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Straßen wurden in letzter Zeit von der Stadt neu her gestellt. Die Zufahrtsstraße vom Kreisamt zum Bahnhof wurde mit Kleinpflaster versehen, auch die Riddastraße bis zum Orts­ausgang nach Da in rod ganz neu mit Kleinpflaster hergestellt. Der Hohenwiesenweg wurde in einer Breite von sechs Meter neu chauffiert und mit Bürgersteig versehen. Zwei schöne Dillen sind in letzter Zeit dort erbaut worden. Auch die alle Frankfurter Straße ist als Dauviertel erschlossen worden, Wasserleitung, Kanalisation ist gelegt. Die S'adt hat dort einen Teil des Schüßlerschen An- Wesens käuflich erworben und errichtet ein Drei- samilienwohnhmus für Beamte des Finanzamtes. Der Bau wird in diesen Wochen noch im Bob­bau fertig, das Fundament ist bereits hergestellt. Der Zugangsweg zum neuen Krankenhaus und die Zufahrtsstraße werden eben gebaut. Das Krankenhaus ist auch im Innenausbau fertig. Die Inneneinrichtung wird eben beschafft. Man hofft, das Haus im November oder De­zember in Betrieb nehmen zu können. Am Markt

Wohnungsreform. hielt einen mit lebhaftem Bei­fall aufgenommenen VoriragBaugenossenschaften und Wohnungsresorm" mit anschließender Vor­führung von Lichtbildern ausgeführter Ge­nossenschaftsbauten.

zu werden, wandte er sich an Kiewening, der sein Minenspiel neugierig gemustert hatte.

Äst Herr Dekepper da?" fragte Martha schnell. Ich habe meine Schlüsse! zu Hause gelassen, den­ken Sie nur."

Bitte, dort hinein!" Die drei kümmerten sich nicht um ihn und traten ein.

Das Zimmer war leer. In hohen Stapeln lagen Briefumschläge, Adreßbücher und Reklameblätter mit verschiedenen Firmenaufdrucken.

Blinsky und Kiewening traten sofort an das hohe Fenster. Als sie kurze Umschau gehalten hatten, sagte Kiewening:Das dort ist die Obere Fluß- straße. Sollte das große Fenster dort Ihre Licht- pausanftalt sein?"

Blinsky nickte. Sein Gesicht war in diesem Augen­blick von Wut verzerrt.Er sieht wie ein wildes Tier aus", dachte Martha.

und in der neuen StraßeLieber der Psarv» gälte sind ebenfalls zwei neue Wohnhäuser in der letzten Zeit entstanden.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 15. Okt. Am Sonntagabend er­öffnete das Stadttheater Gießen die dies- jährige Winterspielzeit in Alsfeld mit der KomödjxIngeborg". Die Aufführung bedeutete einen vollen Erfolg. Die Gießener Schauspieler boten unter der Spielleitung von Hans lannert eine ausgezeichnete, abgerundete Leistung. Das Haus war recht gut besetzt, und es wäre zu wünschen, daß dieses Interesse auch bei den künftigen Vorstellungen in Alsfeld anhält.

h. Erbenhausen, 15. Oft. Infolge Amts­niederlegung unseres Pfarrers Rhein- f u r t h in Lehrbach wird laut Verfügung des Evang. Dekanats Alsfeld unter KirchIviel bis zur Wiederbesetzung unter d e Nachbar Kirch­spiele Kirtorf und M a u l b a ch auf geteilt Lehrbach ist zur Pfarrei K.rtorf gekommen, die dadurch nun zwei Fifiaten hat, da Ober-Gleen in.olge seiner Rich wiedorbe ehung der Pfarr- ftelle' schon früher mit vereinigt war. Linser Ort Erbenhausen toteö durch die P'arrei Maulbach versehen, die bisher schon dir Filialorte Ap-enrod und Dannenrod zu versehen hatte. Der Kanfir- mandenunterricht, an dem die hiesigen Konfir­manden in Lahrbach teiinehmen mußten, wurde von der Pfarrei Kirtorf übernommen.

Starkenburg.

