UT7\ ftoamertfonil^ Zivilisation schon ^Vevlich anixrS, aber man «oLI es nie w-'aen m wenigen Sorten ein Doli erschöpfend charak- ter toteren zu wollen.
öS i[t Sommerau^aana, April, und tage- und «TÄÄÄ inu ä «tesss vezoaencn Bettgestelle nicht reichen, aus einer Uyaut, ißt die schweren, sonderbaren und ftun- benlana ^reiteten Spei'en au- Mais, Man- d^ka und Salzfleisch, probierst alle möglichen Heilpflanzen' um deine Eingeweide wieder in Vrbmrng zu bringen, du schwatzt mit den VnnteS- Ct?5>091}ern deinem und ihrem holprigen Spa- nrsch utet die kleinen Dinge beZ Tages breit uno noch butter, gehst an einem Regenpau'en- tage mit in seine Pflanzung und hilfst bei der Arbeit mit primitiven Geräten, ober bu jagst auf btoBem Pferderucken hinter einer ausgerissenen Kuo tm Galopp her, oder hilfst, ein Schrein »u kastrieren. Sin junger Bursch, dessen Gesicht, wie hier häufig, an 3nfa$ ober Mongolen erinnert — tastet sich mit dir durch nachtschwar- zen Urwald zu einem Rancho, wo h?utc abend „gfaria", d h. Ball, ist. Du trinkst wie sie alten Eanna, den guten paraguayischen Zuckerrohr- auS großen Blech bechern, probierst eine Polka Paraguaho", und drückst dich wie sie bei- 'eite, att um Mitternacht die übliche Lchiesjerei zweier Eifersüchtigen erfolgt. Dein Pferd stapft tagelang durch Sumpf, bu sinkst oft bis zum Pferde- baiub ein und muht abspringend dein Pferd aufs Trockene peitschen. Du wirst oftmals vom Wege abirren und dich immer wieder Wundern, daß dein vorsichtig tastendes Pferd dich vor Gefahren behütet. Du passierst überschwemmte Kampe und dein Pferd marschiert manchen halben Tag im Wasser, mand# Stunde geht es bis zum Bauch und den Weg ahnst du nur. Du muht über gestürzte ober schwimmende Drücken, unter denen baS Aegenhochwasser braust, schreitest bis ytm Halse im Wasser — das Pferd am Zügel — durch reihende Bäche, durchschwimmst ohne Kleider mehrmals am Tage Flüsse und siehst voller Angst nach deinem mit der Strömung kämpfenden Pferd, baS am Zügel folgt. Und deine Sorge tn diesen Tagen ist nicht geringer, weil du allein bist. Du findest Gegenden, wo bu freundlich auf» genommen wirst und andere, wo man dir aus Ungefälligkeit ober Besorgnis am Abend das HauS verschließt. Du richtest dein Lager unter den Sträuchern und flüchtest alle Stunden, um dem Mondschein zu entaehen. in eine andere Ecke. Du kommst durch CanoeSteile, vor denen dich jeder warnte, du hast deine Pistole schuhbereit auf dem Sattel. daS lange Messer im Gurt und bist doch hilflos, wenn bu meilenweit durch den deckenden Urwald traben muht. Eines Abends wird man dir auch raten, dein Pferd an deine Lagerstatt anzublnben. bic, wie in Paraguay üblich, em Freien unter dem Borbach deS Ranchos ist. weil man dir dein Pferd holen will. Aber bu wirst überall glücklich passieren, denn die Dinge werden schlimmer gemacht als sie sind.
