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14. März. Die Stimmung in Weizen ist Verhältnis- iden Preisen. Ävggen wird die Preise ziehen ebenfalls e in guten Qualitäten, die zahlt wird, ist nur wenig lebhaft gefragt und steigt ehlgefchäst ist immer noch len Preisen. Mizen- uno Preise gleichfalls on. Auch hle sind besser gesragt. Es M 1. gut. gesund, trocken, Auswuchs 26,50 bis 2675, SO, Sommerger te ta W Her, inlänb. 26 bis 26, , eqtoede 23.50, fflagtag 24 50 Weizenmehl, lud 8 iti 38,25. W* toe IWO ® M ®>«

- Tendenz fest.

- IlachrMi'. jdje Gemeinde.

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l?r. 64 Erste? Flatt

178. Jahrgang

Donnerstag, 15 Mörz 1928

Eriche -n > lüglich, ouhei Sonntags und Feierlags

Beilagen.

(Lietzener Fainlliendlättei Heimat im Bild Die Schalle

Dlonats-r e^ngsprets;

2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Tröger» lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse:

51, 54 und 112

Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Liebe».

poSscheclkonlv:

an Huri am Main 11686.

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck und Verlag: vrühl'fche Unwersttütr-Vuch- imö Sieinörndcrd 8. Lange in Sietzen. 8chrtftlettung und Sefchästrftelle: Zchnlitratze 7.

Zlnnaqme von Anzeiger» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

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Chefredakteur

Dr Fnedr. Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyrrot, für den übrigen TeU Ernst Diumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in (Biehen

Der Oammbruch in Kalifornien.

Furchtbare Zerstörungen. _ Immer noch vis 600 vermißte

Reuyork. 14. ITlär). (IDB.) Die Morgenblätter verösfeulllchen berells Lichtbilder des vammbruches im San Jranclsqullo-Canon, aus denen hervorgehl, daß der Damm an beiden Selten gebro - ; cheu Ist. während das Wittelstück des Dammes noch steht. Vas Eigenartige bei bet Katastrophe ist, dah sie fast nur lote gegenüber wenigen Lelchl- verlehten gefordert Hal. Die Liste der festgestelltcn loten weist mehrere deutsche Namen auf. Di, heute früh wurden 2 31 Leichen geborgen. Die Zahl der vermiszten wird jetzt auf 300 bis 600 geschaht. 3m 16 ITlcllen langen San Jrancis- quito-Canon unterhalb der Talsperre wurden etwa 400 Hauser $ e r fl ö r L Die Irümmertdle sind von den Wassermassen 65 weilen weil bis ans Meer mltgcriffen worden. 3n der Schlucht blieb kein einziger Baum stehen. 3n Sanla-paula wurden 300 Wohnhäuser zerstört und von den Fluten sortgeschwemmt; in Fillmore etwa 30. in Piru 15. Riesige Betonblöcke und Teile des Dammes wurden eine halbe Meile unterhalb der Bruchstelle ausgefunden. Leicht verletzt wurden nur etwa 50 Personen.

Die Zeitungen berichten von zahlreichen Hel­dentaten und merkwürdigen Rettungen. Ein Aufseher der Edison-Company kam in den Jlulen um. nachdem er 47 Menschenleben gerettet hatte. Eine Mutter rettete sich mit ihren drei Kindern aus eine alte Federmatrahe, die vom Wasserstrom aus dem Haus heraus zwei Meilen, weit fortgeriffen wurde, bis sie auf einem Baume landete. Lin Mann schwamm mit seinem sechs Monate alten Kind am halse meilenweit. Er sand mit anderen zusammen an der Steilfeite des (Kanons Rettung, als eine zweite 25 Meter Holze woge donnernd heranflutete.

Die Gewalt der Fluten rifj noch über 20 Meilen von der Bruchstelle entfernt zehn Brücken weg. von der Stadt Santa-Paula wurde nur der Südteil zerstört, etwa 100 Häuser wurden weggerissen. Die Menschen Verluste sind hier gering, da die Bevölke­rung Zeit zur Flucht gehabt hatte. Die Ursache der Katastrophe scheint darin zu liegen, daß Erd- stoße in der letzten Zeit die Damm-Mauer beschä­digt haben.

