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Hr. 192 Erster Fleft

178. Jahrgang

Donnerstag, 16. August 1028

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Beilegen.

»leben« JamtfienMätta 5«tnaf im Bitt Di« Scholle

aoieti«Be)egsprels;

7 Äeid>eeflri und 20 91eüß» Pfennig stlr Trüg er» lohn, auch bet Nichter­scheinen einzelner Nummern infolge höherer (Brc-alL Fernfprechanfchlüfser il, 54 unb 112.

Anschrift für Droh Mach' lichten. Snzeiger »lebte.

Gichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Poklchkckfonio.

Steiffnri u.n Olein 118M.

Drutf unö Derlag: vrShl'sche UsttversitStL-vuch' und Sfeinöindtrei N. Lange in Gießen. §chnsl!eitung und Seschäftrnelle: Zchnlnroße 7.

Annahme oon Injelgen für die Tageennmmer bin pe Nachmittag vorher.

Preis fir 1 nm höhe ftr Snjetqen von 27 mm Breite önl.ch 8, auttrarlt 10 Nelchepfennig. für Ne- kUmranjtagtn oon 70 mir» Brette 35 Next» »Pfennig, Blatzvorfchrift 20, mehr. ffbefTtbaktenr:

Dr. Fnedr Wich. Lange. Derannoonltch für Dohhk Dr. Fr. Wich Lange; für Feuilleton Dr A.Tbgriol, für ben übrigen Teil Ernst Blomfcheln; für ben An« jeigentetl Äurl Tillmann, (ärnihd) in (Rieben.

Festtage der deutschen Seeschiffahrt.

Botschafter Shurman taust das neue Riesenschiff des Norddeutschen Lloyd auf den NamenEuropa". Die Feier des Stapellaufs auf der Hamburger WerstBlohm und Voß".

Hamburg. 15. Xia (DTB.) Al« erster der beiben für ben Rorddeuffchen Lloyd erbauten etwa 46 000 Tonnen arohen Dierschraubenschnell- dampfer ist heule 1720 Uhr bie .9 uropa" auf der festlich gefdjmüdten Werft von Blohm unb Bost glücklich vom Stapel gelaufen, wäh­rend das Schwesterfchiff .Bremen" morgen auf der Werft der Defchimag in Bremen zu Wafer geloflen werden soll. Dem Stapellauf der haben Rlesendampfer ist besondere Dedeu- lung bctAumefen. weil er einen bemerkenswerten Abschnitt des Wiederaufbaues der deutschen Han- delstlc.ttc bttstellt. die damit nach der für da« nächste Frühjahr zu erwartenden Indienststel­lung über die größten Dampfer ver­fügen wird, die in der Nachkriegszeit erbaut wurden Dem Heuligen wichtigen Ereignis ent- sprach der äußere Nahmen, unter dem sich der Stapellauf voll>,og. Auf ben großen Tribünen zu beiden Seiten an ber Helling hatte sich zahl­reiches geladenes Publikum cingcfunben. Die Uferböschungen. Pontons sowie die Hasenbarnpftr und Barkaf en waren von Tausenden be­setz I. die (trugen des interessanten Schauspiel- sein sollten. Auf der Tauf kanzel felbst hatten sich mit dem amerikanischen Botschaf - ter V r Shurman die Herren vom Dorstand

Norddeai'chen

Lloyds, sowie bte Ehess ber Finna Blohm unb Hob mit ihren Damen cingefunbrn. Ferner waren neben bai leitenden Angestellten des Llovds unb ber Werst u. a. anwesend ber ameri­kanische Marine-Aftach'- Kapitän zur See Baum, ber Ehef ber Marineleitung Admiral Senter, sowie andere hohe Marineoffiziere und Offiziere der Reichswehr Vertreter des Ham­burgischen. Bremischen unb Lübeckifchen Senats, hervorragende Vertreter der Hamburger und Bremer abrMrcife, des deutschen unb ame­rikanischen Handels, weiter Hauptmann Köhl unb eine große Reihe in- unb ausländischer Journalisten

