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Oie Ermäßigung der Fernsprechgebühren. Hamburg, 16. Ott. (WB.) Auf der

Generalstreik in Lodz.

Der Wettlauf mit den Radikalen.

Streitgefahr in ganz Polen.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 17. Olt. Die Lodzer Textilarbeiter haben ihre Drohung, das gesamte wirtschaftliche Leben von Lodz stillzulegrn, wahr gemacht. Seit zwei Tagen liegen sämtliche Fabriken verödet da, es raucht lein Schornstein mehr, kein Aad dreht sich, die Stadt ist des Abends in tiefste Finsternis gehüllt. Lodz bietet also das Bild eines vollkommenen und restlos durch­geführten Generalstreiks. Die Lodzer Arbeits- kämpfe sind nun aber für den polnischen Staat von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Lodz be-

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Temperaturen nachts wieder in Gefrierpunktnähe,

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Zusammenbruch des kommunistischen Volksbegehrens.

Lieberweisungssteuer unbegrenzt teilneh­me n. Gerade dieses Problem wird im Aahmen der Regelung des Finanzausgleiches noch diesem Winter akut werden.

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mente an sich genommen und über Mittag - nach einigen Blättern sogar bis zum nächsten Mor­gen behalten. De Noblet habe es unterlassen sich, bevor er wegging, davon zu überzeugen daß die Dokumente nicht seinen Schreibtisch verlassen hatten.

Aus aller Welt.

Trauer im Hause des Reichspräsidenten.

Der Schwiegersohn des Reichspräsidenten, ß^.orat a. D. Dr. phil. Hans Joachim von Brockhufen-Justin, ist plötzlich in Reichenh ill an Herzs chlag verschi eben. Er wurde am 20. März 1869 zu Hannover ge­boren und vermählte sich 1902 mit Jrmingard von Dencckendorf und Hindenburg, dec ältesten Tochter des Reichspräsidenten. RnchZPräsi^ent v. Hindenburg hat dieses Trauersalles wegen seine für Mittwoch vorgesehene Reise nach Han­nover zur Einweihung der Reitschule ausgegeben. Beisetzung der Opfer der Prager Linsturzkataslrophe.

Unter Teilnahme von weit über 100 000 Men­schen fand die feierliche Beisetzung von neun aus Prag stammenden Opfern der schweren Baukata­strophe statt, während der größte Teil der Leichen der verunglückten Bauarbeiter aus Kosten der Ge­meinde nach ihrem Heimatort in Südbohmen beför­dert werden. Der Leichenzug nahm vom Prager Karlsplatz, wo In der Kapelle des Garnisonhospitals die Aufbahrung der Särge erfolgt war, seinen Aus­gang. Hinter dem Leichenwagen schritten Vertreter aller Ministerien und öffentlichen Körperschaften, Abgeordnete und Senatoren, der Polizeipräsident, Vertreter der Gendarmerie und anderer Behörden. In den Straßen, die der Leichenzug passierte, waren die Geschäfte geschlossen. Don sämtlichen Kirchen ertönte Trauergeläut. Während des Zuges stießen die In geschlossener Gruppe marschierenden Arbeiter, unter denen sich viele Bergarbeiter aus Kladno befanden, Protestrufe aus und fangen das Lied der Arbeit. Aufsehen erregte eine Standarte, die neben der Abbildung einer gewaltigen Faust die Aufschrift:Rache!" trug. Die Polizei, die um- fassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen hatte, fand keinerlei Anlaß zum Einschreiten.

post und Reichsfinanzen.

Die Früchte der Tariferhöhung.-Erhöhte Postabgaben.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".

