rüdenS bom wirtschaftlichen Nationalismus g«- zeigt haben. Das Wirt'chaftSkomite« erwarte vom Wtrtfchaftsrat eine Stellungnahmegegen die Kampfzölle und gegen ein« un-Ler- schiedliche Behandlung der Erzeugnisse einzelner Länder. Serruys ernpfahl für Di« hauptsächlichsten Erzeugnisse besonder« Kollektivvereinbarungen nach dem Wüster deS Hebereinfom- mens zur Aushebung der 6in* und Ausfuhrverbot«, ein« allgemeine, planmäßige Demoblli- sierung der Zölle und weitgehende Anwendung der WeistbegünstigungSklausel. Alle landwirtschaftlichen Cd aber verlangten immer dringlicher eine internationale Sanierung der Landwirtschaft, für die man die Unterstützung deS Völkerbundes erwart«. Ohn« Berücksichtigung der Wechselbeziehungen -wischen Industrie und Landwirtschaft fei ein europäischer Wiederaufbau nicht möglich.
Gin WirlschaflSbericht des ZnternationLlen Arbeitsamts.
3 e n f, 14. Mai. (WB.) Der Jahresbericht des D ektors des Internationalen Arbeitsamtes behan- bett wie üblich eingehend die Entwicklung der Wirt- schaftsverhältnisse des abgelaufenen Jahres, dessen entscheidende Bedeutung Hamas hauptsächlich in der nunmehr fast in ollen Ländern durchgeführten g e • icherten Währung« st abillsierung sieht. Die Festigung der Währungen habe auch den Warenaustausch belebt. Trotz mancher Fort- schritte sei jedoch ein Unbehagen im Wirtschaftsleben zurückgebkieben, das in gewisien Ländern und in gewissen Wirtschaftszweigen geradezu einen Ä r i • sencharakter trage. Bor allem fehle die Angleichung der Kaufkraft an die Produktionskraft. In der Kohlenindustrie, in der «ine erhebliche Steigerung der Produktion eingetreten sei, bestehe in einigen Ländern eine ge- sährliche* A b s o tz k r i s e , weshalb die Kohlenfrage gegenwärtig als dos wichtigste Problem des internationalen Wirtschaftslebens bezeichnet werden mutzte. Außerdem werde die Konkurrenz zwischen den Textilindustrien der allen Welt und den neu- geschaffenen Textilindustrien im nahen Orient und im fernen Osten in den letzten Jahren immer schärfer.
Bulgariens Reparationen.
London, 14. Mai. (XU.) Wie die „Timea" aus Sofia hört, hat Mussolini die italienischen Vertreter der Interalliierten Kommission in Bulgarien und in der Reparationskommission angewiesen, eine Forderung der bulgarischen Regierung auf Er- leichterung der R e p a r a t i o n s z a h l u n - gen zu untersti tzen. Die Interalliierte Kommission hat der Reparationskommission einen Bericht über die wirtschaftlichen Folgen des letzten Erdbebens in Bulgarien übersandt. Die Kommission ist der Ansicht, daß die Einnahmen Bulgariens durch das Erdbeben bedeutend vermindert werden und große Ausgaben für die Wiederoufbauorbeiten notwendig sind. Infolgedessen sei eine wesentliche Erleichterung der bulgarischen Reparationszahlungen nötig.
Oer Colmarer Autonomistenprozeß.
Eolmar. 14. Wat. (WTB.) In der heutigen Bormiltagssitzung sagt der Angellagte Schlegel aus. datz man im ersten Entwurf der autonomistischen Schutztruppe noch die Worte hätte bilden können: Äiemals darf öle Staatsautorität von der autonomistischen Schutzlruvpe bekämpft werden. Als ihm der Borsitzende eine Wendung aus einem Protokoll entg:genhält, die besagt: ..Slsatz-Lothrin- gen den Elsaß-Lothringer n", er Härt Schleacl, das sei doch vor einigen Iahren dis Wahlparole des französischen Generals T a u f s l i e b gewesen, deshalb habe man hierin auch feine Komplottabsicht gesehen, weshalb also jetzt? Die Elsässer sollten sich endlich im Elsaß zu Hause suhlen, dann würden sie zufrieden sein und nicht an die Gründung einer Schutz- truppe gedacht haben. Sie wollten endlich auch mit am Tisch sitzen und nicht unter dem Tisch. Hebrigens habe man in der Sitzung vom 22. Dezember 1927 rechtskräftig den Beschluß gefaßt. die Schutztruppe aufzulösen und in einen Redmr. lub umzuwandeln. Es wird dann ein Programm der autonomistischen Schutzorganisation verlesen, das den Berteidiaungs- ch a r a k t« r dieser Organisation hervo:h.bt.