Um 17.10 Uhr ergriff

Der amerikanische Botschafter Dr. Schurmari

du» Wort zur Taufrede, in ber er u a ausführte: Der ctnprllauf von zwei großen Dampfschiffen innerhalb 2t ctunben wirb wahrscheinlich von künf­tigen Geschichtsschreibern als ein Kennzeichen an* gesehen werben für die Wiedererlangung des hohen '-Ranges unter den nordatlantischen Reedereien, den diese Gesellschaft in der Vorkriegszeit jahrelang innehatte Oer Norddeutsche Lloyd konnte schon da­mals auf die Geschichte eines halben Jahrhunderts erfolgreicher Leistungen zuriickhlicken. Dabei führte er seine Geschäfte in fortschrittlichem Sinne unb erhob den Dienst am Publikum zum vor­nehmsten Grundsatz. Heule steht der Norddeutsche Lloyd auf ber Schwelle einer neuen Epoche. Dieses Schiff ist, wie mir in Amerika sagen,bas letzte W ort* im Schiffbau. Es ist eines ber größten Schiffe und ist mit einem Tonnengehalt oon 46 000 Tonnen fast 50 Prozent größer als derColum­bus", ber heute das größte deutsche Fahrzeug ist. Er besitzt eine erstaunliche Geschwindigkeit: sechs Tage nach Neuyork von 'Bremen und fünf von den Häsen am fianal. Ich erfahre mit besonderer Freude, daß bie Vorkehrungen für die Sicherheit der Fahr* aaste fo vollständig sind, wie es bie neuesten beut* schen Errungenschaften gestatten. Sie werden sehen, daß flünftkr und Architekten die Salons unb Ka­jüten zu solchen Freuden für Auge und Geschmack gestaltet haben, daß die Fahraaste vielleicht ver- geffen werden, daß sie sich auf hoher See be-, finden. Als alter Seemann, der beide Meere oftmals überquert hat, lese ich mit einiger Beunruhigung, die Ankündigungeiner ausreichenden, kräftigen Verpflegung, die abwechslungsreich ist und selbst dem ocrroohntefteii Geschmack entgegenkommt'. Meine Besorgnis wird durch die weitere Ankündv flung, daß ein großes Restaurant vorgesehen ist, in welchem die Fahrgäste, was immer sie zu essen wünschen, bestellen können, erhöht. Darf ich als erfahrener Reisender, der stets gegen Seekrankheit gefeit war, bie Fahrgäste vor diesen gastronomischen Versuchungen warnen, unb ihnen lieber die Prome- naben und Sportberf« unb die Turnrecke und Apparate, mit welchen der neue Dampfer so reich­haltig ausgerüstet ist, empfehlen? Aber der Zeit­punkt für ben Stapellauf ist gekommen. Meine Damen und Herren? Kraft ber mir vom Norddeut­schen Lloyd übertragenen Machtvollkommenheit geb ich jetzt diesem Schiff den 91 a m c n(Europa*. 3d) füge den warmen Wunsch hinzu, daß es stets oom Glück begleitet sein unb aus lange Jahre hin­aus dazu beitragen möge, unsere beiden Völker cn?ur DSr,iren durch einen für beide Teile vor- teilhaften Handel, durch gegenseitiges Verständnis und Brüderschaft. M

Nachdem lodann Fräulein Ines Glaessel die Taufe mit J>cn besten Wünschen für alle Zeit unb glückliche Fahrt vollzogen und nach altem Brauch eine Flasche Sekt am Bug des Schiffes batte zerschellen lasten, begann der S t a p eII a u f. Die fXtftoorri4tung und die Sperrpstöcke wurden gelost und das von den Fesseln befreite Schiff glitt, erlt langsam und dann immer schneller, ruhig und sicher 1 ».20 Uhr in sein Clement Brausende Hoch- rute, Tucherichwenken und Heulen der Sirenen der |

zahlreichen Dampfer und Fahrzeuge begleiteten es auf seinem Wege Don mehreren über dem Werst* gelänbe kreisenden Flugzeugen wurden Blumen­grüße abgeworsen.

