten und den Listen der Deutsch­nationalen Partei aufzulockern, ja sogar eine Bewegung, innerhalb der Bauernschaft der eine gewisse Tendenz gegen den Großgrundbesitz inncwohnt. Die Aktion der drei Abgeordneten, die zudem offiziell vom Reichslandbund mit­geteilt wird kann für die deutschnationale Frak­tion von grundsätzlicher Bedeutung werden, da sie die schon lange ungeklärte Frage, die oftmals zu Mißverständnissen Anlaß gegeben hat, wie Deutschnationale Volkspartei und Landbund zu­einander stehen, möglicherweise aufrollt.

Dr. Köhlers Vorbilanz.

Günstiger Stand der Reichseinnahmen

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 18. Febr. Der Reichsfinanzminister hat für den Januar und darüber hinaus für die ersten zehn Monate des laufenden Haushaltsjahres eine recht erfreuliche Bilanz ziehen können. Ium ersten Ma! ist in dem Jahre 1927/28 im Monat Januar die M i l l i a r d c n g re n ze überschritten worden. Es sind nicht weniger als 1008,1 Mill. Mk. vereinnahmt worden. Rechnet man noch die Ergeb­nisse der ersten zehn Monate zusammen, dann ist mit 7,3 Milliarden fast das Einnahmesoll des ganzen Etatsjahres, das 7,7 Milliar- den beträgt, erreicht. Ein Vergleich der Januar­einnahmen mit denen des Vormonats ergibt nahezu eine Verdoppelung, deren Bedeutung aller­dings erst auf das richtige Maß zurückgeschraubt wird, wenn man bedenkt, daß mit dem Beginn eines jeden Vierteljahres Vorauszahlungen für die Einkommen- und Körperfchaftsfteuer fällig sind und daß diesmal noch erhebliche Solleinnah­men, die bisher nicht berücksichtigt wurden, zur Verrechnung gelangten. Bei einem Abzug dieser Summen ergibt sich gegenüber dem Dezember ein wesentlicher Unterschied. Dennoch bleibt die Tat­sache bestehen, daß unser Steuerapparat in zehn Monaten bereits die Beträge aus unserer Wirtschaft herausgeholt hat, die für das ganze Haushaltsjahr in Rechnung gesetzt worden sind. Die Steuerzahler sind ihren Verpflichtungen nachgekommen, allerdings unter schwer st en Opfern und unter Verzicht auf jegliche Kapitalbildung, oft sogar erst nach Uebernahme neuer Schulden. Mag vom Standpunkt des Finanz­ministers die Zehnmonatebilanz als glänzender Er­folg angesehen werden, so läßt es sich doch nicht bestreiten, daß ein etwas mäßigeres Steuertempo das rasche Abgleiten der Kon- juntturkurve noch für einige Zeit aufgehalten hätte. Die Folgen dieser Steuerpolitik des Reiches, zu der noch die der Länder und Gemeinden tritt, drücken sich am besten in dem neuerlichen Nieder­gang unserer Wirtschaft aus.

ilm die Lusibarkeiisstener.

Eine Eingabe der Filmindustrie. Ein­wände des Städtebnndcs.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".