Der Geometer Schweitzer sagt aus, er habe zwar früher der Kommunistischen Partei angehört, sei heute aber Autonomist aus Familientradition. Auf eine Frage, ob ein Bericht des „Temps" den Tatsachen entspreche, nach dem in feiner, Schweitzers, Wohnung am Schluß einer Zusammenkunft die Wacht am Rhein gesungen worden sei, erklärte Schweitzer, daß man spaßhalber gesagt bade, man müsse jetzt die Wacht am Rhein auf französisch singen.
Der Konditor R e i s a ch e r erzählt, daß er vor dem Kriege in Paris lebte. Im Bertrauen auf einen von Poincar« unterzeichneten Plakatanschlag, der den Elsäsiern versprach, daß sie wie Fran- zosen behandelt werden würden, sei er noch Kriegsausbruch in Frankreich zurückgeblieben. Trotzdem sei fein Vermögen beschlag- nahmt worden. Auf eine Anzeige hin sei er später bei schlechter Behandlung und unzureichender Ernährung interniert worden Rach dem Was- senstillstande habe er sich in Straßburg dem Kondi- toreigeschäft gewidmet, sich nebenbei für die Politik interessiert und das Heimatbundmanifest unterzeichnet. An der „Wahrheit" habe er mitgearbcitet und mit Baumann zusammen am 16. Juni 1927 einen Protest gegen die Verhaftung Zorns v. Bulach an den Völkerbund gerichtet. In einem Brief aus dem Gefängnis an Poincar« Hobe er gegen feine will- kürliche Inhasthaltung protestiert. Er sei Pazifist und erstrebe die Autonomie des Elsaß nur auf ge- setzmäßigem Weac
Sodann spricht B au mann, früher Chefredakteur der .Wahrheit". Degen ihn wie gegen Köhler, den- letzten der noch zu verhörenden Angeklagten, schwebt in Straßburg noch eine Boruntersuchung wegen angeblicher Spionage. Baumann spricht von seiner Tätigkeit bei der „Wahrheit". Sowohl er wie Zorn v. Bulach hätten von Ley Briese erhalten, die die Leitung der Zeitung kritisierten, sic hätten jedoch nicht darauf geantwortet. Der Vorsitzende befragt Baumann über einen Fragebogen von der .Wahrheit", der an die auswärtigen Mitglieder des Stoßtrupps Zorn v. Bulachs und des von ihm gegründeten Oppolitionsblockes Der- fandt worden feu Baumann erwiderte, dafür sei
Vom VaMMisten zum Konzernbeherrscher.
Zum 70. Geburtstage Geheimrats Felix Deutsch.
Feliff Deutsch, der Vorsitzende des Direktoriums der A.E.D. und Mitbegründer d.eses gewaltigen Llnternehmcns, feiert am 16. Mai feinen 70. Geburtstag.
In ungefähr 34 großen Gesellschaften gehört Felix Deutsch. Geheimer Kommerzienrat, Mitglied deS Borläufigrn Reichswirtschaftsrates, dem Aufsichtsrat an; in 16 anderen mächtigen Unternehmungen ist er sogar Borsihender und in neun weiteren Gesellschaften stellvertretender Dorsitzender deS Aufsichtsrats — und „daneben" ist dieser Monn, der um seiner Verdienste willen zum Dr. ing. h. c. und zum Dr. rer. pol. h. c. ernannt worden ist, der Borsitzende des Direktoriums der Allgemeinen Slektrizitätsgesellschaft sowie der Direktor von zwei anderen, zum Konzern der A. E. G. gehörenden Unternehmen. Diese Zusammenstellung beweist zur Genüge, Weichen Einftuß der auS ziemlich einfachen Verhältnissen stammende Felix Deutsch auf di« gesamt« deutsche Wirtschaft auSübt. Als engster Mitarbeiter Emil Rathenaus ist er zu seiner jetzt so bedeutenden Stellung emporgestiegen, hat das von ihm verwaltete älnternehmen dann mit dessen Sohn, dem späteren Minister Walther Rathenau zusammen weiter entwickelt und ist heute nach dem Tod dieser beiden hervorragenden Männer, di« repräsentativste Erscheinung in dem weltumspannenden Konzern, dessen Organisation in entscheidender Weise fein eigenes Werk ist.
