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die zur Weihe anwesenden Bischöfe. Reichs- mi Uster von & u e c a r & , ö.c.a sp.äs.den. '21 b c lung, Öinanzwinister Kirnberger, sowie die Spitzen der staatlichen und städtischen Be­hörden bei. 3n seiner Begrüßungsansprache gab Domkustos Dornlapitular Prof. Linhart seiner Freude darüber Ausdruck, daß nach vierjähriger ongestreugtsr und gefahrvoller Arbeit der Dom gerettet und sein Bestand auf Jahrhunderte hinaus gesichert sei. Auntius P a c e l l i gab feinem Dank Ausdruck für die ehrenvolle Be­grüßung, die man ihm als Vertreter des Sei­figen Stuhles habe zuteil werden lassen.

Domkapitular Prälat Dr. Gröber (Frei­burg) hielt sodann einen fesselnden und begeistert aufgenommenen Fe st Vortrag, in dem er einen kultur- und kunsthistorischen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des Mainzer Doms warf.

Aach einem kurzen Schlußwort des Bischofs von Mainz, Dr. Hugo, brachte ein gemischter iif)or das Te Deum von Edgar Tinel zum Vortrag.

Vach Schluß der Versammlung wurde bei Dombeleuchtung ein Viesenfeuer- werk auf dem Rhein abgebrannt.

Das ^ettungswerk.

Im Jahre 1924 wurde festgestellt, daß die Grundmauern des Mainzer Domes im Laufe her Jahrhunderte schwer gelitten hatten. Die pfähle, auf die die Fundamente des Domes nach dem Brand im 11. Jahrhundert gelegt wurden, 'waren auf weite Strecken angefault. Es stellte sich heraus, daß der Dom auf einer Länge von über IVyMeterhohl st and, ferner daß durch lieber« lastung die Gewölbe durch Risse bis zu 30 Zentimeter Breite völlig zerstört waren. Mit Hilfe einer Dombaulotterie und mit Unterstützung des Reiches und des Landes Hessen konnten die Mittel aufgebracht werden, um die kostspieligen S cherungsarbeiten durchzw |äf)ren. Der unermüdlichen und genialen Arbeit dss Professors Rüth (Darmstadt) ist es in erster Linie zu verdanken, daß der Dom völlig ge­sichert ist.

Oberheffen.

Oer Grünberger Gallusmarkt

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Z G r ü n b e r g , 17. Ott. Gestern abend wurde frr weithin bekannte und bedeutende Gallus- morkt mit einer Feier a u f dem Markt­plätze eröffnet. Der Musikvsrein Grün- berg unter Leitung seines Dirigenten S ch i e tz e l brachte einige Musikstücke zu Gehör. Bürgermeister Jockel begrüßte dann in herzlichen Worten vom . ö'tzungssaale des Rathauses aus die zahlreichen Gäste und Bürger. Er führte etwa aus, daß der Gallusmarkt in früheren Jahren eine große Bedeu­tung gehabt habe. Er wies ferner auf die großen Hege im 17., 18. und 19. Jahrhundert hin, die ®rünbera stark in Mitleidenschaft zogen, und er« vähnte Die schrecklichen Auswirkungen des letzten ziwßen Weltkrieges. Auf die Entwicklung unserer otcbt haben diese Ereignisse wesentlichen Einfluß schabt. Grünberg, daß an einer der Hauptverkehrs­straßen von Rorddeutschlond nach Süddeutschland liege, hatte zu damaliger Zeit größere Bedeutung im deutschen Vaterlande als heute. Der Gallus- mturt wurde im Jahre 1481 durch Kaiser Jrndrich III. gestiftet. Er wurde drei Tage vor und br.-i Tage nach Gallus gehalten. Er war der bebau» liiibfte Markt für die ganze Gegend. Heute wird er nur noch zwei Tage gehalten. Im Kriege hytte er cn Bedeutung sehr verloren, doch nach dem Kriege ging es wieder allmählich aufwärts. Der Bürger» meifter gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Gallus- mft wieder zu seinem alten Glanze erstehen und 01t Bedeutung gewinnen möge. Als Zeichen dafür, tag der Gallusmarkt eröffnet ist, ließ der Bürger« meifter vom oberen Rathausfenster die ©run» Berger Stadtfahne hissen. Rach einem wei­teren Musikstück wurde die eindrucksvolle Feier be- tnbet.

