Der englische Arbeiierführer spricht in der Reichshauptstadi
Oie Wetterlage.
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16. Oktober: morgens 2,9 Grad Celsius. — Sonnen
scheindauer sieben Stunden.
0 Ja
Stunden an Bord und so war es ganz unnötig, eine Katastrophe ins Auge zu fassen. M« praktische Bedeutung des glücklich beendeten Experimentes dürfte allerdings nicht über- ----- — - -
schätzt werden. Die Äeberfahrt hat mehr als | Tiefe am 15. Oktober: abends 4,5 Grad Celsius; am 4V2 Tage gedauert und fand unter wenig be- ----- - quemen Bedingungen statt, was nicht einen Dor-
schlüge, südwestliche bis westliche Winde.
Aussichten für Donnerstag: Wechselnde Bewölkung und vereinzelt Aiederschläge.
Lufttemperaturen am 15. Oktober: mittags 7,4 Grad Celsius, abends minus 1,5 Grad Celsius: am 16. Oktober: morgens minus 4,3 Grad Celsius. Maximum 7,5 Grad Celsius, Minimum minus 5,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter
Berlin, 15. Oll. (WTD.) 3m Plenarsaal des Reichstages hielt der frühere b.atlschr Premierminister 3. Ramsay Macdonald un Rahmen der ersten Veranstaltung des kürzlich gegründeten Komitees für internationale Aussprache einen Vortrag über die Probleme des Friedens. Auf der Regierungst.ibüne und im Saal waren u. a. anwesend: Reichskanzler Hermann Müller, eine Reihe von Reichsministem, preußischen Mi..istern und ande'en ho.^en Beamten ehemaligen Ministern, Mitgliedern des Reichsratrs, des Reichstages und anderer öffentlicher Körperschaften.
Macdonald
führte aus, daß die Politik der Freundschaft zwischen allen Böltern die Polittt seines Landes sei und sein müsse, nicht eine Politik der Dündnissemit einzelnen. Er glaube nicht an die Kriegsverantwortlicheit eines Volkes: jedes Faktum sei das Ergebnis eines ungeheuren Komplexes: das gelte in erster Linie von der ungeheuren Tatsache des Krieges. Aber man solle sich nicht mit rückschauenden Betrachtungen au, halten, sondern den wirklichen Frieden Herstellen. Die Generation, die den Krieg erlebt habe, sei die erwählte, um den Frieden zu sichern. „Man darf nicht lange warten", so führte Macdonald aus, „in vielleicht 10 oder 15 3ahcen kommt eine neue Generation an die Reihe, die wieder für die sogenannte Romantik des Krieges zugänglich fein könnte."
„Sie sind entwaffnet," so erklärte der Redner, „nicht nur infolge des Krieges, sondern auf Grund eines Dokumentes, das den anderen die gleiche Verpflichtung auferlegt. Ich stehe auf dem Standpunkt, dah es die Ehre Großbritanniens erfordert, ein solches Dokument nicht nur dem Buchstaben, sondern auch dem Geiste nach zu erfüllen."
seinem ausgesogenen Heimatboden gegen die unerschöpflichen Reichtümer der Welt sich durchzurinaen bestrebe. Der „Graf Zeppelin" trage den deutschen Rumen über den Ozean. Der Kampf mit den Elementen sei das Symbol für den Kampf des deutschen Volkes, durch Sturm und Nacht zum Licht. Das deutsche Volk fühle sich durch die Tat geehrt und danke dem amerikanischen Volk. Die „Germania" erinnert daran, dah Millionen Deutsche am Samstag und Sonntag, als spärliche Meldungen einge- trosfen seien, daß widriges Wetter die Fahrt in ungeahntem Ausmaß beeinträchtigte und daß das Luftschiff eine Havarie erlitten habe, e r n st l i ch gefürchtet hätten. Aber nur einen Moment, dann hätten diese Millionen wieder vor sich die st raffe Gestalt Dr. Eckeners gesehen, hätten vor sich die Augen dieses Mannes gesehen, aus denen stahlharter Wille spreche.
Friedrichshafen
feiert den Konstrukteur.