Berlin, 17. Okt. 3m Kampf gegen das Defi­zit des Reichshaushaltes werden im Aeichssinanz- Ministerium wie wir an dieser Stelle schon ankündigen konnten ernsthafte Erwägungen angestellt, die Abgaben der Post an die Reichsregierung zur Entlastung des Bud­gets zu erhöhen. Die Vorlage des Jahres­berichts der Reichspost für das Geschäftsjahr 1927/28 hat gezeigt, daß die finanzielle Lage der Reichspost nach der Tariferhöhung außer­ordentlich günstig ist, ja, daß die Post sogar imstande war, ihre Kapitalaufwendungen für Reuinvestitionen in ungewöhnlich starkem Maße aus den laufenden Mitteln zu bestreiten. Unter diesen Umständen liegt es nahe, die schwierige Lage der Reichsfinanzen durch stär­kere Abgaben der Reichspost etwas zu er­leichtern, ohne gleichzeitig die Wirtschaft direkt neu zu belasten. Schon in dem letzten Etat wurde die Ablieferung der Post von bis dahin 70 Mil­lionen Mark auf 10 0 W illionen Mark an daS Reich im Jahre heraufgesetzt. Wie wir hören, erwägt man jetzt, von der Reichspost eine Mehreinnahme von minde­stens 50 Millionen Mark zu erlangen. Diese Entwicklung aber, und das darf man nicht vergessen, ist erst durch die Tariferhö­hung der Reichspost im Herbst 1927 möglich geworden.

In diesem Zusammenhang verlautet über die weitere Finanzpolitik des Ministers Dr. Hilfer- ding, daß er angesichts einer sparsamen Finanz- Wirtschaft im Interesse der Reparationspolilik dahingehende Maßnahmen treffen will, die ver­hindern sollen, daß die Länder an dem jährlich steigenden Mehraufkommen der

Berlin, 17.OEL (prio.-XeL) Das kommunistische Volksbegehren gegen den Bau von Panzerkreuzern aller Art wurde am gestrigen Tage be- enbef, nachdem die Eintragungslisten 14 Tage lang im ganzen Deutschen Reich öffentlich ausgelegt waren. Obwohl die endgültigen Ziffern noch nicht vorliegen, kann man feststellen, daß die Kommu­nisten mit ihrem Volksbegehren einen völligen Mißerfolg erlitten haben. 3n Berlin, roo bas Eintragungsergebnis noch verhältnismäßig günstig ist, wurden bis zum Montagabend 345 786 Stimmen gezählt. Selbst, wenn man annimmt, daß die gestrigen Eintragungen fo zahlreich gewesen iab, daß die 400 000 überschritten wurden, wäre damit nicht mehr als etwa der vierte Teil des Volksbegehrens über die Enteignung der Jürftennermögen erzielt.

Wit dem Mute der Derzweiflung h?Ben die Kommunisten in den letzten Tagen gekämpft, um den Rest der ihnen zur Verfügung gestel.ten zwei­wöchigen Frist für die Eintragung zum Volksbegehren gegen den Panzerkreuzer noch auszunutzen. Sie haben alle Mittel einer ge­waltsamen Propaganda aurgenutzt. Aber es hat ihnen nichts geholfen. Sie find nicht ent­fernt imstande gewesen, dir verfassungs­mäßig erforderliche Stimmenzahl von 10 Prozent der Wahlberechtigten, also rund 4,1 Millionen Wähler, auf die Deine zu bringen. Ihr Versuch endet also mit einem kläglichen Miß­erfolg.

Das ist einigermaßen überraschend gekommen, das Exempel schien doch von vornhe.ern ziem­lich einleuchtend. Die Kommunisten h tten mehr als 31/2 Millionen Stimmen im Mai aufge­bracht, sie'konnten auf die ft arte Erlegung inner­halb der SozialdsmolratifchLn Partei gegen den Panzerkreuzer rechnen, glaubten also annehmen zu dürfen, daß von dort her noch einige Mil­lionen ihnen zuflirßen würden, so daß sie spielend die erforderliche Stimmenzrhl belämen, um dann im Reichstag die Hetze weiter treiben zu können. Und jetzt zeigt sich, daß sie nicht nur nichts von ben Sozialdenrokraten geerbt haben, daß

gung des Verwaltungsrates der Deutschen Reichspost nahm die Vorlage über die Her­absetzung von Fernsprechgebühren eine bevorzugte Stellung ein. Der VerwaltungS- rat stimmte dem Vorschläge der Verwaltung zu, wonach vom 1. Januar 1929 ab die Be­zahlung einer Miudrstzahl von Ortsgesprächen für

