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Wendigkeit, sich mit den österreichischen und deut- >chen IBaffenbrüberr. in deutscher Sprache ver­ständigen au müssen. 3n der Rachktnegszeit, und zwar auch gerade durch das Sowjet-Regime wurde dann die Mogyarisierung noch weiter zurückgedrängt. ein eigenes Ministerium der sprachlichen Minderheiten und Gleichberechtigung der Minoritätssprachen durchgesetzt. Es wurde damaks viel davon gesprochen, auS Ungarn eine ^östlich« S ch'w e 13" zu machens bai Trianoner Friedensdiktat und die Zerstückelung des 2an- des hat auch magyarischen Chauvinisten die Au­gen geöffnet, baß die frühere WagyarisierungS- Politik v e r f e y l t war und den Enderfolg hatte, daß die sprachlichen Minoritäten sich ohne Wi­derstreben vom Stammlande trennten. Es fehlte bei den .Rationalitäten" das Vertrauen dazu, daß ein künftiges Ungarn die frühere, so widerwillig ertragene. Magyarisierungspolitik unterlassen würde.

Der Friede von Trianvn hat die Rechte der sprachlichen Minderheiten fest geregelt und an diese Bestimmungen hält sich kein einziger Staat so streng und gewissenhaft, wie geraoe Ungarn. Die Gründe hierfür liegen in erster Reihe darin, daß Ungarn ein Musterbeispiel für die Behandlung fremdsprachiger Mitbürger geben will, damit mit umso größerem Rachdruck die - Forderung erhoben werden kann, daß die an* nähernd 3 Millionen Magyaren, die in den ab­getretenen hier sagt man allgemein .besetzten" Gebieten wohnen, in der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien der gleichen Be­handlung teilhaftig werden und ihr Ma- gharentum nicht dinier der Fremdherrschaft ein- büßen sollen.

Wenn von »Rationalitäten" im heutigen Un­garn die Rede ist, so kommen eigentlich nur die Deutschen in Betracht, die mit etwa einer halben Million Köpfen ca. 6 Prozent der Be­völkerung bilden. Alle sonstigen fremdsprachige« Bewohner machen wenig mehr als 1 Prozent der Besam tbevölkerung aus. Run sind hier die Deutschen besonders treue Anhänger der ungarischen Staatsidee, wie dies auch feilens der Magyaren anerkannt wird; jede etwaige Ger­man iNemngsabsicht oder großdeutsche Tendenz liegt ihnen gänzlich fern, sie wünschen »eine Araterung ihrer Staatszugehörigkeit, sondern nur das schrankenlose Recht, ihre Sprache und Kultur unbedingt Pflegen zu fönnen. Die Verhältnisse liegen da also ganz anders wie in Polen. Tirol. Elsaß usw. und mit einer von außen etwa hineingetragenen alldeutschen 3rre- benla ist den ungarländischen Deutschen selbst am allerwenigsten gedient. Schon die weite Entfer- nu g vom Stammlande Deutschland würde eine derartige 3tretenta von vornherein als eine Utopie erscheinen lassen.

Da nun, wie gesagt, die ungarländischen Deut­schen sehr loyale Anhänger des ungarischen Staa­tes sind, so ist das heutige Ungarn eifrig bemüht, seine deutschsprachigen Bewohner kulturell und völkisch durchaus zufriedenzustellen, damit die in den abgetretenen Gebieten ansässigen Deutschen im Banat. Baceska. ZipS, Sieben­bürgen usw. sehen sollen, um wieviel besser In Ungarn die sprachlichen Minder­heiten behandelt werden, und damit bet der zwar in unbestimmter Zeit, aber doch einmal sicher zu gewärtigenden Revision des Friedens von Trianon die in den betreffenden Gebieten ansässigen Deutschen sich mit Rachdruck für einen Wieteranschluh an Ungarn einsehen sollen.

