fam zu machen und um wirksame Unterstützung zu bitten. Ebenfalls hat der Vorsitzende meh- reren Abgeordneten des hessischen Landtags über die Notlage der Landwirtschaft des oberen Dogelsberges in längeren Besprechungen eingehend Bericht erstattet und daraufhin die -Zusage der wirksamen Unterstützung erhalten.
So dürfte nun von der Notstandsvertretung des oberen Vogelsberges nichts unversucht gelassen sein, um die Hilfe und Unterstützung für die Landwirtschaft des oberen Vogelsberges zu finden, die ihr die Fortführung ihrer Betriebe für jetzt und späterhin ermöglichen.
Es ist zu erwarten, daß der Landtag in Anbetracht der Dringlichkeit des Antrages sich in einer seiner ersten Sitzungen damit befassen wird. Wir dürfen nach allen Erfahrungen die bestimmte -Zuversicht haben, daß dem Vogelsberger Landwirt geholfen werden wird, schon allein aus dem Grunde, weil ihm eben in seiner ungeheuren Notlage geholfen werden mutz. Weiterhin wollen wir auch hoffen, datz es dem hessischen Staat trotz seiner angespannten Finanzlage möglich sein wird, unsere Wünsche für die augenblickliche und fernere Hilfe in vollem Umfange zu erfüllen, denn dos sei immer und immer wieder betont: wir haben uns bei all unseren Forderungen stets im Rahmen des Möglichen gehalten, im Gegensatz zu anderen Gegenden, und nichts gefordert, was nicht unbedingt notwendig ist. Die Landwirte des oberen Vogelsberges werden nun gebeten, sich vorläufig mit dieser Darstellung der Tatsachen zu begnügen und vorerst einmal ruhig die Verhandlungen des hessischen Landtags abzu- warten. Die Notstandsvertretung wird dann Gelegenheit nehmen, in einer öffentlichen Versammlung genau über die Verhandlungen und dos Ergebnis Bericht zu erstatten.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
g. Klein-Linden, 14. Febr. In der am Samstag im Turnerheim stattgehabten außer-- ordentlichen Generalversammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde an Stelle des seitherigen 1. Kommandanten PH. Klein V. der Rangierauffeher Friedr. Müller gewählt. Das Ami des 2. Kommandanten, welches seither Friedr. Schimmel bekleidet hat, wurde Anton Weller übertragen, da ersterer sein Amt niedergelegt hat.
o. Klein-Linden, 14. Febr. Ein lange gehegter Wunsch unserer Gemeinde ging am Samstag in Erfüllung: Einige Klassen unserer Volksschulen hatten zu einem Elternabend in den Saal der „Deutschen Eiche" eingeladen, und der überfüllte Saal, etwa 600 Personen, bewies, dah man auch in unserer Gemeinde der Volksschule und ihrer Arbeit reges Interesse entgegenbringt. Der Schülerchor der Oberklassen unter Leitung von Lehrer Rau eröffnete mit dem Chor: „Die Sonn' erwacht" die Feier. Dann begrüßte Lehrer Möller die zahlreich erschienenen Glieder unserer Gemeinde und legte in vortrefflichen Worten Entstehung. -Zweck und -Ziele einer solchen Veranstaltung dar. Die hierauf folgender Chöre der Schüler des Lehrers Möller ernteten reichen Beifall. Lind nun folgten in bunter Reihenfolge Chöre. Gedichte und Reigen der mitwirkenden Klassen, denen alle das Motto .Heimat oder Wald" zugrunde lag. Besonders dankbar wurden die Reigen ausgenommen, die von den Lehrerinnen, Frl. Gärtner und Frl. D i e r k e r, eingeübt waren. Auch der Dallreigen der gröberen Mädchen, von Frl. Gärtner eingeübt, fand großen Anklang. Nachdem noch durch Lehrer Rau den Siegern des Reichsjugendwettkampfes 1927 die Auszeichnungen des Reichspräsidenten bzw. des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen überreicht worden waren, folgte das Theaterstückchen „Frau Holles Weihnachtsstube", das von Lehrer Gernandt einstudiert worden war. Mit diesem Stück erreichte der Abend seinen Höhepunkt: es war .eine Lust, zu sehen, wie die kleinen sechs- und siebenjährigen Kinderchen ihre Rollen natürlich und ungezwungen spielten. Nach kurzen Schlußworten von Lehrer Möller, der wünschte, daß bei Eltern und Kindern der Abend in dankbarer Erinnerung bleiben möge, fand die in allen Teilen wohlgelungene Feier ihr Ende. Eisenbahnsekretär Heinrich L u h sprach im Namen der Ge-
Es zogen drei Burschen wohl über den Mein ....
