Einzelbild herunterladen

rüdenS bom wirtschaftlichen Nationalismus g«- zeigt haben. Das Wirt'chaftSkomite« erwarte vom Wtrtfchaftsrat eine Stellungnahmegegen die Kampfzölle und gegen ein« un-Ler- schiedliche Behandlung der Erzeugnisse einzelner Länder. Serruys ernpfahl für Di« hauptsäch­lichsten Erzeugnisse besonder« Kollektivverein­barungen nach dem Wüster deS Hebereinfom- mens zur Aushebung der 6in* und Ausfuhr­verbot«, ein« allgemeine, planmäßige Demoblli- sierung der Zölle und weitgehende Anwendung der WeistbegünstigungSklausel. Alle landwirt­schaftlichen Cd aber verlangten immer dringlicher eine internationale Sanierung der Landwirtschaft, für die man die Unter­stützung deS Völkerbundes erwart«. Ohn« Berück­sichtigung der Wechselbeziehungen -wischen In­dustrie und Landwirtschaft fei ein europäischer Wiederaufbau nicht möglich.

Gin WirlschaflSbericht des ZnternationLlen Arbeitsamts.

3 e n f, 14. Mai. (WB.) Der Jahresbericht des D ektors des Internationalen Arbeitsamtes behan- bett wie üblich eingehend die Entwicklung der Wirt- schaftsverhältnisse des abgelaufenen Jahres, dessen entscheidende Bedeutung Hamas hauptsächlich in der nunmehr fast in ollen Ländern durchgeführten g e icherten Währung« st abillsierung sieht. Die Festigung der Währungen habe auch den Wa­renaustausch belebt. Trotz mancher Fort- schritte sei jedoch ein Unbehagen im Wirtschaftsleben zurückgebkieben, das in gewisien Ländern und in gewissen Wirtschaftszweigen geradezu einen Ä r i sencharakter trage. Bor allem fehle die An­gleichung der Kaufkraft an die Pro­duktionskraft. In der Kohlenindustrie, in der «ine erhebliche Steigerung der Produktion eingetreten sei, bestehe in einigen Ländern eine ge- sährliche* A b s o tz k r i s e , weshalb die Kohlenfrage gegenwärtig als dos wichtigste Problem des internationalen Wirtschaftslebens bezeichnet werden mutzte. Außerdem werde die Konkurrenz zwischen den Textilindustrien der allen Welt und den neu- geschaffenen Textilindustrien im nahen Orient und im fernen Osten in den letzten Jahren immer schärfer.

Bulgariens Reparationen.

London, 14. Mai. (XU.) Wie dieTimea" aus Sofia hört, hat Mussolini die italienischen Ver­treter der Interalliierten Kommission in Bulgarien und in der Reparationskommission angewiesen, eine Forderung der bulgarischen Regierung auf Er- leichterung der R e p a r a t i o n s z a h l u n - gen zu untersti tzen. Die Interalliierte Kom­mission hat der Reparationskommission einen Be­richt über die wirtschaftlichen Folgen des letzten Erdbebens in Bulgarien übersandt. Die Kom­mission ist der Ansicht, daß die Einnahmen Bul­gariens durch das Erdbeben bedeutend ver­mindert werden und große Ausgaben für die Wiederoufbauorbeiten notwendig sind. Infolgedessen sei eine wesentliche Erleichterung der bulgarischen Reparationszahlungen nötig.

Oer Colmarer Autonomistenprozeß.

