Domfest in Mainz
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Süden
(Fortsetzung folgt)
Sie da nicht tiefer in den ich brauche Wechsel. Nie
„Warum sind gezogen?"
„Nein, nein,
auch gemeinsame Schädlingsbekämpfung in Anspruch genommen worden sei. 3n der gemeinsamen Versammlung der D ü n g e r - u nd A der bau- abteilung unter Vorsitz von Schurig Zeestow wurde Geheimer Forstrat Professor, Vater- Tharandt zum Ehrenmitglied der Dungerabtei- lung ernannt Geh. Reg.-Rat Pro,es or Dr. Falke-Leipzig sprach über .Pf-ege und Düngung von Höhenw.een und -werden Heber neuzeitliche Maßnahmen zur Forderung des Tabakbaues berichtete der Abtei ungsvor- vorsteher der Badischen Landwirt, chaftskammer in Karlsruhe. Ofer'andwirtschaftsrat M e i s- n e r, wobei er aus die geschichtliche Bedeutung Heidelbergs für den deutschen Tabakbau hrn- wies Hier sind nämlich bereits rm Sabre 1598 Tabakanbauversuche vorgenommen worben. Bei Erzeugung von guten Qualitäten und ueritcncmu- voller Zusammenarbeit aller beteiligten K:ei e werde auch der deutsche Tabakbau gute Aus- sichten haben.
teien. r „
Im Namen der Kunst sprach Profesior Dr. Kautsch (Frankfurta.M.). Er zeigte, daß sich in den verschiedenen Formen des Mainzer Domes die Geschichte der Baukunst in den einzelnen Jahrhunderten widerspiegelt, und legte dar, daß die von den verschiedenen Zeiten aufgeführten Bauwerke nicht nur einen Wandel der Formen in den betreffenden Zeitperioden zeigten, sondern jeweils auch Zeugen eines besonderen Verhältnisses zur Welt, einer besonderen Religiosität sind. So ist der Mainzer Dom nicht nur ein gewaltiges Denkmal in der Geschichte der künstlerischen Form, sondern zugleich ein mächtiger Zeuge des religiösen Lebens im Mittelalter.
Hierauf ergriff Staatsminister Kirnberger das Wort zur Festrede, in der er die Schönheit des Domes feierte und seine Bedeutung als Shmbbl des menschlichen Lebens unterstrich. Gebe Seil, so führte er aus, hat ihren Sinn: aber ganz verstehen können wir ihn nur, wenn wir im Geiste den Weg nochmals gehen, den -die Geschichte gegangen ist. Wer den Dom betritt und die Denkmäler geschichtskundig betrachtet, der muh erfüllt werden von dem Bewußtsein der Verbundenheit der aufeinanderfolgenden Geschlechter. Die Zeit, in der das religiöse Leben allen anderen Lebensgebieten gegenüber den Vorrang hatte, ist vergangen. Die Einheitlichkeit hat einer Differenziertheit Platz gemacht. Wir haben nicht nur religiöse Spaltungen erlebt, sondern nach und nach haben sich alle Lebensgebiete, Staat, Wirtschaft. Kultur, aus den gewohnten Zusammenhängen losgelöst. So steht auch di« Religion heute für sich allein und muß kämpfen um ihren Platz. An dem Rettungswerk des Mainzer Domes hat sich aber nicht nur jener Volksteil beteiligt, dem der Dom in engerem Sinne gehört, sondern das ganze deutsche Volk ohne Unterschied der Konfession. Das soll uns ein Beweis sein und ein Symbol, daß wir nie an der unzerstörbaren Gemeinschaft aller Deutschen zweifeln. Wir wollen vielmehr immer in unserer deutschen Rot den Blick erheben zu jenem schonen und ehrfurchtgebietenden Zeugen deutscher Einheit. Als zweites steht der Mainzer Dom in deutschen Landen, am deutschen Rhein erstanden, von heimischen Baumeistern erbaut, vor uns als Zeuge und Wächter deutschen Geistes und deutscher Sitte. Ein drittes noch soll er uns künden: Wie das Gottesreich echter Frömmigkeit keine nationalen Grenzen kennt, so soll er auch ein Wahrzeichen des wiedererwachenden, völkerverbin- de ndenund völkerversöhnenden Geistes sein. Auch hierfür war die Grundlage wankend geworden. Möge der Dom und die heutige Feier uns für ihre Erneuerung und
WSR. Mainz, 16. Oft. Gestern abend nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlte der West- türm im Licht der S ch e i n w e r f e r. Die Schönheit der architektonischen Formen des reich aut Fahnen und Wimpeln geschmückten Baues hob sich prächtig gegen den dunklen Rachthimmel ab und hinterließ einen unvergeßlichen Eindruck. Gegen 9 Uhr abends zogen in endloser Reihe d.e kathv'ischen Der.ine und Stabentenkorpora tonen mit Fackeln und Lampions nach dem Guten- bergplah. wo eine S e r e n a d e stattfand, bei der Oberbürgermeister Dr. K ü I b namens der Stadt Mainz die Ehrengäste, an ihrer Spitze Runtius P a c e l l i. Reichsminister von G u e r a r b, Staatspräsident Adelung und Finanzmintster Kirnberger, begrüßte. Auch hier dankte Run- tius Pacelli mit herzlichen Waren, die, von einer Lautsprecheranlage über den Platz Eingetragen, bei der dichtgedrängten Menschenmenge ein begeistertes Echo fanden.
