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schon fleißig vvrgearbeitel worden. Durch Lau­ernde heftige Rheumatismus-Schmerzen, die mich wochenlang bettlägerisch machten (ich war natür­lich quietschgesund) erreichte ich es, daß mir von zu Hause eine gestrickte Iagdweste aus Wolle geschickt wurde. Sie war grüngetüpfelt und er­gab eine prachtvolle Zivilweste. Die blauen Hosen eines LI-Boot-OffizierS wurden ihrer gelben Diese entkleidet und aus dem schwarzen Mantelfutter ein Lüsterjöppchen genäht. Sine wundervolleHalbstarken-Mütze" wurde aus KöhlS Matratzenüberzug geschneidert und so aus­gerüstet, nur bewaffnet mit einem Katalog der Oerlikon-Maschinenfabriken in der Schweiz, den ein gefangener Ingenieur sich zumSelbststudium" hatte kommen lassen, zog Köhl wirklich los.

Zum AuSreißen hatte sich Kobl den gefähr­lichsten Platz ausgesucht, eine Ecke mit einem Pumpengestell dicht neben dem Fen'ier der La­gerwache. Eine deutsche Ordonnanz, die die Gaslaternen in Ordnung hielt, vergaß am 8. September abends eine verhältnismäßig kurze Leiter in der Rahe jener Ecke, deren Maß Köhl vorher bei seinen Malereien genau fest­gelegt hatte. Mit dieser Leiter nun kletterte er auf's Pumpengerust, stellte die Leiter darauf, kletterte auf eine efeuüberwochsene Mauer und zog die Leiter nach. Dieses geschah während des Abendappells, wo wir 4 Hauptleute in der Türe unseres Zimmer- zu stehen hatten, den Gruß des kontrollierenden Offiziers er­widern mußten und dann eingeschlossen wurden. Alm das Fehlen Köhls zu maskieren, hatte ein junger Düsseldorfer Künstler und lustiger Fliegerbruder Dornhecker, Köhls wohlgelungenes Portrait auf dem Boden seiner ^Unterhose sauber in Oel gemalt. Diese wurde ausgestopft, die Mütze aufgesetzt, darunter Waffenrock und Hose um einen Besenstiel kunstgerecht befestigt, der rechte Aennel mit ausgestopftem Handschuh an der Mühenkante festgenäht und dieses köstliche Gebilde zwischen den drei anderen Hauptleuten aufgestellt, ilnb warhaftig, so glänzend war die Täuschung, daß Monsieur le LieutenantKuh­kopf" getäuscht wurde rwnb während seiner Re­vision Köhl unbehelligt flüchten konnte. Bei dem Emporsteigew aur der Leiter blieb er selbst einem im Hof patroullierenden Posten verborgen, da er in dunkler Rächt nur einen Meter neben dem hell erleuchteten Wohnzimmer des Herrn Lagerkommandanten, wo dieser mit seiner Frau und seinem Söhnchen bei strahlendem Lichte sou­pierte, emporkletterte. Aber nun kam daS psy­chologisch Richtige von Köhl. Richt rannte er nun blindlings in die Rächt hinaus und wäre dann wahrscheinlich bald geschnappt worden, sondern die ganze Rächt und den kommenden Tag blieb er auf der Efeumauer liegen und lieh die Ver­folgung sich erst austoben. Dann tippelte er querwald- und querfeldein in der nächsten Rächt bis Tours, sprach am Schalter sein berühmtes Ocng kwattriäm puhr Lyonk, steht im Zug einen Gendarmen sitzen, klettert freundlich lächelnd zu ihm ins Kupee und brabbelt ihm im schönsten württembergischenSchwitzerditsch" vor, daß er im Austrag der Oerlikonwerke chier sei ihr Ka­talog) in La Rochelle für die Amerikaner einen Kran erbaut habe und nun nach Hause fahre. Er hat das Glück, daß auf der nächsten Station ein echter Französisch-Schweizer einsteigt, der zwar kein Wort Deutsch verstand, aber versicherte, daß Köhl ein sehr reines Schweizerisch-Sprak svreche. 3n herzlicher Freundschaft vereint, fuhren sie Über Lyon, wo ihm der gefällige Schweizer noch das Anschluhbillet ahnungslos besorgte und schwamm unter dem Kugelregen einiger Grenz­posten bei St. Julien über die Rhone und war gerettet.

