eine erhebliche Rolle. Zur 'Xatngatwxx bienten Hauptmann Köhl drei Kompasse, ferner trie Stellung ber Sonne und der Gestirne. Da die Startbahn in Baldonnel nur prvm- sorisch angelegt und durch drei Wochen liegens Wetter völlig aufaeweicht war. brauchte die 'Bremen 1300 btt 1350 Meter Anlauf, während sie auf der Startbahn in Dessau im vorigen Jahre bereits nach etwa 500 Meier in der Luft war. Die Hauptschwierigkeit aber war die Wetterfrage, weil eS schwierig ist. für eine so lange Zeit Doraussagen Ku geben. Hauptmann Köhl hat übrigen- die Absicht, über die Durchführung des Fluge- Aufschlüsse zu geben, und in interessierten Kreisen sieht man darin den Hauptwert des Unternehmens. Werl dadurch weitere Unterlagen für das Problem des Transozeanluftverfehr- gegeben werden.
Oie erste Etappe -es Tlordpolstugs.
Die „Italia" in Stolp.
Stolp. 16. April. (WTB.) Bei der gestern schon gemeldeten Landung der , Italia in: ©roLp stand General Robile, als tee Gondel den Boden berührte, sehr ermüdet aussehend, aber lächelnd an der Tür. Er äußerte lrch außerordentlich befriedigt über die Art. in der sich das Luftschiff trotz deS furchtbaren Wetters, das besonder- tn der Gegend der Weihen Karpathen sehr stürmisch gewesen sei. in jeder Beziehung bewahrt habe. Sr sei außerordentlich stolz auf das und habe das feste Zutrauen, daß die Aord- polfahrt ein Erfolg sein werde. Sowohl die Motoren al- auch die Instrumente hatte-' trotz des Gewitters glänzend gearbeitet In Gl ei- Witz riet die Leitung des Flugplatzes wiederholt dort zu landen. Wir waren aber ge- toillt. die Fahrt fortzusetzen Da wir die Orientierung verloren hatten, ^mußten wir in der Gegend von Gleiwitz zwei Stunden kreuzen, bi- wir auf drahtlosem Wetze aus Lindenberg und Prag Informationen emgeholt hatten. Ich habe aber auch nicht einen Augenblick daran gedacht, umzukehren. Wirkliche Gefahr bestand für da« Luftschiff nur während der Zeit, wo wir die Gewitterzone m Schlesien passieren mußten. Die Besatzung hat sich ausgezeichnet bewährt. Es ist die beste Besatzung, Vie ich jemals hatte.
Außer den Dehördenvertretern, den Zeitunas- korrespondenten und den LlbsperrungS- und Hilfs- mannschasten waren, wohl infoltze der Unsicherheit über den Zeitpunkt des Eintreffens, nur ungefähr hundert Zuschauer auf dem Flugplatz anwesend. General Mobile hat Anweisung gegeben, ohne besondere Formalitäten jedermann zur Deslch- tigung de« Luftschiffes zuzulassen unter der Bor- aussetzung. daß nicht geraucht wird. In den nach' sten Tagen wird man in Stolp, nachdem die Reparaturen an den: Polarluftschiff „Italia" beendet sind, mit der Machfüllung des Gases beginnen. Die erforderlichen Dvrberei- tungen hierzu sind bereits getroffen. Immerhin dürfte e« noch acht bi« zehn Tage dauern, bi« die „Italia" wieder vollkommen flugbercit ist. General Mobile will dann zunächst einige größere Probefahrten ausfuhren, so daß der Abflug zu der PolareKpedition nicht vor dem 8. oder 10. Wai erfolgen wird
Die Oeutschnationalen im Wahlkampf.
ehtbcincr-öilbflii spricht in Frankfurt.