3m Mittelpunkt der Festlichkeiten stand
die Weihe der Altäre
und das von Runtius Pacelli gehaltene Pontifikalamt. Hm 10 Hhr zogen die Kirchenfürsten in feierlichem Zuge unter dem Ehrengeleite der Vereine in den Dom ein. Wieder bildeten Tausende Spalier in den festlich geschmückten Straßen. Beim Einzug spielte das Domorchester die Bonifatiushymne von Frankenberg. Der Erzbischof von Freiburg und die Dichvfe von Fulda, Limburg. Speyer, Trier und Rottenburg, der französische Armeebischof und die Aebte von Maria-Laach. Metten und Ma- rienstadt nahmen zu beiden Seiten des Altares Platz. Als Vertreter der Reichsregierung wohnte dem Gottesdienste der Reichsminister für die besetzten Gebiete v. G u 6 r a r d bei, für die hessische Regierung Minister Dr. Kirnberger, sowie der hessische Gesandte in Berlin, Dr. Ruß. der Reichskommissar für die besetzten Gebiete Freiherr Langwerth v. Simmern, Graf Adelmann, Provinzialdirektor Hfingerund Oberbürgermeister Külb bei. Ferner erblickte man eine große Anzahl von Landtagsabgeordneten und höheren Beamten des Staates und der Stadtverwaltung. Die studentischen Körperschaften hatten in vollem Wichs auf den Stufen -um Westchor und die Deputationen der Vereine an den Seiten des Mittelschiffes Aufstellung genommen. Die weiten Hallen des großen Domes selbst waren von einer unzählbaren Menge dicht besetzt. Der Gottesdienst, der durch Sn» strumentalmusik des Domchores verschönt wurde, schloß mit einem Te Deum. Die Kirchen fürsten wurden sodann wieder ins bischöfliche Palais zurückgeleitet.
Am Rachmittag versammelten sich die geistlichen und weltlichen Festgäste im Akademiesaal des Kurfürstlichen Stosses zu einer
akademischen Feier.
Domdekan May begrüßte die Erschienenen und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß heute ein Werk vollendet sei, um das wir seit Sahren gebangt und gesorgt haben. Er begrüßte insbesondere den Vertreter So. Heiligkeit desPapstes, Runtius P a c e l l i, die Bischöfe, an ihrer Spitze
Geld W vom Himmel
Vornan von paul Enderling.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin.
Dlinsky setzte sich auf einen Stuhl, der am Bett stand, blickte den Daliegenden eine Weile prüfend an upd sagte bann, wie enttäuscht: „Er ist es nicht"
„’Rein", antwortete der andere schnell. ,Zch bin es nicht."
„Was sind sie nicht?"
„Wahrscheinlich nicht der, den Sie suchen", antwortete der Kranke, der sich sichtbar zur Haltung zwang. „Wie kommen Sie übrigens dazu, hier einzudringen? Wissen Sie nicht, daß das strafbar ist?"
