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Trohki in Berlin?

Klui-t aus der Verbannung.

Par-s. 16 Aug. (Funkspruch. Prrvatmel- düng.) RachÖem schon gestern eine Rachrichten- agen tu* die Meldung verbreitet hatte, Trotzki sei aus seiner Verbannung in Sowjet- ruhland entflohen und befinde sich i n der Umgebung von Brr (in. veröffent- licht der Berliner Korrespondent derShlcago Tr-.bune" einen Bericht, in dem er erklärt, das) er Trotzki in Berlin gesehen und er­kannt habe, alS dieser gerade eine geschlossene 2lu todroschto befrieg. Der Korrespondent be­hauptet Wetter, dah Trotzki sich mit Hilfe Moskauer amtlicher Stellen ins Aus­land begeben habe, um sich seinen schriftstelleri­schen Arbeiten $u widmen Sr habe versprochen, nichts gegen Sowjetruhland zu schreiben. Er befindet sich bei Freunden in einem Landhause unweit von Berlin und sei unter Ergreifung aller Borsichtsmahregeln einige Mole nach Berlin ge­kommen. Der Korrespondent gibt weiter an, daß Troüki zunächst in Stettin drei Wochen gewohnt habe und dann Ende Suli nach Schweb t an der Oder gefahren sei. von wo er in die Bähe von Berlin übersiedelte. Der Korrespondent erklärt schliehlich. dah Trotzki sehr gealtert sei.

Ein größeres oder ein kleineres polen?

WoldemaraS über die politische Entwicklung im Lsteu.

Berlin, 16. August. (Priv.-Tel.) Ein Sonder­berichterstatter de»laß" hat in fiorono mit dem litauischen Ministerpräsidenten Woldcmaras eine Un­terredung gehabt, in der dieser sich u. a. äußerte: Das polnische System, Korridore zu schaffen, bringt keine Regelung der Fragen, sondern schafft sie erst. Der westpreußiscke und der Wilna- Korridor müssen entweder beseitigt oder erweitert werden. Als man sie schuf, hofften die Polen, dadurch neue Gebiete an sich reihen zu können. Wir stehen vor dem Problem: e i n größeres oder ein kleineres Polen? So wie es ist, kann es nicht bleiben. Schon jetzt gehören fünfzig Prozent der Bewohner Polens fremden Nationalitäten an. In dem Augenblick, wo die Polen Litauen besetzen, wächst die Gefahr, dah auch Ostpreußen das Schick­sal Litauens teilt. D^rch die Natur der Dinge ist so das Interesse LÜauene und Deutschlands an einer politischen Zusammenarbeit gegeben. Auch für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit be­stehen keine Schwierigkeiten, do beide Länder sich ergänzen. Diese Tatsachen bleiben bestehen, wie man auch denken mag. Auf die Frage, ob durch die Memel frage nicht Schwierigkeiten erwach­sen könnten, erwiderte Woldemaras, er habe von Anfang an Wert auf direkte Aussvrache mit den Memelern gelegt und er werde diesen Weg auch in Zukunft beschreiten.

Sie indische Versaffungsresom.

London, 14. Aua. (IU.) Die auf Deranlos- suna des Arbeitsausschusses des Indischen Kon­gresses in Kalkutta einberufene Tagung aller indi- säsen Parteien hat soeben die lanaerwartete Denk­schrift über eine neue indische Verfassung veröffent­licht. Das Memorandum empfiehlt eine Deklara­tion der arundlegenden Rechte. Der ge­setzgebende Apparat soll aus zwei Häusern, einem Senat und einem Repräsentantenhaus be- ffcben. Weiter wird die Ernennung eines Zentralgouoerneurs vorgeschlagen, dem 2re torecht für alle gesetzgeberischen Akte zustehen und in dessen Händen der Oberbefehl über Armee, Flotte und Luftstreitkräfte, liegen soll. Der Dollzugsrot von Gesamtindien soll aus dem Ministerpräsidenten und sechs weiteren Mitgliedern bestehen. Den Provinzen ist Selbst­verwaltung und die Schaffung von Einzelkam ment zuzugestetzen. Weite, empfiehlt die Denkschrift die Schaffung eines Ober st en Gerichtshofes für ganz Indien.

(Sine Demarche Frankreichs und Englands in Gofia.