Lpd. Darmstadt, 15. Ott. Zu dem Liebes- drama in der Frankfurter Straße erfahren wir noch folgendes: Der Schupobeamte Schneider hatte feine Braut, die 22jährige Stenotypistin Liefet Kraft, nach Hause begleitet. Hinter der Haustür gab er zwei Schüsse auf das Mädchen ab, die es schwer verletzten. Darauf richtete er die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch zwei Schüsse in den Kopf. Das Motiv zur Tat dürfte in Eifersucht zu suchen sein. Die Liesel Kraft liegt in bedenklichem Zustande im Krankenhaus.

WSR. Offenbach. 15. Ott. In der Nacht zum Sonntag traf der Schckllzug von Bebra um 23.05 Uhr mit dem kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof auf der Lokomotive schwer verletzten Heizer und Reservelokomotivführer Keß l er aus Bebra hier ein. Soweit die Untersuchung bis jetzt ergeben hat, war der Verunglückte mit der Schürstange In der Heizung beschäftigt. Hierbei hat er vermutlich die Schürstange zu weit aus der Lokomotive nach außen gehalten. Die Lokomotive eines aus der an­dern Richtung kommenden Zuges muß die Schür- f'tange dann erfaßt und sie dem Heizer an den Kopf geschleudert haben. Anders ist die schwere Kopfverletzung nicht zu erklären. Der 23er- letzte wurde sofort in das Offenbarer Krankenhaus übergeführt, wo er am Sonntagvormittag feinen Verletzungen erlegen ist.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

? Wetzlar, 15. Okt. Besonderer Umstande wegen konnte das Jubelfest der Rheinischen Mission aus Anlaß ihres hundertjähri­gen Bestehens in unserer Gemeinde erst am gestrigen Sonntag begangen we.d.m. Mittags 12 Llhr sand im Dom Festgottesdienst statt, der zahlreich besucht war. Für den Gottesdienst war eine besondere Ordnung herausgegeben, die sich an die Fest ordn un gen anderer Gottesdienste! der Rhffnprovinz anlehnte. Die Feier wurde verschönt durch die Mitwirkung des Kirchen- chors und sie bestand aus einer besonders zu- fammengeffettten Lithurgie. bst der sich Gemeinde und Chor im Wechselgang beteiligten. Während die Lithurgie von den beiden amtierenden Pfar­rern gehalten wurde, hielt die Festpredigt Psar- rer Schmidt, Siegen, der in packenden Worten unter Anlehnung an ein Psalmwort die Ge­meinde an die Segensarbeit der Aeußeren Mission erinnerte. Am Rachmittag fand eine Rachversammlung im Schützengarten statt, dis ebenfalls recht gut besucht war. Hier begrüßte Plärrer Schmidt, Wetzlar, die aus der Stadt und den umliegenden Dörfern erschienenen Be- sucher, während Superintendent Wieder die Grüße d:r Synode überbrachte. Den Haupt- vortrag hatte Missionar Blum aus Dorrnen übernommen, der früher auf einem Hauptarbeits­gebiet der Rheinischen Mission, in Reu-Guinea tätig war. Seine Schilderungen über die Arbeit

beiden Seiten durch ein bevorstehendes gleich­artiges Vorgehen der Textilindustrie schon eine erhebliche Schärfe angenommen hat. Ab. wich­tiger noch, als dje Einzelfälle, so groß iie m ihrem Ausmaß und ihrer Bedeutung smd, ist die Besorgnis um das Wiederaufleben einer kon­tinentalen Welle sozialer Erschütterungen d:e schon so früh im Winter spürbar werden und die politische Konsolidierung zugleich mit der wirt­schaftlichen gefährden. Denn hier helfen dann nicht Palliativmittel hier kann nur eine einschneidende Wandlung der gesamten putschen Wirtschaftspolitik helfen I

Verband der Bauvereine Hessens

Line Rede des Arbeiisminisiers Korell.

ballten Fäusten hinzu.