Der 21 u f t r i e b zum heutigen Viehmarkt bitt von 8 bis 9>6 Uhr statt. Es waren 626 kchweme, 29 Rinder, 17 Pferde am Markt. Der Warft war schon am frühen Morgen gut besucht, iinb es dürfte sich im Verlaufe eine rege Geschäfts- tilflteit entwickeln.

Um 1 Uhr mittags findet ein Platzkonzert, «u »geführt von der Oberhessischen Orchestervereini- |ung unter Leitung ihres Musikdirigenten Horst

Büöinger Verkehrsfragen.

!! Büdingen, 16. Oktober.

)n feiner jüngsten Sitzung hat berQemeinbe« tat zunächst über ben für Bübingen so wichtigen JunftB 0 u eines Anschlußgleises vom kahnhof Bübingen nach dem Basalt» ti r fD i st r i k t Ochsengemäul" beraten, t lat jedoch einen definitiven Beschluß über seine lüeUigung an der Erbauung dieses Industriegleises ivch nichl gefaßt. Die von der Stadt Büdingen ge- firberte Bürgschaft (Zins- und Abtragsgaran-

für den Betrag von 550 000 Mark wird als die ^hrefien der Stadt weit übersteigend angesehen. C£. wird verlangt, daß die anderen Jnteresienten, üstesondere die Fürstlich-Vfenburgische Jtr maltun g als Inhaberin der Gemarkung ?uLinger-Wald und Besitzerin des für den Ausi ftiluö von Basaltsteinbrüchen in erster Linie in Be- tiacht kommenden Geländes, außer dem einzuwev- fmften Gelände (Werb etwa 20 000 Mark) sich eben­so mit einer Zins- und Abtragsgarantie beteili- gin. Darüber hinaus soll auch die B a s a l t st e i n » ;atfe U f d) a f t, die das einzige bis heute unmit» rfdhur interessierte Unternehmen darstellt, aufgefor- üitt werden, über die zu leistenden 150 000 Mark Irans weitere Sicherhellen für das Aufbringen ih Zinsen und Abtragungen zu leisten.

3m übrigen wurde im Zusammenhang mit der tadje folgender Beschluß gefaßt:

.Dem Oemeinberat wirb von der Niederschrift rrn 26. September L 3. Kenntnis gegeben. Weiter ari bis von bem Jngenieurbureau Schmitt 8- Hett Urtnffurt a. M.) vorgelegte überschlägliche Er- :wgrberechnung vom 3. d. M. vorgetragen.

Semeinberat Dr. Weimer ist in biesem Punkte Äuskunftsperson anwesenb.

I^ach ausgiebiger Debatte wurde beschloßen: l.Der Bürgermeister wird ersucht, zu einer in aller Kürze anzusetzenden Sitzung Vertreter der Minsterien des Innern, der Finanzen und für Arbeit und Wirtschaft und den Kreisdirektor des Kreises Bübingen einzuladen, um mit diesen die Möglichkeit einer baldigen In­angriffnahme des Bahnbaues» dingenOber see men zu besprechen.

2- Mit der Führung weiterer Verhandlungen, zu den«, auch noch andere Sachverständige heran­

gezogen werden sollen, wird die Finanzkom­mission beauftragt.

Die We.terberaiuna soll sich vorzugsweise auf die bis jetzt nicht berührten Gebiete er­strecken, jedoch soll auch den anderen Vertrags­kontrahenten eröffnet werden, daß die lieber« nähme eines so großen Risikos durch die Stadt nicht ohne eine weitere Beteiligung derStan » desherrschaft unb der Firma Basalt- st e i n - G. m. d. H. erfolgen kann."

Die von der Stadt Büdingen in Verbindung mit den umliegenden Landgemeinden aufgenommenen drei Autolinien Haden sich, im Gegensatz zu der von der Postverwaltiing projektierten Linie, sellher rentiert. Es kann mit einer Aufrechter­haltung auf die Dauer, mindestens aber solange, bis die Bahn OberseemenBübingenHanau er­baut ist, gerechnet werben.

LattvLretS Gietzen.