Eolmar. 14. Wat. (WTB.) In der heuti­gen Bormiltagssitzung sagt der Angellagte Schle­gel aus. datz man im ersten Entwurf der autonomistischen Schutztruppe noch die Worte hätte bilden können: Äiemals darf öle Staatsautorität von der autonomistischen Schutzlruvpe bekämpft werden. Als ihm der Borsitzende eine Wendung aus einem Protokoll entg:genhält, die besagt: ..Slsatz-Lothrin- gen den Elsaß-Lothringer n", er Härt Schleacl, das sei doch vor einigen Iahren dis Wahlparole des französischen Generals T a u f s l i e b gewesen, deshalb habe man hierin auch feine Komplottabsicht gesehen, weshalb also jetzt? Die Elsässer sollten sich endlich im Elsaß zu Hause suhlen, dann würden sie zufrieden sein und nicht an die Gründung einer Schutz- truppe gedacht haben. Sie wollten endlich auch mit am Tisch sitzen und nicht unter dem Tisch. Hebrigens habe man in der Sitzung vom 22. Dezember 1927 rechtskräftig den Beschluß ge­faßt. die Schutztruppe aufzulösen und in einen Redmr. lub umzuwandeln. Es wird dann ein Programm der autonomistischen Schutzorgani­sation verlesen, das den Berteidiaungs- ch a r a k t« r dieser Organisation hervo:h.bt.

Der Geometer Schweitzer sagt aus, er habe zwar früher der Kommunistischen Partei angehört, sei heute aber Autonomist aus Familientradition. Auf eine Frage, ob ein Bericht desTemps" den Tatsachen entspreche, nach dem in feiner, Schweit­zers, Wohnung am Schluß einer Zusammenkunft die Wacht am Rhein gesungen worden sei, erklärte Schweitzer, daß man spaßhalber gesagt bade, man müsse jetzt die Wacht am Rhein auf französisch singen.

Der Konditor R e i s a ch e r erzählt, daß er vor dem Kriege in Paris lebte. Im Bertrauen auf einen von Poincar« unterzeichneten Plakatanschlag, der den Elsäsiern versprach, daß sie wie Fran- zosen behandelt werden würden, sei er noch Kriegsausbruch in Frankreich zurückge­blieben. Trotzdem sei fein Vermögen beschlag- nahmt worden. Auf eine Anzeige hin sei er spä­ter bei schlechter Behandlung und unzureichender Ernährung interniert worden Rach dem Was- senstillstande habe er sich in Straßburg dem Kondi- toreigeschäft gewidmet, sich nebenbei für die Politik interessiert und das Heimatbundmanifest unterzeich­net. An derWahrheit" habe er mitgearbcitet und mit Baumann zusammen am 16. Juni 1927 einen Protest gegen die Verhaftung Zorns v. Bulach an den Völkerbund gerichtet. In einem Brief aus dem Gefängnis an Poincar« Hobe er gegen feine will- kürliche Inhasthaltung protestiert. Er sei Pazifist und erstrebe die Autonomie des Elsaß nur auf ge- setzmäßigem Weac

Sodann spricht B au mann, früher Chef­redakteur der .Wahrheit". Degen ihn wie gegen Köhler, den- letzten der noch zu verhörenden Angeklagten, schwebt in Straßburg noch eine Boruntersuchung wegen angeblicher Spionage. Baumann spricht von seiner Tätig­keit bei derWahrheit". Sowohl er wie Zorn v. Bulach hätten von Ley Briese erhalten, die die Leitung der Zeitung kritisierten, sic hätten jedoch nicht darauf geantwortet. Der Vorsitzende befragt Baumann über einen Fragebogen von der .Wahrheit", der an die auswärtigen Mitglieder des Stoßtrupps Zorn v. Bulachs und des von ihm gegründeten Oppolitionsblockes Der- fandt worden feu Baumann erwiderte, dafür sei

Vom VaMMisten zum Konzernbeherrscher.

Zum 70. Geburtstage Geheimrats Felix Deutsch.

Feliff Deutsch, der Vorsitzende des Direktoriums der A.E.D. und Mitbegrün­der d.eses gewaltigen Llnternehmcns, feiert am 16. Mai feinen 70. Geburtstag.

