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vers'chrrangSmarlen übergebene Barbeträgc von 18 unb 12 Mk. nicht an die Postagentur abge- liefert, sondern unterschlagen. Er war im wesentlichen geständig und gab als Ur ache seiner Verfehlungen an. daß er über den Durst getrunken

Tumen, Sport und Spiel

habe Da es sich um ein vom Gesetz schwer be» drohics Amtsvergehen handelt, muhte aus eine ®cfr. ntstrase von vier Monaten Ge­fängnis erkannt werden. Seine Stells Hot der Monn ebenfalls verloren.

Bezahlte Fußball-Amateure.

Die Bücher von Wacker-Münchcn beschlagnahmt.

Zu einem vom Finanzamt München gegen den Fußball club Wacker-Mün» che n eingcleltctcn Verfahren teilt die Llublcitung Wacker auf Anfrage mit. dah im Auftrage des Finanzamtes München die BücherdesElubs mit Beschlag belegt wurden, und zwar im Auftrage des Finanzamtes Ulm. daS gegen den Trainer Szabo wegen Entrichtung einer Ein­kommensteuer vorgegongen ist. Szabo war in den wahren 1925. 1926 und zum Teil auch 192? als Trainer beim Fuhballclub Wackcr-Wünchen und hat dort und auch späterhin in Ulm feste mo- natlichc Bezüge für seine Trainertätigkeit erhalten, ohne aber aus diesem Einkommen eine Steuer zu entrichten. Das Finanzamt hat nun zwecks Feststellung der Bezug: Szabos die Be­schlagnahme der Bücher anieordnet und aus den beschlagnahmten Büchern auherdem entnommen, dah der Fuhballclub Wacker-München in den Jahren 1925/26 und zum Teck auch 1927 die Spieler seiner er st en Mannschaft monatlich bezahlt hat. Diese Zahlungen hoben aber, wie die Leitung des Clubs ver­sichert, sofort nach Annahme des auf dem Mün- chener Derbandstag 1927 ge'ahten und die Be- rufSspiclerfrage betreffenden Beschlusses. der eine reine Scheidung zwischen Berufs- und Amateur- spielertun, forderte, oufgehört. Der Fuhballclub Wacker-München wurde wegen b?r in den Jahren 1925 und 1926 und teilweise auch 1927 an seine Spieler geleisteten nwnatlichen Zahlungen vom Finanzamt München mit einer Geldstrafe belegt. Gegen diese hat die Clubleitung von Wacker durch ihren Aechtsbeistand Berufung eingelegt.

Dem A. S. S.. dem amtlichen Organ des Süd­deutschen Fuhball- und Leichtatl'leii'verbandes, zufolge, sollen im Zusammenhang mit der Wacker- Affäre auch bei anderen Münchener großen Fuß- ballvereinen Recherchen angestellt worden sein. Das Landesfinanzamt München hat an die Finanzämter Weisung ergehen lassen, bei allen großen Ligavereinen Auskünfte einzuholen, ob sie an ihre Spieler ebenfalls ständige Zuwen­dungen gemacht haben. Wie bis jetzt bekannt geworden ist. sind die Vorsitzenden des Ersten Fuhball ClubS Nürnberg und J>er Spielrereiin« gung Fürth von zuständiger Stelle vernommen worden. Bei beiden Vereinen soll aber unzweisel- hast alles in bester Ordnung sein. In Sachen Wacker-München hat der Süddeutsche Fußball- und Leichtathletikverbond eine Untersuchung ein­geleitet.

Olympisches Fußball-Turnier.

Uruguay Lieger. Argentinien 2:1 geschlagen

Am Mittwochabend wurde im Amsterdamer Olympischen Stadion der überall mit Spannung erwartete Endkamps des Olympischen Fuhball- turniers zwischen Uruguay und Argen­tinien auSgetragen. Bereits eine Stunde vor Beginn des Spieles waren alle Plätze aus- l verkauft.