Bg. Großen-Bus eck, 16. Okt. Gastwirt unb Metzgermeister August (verlach, Besitzer der Gast­wirtschaftZum Schwan", feierte heute sein 25 j äh­rt g e s Geschäftsjubiläum. Der Gesangver­einGermania" feierte seinen Vereinswirt durch ein Ständchen, überreichte ihm ein Blumengebinde und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Auch von seinen übrigen zahlreichen Freunden wurden dem Jubilar reiche Ehrungen zuteil. '

<t> Ettingshausen. 16. Oft. Unsere Kir - i chengemeinde feierte am Sonntag ein sel- j lenes Fest, Unser verehrter Pfarrer Vies wurde vor 25 Jahren in den Pfarrdienst hier ein» gewiesen. Da Pfarrer Vies am Vormittag in der vakanten Pfarrei Münster Dimst hatte und Dekan Schmidt von Grünberg für die Pfarrei Ettingshausen bestimmt war, konnten die Vor­bereitungen fast bis zuletzt heimlich betrieben werden. Es brauchte nur der Festgottesdienst vom Vormittag auf den Vachmittag verlegt zu werden, da dann der Jubilar wieder aus der Pfarrei Münster zurück war. 3m Gottesdienst predigte Dekan Schmidt über das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden. Der Gesangverein trug unter Leitung von Lehrer Simon zwei prächtige eindrucksvolle Chöre vor. Vach dum Schluhgebet hielt Pfarrer Schick iim Anschluß an 2. Tim. 4,25 eine Ansprache, in der er die Bedeutung solch eines seltenen Tages im allge­meinen und hier im besonderen würdigte. Dann trug der Schülerchor unter Leitung von Lehrer Knoll das schöne LiedLobe den Herrn 0 meine Seele" mehrstimmig vor, und Lehrer Knoll brachte namens des Schulvorstandes Glückwünsche dar. Vachdem Präsident Ochper für den Gesangverein Konkordia und Kirchenvor­steher Walther namens des Kirchenvorstandes den Jubilar beglückwünscht hatten, überreichte Bürgermeister O p v e r im Auftrag der Gemeinde eine prachtvolle farbige Wiedergabe des Hos- mannschen zwölfjährigen 3esus unter den Schrift- gelehrten. Sichtlich ergriffen dankte der Jubi­lar für die unerwarteten Ehrungen. Dekan Schmidt, der absichtlich in der Predigt das Jubiläum nicht erwähnt hatte, wünschte noch namens des Dekanats Gottes Segen für des Jubilars weiteres Wirken mit seinen mannig­faltigen Gaben, und schloß die harmonisch ver­laufene Feier mit dem Segen. Unter den Klängen Harre meine Seele" leerte sich das dichtbesetzte, schön mit Blumen geschmückte Gotteshaus. Am Vachmittag erschien noch Superintendent Wag­ner. ein früherer Ortspfarrer von Ettingshausen, zur häuslichen Feier. Als es dunkelte, erklangen im Pfarrhof Posaunenklänge. Der Posaunen- chor der Gemeinschaft trug fünf wohl- geschulte Chöre vor uni) brachte auch mündlich seinen Glückwunsch dar, worauf der 3ubUar noch ein schönes Dankwort über das Leben und Wirken miteinander und füreinander sprach. Daß bei der von dem einträchtigen Leben von Pfarrer und Gemeinde Zeugnis ablegenden Feier auch verschiederlllich die große Arbeitslast, die sich Pfarrer Vies mit dem Erziehungsverein aufgeladen hat. erwähnt wurde, ist selbstver­ständlich.

Lich, 16. Oft. Am Sonntag feierten dieFünfziger" unseres Städtchens ein frohes Wiedersehen. Don nah und fern waren über 63 3ugendkameraden und -kamera- dinnen herbeigeeilt, um alte Erinnerungen aus­zutauschen. Die Feier wurde am Samstagabend durch ein geselliges Zusammensein im Stein- schen Saalbau eingeleitet. Die beiden, um das Gelingen der Feier besonders verdienten Vor­sitzenden der Vereinigung. Beigeordneter 3 h- r i n g und Danlbeamter Schlotthauer. fan­den im Verlauf des Festessens die rechten Worte, um die Bande der Freundschaft und Kamerad­schaft zu erneuern und zu festigen. Der Sonntag wurde durch einen gemeinsamen Kirchgang er­öffnet. 3m Gottesdienst wirkte der Pofauneirchor mit, Stiftsdechant Kahn sprach im Anschluß an die altlirchliche Epistel des Tages über neue Menschen", ll^ach dem Gottesdienst fand eine Trauer,eier auf dem Friedhof statt, bei der Herr Schlotthauer die Gedächtnisrede hielt. Auch hier wirkte der Posaunenchor mit Mit einer gemütlichen Vachfeier am Vachmittag in Steins Saalbau wurde das schöne Fest ge­schlossen.