In ungefähr 34 großen Gesellschaften gehört Felix Deutsch. Geheimer Kommerzienrat, Mitglied deS Borläufigrn Reichswirtschaftsrates, dem Aufsichtsrat an; in 16 anderen mächtigen Unternehmungen ist er sogar Borsihender und in neun weiteren Gesellschaften stellvertretender Dorsitzender deS Aufsichtsrats unddaneben" ist dieser Monn, der um seiner Verdienste willen zum Dr. ing. h. c. und zum Dr. rer. pol. h. c. ernannt worden ist, der Borsitzende des Direk­toriums der Allgemeinen Slektrizitätsgesellschaft sowie der Direktor von zwei anderen, zum Kon­zern der A. E. G. gehörenden Unternehmen. Diese Zusammenstellung beweist zur Genüge, Wei­chen Einftuß der auS ziemlich einfachen Verhält­nissen stammende Felix Deutsch auf di« gesamt« deutsche Wirtschaft auSübt. Als engster Mit­arbeiter Emil Rathenaus ist er zu seiner jetzt so bedeutenden Stellung emporgestiegen, hat das von ihm verwaltete älnternehmen dann mit dessen Sohn, dem späteren Minister Walther Rathenau zusammen weiter entwickelt und ist heute nach dem Tod dieser beiden hervor­ragenden Männer, di« repräsentativste Erschei­nung in dem weltumspannenden Konzern, dessen Organisation in entscheidender Weise fein eigenes Werk ist.

Als Emil Rathsnau im Iahre 1883 den Plan faßte, eine deutsche Gesellschaft für die Her­stellung von Glühlampen zu gründen, standen die deutschen Großbanken diesem Unternehmen und besond:rs auch dem phantasievollen, nach Ansicht der Tlinanzleute wenig ernsthaften Träger des Projekte- sehr skeptisch gegenüber; nach hart­näckigen Demühung:n brachte Rathenau schließ­lich doch ein Banken!onsortium zusammen, dem freilich nur Geldmächt« zweiter oder dritter Ord­nung, also mehr spekulativ veranlagte Finanz- leute, anaehorten aber das war Emil Ra» thenau gleichgültig, da er von diesem Konsor­tium zunächst 250 000 Mk. zur Gründung einer Studie ngefellschaft, und bann 5 Mil­lionen Wk. zum Beginn eines Fabrikations­unternehmens erhielt. Allerdings mußte er, der den Posten eines ersten Direktors ein­nahm, als Vertreter der Großaktionäre den Pro­kuristen einer beteiligten Bank als zweiten, kauf­männischen Direktor mit in Kauf nehmen: das war Felix Deutsch. Bald stellte es sich heraus, daß derAufpasser" ein hervorragender Mitarbeiter, glänzender Organisator und be­sonders befähigter Kaufmann war. der es nicht als seine Aufgabe betrachtete, einseitig die In­teressen der Großaktionär« zu vertreten, son­

dern in erster Linie dem älnternehmen selbst bienen wollte. mochte dabei auch gelegentlich die Dividende für die Ationär« etwas knapper ausfallen. (8mil Rathenau. der typische Industrielle, kümmerte fich vorwregend um den technischen Ausbau deS Unter­nehmens. suchte technische Verbesserungen der Erzeugnisse zu erzielen, neue Erfindungen aus­zunutzen und die Waren so herzustellen. daß sie dem Ge'chmack deS Käufer- entsprechen mußten. Aber daS genügt« nicht in einer Zeit, in der Gasbeleuchtung ein Luxus und di« flackernde Petroleumlampe das übliche Deleuchtungsmiktel war, allo zunächst eine gorhe Propaganda für die Einführung des elektrischen Lichtes, für die Elektrifizierung des Haushalts und der In­dustrie getrieben werden muhte. Da war Felix Deutsch der kaufmännisch« Direktor, der rechte Mann. Rathsnau überließ ihm bald den Aufbau unb die gesamte Verwaltung des DerkaufSapda- rateä. und Fell? Deutsch reiste zwischen den wichtigsten Plätzen Europas beinahe ununter­brochen hin und her. führte heute Verhandlun­gen in Madrid, morgen in Paris und zehn Tage darauf in Petersburg oder Moskau, ent­wickelte «in« schier unermüdliche Arbeitskraft gründete Verkaufszentralen seines Unternehmens in 300 Städten und konnte mit dem Erfolg zufrieden sein.