Blinsky hatte feine Worte gar nicht gehört. „Sie sind Herr Dekepper, nicht wahr?"
Der andere nickte.
„Und Sie liegen im Bett? Seit wann?"
Dekepper richtete sich jäh auf. „Der Satan soll mich beißen, wenn ich Ihnen Rechenschaft schuldig bin. Wer sind Sie überhaupt?"
„Bleiben Sie ruhig im Bett", befahl Blinsky streng. Er beugte sich dicht über Dekepper und sagte langsam: „Wer ich bin? Das ist sehr schnell gesagt. Ich bin der Verwalter des Geldes."
„Des Geldes?" stammelte Dekepper. „Des Geldes? Sind Sie verrückt? Don welchem Geld reden Sie?"
„Don dem in der Obern Flußstraße gestohlenen oder geraubten Geld — wie Sie wollen."
Dekepper versuchte zu lachen, aber er gab den Versuch bald auf. Er faßte an seine Backe und jammerte: „Mein Zahn ... Sie sollten mir einen Zahnarzt holen ...
Blinsky lieh ihn nicht aus den Augen. „Ich werde statt besten lieber die Polizei holen."
Dekepper zuckte zusammen. Aber plötzlich schrie er den Einbringung an, dröhnend und gar nicht wie ein Kranker: „Scheren Sie sich hinaus. Sie sind ... Mitten im Satz war er aus dem Bett. Ader ehe er sich aufrichten konnte, hatte Blinsky ihn an der Brust gepackt. „Wo steckt das Gelb/
„Bebaure, das gnädige Fräulein ist nicht zu Hause", sagte der Diener. Er hielt die Hand an der Türklinke, als wolle er dem Besucher den Eingang versperren.
Grotteck wollte ärgerlich umkehren, als eine tiefe Stimme herabgrollte: „Aber ich bin da."
Er blickte empor. Ueber das Geländer des Balkons beugte sich die massige Gestalt Brodersens.
„Darf ich kommen?" fragte er mit lebhaftem Gruß.
Braderfen schwieg einen Augenblick, als wolle er sich erst vergegenwärtigen, wer der Besuch war. | „Herzlich willkommen!" donnerte er dann herunter.
den Erzbischof von Freiburg, ReichSmimster von Gusrard. Staatspräsident Adelung usw. Er streifte dann kurz die Geschichte der Mainzer Kathedrale, die eng mit der Geschichte des deutschen Volkes verbunden sei, bis auf den heutigen Tag.
RamenS des hessischen Staates sprach Staatspräsident Adelung Worte herzlicher ‘Begrünung und brachte die tiefe Anteilnahme der hessischen Regierung und des ganzen Hessenlandes an der Wiederherstellung des wundersamen Bau- denkmals zum Ausdruck. Aus uraltem deutschen Kulturboden stehend, so führte er aus, angesichts der stolzen Zeugen der Vergangenheit, unter dem Eindruck der ernsten, ernsten Gegenwart, die ge- rate ter Stadt Mainz und dem Hessenlande ihren Stempel auf das tiefste aufdrückt, find wir im Innersten bewegt von der Bedeutung des Tages, an dem der Wllle des ganzen deutschen Volkes o klar zum Ausdruck kommt, seine Kulturguter auch in schwerster Zeit zu erhallen. Gemeinsam sind die Gefühle, die heute alle Volkskreise bewegen und diese Gemeinsamkeit führt uns die innere Verbundenheit unseres gesamten Volkstums vor Augen, zeigt uns, wie wir uns über die Rot und die Gegensätze des Alltags erheben können in Liebe zur deutschen Kulturgemeinscha-ft,
zur deutschen Ration.