Als ich Köhl voriges 3ahr zum ersten Male ttiedertraf, da kam er gerade auf die Minute pünktlich um 7 Ahr abends als Führer des Äunkers-ckSroßflugzeuges von Königsberg im Berliner Lufthafen an, nachdem er eS die Rächt vorher nach Königsberg geflogen hatte. Dann saß er wieder einen Tag auf seinem Büro als Leiter des Rachtslugdienstes und flog die nächste Rächt wieder nach Königsberg. Das war wieder der rechte Kohl, der auch jetzt sich durchgesetzt hat: trotz allem. Glück ab, lieber Köhl, und wenn's dir gut scheint, wirst du auch wieder zurückfltegen.

Zwischen Marx und Stegerwald.

Bon unserer Berliner Redaktion.

Run ist auch das Zentrum mit seinen Wahlvorbereitungen fertig, Reichsliste und Wahl­aufruf sind herausgegangen, der Kampf kann beginnen. Gerade im Zentrum freilich ist es be­sonders schwierig gewesen, diesmal eine taktische Einheit herzustellen, weil zu den sachlichen Mei­nungsverschiedenheiten die persönlichen Gegensätze kamen, die sich um Herrn Dr. Wirth gruppierten. Der Dorsriede war ja aller­dings schon seit längerer Zeit geschlossen, da- durch, daß Marx, Stegerwald und andere maß­gebenden Persönlichkeiten des Parteivorstandes versprochen hatten, sich für die Ausstellung Dr. Wirths auf der Reichsliste einzu­sehen und ihn für die Riederlage zu entschädigen, die er in feiner badischen Heimat erlitten hatte.

Dr. Wirth hat, das wird auch von seinen engsten Freunden nicht bestritten, zur Erreichung seiner ZieK' eine mehr als unglückliche Politik getrieben, et hat keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um der Reihe nach alle Gruppen des Zentrums vor den Kopf zu stoßen und eine Diszi­plinlosigkeit an den Tag gelegt, die sich schon aus Gründen der Selbstachtung eine Partei nicht ge­fallen lassen kann. Daß er dauernd Extratouren machte, sich offiziell im Reichstag als Opposition gegen das von feinem FraktionSvorsihenden Marx geführte Kabinett auftat, daß er in feiner Zeit­schrift die offizielle Zentrumspolitik auf das schwerste bekämpfte, sich dann aber jedem Ver­such einer Aussprache entzog, daß im Einver­ständnis mit ihm eine Besprechung der badischen Parteileitung einberufen war, der er dann fern blieb, find nut Einzelheiten besonders charakte­ristischer Art aus den Methoden, mit denen er sich innerhalb des Zentrums durchzusehen suchte Tat­sächlich hat er sich damit zwischen sämtliche vor­handenen Stühle gesetzt, und es wäre leicht mög­lich gewesen, daß er jedenfalls für diesen Reichs­tag kaltgestellt wurde, wenn nicht die Demokraten ihm beisprangen und ihm in Düsseldorf auf der demokratischen Liste eine Kandidatur anboten. Soweit hat das Zentrum es nun doch nicht kommen lassen wollen. Die Demokraten glaubten daß sie dabei ein gutes Geschäft machen würden^ weil sie damit rechneten, daß ein großer Teil bet Zentrumsarbeiterschaft dann für ihre Liste stimmen würde. Qlber daS Zentrum fürchtete die Kraftprobe.