3e näher du Asunllon kommst, um so mehr häufen sich die Landstädtchen, kleine als Städte aufgeputzte Dörfer, sandig, still, weit und fveund- lich. Die Orte 3efuS und Trinidad, Duty und 3egroS, Billa Rica und 3nbebenbencia, Bytimi und Daraguari, Buyaguaron und 3tangua und schließlich Aregua bezeichnen deinen Weg nach Asunsion. Und eines Tage- fühlst du eS teutlich, bah Paraguay, seine Landschaft und feine Men- schen, daS letzte und schönste Stück deines Ritte« ist.,
ES ist Juni und es ist Winter und tatter Rord- toinb läßt dich frieren. Du hast dich in der Rühe vtzn Asunsion in Pension gegeben, fandest ein b«rtfcheS HauS mit einer bon waltenden beut» schen Hausfrau und damit alles, was du dir nach eipem so langen Abenteuerleben wünschen konntest. Du freust dich kindlich über tausend Dinge, die das Leben em wenig behaglich machen und deren Existenz du gänzlich vergaßest. Wenn du dann im Kvrbschaukelstuhl zurückgelehnt den Mate in der Qlbenbbämmcrung schlürfst, auf der überdachten Veranda beincS Hauses, und wenn dein Blick m die bläuliche Landschaft schweift, den Kamp voller Waldinseln und einzelner RanchoS, in Dämmerruhe getaucht, und du deine eigene Ruhe fühlst, bann werden erst richtig die Nten» schen, Dinge und Landschaft deutlich, die bu gc» sehen hast. Immer größer wird bas Bild und bald glaubst bu. cS gar nicht mehr mit einem Blick umfassen zu können, wieviel ein Jahr in Sübamerika zu Pferde geben kann, wenn du frei reist, ohne Reichtümer unb fernab ber großen Straße.
Der Chorzow-Streit.
Der endlose Streit um das Kalk st ick ft oss- wert Ehorzow scheint jetzt nach ber Entscheidung befl Haager Gerichtshofes enbaültlg seiner Bereinigung entgegenzugehen. Am 3. Juli 1922 beschlagnahmte Polen baS Werk unter Berufung auf fein Liquidationsgefetz, baS wiederum auf dem Bersailler Diktat beruhte, unb führte dazu an, bah cS zu biefer Maßnahme berechtig! fei. well die Inhaber beS Werkes, bie Obcr- schlesifchc n Stickstoffwerke, nur bie Scheinbefitzer wären, ba hinter ihnen als ber rechtmäßige Besitzer baS Reich stünde, so bah die Liquidationsparagraphen in biefem Falle in Anwenbung gebracht werden könnten. Damit begann ber Streit. Die Angelegenheit tarn, nachdem tm Wege direkter Verhandlungen eine Bereinigung völlig aussichtslos erschien, vor den Haager Gericht-dos. ber 1926 zum ersten Male bas für Deutschland sprechende Urteil fällte, nachdem ber deutsch« Sta nbpunkt als zu Recht bestehend anerkannt würbe Polen ließ sich durch bicfeS Urteil in seiner Haltung ober nach keiner Richtung hin beeinflussen, unb erst nach endlosen und jahrelangen Berhanblun- gen. die immer wieder erneut vor dem Haager Gerichtshof auSgetragen wurden, bequemte -ich die polnische Regierung dazu, einen Schadenersatzanspruch anzuerkennen, bot dafür aber eine Summe, die noch nicht einmal 25 Prozent ber beutfchen Forderungen auSmachte, Io daß Deutschland auf dieses Angebot nach keiner Richtung eingehen konnte. 3m übrigen rief die polnische Regierung auch noch ein polnisches Gericht an, das .rechtlich ber. polnischen Standpunkt belegen sollte. Und nunmehr ist endlich bk Sachlage dahingehend geklärt werden, daß Polen zur SchabenSersatzleistung verpflichtet worden ist, baß cS mit feinen Einwendungen gegen das Belitz recht ber Oter- «chlcsischen Stickstoffwerlc im Irrtum ist und daß nun im Wege eines Sachverständigen, rr fahrens Me H ö he der Schadensersatz-
Los Angeles, eine neue Weltstadt.
Die Stadt der Sonae und des Lichts. - Fünfzehafache Einwohnerzahl in 25 jo^rett. - Das künftige Industriezentrum am Stillen Ozean.
Äon Fred <5. Äilliager.
Wit dem Schlagwort ..amerikanische Sntwick- lung“ pflegt man bei uns die Ausdehnung *incr Stadt oder eines Unternehmens zu bezetchnan. die allzu schnell vor llch zu gehen scheint. Un- begreif.ich aber dünkt dem Europäer die Entwicklung einer Stadt, bic selbst für amerikanische Berhälln lle überaus schnell gewachsen ift. Reiche Bodenschätze, von einer raffinierten Bodenspeku- lat-.on mit großzügigster Reklame auSbojaunt, haben bewirkt, daß aus einem Keinen Dorf eine prächuge Riesenstadt entstanden ist, deren Raine LoS Angeles heute in der ganzen Welt bekannt ist. Roch immer werken bie Terraingesellschaften in riesigen Inseraten um neue zahlungskräftige Wltbüraer. verheißen schlaue Unternehmer selbst dem kleinsten amerckanischen Kapitalisten große Spekulationsgewinne, wenn er Grundbesitz in bet Aähe von Los Angeles erwirbt, unb noch immer pilgern Tausende von Abenteurern, Hochstaplern. Kapitalisten und Proletariern nach jenem Ort. von dem sie sich eine mehr ober weniger glänzende Existenz oder doch wenigstens auSreicyende Derbienftmöglichkcide« erhoffen.