Erst nach Emil Rathenaus im Iahre 1915 erfolgten Tode wurde Fell? Deutsch, der nun auch in der Oeffenllichkeit mehr hervortrat. dem breiten Publikum als Mitgründer und Organi­sator der A. E. G. näher bekannt. Bald sah er sich vor die schwere Aufgabe gestellt, die durch den Krieg sehr geschädigten Auslandsbeziehungen des Unternehmens wieder anzuknüvfen und der Gesellschaft ihre alte Weltoedeutung zurück- juetobem. Das ist ihm im großen Maßstäbe geglückt. Bedeutsam war auch di« Rolle, die et in der Konzentrationsbewegung der deutschen Elektroindustrie spielt«. Er war kein Anhänger der planlosen Ausdehnung des Unter­nehmend, lehnte «ine Fusion mit dem Siemens- Kordern ab, gliederte aber doch ein modernes Stahl- und Walzwerk in Henningsdorf an und zog die größt« deutsche Waggonfabrik in den Interessenkreis seiner Gesellschaft. In enger Zu­sammenarbeit mit Carl Fürstenberg, dem Dirr-ktor der Berliner Handelsgesellschaft Felix Deutsch ist Vorsitzender im Aufsichtsrat dieser Bank war er maßgebend beteiligt am Wieder­aufbau der deutschen Wirtschaft, und di« außer­gewöhnlich erfolgreiche Laufbahn, auf die er nun an seinem 70. Geburtstag zurückblicken kann, ist nicht nur von privatwirtschafllichen Gesichts­punkten aus gesehen bemerkenswert, fi« hat auch der deutschen Volkswirtschaft zahlreiche Vorteile gebracht.

nicht er, sondern der in Freiheit befindliche Baron Zorn v. Bulach als Geschäftsführer der .Wahrheit" verantwortlich. Der ganze Stoß­trupp sei nur eine Illusion im Kopfe Zorn v. Bulachs gewesen. Dann wird ein bei Pinck beschlagnahmter Bries verlesen, der sehr abfällig von ElauS Zorn v. Bulach spricht. Auch findet sich darin der Sah: .Die Erbitterung gegen die Franzosen ist so groß, daß das Volk einer neuen .sizilianischen Vesper" zu- jauchzen würde." Hier erhebt sich Schall und betont, daß Pinck alle möglichen Pläne im Kopfe gehabt habe, ohne jemals einen richtig zur Ausführung zu bringen. Rechtsanwalt Iae- aele bezeichnet die Aufzeichnungen als gei­stiges Amüsement des Herrn Pinck, und Rechtsanwalt Palmteri erllärt, Pinck sei gegen­wärtig in einem Irrenhaus in Deutsch­land interniert Dann werden von Rechtsanwalt Peter, weitere Briefe verlesen, darunter e i n Schreiben des Barons Zorn v. Bulach, der seine Angestellten Baumann und Kühler deckt und erllärt, sie hätten nur feine Weisun­gen befolgt. Schall deckt und erklärt noch, daß Ley sich kurz nach Schaffung der .Wahrheit" an verschiedene elsässische Druckereien mit der Bitte gewandt habe, sie möchten ihm einen Kostenvoranfchlag für die Herausgabe eines eigenen, ihm, Leh, gehörigen Blattes machen. Das sei auch ein Beweis dafür, daß Ley nicht Besitzer derW ah r heit" gewesen fei

Aus aller Welt.

Der wert der üricgsgefangenenarbciL

Während die Entschädigungen der Auslonddeut- schen durch das Kriegsschädenschlußgesetz kürzlich ihre endgültige Regelung gefunden haben, harren gewisse Ansprüche der ehemaligen Kriegsgefangenen noch immer ihrer Erle­digung. Es handelt sich um die Auszahlung der einbehaltenenArbeitslohnüberschüste und Sanitätslöhnung sowie um eine Ent­schädigung für die im Wiederaufbaugebiet geleistete Arbeit Letztere Frage oerbient um des- willen besonderes Interesie, weil für den auf mehr als eine Milliarde Goldmark berechneten Wett der Kriegsgesangenenarbeit beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete eine Gutschrift auf das Reparationskonto Deutschlands oerlaggt wird. Die Reichsoereinigung ehemaliger Kriegs­gefangener hat daher soeben in einer Denkschrift der Regierung und den politischen Parteien chre diesbezüglichen Forderungen unterbreitet

Lin große» Kultivierungswerk In Süöipauieu.