Als Vertreter ber Reichsregierung sprach der Reichsminister für bie besetzten Gebiete, von G u 6 r a r b. Der beutschen Reichsregierung, bes Deutschen Reichs unb bes gesamten beutschen Volkes herzlichste Glückwünsche heute entbieten zu können, bas ist mir eine liebe Ausgabe. Trotz ber Not ber Zeit hat auch bie Reichsregierung es für ihre vornehmste Aufgabe gehalten, beizutragen zur Wieberherstellung bes Domes, beizusteuern zur Erhaltung dieses uns von unseren Vätern überkommenen hehren beutschen Kunstwerks, besten religiöse unb geschichtliche Bebeutung weit hinausgeht über bie Mauern dieser Stabt Don Mainz ist in alter Zeit bas Christentum weit hinausgetragen worben in bie deutschen Lande. Für Jahrhunderte war der Mainzer Erzbischof der erste der deutschen Fürsten, des Reiches Erzkanzler. Ströme geistigen Lebens sind immer hinausgezogen von dieser Stadt. Ich erinnere nur an Ketteler, ben Grünber einer neuen sozialen Zeit. Die Geschicke ber Stabt Mainz wie bie bes Domes waren immer verbunden mit dem Geschick des Deutschen Reiches. Das hat sich gezeigt dis in die neueste Zett, die Zeit ber Not, wo keine Stabt bie Wirkung dieser ^Rot mehr verspürt hat als Mainz. Der Minister erinnerte daran, daß gemeinsame Arbeit ben Dom wieder gefestigt habe. So könne auch nur einträchtiges Zusammenwirken dem Deutschen Reich wieder eine bessere Zukunft sichern. Möge der entfesselte Dom ein Wahrzeichen sein und der Verkünder einer freien deutschen Zukunft.
Hierauf sprach der Erzbischof von Freiburg seine Freude über bie gelöste Aufgabe aus und knüpfte ben Wunsch baran, ber roieberbefeftigte Dom, bei dessen Sicherung Staat unb Kirche, Reich unb Volk einträchtig zusammenarbeiteten, möge ein Wahrzeichen fein bafür, daß auch in Zukunft bie beiten Gewalten Kirche unb Staat zum Wohle des Volkes jebe in ihrem Bereich felbftänbig unb in ben Grenzgebieten mit einigenbem Opferwillen selbstlos zusammenftehen mögen.
ger Dom vor dem oroyenoen uiue sei. Mit boppelter Liebe hänge ber ----
an ihm, um ben er solange gebangt habe streifte kurz bie tausenbjährige Geschichte dieses Bauwerks. Er feierte ben Dom als ben Ausbruck bes Gemeinschaftsgebankens ber Deutschen aller Stämme und Stände, aller Konfessionen und Par-
, ist die
Sonne so schön, als wenn sie nach einem Winter voll Schnee und Kälte einem wieder auf den Pelz brennt Das ist Lebenskunst, mein lieber junger Freund: bie Veränberung erhält frisch. Alles treibende Element beruht auf dem Wechsel, auf dem Rhythmus. Ohne chn keine rechte Melodie. Das werden Sie mir bestätigen können."
Im Anschluß daran gab Oberbürgermeister Dr. Külb dem Stelze der Stabt Mainz in begeisterten Worten Ausdruck, daß ihr herrlicher, altehrwürdi- ier Dom vor dem drohenden Untergang gerettet Pi Mit hnnnelter Liebe hänge ber Mainaer jetzt . Auch er
„Schießen? Nein. Man macht heutzutage so was ohne Lärm. Sehen Sie hier bas kleine Instrument? Es sieht wie ein Thermometer aus, nicht wahr? Aber es ist ein Inbikator."
„Indikator?" stotterte ber andre.
„Ja, ein Druck auf diesen kleinen Knopf genügt, um Sie durch einen elektrischen Schlag, einen kleinen Blitzschlag, für eine Welle unschädlich zu machen. Eine russische Ersindung. Na, wir werben sie hoffentlich nicht brauchen. Setzen Sie sich boch! Es plaubert sich bann angenehmer."
Dekepper nahm gehorsam Platz. „Ich schwöre Ihnen, baß ich nichts weiß. Ich hab« das Gelb nicht, von bem sie ba reden."
„Aber ber untere hat es, wie? Der, dem Sie es gaben, wie? Der große Unbekannte, wie?"
Bei jedem „Wie? zuckte Dekepper zusammen. Er faßte an feine Backe. „Geben Sie mir wenigstens meine Zahntropfen drüben."
„Bitte, bedienen sie sich selber."
Dekepper schlich mit kläglichem Gesicht zum Tisch, nahm das kleine etikettierte Fläschchen unb entkorkte es. Mit zitternder Hand füllte er einige Tropfen in einen ÄaffelöffeL
Als er bemerkte, bah fein Besucher ein Stuck frischer Tapete aufmerksam musterte, warf er sich auf ihn. Seine Faust schlug schwer auf den Kopf bes Quälers.