Tatsächlich hat daS Deutschtum im heutigen Ungarn eine vor dem Kriege für unmöglich ge­halten« Selbständigkeit erhalten auf den Gebieten der Schule. Kultur und Verwaltung und jede Art einer Unterdrückung seitens des ungarischen Staates hat aufgehört. Gs liegt heute ganz In der Hand der Gemeinde, darüber zu ent» rscheiten, ob Schule mit nur ungarischer, mit ge­mischter oder mit deutscher Unterrichtssprache gewünscht wird; daß im letzteren Fall« eine An­zahl Unterrichtsstunden der Erlernung der unga­rischen Sprache gewidmet wird, ist erklärlich und liegt auch im eigenen Interesse der Kinder und ihrer Eltern. Ueber die Verhandlungssprache in den Gemeindevorstehungen entscheiden gleichfalls die Gemeinden selbst. 3n gemischtsprachigen Ort­schaften sind die Beamten verpflichtet, sich binnen zwei 3ahren die Sprache der Minorität anzu- cignen und mit ter Bevölkerung in deren Mutter­sprache zu verkehren. Dor einigen Jahren ist ein Ungarländischer Deutscher Dolks- bildungSverein begrüntet worden, und zwar nicht nur mit Zustimmung, sondern sogar mit Stützung seitens ter Regierung. Dieser Ver­ein hat in fast allen deutschsprachigen Gemeinten Ortsgruppen errichtet und dient dazu, in lul- turefur, wirtschaftlicher und sprachlicher Hinsicht durch Wandervoctrage, Büchereien, Musik-Ka­pellen, Gesangvereine usw. das Deutschtum zu erhalten und zu fördern. Fast in allen deutsch­sprachigen Gemeinden wird im Winter etn Schwabcirball" besonders großartig gefeiert

Es muß also anerkannt werten, daß seitens ter Regierung alles geschieht, um den orts­ansässigen Deutschen gerecht zu werten. Es darf aber da nicht unerwähnt bleiben, daß Bureau- Iratie und Beamtenschaft sich toter sehr oft mit ten ausgesprochenen Tendenzen ter Re­gierung in Widerspruch setzen. Es sind dort zahlreiche Beamte vorhanden, die in ihrer Schul­zeit und aus Bequemlichkeit die deutsche Sprache nicht erlernt haben und auch jetzt noch im chau­vinistischen Fahrwasser treiben, wie sie dies von früher her gewohnt gewesen sind. Wohl wird hiergegen durch Beschwerden bei ter Regierung Abhrlse geschaffen, hicrvon ater nur selten Ge­brauch gemacht, weil di« meisten sich vor ter- artlaen Schritten fürchten, für welche die be­treffenden Beamten sich leicht durch allerhand Chikanen rächen könnten AuS gleichem Grunde wagen vielerorts die Gememde-Repräsentanten nicht, sich offen für die deutsche Unterrichts- und Verhandlungssprache zu erklären. Dabei mag auch erwähnt werten, daß die schärfsten Gegner des Deutschtums auch heute noch, genau wie in früheren Jahrzehnten, d i « deutschen Rene­gaten sind. Leute, die, auS dem Bauernstände hervorgcgangen, ein Studium absolviert Haden und bann alS Beamte ihr angestammtes Deutschtum verleugnen und sich als Vollblut-Magyaren auffpklen.

Ungarn ist ein gutes Feld für die Betätigung deutscher TaUrast, sowohl auf dem Gebiete ter Landwirtschaft wie auch ter Industrie; es hat daher für weit« Kreise ein Interesse, au wissen, wie jetzt nach dem Kriege das Deutschtum m Ungarn bestellt ist. Durch die Rothenuere-Mtion. die aus eine Revision des Sriaiioncr Friedens- diktates abzielt, ist ohnehin in Deutschland ein größeres Interesse hervoraeruse-' weil ja Deutsch­land sich in mancher Hinsicht m einer ähnlichen Sage befindet.