.Ort ber Königin der ®nael" hieß ursprünglich bas Dors LoS Angeles, das im Jahre 1781 von spanischen Missionaren gegründet worden ist. Roch hundert Jahre später war biefer Flecken im übrigen Amerika ganz unbekannt: aber im Jahre 1900 zählte bie Stabt schon 100000 Einwohner, unb ein Jahrzehnt darauf hatte sich dir Brwvhnerzahl verdoppelt. 1920 wohnten in Los Anglles — nach der Eingemeindung Hollywoods unb anderer Ortschaften — 500 000 Menschen, und heute sind eS f a st anderthalb Millionen. Roch überraschender unb g grntischer wirkt aber ber wirtschaftliche Aufschwung, den bie Stadt in den letzten Jahrzehnten genommen hat. In zehn Jahren hat sich ihr Ha.enexport mehr als verhundertfacht: während im Iah« 1915 für 750 000 Dollar Güter ausgisuhrt worben sind, hatte die Hafenausfuhr im Iah« 1927 einen Wert von 112 Millionen Dollar. Sechs Schisfeh.tslinien liefen im Jahre 1919 den Hafen der Stadt an, und h.ute entsenden 151 Darnpscrl.nlen ihr.' Schiffe dorthin. Allein im Jahre 1926 wurden 300 neue Fabriken eröffnet, unb in 730 Hotels stchrn 140 000 Betten zur Verfügung brr Gäste. Schon heute ist LoS Angeles der größte Bahnknotrnvunkt SübkalifornienS; die Stadt ist auf dem besten Weg, ein neuer amerikanischer Mittelpunkt ber Industrie, ber Schiffahrt und der Finanz zu werden. Alle Vorbrbingungon für eine solche Entwicklung sind gegeben, Denn selten ist eine Gegend von der Ra kur so verschwenderisch mit Gaden bedacht worden wie Südkalifornien. Herrliche Täler, romantische Schluchten und vor allem der „Pacific" umg ten LoS Angeles, ein angenehmes Klima erleichtert daS Leben feiner Bewohner, im Winter friert es sehr selben, und die SommertLge werben nicht allzu heiß, ba kühle Seewinde bie Stabtbewohner erfrischen. Dom Mai bis Oktober regnet eS nicht, unb auch bie Infekten, die uns im Sommer belästigen, sind dort fast unbekannt. Die Täler trag n Reben-, Orangen- unb Obstpslanzungen, prächtige Palmenhaine wechseln mit riesige1 Gärten ab, in denen Blumen und herrliche Früchte gedeihen. Wichtiger für den wirtschaftlichen Aufschwung dürfte es sein, baß eS um Los Angll^ herum mehr als 1100 Petroleumquellen gibt, unb schon im Jahre 1924 hatte bic Pe- troleumprobullion dieser Stadt einen Wert von fast 900 Millionen Mark.
Ungeheure Vermögen sind durch diese zufällig entbedten Quellen entstanden. Roch heute zeigt man sich einen Hügel. Signal Hill, auf dem man die ersten Petroleumfelder fand. Ein Grundstücksmakler hatte daS Gelände angekauft und in viele kleine Felder geteilt, die ec zu geringen Anzahlungen verkaufte. Als mit dem Dau der ersten Häuser begonnen wurde, stieß man auf Petrv- leumquellen. die überaus ergiebig waren. Mit einem Schlag waren die kleinen Leute, die eine solche Hügelparzelle erstanden hatten, au Millionären geworden, denn große Petroleumgesellschaften kauften ihnen ihr Land gegen eine Beteiligung an ber Produktion ab. Später zahlte man bann ben glücklichen Besitzern diese- Terrains ungeheure Pauschalsummen, um bie Pro- buflionSteteiligung bamit abzulösen. Unmittelbar vor ber Stabt befindet sich außerdem ein umfangreiches Asphaltlager, das reiche Ausbeute verspricht. Die einzige Sorge bet Bewohner von LoS Angeles war der Mangel an Rieter-
schlägen: aber auch dieser Mangel wurde dadurch behoben, daß man riesig« Wasserleitungen und großzügige künstliche Bewässerungsanlagen schuf. Kürzlich sind die Einrichtungen zur Der- sorgung von LoS Angeles mit Trinkwaller so großzügig erweitert worden, daß sogar 7>/, Millionen Menschen mit dem kühlen Raß versorgt werden können.