Blinsky glitt vom Stuhl, riß sich mietet auf unb brückte an bem kleinen Instrument.
Dekepper, ber zur Tür flüchtete, blieb plötzlich stehen. Seine Arme flogen in bie Höhe, ber Körper krümmte sich unb sank in sich zusammen wie ein leerer Sack.
Der Angegriffene versuchte sich vergebens loszu- reißen. „Ich weiß nichts", stöhnte er, mit einem präsenten Blick bie Entfernung zur Tür messenb.
„Versuchen Sie nicht zu entfliehen. Draußen tehen anbre. Es ist hier nicht wie im Mauer- gang."
„Ich will ja gar nicht bavonlaufen.
„Um so besser. Hören Sie mal ruhig zu. Es ist Gelb geraubt worben, unb Sie sollen uns wieder dazu verhelfen. Uns, sage ich. Denn bas Gelb gehört nicht mir, aber ich bin bafür verantwortlich. Es gehört einer großen Macht, verstehen Sie? Unb das ist bas Schlimme baran", wiederholte er drohend. „Das ist das Schlimme daran."
„Ich verstehe", murmelte Dekepper, ihn verständnislos anblickend.
„Gut. Wir kommen uns also schon etwas näher. Ihre Ausgabe ist nur, das Gelb wiederzubeschaffen. Ich sichere Ihnen Straffreiheit zu. Es wirb keine Anzeige gemacht werden. Wir werten sogar nicht einmal genau nachzählen. Nun?"
„Ich weiß nicht, was Sie wollen ..."
„Ueberkgen Sie sich alles ruhig. Wir haben ja Zeit."
„Ich könnte Gelb gut brauchen", klagte Dekepper. „Ich bin ein armer Mann. Verarmt, mein Herr. Ich war nicht immer so schlecht bran. Abgebaut unb all mein Gelb auf ter Sparkasse ..."
„Ganz recht. In ber Nähe ter Sparkasse geschah es. In Der Obern Flußstraße, nicht wahr?"
„Obere Flußstraße?"
„Es ist nicht weit von hier. Gar nicht weit, wenn man Auto fährt — unb bas taten sie ja wohl nachher, wie?"
Dekeppers Augen irrten im Zimmer umher, und Blinsky folgte ihm mit den Augen aufmerksam. Als sie an bem eifernen Ofen hängenblieben, fragte er: „Ist es ba bnnnen?"
„Sehen Sie boch selber nach."
„Also dort nicht? Gut. Aber wo sonst?"
Dekepper sprang einen Schritt zurück. .Wenn Sie nicht sofort gehen, schreie ich die Nachbarn zusammen."
„Tun Sie das nicht. Ich warne Sie." Er öffnete seinen Mantel.
„Wollen Sie mich morden?" Dekepper ging, die Hände ängstlich vor sich streckend, bis ans Fenster zurück.
Festigung Bürge sein.
Am Schluß brachte der Bischof von Mainz, Dr. Ludwig Maria Hugo, die ®e* fühle seines Dankes gegenüber allen denen zum Ausdruck, die im dem Gelingen des großen Werk^ mitgewirkt haben. Mit besonderem Danke gedachte er der tröstlichen Versicherung, die ihm bei der Einleitung des Hnterneymens im Reichsfinanzministerium in Berlin geworden sei, wo man ihm versichert habe: Geyen Sie ruhig nach Hause, wir werden den Mainzer Dom nicht versinken lassen. Er dankte den Führern des Werks, Professor Ruth. Professor Meißner. Charitas-Direktov Strempel u. a. für die selbstlos geleistete Arbeit, und richtete besondere Worcke der Mahnung cm die Jugend, nie die Wahrheit des Wortes zu vergessen: Wenn wir mit allen Kräften streben, wird Gott uns geben, was wir wollen.
Gesangsvorträge des Mainzer Domchoves eröffneten und schlossen die Feier.