Gefängnis für deutsche Pfadfinder.

Trier. 15. März. (WTB. Funkspruch.) Gestern standen in Trier fünf Bitburger Psadsin - der vor dem französischen Militär-Polizeigericht. Die Pfandslndergruppe Bitburg hatte am Aller­heiligentag nach einer Wanderung in die Eifel am Kriegerdenkmal einen Kranz in den Farben des alten Deutschland nie­dergelegt. Daraus konstruierte die Besahungsbehörde. nachdem sie sofort etwa 50 Pfadfinder verhaftet und vernommen hatte, eine ..Verletzung der 0 r - donnanzen" und erhob Anklage. Der Staatsan­walt beantragte Gefängnisstrafen bis ju zwei3ahren,da nach seiner Ansicht Pfadsinder­gruppen vom alten Militärregime orga­nisiert seien. Das Urteil lautete für einen der Pfadfinder auf fechs Monate Gefängnis und 200 Mk. Geldstrafe, für den Schriftführer des Pfadfinderbundes Bitburg auf zwei Monate Gefäng­nis. für die übrigen Angeklagten auf je einen Monat Gefängnis, in allen Fällen unter Zubilligung einer Bewährungsfrist.

Eupen-Malmsdy.

Belgien erklärt die Debatte über eine Revision für geschlossen.

Brüssel, 14. März. (WB.) Eine Inter­pellation des katholischen Senators Esser von M a l m e d y über die schwierige Lage in den mit Belgien vereinigten Kreisen wurde von Mi­nisterpräsident 2 a s p a r beantwortet. Er legte dar, daß seit 1925 die Kreise wie alle anderen belgischen Kreise verwaltet werden. Es handele sich um eine Frage der Gewöhnung an die älnterschiede zwischen der neu:n und der früheren Verwaltungsmethode. Die Regierung tue alles, um den Wünschen der Bevölkerung Genüge zu leisten.

Es versteht sich von selbst, fuhr Ministerpräsi­dent Iaspar fort, daß jeder Belgier vor Gericht verlangen farm, dah in seiner Sprache verhandelt wird. Auch der Unterricht der Kinder soll in der Muttersprache erfolgen. Die 'Regierung achtet daraus. 3n den Kreisen (Su jcn und Malm-dl) sind 10 belgische und 24 Lehrer aus der deutschen Zeit, 35 bis 37 Lehrer aus der ansässigen Bevölkerung und 23 in Bel­gien naturalisierte Luxemburger tätig. Alles nur Denkbare werde geschehen, um den Wünschen der Ackerbau treibenden Bevölkerung der Kreise Eupen und Malmedtz zu entsprechen. Die Straßen und Brücken zwischen Malmedy und Errpen wur­den im Laufe des 3ahreS 1928 ausgebessert und verbreitert werden.

Den Bitten, die auf eine Revision der Volksabstimmung in den beiden Kreisen abzielen, antwortet die Regierung mit einem Rein. Die Bereinigung mit Belgien

Groener über die Aufgabe der Reichswehr.

Berlin, 14. März. (DDZ.) Auf der Tages- ordnung steht die zweite Beratung des Haus­halts des Reichswehrministeriums. Die Beratung beschränk sich zunächst auf das La <dheer. Der Hausha tsausschuß ersucht in einer Ent chließung die Regierung um eine alljährliche Klebers ich t darüber, wie sich die Unterbringung der Versorgungsberechtigten ge.a tet hat. Der Ausschuß ersucht ferner, eine um,assen de Prüfung aller Möglichkeiten zu erheblichen Ersparnissen im Hausha'te des Reichs- Weh rministeriums vorzunehmcn. Eine weitere Entschließung verlangt eine Prüfung der Frage, ob nicht für viele Heereslieferungen zu hohe Preise verlangt werden. Schließlich fordert d-r Ausschuß in einer Entschließung eine Umgestaltung der Reichsbürgschaft, damit sie wieder für die Bersorgungsn öglichkeit von Reichswehrangehörigen anwendbar werde.