Nachdem in den ersten zehn Minuten des T Kampfes Argentinien im Vorteil war und das uruguayische Tor stark bedrängte, konnte die ' uruguayische Mannschaft, die sich langsam zusom- mengesunden hatte, in der 19. Minute ganz überraschend in Führung gehen. Angefeuert durch den höllenmähigen Lärm ihrer Landsleute lagen die Uruguayer auch weiterhin im Angriff, doch blieben die Argentinier durch ihr fabelhaftes Kombinationsspiel dem gegnerischen Tor stets Gefährlich. Erst in der 30. Minute fanden ihre lnstrcngungen den verdienten Lohn, indem der Mittelläufer Mauti, der beste Mann der ar- gentinischen Elf. mit unhaltbarem Schuh den

Ausgleich erzielte. Uruguay war bis zum Schluß der Halbzeit start im Vorteil, doch konnte keine Mannschaft biS zur Pause mehr einen Erfolg erzielen Nach der Pause drängten die Argen­tinier wieder start und riefen durch hervor­ragende Balltechnik und einzigartiges Zusam- menspiel die Begeisterung der Zuschauer hervor. Doch Mazali. der Torwächter Uruguays, un­bestreitbar der beste Mann auf dem Platz, ver­richtete Wundertaten, und ihm allein verdankt Uruguay, dah die Argentinier in diesen Spiel- Minuten nicht die Führung an sich rissen. Uru­guay versuchte sein Glück in plötzlichen Durch­brüchen Uruguays Linksaußen Figuerora erhielt heu Ball und raste die Linie entlang, gab an den freistehenden Scarone ab. der auS geringer Entfernung zum zweiten Tor für Uruguay einsenden konnte. Dieser Erfolg deS Gegners wirkte entmutigend auf die Argen­tinier. und durch die Schuhunsicherheit der Stürmer und die Güte der gegnerischen Dertei- digung blieb es bei dem Ergebnis 2:1 für Uru­guay.

Dem Spielverlauf nach war der Erfolg nicht gerechtfertigt. 3m Felde dominierten die Ar­gentinier. was das Eckenverhältnis von 18:7 deutlich beweist. Auch diesmal gab es wieder große Härten, besonders auf Seiten Uruguays Der Holländer Mutters leitete das Spiel durchaus großzügig.

Sofort nach Beendigung des Spiels erfolgte die feierliche Ehrung der Sieger. Uruguay erhielt die goldene. Argentinien die sil­berne und Italien die bronzene Medaille. Die Fahnen der siegreich?:! Nationen gingen an den Siegermasten unter gleichzeitiger 3ntonie- rung der Nationalhymnen hoch, womit das Olympische Fuhballturnier 1928 b e - schlossen wurde.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Der letzte Spieltag der Fußballsaison 1927/28 ist in der Hauptsache der Erledigung von Rück­spielen gewidmet.

Liga, Ligareserve, Alte Herrenelf der Spiel- vereinignng 1900 Gießen fahren nach Frohn­hausen an der Dill. Die Vorspiele zu diesen Be­gegnungen sahen 1900 jedesmal siegreich.

Auffallend war schon damals der knappe 3:2- Sieg der L i g am o n n s ch a f t. Beim Vergleich der damaligen und der jetzigen Mannschaftsaufstellung muß man mit einer Niederlage der Vereinigten rechnen, denn der Ersatz, der eingestellt werden muh, ist sehr zahlreich. Dieser mißliche Umstand soll für die Teilnehmer am Spiel gegenO r a n i e n Frohnhausen ober nicht der Anlaß sein, die Hände in den Schoß zu legen. Mit Tatkraft bei der Sache sollte selbst für eine stark ersatzgeschwächte Elf ein Sieg im Bereich der Möglichkeit liegen.

Für die Ligareservc gilt das vorher Ge­sagte. Spielerabgaben in die erste Elf nehmen auch der Zweiten etwas Kampfkraft. Die Ueberlegenheit im Vorspiel in Gießen (5:1 für 1900) war aber so groß, daß man auch diesmal an einem Sieg der Spiel oereinigungsleute nicht zweifeln sollte.

1900s A. H. - E l f siegte im Vorspiel in Gießen 4:0. Auch in Frohnhausen wird sie sich den Sieg nicht entgehen lassen, dafür bürgt schon der Erfolg einer schwachen Mannschaft am Dorsonntag in Limburg.

Eine neuzusammcngestellte 4 Mannschaft fährt nach Niedershausen (Lahn). Wie hier die Aussichten der Blau-Weißen sind, läßt sich nicht voraussagen, da die Spielstärke des Gegners hier zu wenig be- könnt ist.