Vom Aakelenflugzeug zum Weltraumschiff

Die Gießener Dortragsverei.nigung bot gestern abend ihren Mitgliedern und Freunden das Reueste, das Sensationellste ter Dortlagsmöglich- feiten auf ihre Einladung sprach nämlich in ter Reuen Aula des Universitätsgebäutes ter In­genieur Max D a I i e t. der bekannte Erfinder und geistige Schöp'er des Raletenautos, dem­nächst des Raketenflugzeugs, über das hoch­aktuelle ThemaVom Raketenflugzeug zum Weltraumfchif f". Daß die Reue Aula bei diesem Dortrage bis auf das allerletzte Plätzchen beseht war. ist natürlich eine Selbst­verständlichkeit. Es bat doch eben einen hohen Reiz, mit dabei zu fein, wenn ter Flug in ten Weltenraum zum Mond, Jupiter, Saturn oder zur DenuS im Geiste durchgeführt wird. Und auf diese Flugreise nahm Voller geslem abend zunächst seine Hörer in Dori und Dilü mit, um sie dann wieder in eine realer« Umgebung, näm­lich in das Ertengefchehen um das Raketenauto und Raketenflugzeug zurückzuversetzen.

3m ersten Teil« tones Vortrages gab Da li« r zunächst eine kurze Uetersicht über di« D«stre- bungen des Menschen, die Luft zu erobern und dann den Weltenraum zu gewinnen, an denen vom Mittelalter an bis zum heutigen Tage Männer aller Rationen sich beteiligt haben. Hierauf behandelte er unter Dorführung von Lichtbildern, die zum Teil eingehende wissenschaft­liche Berechnungen darleaten, die eventuelle Mög­lichkeit eines Weltraumfluges. Er gab batet sehr interessante Schilderungen, die heute allerdings als blühende Phantasie anzusehen sind, die aber doch starke Möglichkeiten ter Verwirklichung für sich haben sollen, wenn darüber allerdings auch das 3«hr 2000 vielleicht Heraufziehen dürfte. Unser heutiges Wissen reicht jeden­falls, so betonte ter Vortragende, noch nicht entfernt aus für einen Flug zum Monde, oder zu den übrigen Planeten;

von einem Weltraumflug sind wlr »och sehr roeU entfernt,

obwohl natürlich die ganze Arbeit zur Ver­wirklichung des Raketenflugzeugs auf di« Er­oberung des Weltraumes abzielt. Wenn trotz dieser Sachlage einige andere Männer, die sich mit diesem Problem ernstlich beschäftigen, an der sofortigen Bezwingung des Weltraums festhal­ten und nach wie vor gleich den Flug zum Monde antreten wollen, so hat sich Datier doch für ein etappenweises Vorgehen entschieden, und er will zunächst ein Raketen­flugzeug bauen, das den Flug in die Stra­tosphäre. 0. h. der Hochfchichten der Erdenluft, und den

Vorstoß bis an die Grenze de» leeren Raume, ermöglichen soll. Die Schilderung dieses Planes füllte den zweiten Teil des Vortragsabends aus. Rachbem Malier schon in den Kriegsjahren als österreichischer Fliegeroffizier sich mit dem Ge- temlen der Raketenverwendung zur Erzielung