Frankfurt a. M.. 16. April. (Landespresse- dienst.) Der Spitzenkandidat der Deutschnationalen Partei für Hessen-Rasfau. Wetzlar und Waldeck, von Lindeiner-Wildau, sprach hier in einer Wahlversammlung. Der Hauptteil der Mede war der Auseinandersetzung mit der Deutschen Volks- Partei gewidmet. Der Dortragende rechtfertigte die Teilnahme der Deutschnationalen Partei an der Megierung, indem er auSsührte. daß es ein Trugschluß sei, wenn jemand behaupte, man müsse zu dem jetzigen Staat in Opposition stehen, weil man ihn nicht billige. Wer beiseite stehe, bleibe Objekt der Politik. Die Taktik der politischen Abstinenz hätte vielleicht dann gerechtfertigt sein können, wenn man hätte hoffen dürfen dadurch den Staat lahm zu legen. Die staat-politische Lage sei aber so, daß daran nicht zu denken sei und infolgedessen gebe eS nur ein«: aktive Mitarbeit. Der Beitritt der Partei zur Reichsregierung sei mit einet Dernunftebe zu vergleichen, mit einem Zweckverband. tn welchem die verschiedenen Parteien um die Festsetzung der politischen Diagonale miteinander ringen.
Die Deutsche DolkSpartei sei der Ansicht. daß die Gegensätze zwischen den beiden Rechtsparteiennicht ohneGrund vertieft werden sollten. Aber es hätte sich leider ergeben, daß die Schwierigkeiten einer Zusammenarbeit nicht ab-, sondern Angenommen hätten. Die Deutsche DolkSpartei habe, um ihren Liberalismus zu beweisen, der als Weltanschauung in unserem heutigen freien Staate keine Berechtigung mehr habe, sich bewußt von den Deutsch- nationalen distanziert. Dies zeigte sich zunächst auf dem Gebiete der Außenpolitik. Gewiß sei es richttg. daß die Fesseln von Der» sailleS nicht gewaltsam abzustreifen seien und daß man infolgedessen einen friedlichen Ausgleich suchen müsse. Doraussetzung für diesen wäre jedoch die Verhandlung mit den Ententemächten auf dem Boden der Gleichberechtigung gewesen. Die Deutschnationalen hätten versucht, dieser Außenpolitik die Wege zu ebnen, hätten aber nicht mehr mitmachen können, als die genannte Vorbedingung außer Acht gelassen worden wäre. Die Gleichberechtigung zeige sich nicht in der äußeren Fassade, sondern in den materiellen Berechtigungen der Staaten. Richt hie Deutschnationalen hätten also intonfequent gehandelt, sondern diejenigen, die die Konsequenzen auS dem geschilderten Verlauf der Dinge nicht gezogen hätten. Das aussenpolitische Leitmotiv sei von Stresemann seinerzeit dahin gezeichnet worden, daß man Sicherung im Westen geben müsse, um im Osten freie Hand zu erhalten. Die Deütsch.iationale Partei befürchte aber, daß bei dem Lauf der Westpolitik die ostpoiitischen Ziele in dem Faß ohne Boden von Locarno verschwinden würden und daß dieser Westpolitik schließlich auch wirtschaftliche Belange geopfert werden mühten
Damit kam der Redner zu der Erörterung her Wirtschaftsfragen. ®6 lei leider Tatsache, daß
Frankreichs Äokumenie znm Kriegsausbruch.
poincares Alibi.
Don unser« Berlin« Redaktion.
Die Veröffentlichung der Dor«r ieg Sbo f u - mente, womit Deutschland den Anfang machte, hat doch ihre Wirkung nicht verfehlt. Der Druck der davon auSging. ist fo stark getootten, daß schließlich auch Frankreich ihm nachkommen und wenigstens eine Auswahl der am titeln Aktenstücke herausgeben muh, die allerdings sehr vorsichtig zurechtgestutzt sein wird. Aber daS dauernde Schweigen Frankreichs konnte doch zu dem Eindruck führen, daß tn Paris mancherlei xu verheimlichen wäre gegenüber der Offenherzigkeit. womit Deutschland vorgegangen ist. Und das wollte Poincarß vermeiden. Er hat deshalb auch durch die „Surope Rouvelle" einen Auszug aus den deutschen diplomattschen Schriftstücken zusammenstreichen und veröffentlichen lassen, wozu « selbst die Einleitung schrieb. Eie ist außerordentlich geschickt gefaßt und nur darauf berechnet, die französische Polittk weihzu- waschen. Poincars liest auS den deutschen Akten lediglich heraus, daß Berlin unter dem Einfluß eines abenteuerlichen ManneS gestanden habe, der allen Mahnungen vernünftiger Leute ent- gegenhantelte. Natürlich hat der Ä ä i f er Schuld, weil er an Frankreich und Ruhlaiw den Krieg erklärte. Ja, Poincara selbst geht sogar noch einen Schritt weiter und preist das französische System, das nur einen D e rtei - digungskrieg erlaubte, während das deutsche Regime auf einen ÄngriffS- krieg eingestellt gewesen sei. Er schreibt sogar den Satz nieder daß die französische Regierung nicht in der Lage gewesen sein würde, Krieg zu führen, wenn die Kriegserklärung von Deutschland nicht gekommen wäre, weil in Frankreich dem Buch
staben nach daS Parlament die Zustimmung zur Äriegerflärung geben muh.