Eine Tür öffnete sich, und das Geklapper von

Parlament gegen mich gerichtet worden sind, an, daß ich nicht dagegen einschreiten wurde Latz Eisenbahnwaggons und andere Rot- Wohnungen für soziale Mieter bereitgestellt wurden. Ich erkenne an, daß dieser Sta nt andere Aufgaben, die ebenfalls notwendig sind. mit großen Geldbeträgen fördert, und daß es, von dem gewissen Standpunkt eLer Partei aus ge­sehen, richtiger wäre, große Geldmittel in erster Linie für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Aber wenn ich sage:wir^ können nicht über unser Vermögen , so ver­rät das nicht Herzlosigleit und Gleichgültigleit, sondern es verrät die tatsächlich verantwortungs­bewußte Einsicht in die finanziellen Gren­zen die diesem unferm Willen gezogen sind. Wie das Finanzjahr 1929 sich gestalten wird, wissen wir heute noch nicht. Aber vorsichtig gesagt, wird es nicht leichter fein, als es in diesem Jahr gewesen ist. Lim so mehr ergibt sich mein Interesse für das Bauprogramm des nächsten Jahres, in dem die Kleinwohnung einen noch größeren Raum in der Bau­kostenbezuschussung sür sich in Anspruch nehmen soll, als die in ihrem Wert sehr gute Idee des einzelnen Familienhauses. Ich glaube, ich muß im neuen Bauprogramm besonders die Vor­ortgemeinden um Darmstadt herum, in der Rähe von Frankfurt a. 'JlL und Rüsselsheim, dann in der Umgebung von Mainz in einer stärkeren Weise mit Klein­wohnungen in Reihenhäusern bedmken, als das bisher der Fall war. Ich hoffe, ungefähr 662/s Prozent der mir zur Verfügung stehenden Gel­der im nächsten Jahr dafür ausgeben zu können. Diese will ich hineinwerfen in die furchtbare Wohnungsnot dieser Gemeinden, und wenn ich darüber Angriffe erfahre von anderer Seite, daß ich noch so berechtigte Wünsche auf Bezuschussung schöner Eigenheime nicht befriedigen kann, so werde ich das erklären aus meinem Wunsch und aus meinem Willen, die dringendste Rot der Massen zu beheben. Gebe Gott, daß wir wieder in bessere Verhältnisse hineinkommen, daß uns das ausländische Geld vielleicht für Woh- nungLkapitalien bffser ecsch'os en oder überhaupt erschlossen wird, dann will ich der erste sein, der dann auch wieder die Idee des Eigenheims fördert. Aber zunächst ist am dringendsten die Fürsorge für die Elendesten der Elenden in unferm Volke, die arbeiten wollen und, nicht arbeiten können, weil sie keine Arbeit finden, die wohnen möchten mit ihren oft zahlreichen Kindern, imd heute in Löchern wohnen müssen. Das ist die Aufgabe, die mir das nächste Jahr

Seid fällt vom Simmel

Vornan von Pau! Enderling.

Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin.

WSR. Darmstadt, 14. Okt. Der V e r - band der Dauvereine Hessens feierte am heutigen Sonntag sein 25j ähr iges Be­st e h e n verbunden mit seinem diesjährigen Verbandstag im Gewerbemufeum. Hier hatte der Verband eine Ausstellung von Plänen und Modellen ausgesührter Wohnungs­bauten der Dau- und Siedlungsvereme auf ge­meinnütziger genossenscha'tiitzr Basis eingerich­tet, die von Ministerialrat K l u m p, dem Vor­sitzenden des Verbandes, eröffnet wurde und den Ehrengästen und Mitgliedern unter Führung des Regicrungsbaumeistcrs Kohl ein anschau­liches Bild von dem tatkräftigen Wirken der Dauvereine gab. ,. .