Die Nutzbarmachung des Mündungsgebietes des Guadalquivirs, daS aus einem versunrpften llserland und einer Anzahl ebenfalls brach­liegender Inseln besteht, wird zur Zeit mit großem Eifer betrieben. Bisher diente das Userland an dem mächtigen Strom, der b i s Sevilla für groß« Seeschiffe schiff­bar ist und bei San ßuear in den Atlanti­schen Ozean mündet, höchstens als Weideplatz. Zur Entwäsftrung und Kultivierung des un» aefähr 60 000 Hektar großen Gebietes ist vor kurzem in Sevilla die Gesellschaft der Inseln des Guadalquivir- gegründet worden, deren Aktien an der Londoner Börse vor kurzem einen außerordentlichen Kursgewinn erhielten. An dem Unternehmen sind erste spa­nische Kreise, Engländer und. wie man sagt ein Drüder des früheren sächsischen Königs stark interclliert. D:e Gesellschaft hat feit ihrem Be­stehen 60 Kilometer neue Straßen und eine 70 Kilometer lange Schmalspurbahn an­gelegt und beabsichtigt, jedes Iahr 15000 Hek­

tar Land der Bebauung von insbesonders Baum­wolle zuzuführen. Da Spanien für seine Textil­industrie jährlich etwa für 300 Millionen Baum­wolle einführt, hat das in Ausführung begriffene

reff grobe wirtschaftliche Bedeutung für E 'onien.

Mißgeschick der HNfsexpedttlon für dieBremen".

Die zur Hilfeleistung für dieBremen" ausgestie- genen Flugzeuge werden vom Mißgeschick verfolgt. Eine» der Flugzeuge sitzt im Flußschlamm des Shubenacadierrioer in der Röhe von Maitland, 60 Meilen von Pictou entfernt, fest, das zweüc muhte wegen Benzinmangels bei Middle- ton, 30 Meilen vor Pittou, n o tl a n b e n.

Lin neuer Femeprozeh In Stettin.

Dor dem Stettiner Schwurgericht begann die Ver­handlung gegen die im Wilms Prozeß zum Tode verurteilten und vor kurzem zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Oberleutnant a. D. Schulz und Feldwebel a. D. Klapproth sowie gegen den Kaufmann Hayn aus Lieqnitz wegen Mordversuchs bzw. Anstiftung und Beihilfe an dem früheren Feld- webel G a e d i ck e.

Zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.

Das preußisch« Staatsministerium hat die am 6. Mai v. I. zum Tode verutteilten Aus­brecher Schlosser Franz Schürmann und Metzger Anton Hoppe nunmehr zu lebens- längllchem Zuchthaus begnadigt. Die Derutteil- ten hatten den Oberwachtmeister Min - t r o p , einen Aufseher des Bochumer Zentral­gefängnisses, mit einer Eisenftange nie­dergeschlagen, woraus sie flüchteten und erst nach Monaten wieder gefaßt werden tonnten.

Zum Fall Jakubowski.

3m Fall Iakubvwski ist eine neue Wendung eingetreten. Die drei Der haf teten August RogenS, Blöcker und Kreuzssld sind wieder aus der Untersuchungshaft im Amtsgericht Schönberg entlassen worden, lieber die Gründ« der Haftentlassung wird nichts bekanntgegeben. Rach Abschluß der Ermittlungen hat die medlenburg- strelitzsche Landesregierung beschlossen, vor einer weiteren Entscheidung das Gutachten eines oder mehrerer namhaften Iuttsten anzuhören. Der Reichsjustizminister ist gebeten worden, solche zu benennen.

Zwei Automobile von der Eisenbahn überfahren.

In Erie (Pennsylvanien) wurden zwei Auto­mobile, die allem Anschein nach eine Wett­fahrt abhielten, bei der Ueberquerung eines Schienenstranges von einem Eisenbahnzug bei- feite geschleudert. Don den Insasten der bei­den Wagen wurden acht tödlich und fünf schwer verletzt.

Explosion in einer Lütticher Zündhütcheufabrik.

