brr Tagesordnung. Doch ist die Anzahl der V-GUchen in der Tschechoslowakei groß genug <y , M llionen unter mir 6 Millionen Tschechen), >»n lich au» eigener Kraft ihr Deuttchtum zu wehren. Ihre Schutzbünde arbeiten gut. he brau- chrn daher te ne fo siarie Untc-rftützung de» Ae^chs m materieller Art. tote die Ungarn» deutschen brauchen axber Patenschaften noch GeldH'Ile Ader ob Ungardeutfche oder Deutsche in der Tfchechoflowakei beide nnisten da» De» wußtfe n der Zusommengc Hörigkeit zm dem groben
deutschen Uaterlanb Haden Sie müssen Wilsen. M wir hier tm Heid) ihre Sorgen und Röte kennen u*.W> für hre Rechte bei brr. andern Ua- l-.vnen ein treten Sin farfhirvCt» und ideelles
Banb must <ich einigend um alle schlingen, die den Namen Deut'che führen, sie alle müssen stolz aus ihr Voll und <emc Art fein. Da» ist das grobe 3;cL nach dem wir streben müssen. We dann die pOtitilchc Zukunft im einzelnen । sich fidtottet. wird von der Grmchung diese- I Zieles abhängig fern. Geber einzelne Helse dazu.
Tumen, Spork und Spiel.
Deutsche Meisterschaft im Sechser-Nasenradball.
Bel den Kämpfen um die Deutsche Meisterschaft 192* im Sechser Rasen Radball, die vom «au 72 (<?abn) «. v.R. In Gießen gestern ausgerichtet wurde, konnte der vorjährige Meiüer. die 1- Erfurter Turnerjchost, den -hodsahrverein 87 affin Rüttenscheid nach Derlängerrmg 4:3 fchfogen und sich damit auch in diesem Jahre wieder den. Ittel des Deutsche» Meister« im Sechser- Kosen Radball erringen.
Deutsche Leichtathletikmeifierschaften.
Erster Tag.
Ini Düfselboes« Rhrinstadum begannen am Sam-taqimchmittag die Kämpfe um tnc Leicht- a thletilmeisterschas ten der D.S.B. Aach den 100-Mrier-VorlSufen. die ohne besonder'- Uebcrralchung verliefen, kamen sogleich die Zwifd-eittäufe über 400 Meter zum Attcktra g. Den ersten Laul geUxinn Schmidt (Berlins in 49,3 vor Gertz «Köln». Peltzer gab in auSsichttloser Position liegend auf. 3m zweiten Lauf hegte Ltorz lHalle» in 40.6; im dritten Laus eczirite Buchner lMagdeburg) mit 48.5 die beste Seit be* läge» Bei den Entscheidungen des erst« Inge« gewann Boltz« (Hamburg) beu 5000- Mcter-Laus in 15:9 Min. vor Kohn (Berlin) tn 15:9* 3m Stabhochsprung siegte Miller «Stuttgarti mit 3.82 Meier und (teilte damit emr neue deutsche Bestleistung aus. 3m TDeit» Iprung qualifizierten sich Meier (Berlin) mit 6.95 Meter. Völmle (Dortmund). Kochermann «Hamburg, und Scheck (Stuttgart). Dobermann war dem Start ferngeblieben.
Zweiter lag.
Am Sonntag, dem zweiten Tag der Deutschen Leichtathletikmeisterschasten, fanden am Vormittag nur Vorentscheidungen stall. D,e Entscheid ungs kämpfe am Nachmittag hatten folgende Ergeb- nisse:
3m NO-Meter-Hürdenlaut wurde Deutscher Mei st er Steinhardt (Karlsruhe) tn 15.1 Sek.: den zweiten Platz belegte Welscher (Frankfurt) mit 1,2 Sek. vor Iroftbad) (Berlin) mit 15,3 Sekunden.
Die 400-Metcr-Mcisterschaft konnte sich B ü ch n e r ^Brandenburg) in 48.4 Sek. vor Stgtz (Halle) mit |8,7 und Schmidt (Teutonia.Berlin) mit 49,6 Sek. sichern.
3ni Wcitsprung wurde Köchermann (Hamburg) mit 7,45,5 Meter Deutscher Meister vor Meier (Berlin) mit 7,38 Meter und Scheck (Stuttgart) mit 7,01 Meter.