Die 2. I u g e n d holt das an Pfingsten aus­gefallene Spiel gegen die 1. Jugend von Teutonia W a tz e n b v r n -S t e i n b e r g auf hiesigem Blaße nach, während die 1. S ch ü le r e l f einer Einladung des Sportvereins H a i g e r (Dillkreis) nachkommt und dort ein Spiel gegen die 2. Jugend des Platz­vereins bestreitet. __

D. f. D.

Am tommenden Sonntag fährt die Liga» mannschaf: nach Frohnhausen, um eine ulte Nückiow.'verpsl'.chtung einzulösen. Das Vor­spiel auf hiesigem Platz endete mit dem für den Liganeuling schyneichelhatten Aesultat von 4:4. Ob es der D. f. D.-Elf dtesmal gelingt, ihre bessere Spietweise durch einen Sieg unter Be­weis zu stellen, erscheint in Anbetracht der dortigen schlechten Platzverhältnisse und des Um- standes. dah sie ohne ihren verletzten Mittel­stürmer antreten muß. fraglich. f

Die Ligareserve trägt gegen die erste Mannschaft von Lich auf dessen Platz ein Lück- spiel aus. Aus eigenem Platz gewann Die V. f. D - Sls mit 5:2. Lich wird bemüht sein. das Aesul- tat zu iorrigieren. was ihm evtl, gelingen kann wenn Gießen ebenso zusammenhanglos spielt, wie im Vorspiel.

Einen ziemlich sicheren Sieg darf man <uia) Der Dritten Voraussagen, sie hat auf dem Waldsportplah die Zwette des Sportver­eins Bad-Nauheim zu (Saft, die sie vor drei Wochen in Nauheim hoch mit Z:2 schlagen konnte

Die Alte-Herrn-Wannichaft trägt am Samstag und Sonntag zwei. Spiele aus. Für Samstag hat lie eine Einladung von der X» H.. Els Frohnhausens erhalten, der sie trotz des am nächsten Ta-e stattfindenden Aück- fviels gegen die A.-H. des Sportvereins Wetzlar folgen will. Nach ihren bishrrlgen Spielen gegen aktive und A.-H.-Mannschaften, die mit Ausnahme des ersten sämtlich, .zum Teil sogar sehr hoch gewonnen wurden, zu ur­teilen. sollt« man sie auch diesmal wieder in

beiden Spielen als vorauSlichllicher Sieger an­sprechen können.

Während die erste Cugcni» spielfrei ist. hat die Z w e . t e und Dritte au* hiesigem Platz Leihgesterns erste bzw. zweite Jugend zum Gegner. Während eine aus dritter Jugend und Schülern komb.nierte V. s. D.-Manwchaft sich vor einiger Zeit der ersten Jugend Leihgesterns mit 0:5 beugen mußte, ist wohl anzunehmen, daß die komplette zweite Jugend diese Nieder­lage wieder wettmachen wird. Auch die dritte Jugend sollte ihrem Gegner das Nachsehen geben können.

Weniger Aussichten auf einen Sieg haben d:e erste und zweite Schülermann­schaft. für di« die vierte buo. fünfte Jugend von V.f 2.-Kurhessen Marburg nach hier verpflichtet worden sind.

Zußball in Heuchelheim.

Am letzten «Sonntag vor der gußdallsperre tritt her S p v. Heuchelheim noch einmal mit drei Mannschaften auf den Plan. Die Erste spiest auf dem heimischen Platze gegen die gleiche vom F. L. G la­de n b a ch. Das Vorspiel wurde sch^n im vorigen Jahre in Gladenbach ausgetragen: blieben

damals die Heuchelheimer Obwohl Gladenbach in der Zwischenzeit wieder spielstärker geworden ist, sollten die Heuchelheimer auch diesmal wieder das Ende für sich haben. Die Zweite spielt in Heu­chelheim gegen die Erste von Großen-Buseck. Die Gäste sollten ohne Muhe dies Spiel gewinnen. Die Jugend spielt in ulein-Linden gegen die neuaufgestellte Jugend des dortigen Sportoer- em». Klein-Linden hat wohl feine Aussicht, das Spiel zu gewinnen.

Volkstümliche Weiikämpse im 2. Bezirk D. T.

