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auf den Staat und die Staatsform, die er ver­teidigen soll.

Von den Sozialdemokraten sind Anträge einge­bracht worden, nach denen bei den fortdauernden Aufgaben rund 37 Millionen, bei den einmaligen Ausgaben 6,6 Millionen im Kapitel ,Landheer" gestrichen werden sollen. Außerdem werden die So­zialdemokraten bei der Marine Streichung der Mittel für den Panzerkreuzer in Höhe von 9 Millionen beantragen. In einer sozialdemokratischen Ent­schließung wird die Regierung ersucht, für 1929 die Ausgaben so zu beschränken, daß der Zuschußbedarf 500 Millionen nicyt überschreitet. Weiterbcratung Donnerstag.

Oie Ehescheidungsreform.

Beratungen des Nechtsausschusses.

Berlin, 14. März. Der Rechtsausschuß des Reichstages setzte seine Beratungen über die Ehe­scheidungsreform fort. Gegenüber einem Artikel, in welchem der Deutschen BolksparteiEhebolsche- w i s m u s" vorgeworfen worden war, erklärte Abg. Dr. D. Kahl, daß er im Ausschuß nur für seine Person gesprochen und gestimmt habe. Dieser Erklärung schlossen sich die Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) und H a m p e (W. Bgg.) an, gegen deren Fraktionen derselbe Vorwurf erhoben worden war. Nach längerer Aussprache über den neuen Pa­ragraphen 1568a wurde dessen dritter Absatz abge- l e h n t, der jedem Gatten ein Recht auf Klage geben wollte, wenn die Ehegatten in beiderseitigem Einver­ständnis mindestens fünf Jahre vollkommen getrennt gelebt haben. Angenommen wurde dagegen der '21 bf. 4, der das Scheidungsurteil von einer E i n i« !ung der Ehegatten über ihre gegenseitige Unter­haltspflicht und über die Sorge für die Per- on der Kinder abhängig macht. Kommt die Ver­einbarung nicht zustande, so wird sie durch das Urteil ersetzt. Abgekehnt wurde ein deutschnationaler An­trag, der das Klagerecht von der Erreichung einer bestimmte» Altersgrenze abhängig machen wollte. Nach weiterer Aussprache beschloß der Aus­schuß, den Paragraphen 1569 des BGB. folgender­maßen zu ändern:Ein Ehegatte kann auf Schei­dung klagen, wenn durch eine Geisteskrank­heit des anderen Ehegatten eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses eingetreten ist, daß den Ehegatten die Fortsetzung der Ehe nicht zuaemutet werden kann." Hierauf vertagte sich der Ausschuß.

Das zollfreie Oefrierfleischkoniinqeni.

Berlin, 14. März. (V. D. Z.) Der handelspoli- tische Ausschuß des Reichstags befaßte sich mit der Beratung über die beiden Gesetzentwürfe betreffend Ausdehnung der Einfuhrscheine auf die Ausfuhr von Schweinen und Schweinefleisch und die Herab- setzung des zollfreien Gefrierfleischkontingents von 120 000 auf 50 000 Tonnen. Von feiten der Regie­rungsparteien wird darauf hingewiesen, daß die Boraussetzungen, die bei der Schaffung des zoll­freien Gefriekfleifchkontingentes im Jahre 1925 Vor­lagen, heute nicht mehr vorhanden seien. Reichsminister Schiele erklärte: Die Ein­wirkung dos zollfreien Gefrierfleifchkontin-gents auf die heimischen Vieh- und Fleifchmärkt« gehe u. a. aus folgenden Zahlen hervor: Der Auftrieb auf den 37 Hauptschlachtviehmärkten Deutschlands hab« im letzten Jahre 1,3 Millionen Stück Rindvieh betragen. Die Einfuhr von zollfreiem Gefrierfleisch in Schlacht­vieh umgerechnet, komme allein einer Einfuhr von 440 bis 480 Rindern gleich. Nehme man die Einfuhr von lebendem Schlachtvieh und frischem Fleisch hin- zu, so erb«be sich insgesamt ein« Einfuhr von rund einer Million Rindern. Die heimische Pro­duktion müsse unter allen Umständen hinrei­chend geschützt werden. Alle Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten und Kommunisten waren sich im wesentlichen darüber einig, daß das Einfuhrkontingent von zollfreiem Gefrierfleisch mit der Zeit ganz verschwinden und durch einen entsprechenden Zoll ersetzt werden müßte. Uebcr die Höhe dieses Zolles werde man sich in späteren Verhandlungen einigen müssen.