U Vodheim a. d. H 0rl0ff. 16. Oft. Am Sonntag wurde unser neuer Geistlicher, Pfarrer Kornmann, der seither in Frankfurt als 3ugendpfairer amtierte, in sein Amt feier­lich eingeführt. Die Einführung fand im Vor­mittagsgottesdienst durch Dekan S c r i b a (Vidda) statt, der Gemeinde und Pfarrer gutes Einver­nehmen und ersprießliche Zusammenarbell wünschte. Seine Antrittspred'.gt baute Pfarrer Kornmann auf das Schristwvrt Apostelge­schichte Kap. 4, V. 29, auf. Tie an dieser Stelle ausgesprochene greuingLii, mit der die ersten Christen das Wort GotteS verkündigten, will auch er bei feiner Wirksamkeit üben. 3n warmer, über­zeugender Weise wußte er der Gemeinde eine wahre Feierstunde zu bereiten. Die erbauliche Wirkung wurde noch bestärkt durch die Mit­wirkung des Männcrgcs'NgvercinsSängerkranz" Vodheim, der den Gottesdienst durch Vortrag eines Chores verschönte. Möge die Amtstätigkeit unseres neuen Geistlichen in gleicher Weise segens­reich und wirkungsvoll sich gestalten, wie der gottesdienstliche Auftakt! Die wirtschaftlichen Verhältnisse in heutiger Zeit zwingen besonders die Landwirtschaft, über alle möglichen Wege nachzusinnen, die den Detricb rentabler gestalten. Erstmalig versucht man hier, einem neuen Zweig des Feldbaues Eingang zu ver­schaffen: dem Erdbceranbau. Ein hiesiger Landwirt ist soeben daran, einen etwa li/2 Mor­gen großen Acker als Erdbeerplantage anzulegen. Vur bewährte Sorten älterer, sowie auch neuerer Züchtung kommen zur Anpflanzung. Es sind dies die Sorten: Späte von Leopoldshall,

Deutsch-Evern. Votkäpple vom Schwabenland und Oberschlesien. Ein gutes Absatzgebiet ist bereits gesunden, so daß die Ventabilität gesichert er­scheint. Auch der Hühnerzucht wendet man hier in letzter Zeit mehr 3nteresse zu. Etwa sieben bis acht Einwohner sind dazu überge­gangen. nur noch Vassegeslügel zu züchten. Sie beabsichtigen, sich in Kürze dem Geflügelzucht- Verein Hungen anzuschliehen, um dadurch auch Ausstellungen beschicken zu können.

Kreis Friedberg.

WSR. B a d - R 0 u h e i m, 16. Okt. In einer der letzten Rächte wurden zwei hiesigen Einwohnern am Johannisberg 12 Hühner abgeschlach­tet u n b g e st 0 h l e n. Die Diebe waren in die ein« gefriebigten Gärten eingestiegen unb hatten bie Hüh­nerställe erbrochen.

Kreis Büdi. Zrn.

* Tübingen, 16. Oft. 3n der Zeit vom 21. big 23. Oktober wird in Büdingen der nahezu schon seit 600 Fahren bestehende Gallus- markt auf einem vollständig neu errich­teten Marktplatz abgehaften. Die große wirtschaftliche Bedeutung des Marftcs zeigt sich in den bis jetzt schon sehr reichlich eingegangenen Anmeldungen sowohl für die Beschickung des Pferde- und Vindaiehmarftes. als auch des Kram- und Schaubueenmarktes. Für den Schau- budenmarkt w cine Au otunnel ahn, eine Vaub- tierschau,.kerschau, Hippodrom. Ctagenpano- rama und vieles andere Ausstellung nehmen. Montag, 22. Oktober, wird Pferdemaickt und am Dienstag, 23. Oktober, Pferde-, Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt abgehalten. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung von Händ- lerpserden, mit dem Rindviehmarft eine Vind- viehprämiierung verbunden.