Berlin, 18. Febr. Die Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie hatte sich in einem Telegramm an den Reichskanzler gewandt, in dem sie die Herbeiführung eines Kabinettsbefchlusses fordert, damit die Frage der L u st b a r k e i t s st e u e r noch im gegenwär­tigen Reichstag vorgelegt werden könne. In der Begründung dieser Bitte heißt es, daß nach der Neuregelung dieser Frage vom Ende des JahreS 1926, nach der diese Steuer auf durch­schnittlich 15 Prozent festgesetzt worden sei. sich dennoch keine Besserungen für die Film­industrie erwieken hätten. Die Schaffung von Q u a l i t ä t s f i l m c n für Exportzwecke könne bei Bestand der Lustbarkeitssteuer nicht fort­gesetzt werden. Der Reichskanzler hat dieses Telegramm unverzüglich der zuständigen Stelle im Reichsfinonzministcrium Angewiesen und dabei um dringliche Erledigung gebeten. Es läßt iid) natürlich noch nicht absehen, nach welcher Richtung hin eine Entscheidung fallen wird, zumal der R e i ch s st ä d t e b u n d sich mit Ent­schiedenheit gegen den von der Filmindustrie propagierten Abbau der Kinosteuer wendet, die das Kernstück der gemeindlichen Ber- gnügungssteuer bildet und deren Ausfall nur durch Erhebung anderer Steuern aus­geglichen werden könne. Eine Not des Films könne nach Auffassung des RcichSstädtebunbes auch in Anbetracht der starken Zunahme der Lichtspieltheater und der Sitzplätze nicht aner­kannt werden. Auch würde, wie die Erfahrung gezeigt habe, eine weitere Steuerermäßigung weder dem Publikum noch der förderungswerten Kulturfilmproduktion 'zugute kommen. An Stelle eines Steuerabbaus wäre eine wirksame, den Kultur- und Lehrfilm mehr als bisher be­günstigende Staffelung her Steuersätze zu fordern.

Das Schicksal Südtirols.

Erklärungen des österreichischen Bundeskanzlers über die Rechtslage.

Wien, 17. Febr. (WB.) 2m Nationalrat gab Bundeskanzler Dr. Seipel eine aus­führliche Darstellung über die Sach- und Rechts­lage in Südtirol. 3n der Darstellung heißt es u. a.: Das Bundeskanzleramt hat in jedem einzelnen Falle die geeigneten Maßnahmen, so­weit sie jeweils möglich waren, ergriffen und wird auch in Zukunft bestrebt fein, die Rechte und Interessen der Oesterreicher in allen Teilen Italiens in gleicher Weise nachdrücklich zu wahren und zu schützen. Was die Rechtslage anbelangt, ist folgendes hervorzuheben:

1. Der Umstand, daß in der Mantelnote zum Staatsvertrag von St. Germain ausdrücklich auf die Erklärungen des damaligen italienischen Mi­nisterpräsidenten in der italienischen Kammer ü er die gegenüber den neuen italienischen Staats­bürger deutscher Nationalität in Aussicht ge­nommene liberale Politik hingewiesen wird, berechtigt die Bundesregierung gewiß, auf die Nichteinhaltung der in diesen Er­klärungen liegenden Zusagen zu ver­weisen. Denn dieser nachdrückliche Hinweis auf diese cteclarations trfcs nettes des Ministerpräsidenten ist von den alliierten und assortierten Haupt­mächten im Zusammenhang mit der Weigerung, eine Aenderung der Grenzen im Sinne der österreichischen Vorstellungen zu erheben, un­zweifelhaft aus dem Grunde erfolgt, die öster­reichische Friedensdelegation über das Schicksal der von ihrem Mutterlande getrennten Deutschen zu beruhigen. Dagegen kann nicht Übersehen wer­den, daß, solange ein allgemeiner Völkerrechts- grundsatz über die Rechte der nationalen Min­derheiten nicht anerkannt ist, Italien in der Lage ist, sich darauf zu berufen, daß es sich hier um eine Frage über die Behandlung italienischer Staatsangehöriger durch ihre eigene Regierung handelt.

Der zweite theoretisch mögliche Weg wäre, die Dölkerbundsversammlung unter Berufung auf Art. 19 der Satzung mit der Süd­tiroler Frage zu befassen. Dieser Weg ist derzeit wohl als ungangbar zu bezeichnen. Wir toilfen nämlich, daß von Italien das Heran- tragen dieser Frage an den Völkerbund als ein feindseliger A k t Oesterreichs betrachtet werden würde. Es erübrigt sich, noch auf die Möglichkeit einer Aenderung der geschilder­ten unbefriedigenden Rechtslage selbst einzu- gehen. Auch eine solche Möglichkeit besteht theo- retisch zu Recht. Die Bundesregierung könnte der Völkerbundsversammlung den Antrag vor­legen, die Bundesstaaten durch Beschluß aufzu­fordern, die in den Minderheitsschutz­verträgen enthaltenen Verpflich­tungen vertragsmäßig auf sich zu nehmen. Ein analoger Antrag einer nordischen Regierung ist aber vor zwei Jahren ergebnislos ge­bliebem Auch würde ein bloßer Beschluß _ der Versammlung, selbst wenn er zustande käme, für Italien nicht bindend sein, sondern hierzu bedürfte es einer internationalen Akte, z. B. eines Protokolls, das von Italien mit- unterzeichnet und ratifiziert werden müßte.