Friedrichshafen, 16. Ott. (TU.) Als am Montagnachmittag die ersten sicheren Rachrichten von der Sichtung des „Graf Zeppelin" Wer dem amerikarischen Festlande hier eintrasen, machte sich eine stille, herzliche Freude bei allen bemerkbar, die dem 110 Stunden langen Flug des Luftschiffes zeitweise mit Bangen verfolgt hatten. Auf der Werft selbst wartete man stündlichsieberhaft nur auf die eine Meldung, die das eine bringen sollte: „Glücklich gelandet". Als dann aber die Kirchen von Friedrichshafen den
teil gegenüber den Dampfern TxtrfteHt. — Da- Petit 3ournal" schreibt: Die von Zeppelinen vollbrachten Taten sind zahlreich. Das Luftschiff muhte einen Umweg mach n, was nicht einen Vorteil gegenüber den Dampfern darstellt. Mögen daher die nörgelnden und neidischen Geister der französischen Regierung einen Vorwurf daraus machen, dah sie die Polittk der Luftschiffe aufgegeben habe. — Der „Populaire" schreibt: Wenn die Reise des „Graf Zeppelin" auch nicht einen Schnelligkcitsrekord darstelle, müsse man es doch um so höher anschlagen, dah das Luftschiff trotz schlechten Wetters hartnäckig seinen Weg fortgesetzt hat. — Gustav Hervö schreibt in der „Victoire": Der Erfolg dieser Reise wird eine ungeheure Popularität für Deutschland in der ganzen Welt sein. Sie bedeutet eben für d:e, die es noch nicht wissen sollten, dah Deutschland trotz der militär.schen Entwaffnung immer noch das Land ist, in dem man mit Beharrlichkeit arbeitet, em Land, das an derSpitze öer Welt in industrieller und wissenschaftlicher Hinsicht sei. — 3m „Figaro" heißt es: Der Erfolg des Zeppelinsluges zeigt erneut, dah die Deutschen die meisten Dinge, die sie unternehmen, zu einem guten Ende durchzuführen wissen. Lernen wir in dieser Richtung von ihnen. Frar^ Reichel schreibt tm Ami du Peuple": Die deutsche Luftschiffahrt kann auf ihren Erfolg stolz sein. Er M eine Tat entsprechend der gesamten deutschen Wisienschast und der moralischen Gröhe dieses Landes. .
Steuerdmü und Landwirtschaft.
Eine Eingabe des Neichslandbundcs.
Reichspräsident und Reichsregiemng an Eckener.
Berlin, 15. Ott. (DTD.) Ser Herr Reichspräsident hat an Herrn Dr. Eckener folgendes Telegramm gerichtet:
„Zur glücklich durchgeführlen Ueberfahrk des „Graf Zeppelin" nach Amerika spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich verbinde damit den Ausdruck meiner auf- richtigen Muerfennung für die vorzügliche Leistung, die Sie und die bewährte Mannschaft des Luftschiffes unter so schwierigen witterungs- verhallnissen vollbracht haben.
v. Hindenburg, Reichspräsident." ReichskanzlerWüller richtete an Herrn Dr. Eckener folgendes Telegramm:
Zu der so sehnlich erhofften glücklichen Ankunft des Luftschiffes „Graf Zeppelin" in den Bereinigten Staaten von Amerika spreche ich 3tmen und der vortrefflichen Besatzung des Luftichll>es die herzlichsten Glückwünsche aus. Ganz Deutschland ist stolz darauf, daß S<e nach Ueberwindung so großer Schw-.erigkei.en Ihr Ziel erreicht haben, und dankbar dah Sie mit 3hrer Fahrt die Verbindung zwischen dem großen und befreundeten ameruanischen Volk und dem deutschen Volk enger geknüpft haben.
Müller. Reichskanzler.
Deichsverkehrsminister v. Guörard drahtete Herrn Dr. Eckener: .
„Beglückwünsche Sie und 3hre Besatzung zur sicheren üeberqueruag des Ozeans. Besatzung, Erbauer und Schilf legten aufs neue Zeugnis ab von der Güte deutscher Arbeit. Ihre Fahrt ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des völkerverbindenden Luftverkehrs. Möge ^ynen der Erfolg bei der weiteren Verfolgung Ihrer Pläne treu bleiben. „
v. Guerard, AeichsverkehrsmiNlfter.