Die Verlängerung der Krisenunierstühung.

Berlin. 15. März. (VDZ.) Im sozialpoli- tischen Ausschuß des Reichstags erklärte am Mittwoch Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, die Krisenunterstützung könne auch nach dem 31. März angesichts der Lage des Arbeitsmarktes nicht entbehrt werden. Er möchte sich deshalb für eine Verlängerungbis aus weiteres" entscheiden. Dos bedeute nicht, daß etwa die Krisenunterstühung noch vor dem Zusammentritt des neuen Reichstages aufgehoben werden solle. An der Höchstdauer der Krisen- unterstützung von 26 Wochen will der Minister um so mehr festhalten, da nach ihrem Ablauf die Wohlfahrtspflege eingreise. Ob für einzelne Härtefälle, etwa in der Gruppe der älteren Angestellten, die Arbeitsämter zu einer Verlängerung ermächtigt werden sollen, wäre noch zu prüfen. Zum Schluß sprach der Minister noch die Erwartung aus, daß wir in naher Zci mit einer starken Belebung des Ar­beitsmarktes rechnen dürfen, wie sie der Jahreszeit entspricht. Der Ausschuß beriet am Mittwoch die zum Rotprogramm gehörige Vor­lage über die Erhöhung der Leistungen in der Invaliden- und Angeslelltenverjicherung. Bei allen Parteien herrschte Einverständnis darüber, daß auch eine Erhöhung des Kinder­geldes herbeigeführt werden solle. Da über das Ausmaß der Erhöhung des Kindergeldes noch Meinungsverschiedenheiten bestanden, wurde die Weiterberatung auf Donnerstag vertagt.

Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 14. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags begann seine heutigen Beratungen des Staatsaoranschlags bei Kapitel 67 (Landesuniversität). Ein kom nunisti- scher Antrag auf Streichung des Ka Els wurde «instimmig abgelehnt. Ein Antrag Reiber zu diesem Kapitel ersucht die Regierung, unver­züglich:

1. die Beiträge der hessischen StudeE r für dieDeutsche Studentenschaft" aus den Haushaltsplänen der hessischen Studentenschaften zu streichen:

2. eine Verfügung au erlassen des Inhalts, daß unter Aufrechterhaltung der studentischen Selbstverwaltung,

a) die hessischen Studencenschasten allen ein­geschriebenen reichs-- und auslanddeutschen Stu­denten die Mitgliedschaft gewähren müssen. Als auslanddeutsche Studenten

Das Schicksal der deutschen Ingenieure.

Bor einer Protestaktion der Reichöregierung in Moskau.

Eigene Drahtmeldung desGießener Sinzigers".

Berlin, 15. März. Leider ist es bis jetzt noch nicht möglich gewesen, etwas Räheres über die Zusammenhänge der Verhaftung der deutschen Ingenieure in Rußland zu erfahren, da sich die Sowjetregierung auf den Standpunkt stellt, daß erst das Antersuchungsergebnis abgewartet werden müsse, ehe sie nähere Mitteilungen machen könne. Das bedeutet natür­lich, daß nach den russischen Methoden das Schicksal der deutschen Ingenieure noch wochen­lang ungeklärt bleiben wird. Dies ist um so bedauerlicher, als doch von vornherein ange­nommen werden kann, daß es sich hier um einen russischen Gewaltstreich handelt, der wohl kaum in diesem Umfange begründet werden kann. Deutscherseits ist die ganze Angelegenheit selbst­verständlich sofort nach der Rückkehr Dr. Strese- manns einer eingebenden Besprechung unter­zogen worden, wöbet vor allem erörtert worden ist, in welcher Form der Protest Rußland übermittelt werden soll. Es steht in Kürze zu erwarten, daß diese diplomatische Allion unter­nommen werden wird, und man kann wohl schon jetzt annehmen, daß sie in e n e rg i sch st e n Formen gehalten sein wird. Die Berichte des Generalkonsulats aus Charkow sind zunächst an die deutsche Botschaft in Moskau übermittelt worden und werden dort noch einmal in Be­sprechungen mit dem russischen Außenkommis­sariat einer eingehenden Ueberprüfung unter­zogen. Graf Brockdorff-Ranhau steht schließlich in ununterbrochener Verbindung mit dem Aus­wärtigen Amt. In bezug auf die augenblicklichen Wirtschaftsverhandlungen mit Ruß­