Paris, 15. Aug. (WB.) Die Information be­richtet aus Sofia, dah dis Gesandten Eng­lands und Frankreichs in Sofia der bul­garischen Regierung eine Bote überreicht haben, in der aus die Botwendigkeit hingewiesen werde, energischeMahnahmen gegen die ma­zedonischen Bevolutionärezu ergreifen, da sie durch ihre Tätigkeit den Frieden der be­nachbarten Rattonen gefährdeten. Diese Demarche gehr auf die Initiative Englands zurück. England habe von Italien die Zusage erhalten, nicht zu intervenieren, da die italienische Regierung die mazedonische Frage als eine rein innerpoli- tische Frage 'Bulgariens ansehe.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident v. Hindenburg hot an den österreichischen Du n d es pr S st den t e n H a i n i s ch anläßlich der Bollendung deS 70. Le­bensjahres folgendes Dlückwunschtelearamm ge­sandt: .Der heutige Festtag gibt mir Gelegenheit. Ihnen, verehrter Herr 'Bundespräsident, i n treuem Gedenken meine aufrichtig­es n Glückwünschc auSzusprechen. Mit dem deutschen Bolte hoffe ich von ganzem Herzen, daß Ihnen das gütige Schicksal erlauben möge, noch Diele Jahre IhreS Lebens der unermüdlichen und aufopfernden Arbeit zum Segen des österreichi­schen Brudervolkes zu widmen." Die Reichs- regierung hat dem Bundespräsidenten durch den deutschen Gesandten in Wien die herz­lichsten Glückwünsche zum 70. Geburtstage auS- sp rechen lassen.

Der Herr Reichspräsident bat den Oberregie- rungsrat im Bureau deS Reichspräsidenten. Dr D. SrdmannSdorff. zum Botschaftsrat bei der deutschen Gesandtschaft in Peking und an seiner Stelle den LegationSrat tm Auswärtigen Amt. Baron n. Hönningen Huene (um Oberregierungsrat im Bureau dee Berchspr.iss- denken ernannt.

Bei der Flotte ist folgendes Schreiben des R e i ch s p i ä f k d e n t e n o. Hindenburg noch dem Besuch bei den Schießübungen in Kiel einq> gongen Die Schießübungen der Flotte, an den n ich teilgenommen habe, haben mich in hohem Maße interessiert und befriedigt Mit

! Sozialdemokratie und Panzerkreuzer.

Gegen das Votum der sozialdemokratischen Minister im Reichskabinett.

Das hatten sich die Soz aldemokraten Wohl nicht träumen lassen, dah aus dem Panzer­kreuzer. dem m ber Wahlagitation so viel *u verdanken haben, einmal für sie eine ernste Gefahr werden könnte. Und doch hätten sie diese Entwicklung vorausahnen können. Sre haben Monate hinöu-ch nichts anderes getan, als in das Gehirn deS Wählers hineingehämmert, daß dieBürgerblockregieruna" das Geld des Steuerzahlers sinnlos verschleudere und auS M litarismuS einen vollkommen überflüssigen Panzerkreuzer baue, während daS Geld für Kinderernährung erhebüich zweckmäßiger ver­wendet werden konnte. Wenn aber erst di« Sozialdemokratie in der Regierung säße, dann würde dasalleSanderS werden, dann würde auch dieser Panzerkreuzer niemals in die Erschei- nung treten. Bun find die Sozialdemokraten in der Regierung und eine der ersten Amtshand­lungen der neuen Minister aus gerechnet am Vor­abend der Dersalsunasseier ist der Beschluß, dah daS Schiff doch auf Stapel gelegt werden soll. Ist es da nicht begreiflich, wenn di« überzeugtesten Anhänger der Partei kopf­scheu werden, wenn vor allem der radikale Flügel sich rührt irnd offen mit einer Palastrevolution droht? Eine der wichtigsten Voraussetzungen des Parlamentarismus beftefjt nun einmal darin, als Oppositionspartei nie etwas zu versprechen, wa­rn an als Regierungspartei nicht halten kann. Die Engländer sind in der Bexiähung sehr viel klüger, die französischen Sozialisten wollen baS nicht einsehen, aber sie ziehen daraus wenigstens die Kcmfeguenz, daß sie deshalb auch nicht in die Regierung hineingehen.