Reichsaußenminister Dr. Sirese- mann hat an Dr. Eckener folgendes Telegramm gerichtet: „
„Rehmen Sie zu dem glücklichen tfhig meine herzlichsten Glückwünsche entgegen. W.e der Bau des Luftschiffes nur möglich war, weil Ihr feste rGl a ube an d a sGelingen Sie alle Hemmungen und Widerstände überw.nden ließ und dadurch zum Willen wurde, der stets Voraussetzung jedes ErpreS ist. so haben Glaube und Wille Sie und Ihre Mitarbeiter dem St-urm,Wetter undMißgeschick trotzen lassen. Ihr Flug ist ein Symbol für die. wie wir überzeugt sind, für alle Zeiten wieder- hergestell.e enge freundschaftliche Verbindung mit dem amerikanischen Volke. o
(gez.) Reichsminister Streseman n."
Ein Brief Hoovers.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat begrüßt Eckener.
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und majestätischste Schauspiel, das den Neuyorkern seit der Ankunst der „Los Angeles", des ehemaligen ..Z.R.3", geboten worden sei. Nach der Beschreibung des Ansagers steuerte der „Graf Zeppelin" von Sandy Hook kommend, quer über Staten Island auf das Geschäfts- oiertel Neuyorks zu, überquerte die untere und mittlere Stadt bis etwa zur Höhe der 50. Straße, wo es in großer Schleife umkehrte und die Rückfahrt antrat. Um 16.19 Uhr amerikanischer Zeit überflog es Battery Park, die südlichste Spitze von Manhattan, der eigentlichen Neuyorker City, und war bald darauf in der Richtung auf Sandy Hook wieder den Augen der Neuyorker Beschauer entschwunden.
Die Berliner presse zur Tat Eckeners.
Ein deutscher Sieg.
Berlin, 16. Okt. (TU.) Iubel und Begeisterung kommen besonders in den Blättern zum Ausdruck, die neben der ausführlichen Berichterftallung über die Fahrt und die Ankunft des Luftschiffes am Ziel zum Teil noch in Attikeln die stolze Tat Dr. Eckeners und seiner Mannschaft würdigen. Der „Lokalanzeiger" schreibt: Wir haben allen Grund, im tief st en Herzen dankbar zu sein, wenn es gelang, dem deutschen Geist auf der Bahn des Fortschritts einen großen Schritt vorwärts zu kommen. Der Erfolg nützt uns. Er dient aber auch der ganzen Welt und darin liegt wohl der Sinn einer friedvollen Zukunft, daß die Völler tm Guten und Starken von einander lernen. — Die „D A Z." hebt hervor, daß besser als es bei glatter Schönwetterfahrt möglich gewesen wäre, der Beweis für die Lufttüchtigkeit der Zeppelin-Luftsch.ffe abermals erbracht worden sei. Vor der ganzen Welt sei dargetan, daß, wenn die Frage der Einrichtung eines regelmäßigen Luftverkehrs über weite Strecken demnächst spruchreif werde, die Konstruktion des Zeppelin allen Anforderungen gewachsen sei. Das ganze deutsche Volk danke den Erbauern, danke der glänzenden Führung und Besatzung. Sie hätten ihrem Vaterland und der Menschheit einen Dienst erwiesen, von dem noch die späten Geschlechter sprechen würden. Die „B ö r s e n z e i tu n g" meint, die Welt habe gesehen, daß die Energie der Führer und ihre überlegene Navigation, daß die Kraft der Maschinen und die Ueberlegenheit der Konstruktion den endlichen Sieg des Luftschiffes, den Sieg des Systems gewährleisteten. Dieser ungeahnte Erfolg sei ein deutscher Sieg. Graf Ferdinand Zeppelins Lebenswerk habe mit dem erfolgreichen Fluge die schönste Krönung erfahren. Die „D e u t s ch e Tageszeitung" erinnert daran, daß das Luftschiff von den Notpfennigen, aber mit dem heißen Herzen eines Volkes geschaffen fei, das auf
Zur Sicherheitsfrage meinte er: „Wenn wir in diesem alten Geiste weiterarbeiten, in der tfurd)t v o r Eventualitäten, dann bleiben wir in der Mentalität von 1913." Die Diskussion drehe sich immer um das Eintreten des Ernstfalles statt um dessen Vermeidung. Das scheitern der AD- rüstungskonferenz in Genf gehe z. B. auf eine ganze Reihe von Mißverständnissen und Sinnlosigkeiten auf beiden Seiten zurück. Nur die rechte Sicherheit sei eine richtige Sicherheit: Verständigung und Schiedsgerichtsoarkeit auf der einen, Abrüstung auf der anderen Seite gäben diese Sicherheit. Keine Verewigung der gegenwärtigen Zustände dürfe zu- gelassen werden; Deutschland, Frankreich, England und alle anderen Länder müßten sich zu gegenseitigem Vertrauen aufraffen. „Ich habe auch keinen Revolver bei mir", so meinte Macdonald, „wenn ich heute abend aus dem Reichstag heimgehe — ich vertraue auf ihre Rechtseinrichtungen!"