Als Emil Rathsnau im Iahre 1883 den Plan faßte, eine deutsche Gesellschaft für die Herstellung von Glühlampen zu gründen, standen die deutschen Großbanken diesem Unternehmen und besond:rs auch dem phantasievollen, nach Ansicht der Tlinanzleute wenig ernsthaften Träger des Projekte- sehr skeptisch gegenüber; nach hartnäckigen Demühung:n brachte Rathenau schließlich doch ein Banken!onsortium zusammen, dem freilich nur Geldmächt« zweiter oder dritter Ordnung, also mehr spekulativ veranlagte Finanz- leute, anaehorten — aber das war Emil Ra» thenau gleichgültig, da er von diesem Konsortium zunächst 250 000 Mk. zur Gründung einer Studie ngefellschaft, und bann 5 Millionen Wk. zum Beginn eines Fabrikationsunternehmens erhielt. Allerdings mußte er, der den Posten eines ersten Direktors einnahm, als Vertreter der Großaktionäre den Prokuristen einer beteiligten Bank als zweiten, kaufmännischen Direktor mit in Kauf nehmen: das war Felix Deutsch. Bald stellte es sich heraus, daß der „Aufpasser" ein hervorragender Mitarbeiter, glänzender Organisator und besonders befähigter Kaufmann war. der es nicht als seine Aufgabe betrachtete, einseitig die Interessen der Großaktionär« zu vertreten, son
dern in erster Linie dem älnternehmen selbst bienen wollte. mochte dabei auch gelegentlich die Dividende für die Ationär« etwas knapper ausfallen. (8mil Rathenau. der typische Industrielle, kümmerte fich vorwregend um den technischen Ausbau deS Unternehmens. suchte technische Verbesserungen der Erzeugnisse zu erzielen, neue Erfindungen auszunutzen und die Waren so herzustellen. daß sie dem Ge'chmack deS Käufer- entsprechen mußten. Aber daS genügt« nicht in einer Zeit, in der Gasbeleuchtung ein Luxus und di« flackernde Petroleumlampe das übliche Deleuchtungsmiktel war, allo zunächst eine gorhe Propaganda für die Einführung des elektrischen Lichtes, für die Elektrifizierung des Haushalts und der Industrie getrieben werden muhte. Da war Felix Deutsch der kaufmännisch« Direktor, der rechte Mann. Rathsnau überließ ihm bald den Aufbau unb die gesamte Verwaltung des DerkaufSapda- rateä. und Fell? Deutsch reiste zwischen den wichtigsten Plätzen Europas beinahe ununterbrochen hin und her. führte heute Verhandlungen in Madrid, morgen in Paris und zehn Tage darauf in Petersburg oder Moskau, entwickelte «in« schier unermüdliche Arbeitskraft gründete Verkaufszentralen seines Unternehmens in 300 Städten — und konnte mit dem Erfolg zufrieden sein.
Erst nach Emil Rathenaus im Iahre 1915 erfolgten Tode wurde Fell? Deutsch, der nun auch in der Oeffenllichkeit mehr hervortrat. dem breiten Publikum als Mitgründer und Organisator der A. E. G. näher bekannt. Bald sah er sich vor die schwere Aufgabe gestellt, die durch den Krieg sehr geschädigten Auslandsbeziehungen des Unternehmens wieder anzuknüvfen und der Gesellschaft ihre alte Weltoedeutung zurück- juetobem. Das ist ihm im großen Maßstäbe geglückt. Bedeutsam war auch di« Rolle, die et in der Konzentrationsbewegung der deutschen Elektroindustrie spielt«. Er war kein Anhänger der planlosen Ausdehnung des Unternehmend, lehnte «ine Fusion mit dem Siemens- Kordern ab, gliederte aber doch ein modernes Stahl- und Walzwerk in Henningsdorf an und zog die größt« deutsche Waggonfabrik in den Interessenkreis seiner Gesellschaft. In enger Zusammenarbeit mit Carl Fürstenberg, dem Dirr-ktor der Berliner Handelsgesellschaft — Felix Deutsch ist Vorsitzender im Aufsichtsrat dieser Bank — war er maßgebend beteiligt am Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft, und di« außergewöhnlich erfolgreiche Laufbahn, auf die er nun an seinem 70. Geburtstag zurückblicken kann, ist nicht nur von privatwirtschafllichen Gesichtspunkten aus gesehen bemerkenswert, fi« hat auch der deutschen Volkswirtschaft zahlreiche Vorteile gebracht.