Empfang bei Blohm und Voß.

Vach dem Stapellauf sand in der Halle beS Verwaltungsdienstes der Werft Blohm und Voß em Empfang statt, bei dem der Seniorches der Fima Blohm und Dost, Dr. H e r m. Blohm, den amerikanischen Botschafter und die Herren vom Vorddeuttchen Livyd sowie die übrigen An­wesenden herzlich willkommen hieß. Gr gab einen Heber bl ick über bie alten Beziehungen der Werft zum Vorddeuffchen Lloyd und fuhr fort. Die große Ausgabe und das kühne Wagen, das in einem Auftrag auf Airei solche großen und wert­vollen Schiffe liegt, findet bei uns vollste Würdi­gung Unter ganAes Bestreben unb unser ganzes Können ist darauf abgefteflt, all das an geistiger

Paris, 15-Slug. (WB.) Die Besprechungen, bie ber deutsche Botschafter n Paris zwecks endgültiger Beilegung des Zweibrückener Zwischenfalls mit dem französischen Außen­ministerium gehabt hat, haben zu einer für beide Selten befriedigenden Beilegung ge­führt. Auf Grund dieser Einigung wird die ursprüng­lich ausgesprochene Forderung auf Auslieferung der Beschuldigten kcineRollernchr spielen. Wie wir erfahren, haben die Besprechungen auch dazu geführt, daß die Franzosen sich bereit erklärt haben, den Vollzeikommissar Bauer, der im WittclpunFf der Angelegenheit steht, aus der hast j u ent­lassen.

Wie ferner verlautet, ist die Entscheidung der Bot­schafterkonferenz über die Verschiebung des Bahnhofsbaues von Rüsselshelm der Reichsregierung nicht direkt, sondern auf brm Um- roege über einen langen Instanzenweg bekanntgeworden, obgleich der deutsche Botschasler in Paris mit der Botschaslerkonserenz darüber ver­handelt hatte. Bel diesen Verhandlungen war uns eine positive EnIscheidung in Aussicht gestellt worden. Deshalb hat der Berschlebungs- beschluß In Berlin naturgemäß einiges Erstaunen hervorgerufen, und der deutsche Botschafter hat den Austrag erhalten, geeignete S ch r I l t e zu unter­nehmen, um den Widerspruch zwischen der ersten Ankündigung und der schließlichen Lnlscheldnng auf­zuklären.

Den Bemühungen unseres Pariser Botschafters ist es also gelungen, den wegen des Zweibrückener Zwischenfalls entstandenen AuSlieserungSkonslikt beizulegen. Frankreich hat sich bereit erklärt, die Angelegenheit fallen zu lallen und unS gegen­über nicht wieder zur Sprache zu bringen, linier den gegenwärtigen Umständen ist daS bie beste Lösung, die sich erzielen ließ. Theoretisch wäre damit der Weg nach Paris für den Reichsaußen- Minister 6irefcmann freigemachr. tatsächlich haben die Franzosen eS jedoch in den letzten zehn Tagen verstanden, so viele Hindernisse auszutürmen, daß nicht recht ersichtlich ist, wie das Reichskabinett zu einem Belcyluß kommen will, der eS dem Außenminister erlaubt, per önlich zur Unterzeich­nung des Kellogg-Pakte« in Paris zu erscheinen Die neuen Manöver im besetzten Gebiet, die Richt- genebmigung eines Bahnhof SbaueS bei RüffelS- brian und der drohende Ton der französischen Presse wegen der Rede Vadbruchs am 11. August sind höchst unfreundliche Handlungen uns gegenüber, die an die ersten Nachkriegszeiten erinnern und durchaus geeignet ind. unserem An­sehen an übrigen Auslande schwersten Abbruch zu tun. Wenn trvhdem Herr Dr. Stvelemann fah­ren sollte, dann unternimmt er die Veile nur. weil die amerikanisch« Regierung um daS per­sönliche Erscheinen des Außenministers am 26. August gebeten hat Lediglich die Rücksichtnahme aus die Vereinigten Staaten könnte die Reüchs- regierung bestimmen, der Pariser Reise ihre Zu­stimmung zu erteilen.