Unter den geschilderten Umständen halte ich es nicht für angezeigt, eine diplomatische Aktion zu unternehmen. Die Bundesregierung muh sich darauf beschränken, der italienischen Re­gierung in aller Aufrichtigkeit zu sagen, daß die von unseren Vorstellungen über kulturelle Minderheitsrechte weit entfernte Behand­lung der Deutschen südlich des Brenner sich der Entwicklung weitergehender freundschaftlicher und vertrauensvoller Beziehungen zwischen Oester­reich und Italien, die sonst so wünschenswert wären, als großes Hindernis in den Weg stellt.

Der Kranhprozeß.

Rechtsanwalt Frey übernimmt wieder die Verteidigung

Berlin, 17. Febr. (WB.) Der Angeklagte Paul Krantz hat an Rechtsanwalt Dr. Frey aus dem Krankenhause einen Brief geschrieben, in dem er den Rechtsanwalt bittet, die Ver­teidigung wieder aufzunehmen und weiter für seinen Freispruch zu kämpfen. Sein ganzes Vertrauen gehöre Dr. Frey. Heute nach­mittag fand zwischen Landgerichtsdirektor Dr. Dust und Rechtsanwalt Dr. Frey eine Be­sprechung statt, in der die Meinungsverschie­denheiten zwischen ihnen gütlich beigelegt! wurden. Dr. Frey hat daraufhin die Verteidigung des Angeklagten wieder übernommen. Nach der Feststellung des Gefundheitszustandes von Krantz, die morgen früh in Anwesenheit der Prozehbeteiligten im Augufte-Diktoria- Krankenhaus in Schöneberg vor sich geht, wird die Verhandlung, da Krantz nach Auskunft der Aerzte transport- und verhandlungs­fähig fein dürfte, in Moabit fortgesetzt werden, wo sich Dr. Dust und Dr. Frey in öffent­licher Sitzung in entsprechenden Erklärungen äußern werden. Hierauf werden die weiteren Sachverständigen ihr Urteil abgeben, so daß am Montag bei programmäßigem Verlauf des Prozesses die Plädoyers beginnen können.

Die SKttchtmigsverhandlungen in der mitteldeutschen Mtallindustrie.

Berlin, 17. Febr. (WB.) In dorn Lohnftrcit der mitteldeutschen Metallindustrie sind die Schllch- tungsoerl)anidlungen, die heute i-m Reichsarbeits- minifterium begonnen haben, auf Samstag ver­tagt worden. In den Verbandlungen erklärten die Vertreter der Arbeitgeber, daß sie unter kei­nen Umständen über Örn Dreipsennig-Schiedsspruch hinausgehen könnten, da bereits in großem Um­fange Aufträge rückgängig gemacht wor­den seien und eine weitergehende Lohnerhöhung von der Industrie nicht getragen werden könnte. Dem­gegenüber betonten die Arbeitnehmerver­treter, daß der Dreipfennig-Schiedsspruch in kei­nem Verhältnis zu der aufgestellten Forderung einer Lohnerhöhung um 15 Pfennige stände und auch keineswegs der inzwischen eingetretenen Teuerung der Lebensbedürfnisse ent­spreche.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 17. Febr. (VDZ.) Im Reichstag wird die zweite Beratung des Haushalts des Reichs- arbcitsministeriums beim KapitelSiedlungs- wesen" fortgesetzt. Abg. Rönneburg (Dem.) eine verständnisvolle Zusammenarbeit des Reiches und der Länder auf dem Gebiete des Siedlungs- wesens: das bisherige Ergebnis dieser Arbeit sei recht mager. In den letzten sieben Jahren sind jähr­lich nur5000Men scheu a>t gesiedelt wor­den, während in derselben Zeit allein die Provinz Ostpreußen 158 000 Menschen durch Abwande­rung verloren hat. Der Redner empfiehlt eine Entschließung, in der u. a. gefordert wird, eine wesentliche Verringerung der Preisspanne zwischen dem Ankaufspreis des Sirdlungslandes durch die Siedlungsgesellschaften und dem Abgabepreis, den diese von den einzelnen Siedlern fordern, weiter die Aufnahme einer Auslandanleihe zur Zinssenkung für die Siedlungskredite.