Im Kugelstoßen wurde erwartungsgemäß H i r s ch - seid (Äilenstein) mit 15,46 Meter Deutscher Meister.
Corls (Berlin) wurde im 100-Mctcr-Lauf lieber« raschungsjieger. Körnig, dem man die größten Sie- qeschancen zugefprochen hotte, gab, im geschlagenen Felde liegend, bei 90 Meter auf. Corte, der in glänzender Form lief, erreichte die Weltrekord- zeit non 10,4Sekunden. Auch Altmeister Ho üben ,eiate sich wieder in großer Form und besetzte in IO,5 Sekunden den zweiten Platz, den Turner Lain- rners nur um Brustbrette auf den dritten Platz verweisend.
»in auserlesenes Feld sand sich am Start zur 800-Meter-Meisterschäst ein. Engelhardt- Berlin siegte in der großartigen 3«U von 1.52,4: Zwe ter war Tarnogrocft-Dresden in 1.54,4 vor Müller-Zehlendorf in der gleichen Zeit. 3m geschlagenen Felde befanden sich Dr. Peltzer, Wich-
imnvi-Karlshorst. Güth: ng--la siel Bollmer-Kaffel und Dahl mann-Hamburg
MO-Meter-Snttche-dung. 1. Kvrnig-Ehorlotten- bürg AB 2. Schöttcr-Kreield 21.6. 3 Houben- Krefeld 21.7.
1 *O0*Uk ter -Entscheidung: 1. Wichmann-Karls- horst 3L8.4 2. Kositzkowsti-Dan,,« 4.04.5. 3.
Dhiede-Berlin 4.04,6
3wm 10 000-Meter-Lauf fanden sich eff Teil- ncb*er am 6bart em. Kohn-Berlin beendete da« (Rennen als überlegener Sieger 1 Kohn- Berlin (Leutonte» in 32.36.4. 2. Sylber-ötutt- gart in 34.07,5. Sämtliche übrigen Teilnehmer hatten antgegebex.
Beim 400-Meter-Hürdenlaus durfte Dr. Peltzer im Interesse der Olympiavorbereitungen nicht starten. 1. Reumann-Berlin in 55 Sek 2. 3ä- nilch-Zlöln in 55.2 Sri. 3. Schlir-Berlin in 55,9 Sekunden.
3m Hochsprung waren nach einer Sprunghöhe von 1.85 Meter noch sämtliche Teilnehmer im Kamps 1. Donneder, Regensburg, 1,905 Meter: 2. Huhn 3eua, 1,885 Meter: 3. Losertthal Kö- mgiberg. 1,885 Meter.
Kugetstohen (beidarmig) l Hirschfeld, Allen- steen. 26,85 Meter: 2. lieblet. Furch. 25.94 Meter . 3. Seraidaris, Dresden, 25,72 Meter.
Speerwerfen (beftarmig). 1. Schlotath, Insterburg. 62,34 Meter: 2. Stoschri. Breslau. 62,23 Meter, 3 Marie. Bockenem 61,50 Meter: 4. Molle«, Königsberg, 60,02 Meter.
Speerwerfen (beidarmig). 1. Stoschri. Bvesteu, 103,83 Meter (rechts 62,23 Meter, links 41,60 Meter)- 2. Günther, Stuttgart, 10025 Meter: 3. Wolle». Königsberg. 96.39 Meter Deutsche Leichtathletikmeifierschasten der Zrauen.
Erster lag.