größerer Höhen mit Dem Flugzeug beschäftigt unb bann sein Projekt jahrelang ohne Verwirk» lichungsmöglichkew hartnäckig verfolgt hatte, weil er bie erforberlichen Gelbrnittel nicht besaß, steht chm jetzt, nochbem bet bekannte Großindustrielle unb Sportsmann Fritz von Opel in Rüssels­heim sich mit ihm üetbtmten hat ter Weg frei zur Umsetzung seiner Geistesarbeit in bie prat- tische Tat. Der erste bemerkenswerte Schritt war bie Schaffung bes Rakelenautos, bas nach meh­reren Vorversuchen auf bet Opekrennbahn in Rüsselsheim kürzlich nun auf ter Avusbahn in Derlin von Fritz v. Opel ter breiten Öffent­lichkeit vorgeführl wurde unb babei eine Maxi- mal-Stundengeschwinbigkeit von runb 230 Kilo­meter erreichte. Aber bei biefen Olutobaulen handle es sich nur um Versuche zur Gewinnung der erforderlichen praktischen Erfahrungen für ein Raketenflugzeug. In ganz kurzer Zeit, schon in einigen Wochen, würden bereits Versuche mit einem Raketenflugzeug beginnen. Zunächst werte man bei Dem Raketenflug Den Propeller noch zur Hilf« bei Start und Landung benutzen, ein rich­tiges Raketenflugzeug fei aber erst dann aefchaf- f en, wenn der Propeller ganz fottfalle; da, werte später der Fall sein. Man hoffe, bei den Probeslügen in der allernächsten Zeit |d)on ® e - ichwinoiaketten von 400 bis 600 Stunbentilometer zu erreichen. Der heu­tige Stand der Raketentechnik ermögliche sogar schon Geschwindigkeiten von über 10000 Kilometer in der Stunde. Allerdings müsse man dazu mit großer Schnelligkeit in die dünnen Luftschichten auffteigen. Der Redner be­zeichnete als nächstes Ziel seines Strebens,

ein Raketenflugzeug zu schaffen, das innerhalb weniger Minuten in eine höhe von 50 000 Meter gelange und dann in der Stratosphäre einen Jlug von Berlin nach Reuyork In etwa eineinhalb bis zwei Stunden zurücklegen könne.

Allerdings müffle dazu, wegen ter notwendigen großen Brennftoffmenge, die heute noch benutzte Puloerrakete ersetzt werden durch mit flüssigem Brennstoff gespeiste Raketen. Derhei- ßungsoolle Versuche nach dieser Richtung seien be­reits angestellt worden. Wenn auch ein Flug durch den Weltenraum zum Mond usw. heute noch eine Phantasie sei, so sei aber ein Zwei-Stunden- Flug von Deut sch land nach Neuyork durchaus keine Utopie mehr, sondern eine Möglich­keit, obwohl noch manche Hindernisse vorher zu überwinden seien.

Die bis zum Schlüsse des Vortrags sehr stark interessierte Hörerschaft dankte dem Redner für sei­nen vielfach zwar stark phantastisch Hingenten, in mancherlei Hinsicht aber doch beachtenswerte reale Möglichkeiten enthaltenden Vortrag mit lebhaftem Beifall. Die Anerkennung der Versammlung möch­ten wir auch auf die Bortrags-Dereiniguna aus- dehnen, die in unserer Stadt diesen mterefflanten Abend bereitete.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 16. Juni. Au» dem Gemeinde- r a t: In der geftriaen Gemeinderatssthung stand der Voranschlag für 1928 zur Beratung. Bor (Eintritt in die Tagesordnung teilte Bürgermeister Sch 0 mber mit, oaß der Voranschlag sich in den nachfolgenden Rubriken geändert habe: Rubrik Ar­menpflege steht in der Aufgabe 2000 Mk. weniger vor; Straßen: Ausgabe auch 2000 Mk. weniger; bei Grenzoerhöltniffle erscheint die erste Rate über Me­liorationskredite 2850 Mk. auch in Einnahme; bei dem Reservefonds ermäßigt sich die Ausgabe auf 5574 Mk. Der Gesamtooranschlag sieht in Aus­gabe nur noch 205 839 Mk., in Einnahme 147 880 Mk. vor. Hiernach sind durch Steuern nur 57 959 Mk. zu decken, was der Grundsteuer auf land-, forstwirtschaftlich, ober gärtnerisch genutzte Grund- stücke zugute kommt, die sich von 28 759 Mk. auf 10 132 Mk. ermäßigt. Es wurde beantragt, den Vor­anschlag in zwei Sitzungen zu beraten, dem allge­mein zugestimmt wurde. Die Weiterberatung des Voranschlags ist auf Dienstag abend 8 Uhr angesetzt.