nicht er, sondern der in Freiheit befindliche Baron Zorn v. Bulach als Geschäftsführer der .Wahrheit" verantwortlich. Der ganze Stoßtrupp sei nur eine Illusion im Kopfe Zorn v. Bulachs gewesen. Dann wird ein bei Pinck beschlagnahmter Bries verlesen, der sehr abfällig von ElauS Zorn v. Bulach spricht. Auch findet sich darin der Sah: .Die Erbitterung gegen die Franzosen ist so groß, daß das Volk einer neuen .sizilianischen Vesper" zu- jauchzen würde." Hier erhebt sich Schall und betont, daß Pinck alle möglichen Pläne im Kopfe gehabt habe, ohne jemals einen richtig zur Ausführung zu bringen. Rechtsanwalt Iae- aele bezeichnet die Aufzeichnungen als geistiges Amüsement des Herrn Pinck, und Rechtsanwalt Palmteri erllärt, Pinck sei gegenwärtig in einem Irrenhaus in Deutschland interniert Dann werden von Rechtsanwalt Peter, weitere Briefe verlesen, darunter e i n Schreiben des Barons Zorn v. Bulach, der seine Angestellten Baumann und Kühler deckt und erllärt, sie hätten nur feine Weisungen befolgt. Schall deckt und erklärt noch, daß Ley sich kurz nach Schaffung der .Wahrheit" an verschiedene elsässische Druckereien mit der Bitte gewandt habe, sie möchten ihm einen Kostenvoranfchlag für die Herausgabe eines eigenen, ihm, Leh, gehörigen Blattes machen. Das sei auch ein Beweis dafür, daß Ley nicht Besitzer der „W ah r heit" gewesen fei
Aus aller Welt.
Der wert der üricgsgefangenenarbciL
Während die Entschädigungen der Auslonddeut- schen durch das Kriegsschädenschlußgesetz kürzlich ihre endgültige Regelung gefunden haben, harren gewisse Ansprüche der ehemaligen Kriegsgefangenen noch immer ihrer Erledigung. Es handelt sich um die Auszahlung der einbehaltenenArbeitslohnüberschüste und Sanitätslöhnung sowie um eine Entschädigung für die im Wiederaufbaugebiet geleistete Arbeit Letztere Frage oerbient um des- willen besonderes Interesie, weil für den auf mehr als eine Milliarde Goldmark berechneten Wett der Kriegsgesangenenarbeit beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete eine Gutschrift auf das Reparationskonto Deutschlands oerlaggt wird. Die Reichsoereinigung ehemaliger Kriegsgefangener hat daher soeben in einer Denkschrift der Regierung und den politischen Parteien chre diesbezüglichen Forderungen unterbreitet
Lin große» Kultivierungswerk In Süöipauieu.
Die Nutzbarmachung des Mündungsgebietes des Guadalquivirs, daS aus einem versunrpften llserland und einer Anzahl ebenfalls brachliegender Inseln besteht, wird zur Zeit mit großem Eifer betrieben. Bisher diente das Userland an dem mächtigen Strom, der b i s Sevilla für groß« Seeschiffe schiffbar ist und bei San ßuear in den Atlantischen Ozean mündet, höchstens als Weideplatz. Zur Entwäsftrung und Kultivierung des un» aefähr 60 000 Hektar großen Gebietes ist vor kurzem in Sevilla die Gesellschaft der Inseln des Guadalquivir- gegründet worden, deren Aktien an der Londoner Börse vor kurzem einen außerordentlichen Kursgewinn erhielten. An dem Unternehmen sind erste spanische Kreise, Engländer und. wie man sagt ein Drüder des früheren sächsischen Königs stark interclliert. D:e Gesellschaft hat feit ihrem Bestehen 60 Kilometer neue Straßen und eine 70 Kilometer lange Schmalspurbahn angelegt und beabsichtigt, jedes Iahr 15000 Hek
tar Land der Bebauung von insbesonders Baumwolle zuzuführen. Da Spanien für seine Textilindustrie jährlich etwa für 300 Millionen Baumwolle einführt, hat das in Ausführung begriffene
reff grobe wirtschaftliche Bedeutung für E 'onien.
Mißgeschick der HNfsexpedttlon für die „Bremen".