jeden Hauptanschluß nicht mehr beansprucht wird. Jeder Teilnehmer hat also künftig nur ovicl Gespräche zu bezahlen, wie er wirklich ührt. Der Apparatebeitrag für die Her- tellung eines Hauptanschl isses wird von 80 auf 50 Mark herabgesetzt. Ebenso werden die Apparatebeiträge für Rebenanschlüsse und Zusaheinrichtungen ermäßigt. Weiter wurde eine Entschließung angenommen, wonach Teilnehmer, die ihre Anschlüsse infolge Ge­bührenerhöhung seit dem 1. Mai 1927 a b g c - meldet haben, keinen neuen Apparat­beitrag zahlen sollen, wenn sie ihren An- schluh binnen drei Monaten wieder an- m e Iben. Ferner brauchen die Gemeinden des flachen Landes bei der Einrichtung öf­fentlicher Fernsprech st ellen keinen Zuschuß für die erforderlichen Stellen mehr zu zahlen. Verschiedene Aenderungen der Post­ordnung fanden ebenfalls die Zustimmung des Verwaltungsrates.

Oie Gieuerfordemngen deS'Reichslandbundes.

Berlin, 17. Okt. (Priv.-Tel.) Wie wir er­fahren, wird es nicht möglich sein, von feiten des Frnanznnn.steriums dem neuerlichen Ersuchen des Reichslandbundes um einen weiteren Steuererlaß für die Landwirtschaft zu entsprechen, zumal ja schon eine ganze Reihe von Erlassen bestehen, die der Steuerzahlung der Landwirtschaft auf das weitmöglichste ent­gegenkommen. Trotzdem wird die an das Er­suchen geknüpfte Begründung des Reichsland­bundes doch Veranlassung geben, noch einmal im Prinzip die Finanzlage der Landwirt­schaft zu überprüfen. Run ergibt die Sta­tistik im Gegensatz zu den Angaben des Reichs- lcmdbundes, daß die diesjährige Ernte eine sehr gute Mittelernte ist. Es fragt sich nur, ob die so viel bessere Qualität der Ernte in diesem Jahre bei der außerordentlichen Preissenkung dem Landwirt wenigstensdas­selbe, wenn nicht inehr einbringt, als die Ernte mit ihrer schlechten Qualität vom vorigen Jahr bei den damals weit höheren Preisen. Die­ses Problem wird zur Zeit einer eingehenden Prüfung unterzogen.

Benutzung der Polsterklasse durch die Schwerkriegsbeschädigten. Berlin, 17. Okt. Bisher war den Schwer­kriegsbeschädigten mit den Fahrkarten 4. Klasse die Benutzung der 3. Fahr- klasse gestattet. Da die Reichsbahn mit dem 7. Oktober die Umste lang auf das Zoeillassen- system vorgenommen hat, so war der Reichstags- abg?ordnet: Hem Lr bei a Reihs. er ehr i Minister dahingehend vorfieiiig geworden, daß den Schwer- kriegsbrschädigten die Benutzung der Polsterklasse mit der Fahrkarte für Holzklasse gestattet werden'te. Run- mehr teilt dar Reichsverkch.sminister den Abg. Hemeter mit, daß er wegen des Anirages auf Aenderung der Bestimmungen über die Gewährung der Fahrpreisermä­ßigung für K.i gib fchi d gt: b ,ürtt> rt nb an die Deutsche R^ichsbcchngesellschaft, Haup.verwal- tung, herangetreten fei.

sogar ihre eigenen Wähler Wassenskeck übten und daß sie froh sein können, wenn sie 50 Prozent der Stimmen schaffen, dre fte im Mar gehabt haben. Wie kommt das?

Zum Teil find organisatorrsche Mangel maß- gebend gewesen. Der Ausbau der fommunii-t er,en Partei ist nicht annähernd stark genug gewesen, um in den 62 000 Gemeinden des Deutschen Reiches die Einzeichnungslisten nicht nur ausieccm, sondern auch propagandieren zu lassen, wäh­rend auf der andern Seite die Disziplin der Sozialdemokraten sich ausgezeienet bewährt hat. Cs muß der s^ialdemokrati.chm Führung gelungen sein, alle Kanäle, die nach links f.ießen konnten, so gut wie restlos abzu- dichten. Frciiich um den Preis, daß ber <5 tr eit nun im eigenen Lager weiter geht, er hat sich in die Tiefe gefressen und wird den sozialistischen Ministern noch unangenchn genug werden. Aber davon haben die Kommunisten nichts.