So ist Herr Wirth nul die Reichsliste gekommen als zweiter Kandidat zwischen Marx

(3nnam und Aßgikft). Einen Einblick in die früheren Verhältnisse der Landwirtschaft bietet eineOrdnung der Pferdhaltung In Laubach", erlassen durch den Grafen Frie­drich Magnus zu Solms i. 3. 1559. Hier erfahren wir auch:Wie die Felder sind geteilt". Sehr umfangreich sind auch die alten Flur-Bücher, Gewann -Bücher und Sal-Bücher, besonder aus dem 18. Jahr­hundert. Die Grenzscheide der Gemarkungen der Grafschaft und der Stadtgemeinde wurde durch einen Vertrag vom 16. Mai 1737 festgelegt.

Vorhanden sind auch noch die Protokoll- bücher der verschiedenen Zünfte (Schmiede. Wagner, Zimmerleute. Maurer. Metz­ger usw.). Auch sind noch verschiedene Siegel­stöcke der Zünfte vorhanden. Die S i e - gelstöcke mit dem Stadtwappen (Solm- ser Löwe mit einem Engel als Schildhalter) gehen zurück bis 1577. Diese Siegelstöcke sind von Silber. Richt mehr vorhanden ist der Siegel» stock des ältesten Stadtwappens von 1427 (ein redendes Wappen: Laub und Bach). Die 3 u d e n f a ch e n gehen zurück bis in das 3ahr 1818. Sie bestehen auS Musterlisten, Ausnahmen in den Schuh der Stadt. Geburts-. Sterbe- und Trauungsprotokollen. Die Bestände des Archivs sind untergebracht auf zwei Büchergestellen, einem großen Schranke und in einer Truhe. 3n dieser aus Eichenholz bestehenden Truhe sind die wert­vollsten Archivalien verwahrt.

V Gedern, 16. April. Dieser Tage fand hier die Frühjahrstaxation des Pferde» verficherungsvereins Gedern statt. Es waren 542 Pferde zur Stelle, wovon 31 Stück neu aufgenommen wurden. DaS Versichcrungs- kapital beträgt insgesamt 285 700 Mark. 2116 Prämie wird Prozent des jeweils taxierten Kapitalwertes entrichtet. Sollte einmal die Prämie zur Deckung evtl. Schäden nicht voll auSreichen, dann wird der Rest prozentual auf die Versicherungssumme ausgeschlaaen. Gar man­chem ßanßtoirt konnte durch diese Selbsthilfe trotz der denkbar niedrigsten Prämie durch 75prozentige Schadenersatzleistung schon geholfen werden.

I Ober-Lais, 16. April. Heute wurde seitens des hiesigen Gemeinderates der Ver­trag mit dem Gemeindeverband Ridda-Alfa unterzeichnet. Der Ge­meindeverband Ridda-Alsa richtet danach auf der Strecke Ridda Wallernhausen Fauerbach Schwickartshausen Ober-La is einen Auto-Omnibusbe­trieb ein. Die Erweiterung der Linie bis zu dem ursprünglich vorgesehenen Endpunkte Hirzen­hain wird seitens unserer Gemeinde dringend gefordert. Der Gemeindeverband Ridda-Mfa hat sich bereit erklärt, nach Beschaffung eines neuen WagenS nochmals einen vierwöchentlichen Probe­betrieb auf der Strecke Ober-Lai-Hirzenhain durchzuführen, der Anschluß an die Reichsbahn- züge erreichen soll. Don den Ergebnissen dieses Probebetriebes soll die endgültige Fahrplan- geftaltung auf dieser Strecke abhängen. Zur An- schaffung des neuen Wagens, der zwecks besserer Ausnützung bei Sonderfahrten und wegen des auf der Strecke RiddaOber-Lais zu bewältigen­den Verkehr- mindestens 30 Sitzplätze haben soll, gibt die Gemeinde Ober-LaiS dem Gemeinde- verbande Ridda-Alsa ein Darlehen von 5000 Mark, da- dieser mit 10 Prozent verzinsen und mit 15 Prozent tilgen wird. Die Gemeinde über­nimmt die Verpflichtung, ein etwa entstehendes Defizit nach Maßgabe der Einwohnerzahl zu­sammen mit den übrigen Gemeinden decken zu wollen. Die endliche Erreichung einer Omnibus- Verbindung wird in unserem, bisher vom Ver­kehr etwas abseits gelegenen Dorfe allgemein freudig begrüßt.