In der anschließenden Mitgliederver­sammlung im Vortragffaal des Museums erstattete der Ve.bandsvor, inende den Geschäfts­bericht, aus dem für die Allgemeinhell zu er­fahren wichtig ist, daß der Verband zur Zeit 50 Genossenschaften mit einem Betriebsvermögen von rund 9 Millionen Mark und einem Ge- schästsgulhaben von 700 000 Marl, daS erhöht werden wird, umfaßt. In Hessen würde Stem­pel- und Gerichtsiostenbefreiung bei gemeunnüt- zigen Bauten Minderbemittelter nur an Bau­herren mit einem Einkommen bis zu 3000 Mark bewilligt. Gefährlich für dm Genossenschastsbe- stand könne es werden, wenn die Spanne zwi­schen Alt- und Reumieten einfach durch Erhö­hung der Altmieten ausgeglichm werden solle. Durch die Mithilfe der Regierung und der Staatlichm Landesbank sei gerade auf dem Lande der Wohnungsbau bedeutsam ge.ördert worden. Durch die h.sffschen Kreditinstitute feien für die.e Zwecke im letzten Jahr über 22 Millionen Marl zur Verfügung gestellt. Fast ohne Aussprache genehmigte die Delegier tenversammlung die ge- schäftlichrn Punkte d:r Tagesordnung und erteilte Vorstand und Geschäffsführung Entlastung und Vertrauen für das kommmde Jahr.

In der öffentlichen I ub i l ä um s Ver­sammlung begrüßte zunächst Ministerialrat Klump die Ehrengäste, unter ihnen Minister Korell. dem er für seine warmherzige Llnter- stützung hmzlich dankte. Er gab einen Ausblick aus die Bedeutung des gemeinnützigen und ge­meinsamen Bauwesens der hffsi chen Genos.en- schastsvcreine im Hinblick auf d e kulturelle, hy­gienische und besonders bei switschastliche Seite ihres Wirkens, was vielfach noch nicht genügend erkannt wordm sei. Hoffentlich könne man auf dem nächstjährigen Verbandstag in Main z von einem weiteren Aufsteigen des genossenschaftlichen Arbeitens im Wohnungsbau berichten. Hierauf ergriff

Minister Korell

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

l. Lang-Göns. 15. Okt. Llnsere Kinder­schulschwester Else Sutter wurde in die Rahe von Pforzheim versetzt. Sie war vier Jahre hier in der Kinderschule tätig und hat sich während dieser Zeit viel Freunde bei jung und alt erworben. Man sieht sie nur ungern schei­den. An ihre Stelle tritt von heute ab Schwester Frieda Finger. Das Erntedankfest wurde gestern unter Mitwirkung des Posaunen- chors und des Gemischten Ehors (Leitung iwn beiden: Kirchenvorstand Karl Boller) bei überfülltem Gotteshause gefeiert. Der Orte- Pfarrer konnte darauf Hinweisen, daß die Land­wirte ein selten gutes Jahr hinter sich haben. Gestern abend fand in unserer Kirche bei gu­tem Tesuche ein Missionsabend statt, bet dorn Pfarrer Schäfer einen Dorttag über die Arbeit der Sudan-Pionier-Mission hielt. Llnterstützt wurde der Vortrag durch Voi> führung eines Filmes, der im ersten Teil Land und Leute von Oberäghpten zeigte, dann in das Leben der mohammed an ischen Bevölkerung ein- sichrte und zuletzt eine Anschauung von der Ar­beit der Missionare und der Aerzte gab. Die Kartoffelernte ist beendet. Der Ausfall ist befriedigend. Durch die starken Fröste der letzten Rächte sind die Landwirte gezwungen, nun auch die Hackfrüchte rasch einzubringen. Lieber all sieht man die bekannten Mieten aus dem Erdboden wachsen, denn die Keller reichen nicht, die gute Ernte zu fassen.

)( Kffoster Arnsburg, 15. Oft. Gestern nach­mittag fand hier in Anwesenheit des Vorstandes der Anstalt und der Hausgemeinde die feierliche Ein­führung einer neuen Lehrerin, Frl. B 0 ttge aus Frankfurt a. 9)1., statt. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied fand Pfarrer Lenz (Gießen) treffende Worte der Ermunterung und Stärkung, um der neuen Lehrerin ihr schönes, aber auch schweres und verantwortungsvolles Amt lieb und wert zu machen.

D L i ch , 15. Okt. In unserer Stadt ist in einigen Familien derScharlach ausgebrochen. Es werden namentlich kleinere Kinder davon betroffen.