Richt weniger als 47 riesige öffentliche Gärten hat Los Angeles aufzuweisen, ein prächtiges Iustizgebäute, d«i Mus«n und viele öffentliche Prunkgebäude legen von dem Reichtum dieser Stadt Zeugnis ab. Dor nicht allzu langer Zeit wurde sogar eine eigene Universität aeschaffen, die heute von 12 000 Studenten besucht wird, und 27 höhere Schulen. \o* wie 234 Volksschulen sorgen für die Ausbildung der Jugend. Seit einem Jahr hat man in LoS Angeles auch mit ben Dorbereitungen für bie Olympiade begonnen, die im Iahte 1932 dort stattfinden soll, unb ein Stadion mit 35 000 Sitzplätzen wird eigens für diesen Zweck errichtet werden. Selbstverständlich ist für die Verwaltung einer solchen Riesenstadt ein großer Apparat erforderlich: ein Oberbürgermeister unb zwölf Ratsherren haben alle Hände voll zu hm. um die Derwaltungsangelegenheilen zu erledigen. Unterstützt werden sie dabei von sechzehn Kommissionen. die auS je fünf Mitgliedern bestehen.
Während der ganzen Rächt find die Landstraßen um LoS Angeles hell erleuchtet, unb die Stabt selbst prangt in einem Lichtmeer. Am schönsten aber finb die Gartenstädte, Me in einem riesenhaften Kranz die Stadt umgeben: dort liegen inmitten prächtiger Gärten und herrlicher Rasenplätze bie prunkvollen Paläste jener Milliardäre. die sich nach LoS Angeles zurückgezogen haben, um die Früchte ihres Reichtums zu genießen. Prächtige Autostraßen führen von der Stadt auS in bie nahen kalifornischenSce- b ä b e r, Me mit allem nur erdenklichen LuruS angelegt sind und prach igc HotriS aufweisen. Der gewöhnliche Sterbliche kann sich allerdings ben Aufenthalt in diesen Prachtbauten nicht erlauben, beim 20 0 Mark ist Wohl ber mebrigste Tagespreis, den man f ür ein Zimmer bezahlen muh. Tin Badeort, der Denetia heifft. stellt eine vollkommene Imitation DencbigS bar, sogar die zahlreichen Tauben deS MarkuSplatz?S fehlen nicht f!). Gin anderer Badeort ist Santa Barbara, baS vor drei Jahren von einem starken Erdbeben h.ßngesucht worden ist. Eine ganz betonte re Anziehungskraft von LoS Angeles bäbet se^bverständlich ber Stadtteil Hollywood, in dem die b e r ü hm testen Filmkünstler der Well wohnen. Pola Regri, Lilian Gish, Gloria Swanson. Matt) Pickford. DouglaS FairdankS. Thariie Chaplin und Harald Lloyd haben sich dort angeftetelt, unb auch deutsche Künstler, wie Tonrad D eidt, Emil 3 ann i n g S unb Lukitsch, haben dort eine zweite Heimat getunten.
Reben ben amerikanischen Milliardären unb weltbekannten Filmschauspielern wohnen jedoch auch eine Anzahl Menschen, die in bitterster Rot leben, und doppelt tragisch wirkt neben diesem Glanz baS ungeheure Elend all jener jungen unb alten Leute, die viele Monate auf Beschäftigung durch eine Filmgesellschaft hof’en und meist hungernd unb unbeschäftigt den verschwenderischen LueuS ihrer glücklicheren Mitmenschen mit ansehen müssen. Der größte Teil ter Bewohner von LoS Angeles, ter über ein wenig Geld verfügt, spekuliert mit. Terrains, und sogar viele Arbeiter unb baS Hotelpersonal besitzen Grund unb Boten. Gegen geringe Anzahlung erwirbt man kleine Grundstücke, bie in kurzer Zeit mit beträchtlichem Gewinn weiter veräußert werten, ohne daß sie voll abgezahlt Worten sind. Große Banken beschäftigen sich ausschließlich mit ter Beleihung von Grundbesitz. unb die bestehende Grundsteuer umgeht man dadurch, daß man fl?tne provisori'che Häuser baut deren Derrn ietuna die Steuer wieder einbringt. Einen empfindlichen Strich durch die Rechnung ter Bodenspekulanten machte baS Orbbeben, daS vor drei Jahren Südka'ifornien heimsuchte, unb noch längere Zeit nach dieser Raturkatastrophe wollte niemand Grund unb 23oben in ben gefährdeten Gebieten erwerben. In wenigen Tagen stürzten die Preise für Terrain- beträchtlich, unb viele kleine Spekulanten verloren ihr Hab und Gut Aber schon nach einem halten Jahr, als kein weiteres Erdbeben erfolgte, beruhigten sich die Gemüter, ein neue- Hausse- treiten begann, und heute blüht die Bodenspekulation in LoS Angele- mehr beim je.