I Glashütten, 16. April. Die hiesige Gemeindeverwaltung hat in der Ge­wannVorm Scheidwald" teilweise durch Kauf von Privaten, teilweise durch Austausch mit der staatlichen Forstverwaltung Gelände erwor­ben, das der Anlage eine- Steinbruches dienen soll. Die Gemeinde hofft, daß bei der Feldbereinigung für Anlage de- Wege- netzeS und andere Aufgaben benötigte Steire­rn ateri al auf diesem Wege billiger beschaffen zu können. Der Scheidwald ist als GewinnungS-

nnd Stegerwald. 3m Grunde genommen aber a 18 Liftenführer, da Dr. Marx daS Mandat in feinem westfälischen Wahlkreis annehmen wird, also nur pro forma auf der Reichsliste steht. Allerdings möchten wir doch glauben, daß so ohne weiteres Herrn Dr. Wirth dieser bevor­zugte Platz nicht eingeräumt worden ist, sondern daß er Bindungen politischer und diszipli­närer Art hat geben müssen, damit er sich künftighin solche Seitensprünge nicht mehr leisten kann, wie das dieGermania" sehr hübsch for­muliert hat in der Erwartung,daß er seine politische Arbeit in die Fraktion verlegt und nicht neben ihr einhergebt, und daß er in den grundsätzlichen Fragen Zweifel an seiner Haltung nicht aufkommen läßt." Erleichtert wird ihm das wohl dadurch, daß der Linkskurs im Zentrum sich stärker durchgesetzt hat. Zwar ist der Industrielle Klöckner, der in seinem Wahlkreis nicht wieder ausgestellt wurde, auf die Reichsliste gekommen, im allgemeinen bleibt aber der Einfluß des rechten Flügels in der neuen Fraktion gegenüber dem verstärkten linken Flügel zurück. _

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

8 Groß en-Lin den, 16. April. Linser Ort, wie auch die Rachbargemeinden Leihgestern und Lang-Göns sind schon von jeher wegen ihrer hervorragenden Gänsezucht in der gan­zen -Umgcgenb bekannt. Alljährlich um diese Zeit, wenn die jungen Gänschen ausgebrütet werden, sind tagtäglich Bauersfrauen aus den südlich gelegenen Orten des Hüttenbergs in unseren Ge­meinden anzutreffen, die hier Zuchtgänse an- kaufen. Auch in diesem Jahre ist die Rach - frage nach jungen Gänschen wieder außerordentlich rege, so daß der Bedarf nicht gedeckt wird. Dementsprechend sind die Preise in diesem Jahre recht hoch: 3 bis 4 Tage alte Gänschen kosten 1,50 Mk. bis 1,80 Mk., während für über acht Tage alte Gänschen 2 Mk. und höher gefordert werden.

= Lang-Göns, 16. April. 3n dem fest­lich geschmückten Gotteshaus wurden gestern die diesjährigen Konfirmanden von Pfarrer Wahl eingesegnet. 3m ganzen waren es 29 Kinder. 17 Mädchen und 12 Knaben. Ein Kon­firmand konnte wegen Krankheit nicht erscheinen und muß später nachkonfirmiert werden. Unter den Konfirmanden waren sechs Kriegs­waisen.

L Holzheim, 16. April. Hier haben sich ungefähr 50 junge Leute entschlossen, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Der Antrag, eine solche zu gründen, tft aber in einer Gemeinderatsslhung aus finanziellen Gründen abgelehnt worden. Man ist damit aber keines­wegs zufrieden, und es soll nun in dieser An­gelegenheit an die Aufsichtsbehörde herangetreten werden.