Reichswehrminister Groener:

3m Haushaltsausschuß habe ich schon zu den meisten Fragen mich äußern können. Heute will ich nur grundsätzliche Stellung zu den Haupt­problemen der Reichswehr nehmen. Diese Pro­bleme sind einmal die Wehrpolitik und die sich daraus ergebenden Folgerungen und zweitens die politische Haltung der Reichs­wehr an sich. 3m Ausschuß waren die Parteien von den Deutschnationalen bis zu den Sozial­demokraten einig in dem Bekenntnis zur Rot­wendigkeit des bewaffneten Landesschutzes. Aus einzelnen Bemerkungen des preußischen Minister­präsidenten in seiner Rede könnte geschlossen werden, dah ich die Ansicht vertrete, die militä­rischen Gesichtspunkte müßten den politischen vorangehen. Das ist nicht der Fall. Richt die militärischen Sachverständigen haben über unser Heerwesen zu entscheiden, sondern Regierung. Reichstag und Reichsrat. Der Soldat ist dabei nur Berater und Anreger. 3ch gehe in dieser Auffassung konform mit dem preußi­schen Ministerpräsidenten: aber für mich kann in der Frage des Panzerschiffes nicht die preußische Regierung maßgebend fein, sondern nur die R e i ch s r e g i e r u n g. die in ihrer Ge­samtheit dem ablehnenden Beschluß des Reichs­rats gegenüber die Forderung des Panzerkreuzers in einer Doppelvorlage aufrechterhalten hat. 3n den letzten 3ahren hat sich die Technik so vervollkommnet, dah ein modernes Panzerschiff von lOOOO Tonnen sehr wohl seine Ausgaben erfüllen kann. Die Marineleitung will nicht etwa bauen, nur um den Versailler Vertrag auszu­schöpfen, aber sie geht mit mir davon aus, daß eine modernisierte Flotte für den Schuh unserer Grenzen von größter Bedeutung ist.

wenn Oftprcußen und Oberschlesien gleichzeitig überfallen werden sollten, dann würde das Pan­zerschiff eine sehr wefentliche Ergänzung unserer Landstreitkräfte fein. Ibenn es uns nur gelingt, die Grenzen zu schützen, bis die internationalen 3nstan;en eingreifen oder bis das sog. Dell- gewissen sich regt, dann würden Landheer und Marine ihren Zweck voll erfüllt haben. 3st erst deutsches Gebiet verloren gegangen, dann ist es sehr schwer, dieses wieder zu erringen.

Die Schutzlosigkeit der Grenzen ist ein Anreiz für unruhige Geister. Mit Militarismus hat dieser von mir vertretene Standpunkt nichts zu tun. 3ch bekenne mich, wie Wohl die Mehrzahl der Kriegsteilnehmer, zu einem gesunden, vernünftigen Pazifismus, allerdings nicht zu dem. der einer knechtigen Gesinnung entspringt. Die Wehrpolilik ist die Dienerin der Außenpolitik; ich kann aber nicht eine ungünstige außenpolitische Wirkung aus der Bewilligung des Panzerkreuzers erwarten; ich kann mir nicht denken, dah die kleine deutsche Wehrmacht irgendwo als Druck empfunden wird. Eine so kleine Wehrmacht erfordert aber das Beste

vom Besten in bezug auf Menschen, Aus­bildung und Bewaffnung. Bei den Reichswehr­angehörigen muh der größte Wert gelegt wer­den auf gute Auswahl, Ausbildung und Er­ziehung. Die Erhaltung und innere (SntnUlung unserer kleinen Wehrmacht gehört zweifellos zu den absoluten Lebensnotwendigkeiten unseres Staates. Deshalb bitte ich. den Wehretat in der geforderten Hohe anzunehmen. Von der poli­tischen Haltung der Reichswehr hängt die Ein­stellung des Parlaments zur Reichswehr und ihr Ansehen in der Bevölkerung ab. Deshalb wird meine größte Sorge sein, die Angehörigen der Reichswehr zum Staatsgedanken zu erziehen und zur Treue gegen d i e verfassungsmäßige Reichsregie­rung. 3ch werde rücksichtslos einschreiten gegen jede Entgleisung und gegen jede ilebertrclung dieses Prinzips. Das Schalter der Sensationen muh aber für die Reichswehr vorüber sein. (Zurufe links.)

kein Angehöriger der Reichswehr darf Anlaß geben zu einer sensationellen öffentlichen Kritik, wie dies in der Vergangenheit häufig der Fall gewesen ist. Ein Reichswehrangehörlger, der zu solchen Kritiken V-ranla'sung gibt, versündigt sich an der Reichswehr wer, versündigt sich am ganzen Volke.