Alle Fragen, die Räumungs- und die Kriegs- fchuldenfrage usw„ sollten schnellstens abgewickelt werden, damit endlich das letzte Blatt des Kriegsbuches geschrieben werden könne.
Amerika werde mitiun. Wenn nicht, so hob Macdonald hervor, könne sich Europa selbst helfen. In all diesen Fragen, auch in den ierritorieüen Ungleichheiten, stehe die Lygik gegen die Praxis. Aber der Vergleich des Zustandes vor und nach 1924, vor und nach der Londoner Reparationskonferenz, zeige, daß das, was vorher unlogisch und undurchführbar erschien, nachher den gleichen Leuten durchführbar und schließlich auch logisch erschienen fei. — So müßten alle Abkommen, Locarno, der Kelloggpakt usw., aus der scheinbaren Unlogik indie wirklicheLogik ü d e r f ü h r t werden. — Mit besonderer Betonung verweilte der Redner auch bei der Minoritätenfrage: Es fei ein großer Schaden für den europäischen Frieden, wenn einzelne Mächte dieses Problem als eine rein interne Frage behandelten. Es müsse durch Gewährung regionaler Freiheiten gelöst werden.
Montag d. 15. Okt. 1928,
Sieg des Zeppelin über Sturm und Zeit verkündeten, wurde die Mitteilung von der glück- lichon Landung des Luftschiffes in Lakehurst be» I fannt. Mit klingendem Spiel zog die Stadt- kapelle von Friedrichshafen durch die Straßen der Stadt. Die Häuser hatten festlichen F logge n s ch m u ck angelegt. In den Räumen des | Kurgarten-Hotels versammelten sich die leitenden Persönlichkeiten des Zeppelin-Baues, Kommer- I zienrat Dr. Eolsmann, der Chefkonstrukteur Dr. Dürr und der Syndikus des Zeppelin- Baues Dr. Schmid, sowie d:e anwesenden I Pressevertreter zu einer kleinen Feier. Als die I Rachricht von der vollzogenen Landung eintras. erhob Kommerzienrat Generaldirektor Colsmann sein Glas und brachte ein dreif aches Hoch auf den „Graf Zeppelin" aus.
Kommerzienrat Colsmann dankte der Presse für ihre Mitarbeit, ferner der Stadt Friedrichshafen sowie den Erbauern des „Graf Zeppelin", den I Chef-Konstrukteuren Dr. Dürr und E h r l e. Weiter gedachte er des Schöpfers der Mahbach- moioren, Maybach. Weiterer Dank gebühre Dr. Lemperts. der an der Erforschung des neuen Brenngases hervorragenden Antell
genommen hatte. Anschließend gab Kommerzien- I rat Colsmann einen ileberblid über das Lebenswerk des Grafen Zeppelin, deffen einziger Gedanke und Endziel seiner jahrelangen Arbeiten stets die Lieberquerung des Atlantik gewesen sei. Der Beweis sei wiederum erbracht, dah die Idee eines ständigen transatlantischen Verkehrs verwirklicht werden könne. Die jetzige Lieberfahrt im Luftschiff nach Amerika habe wieder sehr viel dazu beigetragen, neue internationale Bande zu knüpfen, die Kontt- nente zu überbrücken und die Menschen einander näherzubringen. 3m Verlause des Abends brachte die Friedrichshafener Bevölkerung vor dem Hotel des Chef-Konstrukteurs des Zeppelin- Baues, Dr. Dürr, herzliche Ovationen dar, die mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied ihren Abschluß fand.
Englisches Lob für Eckensr. „Wir wünschten nur, daß es Engländer I gewesen wären".