Indessen damit wäre nur erklärt, weshalb der erwartete Zuzug ausgeb!ieben ist. Esb.eibr immer noch die überraschende Tatsache, daß d i e kommunistischen Wähler selbst nicht mitgegangen find. Unb das ist ein Ergebnis, das über diesen Cinzelfa l hinaus Bedeutung hat. Es scheint, daß die Kommunisten in hohem Maße nur das Reservoir der allge­meinen Anzufriedenheit sind, daß ihnen bei den Wahlen Hunderttausende zuflosfen, die politisch oder wirtschaftlich verärgert find und ihrem Mißvergnügen durch die Abgabe eines radikalen Stimmzettels Ausdruck geben wol en, daß diese Schichten aber nicht daran denken, sich deswegen mit den kvmmunis.isch n Ideen zu iden­tifizieren, sondern davon abrücken, sobald der Kommunismus einmal den Versuch macht, feine Theorie in die Praxis umzusetzen. Das ist eine erfreuliche Erkenntnis, sie bestätigt un ere bereits feit Jahren vertretene Auffa fung, daß der Kom­munismus in Deutschland keine politische Bewegung, sondern nut eine wirt­schaftliche Gefahr ist, und daß er in dem Augenblick zusammenbricht, wo es uns gelingt, Ar beit für alle Hungrigen zu schaffen.

Oie Reform

des Schlichtungswesens.

Eine Konferenz im Rcichsarbeits- ministerium.

Berlin, 17. Okt. (Priv.-Tel.) In einer Qäz- sprechung über die Reform des Schlich­tungswesens im Reichsarbeitsimnistrnum wurde von der Arbeitgeberseite die Einsetzung einer Kommission angeregt, dw sich mit Reformen im Schlichtungswesen beschäftigen soll. Der Reichsarbeitsminister lehnte die Einsetzung einer solchen Kommission als unvereinbar mit den Ausgaben der K onf erenz ab, erflärte sich aber bereit, die Wunsche und Vor­schläge der Arbeitgeber entgegenzunehmen und darüber mit ihnen und den Arbeitnehmern nöti­genfalls weiterzuverhand.ln. Der Arbei'sm.ni- fter sprach sich auch gegen die Einführung eidlicher Vernehmungen vor den Schlichtungsausschüssen aus. Dagegen bezeichnete er die vom Gewerkschaftsri-ng erhobene Forderung der völligen äleberführung der amtlichen Schlichtungsorgane auf das Reich und die Beseitigung der Einschaltung der Länder als durchaus erstrebenswert. Am Schluß der Besprechung faßte der Reichsarbeitsminister ihr Ergebnis dahin zu- sammen, daß die Berechtigung und der Ruhen des Schlichtungswesens von allen Beteiligten in ber Aussprache eindeutig und uneingeschränkt anerkannt worden sei. Die Arbeitgeber hatten uneingeschränkt ihre Tarifwilligkeit zu er­kennen gegeben. Sie hätten sich damck zu der in Artikel 165 der Reichsverfassung festgelegten gleichberechtigten Mitwirkung der Angestellten und Arbeiter bei der Re­gelung der Arbeitsbedingungen bekannt. Von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sei der Wunsch nach möglichst direkter Beilegung von Ar- beitsstrcitigkeiten infreierVerstandigung oder durch tarifliche Schiedsgerichte geäußert worden. Durch diese tariflichen Schieds­gerichte hätten die Beteiligten die Möglichkeit, die amtlichen Schlichtungsorgane überhaupt aus­zuschalten. Die völlige Beseitigung der Ver­bindlichkeitserklärung sei nicht gefor­dert worden. Die Verbindlichkeitserllärung bilde auch gar nicht regelmäßig den Abschluß des Schlichtungsverfahrens, sondern sei eine Aus­nahme. ilm einzelne vorhandene Mängel zu be­seitigen wäre es vielleicht wünschenswert, den Begriff'öffentliches Interesse" etwas schärfer zu fassen und strengere Voraussetzungen für ein Eingreifen der amtlichen Schlichtungs­organe von Amts Wegen festzulegen.

Der Arbeitskonflikt in der nordwestdeutschen Eisenindustrie.