land wirkt sich diese Angelegenheit selbstver­ständlich in feiner Wcise fördernd aus. Dies ist um so bedauerlicher, als es gerade in der letzten Zeit gelungen war. eine Reihe von Fragen zu klären. Sollte das Ergebnis nunmehr doch negativ oder wenigstens außerordentlich ver­zögert werden, so haben sich die Russen die Schuld selber zuzuschreiben.

Reue Verhaftungen.

fi o ro n o, 14. März. (TU.) Die aus Moskau ge­meldet wird, hat gestern unter dem Vorsitz R y - f o ro 9 eine Sitzung desRatesder Volkskom­missare stattgefunden, in der Tschitscherin über seine Verhandlungen mit dem deutschen Bot­schafter berichlete. Der Rat nahm den Bericht zur Kenntnis und billigte das Verhalten des Außen- kommiffariats gegenüber dem deutschen Vertreter. Die Sowjetregierung hat den 3nnenfommiffar der Ukraine nach Moskau berufen zur Berichterstattung über die Verhaftungen. Die Presse seht ihre Kam­pagne gegen die deutschen Ingenieure, die heute b e - reits acht Tage in hast sind, fort.

Rach einer weiteren Meldung aus Moskau find auf Anordnung Bubnows im Donezbecken neue Verhaftungen vorgenommen worden. Unter den verhafteten befindet sich der Leiter des chemischen Trusts im Done,b?d*cn. Die Ver­haftung wird damit begründet, daß ' ic 2:uftoerroal- tung die Decke wissentlich falsch geleitet habe.

Zusammentritt

-es vorbereitenden Abrüstungsausschusses.

Genf, 14. März. (WB.) Der Ausschuß zur Dorber itung der Abrüstungs.onfe- r e n z, dessen Bi bang aui eine Entschließung der Döllerbu-.dsversamu.lung vo.n Jahre 1925zurück- geht und der am 18. April 1926 seine erste Tagung begann, tritt Donners.agvormittaz unter dem Vorsiij des holländischer Gesandten in Pa­ris, Loudon, zu feiner fügten Tagung zu­sammen. Auf der Tagesordnung stehen drei Punkt«:

1. Stand der Arbeiten des Sicherheits- komitees,

2. Prüfung des russischen Ablommen- e n t w u r f e s für allgemeine und vollkommene Abrüstung, und

3. Stand der Arbeiten des vorbereiten­den Ausschusses selbst.

Bei Behandlung des ersten Punktes werden Erklärungen von den Delegationen der Ver­einigten Staaten,- Sowjetrußlands und vielleicht auch der Türkei erwartet, denen man mit Inter­esse entgegensieht, da die Vereinigten Staaten an den Arbeiten des Sicherheits­komitees überhaupt nicht teilnehmen und Sow­ie t r u ß l a n d nur durch einen Beobachter ver­treten ist, während die Türkei ri.lleicht be­reits bei diesem Punkte zum ersten Male ihre Stimme im Rahmen der Abrüstungsarbeiten des Völkerbundes vernehmen lassen wird. Welchen Umfang die Aussprache über die russischen Abrüstungsvorschläge annehmen wird, liegt noch vollkommen im Unklaren. Es darf aber in biefem Zusammenhang daran erinnert werden, daß sie trotz ihrer radikalen Forderungen seiner­zeit in der Presse nicht ausschließlich propa-

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gandistisch bewertet wurden. In Völkerbunds­kreisen hört man denn auch, daß diese Vorschläge die spätere Praktische Mitarbeit Sow­jetrutzlands bei der Verwirkli.,ung der Abrüstung nicht von vornherein aus- s ch l i e tz e n.