Abg. Künstler (Soz.) fordert Abstriche von insgesamt 50 Millionen am Wehretat, der außer­ordentlich luxuriös ausgestattet sei. Auch eine Verkleinerung des Reichswehrministeriums sei notwendig. 3n einer Zeit, in der die drin­gendsten Kultur- und sozialpolitischen Forderun­gen wegen der schlechten Finanzlage abgelehnt werden, dürfe man nicht 145 Millionen für Be­waffnung und Ausbildung bewilligen, oder teure und nutzlose Panzerkreuzer bauen. Für die Mannschaften sei gute Verpflegung und gute Be­handlung zu forderrr. Die Leuteschinder müßten im Interesse des Ansehens der Tieichswehr be­seitigt werden. Der Redner fordert bessere Ver- sorgungsmöglichkeiten für die entlassenen Reichs­wehrangehörigen und bessere Bedingungen für bk Arbeiter der Heeresverwaltung. Die ehe­maligen Feindstaaten sollten nach der Entwaff­nung Deutschlands endlich auch ihrerseits mit der Abrüstung beginnen.

Abg. Graf v. d. Schulenburg (Dntl.) fuhrt u. a. aus: Eine Frage nackter Selbsterhaltung ist es, wenn wir im Rahmen des Versailler Diktats den Riesenoorsprung anderer Armeen nicht d u r d) eigene Unterlassungen noch künstlich vergrößern helfen. Die Truppeneinheiten müs­sen zusammengelegt werden. Die Zersplitterung auf 127 Standorte erschwert jede Ausbildung und Er­ziehung und verursacht erhebliche unnötige Kosten. Dr. Geßler und v. Seeckt wissen wir für ihre Ver­dienste um die Reichswehr Dank. Mit politischer Be­tätigung will das Heer, wollen die Offiziere nichts zu tun haben. Monarchie ober Republik ist nicht die Tagesfrage. Aus Gottesfurcht und Mannesehre hält der deutsche Soldat seinen Eid bis zum Tode. Unser Vertrauen zur Reichswehr genügt aber nicht; die Truppe muß auch zu uns Vertrauen haben. Die bisherigen Abrüstungsverhandlungen haben uns belehrt, daß nirgends ernste Neigung besteht, uns auf dem Wege der Abrüstung zu folgen. Die Reichswehr kann niemals eine Angriffswaffe fein. Weder Frankreich noch Belgien noch Polen noch irgendein anderes Land find durch Deutschland bedroht. Jetzt sollen wir auch noch moralisch ent­waffnen! Den deutschen Geist wird man aber nie­mals zerschlagen können.

Auch meine Parkei stimmt einer friedlichen 13er- ffänoigung durchaus zu, wenn unser Volk dabei feine politische, seine nationale Freiheit auf dem Boden voller Gleichheit zurückgewinnt. Unser Volk hat keine Veranlassung, vor der TB eit den Blick schäm- und schuldbewußt zu senken. Wir

ist endgültig. Die Durchführung des Refe­rendums ist in klarer undpräziser Form erfolgt. Alle von Deutschland beim Völlerbund unternommenen Schritte, um die Volksabstim­mung zu annullieren, hatten kein Ergebnis. Es wurde anerkannt, daß die Stimmabgabe un­beeinflußt erfolgte und rechtsgültig ist. Damit ist die ganze Angelegenheit endgültig abgeschlofsen. Der Locarnovertrag hat die Grenzziehung, die selbst von Deutsch­land in aller Form anerkannt worden ist, feierlich b e st ä t i g t. Diese Angelegenheit ist also beendet und es ist unzulässig, daß belgische Staatsangehörige, ob sie nun aus Eupen-Mal­medy oder aus Brüssel stammen, auf einen Gegenstand zurücüommen wollen, über den die Diskussion geschlossen ist. Außerdem hieße es den Frledenszustand im Westen antasten, wenn man eine derartige Diskussion neu be­leben wollte. Die belgische Regierung ist in dieser Beziehung unerschütterlich.