Dor nur wenigen Zuschauern begannen am Samstag in Lharlottenburg die 5 rauen» Meisterschaften der D. S. B. Die gebotenen Leistungen standen auf hoher sportlicher Stufe. Reichliches Pech halte die Olympiaftaffel über 4X100 Meter, in der Besetzung Kell» ncr, Schmidt. Holten, Junkers. 3m ersten Lauf wurde die von der gleichen Staffel aufgestellte Weltrekvrdzeit von 49 8 Sek. um eine volle Sekunde mit 48,8 Sek. unterboten, doch versagte hier die Uhr eines Zeitnehmers, so daß eine Rekordanmeldung nicht erfolgen kann. 3m zweiten Lauf unterbot die Staffel die vorher erzielte Zell mit 48.5 Sri., doch mußte die Mannschaft wegen Heberte)reihing einer Zielmarke disqualifiziert werden. Die 8-Mannschaft, die inzwischen umgestelll worden war, kam dadurch in der guten Zeit von 49,9 Sek. zu einem schönen Erfolg. Der Meistertitel im Hvch- fbrung fiel an SrL Hotte, Düsseldorf, mit 1.52 Meter. 3m Speerwerfen konnte die Titelinhaberin, Frl. Hargu«. Lübeck, mit 35,815 Meter nur den dritten Platz besetzen. Sieg und Meisterschaft gehen an Zri. Lautermann mit 37,32 Meter vor Art. Fleischer, Frankfurt am Main, mit 36.075 Meter. 3m Schlag» ballweitwerfen erzielte Goth, 3tzehve, einen schönen Sieg mit 67,96 Meter.
Zweiter leg.
Die 2lbwicklung der Frauemneisterschafos- kämpfe am Sonntag auf dem S C. E-Platz m Berlin ging wesentlich schneller ronftatten akS am Bortage
Frl Heubkein. Barmeir. gelang es abe» mal«, den rnn ihr gehaltenen Wel trekord im Kugelstoßen zu verbessern. Sie erzielte in der Entscheidung im Kugelstoßen 11,96 Meter und gewann damit auch die Bleisterfchast. —
Einen überraschenden Ausgang nahm die Meist erl chatt im 100 Meter-Laus Die faoonfierte Turnerin Frl 3unTer, Kassel, ließ bereite im Zwischenlauf ihre sonstige Frische vernusien. 3m Endlauf erwischte sie noch einen schlechten Start. Frl Holtmann. Hamburg, lag klar in Führung vor Frl. Steinberg, Berlin, und Frl 3unter mit einem halben Meter Abstand. Dir Berlinerin siegte '.napp in 12,6 Sri vor Holtmann, tnc ihrerseits wieder Junfer Kassel auf den dritten Platz verweisen tonnte — Die 800 Merer^Meiflerfchaft holte sich erwanungs- gemäß Frau Radtke. Breslau, in 225 5 vor der Turnerin Dollinger. Langenzell, in 2 28 3 imb Sri. Oestreich Sena 3m Deitiprung siegte Frl. v Bredow mit 5,53 Meter und im Dteluswerien Frl. Reuter. Frankfurt a. M. ndt 36,78 Bieter
Durch einen erbitterten Endkamps in der 4 >102 Meter-Staffel tarn ein zweiter Tbelt- rc fort) zustande Brandenburg-Berlin beendete das Rennen siegreich: da aber die Schluß- lauserin die Wechsel warte überschritten hatte, mutzte Brandenburg disqualifiziert werden. Die Meisterschaft fiel daher an die nur um Brust- breite zurückliegende Mannschaft von 1880 München, die mü 49.7 Sri. einen neuen Welt- rekord ausstellte. Die als zweite placierte Mannschaft von Biktoria 96 Magdeburg erreichte mit 49,8 Set. die alte Welthöchstleistung
Die Kümpfe um die deutsche Fußballmeisterschaft.
Am gestrigen Sonntag kam an vier Plätzen Die zweite Rnndc um die Deutsche Fußballmeisterschaft zum Austrag. Trotz tromteber Hitze nahmen fie den erwarteten Derlauf
3n K ön igsberg standen sich der Hamburger Sportverein und der Königsberger Verein s ü r Be w e g u n g s s p i e le gegenüber. Die Hamburger waren bedeutend überlegen und hegten mit 4:0. Den tapfer sich wehrenden Königsbergern blieb sogar das Ehrentor versagt
Dem Treffen Wacker München gegen Tennis Borussia Berlin tn Berl in wohnten 15 000 Zuschauer bei. Wacker München blieb mit 4: 1 überlegener Sieger. Die Münchener gewannen verdient 3hre Mannschaft war technisch bester und hatte das größere Stehvermögen. Tennis Borussia muhte für Handschuhmacher den jungen Schmidt al« Ersatz einstell en. Ganz besonder« wußte die Wacker-Verteidigung zu gefallen.