Das heißt doch bie Tatsache m der urchetmüchilen Weife verdrehen. Niemand beftretet bei uns, daß unsere Politik m den Sommerte gen 1914 außer- ordentlich ungeschickt gewesen ist und baß wir uns niemals in eine Sackgasse hinein- drängen lassen durften, aus ber es für uns mir b«i Ausweg gab. daß wir den Krieg erklärten. Denn dadurch nahmen wir das Odium der Dervnnvort- lichkei' wenigstens formell auf unsere Schultern. Ader die tieferen Zusammenhänge liegen doch ganz anders. Frankreich und Rußland hatten beide ihren Rücken frei, sie fomtien also m aller Ruhe mobilisieren und hatten, wenn ihre Mobilisierung durchgeführt war, Deutschland in der Zange. Darauf lonnren wir nicht warten. Unsere Lage war hoffnungslos m dem Augenblick, wo die russischen Millionenhsere an der deutschen Grenze ftanben. Unser ganzer Kriegsplan war deshalb darauf auf- gebaut, daß mir dm ehren Gegner erledigten, bevor der andere feine letzten Vorbereitungen vollendet hatte. Deshalb konnten wir einer russischen Mobilisierung nicht tatenlos ,Zusehen, hatten auch noch Petersburg ebenso wie nach Paris sagen loflen, daß die russische Mobilisierung uns die Kriegserklärung geradeyu au fzwa ng. Das hat auch Poincar- gewußt. deswegen hatte er die Rusten zur Mobiliste- ruitg getrieben und hat bamfct auch erreicht, daß Deutschland in iXe taktisch ungünstigere Rolle des Angreifers kam. Aber das waren doch nur «schernmanövrr. Daß mir in Wahrheit die Ange g r i f f e n e n waren, ist aus den deutschen Akten, die gewiß nicht von bcsondiwen Verehrern der Monarchie redigiert sind, klar «weisCich. Die Geschichte wird tfcefes Urteil bestätigen, selbst wenn Pmnearö durch seine Kritik imd durch die Art ferner AktenVeröffentlichung noch fo viel Dotrm zu retuschieren versuchen sollte.
unter dem Einfluß von Stresemann und Turkins der Weltestpvrt über den Schutz des inneren Marktes gestellt würde. Als Beispiel «ie.er auf den kommenden deutsch-polnischen Handelsvertrag hin, der wahrscheinlich die innere Wirtschaft der polnischen Konkurrenz frei geben würde Aur wenn wir eine leistungsfähige Landwirtschaft hätten, tbnnten wir einen Einfluß auf die Höhe der AahrungSmittelpreise erhalten. wahrend wir sonst abhängig würdet, von dem internationalen Kapital, das zunächst vielleicht um die innerdeutsche Konkurrenz zu beseitigen, die Preise der 73.at)Tuxxg&* mittel senken würde, um sie später nach dem Erliegen dieser Konkurrenz um so hoher heraufzu- schrauben. Eine leistungsfähige, zahlungskräftige Landwirtschaft verhindere auch den Abfluß des Geldes in das Ausland und fühve es den er- werbstättgen Schichten des deutschen Dvlkes zu.
Außenpolittk fei nach Dietrich Schäfer der Einsatz von Wacht. Solana« wir diese Macht nicht hätten, sollten wir uns daher von akttver Polittk möglichst fern halten und uns darauf befchränken. eine weltpolitische Situatton zu er- fassen, die einen Ausgleich der Kräfte in der Weise bringt, daß wir auch mit unseren geringen Mitteln Einfluß gewinnen könnten.