* Nidda, 17. Okt. Das kommende Winterhalb­jahr der Gewerbeschule Nidda, bas am 29. Oktober seinen Anfang nimmt, bietet ben jungen Handwerkern, die sich eine gründliche theoretische Fachausbildung aneignen wollen, wieder beste Ge­legenheit hierzu. Kein junoer Handwerker sollte sich diese Gelegenheit entgehen lassen, zumal das Se­mester in die geschäftsstille Zeit der Wintermonate fällt. Die Schule vermittelt ihren Schülern besonders die theoretischen Kenntnisse, welche ein Hand­werker bei der Führung seines Geschäftes heute unbedingt beherrschen muß. Bei der Unter« richtserteilung erfahren die einzelnen Fachrichtungen weitestgehende Berücksichtigung, indem verwandte Berufe zu Fachabteilungen zusammengefaßt sind. Es bestehen Abteilungen für Baugewerbe, Maschinen­schlosser, Elektro-Jnstallateure, Möbelschreiner sowie Weißbinder und Maler. Innerhalb der einzelnen Ab­teilungen wird des Schüler mit zeitgemäßen Kon­struktionen und Formen, sowie mit den Gesichts­punkten der wirtschaftlichen Betriebsführung be­kanntgemacht. Interessenten mögen bie heutige An­zeige beachten.

Vidda, 15. Oft. Am Sonntagabend ent­stand im Kino hier im Gambrinussaale eine große Panik dadurch, daß ein kleines Stück­chen Film in Brand geriet, was von einem Zuschauer beobachtet worden war. Plötzlich rief jemand von den mehr als 300 Besuchern Feuer!" Sofort entstand ein furchtbares Gedränge nach den Ausgängen. Vur schwer gelang es einigen Besonnenen, die aufgeregte Menge zu beruhigen und ein schweres Unglück zu verhüten.

* Kohden, 15. Oft. Der Land- und Gast­wirt Heinrich Uhl III. hier verkaufte die klei­nere von seinen beiden nebeneinanderstchendTn H 0 f r e i t e n an den Geflügel- und Butter- Händler Rudolf Orth aus Vidda für 7000 Mk. Der neue Besitzer will von hier aus sein Ge­schäft weiter betreiben.

Kreis Schotten.

f Gedern, 16. Oft. Das Bettler­unwesen hat in unserer Gegend geradezu überhand genommen. Aus diesem Grunde hat die hiesige Gemeindeverwaltung Wohl- sahrts scheine Herstellen lassen, die zum Preise von 5 Pf. auf der Bürgermeisterei an die Einwohner ausgegeben werden. Kommt ein Bett­ler, dann gibt man ihm einen derartigen Wohl­fahrts schein, den er an amtlicher ©tdle ein­gelöst bekommt. Vachllager und Verköstigung kön­nen alsdann bezahlt werden. Daß dieser Weg für die Bettler nicht angenehm ist, beweist mit­unter die Zurückweisung der Scheine mit der Bemerkung, daß man doch nichts damit an» sangen könne. Auch in diesem Herbst findet, wie alljährlich, eine Sammlung von Kar­toffeln und Gemüse usw. für daS hiesige Dezirkskranfenhaus statt. Da die Kar- toffekrnte in den einzelnen Dezirksgemeinden als gut bezeichnet werden kann, erwartet man, daß die Spenden reichlicher fließen als im Vorjahr.

ch Aus dem Oberwald, 16. Oft. Diele Arbeiter aus ^unserem Gebiet, die sich im Som­mer nur notdürftig von der Laift>wirftHaft näh­ren können und im Winter als Holzfäller tätig waren, haben nun eine Dauerbeschäf ti- gung im oberen Viddertale gesunden. Die Gegend von Gedern abwärts bis Orten­berg hat sich zu einem kleinen 3ndustriegebiet umgewandelt, in dem lohnende Beschäftigung geboten wird. Alittelpunkt ist das Hirzenhainer Eisenwerk, dessen De.'egschast sich sehr gesteigert hat. Aber auch die vielen Dasaltbrüche in Gedern, Merkensritz und Liß berg, sowie die Grabstein- geschäste, Kunststecnbetriece. Holz'ä'ereien, Bau- geschäfte und die Mühlenbauanstalt in Lißberg benötigen dauernd Arbeitskräste.

Kreis Alsfeld.