Gießen Wetzlar Grünberg.

ö Ein doppelter Anlaß führte die Turner des 2. Bezirks (Dießen-Wetzlar- G r ü n b e t g) der D. T. am Sonntag nach Wehlar-Niedergirrn es. Der Bruder- Verein beging fein 25jähriges Bestehen, und hatte dazu die planmäßigen Wett­kämpfe im Volksturnen seines Bezirkes mit übernommen.

Am Samstagabend gab nach einer Kranz­niederlegung am Ehrenmal der Gefallenen ein Festkommers den Nahmen, des Vereins- j u b i l ä u m s froh und würdig zu gedenken. Hierbei zeigte sich die turnerische Entwicklung des Vereins auf der beachtlichen Höhe, die sie im Verband des Gaues Hessen sich errungen hat, insbesondere durch die langjährige opfer- sreudige Arbeit des rummel)eigen C-yrenturn- wartes Heinrich Schlicht, dem der 2. Gau­vertreter. Äedakteur K. Schneider (Butzbach), mit anerkennenden Worten den Gau-Ehre n- b r i e f überreichte. Zwölf noch lebende Mit­begründer wurden mit der silbernen Nadel der Deutschen Tumerschaft ausgezeichnet. Die bei­den örtlichen Gesangvereine. Männergesangverein und Concordia, der Sportklub und die Frohe Wanderschaft hatten sich mit wirkungsvollen Darbietungen in die Vortragsfolge eingegticbcrt und überreichten außerdem, wie die übrigen Orts vereine, wertvolle turnförderliche Ehren­geschenke. Auch die Turnerinnen und Frauen stifteten einen silbernen Eichenkranz für die Der- einssahne. Der 1. Sprecher des Vereins und Leiter des Kommerses, Heinrich Christ, dankte in herzlichen Worten insbesondere für diese freundnachbarliche Gesinnung in der Gemeinde, und Gauoberturnwart Wilhelm Will (Gießen) betonte neben den turnerischen Leistungen des Vereins diesen erfreulichen Genpeingeist. Unter den Klängen einer rührigen Musikkapelle, ge­meinsamen Turnerliedem. den Glückwünschen aus­wärtiger Brudervrreine und des Verbandes für Leibesübungen im Kveis Wetzlar hat die Ver­anstaltung dazu beigetragen, die Arbeitssreudig- leit des aufstrebenden Vereins für die kommen­den Jahre zu stärken und zu vertiefen.

Unter der bewährten Leitung des 1. Bezirts- iurnwartes Paul Schüler (Wetzlar) tarnen am Sonntagvormittag die volkstümlichen W e t t k ä m p f e zu glatter Durchführung, so daß

schon zeitig am Nachmittag die Turner ihren Festzug durch die aesormückten Ortsstrahen führen konnten. Die allgemeinen Freiübun­gen wurden e enge leitet durch einen Massen- chl>r der vereinigten Gesangvereine und eine kernige Ansprache deS DezirkSvertre- terS ttniveNitätSvberinspektors W. Erle (Gießen), der auch die Glückwünsche der 13c» zirVvereine zur Oiibiläumäfeier übermittelte. Wit Mann^chaftskämpfen im Hochsprung und Kugelstoßen schloß der turnerische Teil deS Tages ab. In fleißiger Arbeit ermöglichte eS der BerechnungSauSschuh. daß jeder Turner seinen Sieg urkundlich mit nach Hause nehmen konnte.

Nachstehend geben wir einen Auszug auS der S iege r l ist e:

Turner stufe. 46 Teilnehmer, 36 Sieger m Kugelstoßen. 7l/< Kg aus Kreis 610 Meter. Hochsprung über Latte 1.101,60 Meter. Lauf über 100 Meter 1612 Sekunden, Weiterung 46 Meter, eine Freiübung. Ehrensieger: Fritz Berghäufer. Wetzlar-NicdergirmeS. 90 Punkte. Heinrich Keller. Burgsolms, 86 P 1. 6.eg: Lukäoig MalkvmeftuS. Wtv. Gießen. 85 P. 2. Willi Nehren. Mw. Gtcßen, 83 P. 3. Karl Kehler. Tv. Grohen-Linden. 80 P. 4 Kurt Walter. Tv. Treis a. d. Lda.. und Albert Würtz. Tv. Krofdorf. 77 P 5. Walter Loh. Tv. 1846 Giehen. 76 P. 6. Wllv Arz- bächer. Tv. 1846 Giehen. 73 P. - 7. Nudott Spuck. Mw. Giehen. 72 P. 8. Walter Wei­gand. Wtv. Giehen. 70 P. 10. Karl Otto Depler. Tv. Heuchelheim. Wilhelm Hofmann. Tv. Krofdorf. 68 P. 11. Karl Drescher. Tv. Krofdorf. Arthur Kreiling. Mw. Giehen. 67 P. 12. Karl Pfeffer. Tv. 1846 Giehen. Karl Würtz. Tv. Krofdorf. 64 P. 13. Albert Weigel. Mw. Giehen. 63 P. 15. Heinrich Adolf. Tv. Klein-Linden. Lorenz Schlamp, Tv. 1846 Giehen. 59 P. 16. Nichavd Waaner. Tv. Allendorf a. d. Lahn, 58 P. 17. Hugo Bartel, Tv. 1846 Giehen, Srnst Degen und Heinrich Steinnagel. Tv. Großen-Linden. 56 P. 18. Heinrich Schoa?. Tv. TreiS a. d. Lda.. 53 P. 19. Wilhelm Ninn Tv. Heuchelheim. 52 P. 20. Heinrich Schmidt. Mw. Giehen. 51 P.

Iugendturner-Oberftufe, 17 und 18 Jahre. 53 Teilnehmer. 52 Sieger in Kugel-

MWÄlMWMWm.

"Roman von Edgar Wallace.

Copyright by Wilhelm Äoldmann, Verlag, Leipzig. 32 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Bei der? Keine Spur. Ich entwischte ihr ab Elf­jähriger. Ich verkaufte Zeitungen, Zigaretten, trug Gepäck, besorgte Botengänge und schlief auf Bänken im Park. Alles lieber als bei der Tarantel zu leben."

Aber bann hätten Sie doch niemals zu ihr jtt- ruckkehrcn sollen!"

Df)," sagte Cawler mit rätselvollem Lächeln,das zweite Mal kam Ich als Rächer. Da batte ich sie in der Hand und warum sollte ich nicht von ihrem Glück profitieren?" begehrte er auf, ab Sybil schwieg.Sie hatte sich die Sonnenseite de« Lebens erschlichen, ich sah am Katzentisch. Warum soll ich Ihnen was vormachen, Fräulein? Sie können cs ruhia willen. Bis vor sieben Jahren war ich ein berufsmäßiger Dieb und habe sechzehn Strafen ab- gesessen."

Sybil nickte still:Das ist die Schuld Ihrer Tante."

Nun, sehen Sie, das sagte ich mir auch", fiel Garnier erleichtert ein.Als ich das letzte Mal in Dld Bailey vor dem Richter stand, wurde ich ver­warnt: das nächste Mal gäbe es Zuchthaus und nicht zu knapp. Da zoa ich «inen dicken Strich unter meine Vergangenheit. An wen sollte ich mich wenden? Tante Eody mar die nächste dazu. Angenehm war es ihr nicht, das können Sie mir glauben, ab ich eines schönen Tages bei ihr austauchte. Aber nach weniger wagte sic, mich vor die Tür zu setzen. Ich lebt« sieben Jahre in ihrem Hause, batte die Hülle und die Fülle und hielt den Mund. Aber heute ..." er zog den Atem tief ein und dehnte die Brust ..... heute habe ich ihnen beiden die Wahrheit ge­legt, den Schmutz von sieben Jahren habe ich mir non der Seele gewaschen und werde cs nie bereuen!"

Ä blieb er stehen und legte den Finger auf . Er horchte angeftrenat. Sybil schaute sich um. Vor ihr lag eine weihe xlippe, die wie der gezackte Rücken ernt» Lindwurms in die flimmernde Luft stach.

Garnier sah ihren Blick.

,Da« ist der Steinbruch', flüsterte erEine Straße führt da entlang, aber sic ist abschüssig und gefährlich. In der Nacht kann man sie nicht begehen Wir müßen uns links halten."

Er hielt inne. Sein Gesicht nahm wieder den an­gestrengten Zug des Lauschens an. Dann warf er sich jäh zu Boden und preßte das Ohr ins Gras.