Düssebdorf, 17. Okt. (Priv.-Tel.) 3m Lohalonflckt der nord-westdeutschen Eisen-In­dustrie ist nunmehr die Bestellung eines Schlichters durch das Reichsarbeitsnuniste- rium erfolgt, und zwar ist das Amt Dr. I ö ck e n- Köln übertragen worden. Die Parteien werden voraussichtlich schon in aller Kürze zu Ver­handlungen geläden werden. Aus der Vertreter- konferenz des Deutschen Metallarbeiterverbandes wurden die Maßnahmen ber Organisation und das Verhalten der Derhandlungsleiter gut- geheißen. Es wurde allgemein zum Ausdruck gebracht, daß die Lage als überaus ernst anzusehen sei. Die Metallarbeiterverbände der nordwestlichen Gruppe werden die Arbeits­zeitregelung zum nächsten Termin kündigen.

herbergt in seinen Mauern das Gros aller polnischen industriellen ^Interneh- mungen, die plötzlich zum Feiern gezwungen werden, weil es zwischen den Textilfabriken und den Gewerkschaften wegen der Lohnstreitig- teiten zu einer Einigung nicht kommen konnte.

Es sieht nun aber keineswegs so aus, als ob der Arbeitskonflikt rasch wieder beigelegt wird und das wirtschaftliche Leben wie früher unge­stört seinen Fortgang nehmen kann. Die Textil- toarenf abrif anten erleiden durch den Ausstand keine besonderen Schäden, da sie gewaltige bisher unverkaufte Vorräte besitzen, die sie zunächst einmal abzustoßen versuchen werden. Aus der Arbeitnehmerseite sind aber die gemäßigten Sozialisten, die erst mit dem Wiedereinsetzen einer besseren Konjunktur los­schlagen wollten, durch die Kommunisten zum Streik gedrängt worden. Sie müssen, um die Führung nicht zu verlieren, radikaler als die kommunistischen Gewerkschaftler auf treten, kön­nen sich unter diesen Umständen also auf keinerlei Lohnabkommen einlassen, die nicht hundertpro­zentig den gestellten Forderungen entsprechen. Den Quertreibereien der Kommunisten ist es auch zuzuschreiben, daß aus dem Textilarbeiter­streik ein Generalstreik wurde, der fast die gesamte polnische Industrie stillgelegt hat.

In Warschau Dürfte ma.i von den Vorgän­gen in Lodz, dem Industriezentrum Polens, nicht sonderlich entzückt fein, zumal die Gefahr eines Generalstreiks für aanz Polen nicht von der Hand zu weisen ist, oer dann sofort Oberschlesien veröden lassen und den gesamten Verkehr, zum Stillstand bringen würde. Eine Generalstreik­parole für ganz Polen wird sicherlich nicht ohne Erfolg bleiben, weil die niedrigen Lohnsätze schon seit langem eine starke Unzufriedenheit in der polnischen Arbeiterschaft ausgrlöst haben. Diesen Unmut der Arbeiterbevölkerung haben die Kommunisten bisher geschickt für sich auszu- beuten verstanden. W.nn sie in Lodz maßgeben­den Einfluß zu gewinnen vermochten, dann liegt das unzweifelhaft an den in der Textilindustrie bisher gezahlten Löhnen, die so niedrig waren, daß die Polen sich in Europa Absatzmärkte für Textilwaren erobern konnten, die ihnen gar nicht zustanden.

Senf

in der Hauptsache trocken.

Lufttemperaturen am 16. Oktober: mittags 9,2 Grad Celsius, abends1,6 Grad Celsius, am 17. Oktober: morgens 2,2 Grad Celsius. Marlmum 9,4 Grad Celsius, Minimum 2,4 Grad Celsius. Erdtemperaturcn In 10 Zentimeter Tiefe am 16. Okt: abends 3,8 Grad Celsius: am 17. Oktober: morgens 2,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 7% Stunden.

westliche Winde. , _

Witterungsaussichten für Frei- : Zeitweise bewölkt, auch vielfach ausheiternd.

Das Urteil gegen die pofTränber von Ohligs.

In dem Prozeß gegen die beiden Posträuber von Ohligs, Hein und Lärm wurden die beiden Angeklagten wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes, Hein insbesondere wegen Kör­perverletzung mit Todei erfolg, z u je 15 Jah­ren Zuchthaus Denr.t:ilt Bei beiden wurde auf Stellung unter Polizeiaufsicht, bei Lärm ferner auf 10 Jahre Ehrverlust er­kannt. Die in Koburg über Hem verhängte Zuchthausstrafe wurde in die obige Strafe ein- bezogen. In der UrtellZbegründung wird u. a. ausgesührt, daß beide die Tat in Ohligs m i t voller Ueberlegung ausgefüh.t hättenund- es außer Zweifel stehe, daß der tödliche Schuß von Hein stamme. Lediglich die Ansicht der Gerichte, daß hinter den Taten der Angeklagten ultra radikale Kreise stehen, hat das Gericht veranlaßt, von einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe abzusehen.