Dor 10 000 Zuschauern wurde der Kamps Hertha B. S. G. gegen H olstei n Kiel ausgetragen. Hertha ftegte mit 4:0. Das Spiel war zunächst ziemlich offen. 20 Minuten nach Beginn ging Hertha in Führung Die Kieler hatten mehrfach gute Torgelegenheiten, doch ge- lang es ihnen nützt, dicfc auszmiuhen. Zwei Minuten vor Halbzeit konnten die Berliner zum zweiten Male ein len den. 3n der zweiten Halbzeit ersiehe Hertha noch zwei wettere Treffer, ohne buh es den Kielern gelang, wenigstens em Tor zu schießen.
3n München standen sich der westdeutsche Dertveter Köln-Sülz 07 und Bayern München gegenüber. Die Süddeutschen waren ständig überlegen, besonders in der ersten Halbzeit, während die zweite offener war. Bayern siegte mu 5: 2.
Limburger Ruderregatta.
Erster lag.
Am ersten Lag der Limburger Ruderregatta wurden folgende Ergebnisse erzist:
Reinhold - Ersatz - Gedächtnis- Biere r 1. Limburger R. B. 95 6:37 : 2. Limburger R. E. 07 6:37,2.
3ungmann-Achter. 1. Kölner R. D. 77 6:10,4, 2 Limburger 2t. 6. 95 bei 500 Meter (ruf- gegeben.
3nnior-2$ierer: 1. Reu wieder R G 6. 42: 2. R. E. Oermania Köln 7:03.
6-Bierer: 1. Flörsheimer R. B. 6:48: 2. R. E. Preußen Köln 6: 57.
Prinz - Eitel - Friedrich - Vierer: 1. Mainz-Kasteler R.G tm THfeingaug 6:48.
Einer: 1. Trevereris Trier 7:07; 2. R. D Kassel 7: 32. Die zuerst einkommende R. G. WvrmS wurde wegen Kollision ausgeschlossen
Lahn-Achtcr: 1. Limburger R. D. 95 6:13,4; 2. Wetzlarer R.T. 80 6: 40,2.
Möwe im Sturm.
Vornan von (Sophie Moerß.
15. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
_ „Was hat er denn ja Schlimmes angestellt, daß Sie so non ihn« sprechen, -Notzeit?"
„Du kannst Tante sagen. Ich nenne dich ja auch nach alter Weise noch du. — Was er angcftellt hat? Davon weißt du nichts? — Desto besser, ich werde deine Unschuld nicht trüben. Er ist jedenfalls un« möglich in der alten aristokratischen Gesellschaft, auch wenn man die Möglichkeiten jetzr wett nimmt. — Da ist schon da» Schiff. Auf Wiedersehen, Mario. Wenn es nicht wäre, daß du fa an der Schwester tzängst, ich würde dich ganz zu mir nehmen, lieber- leg' es dir."
„Da ist nichts zu überlegen."
Dann hilft c» nichts. Aber um dich ist e$ jchode. Es würden sich für dich in unserem Haufe immer Aussichten ergeben haben. Sin letzter Händedruck, ein Handkuß Marias, der der Hoheit doch sehr angenehm war — es hielten viele solche kleine Huldi- gung nicht mehr für nötig —, dann ging die Schiffs - glotfc zum letzenmal, und Maria wandte sich wieder der Pension zu.
Elena lachte noch drei Tage über die hilfreiche Hoheit, deren Hilfe das Portemonnaie des iferrn Gemahls nicht zu sehr in Anspruch nehmen dürfte.
Du sollst sehen, Maria, sie schickt uns tausend Mark im Monai und meint wunder was sie getan hat Was sind tausend Mark für Ihre Hoheit?"
Maria bezweifelte stark, daß es tausend werden würben.
Vsin rauher lag zu Ansang November jagte dir .Herbstblätter durch Münchens otrugen und wehte den Fußgängern nasse Nedclfetzen um das Gesicht. Maria mochte sich fertig, um zur Zeichenfchule zu geben.
Elena lag noch im Belt und rauchte Zigaretten. 'Neben ihr auf einem Stuhl stand die leere Kaffeetasse und ein Teller, auf dem eine gestrichene Sem- mel lag.
„Daß du bei diesem Wetter ausgehen inagft, Liebling — ich bewundere dich."
,34 mag gar nicht, ober ich muß doch."