Die zur Hilfeleistung für die „Bremen" ausgestie- genen Flugzeuge werden vom Mißgeschick verfolgt. Eine» der Flugzeuge sitzt im Flußschlamm des Shubenacadierrioer in der Röhe von Maitland, 60 Meilen von Pictou entfernt, fest, das zweüc muhte wegen Benzinmangels bei Middle- ton, 30 Meilen vor Pittou, n o t‘l a n b e n.
Lin neuer Femeprozeh In Stettin.
Dor dem Stettiner Schwurgericht begann die Verhandlung gegen die im Wilms Prozeß zum Tode verurteilten und vor kurzem zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Oberleutnant a. D. Schulz und Feldwebel a. D. Klapproth sowie gegen den Kaufmann Hayn aus Lieqnitz wegen Mordversuchs bzw. Anstiftung und Beihilfe an dem früheren Feld- webel G a e d i ck e.
Zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.
Das preußisch« Staatsministerium hat die am 6. Mai v. I. zum Tode verutteilten Ausbrecher Schlosser Franz Schürmann und Metzger Anton Hoppe nunmehr zu lebens- längllchem Zuchthaus begnadigt. Die Derutteil- ten hatten den Oberwachtmeister Min - t r o p , einen Aufseher des Bochumer Zentralgefängnisses, mit einer Eisenftange niedergeschlagen, woraus sie flüchteten und erst nach Monaten wieder gefaßt werden tonnten.
Zum Fall Jakubowski.
3m Fall Iakubvwski ist eine neue Wendung eingetreten. Die drei Der haf teten August RogenS, Blöcker und Kreuzssld sind wieder aus der Untersuchungshaft im Amtsgericht Schönberg entlassen worden, lieber die Gründ« der Haftentlassung wird nichts bekanntgegeben. Rach Abschluß der Ermittlungen hat die medlenburg- strelitzsche Landesregierung beschlossen, vor einer weiteren Entscheidung das Gutachten eines oder mehrerer namhaften Iuttsten anzuhören. Der Reichsjustizminister ist gebeten worden, solche zu benennen.
Zwei Automobile von der Eisenbahn überfahren.
In Erie (Pennsylvanien) wurden zwei Automobile, die allem Anschein nach eine Wettfahrt abhielten, bei der Ueberquerung eines Schienenstranges von einem Eisenbahnzug bei- feite geschleudert. Don den Insasten der beiden Wagen wurden acht tödlich und fünf schwer verletzt.
Explosion in einer Lütticher Zündhütcheufabrik.
In einer Zündhütchenfabrik stürzte infolge einer Explosion eine Decke ein und begrub unter sich eine Reibe von Arbeiterinnen. Eine Arbeiterin wurde getötet, drei wurden schwer verletzt, einige andere erlitten leichtere Verletzungen.
Explosion auf einer stillgeleglen Zeche.
Am Mon'agnachmittag erfolgte auf dem ftäbti- schen Lagerplatz in Dortmund, auf dem sich der Schacht oc- stillgelegten Zeche „Cutas" befindet, eine heftige Explosion, die die einen halben Meter starke Betondecke, durch die der Luftschacht zur Zeche abgeschlossen war, sowie den Kanaldeckel des Querschlags in die Luft schleuderte. Rach Bekundungen von in der Rahe befindlichen Personen waren drei junge Leute in den Schacht gekrochen Kurze Zeit darauf gelang ee einem der drei ijfutc, einem Bergmann, aus dem Eingang herauszukommen. Er hatte schwere Brandwunden am Kopf baDongetragen. Rach seinen An
gaben soll einer der beiden Kameraden eins Pfeife geraucht Haden, wodurch vermutlich die Explosion hervorgerufen wurde. Durch die her- beioerufene Rettungsmannschaft der Zeche „Kaiser- stuhi" wurden die beiden Vermißten nach mehrstündiger Bergungsarbeit im Querschlag t o t auf- gesunden und herausgeholt. Der Tod ist durch Verbrennung und Erstickung eingetreten.
Einbruch in ein Berliner Konfektionshaus.