In einer Zündhütchenfabrik stürzte infolge einer Explosion eine Decke ein und begrub unter sich eine Reibe von Arbeiterinnen. Eine Arbeiterin wurde getötet, drei wurden schwer verletzt, einige andere erlitten leichtere Verletzungen.

Explosion auf einer stillgeleglen Zeche.

Am Mon'agnachmittag erfolgte auf dem ftäbti- schen Lagerplatz in Dortmund, auf dem sich der Schacht oc- stillgelegten ZecheCutas" befindet, eine heftige Explosion, die die einen halben Meter starke Betondecke, durch die der Luftschacht zur Zeche abgeschlossen war, sowie den Kanaldeckel des Querschlags in die Luft schleuderte. Rach Bekundungen von in der Rahe befindlichen Per­sonen waren drei junge Leute in den Schacht gekrochen Kurze Zeit darauf gelang ee einem der drei ijfutc, einem Bergmann, aus dem Eingang herauszukommen. Er hatte schwere Brand­wunden am Kopf baDongetragen. Rach seinen An­

gaben soll einer der beiden Kameraden eins Pfeife geraucht Haden, wodurch vermutlich die Explosion hervorgerufen wurde. Durch die her- beioerufene Rettungsmannschaft der ZecheKaiser- stuhi" wurden die beiden Vermißten nach mehr­stündiger Bergungsarbeit im Querschlag t o t auf- gesunden und herausgeholt. Der Tod ist durch Ver­brennung und Erstickung eingetreten.

Einbruch in ein Berliner Konfektionshaus.

Einer der größten Konsektionsernbrüche, di« die Berliner Kriminalaeschichle kennt, ist in der Nacht von Sonntag zu Montag in dem großen Geschäfts- Hause Jerusalemer Straße 29 in die im ersten Stock gegelenen Räume der Finna o. d. O st e n & So. verübt worden. Diese Raume sind im Treppenhaus durch eine Tür gesichert, roie man sie sonst ähnlich nuranGeldschränken findet. Trotzdem gelang es den Einbrechern, die ungestört arbeiten konnten, sich Einlaß zu verschaffen. Rach Art der Geldschrank­knacker knabberten sie Tür und Schlösser auf, so daß sie Riegel und Zuhaltungen lösen konnten. Einen großen Eisenschrank, der selbst den wenig, sten Angestellten bekannt war und in dem nur bie to ft bar ft en französische n-c j*i b e n aufbe- wahrt wurden, erbrochen die Diebe gleichfalls und räumten ihn aus. Der Wert der Beute beträgt etwa 50 000 Mark. Die Einbrecher, die die ganze Rocht hindurch arbeiteten, haben das Haus erst am Mon- tagmorgen gegen 7 Uhr wieder verlassen. '

Vie Beslechungsaffäre bei der Reichsbahn.

Das Grmit lungsver'ahren b?r Staat "anwalt- schaft gegen verschiedene Beamte drr Deut'chen Rcichsbahngeselllchaft ist nunmehr soweit abge­schlossen. daß gegen den Reichsbahn- oberrat Schultze Anllage wegen ein­facher passiver Bestechung erhoben wor­den ist. Schultze wird beschuldigt, daß er von dem Berliner Vertreter der Firma R e l s e r t in Köln mehrfach Geldbeträge als Ge­schenk erhalten hat, nachdem er alS K^nstruk- ttonsdezernent des Reichsbahn'entralamts die Firma Reifert zu Lieferungen und Ar­beiten heranaezogen hatte. Soweit fich bisher übersehen läßt, hat die Deutsch« RcichS- bahnge'ellschaft keinen VermögenSscho- den erlitten. Das Ermittlungsverfahren gegen den Reichsbahndirektor Wilhelm Reumann, Abteilungsleiter beim Reichsbahn? en trol- amt, tst abgetrennt worden. Gegen mehrere weiter? Beamte ist das Verfahren eingestellt, so auch gegen RoichSbahnrat Müller-Göttingen, weil sich hera.isgeste'lt hat, daß die dem Lizenzvertrag zugrunde liegende Gr; indung sein eigene- geistiges Eigen- tum war und die Leistungen der Firmen an ihn auf den vertraglichen Verpflichtungen beruhten.