..Glaubst du nun im Ernst, daß du ein großes Vidjt am Himmel der Kürzst wirst, wenn du da bei deinem kleinen Malersmann schließlich nackte Weiber zeichnest'? Nocksitcns wird er euch »ach nackte Männlichkeiten vorsetzen. Oder aber lauter Adonisse? Wahrscheinlich eher einen dicken Dienstnuum vom Odeonsplatz. lind du nor solcher unbekleideten Widerwärtigkeit! Du, meine stolze, goldene Maria."
„Du gehst doch auch in Museen. Und mos man heute auf der Buhlte sieht — "
„Das ist welligstens ausgewählt schön. 'Mein (Sott, mir waren auch einmal aus einem Fest beim Grafen Essiposs in Petersburg, da stellten die Garde- off^ierr antike Gruppen. Zum Beispiel Laokoon und sein« Söhne. Und den belvedereschen Apoll, und den Dornauszieher — begeisternd. Man freute sich. Schöne Äerte waren es, und fo — gepudert und wie Marmor schimmernd — cs Halle nichts Anstößiges. Aber da in deiner enaen Bude, und der Dunst non all den Menschen, und solch cm ruppiger Kör per —"
„Vielleicht stören mich deine Aardcoffizierc mehr als der Obeonsdienstmann. — Wenn du aufgestan- den bist. (Siena, sage doch dem Mädchen, cs soll heute weniger Heizen. Wir sind bald zu Ende mit der ersten Feuerung. Wer kannte denken, daß cs um diese Zeit schon so kalt sein mürbe. 'Ufo tzörst du?"
„Noch weniger Heizen? Meinetwegen, aber dann steh' ich heute nicht auf. Du, was ich vergaß, gestern war die alte Tante, die Frau Wirtin, bei mir, als du fort warst, sie wollte die Miete haben."
..Ich gab dir doch —"
„Was für Haienauoen du machst! «o gräßlich erschrocken. Ja, du gabst mir ein paar Mark, vorgestern glaub' ich, aber ich weiß nicht, wo sie geblieben sind. Die ^garetteu hab' ich mir holen lassen, und dann tarn die Wäscherin, und die dienstbare Maid erschien und a>ollte für die Geld haben —"
„Denn du dach nur jeden zweiten Tag die Wäsche wechseln könRtest, Elena."
„Unmöglich. Völlig unmöglich. Alles gesteh' ich dir zu, aber meine ©atrberfm will ich haben. Und benr dir, die alte Tanke sagt, sie müfie jtkt für jedes warme Bad zwei Mart haben. Solche Unoer- schämthett. Da es ihr dach nichts kostet."
„Duffer und Gas."
„(9as9 Meinst du, das spielt überhaupt eine Rolle? Und Wasser? Wasser hat man ja umsonst."
,Ln der Stadt kostet Dosier auch Geld. Elena, wir müsien sparen."
„Schrecklich gern, Joujou, wenn du mir nur sagen willst, a>o."
„Wenn du dir dos viele Rauchen abgewöhnen könnte? Ich rauche doch auch längst nicht mehr."
„Soll ich mir das Atmen auch abgeroöfmen9
Rauchen muß ich, sonst a>erde ich melancholisch. Moria, goldene, hör', roenn du zurückkommst, bringe mir dach rin paar Pasteten van Hübner mit. Ich geh' heute nicht .^uni Esten. Das Zeug da im Bräu ist unverdaulich. Ich habe Magendrücken, wenn ich nur die Knödel seh' und bte riesigen Fleischstücke. Und nichts, was rin bißchen appetitlich und anreizend hergerichtet ist. Doß die Münchner so schlecht fochen."
„Die Münchner werden dir schon alles Appetttliche und Anreizende oorietzen, wenn du in die vornehmen Lokale gehst. Wir müssen ftoh fein, daß mir für eine Mark satt werden können."
„Satt! Ich lege gar keinen Werl auf 6attigfeit. Aber schmecken soll es mir. Und bring' doch — nein, du kannst es nicht tragen, laß es herschicken — em bißchen Sekt. Ich habe solch Verengen nach einem Prickeln. Und wenn es" — ein schwerer Seufzer — ,/ruch deutscher ist."