Heute abend fand in der festlich geschmückten Stadthalle die
Jestversammlung
statt. Das Wappen des Runtius erstrahlte über dem Podium im Lichterglanz. Der Versammlung wohnten neben dem apostolischen RuntiuS
„Herzlich, wie immer Herr Baron, ober wie man Sie anreten soll. Kommen Sie unb leisten Sie einem alten Mann Gesellschaft. Sie tun ein gutes Werk."
Der Diener riß bie Tür auf.
„Na also", meinte Grotteck lächelnd. „Warum nicht gleich?" Er warf ihm Hut und Mantel zu unb ging bie Treppe empor.
Oben an ber Tür stand Si. Ihre Hunteaugen blickten ihn groß an. Aber sie schienen ih* nf au prüfen. Sie sahen durch ihn hindurch,^ über ihn hinweg.
„Guten Tag, Si!" Er dachte an Surrmanns Schwärmerei unb nickte ihr vertraut zu. Sie neigte sich mit einer feierlidjen Gebürte unb huschte davon, ihm den Weg zeigend. Ob sie wohl sprechen kann, dachte er.
Brotersen saß an einem Teetisch, ter für zwei gedeckt war. Es schien Grotteck als ein Zeichen dafür, baß Inge erwartet mürbe.
„Nehmen Sie Platz, junger Freund, und entschul- dlgen Sie, daß ich Ihnen nicht entgegenkam. Alte Leute haben ihre Eigenheiten." Mtt dröhnendem Lachen preßte er ©rottetfs Hand.
Trotz der Freundlichkeit des alten Herrn fühlte sich Grotteck bedrückt. Was sollte er mit ihm sprechen? Das einzige Thema, an bem ihm lag, durste hier nicht berührt werden — das fühlte er.
„Herrlich wohnen Sie hier", begann er endlich
den ten fristgebundenen und den verschiebbaren, gestatt.'n die letzteren am ehesten em: Mechamfre- runa. 3n tr2t öffentlichen Versammlung jur gor- Gerung der Dienenzucht behandle Dr. Eve n i u s ° Stettin die Frage: »Wie ist es möglich einen Bezirk faulbrutfrer zu machens 3n ter TVHnmmluna der O bst - und V) e i n b a u • ?bteUung stelle Lantesinsxek.or Pfeiffer- Darms' -- » t in Kinern »ertrag üte .D-t-t-bs- mir f-bat siche Fragen des lanbwiin.cha t ichen Obstbaues" >st. daß ein Uebergang zu geschlossenen Pflanzungen und zur Ausführung der wichtigsten Baumpfleaearteiten durch Baumwarter- kolonnen auch für die klemm und mi tleren Betriebe in Zukunft unerläßlich sei. Der jtocite Berichterstatter, Prof. Dr. Beckmann-Bonn, äußerte sich besonders über tee verschiedenen Zweige des Ausland- unb Jnlandobsthandels. Sn ter Aussprache teilte S ch e p p - Hertelberg mit, daß von der Stadt Heidelberg em Zusammenschluß ter Obst- und Gemüsezüchter erreicht unb |
Er hoste, der Erste Minister werte nicht an- ' nehmen, daß wir, möge bas wünschenswert fein ober nicht, irgendeine Verpachtung hatten, Köln zu räumen. Nach seiner Meinung sei Deutschland nicht nur ein säumiger Schuldner, sondern auch ein betrügerischer Schuldner, und er glaube, daß ber Dawessche Bericht btefe Behauptung bestätigen werbe. (Unterhaus, 5. August 1924.) , ...
Für jeden Deutschen ist es nützlich, S" wissen, wie ter Mann über uns benft, den Herr Baldwin 1922 als Unterstaatssekretär des Auswärtigen in fein Kabinett berief unb bem er neuerdings bie Leitung der auswärtigen Politik anvertraut hat.
Herbstlagung der Deutschen Landwirtschastsgesellschast.