Run müssen sich die parteioffiziösen Gkribettten die Finger wunb schreioen, um nachzuweisen, daß von einem Umfall der sozialistischen Mi­nister nicht die Rede fern kann, daß ihnen viel­mehr schon vorher die Hände gebun­den waren und sie gar nicht anders handeln! konnten. DerVorwärts" entschließt sich sogar zu dem Eingeständnis, daß die Partei den Wahl­kampf auf falscher Grundlage geführt habe. Sie Hütten geglaubt, dah die endgül­tige Entscheidung über Öen Bau in die Hände des neuen Kabinetts und deS neuen Reichstage- gelegt fei; das habe sich jetzt als falsch Herausgestell t Die Entschlie­ßung des Reichsrates vom 31. März, die den Ausgangspunkt des ganzen Streite- bildet, sehe aber in Wahrheit lediglich vor. daß der vom Reichstag bereits bewilligte Bau nicht vor dem 1. September in Angriff zu nehmen sei. Welches Armutszeugnis liegt darin, daß eine Partei, deren preußische Vertreter diese Entschließung veranlaßt haben, öffentlich zugeben muß. sie habe eine Entschliehung, mit der sie monatelang krcbsen ging, die ihr im Wahlkampf die gröhten Er­folge brachte, entweder nicht gelesen oder falsch verstanden. Die Entschließung deS Reichsrates hatte jedoch den Zweck, daß vor dem 1. Septem­ber durch da- Kabinett eine nochmalige Prüfung der Finanzlage des Reiche« vorgenommen werden sollte und daß von dieser Prüfung daS Kabinett die Entscheidung ab­hängig machen sollte, ob der Dau nicht zunächst zu vertagen sei. Gewiß handelte eS sich nicht um die etatsrechtliche Frage ob die Summen für den Panzer bewilligt werden sollen. Darüber hatte der Reichstag Beschluß gefaßt. Aber das Kabinett war frei in seiner Entschei­dung ob mit dem Bau jetzt zu beginnen sei oder ob man vielleicht noch ein oder zwei Jahre wartete, biS die Finanzen des Reiches weniger angespannt waren. Die Alternative, wie sie der Vorwärts" konstruiert, ist daher falsch. Er be­hauptet. die sozialdernokrattschen Minister hätten vor der Wahl gestanden, ob sie gehen oder bleiben sollten, gebaut werde da- Schiff in jedem Falle. Das ist nicht wahr, wenn daS Kabinett mit Mehrheit beschloß, den Bau zu suspendieren, ömm hätte der Reichstag durch­aus Gelegenheit gehabt, bei der nächsten Etats­beratung den Beschluß wieder aufzuheben, der die erste Rate bewilligte.

Ob freilich auf einem solchen Kabinettsbeschluß hin die Regierung zusammengeblieben wäre, ob sich nicht, zumal nach der Seite des Reichs­wehrministers und vielleicht sogar des Reichs­präsidenten, Folgerungen ergeben hätten, die über eine Kabinettskrise hinausgehen, das steht auf einem andern Blatt. Indessen, es war ja dafür gesorgt, daß die sozialistischen Minister nicht in die Verlegenheit kamen, eine Mehrheit zu bil­

den. fit hätten s i ch überstimmen lassen können, ohne sich etwa« in ihrer Würde zu ver­geben. Dann wäre ihnen dieser Sturm im eigenen Lager erspart geblirben. Man farm ihnen zugute halten daß ein starker moralischer Mut daraus spricht, wenn sie trotzdem zu einer positiven Stimmabgabe kamen, und. ohne sich von der Roiwendigkeit des Baues überzeugt zu haben, dem Koalition sgc banken die- Opfer brachten, wo­bei eS dahingestellt bleiben mag, inwieweit sie diefe Zivilcourage auch aufgebracht hätten, wenn iie über die Folgen sich vorher klar gewesen wären. Aber das Betrübliche der ganzen Aus­einandersetzung ist doch dies: dah bei der ersten Gelegenheit, wo auch einmal die Sozialdemokratie nachgeben must, die Wogen in der Parte' über- zuschaumen beginnen. Tie Führer sind sich dar­über klar, dah sie nur durch Kompromiße weiter kommen, der linke Flügel aber, hinter dem die Masse zu stehen scheint, sieht in einem Kabinett unter sozialistischer Beteiligung offenbar nur ein Organ zur Ausführung sozialistischer Wünsche. Das muh sich im Herbst, wenn die TageSarbeit beginnt, mit dreifacher Schärfe be­merkbar machen und zu einer Lahmlegung der Initiative deS Kabinetts fuhren, d e wie mir von Anfang an befürchtet heben der Arbeits­fähigkeit dieser unter fo-iott>?molrattscher Füh­rung stehenden 'Regierung kein fcfyr günftiqc» Horoskop stellt.