Q Lollar, 15. Juni. Das an der Bahnlinie LollarGrün berg gelegene Steinklopfwerk der Firma K. D a u ft e r (Gießen) ging mit sämt­lichem Gelänbebesitz käuflich an den Bauunternehmer Jost Lemmer in Lollar über.

l Mainzlar, 15. 3unt Der hiesige Krie­ger- und Schützenverein halt an mehre­ren Sonntagen sein diesjähriges Preis- schiehen auf seinem Stande im 3uten* graben ab. Die Beteiligung war bis jetzt sehr rege. Die bisher erreichte höchste Ringzahl von 31 Ringen tourte von Mitglied Fr. Decker geschossen.

# 21 u s dem H 0 rl 0 iftal, 15. Juni. Die Heuernte hat hier ihre» Anfang genommen. Der hohe Wuchs der Grasnarbe versprach eine Vollernte, der kühle Vorfrühling hat jedoch gerade die zarten Untergräfer nicht voll zur Entwicklung kommen lassen, so daß die Qualität des Futters dem des Vorjahres nachsteht. Besonders auf feuchten Wiesen macht sich dieser Mangel bemerkbar. Das gesamte F r u ch t fe 1 d zeigt einen prächtigen Stand, r steht eine gute Ernte in Aussicht.

Kreis Friedberg.

' Sr iebber g. 16. Ium. Dom 1 bis 8. Juli findet hier das 2. Rational« Wett- schi«h«n, verbunden mit dem Länder- Wettkampf S ch we i z De u t s ch l a n b statt. Rähere Angaben find aus tem heutigen Anzeigenteil ersichtlich.

Friedberg. 15. 3um. Die geographisch- naturwisfenschaftliche Abteilung ter heimat­kundlichen Arbeitsgemeinschaft deS Kreises Friedberg, die von Stnbienrat Dr. Knieriem (Bad-Dauheim) geleitet wird, hielt dieser Tage eine Dersammlung ab, die voo Leh­rern aller Schulgattungen sehr gut besucht war. Dr. K n i« r i c m gab einsührend einen sehr inter­essanten Ueberblid übet die Entwicklung der gegyraphischen Wissenschaft und deren heutige Betrachtungsmethote. Universitätspro'es'or Dr. K l u t e Gießen zeigte dann an elrtem Beispiel in sehr fesselnder Weis«, wie bie neuere Kultur- geogtephie Landschaft und Bevölkerung betrachtet. Er sprach über .Hessen- Land chaft und Bevölke­rung in ihren zeitlichen Wechselbeziehungen" Der l'/.stünbtge. durch Lichtbilder erläuterte Dort rag gab reich« Anregung für bie Kleinarbeit teS Heimatforscher« unb tourte mit dankbarem Bei­fall ausgenommen. Da ter Hauptinhalt des Dor«

traaS in tem gleichlautenden Aufsatz Dr. KluteS enthalten ist, ter in Rr.23 von .Heimat Im DUb" (Beilage des .Gießener Anz.") zu erscheinen begonnen hat, erübrigt sich an dieser Stelle ein Eingehen aus Einzelheiten der feingeistigen Be­trachtung. An ter Aussprache beteiligte sich u. a. Pros. Dr. Blecher.