D Lich, 16. April. In unferer Marienftistskirche wunde am gestrigen weißen Sonntag durch Stifts- Pfarrer Schorle mmer die Konfirmation der diesjähricfsn Konfirmanden uorgenommen. Die Zahl der fonfirmierten Knaben beträgt 25, die der ! Mädchen 36. Unter letzteren befanden sich 10 Zög­linge des Rettungshmises in Kloster Arnsburg. Der noch Lich ccks StiftSdechant versetzte 'Pfarrer Kahn von Ortcniberg wird am nächsten Sonntag feine Antritts predigt halten und durch Dekan Engel in fein Amt eingeführt werden.

4 Lich, 16. April. Heute wurde mit den Klein- Pflasterungsarbeiten der Durchfah-rts- straße nach Nieder-Bes singen begonnen. Die BelonaNbeiten werden durch die hiesige Bauftrma Heinrich S t e n g i e r ausgeführt, während die eigentlichen Pslastenarbeiten der Firma Gebr. Lotz Büches (Kreis Büdingen) übertragen wurden. Ge­sperrt für den Fuhrwerksvcrkehr ist nur die Haupt- stmtze innerhalb der Stadt, doch ist für genügende Umleitung der Fahrzeuge Sorge getragen. Man stosst, datz bis zum grotzen Gesangswettstreit des Männergesang VereinsCacilia" im Juni die Arbei- ton beendet sind. Infolge der großen Nieder- schlage der letzten Tage führen Wetter und W e i b g r a b e n feit Sonntag Hochwasfcr und hoben cm vielen Stellen den großen Wiesengrund unter Wasser gesetzt.

Kreis Büdingen.

Ridda, 16. April. Gestern nachmittag kam in der Bismarckstraße hier ein Auto ins Schleudern und rannte rückwärts über den Fußsteig gegen die Einfriedigung eines Vor­gartens. Der sehr starke Zementsockel wurde in Stücke gebrochen und das Spalier an die Hauswand geschleudert. Glücklicherweise befan­den sich keine Fußgänger auf dem Fußsteig und keine Kinder vor dem Garten, die sonst gerne an dieser Stelle spielen. So wurde grö­ßeres ilnglüd verhütet und die Autoinsas- s e n, die aus Elberfeld stammten, kamen mit dem Sch recken davon. Sie wollen den Schaden ersetzen. Der Wurstfabrikant und Gastwirt Zur alten Post", Rudolf Ringshausen hier, verkaufte seine am Markt gelegene zweite Metzgerei und Wirtschaft ,.Z u m Schwan" an Metzgermeifter 3. D i e s p o h l aus Güters­loh in Westfalen für 16 000 Mk. Der neue De- sitzer will in dem Anwesen Metzgerei und Wirt­schaft weiter betreiben.

Kreis Schotten.

ä Laubach. 16. April. 3n voriger Woche c In Gegenwart von Prof. Dr. Wilh. Mart. Decker- Darmstadt als Vertreter deö Staats­archivs und des Beigeordneten Wilh. Pitzl! als Vertreter der Gemeinde das hiesige Ge­meindearchiv auf Grund des von Prof. Dr. R o e s ch e n aufgestellten Verzeichnisses übergeben. Der Bestand der Pergament- Urkunden ist recht reichhaltig. Die älteste Pergament-Arkunde fällt in die ersten 3ahre der so lms Ischen Herrschaft und ist da- hert vom 14. August 1420. Sie ist ausge­stellt von den Brüdern Bernhard und Johann Grafen zu Solms und bezieht sich auf die Befreiung der Bürger zu Laubach von allen Fronen. Diensten, Mäher- Geld und Kuh-Geld. Ebenso werden sie von Weg- und Schlag-Geld befreit. AlsBede" (Steuer) sollen sic alljährlich 120 Gulden auf <5t. Michels Tage zahlen, auch einen etwaigen Burgbau mit Fuhren unterstützen. Andere Ur- kunben beziehen sich auf die Benutzung der Gemarkungen der ou6gegangenen Dörfer, auf Schuldverschreibungen usw Besonders wertvoll ist ein alte»GerichtSbu ch". da« der Zeit der Begründung der Reichsgrafschaft angebört, und vom 3ahr 1522 datiert ist Auch ein altes Bürge r buch" aus der zweiten Hälfte des lb. Jahrhunderts ist vorhanden. Die älteste Rechnung der Stadt ist vom 3ahr 1518

Schach-Eck«.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmren Mitteilun­gen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 157.