Der Parieivorsiond mißbilligt.

Einberufung von ReichstagSfraklion und Parteiausschutz.

Berlin, 16. Aug. (TU.) Der Pattcioorftanb und der Vorstand der fozialdemokrallschen Reichslagsfrak- flon haben am RNllwochnachmitlag eine geheime Sitzung abgehallen und nach demVorwärt«" fol­gen Den Jefchluh gefaßt:

Die Vorstände der sozialdemokratischen Partei und der sozialdemokratifchen ReichslagofraNion bedauern lebhaft, daß die fojial- demokralifchen Minister nicht die Mög­lichkeit gefunden haben, in der kabinellssihung durch Abstimmung klar zum Ausdruck ;u bringen, daß sie In Uebereinfommen mit der gesamten Partei entschiedene Geg­ner des Baue« des Panzerkreuzers A find, sich vielmehr auf formatrechtliche Argu­mente gestützt haben.

Es wurde weiter beschlossen, die Fraktion und den P a r t c i a u s f ch n h auf kommenden Samstag einzuberufen. Außer der Panzerfchiffsangelegenheit wird die fitifenfürforge besprochen. Aus sozialdemo­kratischen streifen wird uns bestätigt, daß die (Ein­berufung auf den Schritt zurückgeht, Öen u. a. die Abgeordneten Auffhänset und Toni Sender unternommen haben, um eine Klärung dieser Fragen herbeizuführen.

ImVorwärts" veröffentlicht der Reichstags- abgeorbnete Künstler eine Entgegnung auf den Versuch desVorwärts" vom Mittwoch, die Hal­tung der soztaldcinokratifchen Reichsminister zum Bau des Panzerkreuzers A zu rechtfertigen. Er verweist darauf, daß faft zur (eiben Zeit, da bk sozialdemokratischen Minister im Reichskabtnett für Öen Panzerkreuzer gestimmt hatten, den Der- trouensleuten der Pattei das Referentenmatettal des Vorstandes ausgehänbigt worden (ei, in dem gegen den Panzerkreuzer Stellung ge­nommen wurde. Die Partei sei dcldurch In eine Situation geraten, bie viel ernster zu bewer­ten als jene, bie burch bie Zustimmung ber preu­ßischen Lanbtagsfrakfwn zum Fürstenabfinbungs- gefetz hervorgerufen worben fei. Die sozialbemokra- tischen Minister hätten nicht bas Recht gehabt, bie Partei unb Fraktion vor eine vollen- bete Tatsache zu stellen. Wenn es bei dem Be- schluß ber Reicksregierung bleibe, so werbe sich baraus bie Tatsache ergeben, baß die sozialdemo­kratische Fraktion vor bie Frage gestellt weide, in Konsequenz ber Zustimmung ber fozialbemokratt- schen Minister zum Panzerlreuzerbau auch ihrerseits bie weiteren erforber- lichen Raten zu bewilligen. Bei ber Ein- stellung ber Mehrheit ber Fraktion werbe bie Frak­tion ben sozialdemokratischen Ministern die Ge­folgschaft verweigern müssen.

meiner Anerkennung an alle Beteiligten verbinde ich meine besten Wünsche für weitere erfolgreiche Durchführung der kommenden Manöver.

Der Abgeordnete Lambach hat gegen das Urteil des Lanöesverbcml>e- Porsöam II auf Ausschluß aus Der Deutschnationalen Volks­partei Berufung eingelegt.

Von der sozialdemokratischen Fraktion ringe- brachte Anträge auf vorzeitiae (Einbe­rufung des thüringischen Landtages werden nunmehr ihre Verwirklichung finden. Die verfassungsmäßig erforderlichen 19 Unterschriften für die Einberufung liegen vor. Zu ben insgesamt 18 Stimmen ber SPD. kam bie Stimme des Ver­treters ber Volksrechtpattei hinzu. Der Lanbtag wird am 23. August, 10 Uhr, zusammentreten, um über den Antrag auf Auflösung des Landtages unb über bas Mißtrauensvotum gegen bie Regie­rung abzuftimmen.

