der Mission, die Leiden und Freuden der Missionare waren überaus packe -b. Gemeinsame Gesänge und Borträge eines Posaunenchovs verschönten die Bachversammlung in bester Weise. Mit der Wetzlarer Jubelfeier ist noch eine Mis - sions-Ausstellung verbunden, die für die nächsten 14 Tage zur Besichtigung im Schuhengarten freigegeben ist.
Dillkreis.
WSN. Herborn, 15.Dtt Am Freitagabend wurde hier in einer Versammlung, zu der Bürgermeister Niederschulte eingcladen hatte, ein Derkehrsoerein für Herborn gegründet, nachdem in längerer Aussprache die vielseitigen Aufgaben eines solchen Vereins erörtert worden waren. Es wurde ein provisorischer Vorstand gebildet, der mit der Ausarbeitung der Satzungen des Vereins beauftragt wurde, die einer in etwa 14 Tagen einzuberufenden konstituierenden Hauptversammlung vorgelegt werden sollen.
Maingau.
WSN. F r a n k f u r t a. M., 15. Oktober. Vor einigen Dagen ließ ein Kaufmann sein wertvolles Auto auf kurze Zeit unbeaufsichtigt in der Lud- wigstraße stehen. Diese Gelegenheit benutzten drei junge Burschen im Alter von 20 bis 23Jahren, um sich das Auto anzueignen. In flotter Fahrt ging es den Main aufwärts, um auf einem kleinen Umweg Berlin zu erreichen. In Jena aber ereilte sie ihr Schicksal. Sie wurden von der inzwischen verständigten Polizei fe ft genommen; das Auto wurde fichergestellt. — Die Frankfurter Fassadenkletterer sind immer noch an der Arbeit. In der Nacht zum Sonntag wurde bei einem Schneidermeister in der Wolfgangstraße eingebrochen. Der oder die Täter sind anscheinend gestört worden, denn sie verließen den Schauplatz' ihrer Tätigkeit fluchtartig, ohne etwas erbeutet zu haben. Dagegen fielen ihnen bei einem gleichen Einbruch in der Nacht zum Montag bei einem Kaufmann in der Rubensstraße ein größerer Geldbetrag und eine Menge Silbersachen in die Hände. — Im Monat September mußte die Kriminalpolizei gegen 42 Personen wegen Kuppelei einschreiten.
Volkskonzert
-es Arbeiter-Kulturkartekls.
Das 2. Volkskonzert des Arbei ter- Kulturkartells am Sonn tc<gnachmil tag in der Dolkshalle stand in seinem ersten Teil im Zeichen Schuberts. Ouvertüre. Zwischenaktsmusik und Dallettmusik, sowie Chöre aus „Rosamunde" wies die Bortragsfolge auf. Ihrer Entstehung nach gehört die Ouvertüre zu dem Zauberspiel „Die Zauberharfe", wurde aber später dem romantischen Schauspiel „Ro'amunde" von Wilhelmine v. Chezy vorangestellt und ist heute eigentlich nur unter diesem Barnen bekannt. Das Schauspiel verschwand von der Bühne, während Schuberts Musik dazu sich bis heute ihre fische und Lebendigkeit erhalten hat, die sie auszeichnet. Ganz besonders reizvoll und melodiös ist die Ballettmusik, die eine Fülle herrlicher Einfälle besitzt.
Im zweiten Teil des Konzerts kam Schillers „Lied von der Glocke" in der Vertonung von Andreas Romberg (geb. 176Z gest. 1821) zu Gehör. Schiller w ir ein eifriger und begeisterter Verehrer der Tonkunst und wußte ihren sördern-- den Einfluß auf die Dichtkunst wohl zu schätzen. Daher verlangte er in seinen Bühnenwerken auch stets die Mitwirkung der Musik. Aber seine Poesie entzieht sich in weit stärkerem Maße als die anderer Dichter der Ausdrucksmöglichkeit durch Töne. Darüber klagte schon Beethoven dem Pianisten Cerny gegenüber: „Schillers Dichtungen sind für di: Musik sehr schwierig. . . Da ist Goethe viel leichter." So ist es. Wohl auch zu erklären, wenn das Lied von der Glocke wohl mehrfach Vertonungen erfuhr, von denen aber nur biq von Max Bruch und QI. Romberg heute noch bekannt sind. Max Bruchs Werk ist als weltliches Oratorium gestaltet, mit starker An- teilnah.ne des Orchesters an dramatischer Gestaltung, während die Komposition Rombergs durchaus bildmäsZg behandelt ist, und dadurch auch leichter und ohne allzustarken Chor- und Orchesterapparat auszusühren ist. Romberg verzichtet gegenüber Bruch aus das Rezitativ und die Untermalung durch das Orchester, das hier nur Deglcitinstrument ist, völlig. Das hft allerdings gerade an den markantesten Stellen eine gewisse Farblosigkeit zur Folge, die dem Ganzen
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W Ocbach.
Qllle für die Redakiion bestimmten Mitleilun- oen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schoch, redakiion des ..Gießener Anzeigers".
Problem Nr 183.
Don Jasper Jespersen.