Es folgt die Beratung des Versorgungs- Wesens.

Abg. Pas fehl (Soz.) bedauert die langsame Erledigung der Versorgungsanträge durch die ärztlichen Dienststellen, und wendet sich gegen den Plan einer Auslösung der Versorgungsämter und gegen eine Übertragung ihrer Aufgaben auf die Finanzämter.

Abg Knoll (Ztr.) bezeichnet gleichfalls die Aufrechlerhaltung der Versorgungsämter als not­wendig. Die Heilbehandlung müs'e noch aus­gebaut werden.

Be? der nun folgenden Abstimmung wird der sozialdemokratische Antrag auf Bereitstellung von 5 Millionen für Zinsverbilligung bei Baudarlehen bei Landarbeitersiedlungen mit 198 gegen 164 bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Dec Etat des Reichsarbeitsministers wirb im we entlichen nach den Vorschlägen des Haus- haltsausschusies angenommen. Ein deutschnatio- nalcr Antrag, der in der Novelle zum Be - tricsrätegeseh den Etnfluß der Gewerk­schaften vermindern will, wird in namentlicher

Abstimmung mit 263 gegen 129 bei 3 Enthal­tungen abgelehnt.

Der vom Ausschuß eingebrachte Gesetzentwurf wird angenommen, wonach 10 Millionen zur Gewährung von Zwischenkrediten für Kleinteohnungsbauten ausgeworfenwer­den sollen.

Dis Freigabsbill im amerikanischen Senat.

Washington, 17. Febr. (WD.) Die Be­ratung der Freigabebill, die gestern vom Senat ausgenommen wurde, wurde durch eine Rede des Senators S m o o t eröffnet, in der er zu­nächst eindringlich darauf hinwieS, daß die Vor­lage nunmehr endlich erledigt werden müsse, damit die Ansprüche der amerikanischen Bürger gegen die deutsche Regierung befriedigt, und daß so lange zurückgehaltene deutsche Pri­vateigentum & u r ft cf g eg eben werden könne. Smoot führte folgende Zahlen an: Die Ansprüche amerikanischer Bürger be­tragen 191 700 000 Dollar, ungerechnet die For­derungen der Regierung der Vereinigten Staa­ten in Höhe von 62 200 000 Dollar, die die Fretgabebill zunächst unberücksichttgt läßt. Be­friedigt werden nach der Vorlage sofort die von der gemischten Kommission anerkannten Ent- schädigungsforderungenfürTod oder Körperverletzung von Amerikanern in 885 Fällen mit insgesamt 4 Millionen Dollar, ferner alle amerikanischen Ansprüche unter 100 000 Dollar in 3046 Fällen mit insgesamt 29 Millionen Dollar, schließlich bei Fällen, in denen über 100 000 Dollar zugebilligt wurden, zunächst 100 000, der Rest ratenweise. Es handelt sich hierbei um 178 Fälle, von denen 16 noch unentschieden sind und um insgesamt etwa 158 Millionen Dollar. Diese Beträge dürsten b i s zum 1. September 1928 ausgezahlt sein. Die Vorlage fordert den Präsidenten auf, mit der deutschen Regierung über die Zulassung von verspätet angemeldeten An­sprüchen zu verhandeln. Es sind insgesamt etwa 5000 Fälle, in denen eine Nachfrist bis ; zum 1. 3uli 1928 gewährt werden soll.