Aoch keine Erhöhung der Fronten« versichenmgögfenze.

Berlin. 15. Aug. (XU.) Entgegen anders lautenden Meldungen erfährt die Telegraphen- Umori von unterrichteter Seite, daß das ReichS- arbettsministerium sich nicht mit der Ausarbei­tung einer Verordnung beschäftigt, die sich auf bie VersicherungSgrenze für die Ortskranken- kalsenpssichtigen bezieht. E» schweben allerdings .m Reichsaroeitsministettum ©rmägungen. ob fich auch in der Krankenversicherung eine Erhöhung durchstichren läßt Diese Erhöhung Der Äran!en» Versicherung kann aber nicht wie bei der An- gestelltenvett cherung durch Verordnung in Kraft gesetzt Werben. ba die Ermächtigung, bie früfjer >c»r Re.chsarbettSmi nister belob, vom I Reichstag gestrichen worden ist. SS bebar* I also zu ncr Erhöhung der Krankenversicherung«- grenze emefl Reichsgesetze«. daS den zu­

ständigen Stellen noch nicht vorliegt, so daß e« also in absehbarer Zeit nicht einmal dem Reichs­tag zugeleitet werden könnte, selbst wenn das Kabinett sich zu einem solchen Gesetz entschließen sollte. Die Frage, ob Angehörige freier Be­rufe .n die Versicherungspllicht einzubeziehen feien, wird zur Zeit auf Wunsch Des Reichstage- geprüft.

Aus aller Welt.

Unweiter in Bayern

Seit gestern abend wütet über Bayern ein von wvlkenbruchcrrttgem Regen begleiteter ungewöhn­lich heftiger Sturm, bet überall großen Schaden anrichtete Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und mehrere Telephonverbindungen unterbrochen. In Dlattling (Niederbayern) brachte der Orkan fast sämtliche Buben, bie anläßlich eines Volks­festes aufgestellt waren, zum Cinftur^ Zahlreiche Personen, bie fich gerade auf bem Volfkfestplatz befanden, erlitten leichte 'Verletzungen. Die Höhe deS Schadens ist noch nicht zu übersehen.

Die Opfer

des Vulkanausbruch» in Riederländisch-Jndien.

Zu bem kürzlich erfolgten furchtbaren Vulkanaus­bruch auf ber Insel Paloweh in Nieberlänbifch- Ostinbien wirb aus Batavia geniJbct, bah bie Zahl ber Personen, die vor ben feurigen Lavarnafsen im Meere Rettu ng juchten unb bähet er trän ken, auf 200 anzusetzen ist. während bie Zahl ber Verbrannten unb unter ben Trümmern ber Häuser Begrabenen, sowie von niedergehendem Gestein Erschlagenen auf 1000 geschäht wirb. Außerdem find etwa 400 Personen verletzt.

Hungertod eine» englischen Forscher».

Das Schicksal des englischen Forschers John Hornby eine« ber besten Kenner des tarn# bischen Hinterlandes, unb feiner beiden Ressen, die vor zwei Jahren verschwunden waren, hat

lsch setzt aufgeklärt. Die drei Leichen wurden in einer einsamen Hütte in bem un- ' ruchtbaren Gebiet westlich von der Hudsonbay auf gefunden. Die drei Forscher hatten eine Beste von 800 Meilen von Fort Resolution nach der Hudtonbatz unternommen. Da sie nicht zu der erwarteten Zett eintrafen, hatte seit Dezem­ber vorigen Jahres die Polizei Nachforschungen angesteilt. Rach dem vorliegenden Bericht sind die drei Männer 300 Menen vor bem Ziele am Hungertod zugrunbegegangen.

SdXagroctfcrunglüif auf ber ZecheColhringm."

Auf ber Zeche .Lothringen" ereignete sich ein odjlagroetterunglucf durch eine (Erpfoiion, die durch bas Funktionieren ber Gesteinsstaubichranken glück­licherweise auf ihren Herd beschränkt blieb Sie forderte mehrere Schwervette^te Äwi von ihnen sind im Bochumer Bergmannskronkenhau» ihren Brandwunden erlegen.