Die Llniersuchung der Phvebusaffäre.

Ter Aufgabenkreis des Unterausschusses.

Berlin, 15. März. (Privattel.) Die Unter­suchungen des Lohmann-Unterausschusses werden sich nach drei Richtungen hin bewegen. Zunächst soll der Ursprung aller Geldmittel fest- gestellt werden, die Kapitän Lohmann zur Ver­fügung standen; dann soll die Vollmacht

geprüft werden, auf Grund deren Lohmann gehandelt hat. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Verantwortlichkeit aller an der Aus­stellung oder Verlängerung der Vollmacht betei­ligten Personen zu prüfen sein. Schließlich wird die Frage aufgeworfen, wie Kupitän Lohn'.ann die Mittel im einzelnen verwendet hat, wobei der ganze Kreis der Lohmann-Anternehmungen und ihre Zusammenhänge durchleuchtet werden soll. Bei dieser älnterluchung wird auch festzu­stellen fein, in welcher Höhe Vermittler und ^T r c u h ä n d e r" Provisionen bezogen haben und das Reich Regretzansprüche geltend machen kann. Zum Berichterstatter ist vom Ausschuß einstimmig der sozialdemokratische Abgeordnete Kurt H e i n i g gewählt worden. Vorsitzender ist der Zentrumsabgeordnete P e r l i t i u s.

Admiral Zenker.

Rücktrittsabsichten des Chefs der Marinelcituug?

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers"

Berlin, 15. März. Die Phocbus-Affäre als solche hat in ihren Einzelheiten nach der gestrigen allgemein günstig aufgenommenen Rede des Reichs­wehrministers nicht mehr das Interesse als die sich im Anschluß an die Worte Oroeners ergebende Frage nach der Bestimmung der Verantwortlichkeit an dieser ganzen Affäre. Wir konnten schon vor län­gerer Zeit mitteilcn, daß bereits bei der Besprechung des zu veröffentlichenden Berichtes darüber Erörte­rungen angestellt wurden, wer schließlich noch in den

verfolgen keine INachtpolittk, sondern rine Sicherheitspolitik. 3e größer, fester, entschlosse­ner die Volksfront ist, die hinter der Wehrmacht steht, um so mehr werden wir in der Welt ge­achtet und beachtet sein.

Abg. Ersing (Zentr.) dankt im Namen des Zentrums dem aus dem Amte geschiedenen Minister Dr. Geßler, der die schwierige Ausgabe des Neuauf­baus der Reichswehr zu bewältigen hatte und dieier Aufgabe gerecht geworden fei. Die vorn Reichsrat unter preußischem Einfluß beantragten Abstriche beim Wehretat seien wohl in der Hauptsache nicht aus den Willen zur Sparsamkeit zu- r ü ck z u s ü h r e n. Die preußische Regierung sei im eigenen Hause auch nicht sehr sparsam. Der Streichungsbeschluß des Reichsrats entspringe we­niger sachlichen als politischen Motiven. Die Behauptungen der Entente-Nationalisten von gehei­men deutschen Aufrüftungsabsichten müßten als völ­lig haltlos zurückgewiesen werden. Deutschland habe die Abrüstung vollkommen durchgeführt. Jetzt müssen auch Frankreich und die übrigen Staat n endlich damit einen Anfang machen. Die sozial­demokratischen Streichungsanträge würden den Er­folg haben, daß die Reichswehr schlecht ausge- rüstet ist Dann wäre es konseouenter. überh- nt die Abschaffung der Reichswehr zu beantragen. Wenn die Reichs wehrangehöriaen weiter ih.-e Staatstreue betätigen, dann werde die Reichswehr das uneingeschränkte Vertrauen des ganzen Dolles genießen.

Abg. Brüninghaus (D. V.) schließt sich den anerkennenden Worten des Vorredners für den frü­heren Reichswehrminister an. Dr. Geßler und Ge­neraloberst o. Seeckt hätten im Aufbau der Reichs­wehr ein Werk geleistet, das sich setzen lassen kann. Die Reichswehr habe sich immer als ein zuver- lässiges Instrument des Staates er­wiesen.