Das deutsche Privateigentum, das auf 200 Millionen Dollar geschätzt wird, soll bis auf 20 Prozent oder 40 Millionen Dollar sofort zu­rückgegeben werden. Bei Ansprüchen unter 2000 Dollar soll kein Abzug gemacht werden. Die Ansprüche der deutschen Reedereien und Pa- tentitzhaber sollen von einem amerikanischen Schiedsrichter festgestellt und bis zur Gesamthöhe von 100 Millionen Dollar befriedigt werden. Hier­von werden zunächst nur 50 Prozent der zugebillig­ten Beträge ausbezahlt, berJRcft ratenweise. Be­dingung ist ferner, daß die Schiffe tatsächlich nur als Handelsschiffe, nicht als Hilfskreuzer verwendet wurden. Der zur Zahlung dieser 50 Pro­zent erforderliche Betrag von 50 Millionen Dollar soll vom Schatzamt bereitgefteüt werden. Falls die Vorlage, die morgen weiter beraten wird, angenom­men wird, werden nach obiger Berechnung zunächst etwa 210 Millionen Dollar oder über 800 Millionen Goldmark an deutsche Berechtigte zurückerstattet.

Die Debatte über die Freigabebill erlitt nach Be­endigung der Rede des Senators Smoot, der ver­schiedene Fragen anderer Senatoren beantwortete, eine längere Unterbrechung. Senator Smoot rechnet damit, daß man erst Samstag oder Montag zur Ab­stimmung gelangt, obwohl andere dringende Gesetz­entwürfe nicht vorliegen, kann den Zeitpunkt der Abstimmung im gegenwärtigen Stadium niemand voraussagen.

Aus aller Wett.

Unwetter und Hochwasser im Vogtlande.

Infolge der gewaltigen Regengüsse der letzten Zeit und des Witterungsumschlages ist die El­ster rasch gestiegen, wodurch be onders das gewaltige Werk der Elster-Regulierung bei Chrieschwitz jum sechsten Male vom Hoch­wasser heimgesucht wird. Die Gewalt der Wasserfluten ist so stark, daß die Tank- dämme in zwei Teile von 15 und 40 Meter Breite ze r r i s s e n wurden und die Elster sich nun einen Weg in das neue, noch nicht fertig- gestellte Bett sucht. Der Schaden ist sehr groß. In der nächsten Umgebung hat der Sturm derart gewütet, daß die Waldungen zum Teil ein Trümmerfeld bilden. Bet Jockel- brach ein fünf Meter hoher Schornstein auf einem Dache zusammen und richtete schwerrn Schaden an.

Bierabend beim Reichspräsidenten.

Der Reichspräsident hatte zu einem Bierabend geladen. Es waren u. a. erschienen die in Berlin weilenden Aeichsminister und preußischen Staats­minister, das Präsidium des preußischen Land­tags, die Mitglieder des vorläufigen Reichs­wirtschaftsrats und des preußischen Staaisrats, die Staatssekretäre des Reichs und von Preußen, höhere Offiziere des Reichsheeres und der Reichs­marine, die Ministerialdirektoren der obersten Reichsbehörde, Vertreter von Spitzenorganisatio- nen sowie führende Persönlichkeiten aus Handel. Industrie, Wissenschaft und Kunst.

Heber 7000 Mark Lohugelder geraubt.

In Ternburg (Saale) wurde auf der vor der Stadt gelegenen Aue ein Raubüberfall ver­übt. Der Meister der Deutschen Solvay. Werke trug gerade die Lohngelder nach dem ihm unterstellten Steinbruch. Plötzlich trat ein hinter einem Pfeiler versteckter Mann vor ihn hin und drückte einen Revolver ab. Der Meister wurde glücklicherweise nur an der Wange verletzt, taumelte aber und. ließ dabei die Aktentasche mit 7000 Mark Lohngeldern fal­len. Der Täter lief, nachdem er die Tasche an sich genommen hatte, der Stadt zu, wurde noch eine Strecke lang von dem Meister verfolgt, konnte dann aber unerkannt entkommen.