Plötzlich richtete er sich stell in die Höhe.

Gehen Sie", flüsterte er hastig.Gehen Sie vor­läufig allein weiter. Sehen Sie dort den Wald?" Sein Finger deutete auf eine dunkle Kulisse, Jne sich tintig über der Graswelle erhob.Da gehen Sie hin. Ich' komme gleich nach."

Sie starrte ihn aus weit aufgerissenen Augen an.

Nein, nein!" rief Sie verzweifelt,Sie sollen sich nicht allein einer Gefahr aussetzen!"

Wer spricht von Gefahr?" fragte er ungeduldig.

Sie wandte sich zaudernd um.

Er schlug mit der Faust auf den Loden.

So rennen Sie dach, Fräulein! Rennen Sie doch! Stehen Sie nicht herum! Sie sind mir hier nur im Wege!"

Da ging sie zögernd. Nach einer Weile blickte sie sich um. Er hatte sich lang in das hohe Gras ge­worfen und war nicht mehr zu sehen. In diesem Moment ballten sich die Wolken vollends über dem Mond zusammen. Die ganze Landschaft sank in die Nacht zurück. Panischer Schrecken packte sie über ihre Einsamkeit, und sie lief, fo rasch ihre Deine sie tragen wollten.

Eawler erwartete, flach aus dem Gesicht liegend, auf den Riesen, dessen schweren Schritt sein fein- geübtes Dhr aus weiter Entfernung wahrgenommen hatte. Er war sich klar, daß sie durch Flucht sich nicht mehr retten konnten, und er wollte das schöne, sanfte Mädchen um jeden Preis vor dem Unhold bewahren, selbst um den Preis seines Lebens. Das herzbeklemmende Gefühl der Furcht war Tom Cawler fremd. Sein Scharfsinn, seine Gassenbuben- srechheil verbanden sich In ihm mit einem gewissen Draufgängertum im Äampf. Er war stark und ge­wandt und blitzschnell im Austragen seiner Vorteile. Das alles stählte ihn für die furchtbare Begegnung, die ihm beoorftanb. Seine Hand krampfte sich um den Schraubenschlüsiel, die einzige Waffe, die sich in seiner Tasche befand, und ab der Ries« in sein Ge­sichtsfeld trat, sprang er ihm mit einem mächtigen Satz auf den Rücken

Das tierische Geheul der Wut. in das der Ange- grisscne ausbrach, drang bi» zu Svbil hin und trüb ihr den Angstschweiß aus allen Poren. Sie baue den Wald erreicht und flammrrte sich an ein-m Baum. Wenn er ihn getötet hat. kommt er zu mir. schrie es In ihr auf. Sie taumelte vorwärts, unb das

Mitleid mit ihrem Retter brannte ihr in der Kehle wie Essig.

Weinte sie? «ie wußte cs nicht. Sie stolperte, fiel, raffte sich auf, wankte weiter. Endlich hatte sie den Wald hinter sich. Das Geräusch des Kampfes in ihrem Rücken war verstummt. Dor ihr lag ein flaches Feld, dessen junge Saaten sie niedertrat. Dann stieg sie eine Hügelwclle bergan. Unb wieder tauchte ein Wald vor ihr auf. Verzweifelt fragte sie sich, ob sie vielleicht im Kreis gelaufen war! Nur das nicht ... das nicht! Fast war chr wohl zumute, als das schützende Dunkel des Waldes sie wieder um­fing. Sic tastete sich mit den Händen von Baum zu Baum. Gräser stachen sie. Dornen zerrissen ihr Kleid Vorwärts! Vorwärts' Da wurde der Baumwuchs dünner, das Blickfeld freier, unb plötzlich stand sie am Saum einer Lichtung.

Der Mond brach gerade In diesem Moment durch die Wolken. Er fpiegelic sich auf weißer Felsen- kuppe. Gähnend öffnete sich ihr Schlund und tauchte in tiefften Schatten.

Die Gräber der Selfords!

Mit einem Auffchrei fank Sybil in die fett« Alles verschob, verzerrte, vervielfachte fich vor ihren Augen.