WSR. Friedberg, 15. Juni. In ter gestri­gen Stadtverordnetensitzung wurde ter Haushaltsvoranschlag für 1928, ter eine Einnahme unb Ausgabe von 1568 650 QKarf aufweist, nach Aenterung des DerwaltunaS- antragcS verabschiedet. Wie ter Bürgermeister mitteilt, belaufen sich die Schul-den ter Stadt Friedberg auf 3 200 387 Mark. DaS Defizit sollte nach tem Antrag ter Verwaltung durch Er­höhung ter Realstenern und durch Erhöhung der Gas-, Wasser- und Lichtpreise gedeckt werden. Für den Wohnungsbau können in diesem Jahre keine Mittel aufgewandt werten, da im letzten Jahre für diesen Zweck zweimal grö­ßere Mittel ansgeworfen wurden. Gestern nachmittag ereignete sich auf tem Gelände teS Schwellt af twerkes in Wölfersheim ein neuerlicher Unfall. Sin eisernes Montage- st ü ck im Gewicht von ca. 30 Zentner stürzte infolge Seilbruches auS beträchtlicher Höhe in die Tiefe. Dabei wurde ein auswärtiger Ar­beiter an ten Beinen fo schwer verletzt, daß er nach ter Anlegung eines RotverbcmteS sofort nach dem Krankenhaus geschafft werden mußte.

^Dad-Aauheim, 15. Juni. 3n ter jüng­sten Stadtverordnetensitzung tourte te- schlossen, ten auf tem neuen Friedhof angelegten Chrenfriedhof für die Toten des Welt- kriegrs für weitere Beerdigungen zu schließen. Für die im 3ahre 1928 begonnenen Reubau- ten soll auf Vorschlag des SlnanzausschusseS die gleiche Steuerfreiheit gelten, wie sie ter hessische Staat gewährt. Der hessische 3u- gc n i> t a g (24. 3uni) wird am 25. 3uni von ter Ernst-Ludtoig-Schul« unb der Volksschule gemeinsam gefeiert werben, unb zwar burch eine Schulreife nach Wiesbaden. Beiten Schulen wirb ter Gesamtbetrag van 350 Ml. für ten Ausflug zur Verfügung gestellt. Für baS Dom 16. bis 19. August hier ftattfintente TenniS-Turnier tourte bie Zeichnung einer Garantiesumme in Höhe von 500 Mk. gutgeheißen, dem Gesangverein .Frohsinn", der mit einem Autoomnibus nach Wien zum Deutschen Sängerfest fährt, bewilligte man einen Zuschuß von 300 Mk., die als Prvpagantemittel anzuscheu find, da ter . Frohsinn" ten Wagen im (yestzuge so ausschmücken will, daß er im Dienste ter Werbung für baS hessische Dad steht. Eine längere Aussprache entspann sich über ten Punkt ter Tagesordnung .Renten- zu 1 chuß an die städtischen Arbeiter". Es hantelt sich um eine Rentenzulchußordnung, die der hessisch-nassauische Wirtschastsverband in Der Handlungen mit bet Arbeitetgewerlschast auf* gestellt hat. Ueber ten Entwurf wirb bie Mit­gliederversammlung des Verbandes am 15. 3uni Beschluß fassen. Auf 'Vorschlag tes Finanzaus­schusses soll di« Stadtverwaltung in vieler Ver­sammlung zur weiteren Klärung bet Angelegen» teit Antrag auf Vertagung stellen. Falls tem Anträge nicht Kattgegeben werden sollte, soll die Verwaltung dem Entwurf zustimmen. Der Vorschlag des Finanzausschusses fand bi« Mehr­heit ter Versammlung. Die Linke war gegen ten VertagungSaatrag unb wünschte sofortig« Zu­stimmung unb em« Einwirkung dahin, daß bl« Bestimmungen teS Entwurfs zugunsten der Ar­beiter verbessert werden.

greift Schotte«.