Ls hieße an dem Ehrgefühl der Offiziere und Soldaten zweifeln, wenn man ihre Treue tum heutigen Staat in Zwei'el ziehen wollte. Daß diese Zweifel unberechtigterweise immer wi'der in der Presse der Linken ausgesvrochen werden, kann nicht gerade die Sympathie der Reichs- wehrangehörigen für dies- Presse und die hinter ihnen stehenden kreise steigern.

Den aussck-erdenden Offizieren muß Gelegenheit ge­geben werden, dem Staat in irgendeiner Fomr weiter zu dienen. Die Versorgung der ausscheiden­den Soldaten wird erschwert durch die passive Resi­stenz, mit der Sozialdemokraten in den Kranken­kassen und anderen Instituten die Abstellung der Dersorgungsanwärter verhindern. Parteipolrtik muß aus der Reichswehr ferngehalten werden.

Abg. Dr. Haas (D.) erflärt: Der Rede des deutschnationalen Abg. v. Schukenburg können wir in vielen Punkten zustiinmen. Wir er­streben als Voraussetzung der allgemeinen Be­friedung ein gutes deutsch-französisches Verhält­nis. Das kann aber erst erreicht werden, wenn das offizielle Frankreich eine andere Hal­tung zu uns einnimmt und aufhört, das ent­waffnete Deutschland als eine Gefahr für Frank­reichs Sicherheit zu behandeln. Es gibt für Frankreich nur einen Schuh, eine wirkliche und aufrichtige Verföhnung mit uns herzustellen und uns das zuzubilligen, was unser gutes Recht ist. Der Geist der Wehrhaftigkeit, der Wille zur Verteidigung des Vaterlandes lebt in der Mehrheit unseres Volkes und auch in der vernünftigen Mehrheit der Pazifisten. Wir freuen uns der Erklärung Gröners zum vernünftigen Pazifismus. Wir erwarten, daß jede Verbindung der Reichswehr mit polittsch unzuverlässigen Ver­bänden verhindert wird. 3n der heutigen Reichs­wehr mutz mit der Erziehung zur Republik end­lich Ernst gemacht werden Wir wollen die Armee nicht politisieren, aber der Offizier muh mit dem Wesen des republikanisch-demokratischen Staates vertraut gemacht werden, damit er stolz sein kann

Kreis der verantwortlichen Personen einzubeziehen sei. In diesem Zusammenhang war der Name des Chefs der Marineleitung, Admiral Zen­ker, vielfach in der Oeffentlichkeit genannt worden. Don mehreren Blättern wird nun die gestrige Äuße­rung des Reichswehrministers Groener, er könne es nicht billigen, daß irgendein Vorgesetzter einem Un­tergebenen einesoweitgehendeVoll macht gibt, und er erwarte, daß ein Vorgesetzter bieder- antroortung nicht ablehnt, erneut mit dem Bevorstehen weiterer Personaloerände­rungen in der Marine in Zusammenhang ge­bracht und das Gerücht verzeichnet, daß der Rück- t r i 11 A d m i r a l Z e n k e r s, zu dessen Verfügung Kapitän Lohmann nach seiner Enthebung vom Dienst gestanden hat, beoorstehe. ImBörsencourier" heißt es, daß diese Gerüchte nicht einer gewissen Begrün­dung entbehren. Praktisch sei jedoch noch nichts ge­schehen, um den sofortigen Rücktritt zu veranlassen. DieD21Z." berichtet übrigens aus Wilhelmshaven, daß Admiral Zenker entgegen feiner ursprünglichen Absicht nicht an bem Empfang derEmdern' teil­nimmt, ebensowenig an der Taufe der vier neuen Torpedoboote am nächsten Tage. DasAchtuhr- abenbblatt" will allerdings wissen, daß man nicht mit dem Rücktritt des Admirals Zenker für abseh­bare Zeit rechnet. Es fei aber nicht ausgeschlossen, daß Admiral Zenker nach einiger Zelt den Wunsch äußern dürfte, von seinem Posten au schei­den, wobei vielleicht auch der Umstand mitfpielt, daß Admiral Zenker nicht mehr allzuweit von der Altersgrenze entfernt ist.