London, 16. Oft. (WTD. Funkspruch.) „Times" sagt in einem Leitartikel, Präsident Coo- lidges Glückwünsche an den unerschütterlichen Dr. Eckener werden in England freudigen Widerhall finden, inbem sie dem sympa thischen ! Verständnis von Wettbewerbern auf dem gleichen Gebiete begegnen. Die Fahrt des „Graf Zeppelin" hat gezeigt, daß die Sicherheit des Luftschissverlehrs zugenom- men hat, aber die beabsichtigten Flugzeiten nicht innegehalten werden können. Die Tage, wo Luftreifen nach Aech)ork eine Selbstverständlichkeit sein werden, sind offenbar noch weit entfernt. Bis dahin wird es noch vieler Fortschritte und Verbesserungen bedürfen. Trotzdem geben Leistung und Erfolg der behu s nrten Revigat'vn DCcke. ers Grund zur Beiriedigung. Das Experiment dürfte für die Wissenschaft und für die Lull ahrt von größtem praktischem Wert sein. Deutschland hat ein Recht, stolz daraus zu sein. — Auch „Daily Expreß" spricht die Erwartung aus. dah der Luftschiffverkehr mit den Vereinigten Staaten, der heute noch schwierig sei. und sich im Der- suchsstadium befinde, in einigen Iahren etwas ganz Natürliches sein werde. Das Blatt erklärt: Den Pionieren dieses Abenteuers rufen wir „Brav o" zu. Wir wünschten nur, daß es Engländer gewesen wären.
pariser Kritik.
Paris, 16. Ott. (WTB. Funffpruch) Die gesamte Presse, die in den letzten zwei Tagen skep- ttsch geworden war, beschäftigt sich heute in weitgehendstem Maße mit der glücklichen Reise des „Graf Zeppelin". „Pettt Parisien^ schreibt: Keinen Augenblick war das Schiff wirklich in Gefahr. Es hatte Proviant und Betriebsmittel für 120
Berlin, 16. Okt. (Priv.-Tel.) Der Reichs- landbund hat an den Reichsminister der Finanzen eine Eingabe gerichtet, in der es heißt: Gegenüber den im Sommer an die Ernte geknüpften hohen Erwartungen ist jetzt leider festzustellen, daß die Landwirtschaft in ihrerRentabill- tät und Zahlungsfähigkeit trotz teilweise guten Ernteaussalles nicht in der Lage sein wird, die zahlreichen rückständigen Steuerbeträge zu zahlen. Dem besseren Ernteergebnis steht ein weitaus größerer Preisdruck gegenüber. Diese Lage veranlaßt uns, den Reichsminifter der Finanzen dringend zu bitten, die Finanzämter erneut anzuweisen, daß die bestehenden Stundungen weiter verlängert werden und entsprechend der voraussichtlichen Rentabilitätslage des einzelnen Betriebes nunmehr zu Riederschlagungen der rückständigen Steuern geschritten wird.
Gegen eine Ausdehnung des Krankenversicherungszwanges.
Berlin, 15. Okt. (WB.) Auf Grund der Verlautbarungen über Ausdehnung des Zwanges zur Krankenversicherung hat in Berlin eine ‘Beratung von Vertretern sämtlicher deutscher Aerztekammern stattgefunden. Es wurde eine Entschließung gebracht, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die bereinigten Vertreter aller Aerztekammern Deutschlands eine Ausdehnung des Dersicherungszwanges in der Krankenversicherung über den Kreis solcher Personen hinaus, die sich nach ihrer gesam - ten wirtschaftlichen Lage im Krankheitsfälle die notwendige Krankenhilfe nicht selbst verschaffen können, nicht nur für über* I flüssig, sondern für schädlich halten.
©wontenioi O ntutt » naro oeoec*L e *ei*>ae otMCKi «Reoe^ «•Schott a trauoem * fitDti K Orwitttr (Q)wmdMiUt. •O' StW •tlchter O$i 'n*M|0tr ^uoiuowtJ» Q Uurmocne» "Ord*C5l Ole Pfeile flieatn <mt atm winde Oie oei oen Stationen tunenden Za* ten gehen die lemptralui an Oit Limen etromdto Oeu out gleichet» Auf AtertsniVtao umaerechnrten Lultdri.ee
Ä-ettcrvo. tussage.
Im zentraleuropäischen Hochdruckgebiet ist der Luftdruck noch etwas angestiegen und Deutschland weist heute morgen Barometerstände von über 770 Millimeter auf. Infolgedessen hat die Hochdruck- Wetterlage sich noch gehalten und der Witterungsumschlag durch das nordwestllche Tief keine weiteren Fortschritte gemacht. Sehr wahrscheinlich dürfte aber doch mit dem Vordringen der maritimen Warmluft und allmählichen Bewölkung und das über den britischen Inseln lagernde ausgedehnte Retzengebiet auch unferm Bezirk später Niederschläge bringen. Ebenfalls werden die Temperatu. ren zunehmen.