H Alsfeld, 16. Okt. Der hiesige Der- kehrs» und Derschönerungsverein hatte zum ersten Male wieder nach einer längeren Reihe von 3ahren einen Wettb ewerb im Fensterblumenschmuck veranstaltet. Bei der in der letzten Vorstandssihung erfolgten Wer­tung wurde festgestellt, daß der während der Kriegs- und Vachkriegszeit hier geschwundene Sinn für Fensterblumenschmuck wieder im Er­wachen begriffen ist. Für Auszeichnungen kamen nach Ansicht der Kommission 63 Teilnehmer des Wettbewerbes in Frage. Es wurden 5 erste, 8 zweite, 12 dritte, 6 vierte, 9 fünfte Preise und 23 lobende Anerkennungen verteilt. Die Preise werden im kommenden Frühjahr in Gestalt von Blumenstöcken verabfolgt. Weiter befaßte sich der Dorstand mit den Derfehrsverhältnissen auf der Strecke AlsfeldV ieberaula. Der neue Winterfahrplan weist sehr einschneidende Aenderungen im Gange der Züge zwischen Als­feld und Viederaula auf, die teilweise eine Ver­schlechterung des Fahrplans bedeuten. Der Ver­ein nahm hierzu eingehend Stellung, es sollen die angeführten Mißstände zwecks ^Abhilfe den

zuständigen Stellen zur Kenntnis gebracht wer­den. Ferner wurde beschlossen, zwecks Prüfung, welche Anpflanzungen noch in der näheren älmgefcung der Staat vorgenommen werden sollen, einen Gemarkungsrundgang zu veranstalten. Wei­ter beschloß der Vorstand, sich mit einer Eingabe an die Stadtverwaltung zu wenden, in welcher diese ersucht wird, nach Ablauf der bestehenden Verträge ein weiteres Halten von Schafher­den in der Gemarkung Alsfeld nicht mehr zu­zulassen, da man zu der äleberzeugung gekommen ist, daß ohne diese Maßnahme ein Arbeiten auf dem Gebiete der Verschönerung in der LImgebung der Stadt nicht möglich ist.

Starkenburg.

WCV. Darmstadt, 16. Oft Ein seit zwei 3ahren von den Staat^anwaltschaf en in Darm­stadt und Stuttgart gejuchter Verbrecher wurde jetzt auf dem Bahnhof in Worms durch einen Beamten der Bahnpolizei festgenom- m e n. Ein 23jähriger Bursche veriuchte am Ex- preßgutschafter auf falschen Vamen ein Paiet abzuheben. Bei der Festnahme wurden im De itz des Schwindlers vier falsche Ausweise gefunden. Vach längerem Leugnen gestand er ver­schiedene schwere Einbrüche ein. Außerdem hatte er im Lcrcher Wald cine Grpres.ung an einem Handwerkslmrscken begang n, den er unter Be­drohung mit einem Revolver zur Herausgabe seiner Barschaft von 10 Mk.. seines Sonntags­anzuges und seiner beiden goldenen Rin^e zwang. 3n feinem Besitz fand man ferner einen ge­ladenen Armerrrvolver und einen scharfkantig geschlissenen Dolch.

Lpd. Darmstadt. 16. Oft. 3n die Wohnung des Schulrats 5 af finger in der Heidelberger Straße drangen während dessen AbwesenhcLt Diebe mittels Vachschlüssel ein und stah­len eine größere Anzahl Schmucksachen, gol­dene Uhren, drei. Anzüge und sonstiges. Von den Tätern fehlt noch jede Spur.

Rheinhessen.

LPD. Mainz, 16. Okt. In ben letzten Tagen wurden hier in brei Kirchen bie Opfer ft öde erbrochen unb ihres Inhalts beraubt. Nun­mehr ist es ber Polizei gelungen, ben Kirchenräuber in der Person eines 30jährigen Arbeiters aus Bayern zu ermitteln unb fest zunehmen. Er ist wegen Einbruchsbiebstahls mehrfach vorbestraft.

Lpd. Oppenheim, 16. Okt. 3n der Vacht zum Sonntag erschlug nach vorauSgegangen<m Streitigkeiten der Arbeiter Heinrich Dietz fer­nen Schwiegervater Hartmann auf freiem Felde bei Krieg^sheim. Der Täler ist Ver­ba f t c t unb gesteht die Tat ein. Seine Frau, die Tochter des Ermordeten, bekundete, ihren Mann vor der Begehung einer solchen Tat wiederholt gewarnt zu haben.

Preußen.

Maingau.