'Romen von Erica Grupe-Lörcher.
44 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Er brach ab und starrte mit zusammengepreßten Lippen vor sich hin. Wengers Blick streifte ihn von der Seite. So erzürnt, so empört, in so verbissener Wut hatte er Raymond bisher kaum gesehen. Die Gedanken von Raymond rasten einen weiten Weg.
Ganz deutlich fühlte Raymond in diesen wenigen Momenten rascher, heißer Entschließung, daß er diesem^ Freunde seine Schwester seelisch anvertrauen mußte! Daß er sie ihm anoertrauen durfte!
Aber dann war er verpflichtet, Wenger unbedingt in alles einzuweihen, was bereits hinter Melusine lag und was sie in Zukunft plante! Vollstes Vertrauen mußte er dem Freunde schenken.
„Ja, der hat ihr damals, scheint's, gleich den Kopf verdreht, als sie in Frankreich war! O, das alles ist ja fo traurig, so erniedrigend, so unerhört! Niemals hätte ich cs für möglich gehalten, Melusine könne so wankelmütig, so leicht zu beeinflussen sein! Einen Mann, wie Dietwart es ist, aufzugeben — um einen windigen Franzosen zu bevorzugen."
Wieder entstand ein Schweigen. Es war Wenger, als sei aufs neue ein Hieb auf ihn herabgesaust. Er hatte die immer sich gleichbleibende, zierlich-liebenswürdig« Art von Melusine, ohne tiefere Verbindlichkeit, für eine gewisse Harnllosigkeit ihrer Jugend, ihrer ganzen elegant-graziösen Art gehalten, die niemand verpflichtete. Nun wußte er, daß sie seit Jahr und Tag die heimliche Braut von Dietwart von Schölzer gewesen, während er selbst noch in unausgesprochenen Hoffnungen neben ihr ging!
Beide waren vergraben in ihre Gedanken, sie achteten nicht auf die zierlichen Schritte, die sich mit unverkennbarer Absichtlichkeit in ihrer Nähe hielten. Immer ein Stückchen hinter ihnen So, daß man nicht gerade auffiel —. Doch auch wiederum so nahe- um eigentlich jedes der gewechselten Worte verstehen zu können.
Ieanne Dubois freute sich, einen so dichten Schleier heute über ihr Pelzbarett gezogen zu haben. Man achtete ihrer weniger, sie konnte sich ungenierter bewegen. Schon draußen an der Rampe
Buntes Allerlei.
Maskierte Banditen im Pfarrhaus.
In das Pfarrhaus von Kleckewitz in Anhalt drangen drei maskierte Banditen ein. Auf die Hilferufe des Dienstmädchens eilten der Pfarrer und seine Frau herbei. Die Räuber stürzten sich mit Dolchen auf das Ehepaar und brachten dem Geistlichen eine schwere Kopfverletzung bei. Die Pfarrersfrau konnte einem der Räuber den Dolch entreißen, wobei sie selbst verletzt wurde. Durch die Hilferufe der Lieberfallenen tourten die Räuber in die Flucht gejagt.
Lin Rennstallbesitzer
unter dem verdacht des Versicherungsbetruges.
Am 8. Dezember brannte auf der Telgtcr Rennbahn eine Baracke nieder, in der 22 Pferde des Rennstallbesitzers K o n i n g s untergebracht waren. Zehn Pferde, darunter die besten des Stalles, sowie zwei Muttertiere und zwei Fohlen verbrannten. Die Schuld wurde zunächst der Stallwache zugeschoben. Bald wurde jedoch bekannt, daß die finanzielle Lage des Rennstallbesitzers, eines Holländers, nicht erfreulich war. Es trat der Verdacht der Brandstiftung auf. Nun wurde Ko- nings, als er sich auf dem Wege nach Holland befand, in Münster wegen Verdachts der Brandstiftung und des Versicherungsbetruges verhaftet.