I Gebern, 15. Juni. Die hier zum Beste« de« Hilfsvereins für bie Geisteskranken in Hes» I e n oorgenemmene Haussammlung ergab den Betrag von 7 0 M a r k. 1

} Gedern, 14. 3nnt Gestern ereignete sich auf Hof-Ztot «falten ein schrecklicher Unfall Sinern Knechte gingen beimMähe« mit der Mähmaschine die beiden Pferde durch. Der betagte, schon seit feiner frühen Ju­gend auf dem Hose beschäftigte Knecht Kaspar Hofmann wollte die Tiere aufhalten, geriet unter bie Maschine unb wurde an den Unterschenkeln schwer verletzt Muskulatur und Knochen wurden von den Messern derart zuge­richtet. daß ter Bedauernswert« ins Gederner Krankenhaus üterführt werden mußte, wo ihm heute ein Bein unterhalb deS Knies ampu­tiert tourte. Etwas später ist ter Verun­glückte feinen Verletzungen erlegen.

V Gedern, 15. Juni. 3n d.esem 3ahre werten im Bezirk Getern die Reichsjugend- Wettkämpfe zum erstenmal abgehalten. Der Zweck ter Reichsjugendwetttämpfe ist bekanntlich, ter gesamten deutschen Schuljugend Gelegenheit zu geben, ihre Kräfte in friedliche^ Wettbe­werb« zu messen und Knaben und Mädchen anzuregen. auch nach Beendigung ter Schulzeit sich den namenllich von Vereinen für Leibes­übungen gepflegten Bestrebungen zu toibmen. Die Beteiligung ist selbstverständlich freitoiir.g. Für die gleichmäßige Durchführung ter für daS gesamte Deutsche Reich vorgeschriebenen Uebungen sind Aichllinien gegeben, die genau eingehalten werten müssen. Die Bewerbungen um ten Sieg sollen in ter Form von Fünf- und SechStämpsen für die männliche Schul­jugend und von Drei-, Vier- und Fünfkämpfen für die Mädchen zum AuStrag kommen. Sieger ist. wer mindestens zwei Drittel ter erreich­baren Punktzahl erzielt hat. Die ersten zehn vom Hunden der Sieger in der Reihenfolge ter Punktwertung erhalten bie Ehrenurkunde tes Reichspräfidenten von Hindenburg, die übrigen Sieger die vorn deutschen ReichSauS- fchuß für Leibesübungen gestiftete Urkunde. Beite Urkunden werten nur durch Vermitt­lung tes Ministeriums für KuituS und Dildungs«' wesen auSgegeben. In diesem Jahre tocrd die hiesige VoUSschule daS vom Ministerium vorgeschiieben« und von der Bevölkerung all- seittg beliebte Iugendsest wieder m gröberem Umfang abhalten. Der Termin ist noch nicht endgültig festgelegt.

' Unter-Seibertenrod, 15. Juni. Di« am Donnerstag gemeldete Sinstelluna des Kraftwagen betrieb- des Unternehm: res Jakob von hier entspricht nicht ten Tat­sachen. Die Unternehmungen des Herrn Jakob, die für unser« Gegend sehr bedeutsam sind, werten vielmehr nach wie vor fortgeführt.

chAusdemOberwald, 15. Juni. Der Natur­freund kann sich in den sumpfigen 2ßcitearünbtn de» oberen Dogelsberges gegenwärtig eine fei­te nc Freude verschaffen, wenn er in den fpalen Nach­mittagsstunden da» Leben der Doaelwelt auf sich wirken läßt. Dor allem ein Boaei gibt ter noch einigermaßen unberührten Landschaft eine eigen­artige Stimmung. Jeder harmlose Fremde wird von der Bekassine einmal zum besten gehalten, denn der Vogel stößt hoch in ter Lust kurze, schnarrend« Laute au», die dem Gemecker einer Ziege tauschend ähnlich sind. Zuerst sucht man Darum an irgendeiner Hecke eine Geiß, die nach Gesellschaft schreit. Aber da sich dauernd bie Richtung ändert, aus der der Rus kommt, wird man schließlich denSpafjoagel" am Himmel gewahr. Aehnlich dem Fluge eine» Soecht», wirft er sich mit ein paar schwirrenden Flugelichlägen In der Luft Häher, um bann die Flügel zusammenzu- flappen und in kurzem, schrägem Abstieg ein sonder­bares Gemecker von sich zu geben, das ihm im Volks­mund den treffenden Namen Himmelsziege ein­getragen hat. In großen Kreisen umfliegt er den Beobachter. Unb Da er es in der Unermüdlichkeit mit ißm aufnimmt, wird man nicht fchlgehen, wenn man sein Gebaren als eine äußerst glückliche Methode deutet, den Menschen von Dem in der Näh« befind­lichen Neste abAulenfen, in dem da» Weibchen brütet. Der es Darauf abfieht, den Vogel einmal zu beob­achten unb diese Angaben zu bestätigen, der mag aegen Abend nur einmal kreuz und quer durch eine sumpfige Wiese des übermalte» gehen.