Maria antwortete nicht. Sie drückte di« Lippen zuscunnren und griff nach dem Hut. Sie ging nicht von der Schwester, nein, sie nicht. Aber Elenas Leben rin bißchen hell und heiter zu gestalten, das war in den gegenwärtigen Verhältnissen unmöglich Sie. Maria, wußte selber, wie bitter diese tausend Enchehrungcn waren. Hunger — fo, er tft schlimm. Und Kälte — ja, Kälte ist noch schlimmer. Ab-r man kann es ertragen. Doch diese Umaebung m btn gemieteten Zimmern — diese Volsterstühle, die aussahen, als sei aller Schmutz von Jahrzehnten in ihre Bezüge verrieben worden, diese Lappen vor den Betten, die Teppiche oorsteüen sollten und die einen Schauer des Ekels hervorriefen, wenn man sie versehentlich einmal mit dem nackten Fuß berührte. — Diese groben Tasten, die Mester mü den urocfelnber Griffen, die Teelöffel aus einem unnennbar« grauen Metall, die man nicht an den Mund führ« mochte, fo ungewaschen sahen stv aus. —
3univr-Achter: 1. X® Germania Köln 6:11; 2. Reu wieder R.G. 6: 14; 3. Kölner R V. 77 6 22
Leichtgewichts-Vierer 1 Wainz-Ka- steler R.G im Mein gang 7:15.
ff- Achter 1 Flörsoetmer R D.: R. S Preußen Köln gab bei 1000 Meter auf.
Zungmann-Vierer 1. Germania Köln;
2. R. V. Kassel.
Zweiter Vierer: Maiirz-Kosteler R.G. 6:41; R.C Laar Loorbrücken bei 1600 Meter auf gegeben.
Großer Einer 1. Rhenani^ Koblcirz . 7 95 (Rot) 7:14. 2 Gießener R. G 77 7.20.
Großer Achter: 1. Mainz-Kasteler R. G. tm Alleingang.
Zweiter lag.
Der zweite Tag Der Limburger Regatta brachte folgcnbe Ergebnisse
Gasivierer 1 R. 9 Goar Caarturnten 6:41. 2. Woinz-Kasieler R G SO 6 41,3.
Dritter Vierer 1. Reuwieder L G.
6 50,4 ; 2 Rudersport Teutonia Frankfurt 6 59.)
3ungmann-Vterer: 1. R. V Kassel 6:55,2; 2. Teutonia Franksurt 7:15,2.
3unioren-Vierer 1. Kölner R V.
6:56; 2. Wormser R V 7X11.2
3unamann-dtner: 1. R D. Trevereris Trier «Alleingang) 8:03.
tt-3ungmann-Vierer: 1. Ftörstzeimer R V. 08 6:56,4; 2 R.G Lahnsletn 7.-O2.
Zweiter Achter: 1. Limburger R. V 95
6,02.2; 2. R. S Saar Saarbrücken 6:02.4
3ung mann-Vierer 1. Limburger R. E.
703,2. 2. R G Lalmstein 7:09.4
Dritter Achter 1 Kölner R. V. 55 6 09.
2. Reuwieder R. G 6:13,8
Doppel-Zweier: 1. Mainzer R V.
(Alleingang) 7:08.
Achter. 1. Teutonia Frankfurt 6 16;
2. Wormser R. V. 6 :16,1.
Großer Achter: 1. Mainz-Kastrier R. G. 6:01,2: 2. R. E Germania Köln 607.
Die deutschen Schwimm-Meisierschafien.
Erster lag.
Bei den Me i st« rsch a stskamp f en de« Deutschen Schwimm Verbandes tm Deutschen Stabion in Berlin-Grtinewald wurden am Freitag folgende Ergebnisse erzielt:
Die einleitende Staffelmeifterschaft über 4X100 Meter (Brust, Seite, Rücken, Hand-nber-Hand> gewann Hellas-Wagdebtirq I. vor feiner II. Mannschaft in 4.55^ Min.