Was schließlich den drillen Punkt bei? Tages­ordnung, ben Stand der Arbeiten des vorbereiten­den Ausschusses selbst, betrifft, so sollte nach deulscher Auffassung die bevorstehende Tagung ausführliche Verhandlungen und damit gleich­zeitig bie zweite Lesung der bisherigen Ergehn sse des VorbereitungZauLschus.es und, wenn möglich, den Ausgleich der darin noch enthaltenen erheblichen Gegensätze bringen. Diese betreffen vor allem die von Deutschland und einigen an­deren Delegationen verlangte Einbeziehung der ausgebildeten Reserven und des lagernden Materials, und ferner die Grundsätze für die Abrüstung $ u Wasser und in der Luft, in welcher Hinsicht haupt­sächlich England, Frankreich und Italien scharf abweichende Auffassungen vertreten. Ist, wie zu befürchten steht, in diesen Punkten noch keine Annäherung möglich, so wird sich der vorberei­tende Ausschuß, dessen Mandat nicht die end­gültige Aufstellung eines Abkommenentwurfes selbst vorsieht, sich vielleicht die Frage vor­legen müssen, ob feine technischen Vorarbeiten im Sinne des ursprünglichen Mandates nicht als abgeschlossen gelten können und die Bei­legung der noch bestehenden Gegensätze einer ersten, nach den Beschlüssen von drei Bölker- bundsversammlungen mög ichst bald einzuberusen- ben Abrüstungskonferenz überlassen werden soll.

sind alle außerhalb des Reichsgebiets beheima­teten Studenten anzusehen, bereit Zugehörig­keit zur deutschen Kulturgemein-, schäft durch Sprache, Bildung u ib Bekenntnis zu dieser Gemeinschaft erweisbar ist. Oefter- reichische Staatsbürger gelten als Auslanddeut­sche, wenn sie sich nicht zu einem frenben Volts- tum bekennen. Die Entscheidung darüber, ob «in Student als Aus a ddentscher atzusehen ist, trifft der Vorstand der Studentenschaft. Gegen diese Entscheidung ist der Einspruch bei dem Rektor zulässig.

b) Die hessischen Studentenschaften sich nur mit solchen Organisationen an anderen deutschen Hochschulen vereinigen bür.en. die alle reichs- und aus a ddeutsche' Stu enten um'assen und deren Satzungen nicht im Widerspruch mit der zu erlassende t hessischen Versügung über die Bildung von Studentenschaften stehen.

3. Rach Erlaß der Verfügung festzustellen, daß die bestehendeDeutsche Studenten­schaft" den Anforderungen dieser Verfügung nicht entspricht.

Der Antrag wurde gegen 3 Stimmen an­genommen. Sin Antrag Birnbaum, zwei Versuchstechniker beim Landwirtschaft­lich e n I n st i t u t zu belassen, da die technischen Kräfte schon sehr vermindert seien, wurde ab­ge l e h n t. Ein weiterer Antrag Birnbaum. Die Stelle eines Assistenten zur Verbindung zwi­schen der Veterinärmedizinischen Fakultät und der Medizinischen Fakultät einzustellen, wurde ebenfalls abgelehnt. Gin Antrag B i r n - baum-Dingeldey, die bisherige Stelle eines Abtellungsvorsteherö für experimentelle Psychologie und Pädagogik in ein Extraordina- riat umzuwandeln, wurde gegen 1 Stimme ab­ge l e h n t. Ein Antrag Birnbaum - Singel* bet), eine unbebi. g er orderliche wftte Assisienten- stelle am Botaniken Institut einHustellen, wurde gleichfalls a b g e l e h n t. Ein Antrag B i r n - baum-Dingeldey. dem Aniversitäts-Reit- lehrer eine Vergütung von 1500 Mk. zu ge­währen, wurde abgelehnt. Ein Antrag Storck, der sich auf einen Dispositionsfonds bezog, wurden auch abgelehnt und bann das Ka­pitel gegen 1 Stimme genehmigt.