leistung unter Zugrundelegung ter gegebenen Verhältnis e festgestcllt werten soll. Wenn man also jetzt auch iwch nicht weiß, in welcher Höhe ter Schadensersatz einmal tatsächlich geleistet werten wird, so ist doch nunmehr immeroin eine Rechtsgrundlage geschaffen worden, die. da tetbe Parteien den Gerichtshof anerkannt haben, die Basis für die endgültige Beilegung abgibt. Der UrteilStenot zerfällt, wie bereits gemeldet, in 9 Paragraphen, nach denen auf der einen Seite ter Tatbestand testgestellt wird, und andererseits da» weitere Verfahren eine Festlegung erhält Ss ift erfreulich, daß der deutsche Reihlsstandpunkt sich durchgefetzt hat. Damit ift em neuer Beweis gegeben, wie lehr es Deutfchland immer darauf ankommt, die internationalen '.steck,tsgrundfätze durchzufetzen, von vorn- herein war es aber für Deutfchland klar, daß ein geredüee Urteil zu gar keinem anderen Ziele kommen konnte. 'Senn ter Hohe Haager Gerichtshof trotz der einachenten Untersuchungen ben deutschen Standpunkt bestätigt hat so zeiat dies auf der an- teren Seite auch, mit welcher Objehioität man im Haag zu arbeiten gewohnt ift. Deutschland sieht deshalb mit Vertrauen dem kommenden Sachoer- ftünbigenverfnhren entgegen und ermattet nur, daß die bamit endgültige Lösung ben deutschen Forderungen entsprechend auch endgültig mit dieser streitmaterie, die im Grunde genommen nur ein ~=nmptom der rechtlich ungenauen Bestimmungen tes Bersailler Diktats barfuUt aufräumt
Lprechftimden ber Redaktion
12 ick« 1 Uhr mittag», 5 bl» 7 Übe nachmittags Samstag nachmittag geschlossen
S " Hifleeawfträge find lediglich an dir »efch-f,»stelle ja richte«
Oberheffen.
Landkreis (tiefcen.
Mainzlar, 15. Sept Gestern nachmittag -wischen 6 unb 7 Uhr fuhr in ter Bahnbosstrate bic 55jährige Ehefrau Panzer von hier mit ihrem Ja brr ab. alS ihr bas Auto einer hiesigen Firma in lang'amer Sähet entgegen- kam. Aus die Signale tes Wagens wollte die anscheinend ün Fahren noch etwas unsichere Frau zur Seite unb von ihrem Fahrrad herunterfteigen. kam dabei aber auf bis jetzt noch nicht aufgcfl-irtc Dteisc dem Auto zu nahe, so bah sie von diesem erfaßt wurde. Sie erlitt einige Verletzungen am linken Dein und eine Hautabschürfung am Kops« Daß ber Unfall feinen schttmmcren AuSgang nahm, ist nur bem besonnenen unb langsamen Fahren des Wagenführers zu txrtbanfciL Die Frau wurde nach ihrer Wohnung verbracht, wo Dr. Schlapp-Lollar bk? erste ärztliche Hilfe leistete.