Artistenunsölle.

gosder

Lchtbtgm in I erötttn Left

Men. ml

Lvfcain c*n >3 bem StfiW ynb ftrßist «M* f Alt tS

^Opiate bei teilt, in dr« Tetv.MW d

ixW ziel« tarnen Di Ur Ä'i

uHtabifitn Lchrlingttvll gelegt werde 3iM b

Lw-dcr J fßflue der heiler M t*:tn Verdes iS die 3' r,;: entlaß

IjM binnen i

Innung pn^rc!:t t»r$ baomllndcte! idt dm $oi >tn yiftdnbigt «t-miiung oc mndschaiirft: jtjttlammeT

In Landsberg a. d. W. stürzte bei der Er­öffnungsvorstellung eines ZirtuS ein japa­nischer Artist, der ein schcägg ftpanntes Seil hinausgehen wollte in die Tiefe, weil er plötz­lich von Wagenkrämpfen befallen wurde und verletzte sich beim Sturz schwer. In einer weiteren Vorstellung desselben ZirkuS stürzte «in anderer Artist, der sich auS einer Kanone in ein entfernt ms Retz schießen lieb, neben da» Retz und rlitt gleichfalls Ver­letzungen. Beide Verunglückten befinden sich im Krankenhaus.

Bahnhofsräuber und Brandstifter.

Mehrer« Einbrecher drangen in bie Kasse de» Düterbahnhoss E a st r o p ein. Sie stürzten den Geldschrank um und versuchten, ihn zu sprenaerr. Daraus legten sie Feuer an. Der große Güter­schuppen des Vahnhots Sastrop ist vollkom­men ausgebrannt. Tiiber hat man noch keinerlei Spuren der Täter entdecken können.

Oie IPeffertertr

9»

o

17?orttao den 1fr 77?ai 7923

VmK» e "fMi XV

Knitf Oll y !*!*<M X >1er*«K»C« M-Cxd

« Men- fLfgxn *i| «f»i VtVl« O< neu« lULewe )|<MM(l IW Wn gr6f« * «r Oh h-nb -«-»««» Orw evi g

e»f e*orr<«e»f l«» LsfUrwe

Das nord westeuropäische Hochdruckgebiet hat an Ausdehnung nach Mitteleuropa nicht zu­genommen. 2:c,truefftörungm im Torben und Süden txr);..i>?m das weitere Vordringen. Ozeanische Luitmassen, die weiter nach Mittel­europa vordringen, führen ünar:r noch zu wolli­gem Wetter und öie unterbundene Connerv Itrahlu: g läßt keine stärkere Erwärmung auf- tommen. Mit Niederschlägen muß gelcgenllich noch g- t ebnet werden.

Vorhersage für Mittwoch: Wolkig. Temperaturen noch wenig verändert, vereinzelte Riederschläge.

Vorhersage für Donnerstag: Wei­terhin wolkiges Wetter, mäßig warm, noch strich­weise geringe Riederschläae.

Lufttemperaturen am 14. Mai. mittags 13,6 Grad Celsius, adend-, 9 Grad Celsius; am 15 Mai: mor­gen« 8,8 Grad Celsius. Maximum 14,5 Grad Celsius, Tlt-nmum 0,2 Grad Celsius Erdtcmperotnr,', In 10 Zentimeter liefe am 14 Mai: abends 15,7 Grad (Etifhis; am 15. Mai: morgens 11,3 Grad Celsius.

in ibttMlollen bdrttn Probc- tat Probczci BoMfcn Den Mtn das Xi jÄidjutrtkn.

bie 2 ick al« Din -Ui-tung.jum ttttrag« binm Untnlolfung Patitim erhti Ii»t M nch: .^rDtrtrag« rjctlungtn \

TßtT btn atgm b uöfit. b fttzt aus, itdsch ' Lthrllng he die C(ltm k D-achlung ö( töflieren Jo! Der Lehn orünungsmäß Dorstan M der De

*3le8en,

fl s k H In

Fflr o*ie Helmg vir all«