Der hochwasserdieufi am Rhein eröffnet.

Die Rheinstrombauverwaltung teilt amtlich mit, daß der Hochwasserdienst eröffnet worden ist. Für Koblenz, das Freitag früh einenWasser- stand von 5,15 hatte, wird für Samstag ein Pegelstand von 6 Meter erwartet. Die unter­wegs befindlichen Hochwasserwellen des Mains und der Mosel werden für den Mittel- und Niederrhein nur ein langsames Steigen bringen. Fröste auf den Höhen be­dingen ein weiteres Abfallen der seitlichen Zu­flüsse des Rheins, abgesehen von dem rheinisch- toestfälischen Bergland, das erneut überregnet tft

Wegen betrügerischen Bankrotts verhaftet.

3n München wurden die Inhaber eines Me- tallhüttenteerles wegen betrügerischen Bankrotts und Betruges festgenommen. Die Firma inserierte im Jahre 1927, obwohl schon läng ft ko n- kursreif, in einer außerbayerischen Tages- zeitung die Begebung von Betriebs­kapital an einwandfreie Unternehmungen gegen Vergabe von Akzepten in gleicher Höhe. Durch unbefugte Verwertung dieser Akzepte ohne Hingabe der versprochenen Darlehen wurde eine Anzahl Firmen und Banken um hohe Summen geschädigt. Die Passiven sollen die Akttven um mehr als eine Million Mark übersteigen.

Grohseuer im Westerwald.

In Ellar brach in einer Scheune ein Brand aus, der durch den starken Sturm sich bald auf zwei benachbarte massive Scheunen aus- dehnte. Nach angestrengter Tätigkeit der auf den Brandplatz herbeigeeilten elf Nachbarwehren gelang es, das Feuer, durch das ein Teil des Dorfes selb st stark bedroht war, auf seinen Herd zu beschränken. Mit den drei Scheunen, die fast vollständig niedergebrannt sind, wurden sämtliche (Srntejörrcäte ein ^Raub der Flammen.

Die Wetterlage.

Freitag, den 17Februar 1QZ&

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LrscLLervorauksagc.

Im Bereich hohen Druckes hat bereits Bewöl­kungsabnahme eingesetzt. Dabei gingen die Tempe­raturen weiter zurück, jedoch nicht unter den Gefrier­punkt. Nur vorübergehend wird der Hochdruckein- fluß standhalten, denn das neue lief, das sich im Raume von Island ausaebreitet hat, wird auch wie­der Einfluß auf unsere Wetterlage gewinnen. Wahrscheinlich dürfte im Laufe des morgigen Nach­mittags wieder stärkere Bewölkung aufziehen und erneute Warmluft wird unter Temperaturanstieg später Niederschläge bringen.

Wettervoraussage für Sonntag: Wollig mit Aufheiterung, trocken, später Dewöllungszunahme. milder und Neigung zu Niederschlägen. '

WitterungSaussichlen für Montag: Zeitweise trübes und regnerisches Wetter, milder.

Lufttemperaturen am 17. Februar: mittags 6 Grad Eelsius, abends 1,3 Grad Celsius: am 18. bruar; morgens 2,3 Grad Celsius. Maximum 9,6 Grad Celsius, Minimum 0,4 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 17. Februar: abends 4,8 Grad Celsius: am 18. Februar: morgens 2,7 Grad Celsius. Niederschläge: 4,9 Millimeter.- Sonnenscheindauer: 2 Stunden.

Wintersport im Hogclsberg jHoherodskopfsi

Wind: Nordwest: Wetter: dunstig: Schneehöhe: 18 Zentimeter: Beschaffenheit: pulverförmig und ver­weht: Temperatur:4 Grad Celsius: Sportmöglich' feit: gut.