Dem Gießener Schachklub zum 70jährigen Stiftungsfest gewidmet.

Don Dr. Ab. Kramer.

5

3

2

6

4

8

7

a

fl

b

b

Z

h

3

2

1

6

4

8

7

5

Original. Schwarz.

d e

Weih.

V/, «

M

8 h

Weiß zieht und seht in drei Zügen matt.

Weih: 8 Steine. Kh5; Ta7, Tb; Lc4, d6: Sd7; Bc5, g2.

Schwarz: 8 Steine. Kc6; Db2; SaS: Be6, f7, g3, g4, h6.

Partie Nr. 102.

Die nachfolgende Partie erhielt im Gießener Schachturnier den ersten Schönheitspreis. Die Anmerkungen stammen vom Sieger.

Aljechin-Derteidigung.

de>

L e2-e4

2. Sbl-c3

3. e4-e5

4. Sc3xd5

5. Sd5-e3

6. Sgl -f3

Weiß: Frhr. b. Holzhausen. Schwarz: H. Kmoch.

3. Sf6-d7

4. Sd7xe5

5. c7-c5!

6. Se5xf34- Die weiße Dame wird

1. Sg8-f6

2. d7-d5

Eine Neuerung.

plaziert. Rach 6 Sbc6 7. Sxe5, SXe5 wäre dagegen der Se5 deplaziert.

7. Ddlxf3 7. Sb8-c6

8. Lfl-b5 8. Lc8-d7

9. b2b3 9. Sc6-d4

Falls 9 e6 10. Lb2, Sd4? 11. Lxd4, cxd

12. Dxb7 und Weiß gewinnt-

10. Lb5xd7-|- 10. Dd8xd7

11. Df3-h5 ,

Weiß will hierdurch ein Tempo durch Angriff auf c5 gewinnen, etwas besser war aber 11. Ddl. 11 11. Ta8-c8

Weitaus bester, als 11 e6

12. Lcl-b2 12. g7-g6

13. Dh5-e5 13. f7-f6

Die beiden letzten Bauernzüge sind nur schein­bare Schwächungen; Schwarz kommt bald zum Angriff.

14. De5-g3 14. Lf8<-h6!

15. Tal -cl

Es drohte zunächst 15 l,xe3 nebst 16.

S><c2+ usw. Weiß steht bereits unbequem, da et wegen Sc2-j- nicht rochieren und wegen Oeffnung der c-Linie auch nicht gut auf d4 tauschen kann. 15 15. 0-0

Mußte scharf berechnet werden; Schwarz hat bereits hier die folgende Kombination im Auge: 16. h2114 16. f6-f5

17. f2-f4

Falls 17.115, so g5 und der weiße Angriffs­versuch ist gescheitert. Mit dem Textzug droht Weiß zwar sehr stark h5, doch hatte Schwarz gerade auf diese Stellung gerechnet. 17 17. e7-e5'

Ein zwingendes Bauernopfer als Vorbereitung, Weih kann f4 nicht decken und muß also schlagen. 18. f4xc5 18. f5 f4

9. Dg3-g4 19. f4xe3!

Die entscheidende Wendung; eS folgen nun mehrere Zwangszüge.

20. Dg4xd7 20. c3xd24-

21. Kel-dl 21. d2xclD+

22. Lb2xcl 22. Tc8-d8

Der Dchlüsselzug!

23. Dd7-h3

Weiß hat keine Rettung Falls 23. Dxd8, TxdS 24. Lxhö, Sxb3+ 25. Kel, Sd4 26. c3, Sc6 und Schwarz erobert noch den Bauern e2 mit leicht gewonnenem Endspiel.

23 23. Sd4xb3-P

24. Kdl-el 24. Sb3xcl

25. Dh3-c3

Schwarz drohte matt durch 25 ...., Ld2*. 26.