England nndderKriegsverzichtsvertrag
London, 16. April. (WTD.) Der diploma- ttfche Mitarbeiter des „Daily Telegraph" führt aus: In britischen amtlichen Kreisen mißt man den Vorschlägen KelloggS größte Wichtigkeit bei. Dem Ersuchen Washingtons um baldige Antwort wird noch Möglichkeit entsprochen werden. Aber schon wegen der Wichtigkeit der Sache ist eine sorgfältige Prüfung unbedingt notwendig, um die Rückwirkungen des vorgeschlagenen Vertrages auf die bestehenden internationalen Verpflichtungen Großbritanniens nach der Völl«- bundsfatzung und den Locamo-Derttügen zu fläten. Großbritanniens Haltung in einer derartigen Frage wird aber schließlich nicht von technischen Erwägungen, sondern von einer großzügigen Würdigung des moralischen und politischen Wertes entschieden werden. Was die Dominions anbetrifft, kann man schon aus ihrer Abneigung, den Rhemlandpakt zu unterzeichnen, den Schluß ziehen, daß sie mit der Ansicht Washingtons überein» stimmen werden, wonach der Abschluß eines vielseitigen Friedenspaktes nicht durch militärische Bündnisse behindert oder vereitelt werden soll Man tut auch gut, daran zu denken, daß im vergangenen Jahre die traditionelle Abneigung der britischen Außenpolitik, sich in Bündnisse zu verwickeln, in unyoeibeutiger Weise erneut bekräftigt worden ist. Wohl ist in britischen Kreisen das Gefühl nahezu allgemein, daß die Aussicht auf eine erneute Zusammenarbeit zwischen Amerika und Europa in erheblichem Maße Zugeständnisse an die amerikanische Auffassung wert wäre.
Die Goldausbeute in Ostsibirien.
Die deutsche Bank an der Krnanzierrrn- beteiligt
Paris. 16. April. (TU.) In den letzten Tagen fand in Tannes eine Besprechung zwischen den Vertretern einer amerikanischen Banlengruppe, der Deutschen Bank und der Lena-Goldsielbs statt. Es Handelle sich um die Gewährung einer Anleihe von sechs Millionen Mark rür die Lena-Go Idfields, die die Genehmigung für die Goldförde- runo i n Ostsibirien hat. An dies« Anleche sollen sich die Deutsche Bank und die amerikanische Bankenaruppe beitetliqcn unter gleichzeitiger Mitwirkung an der Goldausbeutung in Oftfunrien. Die Besprechungen endeten mit dem Ergebnis, daß die amerikanische Gruppe durch Vermittlung und unter Garantie der Deutschen Bank den Lena-Goldsields sechs Millionen Mark zur Verfügung stellen wird, doch werden die Vertreter beider Gruppen vorläufig von einer direkten Beteiligung an der Goldausbeute Abstand nehmen Sie behallen sich ledvch das Recht vor, später neue GeLd- mtttc! zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise zu 50 d. A an bet Ausbeute beteiligt «ii werden
Oie Berliner GtraßenSahnkatastrophe.
Die Aussagen des Wagenführers.
Der Führ« des Triebwagens des am Stadion verunglückten Straßenbahnzuges, der 53 Jahre alte Fahrer Heinrich Redlich, wurde von der Kriminalpolizei eingehend vernommen. Ruhig und mit großer Sicherheit machte er seine Aussagen über den B«lauf ber Linglücksfahrt. Bei ber Abfahrt von der Endhaltestelle mäßigte « das Tempo des Zuges auf 10-Stunben- kilometer herab, da chm die abschüfsige Straße bekannt war. Von Beginn des Abfalles an setzte er beide Bremsen, sowohl die für Handbetrieb, als auch die elektrische. i n Tätigkeit. Er merkte ab«, daß sie nicht nach Wunsch faßten. 51m die Reibung zu erhöhen und größ«en Widerstand hervvrzurufen, streute « von Anfang an unablässig Sand. Plötzlich verspürte er einen Ruck am Woaen und glaubte, daß die elektrische Bremse infolge eines Kurzschlusses nicht mehr betriebsfähig fei. Trotzdem bediente et beide Bremsen weit« . und hielt auf feinem Posten — wie es den Vorfchriften entsprach — bis pi dem Augenblick aus, als ber Wagen u m 11 p p t e. (Erft bann stieg er ab und beteiligte sich an ber Bergung der Verunglückten. Als man chm vorhielt, daß er kein Notsignal an den Schaffner gegeben habe, erklärte Redlich, daß die Fahrsttaße viel zu kurz gewesen sei, als daß eine Betätigung der Hinteren Bremse das Unglück hätte aufhalten können. Außerdem sei der Wagen derart überfüllt gewesen, daß der Schaffner oingekeilt zwischen den Fahraosten stand und nicht mehr rechtzeitig die Hintere Plattform hätte erreichen können. Diese letzte Anaabe wird durch den Schaffner des Triebwagens vollauf bestätigt. Redlich wurde nach beendeter Der- nehmung wieder entlassen. — Die technische Untersuchung de« Straßenbahnzuges hat, wie die Straßenbahngesellschaft mitteilt, ergeben, daß der Zug technisch einwandfrei war und auch funktioniert hat, was einwandfrei festgeftellt wurde. Zur Zeit des Unglücks herrschte leichter Schneefall, der die Schienen schlüpfrig machte.