4? Hungen, 15. Ott. Gestern hielt der Bie­nenzüchterverein Hungen und Llm- gegenb imGolmfer Hof" unter dem Dorfitz von Pfarrer G ö ck e l dahier eine ordentliche Versammlung ab. Der Vorsitzende des Ober- hessischen Imkerbundes, Lehrer Buß (Leih­gestern,, war erschienen, um die Ehrung dreier Vereinsmitglieder vorzunehmen, die durch Be­schluß des Hauptvorstandes zu Ehrenmitgliedern des Hauptvereins ernannt worden waren. Es sind dies die drei Gründer des Hungener 3mfer- dereins, Gustav Kohlh eher (Hungen), Rent­ner Wilhelm Stoll von der Riedmühle bei In­heiden und Konrad K o ch VI. von Villingen. Der Dundesvorsitzende hob die Verdienste der Ge­ehrten um die Bienenzucht hervor, überreichte den Iubilaren, die seit Gründung des Vereins im Jahre 1883, also 45 Jahre Treue gehalten hatten, künstlerisch angefertigte Ehrentafeln und wünschte ihnen einen gesegneten Lebensabend. Anschlie­ßend hielt Lehrer i. R Buh einen Vortrag über Bienenkrankheiten. Rach reger Aussprache und einem Rückblick des Vorsitzenden auf das ver­flossene Dienenjahr, das dem Imker wieder nach zwei Mißjahren eine gute Ernte gebracht hatte, wurde die Versammlung geschlossen. Wie seinerzeit berichtet, hatte der Fahrplan der Kraftwagenlinie HungenSchotten eine Einschränkung erfahren, da erfahrungsgemäß in der Hauptarbeilszeit der Landwirte der Ver­kehr nachläht. Wit sofortiger Wirkung tritt nun wieder der volle Betrieb in Kraft, was bei dieser Witterung von den Zweckverbandsdörfern be­grüßt wird.

Buch. Wer nicht kommt und nichts verdient hat es mit sich auszumachen. Ersatz ist sofott da."

Kiewening bedankte sich für die Auskunft und versprach, morgen das Adressenmaterial zu bringen.

Sie eilten hinaus, die Treppen hinab, Blinsky voran.Jetzt zu Ihrem Herrn Wirt!' Keuchend be­stiegen sie den Wagen, der sie in zehn Minuten zur Steinstraße brachte.

Blinsky sprang zuerst heraus.Bleiben Sie hier!" befahl er.Dies hier geht mich allem an.

Er läutete an Dekeppers Wohnung heftig und unbeherrscht. Drinnen klirrte etwas, dann herrschte Stille eine künstliche, wartende Stille. Er glaubte das Schlurfen von Pantoffeln zu hören und den unterdrückten Atem eines Menschen.

Rasend vor Wut, trommelte er mit beiden Fau­sten auf die Tür.Deffnen Sie! Ich höre doch, daß jemand da ist, Sie Narr!"

Aber die Tür blieb verschlossen. Blinsky lief die Treppe wieder hinunter.Er macht nicht auf/

9Btr werden doch die Polizei holen müssen", meinte Kiewening lauernd.

Blinsky würdigte ihn keiner Antwort.Geben Sie Ihre Schlüssel her!" herrschte er Martha Reb­mann an.

Das ist Hausfriedensbruch", warnte Kiewening.

Blinsky sah ihn jo wütend an, daß er keinen Einwurf mehr wagte. Martha ging* hinauf und öffnete.Bleiben Sie beide unten am Treppen­absatz stehen, was auch kommen mag! Welches ist fein Zimmer?"

Sie deutete auf eine Tür rechts und netz ihn ein. m

Der überfüllte Korridor barg keinen Menschen. Blinsky klemmte sich an den Möbeln vorüber bis zu der bezeichneten Tür. Zu seiner Ueberraschung war sie unverschlossen. ,

Er trat in das Zimmer und warf die Tür hinter sich zu. Er mußte warten, bis er sich in dem halb- ountcln Roum zurechtfand. Da lenkte ihn ein Aech- xen und Stöhnen nach dem Bett in der Ecke. Dort lag jemand mit verbundenem Kopf.