Schwarz.
a b c d e t ß n
Weiß.
Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt.
Weiß: 11 Steine. Ke3; Df3; Th4; I.c3, h3; Sc8, t4; Ba4, b5, d6, f6.
Schwarz: 5 Steine. Kd5; Bc5, d7. g4, h5.
Ein sehr feiner, preisgekrönter Zweizügerl
Endspiel Nr. 64.
Pon W. und M. Pletoff.
Schwarz.
a b c d e r g h
a
Weiß.
Weiß zieht und gewinnt. Weih: 5 Steine. Kgl; Tg2; Ld7, f2; Bd6. Schwarz: 5 Steine. KgS; Tf6; Bc3, d3, g6.
Lösung deS Problems Ar. 180. Don 2. Cumpe und K. Trailer.
1. Th3-h6! Tf2 — f 1 2. Th6xh7+ usw.
1......Tf2 —112 2. Th6 —g6 usw.
1....., Lc4 - d3 2. De5xe6 uiw.
1...... Sc3-d5 2. Se5-g6-f- usw.
1....., Sc3-e4 2. Dc5xe4 usw.
1....., beliebig 2. Th6-f6 usw.
Lösung des Endspiels Nr. 63.
Don L. Kubbel.
1. Kd7-e8!, e2-elD + . 2. Lh8-e5, Del-hl. 3. Ke8 - e7!, (Feiner Tempozug) beliebig. 4. ("ffeift gewinnt die Dame oder fehl matt 1......Kg8xh8.
2. Ke8-f8, De2-el. 3. Sg4xh6, Del-fl-t. 4. Sh6- f7+ usw. und gewinnt.
-Ins Der Schachwelt.
Der Ausgang des Budapester Turniers.
Wie erwartet siegte im Budapester internationalen Schachturnier Capablanca mit 7 Punkten vor Marshall, welcher 6 Punkte erzielte. Die beiden Wiener Meister Kmoch und Spielmann teilen mit je 5 Punkten den dritten und vierten Preis. Es folgen: Vahda und QI. Steiner mit je 4’/2, Jlavasi und Stöner je 4, Balla 3 und Mereny 2 Punkte.
*
3m Berliner Turnier siegte Dogoljubow vor Sämisch. Der Sieg Bogoljubows ist um so höher zu werten, da er sich von den Strapazen des Kissinger Turniers noch kaum erholt hatte.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom Redaktionstisch.
Die Zeche.
Mein Freund, der Literat, läßt seit Jahren in seinem S.ammcase die Zeche oufschreiben. Bis eines Tags der Cafebesitzer an seinen Tisch kommt und — sich einen Ruck gebend — stotten:
„Cs tut mir sehr leid, aber von heute ob schreibe ich Ihnen nichts mehr aus!"
Darauf strahlend liebenswürdig der Literat: „Meinetwegen, wenn Sie's im Kopf behalten können, um so besserl" („Jugend".)
Anekdoten.
Zu Bikisch kommt ein junger, dein Meister aufs wärmste empfohlener Komponist und trägt ein unendlich langes und langweiliges Orchesterstück vor.
Wie der hoffnungsvolle Jüngling endlich fertig ist. fragt er: „Was sagen Sie zu meinem Werk?"
„Es hat entschieden eine Zukunft", erwidert Bikisch. „Man wird es spielen, wenn alle großen Musiker schon tot sind."
„Wahrhaftig!" ruft der Jüngling freudig erregt.
„Jawohl," sagt Bikisch trocken. „Aber — früher nicht."
Ein Freund versuchte Henri Barbusse anzupumpen. Der Dichter, der durchaus nicht immer so kommunistisch handelt, wie er lehrt, sagte: „Ich gebe dir das Geld nach meiner Rückkehr aus Moskau."
„Qlh, du fährst wieder nach Moskau."
„Eben nicht. ..(„Jugend".)
den Stempel au drückt. Nichtsdestoweniger eignet es sich zur Einführung in diese Art Musik sehr gut und ist daher zur Ausführung in solchen Konzerten besonders geeignet, wenngleich sich darüber streiten laßt, ob eine zweimalige Wiedergabe innerhalb eines halben Jahres gerechtfertigt erscheint.
Die Ausführung der Bortragsfolge durch die Vereine des Arbeiter-Kulturkartells war durchweg gut. Der Chor folgt seinem Leiter, Herrn. Meyer, Wieseck, mit großer Präzision und intonierte, von einer Schwankung im „Geisterchor" abgesehen, sicher und rein. Die einzelnen Stimmen sind gut ausgeglichen, nur der Sopran hat mitunter einen etwas harten Klang, der sich aber durch weitere gesangstechnische Ausbildung sicher vermeiden läßt. Die Aussprache ist recht deutlich. Die Tempi waren im allgemeinen gut,
nur der Feuerchor hätte etwas mehr Temperament u nd eine stärkere dynamische Steigerung vertragen können. Die Leistung des ChorS und seines Führers ist jedenfalls anerkennenswert und berechtigt zu der Annahme, daß er sich neue Ausgaben stellen wird, um seine Bestrebungen in weitere Taten umzusetzen.