Oer Tarifkonflikt im Bankgewerbe.
Berlin, 16. April. (WB.) Wie der Deutsche Bankbeamtenverein mitteill, ist er nicht in der Lage gewesen, den am 31. März für die Verlängerung des Reichstarifes gefällten Schiedsspruch in seiner gegenwärtigen Gestalt anzunchmen. Beint 'Reichsarbeitsministerium sind deshalb von ihm Rachver - Handlungen beantragt worden. Die sonst noch am Taris beteiligten Arbe'tnehmervrganisationen nehmen die gleiche Haltung ein. Auch der Reichs- vcrband der Bankleitungen hat beschlossen, den Schiedsspruch, dessen Erklärungsfrist heute abgelaufen war. abzulehnen.
Aus aller Wett.
Alexander Wyneken
Königsberg, 16. April. Am 16. April konnte d« Mitbegründer, Leit« und Ehefredak- teur der Königsberger Allgemeinen Zeitung, Dr. h. c. Alexander Wyneken, die Fei« feines 8 0. Geburtstage- begehen Unter den im deutschen Zeitungsleben an führender Stelle stehenden Männern nimmt Dr. h. c. Wyneken einen der hervorragendsten Platze ein. Sein Harne hat sowohl in der großen Derlegervrganisatton wie in der Organisation ter Redakteure den allerbesten Klang. Zahlreiche Ehrungen und Würden sind Dr. Alerander Wyneken in seinem von rastlos« Arbeit «sülltcn, ater auch von reichsten und schönsten «Srfolgcn gefronten Leben zuteil geworden. Sein ureigenstes Werk, dem « seine ganze Lebensarbeit gewidmet hat, ist die Königsterg« Allgemeine Zeitung, die heute dank feinem Wirken zu den größten und angesehensten Zeitungen des deutschen Ostens gehört und deren Resonanz weit üb« den Rahmen ter Provinz hinausreicht. — Der Reichskanzler sandte Dr. h. c. Wyneken. zum 80.Geburtstage folgendes Dlückwunf ch- teiegramm: „Zu Ihrem 80. Geburtstage spreche ich Ihnen, der Sie Ihre Lebensarbell mit vorbildlich« Treue der deutschen Presse und damit dem deutschen Volke gewidmet haben, meinen herzlichsten Glückwunsch aus. 'Wöge Ihnen geistige AÜftigfeii und körperliche Frische noch recht lange zum Wohle teS Vaterlandes «halten bleiben.*
Lchneestürme im Schwarzwald tmb te Schlesien.
Freiburg L Br., 17. April. (WTV. Funkipruch.) Der starke Temperatursturz^hat auf dem südlichen Schwarzwald bei heftigem Sturm Schneefall gebracht. Bis zu einer Höhe von 800 Met« herab ist eine geschlossene Schneedecke von fünf Zentimeter vorhanden. Bei sinkender Temperatur hält der Schneesturm auch heute noch an. An verschiedenen Orten Haden die Beratele- graphen erheblich gelitten und sind teilweise logar gestört. — Auch im ganzen Östlichen Riesen- gebirge gingen ungeheure Schneemasien uieter wie sie während des ganzen Winters nicht zu verzeichnen uieren. Die Landwege find völlig unpassierbar. Die seuchten, schweren Schneemassen haben viele Telegraphen- und Telephor»-, leitungen und Äntennendrähte zerrissen. Auch in den Wäldern wurde großer Schaden angerichtet. Die Sttomzufuhr des Elektrizitätswerkes der Ueberkmb- zentrale ist unterbrochen, fo daß Landes- gut ohne elektrischen Strom für Licht und Kraft ist. Empfindttche Störungen hat der große Schneefall auch im Eisenbahnbetrieb hervorgerufen. Die Ziedettalbahn verkehtt vorläufig nicht. Auch sind die Morgenzüge ter J^taatsbalyn ausgeblieben, so daß die Geschäftswelt von Laudeshut o h ne j e d e P o st ist.