'Guten Abend!" sagte Blinsky mit übertriebener Höflichkeit. Als er keine Antwort bekam, ging er zum Fenster und riß die Vorhänge zurück.Stellen Sie sich nicht wie eine tote Wanze, Sie da."

Was wünschen Sie?" hauchte eine Stimme.

(Fortsetzung folgt.)

bringt.

Reg.-Rat Dr. Träger überbrachte h'erauf die die Grüße und Glückwünsche des Hauptverbandes der deutschen Genossenschaften anläßlich der Iubi- läumstagung. Bürgermeister ä. D.^S chw a n,

Zurzeit ist Dekepper aber gar nicht im Arbeits­amt."

Seit wann? Vielleicht seit Donnerstag?"

Ich weiß nicht. Ich sehe ja meine Wirtsleute tagelang nicht. Beim Weggehen jetzt eben traf ich ihn zufällig im Flur."

Blinsky mahnte zum Aufbruch.Ich muß -obren Wirt unbedingt sehen."

Das ist einfach. Er ist ja jetzt zu Hause."

Hat er in letzter Zeit so viel verdient, daß er es sich lebten kann, auf seine Gelegenheitsarbeit zu verzichten?"

Das weiß ich nicht. Er klagte über Kopf­schmerzen."

Lüge!" schrie Blinsky erregt.Lüge. Er hat es nicht mehr nötig, Sie werden es sehen. Wir fangen ihn in ei;r.*>: Falle."

Kiewening betrachtete aufmerksam seinen aufge­regten Kunden. Es handelte sich also doch um Geld ... Aber warum verschwieg er das ?

Martha jagte ruhig:Die Familie lebt sehr be­scheiden von dem Verdienst der Frau. Gestern hat sie mich sogar angeborgt, weil sie nichts zum Mit­tagessen hatte."

Finte!" schrie Blinsky. Da er die prüfenden Blicke des -.»ektivs fühlte, fiel er in einen leich­teren Ton:Wir werden ja fehen ... Gehen wir jetzt? Ach jo, ich verlpreä)e mich: die Dame wird wohl mehr für ein Auto zu haben fein, wie?"

Es kommt ganz auf die Gesellschaft an", wies Martha ihn zurück.Aber, da alles so eilig ist, müssen wir wohl einen Wagen nehmen."

Herr Brod bezahlt", fiel Kiewening rasch ein.

Oder soll ich es auf Konto nehmen?^

Blinsky antwortete nur mit einem ungeduldigen Achselzucken.

Die drei gingen Haus für Haus der hochgele­genen Kaistrstraße ab. Lifts führten fietn die hohen Stockwerke. Da überall Geschäftsräume waren, fiel es nicht schwer, Dorwände für den Eintritt zu

herein.

Ein kleines Männchen, in einen gelblichen Ar­beitsmantel gehüllt, schlotterte herein und fragte nach den Wünschen.

Kiewening fragte nach dem Preis für Adressen. Sie machen Sie hier doch billiger?"

Billiger und besser", sächselte der kleine Herr und schob seine Brille auf die bucklige Stirn. Er zog eine Schublade auf und suchte einen Prospekt heraus.Wieviel Tausend dachten Sie?"

Wer arbeitet hier?" fragte Blinsky. .Ich meine, sind zuverlässige ßeute?'v

Es sind alles stellungslose Kaufleute und abge­baute Bankbeamte. Sie werden zufrieden sein."

Kiewening winkte Martha zu, die schnell nach Dekepper fragte.

,ff)err Dekepper fehlt. Er hat Zahnschmerzen, der arme Wicht."

Er fehlt seit Donnerstag, nicht wahr?" fiel Blinsky ein.

Seit Donnerstag?" wiederholte das Männchen, ohne sich über die genaue Feststellung zu wun­dern.Es ist möglich. Wir führen darüber nicht

finden und in der Wartezeit die Aussicht zu bewundern.