Zu Kap. 68 (Technische Hochschule) lag ein Antrag Hamann und Gen. vor, daß die Vor­bildung der Lehrer an den Volksschulen in gleicher Weise zu regeln sei wie bie an den höheren Schulen und bah. an Stelle des vier- semestrige n Studiums, das Vollstudium zu ver­langen fei. Der Antrag wurde gegen drei Stim­men der Regierung als Material überwiesen. Ein anderer Antrag der Kommunisten, die Lehrerbildung an den hessischen Hochschulen hat

streng im Sinne ter Weltlichkeit des Schul­wesens zu ersolgen, wurde abgelehnt. Das Ka* pitel wurde angenommen. Fe.ner wurden ge­nehmigt Kap. 69 (Landesbibliothek), 70 (Land es museu m), 71 (Förderung Der La ndesgesch ichte) und 74 (Denk­malpflege). Eme Eingabe ter Stadt Heppen­heim um Bewilligung eines Zuschusses für die Erhaltung des Rathauses, wurde abgelehnt. Zu Kap. 62 (H ö h e r e B Ü r g e. r s ch u l e n und - h e r e M ä d ch e n s ch u 1 e n) lag noch e n Antrag Heinstadt vor, den Zuschuß für private Lehr­anstalten auf 10 Mk. (statt 5 Mk.) für jeder, Schüler zu bemessen. Der Antrag wu.de an­genommen.

Die zum Ministerium des Innern gehörenden Ka­pitel des Staatsvoranschlags waren hiermit erledigt, es wurde sodann in die Beratung des M i n i st e - riums für Arbeit u d Wirtschaft einge­treten. Ein Antrag Dr. Leuchtgens-Glaser zu Kap. 75 (Ministerium für Arbeit und Wirtschaft), das Mini­sterium als selbständige Zentrale aufzuheben, wurde abgelehnt, E.n Antrag Gußmann-Fer.chel, bei Saatgutbeihilfen von Winerungsgefcbadigten ist keine untersch etliche Behandlung nach Größen- llassen vorzunehmen. Die Unterstützungen sind mög­lichst nicht als Dari ^en, sondern a I s Zuschuß zu geben, und der Zuschuß ist möglichst nicht in bar, sondern als verbilligtes Saatgut zu gewähren. Dieser Antrag wurde durch die Maßnahme der Regierung für erledigt erklärt. Gegen eine Stimme wurde eine Regierungsvorlage, hie Stelle eines ständigen Hilfs­arbeiters im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft etatsmäßig einzustellen, angenommen. Das Kapitel wurde genehmigt.

Ein italienischer Jaszist in Pens ermordet.

Paris, 14. März. (TU.) Paris war heute vor­mittag erneut der Schauplatz eines politischen Atten­tats. Ein italienischer Faszist namens Savoleri ist von einem Unbekannten durch zwei Revolver- schüss« m den Kopf getötet worden. Saooleri * 1 2 3 war erst vor kurzem aus Italien zum Besuch seines i Landsmannes Serrachioli nach Paris gekom­men. Der Attentäter !>at sich vor der Tat telepho- nisch von der Anwesenheit Saooleris in der Woh- i nung seines Freundes überzeugt. Nach der Darstel­lung Serrachiolis ist Saooleri in der Ein - i gangstür zur Wohnung erschossen worden. Er und sein ermordeter Freund hatten in der letzten Zeil zahlreiche Drohbriefe von Anti- fafzisten erhalten. Bon dem Attentäter fehll jede Spur. Er hat bas Haus völlig unbemerkt ver­lassen können.

Aus aller Wett.

Begeisterter Empfang derEmden".

Schon lange vvr der Ankunft des Kreuzer- Emden" hatten sich gestern nachmittag a u f den Wilhelmshavener Schleusen viele tausend Menschen eingefunden. Zum Empfang waren außer dem Flottenchef Admiral Olde- k o p di« beiden Stationschefs der Ost- und Nord­see, die Vizeabmiräle Dauer und Räder, er­schienen. Gegen 5 Ahr kam der Kreuzer am Horizont in Sicht. Der Menge bemächtigte sich st ür mische Begeisterung. Als der Kreuzer einfuhr, brachte der Kommandant von Wilhelms­haven, Fregattenkapitän A l t v a t e r , das Hoch auf den Kommandanten und die Besatzung des KreuzersEmden" aus. Kapitän zur See, För­ster, der Kommandant des Kreuzers, brachte daraufhin für die Besatzung derEmden" das Hoch auf das deutsche Volk und das Vaterland aus. Die Menge stimmte begeistert das Deutsch­landlied an. Bei den Klängen der- Militärmusik legte der Kreuzer zum ersten Male wieder auf deutschem Boden an.