3rod Todesopfer ber Saljsäurecxplofion In Dosten.

Das gemeldete schwere EevlolionSunglück tn der Farbenfabrik zu Wolfen hat bereits zwei Todesopfer gefordert. Ein schwerverletzter Arbeiter starb auf dem Transpvtt. ein zweiter in der vergangenen Rächt im Destauer Kranken­haus Für zwei weitere Arbeiter' baAeht Le­bensgefahr.

von Bukarest bi» München al» blinder Passagier.

Im Münchener Hauptbahnhof wurde bei der Kontrolle der Zuggarnttur unter einem Waggon des Orientexpreßzuges BukarestMünchen a u f einem Eisenträger ein Fahrgast entdeckt. Dieser hatte seit dem 10. August, vormittag» 12 HI>r, in Bukarest bie kostenlose Fahrt nach Deutschland biS 11. August als bllnber Passagier' an diesem Platze mitgemacht.

Raubüberfall auf eine Bahnhos»kaste-

Drei bewaffnete maskiert« Räuber über­fielen tn der Rächt bie Stcüionskasse des Bahn­hofs Lalcum bei Kaiserswerth und zwangen- die beiden anwesenden Beamten, ihnen die Kaffe herau-zugeben. Der Kastenbestwtb betrug nur 32 Mark. Zwei ber Räuber wurden bereits eine Stunde später in Uickerrctth nach einem kurzen Fcuergefccht von einem Strcif- kommarrdo der Reichsbahn festgenommen, während der dritte, ein kürzlich auS bem Zucht­haus entlassener Verbrecher, in der Dmrkelhett entkam.

Reuyork» Feuerwehrchef in Berlin.

Der Leiter des Neuyorker Feuerlöschwesen», Mr. K e n l o n , der fich augenblicklich auf einer Rundreife durch die curopäifchen Hauptstädte be­findet, trifft am Freitag, von Paris konimcnb. In Berlin ein unb wirb von bem Berliner Oberdranb» birekkor G e m p p empfangen werben. Für ben fünf Tage bauernben Aufenthalt be» Neuyorker Feuerwehrchefe ist ein umfangreiches Programm vorgesehen. 11. a. finden eingehenbis Besichtigungen ber hauptsächlichsten Fei'erlöschemrichwngen Ber­lins statt.

Da» glückliche Dresden.

Die Stadt Dresden gibt m einer Haupt Über­sicht einen Ucbctblld über ba« Vermögen ber Stabt Dresden nach dem Stande vom 31. März 1927. Danach bleibt der Stadt bei einer Schuldenlast hon 119,62 Millionen Mark und einem Gesamthermögen hon 391,99 Millionen Mark ein Relnhennögen von 272,37 Millionen Mark, das sich durch da« Reinhermögen des Schulbezirke« noch um 48,02 Millionen Mark erhöht. Ohne Anrechnung be« Vermögen« der Grundrenten- und Hypothekenanstalt der Stadt Dresden und der vom Blagistrat verwalteten Stiftungen beläuft sich bas Reinvermögen auf 320.39 Millionen Mark.

Oie Wetterlage.

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Ä?cltervOraussage.

Eine Rinne tiefen Druckes erftredt sich von Island über DäTiemark nach Südosten. Jedoch rückt von Westen hrr ein Hoch, das bie Störung«- gebiete bald verdrängen wird. Da imme* noch Westwinde rvrherrschen, tritt zunächst Wollen-- btlbung auf. später leboeb wird der Hinnnel aus- klaren. Infolge Sonneneinstrahlung steigen die Temperaturen tagsüber an.

Voraussage für Freitag: Vielfach hei­ter. nachts noch kühler und tagsüber wärmer, meist trocken.

Voraussage für Samstag: Meist hei­teres unb trockne« Detter

Lufttemperaturen am 15. August mittag» 23^ fflrab Cclfiu-, abends 19,9 Grab Celsius am 16. Luguft morgens 15 Grab Celsius. Maximum 24 Grob ttelfhi«, Minimum 14 Grob Celsius. ffrbtemp-rohiren am 15 August ab.nbs 20,9 Grad Cdfhro; am 16 August niorgen« 17,7 Grob Celsius Nsiberschlag lji Millimeter. Sonnenschcinbäuer 2 Siunben.