Als Solisten waren gewonnen: Gisela Wanner-Gießen (Sopran). Lu K r a me r- Frankfurt (Alt), F. Bertling» Frankfurt (Tenor) und E. M a t h i a s - Frantfurt (Daß). Gisela Wanner ist hier nicht unbekannt. Ihr schöner Sopran ist in allen Lagen, selbst in diesem großen Raum, tragfähig und klar. Ihre technische Sicherheit setzte sie in den Stand, ihre Partie sehr musikalisch zu gestalten. Lu Kramer (QHt) hielt sich auf gleicher Höhe. Auch ihr Organ ist modulationsfähig und warm und selbst bis in
recht tiefe Lagen klangvoll. Der Tenor F. Hert- lings gefiel ebenfalls sehr gut, nur beeinträchtigte eine stellenweise etwas freie Rhythmik den Zusammenhang mit dem begleitenden Orchester. E. Mathias (Daß) war. wohl auch infolge der durch Rauchen nicht gerade guten Luft, etwas indisponiert. Deine Stimme klang nicht immer ganz klar, besonders in der unteren Lage.
Der Orchesterverein hatte einen guten Tag. Die Stücke aus der „Rosamunde" Hangen geschlossen und in jeder Beziehung einwandfrei. Besonders seien die Holzbläser hervorgchobm, die ihre Solostellen sehr geschmackvoll und sauber brachten. Als Qkgleitinitrumcnt war das Orchester ebenfalls jeder Situation gewachsen.
Bleit nur der Wunsch nach Heizung der Halle bei derartigen Qkranftaltungen. Die zahlreiche Zuhörerschaft spendete sehr verdienten und herzlichen Beifall. x.
beginn des Mmzer Domfestes.
WSN. Mainz, 15. Oft. Die Stadt hat zur Feier der Wiederher st ellung des Domes Flaggenfchmuck angelegt. Von 12 bis 13 Uhr wurde dos Fest durch das Lauten sämtlicher Glocken ein- geleitet Gegen 16.30 Uhr traf der päpstliche Nuntius Pacelli auf dem Bahnhof ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich Vertreter städtischer und staatlicher Behörden eingefunden, in deren Namen Prooinzialdirettor Geheimerot Dr. U f i n g e r den Gast willkommen hieß. Der Nuntius erwiderte mit Dankesworten und Segenswünschen und wurde bann unter Dorantritt der katholischen Vereine und Körperschaften von Mainz und Umgebung im Auto durch die von dicht gedrängten Mengen gefüllten Straßen nach dem Dom geleitet. Unter dem Geläute der Domglocken fuhr Nuntius P a c e l l i am ßiebfrauenportal des Domes vor, wo sich zu seiner Begrüßung der Erzbischof von Freiburg, die Bischöfe von Limburg und Rottenburg, der Abt von Marienstadt, der französische Armeebischof, das Domkapitel und eine große Anzahl von Geistlichen eingefunden hatten. Bischof Hugo von Mainz richtete an den Nuntius eine Ansprache, in der er seiner Freude darüber Ausdruck gab, zur Domweihe den Nuntius, den Vertreter des Papstes, begrüßen zu können. Unter den Weisen des Andante von Beethoven wurde Nuntius Pacelli zum Hochaltar im Westchor geleitet, wo er nach kurzem Gebet und dem Gesang der Oratio den apostolischen Segen erteilte. Die Vereine und Korporationen geleiteten dann die Würdenträger zum bischöflichen Palais.
Daten für Mittwoch, den 17. Oktober.
Sonnenaufgang 6.26 Uhr, Sonnenuntergang 17.04 Uhr. — Mondaufgang 10.26 Uhr, Monduntergang 18.39 Uhr.
1815: der Dichter Emmanuel Geibel in Lübeck geboren (gestorben 1884); — 1849: der Komponist Friedrich Franz Chopin in Paris geftorben; — 1887: der Physiker Gustav Robert Kirchhoff in Berlin geworben (geboren 1824); — 1893: der Komponist Charles Gounod in St. Cloud geftorben (geboren 18k8).
1 V Wohlbefinden. 1
Man weisePackungsnachah/nungen zurück!
Winterkur tür 5924s
Nervenkranke
u.Nervös-Erschöpfte. SpQzlalknransta!tHoIheim Im Taunus bei Frankf. a.M. — Prospekte durch Dr. M. Schulxe-Kahleyss, Nervenarzt.
Das Eelandheitswaller
Jean Weisel, (neben, Sonnenstrahe 6, Telephon Nr, 88
Nalthhchei
nur
nur
■ J
Frauen-Feldschuhe
zum Schnüren, besonders schwere Qualität, äußerst strapazierfähig
9H5D
Gieften
Männer-Arbeitsstiefel
Herren-
Rindbox-Strapazierstiefel
mit Doppelsohle, hoch geschnitten; mit Nickelösen und Agraffen
starkes Naturleder, mit Beschlag und Eisen
Schuhges. m. b. H.
Frauen- Spangen-Feldschuhe schwarz, alles rein Leder, besondere haltbar
Seltersweg 91