Oie Lasten

der Besatzungsmanöver.

Schwerer Schaden für die Eifel.

Berlin. 16. Äug. (Priv.-Tel.) Die demnächst in der Eisei stattsindenden Manöver der fran­zösischen und englischen Desatzungstruppen brin­gen für eine ganze Reihe von Orten außergewöhnlich starke Belastungen mit sich. Sv wird Prüm in der Eifel in der Zeit vom 24. August bis 10. September als Einquartierung erhalten: einen Eeneralstab von 10 Generälen, darunter der kommandierende fran­zösische und einen englischen General. 100 DW-

und mechanischer Arbeit in dieses Schiff hineiu- zulegen, waS den hohen Anforderungen gerecht werden kann, die der Lloyd mit Recht an dieses gewaltige Schiff stellt. Wir leben noch etwas in Der veralteten Anschauung, daß ÄonfUtttW| nützlich unb fördernd ist unb so freuen wir uns. daß auch das Schwesteifchffs derEuropa", das bei der Aktiengesellschaft Wefer in Bremen m Dau ist, jetzt ebenfalls vom Stapel laufen soll, llnfere Wünsche für den Lloyd gipfeln darin, daß er den Erfolg mit unseren Schiffen erfahren werde, den er erhofft. Hieraus begrüßte ber Präsident des Norddeutschen Llovb. Dr. Hei­neken, ben amerikanischen Botschafter Spur» man in einer Ansprache

Die Tatsache, daß ein Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika diesem unserem jüngsten Zu­wachs unserer Lloyd-Flotte selbst das Geleit auf seinen hoffentlich immer nur glücklichen Lebens­weg gegeben hat, ist ein Ausdruck und ein Beweis

ziere unb 100 Unteroffiziere, 250 Mann, sowie einen Autopark. Angesichts dieser starten Be­lastung faßten die Stadtverordneten eine Ent­schließung. in ber sie auf diese wochenlange starke Belastung Hinweisen, die von ber Bevölkerung nicht getragen werben könne, weil die Quartierentschäbigung auch nicht ent­fernt die Unkosten decke. Auch wird auf den zu erwartenden starken AuSsal» des Fremdenverkehrs hingewiesen. Dic Stadt- verordneten forderten, daß das Reich fchnellstens ringreife.

Oie neue Initiative.

Stoatefcfrctär von Schuberts Besuch bei Strcscmann.

Don unferer Berliner Redaktion.

Berlin, 16. Aua. Die Reise bes Staats­sekretärs Dr. v. Säubert nach Oberhof, dem Ferienaufenthalt deS Reichsaußenministers, be­deutet schon mehr alS eine bloße Information deS Rcichsaußenministers über bie derzeitige außenpolitische Lage in ihrer ®e amtbeit Sie bedeutet im weitesten Sinne den Auftakt der deutschen außenpolitischen Initia­tive. die ja durch die Er'rankung StrffemannS auf der einen Seite unb durch die Lage über­haupt in den letzten Monaten fast völlig still lag. Gewiß wird der Reichsaußcnminister, der ja während feiner Kur außerhalb jod?r gffchäft- lichen Tätigleit stand, manche Einzelheiten über die verschiedenen Probleme noch erfahren müssen, zumal feine kommende Tätigkeit im Zeichenweit­tragender Ausgaben steht. Die Besprechungen Schuberts mit 6trefernenn in Oberhos werden aber andererseits vornehmlich auch prinzipieller Ratur ktn. Jetzt gilt c» bie neue Marsch­route festzulegen, und man darf nur bo'fen, daß der deutsche Reichsaußenminister sich nunmehr auch soweit erholt hat. daß er di.» schweren Aufgaben auch in körperlicher Hinsicht bewältigen kann. Denn gerade in den nächsten Monaten werden lehr viele Anforderungen an Dr.tce e- mann gestellt werd?n. Anforderungen, die aber andererseits auch nur er erfüllen kann. Die ganze deutsche Außenpolitik wartet jetzt förmlich wieder auf feine Uedemahme d.r Leitung und. ganz abgesehen von der Pariser Reise und dem Trum und Tran der Unterzeichnung deS Kcllogg-PakteS, wird d c deutsche Außen­politik, vorausgesetzt daß sie jetzt nicht durch über­flüssige ParUipolemilen gestört wird. Möglich­keiten haben können, um den Weg zur Losung der großen Probleme zu erreichen, obtvohl die Lage gerade zur Zeit nach jeder Richtung hin unerfreulich ausfteht.