Die Rückenmei sterschaft der Damen gewann Frl. Anni Rehb or n-Bochum, trotzdem fit vor dem Felde cinherfchwamm. in der neuen deutschen Rekordzeit von 1 28.6 Ulin. (alter Rekord 1.29.2 Ulm.) vor Frl. Weskott-Glbtr- felb und Frl. Wilke- Oberhausen
Mit einet Uobervaschunig endete die Meiste rs cha st über die mittlere Strecke von 400 Meter. Der fünfmalige Dewtnner des VerbandSpreffes. Herbert Hetnrich votn Pcsierdon-Leipztg. erlitt hier «ne unertoartetc Riederlage durch Friedel Berges- 3ung- deutschland-Darmstabt, der in 5:165 Ulm. siegte. Der zum Schluß ermattete Heinrich hatte am Ende des Rennens sogar noch Mühe, den ztvei- ten Platz vor dem ihn stark bedrängenden Dortmunder Handschuhmacher zu retten
In 6er lOO-Meter-Eeiten-Meister- schäft setzte sich Dahlem (Breslau) sofort nod) dem Start an die Spitze, um das Rennen in 1:12,8 Minuten vor Günther (Gelsenkirchen) und Wntrin (Mainz) siegreich zu beenden.
Einen hartnäckigen Stampf lieferten sich über die Hälfte der Strecke Hellas Magdeburg und Sckminim- verein Göppingen 04 in der 4 X 200- TI e ter- B r u st st a f f e I. Göppingen führte bereits mit zehn Metern, aber die vorzüglichen Schlußleute der M a g. beburger stellten doch noch den Sieg in 12:07 Minuten sicher.
Die Lagen st affelMcisterschaft der Damen über 3 X 100 Meter hatte sich der Damen» fportuerein Germania 94 Berlin in 4:35 Minuten dank des gleichmäßig guten Könnens feiner brn Schwimmerinnen vor Amateure Oberhausen und Tire Etzarlnttenburg.
In der V e r e i n s - M e h r k a m p f - M e i ft erschuf t liegt Sparta Köln durch den Sieg van Budig im Streckentauchen in unbestrittener Führung
Dreimal waren sie schon umgezogen in den ersten stchs Wochen. Besser wurde es nicht. Sechshundert Mark dursten sie verbrauchen im Monat. Wenn die Miete dieser elenden Loiher schon hunderiundzehn Mark ftaß, was blieb zuin Leben? Und für den teuren Unterricht? Und für die vielen kleinen Dinge, die ihnen so selbstverständlich waren und die sie sich — Stuck für Stück — langsam versagen mußten.
„Damit könnt ihr reichlich auskommen," hatte Ihre Hoheit Frau Schulze geschrieben. ,3ch hob« mich erkundigt, was die studierenden jungen Leute im Durchschnitt brauchen. Ihr müßt Euch daran gewöhnen. Euer Leben nach bürgerlichen Beqrissen einzurichten."
Und sie meinten doch, schon so entsetzlich beschei- den zu sein. Richt einmal die kleine Zofe durfte Elena sich halten. Wenn sie ihr Haar gut frisiert haben wollte, mußte Mario Zosendienste hin. Denn sie on der Kleidung die vielen Äleininteiten zurechtgemacht haben wollte, die zu einer Dame gehören, so sag Maria und stichelte bei dem trüben Licht einer elenden, verbrauchten elektrischen Birne. Wenn sie durchaus abends in da» Theater gehen nnißte, fo lebte Maria tagelang von Butterbrot und versagte sich das Mittagesten. Und doch — es wollte nicht reichen.
Und kein Ende war zu sehen.
Der Lehrer, besten Unterricht Heinz Godesheim vermittelt hatte, machte der Schülerin leidlich günstige Aussichten, wenn nämlich etffcen» großer Fleiß vorhanden fei, zweitens bie Möglichkeit drei Jahre an di« Ausbildung al» Kunstgewerblerin zu wenden, drittens das Talent kein Blender wäre. Denn es gab Schüler genug, di« sich «si ganz hoffnungsvoll onließen und die doch nie etwas Rechtes würben. •
Immerhin man könnte es versuchen.
So saß die schlanke Aristokratin Awüchen den mefer jungen Mensch», die aus alten Ecken und Dinkeln des Reiche» hergeweht waren, stch den Bissen Brot für ihr Leben zu errmgen. Und sie fand keinen Anschluß. Heimlich treten Re musternd« Bücke, doch sich ihr zu nähern versuchte nur eine einjige, eine Russin, die aber bei der jungen Österreicherin keine Gegen lieb? fanb.
(Fortsetzung folgt) _