OO Äleln-Cinbcn, 16. Sept Au, der jüngsten Gemeinberatsfitzung ist u. a. zu berichten: Schon lange bemühen sich bic hiesigen sporttreibenden Vereine um d.e Anlegung eines neuen Sportplatzes. Der terzeilige Sportplatz, am Dorf ausgang nach Großen-Linden zu geleoen. ist für feine Zwecke nicht geeignet Dor allen Dingen ift er viel zu klein, kaum 95 Meter lang, unb liegt In »ächfter Räte tes Friedhof«-, dasu auch noch zwischen zwei Hos- retten. Bei Regenwetter ist er einige tage später noch völlig verschla!nntt und unbenutzter DaS ^tößte liefet^ teftebMebodb la feiner ungünstigen h brbftranc inneres Doriee TU an bad non Glück »euac teuch avgetrietenc 2140* »erur l uckr f’nb
Der Derncinterai erfamtfc au? Meten Grünten bic Rolwenbigfeit ter Schaffung ernrS neuen Sportplatzes an unb beauftragte ben Bürgermeister, bie erforterlichen Schr.tte zu unternehmen. — Die von einigen Seiten beantragte Neuregelung ber Befvlbung für die ©emeinbebeamten tourte abgelehnl. Nur dem Flurfchütz tourte eine Erhöhung feiner Der- mtung auf 1600 Mk. pro Jahr zuge-tenten. — Ebenfalls Adlehnung fanb ein Antrag ter 5rei* toiIItgen Feuc rtoehr bic um Gewähruna eines Zufchu'fes zur Anschaffung von AuS- rüftungSflegenftänten für ihre Stizer nachsuchte. — Für ten Standesbeamten betrachtete ter ©ememterat die im Dorankchtag für bal Rechnungsjahr 1926 eingestellte B^r^tung von 200 Mk. pro Jahr (bei 2000 Sintoohnern' als ausreichend unb lehnte ehtc Erhöhung biefer Summe ab.
> AuS dem südlichen Kreis Gießen. 17. Sept. Infolge ter vi terons bcsteh.nten Grünfutterknappheit. die auf die spärlichen Regenfälle teS letzten Sommers zurückzufüh«n ift. tourte ter Landwirt gezwungen, dem Dtehfutter ent- fprechente Kraftfuttermittel zuzufetzeiz. um mche eine allzuarvße Lücke m ter Mi l chHezeu- gung auttommen zu lassen. Dieser Zusatz ber 5um Teil teuren Äraftfuritrmehd mußte aber naturgemäß ben Erzeugerpreis beeinflussen Der StallprciS ter 'Milch betrug seither in hiesiger Gegend 18 Pf. pro Liter, tm Motrat 3urü sogar nur 17 Pf. Die allzu große Spanne zwischen Erzeuger- unb Verbraucherpreis der Mllch, cck- auch bic, bedingt durch die Autterinapphetl besonders schwierigen Berhältnifse dieses 3ah«s. führten Vertreter des Landbunde- aus ben in Betracht kommenten Gemeinten zu einer Besprechung nach Kloster Arnsburg. In bieser Versammlung wurde styärfstens betont, baß die Dis- serenz zwischen Stall- unb Stadt- preiS z u hoch sei. unb beschlossen mit allen Rütteln daraus hinzuwirken. bie Spanne toietet auf 12 Pf. zu reduzieren, wie sie 1927 noch beftanb, mit anderen Worten: den St allpreis zu e r h ö h e n, um ber zur Zett schwierigen Lag« ter Lanbwirtfchaft tn ter Milch?rzeugung Rechnung zu tragen. Auf bie Preisgestaltung wirft« sich da- derart auS. bah bte ^llollecei nich: mehr wte seither 18 Pf. fonbecn 21 Pf. pro Liter bezahlen sollte. Um diese Regelung möglichst rasch herbeizuführen, drohte man sofort mit bem schärfsten Mittel, mit bem Lieferstreik Dieter besteht nun auch tatsächlich feit vorigen Freitag. Die Firma Gebrüder Grieb (Dießen), die wohl an dieser Angelegenh il am stärksten inteoelliert ist, hat in verschiedenen Gemeinten Verhandlungen gepflogen unb sich berertcrflärt. ten Stallpreis auf 20i o Pf. pro Liter zu erhöhen. Sie komrte aber feine Einigung mit ten Erzeuger,! herbeiführen. to:il man hier ben Preis von 21 Pf. pro Sller als eine gerechte Forderung oetrachtet. Die Nngelegcnh:ti soll nunmehr Durch ein Schiedsgericht erledigt werten, das sich aus Vertretern beider Parteien zu- sammensetzt und heute in Dießen verhandeln soll.
KrciS Kriedberg.