Die Besprechung des Staatssekretär- mit dem Retchsaußenminister kann schließlich auch al« Vorbereitung für bie kommende Ä a - binettsiitzung angesehen werden, in der vornehm! ch außenpoliti'che Fragen besprochen werden sollen. Oberhof muß affo. wenn eS auch dem Re.chsaußenminister nur als Nachkur bient, unb hoffentlich zu feiner Gesundheit beiträgt, - um ersten Schritt zur aktiven deutschen Außenpolitik wieder werden. Die Ausgaben, die bevorstehen, sind entscheidend Ihre Lösungen werden bestimmend sein für die weitere Zukunft Deutschlands, ganz gleich, ob sie jetzt schon voll­kommen oder eben nur insoweit periekt werden, alS damit wenigsten- ber Vormarfch zur ® efamttöfung wieder in Dang gebracht worden ist. Wann bie Entscheidungen fallen werden, unb wo das Resultat gesunden wird, steht noch dahin. Die Hauptsache ist, daß bie Einigkeit deS ganzen deutschen Volkes in feinen Forderungen auch weiterhin ungestört aufrecht- erhalten wird, damit bet deutsche Reich-außen- Minister darin ben nötigen Rückhalt finbet, den er für ferne fo schwierige und bedeutsame Arbeit braucht.

dafür, daß Nrgierung und Volk der amerikanischen Nation den tieferen Sinn unserer mti diesem Neubau verfolgten Ziele richtig verstanden haben, daß namiut) dieEuropa" ein neues Binde­glied fein soll zwischen der alten und der neuen Welt, und daß für diese ft ochst raße des Weltver­kehrs das Beste eben gerade gut genug ifi.

Dr. S h u r m a n erwiderte etwa folgenbci- Bre­men und Europa: Neuyork und Amerika: und zwi­schen ihnen eilen diese mächtigen neuen Schiffe ge* ichwind bin und her, die Nielenwebschiffe Im Wed- ftuhl der modernen Zeit. Wenn ich ein ftoroskop stellte, fo lühc ich nur eine Zukunft mit steigendem gegenseitig vorteilhaftem ftandel mit stets sich aus- dehnendem und sich vertiefendem intellektuellem, gesellschaftlichem und persönlichem Verkehr zwischen unseren beiden Ländern und Volkern. Es ist mein inniger Wunsch, daß diese Schisse Scharen von deutschen Besuchern nach Amerika unb von amerikanischen Besuchern nach Deutschland beför­dern mögen. Glücklicherweise bestehen heule keine künstlichen Hindernisse^ im Fließen der natürlichen Sympathie und der Freundschaftsstränningen zwi­schen dem deutschen und dem amerikanischen Volke und glücklicherweise sind viele positioe Kräfte am Werke, diese wohltuende Flut zu steigern. Nicht die geringsten unter ihnen sind die Schisse de» Nord­deutschen Lloyd. Daher, meine Damen und Herren, bitte ich Sie, mit mir auf das Gedeihen Deutsch­lands, seiner Neederei, des Norddeutschen Lloyds und des neuen DampfersEuropa" anzusloßen. Um 19.45 Uhr begaben sich die Gäste des Nord­deutschen Lloyds zur Teilnahme am morgigen Stapellauf mit einem Sonderzug nach Bremen. Amerika verkauft die Regierungsflotte.