Voraussage für Mittwoch: Wollig bis bedeckt, Temperaturanstieg, zeitweise Rieder-
Lake hurst, 16. Okt. (Tel.) Dr. Eckener wurde ein Brief des Präsidentschaftskandidaten Hoover überreicht, worin die herzlichsten Glückwünsche für den hervorragenden Erfolg des Fluges zum Ausdruck gebracht wurden. Seit den Ballonflügen des Grafen Zeppelin seien ungeahnte Fortschritte auf dem Gebiet der Luftschiffahrt gemacht worden. Dr. Eckener, so heißt es weiter, habe wieder einmal die Möglichkeit sicherer lleberfliegung des Atlan- tischen Ozeans mit dem Zeppelin-Luftschiff bewiesen. Der neue Flug eröffne nicht nur neue Wege für den Handel undBerkehr, sondern beweise auch, daß das Luftschiff f ü r s ch n e l l e Hilfelei st ungen durch Katastrophen heim gesuchter Gebiete äußerst geeignet sei. In der Geschichte der Menschheit habe Dr. Eckener und'damit die deutsche Energie wieder einmal einen großen Erfolg zu verzeichnen. Hoover gab der Hoffnung Ausdruck, Dr. Eckener und die Mannschaft des Luftschiffes persönlich in Washington begrüßen zu können.
Äegrirßungstelegramm der deutschen Botschaft.
W a s h i n g t o n , 15. Ott. (WB.) Der deutsche Geschäftsträger in Washington, Kiep, sandte an Dr. Eckener folgendes Radiogramm: „Die deutsche Botschaft begrüßt Sie und alle Mitreisenden des „Graf Zeppelin" bei der Annäherung an die Amerikaküste herzlichst und sendet b e st e W ü n s ch e f ü r g l ü ck- liche Landung in Lakehur st." Die Botschaft sandte dem Luftschiffbau Friedrichshafen gleichfalls die herzlichsten Glückwünsche zur neuen Großtat eines Zeppelins.
Auch Köhl und Shurman gratulieren.
Aus Stuttgart sandte Hauptmann Dr. Köhl dem „Graf Zeppelin" zu feiner Landung folgendes Telegramm: „Graf Zeppelin", Du kann st ^s doch besser! Herzlichen Glückwunsch! gez. Köhl."
Der amerikanische Botschafter in Berlin, Shurman, richtete an Dr. Eckener ein Glückwunsch- s ' reiben, i-n dem es heißt: Sie siegten glänzend über widrige Elemente. Dies lieferte den praktischen Beweis für die Richtigkeit Ihrer mir kürzlich in der Berliner Botschaft erläuterten Theorie von der Ueberlegenheit des Luftschiffes über das Flugzeug i m Sturm. Sie haben überzeugend die Möglichkeit eines transatlantischen Handelsflugverkehrs bewiesen. Dies ist ein neuer Sieg deutscher Wissenschaft, Mutes und Ausdauer.
Oie Begeisterung in Berlin.
Rundfunkübertragung aus Ncuhork
Berlin, 15. Oktober. (WB.) Die Nachricht von der glücklichen Ankunft des „Graf Zeppelin" hat in der Reichshauptstadt ungeheuren I u - b e l ausgelöst. Große Menschenmengen hatten die Abendstunden hindurch in den Straßen Berlins auf die Botschaft aus Lakehurst gewartet, die von den Zeitungen in Extrablättern bekanntgegeben wurde. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer über die Stadt und löste überall b e = g e i ft e r t e Kundgebungen aus. Zwischen 22.10 Uhr und 22.20 Uhr heute abend, also zu einer Zeit, als der „Graf Zeppelin" über Neu - york kreuzte, wurde der Neuyorker Rundfunk über die Sendestation Shenectady auf b i e deut
schen Sender übertragen. Die durch den Ansager des Neuyorker Rundfunks gegebene Beschreibung der Kreuzfahrt des Luftschiffs über Neunork war hier deutlich zu vernehmen. Der Ansager schilderte den wundervollen Anblick, den der silbergraue Luftriese gegen den Himmel bot und bezeichnete ihn als das großartigste
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