Auch in Breslau sank die Temperatur und in den Morgenstunden herrschte ein mächtiger Schnee sturm, der binnen kurzer Zeit alles mit dichten Schneemassen bedeckte. Im Telephon-, Telegrapyen und Zugverkehr, traten Störungen auf.
75 Jahre Stadl Ludwigshafen.
Am Sonntag konnte die Stadt Ludwigshafen chr 75jähriges Jubiläum feiern. Die Festrede dielt Ober» Bürgermeister Dr. Weiß, der einen historischen Ueberblick über das Wachsen ter Stabtgemeinte unter Hervorhebung der auherortenllich starken 9 n • dustrialtsierung gab. (Er hob in sein« Rete hervor, daß ber höchste Wunsch, der alle beseele, in ter in die ganze Dell hinausgerufenen Frage gipfle: „Wie lange sollen wir noch der Freiheit entbehren?* Dann führte Dr. Weih aus: Wir bitten nicht um Räumung, wir wollen kein Geschenk, mir fordern unser gutes Recht. Aber wir bekennen auch in dies« feierlichen Stunde: Dir lehnen es ab, daß unser« Freiheitzum Handelsobjekt gemacht wird. Auf diesem Wege gibt es nur ein entschiedenes S)aiL Wenn es jemals richtig ist, daß die Zeit für uns arbeitet, so ist es hier ber Fall. Keine Gewalt der Erde laitn uns von unserem Mutterlande reihen. Niemals wird die Besatzung irgendwelchen Einsluh auf unsere Kultur, unsere Sprache, unsere Sitte bekommen.
Ein Tot« und vier Schwecv«lchte bei einer Autofahrt.
Fünf junge Leute aus Höhschein bei Benrath vereinvarten in ter Rocht zum Montag in einem Lokal mit einem Chauffeur eine Autofahrt. Nachdem noch in verschiedenen Lokalen Einkehr gehalten Worten war, tourte die Weit«- fahrt über Denrath angetreten. Der Führer des mit wahnsinniger G e s ch w i n d i g k e i k rasenden Wagens übersah wahrscheinlich die scharfe Kurve an ter Kölner Landstraße und Bodenbach« Allee und bremste im Augenblick mit solcher Gewalt, daß da- Hinterrad und da- Steu« brachen und ter Wagen f i ch dreimal überschlug. Dter ter Insassen tourten dabei au- dem Wagen herauSgeschleudert und blieben schwerverletzt liegen. D« Führ« war infolge eine- SchätesbrucheS sofort tot
Oie Wetterlage.
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IHettervo rausjage.
Das mitteleuropäische Tiefdruckgebiet hat sich ostwärts weit« bewegt und durch die Ausnahme ter dort lagernden warmen Luftmassen in fein Strömungsbernch weit« vertieft. Die an feiner Rückseite vordringenden falten Luftmassen üb«* fluten jetzt uns« Gebiet und gestalten zunächst den Witterungscharakt« noch unteständia. Da jedoch von Westen her ter Luftdruck kräftig ansteigt. Dürfte sich noch im Laufe tes morgigen Tage- die Wetterlage beruhigen und freundlicher gestalten.
Wettervoraussage für Mittwoch: Zunächst noch kühleS, unbeständ.ges. wech!eind wolkig.» Wetter mit Aufklaren und Regen- und Schneeschauem. Später Beruhigung ter Wctt«- lagc.
Witterungsaussichten für Donnerstag: Ruhiges, teils wolkiges, teils auf- heiternde- Wett«, aber noch fühl.
Lufttemperaturen am 16. April: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 2,5 Grad Celsius; am 17. April: morgens 2,3 Grad Celsius. Maximum 5 Grad Celsius, Minimum 0,3 Grad Celsius. — Erdtempera' tuten in 10 Zentimeter Tiefe am 16. April: abends 6,4 Grad Celsius- am 17. April: morgens 4F Grad Eelstvs — Niederschläge 12,1 Millimeter