Drei deutsche Segelflieger nach Amerika berufen.

Der Leiter der Segelfliegerschule Rossitten, Ritt­meister a. D. Roehre, ist als Führer einer deut­schen Segelflieger-Expedition nach den Vereinigten Staaten von Amerika berufen worden. Von feiten der Rhön-Nossitten-Gesellschafl sind für die Expedition noch die Segelflieger Laubenthal und Hessel­bach bestimmt worden.

Der ehemalige Reichskak»» r Luther in Wien.

Der frühere Reichskanzler Luther ist in Wien ein- getroffen, um auf Einladung der Deutschen Handels- kammsr einen Vortrag zu hallen. Bei der Ankunft auf dem Weftbahnhof wurde Luther von dem Ge- sandten Grafen Lerchenfeld und dem Präsi- denken Kähler von der Deutschen Handelskammer und dem Vorsitzenden des Bundes der Reichsdeut- fchen, Hofrat Cluß, empfangen. Im Laufe des Vormittags stattete Luther dem Bundespräsi- denken Hainisch sowie dem Bundeskanzler Dr. Seipel Besuche ab. Er nahm dann bei dem deut­schen Gesandten und der Gräfin Lerchenfeld das Frühstück ein, wozu Bundespräsident Hainifch mit anderen Gästen erschienen war.

Den Spielkameraden erfchosfen.

In Swinemünbe legte ein Junge im Scherz auf den 13jährig«n Sohn des Arbeite sl ^einz ein Tesching an, das s i ch entlud. Die Kugel drang dem Knaben in das Rücken­mark, so daß dieser bald nach seiner Einliese- rung in das Krankenhaus verstarb.

Der Raubmord bei Lengries aufgeklärt.

Wie dieMünchener Reuesten Rachrichten" aus zuverlässiger Quelle hören, hat Lorenz Kerlinger, der am Mittwochmorgen unter dem Verdacht, aus der Straße von Lengries nach Fall b e ii Poftagenten Karl aus Fall ermordet und 14 C00 Mark Lohngelder g e - raubt zu haben, in München-Moosach fest - genommen wurde, im Laufe des Tages ein Geständnis abgelegt. Das geraubte Geld konnte herbeigeschafft werden.

Brand eines Luxuszuges.

Der Kairoer Luxuszug traf mit vier Stunden Verspätung ein. Zwei Wagen waren unterwegs verbrannt. Glücklicherweise sind Menschen nicht zu Schaden gekommen. In dem überfüllten Zuge fuhren zum großen Teil amerikanische Souriften. Die Passagiere verliehen fluchtartig die in Brand geratenen Wagen, die abgehängt wurden. Die Passagiere dieser beiden Wagen, unter denen sich auch der amerikanische Millionär Eastman befand, büßten ihre Kleider und ihr Gepäck ein und besaßen bei ihrer Ankunst in Kairo nur noch ihre Schlafanzüge.

Die Wetterlage

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W ertervovaussage.

Das Hochdruckgebiet über Skandinavien verlagert sich mehr südöstlich. Infolgedessen kommt der Ein­fluß der Hochdruckwetterlage weiter zur Geltung. Die Temperaturunterschiede werden infolge unge­hinderter Ein- und Ausstrahlungen zwischen Tag und Nacht stärker werden, so daß tagsüber die Tem- peraturen weiter anfteigen, nachts dagegen bis einige Grad unter Null zurückgehen.

Wettervorhersage f u r Freitag: Nacht­frost, tagsüber weiter Temperaturanstieg meist hei­ter, trocken.

Witterungsausfichten für Samstag: Tagsüber weitere Erwärmung, nachts noch Tempe­raturen unter Null und trocken.

Lufttemperaturen am 14. März: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 0,4 Grad Celsius: am 15. März: morgens 2,9 Grad Celsius. Maximum 3,5 Grad Celsius, Minimum 4,1 Grad Celsius. Erdtempe^ raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 14. März: abend» 1,8 Grad Celsius: am 15. März: morgens 0,6 Grad Celsius.