Unfall im Zirkus, Busch.

Bei einer Vorstellung im Zirkus Busch in Berlin ereignete sich ein Unfall. Bei Borführung einer neuen NummerD e r M a g n e t st e r n a m Z i r . k u s h i m m e l" durch zwei Artisten versagte plötzlich der Mechanismus. Infolgedessen konnte sich der eine Artist, dernurmitdenZähnenan einem von dem zweiten Artisten gehaltenen Bande hing, aus dieser schwierigen Lage nicht befreien. Man spannte chliefelich ein Sprungtuch aus, in das sich der Artist hineinfallen liefe. Er erlitt dabei eine Ge - Hirnerschütterung und wurde ins Kranken­haus gebracht.

(Eine deutsche Forfchungsexpedttion in Chinesisch- Turkestan festgehalten.

Die deutschen Forschungsreisenden Trinkler und D e t e r r a haben nach Erforschung des west- lichen Himalaya und Chinesisch-Turkestan Delhi erreicht. Eine aus 40 Ponys bestehende Kara­wane mit geologischen Funden, die un­ter Führung des Schweizer Expeditionsteilnehmers B 0 fe h a r d über Kaschgar und die transsibirische Eisenbahn nach Europa befördert werden sollte, ist in Kaschgar von den chinesischen De Hör­den f e st g e h a 11 e n und wahrscheinlich b e - schlagnahmt worden. Die Forschungsreisenden haben sich an die deutsche Gesandtschaft in Peking mit der Bitte gewandt, sich bei der chinesischen Re­gierung für die Freigabe zu verwenden, da sonst die praktischen Ergebnisse der vierzehnmonatigen For­schungsarbeit verloren wären.

Fast fünf Millionen Taucher auf der Kölner prefsa.

Die KölnerPrefsa" hat eine Gesamtbefucher- zahl von 4 928 874 erreicht. Der Schlutztag der Prefsa", der Sonntag, hatte noch einmal alles auf die Deine gebracht. Besondere Veranstal­tungen, ein Riefenfeuerwerk und das allgemeine Gesiihl: Zum letztenmal lockten rund 1 50 000 Besucher in die Ausstellung. Bereits am Vormittag war über die Hohenzollernbrücke eine wahre Völkerwanderung und am Abend waren die Straßen der Ausstellung voll wie noch nie. Auch am Samstag schon waren rund 70 000 Be­sucher im Gelände. Der von der Arbeitsgemein­schaft der Kölner Presse veranstaltete erste Kölner Prefsebali erfreute sich eines aus­gezeichneten Besuches und nahm einen allgemein befriedigenden Verlauf.

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Das ausgedehnte nordwestliche Tiefdruckgebiet hat sich sowohl südwärts als auch ostwärts ausgebreitet. Seine Warmluftwelle brachte bereits in Nord- und Mitteldeutschland kräftige Erwärmung. Die Tempe­raturen lagen heute stellenweise bis zu zehn Grad höher als vor 24 Stunden. Stärkere Bewölkung und auch Niederschläge, die bis in unseren Bezirk gehen, treten außerdem auf. Mit der Weiterbewe- aung des Druckfallgebietes werden der warmen Luftwelle kühle ozeanische Luftmasten folgen, in deren Begleitung noch einzelne Regenfälle bei ver­änderlichem Wüterungscharakler erscheinen. Di« Luftwärme, die zunächst noch etwas Aunimmt, dürfte in den nächsten Tagen wieder fallende Ten - denz zeigen.

We r e r v 0 r a u s s a g e für Donners­tag: Wechselnde Bewölkung, nach vorübergehm- dem weiteren Temperaluranstieg w.eder frckckter. zeitweise e-rlzelne Regenfälle, südwestllche brs

--S^-Jan Kayyi

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bienstag. '

d. 16. Okt 1928, 7"aMS. /i

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