Kdl Le3+ 27 Kel. Lf2-^ 28 Kfl, Tdl.

25 25. Td8-d4!

Viel stärker 25 Ld2+. Süge.

26. De3xc5 27 Kel-dl 28 Dc5-d6 29. cöxdö 30. Kdl-el 31. Stil-113 32. c2c3

Aufgegeben.

als der Damengewinn durch Es folgen einige Derzweiflungs-

26. Td4 - e44-_

27. Tf8-d8 +

28. Td8xd64-

29 Te4-d4-J-

30. Sclxa2

31. Sa2-b4

32. Sb4-c2 +

Lösung veS Problems Rr. 154.

Don 3. 3. Logstab.

1. Tg2-c2!, Salxc2 2. Sg3-e2 malt

1 , Tb2xc2 2. Dh8-b8 matt.

1 Kf4xg3 2. Lgl -h2 matt.

1 L beliebig 2. Sg3 - e2 oder h5 matt.

Lösung beS Endspiels Rr. 53.

Don H. Rinck.

I.d6-d7,Ta2-d22. a6-a7. Le2-f33.Th 1 -h5+, Kc5-b6 (oder beliebig) 4. Th5-d5, Lf34-d5 5. d7d8D+, Kb6xa7 6. Dd8-a5+ und gewinnt, 4....., Td2xd5 5. a7-a8D und gewinnt. 3

Lf3xh5 4. a7-a8D, Td2xd7 5. Da8-a5 + , K be­liebig 6. Da5xh5 und gewinnt.

Richtige Lösungen.

Zum Problem Rr.150: O. Schäfer, Schlitz; stuck. W. Müller, Lang-Göns. Zu Rr. 153: L. Herbert, hier; stud. W. Müller, Lang-GönS. Zu Rr. 154: stud. W. Müller, Lang-GönS.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedattlonStisch. kleines Reiseerlebnis.

Die Fahrlarten, bitte!" sagt der O-Zug- Schaffnsr. Sechs Personen im Abteil haben eine. Der siebente sucht und sucht und sucht. 3n allen Taschen. Vergebens. Macht ein lange« Gesicht, muß nachzahlen. Da sagt sein Gegenüber be­dauernd:Pech! Wirklich Pech. Was meinen Sie, lieber Herr, wie oft ich schon ohne Fahr­karte von Frankfurt nach München gefahren bin?" Alle Mann im Abteil machen große Augen. Die größten macht der Schaffner, der hinausgeht und beim nächsten längeren Aufenthalt mit einem Kontrollbeamten wieder erscheint. 3eht geht s los.Die haben sich vorhin gerühmt, ohne Fahr­karte von Frankfurt nach München gefahren zu seinStimmt. Zehnmal mindestens. Wenn daS langt."Wissen Sie nicht, daß das strafbar ist? Betrug! Wie haben Sie daS überhaupt ge­macht?"Kunststück! Mit meinem Auto

Geschichken aus Dresden.

Hans Reimann erzählt im neuestenStachel­schwein' einige Dresdener Erlebnisse, von denen hier zwei wiedergegeben seien. 3n der Schiller- straße, zwischen Loschwih und dem Weihen Hirsch, kaufe ich Maikätzchen. DaS Bündel kostet 20 Pf. »Aecht teuer", sage ich.Weil mir se einzeln ab- zWacken missn! DaS änne bübbltje Arrweid."

Der O-Zug Berlin- Karlsbad läuft in Dresden ein. Eine Dame, von einer andern Dame begleitet, Rettert in mein Coupe. 3ch gehe auf den Bahn­steig, eine Zigarette zu rauchen. Die Dame folgt mir und macht noch ein Schwätzchen mit ihrer Freundin. Die Freundin, die von draußen in daS Abteil hineingesehen hat, fragt:Sinn das Tschechen in öaim Gubbeh?"Ree. Berliner. Awwr ooch enne ehglhasfde Gesallschasfd."Wieso dnn?"Dähn ihre Schbrahche!"