Einer der größten Konsektionsernbrüche, di« die Berliner Kriminalaeschichle kennt, ist in der Nacht von Sonntag zu Montag in dem großen Geschäfts- Hause Jerusalemer Straße 29 in die im ersten Stock gegelenen Räume der Finna o. d. O st e n & So. verübt worden. Diese Raume sind im Treppenhaus durch eine Tür gesichert, roie man sie sonst ähnlich nuranGeldschränken findet. Trotzdem gelang es den Einbrechern, die ungestört arbeiten konnten, sich Einlaß zu verschaffen. Rach Art der Geldschrankknacker knabberten sie Tür und Schlösser auf, so daß sie Riegel und Zuhaltungen lösen konnten. Einen großen Eisenschrank, der selbst den wenig, sten Angestellten bekannt war und in dem nur bie to ft bar ft en französische n-c j*i b e n aufbe- wahrt wurden, erbrochen die Diebe gleichfalls und räumten ihn aus. Der Wert der Beute beträgt etwa 50 000 Mark. Die Einbrecher, die die ganze Rocht hindurch arbeiteten, haben das Haus erst am Mon- tagmorgen gegen 7 Uhr wieder verlassen. '
Vie Beslechungsaffäre bei der Reichsbahn.
Das Grmit lungsver'ahren b?r Staat "anwalt- schaft gegen verschiedene Beamte drr Deut'chen Rcichsbahngeselllchaft ist nunmehr soweit abgeschlossen. daß gegen den Reichsbahn- oberrat Schultze Anllage wegen einfacher passiver Bestechung erhoben worden ist. Schultze wird beschuldigt, daß er von dem Berliner Vertreter der Firma R e l s e r t in Köln mehrfach Geldbeträge als Geschenk erhalten hat, nachdem er alS K^nstruk- ttonsdezernent des Reichsbahn'entralamts die Firma Reifert zu Lieferungen und Arbeiten heranaezogen hatte. Soweit fich bisher übersehen läßt, hat die Deutsch« RcichS- bahnge'ellschaft keinen VermögenSscho- den erlitten. Das Ermittlungsverfahren gegen den Reichsbahndirektor Wilhelm Reumann, Abteilungsleiter beim Reichsbahn? en trol- amt, tst abgetrennt worden. Gegen mehrere weiter? Beamte ist das Verfahren eingestellt, so auch gegen RoichSbahnrat Müller-Göttingen, weil sich hera.isgeste'lt hat, daß die dem Lizenzvertrag zugrunde liegende Gr; indung sein eigene- geistiges Eigen- tum war und die Leistungen der Firmen an ihn auf den vertraglichen Verpflichtungen beruhten.
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In Landsberg a. d. W. stürzte bei der Eröffnungsvorstellung eines ZirtuS ein japanischer Artist, der ein schcägg ftpanntes Seil hinausgehen wollte in die Tiefe, weil er plötzlich von Wagenkrämpfen befallen wurde und verletzte sich beim Sturz schwer. In einer weiteren Vorstellung desselben ZirkuS stürzte «in anderer Artist, der sich auS einer Kanone in ein entfernt ms Retz schießen lieb, neben da» Retz und rlitt gleichfalls Verletzungen. Beide Verunglückten befinden sich im Krankenhaus.
Bahnhofsräuber und Brandstifter.
Mehrer« Einbrecher drangen in bie Kasse de» Düterbahnhoss E a st r o p ein. Sie stürzten den Geldschrank um und versuchten, ihn zu sprenaerr. Daraus legten sie Feuer an. Der große Güterschuppen des Vahnhots Sastrop ist vollkommen ausgebrannt. Tiiber hat man noch keinerlei Spuren der Täter entdecken können.
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Das nord westeuropäische Hochdruckgebiet hat an Ausdehnung nach Mitteleuropa nicht zugenommen. 2:c,truefftörungm im Torben und Süden txr);..i>?m das weitere Vordringen. Ozeanische Luitmassen, die weiter nach Mitteleuropa vordringen, führen ünar:r noch zu wolligem Wetter und öie unterbundene Connerv Itrahlu: g läßt keine stärkere Erwärmung auf- tommen. Mit Niederschlägen muß gelcgenllich noch g- t ebnet werden.
Vorhersage für Mittwoch: Wolkig. Temperaturen noch wenig verändert, vereinzelte Riederschläge.
Vorhersage für Donnerstag: Weiterhin wolkiges Wetter, mäßig warm, noch strichweise geringe Riederschläae.
Lufttemperaturen am 14. Mai. mittags 13,6 Grad Celsius, adend-, 9 Grad Celsius; am 15 Mai: morgen« 8,8 Grad Celsius. Maximum 14,5 Grad Celsius, Tlt-nmum 0,2 Grad Celsius — Erdtcmperotnr,', In 10 Zentimeter liefe am 14 Mai: abends 15,7 Grad (Etifhis; am 15. Mai: morgens 11,3 Grad Celsius.
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