London, 15. Aug. (TU.) Die amerikanische Regierung kündigt an, daß als Dalum für ben Berkaus der ber amerikanischen Regierung-schiff - sahrislinie (United State- Line) gehörend.,i Dampfer ber 15. Rovember festgesetzt worden ist. Unter den -um Verkauf gelangenden Schiffen be­findet sich auch der ..Leviathan" (früher Vaterland"). Der Käufer muß sich verpflichten, baß die Schiffe für fünf ober zehn Jahre im Dienst bleiben und eine bestimmte Anzahl von Fahrten über den Atlantik au-sühren. Durch günstige Zahlungsbedingungen', bie sich auf 15 2ahre erstrecken, soll der Verkauf erleichtert werden.

0er Cavellfilm.

TicFreigabe fürTeutfchlanb wird versucht.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers'.

Berlin. 16. Aug. Was gewisse Streife schon vor Monaten geahnt haben, scheint jetzt wahr zu werden, die Filmindustrie und der Filmhandel bemühen sich um Freigabe deS Covell- Filrns für Deutschland. Wie man von gut unterrichteter Seite hört, Ist eS bere.t- schon zu Verhandlungen vor der FiIrnprüsstelle ge­kommen. nachdem vorher In maßgebenden und interef lerten Kreisen dr- Film- und der Politik wie auch der Presse der Film gezeigt wurde, um diese Aktion psychologisch vorzubereiten. Die F i l m p r ü f ft e l I e ist zu einem ablehnen­den Entscheid gekommen, der aber nur mit einer Stimme Mehrheit g-faft wurde. Damit ist die Sache aber nicht erledigt. Mit ber Freigabe de- Eavcll-Zilm- wird sich in./tcr Zeit bie Film ober Prüfstelle au befassen ha.cn unb in gut orientierten Kreisen sürchwt man, baß nach der geringen Mehrheit, die die Ab!eh- nung in ber .rilmprüfslelle durchsetzte, ber Be­schluß der Oberprüfstelle zumindest recht - wei­fe l h a s t ist.

Sollte die FilmoberprüffteUe. wie Skeptiker befürchten, den Film sreigeben. fo würde die ganze deuffche Fllmpolttik und besonder« ihre Aktion im Fall des EavellfilmS gegenüber dem Ausland diskreditiert und ihres Rückhalts beraubt werden. Dze deutsche Regierung hat mit allen Mitteln der Diplomatie versucht, nachdem die Herstellung des Films nicht verhindert werden konnte, wenigsten- feine Ausführung im Au-la nd nach Möglichkeit cinzuschrüi'en und zu unterbinden. Sie hat bet diesen Be­mühungen tatsächlichen Erfolg gehabt. (S ß a rn- bet [ a in hri sich s el b [t in einem offenen Bries, der bie größte Wirkung m den englisch sprechen­den Ländern hatte, gegen die Aufiuhrung be« Eavellftlms ausge'prochen. Einige Länder, wie Dänemark, baden ihn sogar verboten und da« ririige Geschäft da« fern Hersteller Willcoux er­wartet hatte, scheint wirklich au«geb(tcben zu fein. Und nun soll da« Unglaubliche möglich werden, bet Eavellfilm soll in Deutschland gezeigt werden und da« deutsche Publikum soll einen eng­lischen Geschäftsmann brzahlen. ber nur a f E-rund einer üblen Kriege Hetze gegen Deutschland zehn Zähre nach Kriegsfchluß erneut mit diesen Res­sentiments au- einer traurigen Zeit Geschäfte machen will. ES handelt sich hierbei gar nicht darum, ob die Inszenierung des GavellfilmS mehr ober weniger deutschfeindlich ist, sondern um di« eiiffache Tatsache, daß es keinem Deutschen er­wünscht sein kann, baß bie Erinnerung an eine üble Kriegspropaganda in ber ganzen Welt von neuem auf gefrischt toi cb.

Das AiisliesermWbegehren wird fallengeloffen.

Erfolgreiche Verhandlungen dec» Botschafters von Hoesch in Paris.