WSN. Frankfurt a.M., 16. Oktober. Der Bestechungsprozeß Trapp unb Genossen wirb eine zweite Auflage erleben, denn seitens ber Angeklagten Trapp unb Roß ist Berufung eihgelegt worben. Wahrscheinlich werben auch bie Heinzingers unb der Staatsanwalt Berufung an» melben; die Erklärungssrist hierfür ist noch nicht abgelaufen. Umfangreiche Prozesse werben sich demnächst vor ber hiesigen Strafkammer abspielen. So wirb am 23. Oktober der Fall bes Hausein st urzes in ber Mainzer Landstraße zur Verhandlung gelangen, für dessen Erledigung mehrere Tage in Aussicht genommen worben finb. Arn 6. November beginnt dann bie Sache Fuchs, wobei es sich um bie Unterschlagungen beim Ver­band ber MetallinbustrieUen dreht.

Frankfurter Theater.

Zu Georg Kaisers 50. Geburtstag führte das Neue Theater als BorfeierD f t 0 b e r t a g" auf. Direktor Hellmer hat sich ber Werke dieses Dichters stets mit besonderer Liebe angenommen unb auch bieses Stück in einer gut burchgearbeiteten Aufführung herausgebracht. Das ist um so anerken­nenswerter, als ein Teil des Publlkurns auch diesmal wieder durch sein Verhallen zeigte, daß es für Stücke wenig Verständnis besitzt, bie ernste Probleme be­handeln.

Catherine liebt den Leutnant Marrien, obwohl sie ihn nie gesprochen hat. Sie wähnt sich ihm als Gattin angetraut, unb sehnt sich nach ihm jo leiben« schaftlich, baß sie in dem Gedanken, er müsse zu ihr kommen, einem Schlächtergesellen, ber an ihrer Tür vorbei zu chrer Kammerzofe schleichen will, zu sich zieht und von ihm ein Kind empfängt. Ihre Selbst- Hypnose ist so stark, baß sie in bem guten Glauben ben Leutnant als Vater des Kinbes bezeichnet. Mar­rien, ihr gegenübergestellt, bekennt sich zu dieser Vaterschaft, gepackt durch das Empfinden, daß der äußerliche Vorgang nicht das Wesentliche ist, das zwei Menschen aneinander bindet, sondern das seelische Empfinden, das den einen zum andern treibt Der Schlächtergeselle, der ein Schweigegeld erpreßen will und sich hemmend zwischen das Paar zu drängen droht, wirb von dem Leutnant erstochen.

Die Darstellung bes Mädchens durch Else Tiede­mann war ausgezeichnet. Diese blonde Catherine stand durchgeistert unb verzückt auf ber Szene, so daß man ihr die visionäre Erscheinung glaubte. Der Schlächtergeselle Nürnbergers, vortrefflich auch in der Maske, wirkte so, wie er wirken muß: ver­schlagen und doch unsicher, aber im gegebenen Mo­ment brutal. Nicht voll befriedigen konnte Massa- re ck als Leutnant; in dem Bestreben, betont männ­lich zu wirken, sprach er zu abgehackt und wurde zu steif. Gut war Jensen als Onkel des Mädchens und Alice Lach als Hausdame. Im ganzen eine Aufführung, die Beifall verdient und zum Nach­denken anregt. Quidam.

Daten für Donnerstag, den 18. Oktober.

Sonnenaufgang 6.28 Uhr, Sonnenuntergang 17.02 Uhr. Mondaufgang 11.34 Uhr, Monduntergana 19.09 Uhr.

1663: Prinz Eugen von Savoyen in Paris ge­boren; 1757: der Physiker Rens de Beaumur in Bermondiöre gestorben; 1777: der Dichter Heinrich von Kleist in, Frankfurt a. d. O. geboren; 1854: ber Polarforscher Salomon August Anbree in ©renna in Schweben geboren (feit 1897 verschollen); 1913: Eröffnung ber Universität Frankfurt a. M.

Berliner Börse.

Berlin 17.Oft (WTB. Funkspruch.) Bei still­stem Geschäft taxiert man im heutigen Frühoerkehr unoeränberte Kurse. Die Beteiligung außenstehender Kreise bleibt heute gering; nur für einzelne Spezial- werte scheint etwas Interesse zu bestehen. Karstadt werden mit 242 v. H. genannt. Am Devisenmarkt hört man Paris 124,25, Mailand 92,60, Spanien 30,03, das Pfund 485,03 unb ben Dollar 4,20.