WSR. Friedberg, 16. Sept. Die hiesige Stadtverwaltung hat seit bem Frühjahr f ur Straßenbauten bis jetzt nmb 138 500 Wk. verausgabt. Mit diesem Betrage vermochte sie eine ganze Reihe von Wünschen bet Bürgerschaft zu erfüllen. Weitere Projekte müssen zu- rückgestellt werben bi- bie hierfür erforderlichen Gelber fluffig gemacht worben finb.
4- Nab Nauheim, 16. Sept Ein Ausflug, ten bie Gesang-abtrilung bet Hanauer Turngemeinbe h «tt nach unserer Stabt unternahm, sand in einem gemeinsam« Zusammensein mit ter GesangSriege teS hiesigen Turnverein- seinen Abschluß. Dabei ließ Pros. Gg Dender (Frankfurt a. M ), bet Kreissang.-wart tes Mittel! heinfteiseS ter Deutschen Turnerschaft, durch seinen Stellver- treter Schleicher (Hanau) tefontere Grüße an die Turnersänger überbringen. In längeren Ausführungen Derbrcit’te sich ber stellvertretend« KreiSwart |ür da- Singen über baS diesjährige ÄrciStoertungSfingen in Mainz, woran ISCO Turnersäi ger auS 37 mittelrhrinischen Gesangs- riegen tctlg.nommen d ben. Ei.igeh nd begründete ber Rebner ben Dert teS Zusammenschlusses ber Gesang-rieaen in ber Deutschen Turnerschaft. Das deutsch« Lied g.höre zum deutschen Turnen unb müsse vor allem von den Turnern gepflegt werten, bie tm zunehmenben Aller sich an ber ausgesprochenen turnerischen Arbeit im Dorrin nicht mehr beteiligen könnten. Da im Zumgau Hessen ein Zusammenschluß der (Mang liegen zu einet G a u s ä n g e r s ch a f t noch nicht erfolgt ist. regte ber Redner unter allgemeinem Beifall die balD.gi Einberufung eines Tu rnerfänger- tageS für den Gau Hessen nach Gießen an.
WSR. Bad-Rau heim, 16. Sept. Der Ge- lamlbefuch unferer Badestadt betrug bis 13. September 35 530 Personen: anwesend traten am gleichen Tage noch 3981 Dategäste. Seit 1. 3a- nuar b. I wurden über 385 000 Bäder nerab- reicht.
KreiS Büdingen.
Büdingen, 16. Sept. Der Gemeinde- ra t beschloß in seiner jüngsten Sitzung, ben Marktplatz in feiner jetzigen Gestalt zu belassen und nur an ten unebenen Stellen weiter zu wr- belfern. Lnfchlleßend an ben befeftlgten Platz soll Ml -um Sportplatz, ber bic letzten 80 Steter Änge und die ganze Breite von ter Iahnstratze bis zum Fußpfad umfassen soll, ein für Reitübungen des Reit- und Fahrveretns geeigneter Platz angelegt werben. In Verlängerung ber fünf Meter breiten Straße, die bis xur Grenze tes befestigten Teils mei ter geführt werten soll, tft ein drei Meter breiter befeftlgttr ®eg bis zur Srunoftrahe anzulegen, zu dem bas Geläute von ter Fetdocrcmigung iu Lasten tes Feidbe«mi- aungStocgnettej atug.fdritten toerben foll, ba fünf* tigten biefer Weg nicht nur ben Zugang-weg zu ben angrenzenten Läuteteien hütet, fontern auch eine geeignete fahrbare Berbrnbuug von dem südöstlichen Stadtteil nach ten Sccmenländern. dem Siebe [berg und tem Zi:gelterg bar* stellt. DaS Hochbauamt wird er'ucht, nach diesen Gesichtspunkten ein Projekt au-zuarbeiten. in dem auch d« zweckentsprechende Herrichtung de- Reit- und Sportplätze- vorgesehen ist. Die seither für den Marktplatz ar?gewendeten Kosten s-.nd in dem Kostenvoranlchlag mit airf- zunehmen. Für fe.e Ausgestallung 5«S Sportplatzes soll ew Sachverständiger für Herrichtung do« Sportplätzen herangezvgen werden. — H er* auf wurde über die 'Sahl der Mitglieder für di« Marktbcputation beraten. Der GeTT^ntera: befchloh fee 'either beftanteme Marlttormn/sio« auszuheben unb tn eine NLnft- »tMitahon unvrutoanteln: ce biefe wurde» y