Sie krampfte die Hände zusammen, daß sie die Nägel spürte, sie biß die Zähne in die Lippen. Sie spannte alle Sehnet', ihres Körpers und alle Trieb, federn ihres Willens an, um sich vor einer Ohn­macht zu bewahren. Endlich erhob sie sich mit zit­ternden Knien unb näherte sich wie hypnotisiert dem Eingang zur Tolengruft. Der Schlüssel stak im nöti­gen Eisenschloß. Eisige Moderluft kroch die Treppe herauf unb kühlte die brennenbe Hitze ihrer Stirn. Während sie stand unb in bie Tiefe hinabsah, brang ein tiefer, schluchzenber Laut aus dem Walde, der ihr bas Blut gefrieren ließ. Ganz gewiß, ber Tiermenfch hatte ihren Beschützer ermorbet unb kam. um an ihr die gleiche Tat zu vollziehen. Wie sinnlos umklam­merte sie die kalten Stäbe des Gitters. Dabei öftnete sich das nur angelehnte Tor. Eine Furcht verdrängt« die andere. Sie schlüpft« in bi« Wölbung. Dann schlug si« dos Tor zu, daß es dröhnend ins Schloß fiel, schob die Hand durch das Gitter, drehte den Schlüsiel herum unb zog ihn aus dem Schloß. 81» fei si« schon gerettet, atm eie sie freier auf. Dann lauschte sie in die Tiefe, fein flaut drang von unten herauf Die Toten waren barncherzia. Zu ihnen würde sie flüchten. Sie stieg die Stufen hinab, an der schlüpfrigen Wand einen Hast suchend. Nun stand sie in der kleinen Felfenkarmner, die gegen

I das Innere des Grabmals durch em zweites Gitter adgeschloffen war.

Sie wartet« lauschend, die Blicke nach oben gerich- ! tet. Nach einer Weile vernahm sie schleichende Schritte unb horte einen weinenden Laut, der, weil ; er aus Männerbruft kam, doppelt unheimlich unb fürchterlich war. Sie wich bb zur Pforte zurück | unb verhielt den Atem Plötzlich ftel «in Schatten 1 mächtig ub«r die Deffnung hin unb verlor sich auf den finsteren Stufen.

Wieber schlug ihr die Angst bi» -um Hals«. Es schien ihr nicht mehr unmöglich, da» ber Ries« auch I das schwere Tor zur Brabkammer ausbrechen I würde, und bann war sie ihm ausgeliefert unb j konnte ihm nU mehr entgehen. Aufschluchzend rüt­telte sie an den eisernen Staben. Zu ihrem (Erftau- nen bewegten sie sich zurück. Die Tür war offen, i Sie streckte bi« Honb In bie Dunkelheit au», um ihren Weg zu fühlen, während ihr Gesicht nach oben gerichtet war, dorthin, wo sie ihren Verfolger wußte.

Da plötzlich fchtte ft« gellend auf. Ihre Hand lag im eisernen Grift einer anderen, die sich au» der Finsternis ber Gruft nach ihr ausstreckte unb sie unwiberstehlich m die Tiefe zog, die den Toten gehört«.

25.

önbil haue ihren Mund weit geöffnet, unb ihre Angst war so groß, daß sie ihre eigenen Schreie nicht horte. In biejem Moment hing ihr verstand in ber Schw.be. Sie schlug mit ber andern Hand, den Schlüsiel wie eine Waise gebrauchend, in bie Luft unb verfing sich in einen bichten, unordent­lichen Bart.

Still", zischte »ine Stimme aus dem Grabes­dunkel sie an.Schreien Sie nicht so. Ich tue Ihnen nichts zuleide. Wer sind Sie, was suchen Sie hier?"

E« war «ine menschliche Stimme. Die Besinnung kehrte ihr wieder. Ihre Schreie hörten auf. Sie ließ den Bart los. Die unsichtbare Hand gab sie frei.

.Lch bin Sybil flansboron", ftammeste sie. Lch werbe verfolgt. Ich wußte mir keine andere Rettung."

Sydll flansboron ...?" fragte bie Stimme in großem Erstaunen. ..Dar ist ja phänomenal. Aber nun beruhigen Si« fich, jung« Dame. Ich zünde das flicht an. Als Sie vorhin fo rasch die Treppe her- untertamen, habe ich meine Laterne gelöscht."

(Fortsetzung folgt.)