Kreis Alsfeld.

r. Mücke, 15. Juni. Die hiesige H 0 1 z 1 n d u - ftrie und die (Elfen ft eingrube bei 31«- d 0 rf haben ihren Betrieb wieder ausge­nommen. Dadurch ist die Arbeitslosigkeit in ten benachbarten Orten wieder behoben.

r. Ober-Ohmen, 15. Juni. Bei der benot- stehenden Erneuerung des Rathauses be­absichtigt die Gemeinde, den Denkmaipfleqer, Ge­heimrat Walbe, um Abgabe eines Urteil» Dar­über zu bitten, ob der altertümliche (Biebetoorfprang erhalten bleiben soll ober nicht

y Kirtorf, 15. Juni. In den letzten Rächte« wurden hier unb in ter Umgegend mehrere (E l n bruchsdieb stähle versucht bAw. ausgeführt, bi« auf eine größere Diebes gesell ich oft schlie- ßen lafflen. Im benachbarten Ober-Gleen stan­den am Samstagmorgen vier Haustüren offen unb waren den Einwohnern Strümpfe, Wäschestücke unb ander« Geqensiände fortgenommen. In Kirtorf wurde bet der Fahrrabhandlung von Konrod Mer­kel ein Einbruch versucht. Do die Familie In ihrem neu erworbenen Hause gegenüber ihrem Geschäft« skdlies, vermutete ntan ungestörte Arbeit. Der Sohn ichlies aber im Geschäftshnuse und wurde durch da« Gepolter wach. Er oermutete erst stunden, bie ver­spätet etwa» geschäftlich zu tun hotten. Da er hold an­derer Meinung wurde, warf er noch ten Ein­brechern, worauf diese flüchtig gingen. In Lehr­bach wurden au» dem Haufe bes Jost Decher zwei Fahrräder gestohlen. (Ein drittes Rad wurde wegen Defettes des Vorderrades an die Außenfeite des Haufe» gestellt und nicht mitgenommen Rebe« diesem stand eine zum Teil getrunkene Flasche Limo­nade. Durch telephonischen Anras von Ober- Ofleiden bei Homberg a. d. Ohm stellte sich her­aus, daß in der gleichen Zeil drei Fahrräder bei ter Gastwirtschaft von Metz gestohlen wurden, wo« sicher mit diesen Einbrüchen zusammenhängt Bi, jetzt hot man von den Einbrechern noch keine Spur.

Kreis Lauterbach.

t Lauterbach. 15. Juni. Die Lichtbild- stelle deS KreiSschulamteS Ist daran, die vor etwa 25 Jahren geschaffenen Heimat- aufnahnlen deS DenkmalSpflegerS Geheimrat Prof. Walbe, Darmstabt, mehr le ten Dienst tätiger Helmatpflege z« stellen. 3m Kreise Lauterbach finb damals etwa 500 Aufnahmen gemacht Worten, Die In fünft- lerttcher Weise toertrolle SKicke alter Vogels­berger Heirna ttultur dar stell en. Herrliche alt«

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