Im obersten Stockwerl des Warenhauses mar ein Spielwarenlager. Kiewening entschied sich für eine elektrische Eisenbahn. Blinsky nahm den Kassen­schein an sich, um ihn draußen roeg^umerfen. Nir­gend war ein Einblick in das beraubte Haus mög­lich. Aber Kiewening bestand darauf, systematisch vorzugehen.

Es dämmerte schon, als sie zum Arbeitsamt kamen.

Dunkle Gestalten standen in Gruppen vor dem Haus, mißbilligende Urteile über das Auto fällend.

Blinsky rümpfte die Nase über den Armeleut­geruch in den engen Korridoren. Mitten auf der Steintreppe hielt er an, um sich mit einem Parfüm­fläschchen zu bestäuben.

Kiewening lachte:Ja, in Ihrem Salon riecht es wohl feiner."

Mein Salon liegt im Mond", knurrte der Russe. 2lber dieses Schreibbureau anscheinend auch. Nicht einmal einen Aufzug gibt es hier! Bei den Sow­jets hätte man solch ein Arbeitsamt längst demo­liert."

Dafür wird hier auch gearbeitet", warf Kiewe­ning ein. Der Fremde war also ein Russe. Er hatte das schon an der harten Aussprache bemerkt und war stolz, daß seine Mutmaßung sich bestätigte.

Martha ging schweigend hinter den beiden.

Endlich waren sie im vierten Stock. Gleich links an der Treppe mar ein Glasverschlag, in den man eine Tür eingebaut hatte.Zimmer 47a" stand dar­über. Eine Pappkarte mit schon geschweifter Rund­schrift verriet^ daß hier die Kurse für Erwerbslose verwaltet wurden.

Hier ist der Zugang zum Schreibbureau", sagte Martha.

Sie berieten einen Augenblick, klopften und tra­ten, ohne einHerein" abzuwarten, ein.

An einem primitiven Tisch, der mit Aktendeckeln, Kalendern, Kuverts und losem Papier bedeckt war, hockte eine krumme Gestalt, die sich jetzt aufrichtete und aufsprang. Es war Surrmann.

Sie wünschen?" Seine kurzsichtigen Augen knif­fen sich zusammen. Er erkannte Blinsky und wollte im ersten Augenblick auf ihn zugehen. Da jener aber eine schroff abweisende Miene zur Schau trug und es ihm sehr peinlich war, hier arbeitend getroffen

Kreis Aüdir^rn.

# Bisses, 15.Oft. Zur Behebung der Woh­nungsnot wurden hier dieser Tage zwei aus - rangierte Eisenbahnwagen ausgestellt, um darin eine Familie unterzubringen.

Kreis Schotten.

V Schotten. 15. Oft. Das Rvte Kreuz. Zweigverein Schotten, die Freiwillige Sa» nitätskolvnne Schotten und der hiesige Zweigverein des Alicefrauenvereins hielten am Samstagabend in der Turnhalle einen Bunten Abend zum Besten ihrer edlen De- ftrebungen ab. Streichmusik (Dirigent H. Groth). Gffangsvvrträge, turnerische Darbietungen, lie­ber von Frl. Helene Vogt wechselten ab. Ein lehrreicher FilmErste Hilfe bei Llnglücksfällen". zu dem Medizinalrat Dr. Orth einleitende Worte sprach, wurde gezeigt. Der Verkauf von Blumen, Rosen und Dahlien aus der Gärtnerei Komp brachte viel Geld ein. Mehrere

das Wort uird führte u. a. aus: Mir als Mi­

nister für soziale Angelegenh.iten liegt neben der ,r,

Erwerbffosiglcit weiter Volksgenossen die damit der Geschastsfuhrer des Deutschen Der^ems ftr zusammenhängende Wohnungsnot ganz besonders rm* 5 " """" """"""

schwer auf der Seele. Ganz gewiß reicht auch das Bauprogramm 1927, nicht an das heran, was in Hessen notwendig ist. Ich erkenne durchaus die Angriffe, die im

Das ist es, natürlich. Sonst ist . _ .

Fenster dort. Wenn der Vorhang offen ist, kann man so ziemlich alles drin sehen. Und er muß manchmal offen gewesen fein", setzte er mit ge-