WSR. Heidelb-erg. 15. Ott. Die Herbst- tagung der Deutschen Landwirt, schaftsgesellschast brachte m ten letzten Tagen ber vorigen Woche 21 Ausschuß - sihungen, die bei starker Dekelligung zu wichtigen Ergebnissen auf ten verschieden«ten Gebieten führten. Vier Sitzungen galten dem Weinbau, ter Rebenzüchtung, Rebcndungung und Rebenveredlung. Die Arbeitsgemeinschaft ces Sonderausschusses für 2te^zuchtung setz e tee Vorarbeiten für eine einheitliche Zachtbuchfuh- rung sowohl für K onen, tote für Sämlinge fort. Für die Anerkennung von Rebenschmtlh) z wurde eine voraufgegangene mehrjährige Selektion zur Dedingung gemacht. Auch bie Ergebnis^ der Reblaus-Anfä.ligteitsuntersuchuncen m ten st aal- liefen Retenprüfstecken Iphv en und ^ngel.mgen fanden starke Beachtung. Fragen ter Futterpflanzenzüchtung fanden eme ihrer De teutung entsprechende Würdigung, unb Swar auch vom Standpunkt ter Ausbildung ter Jauern ißfinc. Absahfragen unter dem Gesichtspunkt ter bäuerlichen Wirtscha t Beratung sp el en erne große Rolle und bildeten im Sonderausschuß für ten landwirtschaftlich-tQhnischen RuMunk, der sich für schnellste Bekanntgabe ter Marktpreis durch ten Rundfunk einsetzte, einen beteurenten Derhandlungsgegenstand. H. a. seien noch die Bestrebungen c rwähnt, das Zuchtziel beim Höhenfleckvieh einheitlicher zu gestalten. Cs ist ferner die Herausgabe eines gedruckten Rinderleistungsbuchs in Aussicht genommen. Der Untersuchungsausschuß für Schwei ne- leistungsprufungen befaßte sich mit den vorliegenten Entwürfen von Leitsätzen für die Durchführung d'.eser Olufgate. 3n ter Sitzung des Sonterausschus'eZ für bie Wertestelle tourte die Beschickung der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Mexiko in Aussicht genommen. Eine toichttee weitere Frage der Landarbeitsforschung to rte m ver,: ie- tenen Ausschüssen beraten und hierbei die We ter- enlwicklung der arbeitspstchrlogi chen #orfd)un» qen in Pommrih erörtert. Der Sonderausschuß für Sortenversuche stellte einen Plan der Prüfungsringe für verschiedene Fruchtarten auf und beschäftigte sich besonders mit den Ausgaben ter D. L. G. auf dem Gebiete des Kartoffel- sortenversuchswesens.
Am Sonntag begann die Reihe der öffentlichen Dorträge mit ter gemeinsamen Versammlung ter Dünger- und Ackerbauabteilung. ES folgten die Versammlungen der Gerateabteilung der Obst- und Weinbauabteilung unb me Versammlungen zur Förderung ter Bienenzucht, der Landarbeit unb der Hauswirtschaft. 3n Der Versammlung ter G e r ä t e a b t e i lu n g sprach Gutsbesitzer Wachs- Winkel über .Die Anwendung unb Behandlung der Maschinen im bäuerliches Betrieb". Heber die maschinentechnllchen Hilfsmittel des Waisbaues sprach als erster Re e- rent Prosts or Dr. Georg Kühne- München, der atz Hand von Lichtbildern die Wirkungsweise^ wie die Mängel ter heute angewendeten Maschinen kennzeichnete. Ergänzend berichte e Landwirt- schastsrat Buß, der Güterdirellor ter Badischen Landwirtschastskammer, über Versuche mit ausländischen Maschinen. Die öffentliche Versammlung zur Förderung der Landarbeit wurde von Prosts or Dr. S e e d o r s - Göttingen mit einem Hinweis auf die Bedeutung unb das Wesen her Landarbeitsforschung eröffnet. 3m Mittelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag von Professor Dr. Ries Bonn über die Frage „Wie weit ist d.e Mechan sierung des bäuerllchen Betriebes wünschenswert und r n abel?" Don drei Arten der landwirtschaftlichen Arbeit: ten laufen»
unb schämte sich bes banalen Anfangs.
,Ha, unten bie Stabt, bie hier nicht mitzureten hat, rings bie Gärten, eigens zur Verschönerung meiner Aussicht gepflanzt ... unb bie Sonne, vergessen Sie bie Sonne nicht. Sie steht sogar in meinem Kaufvertrag brin. Ich habe in meinem Leben nämlich so viel Sonne geschluckt, baß ich immer friere/