Exotische Gäste.
Professor D o e g c n , der Schöpfer der Lautabteilung an der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin, die eine Sammlung von Schallplatten mit den Stimmen fast aller bekannten Persönlichkeiten der Neuzeit sowie Dialekte und Sprachen von einigen hundert Völkerstämmen enchält, hatte dieser Tage in seinem Aufnahmeraum auch zwei jugoslawische Guslaren (Rhapsoden) zu Besuch. Es sind dies Angehörige einer Gilde, die im ganzen übrigen Europa lange ausgestorben ist und sich nur in den unwirtlichen, unwegsamen, von Kultur und Fortschritt ziemlich unberührten Teilen Bosniens, der Herzegowina und Montenegro erhalten hat. So wie die Guslaren heute zu ihrer einseitigen Geige singen, ebenso haben Generationen von Guslaren bei abendlichen Zusammenkünften in Heerlagern und bei festlichen Anlässen ihre epischen Heldensänge und lyrischen Volkslieder vorgetragen. Es ist wie der Hauch des Altertums, der uns hier plötzlich umweht. Professor Gesemann, Professor der Slawistik an der Prager deutschen Universität hat sich eingehend mit dem Studium der jugoslawischen Volks-
meinde den Veranstaltern herzliche Dankesworte und gab der Hoffnung Ausdruck, dah diesem ersten Elternabend noch weitere nachfolgen mögen.
Wieseck. 13. Febr T-ircr Frauenchor veransta.tete am Samstag einen Llnterhaltuugs- abend im Saal von (Su<oei dem auch der hiesige Mandolinenchor mittoirfte. Die zahlreich erschienenen Gäste, von ter Vorsitzenden Anna Benner herzlich begrüßt, wurden durch ein fein ausgewähltes Programm überrascht, bei dem Musikvorträge unter Leitung von Otto Pfeiffer und weltliche Lieder des Chors unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Stoll, unterbrochen wurden durch Gedicht- und Gesangsvorträge einzelner: besonders gefielen auch vier Mauerblümchen und ein Bühnenspiel.
ch Lollar, 14. Febr. Einen leichten Un- gl ü ck s f a l l erlitt gestern abend um 6 Llhr der dritte Wagen der Wiesecker Kraftomnibusse, als er die übliche Fahrt über Daubrin- gen nach Lollar machte, unweit unseres Dorfes auf der Daubringer Straße. Der fast besetzte Kraftwagen mußte einem mit zwei Pferden bespannten und mit Langholz beladenen Wagen austoeichen, wobei das eine Pferd scheute und nach dem Auto ausschlug, wodurch der Krafk- wagenführer genötigt war, stärker auszuweichen und dabei zu weit über den chauffierten Teil der Straße geriet, so daß er mit den rechtsseitigen Rädern auf den im Vorjahre zum Zwecke einer Kabellegung ciusgehobenen. aber wieder geschlossenen Graben kam und infolge des aufgeweichten Bodens bis an die Achsen des Wagens einsank. Die Fahrgäste verließen den Wagen: es wurde niemand verletzt. Alle Anstrengungen, die man während der Nacht machte, um den Wagen wieder flott zu machen, scheiterten. Man versuchte durch die anderen Wiesecker Autos, den im Schlamm steckenden Wagen zu befreien, aber umsonst. Erst im Laufe des heu- der Rheinbrücke hatte sie den jungen Baron Ham- merfchlag entdeckt, der ihr seit Jahr und Tag sine interessante Figur war. In erster Linie als Bruder der Baronesse Melusine, die sie unauffällig, aber zäh mit dem leidenschaftlichen Neid verfolgte, den oft eine Abenteurerin einer jungen Dame der guten Gesellschaft entgegenbringt.
Damals auf dem Wohltätigkeitsball zum Besten der Armenverwaltung hatte es ihr eine grausame Freude bereitet, die Baronesse in ihrem Souper- ä-part mit dem eleganten jungen deutschen Referendar zu beobachten und sie nachher in die Enge zu treiben, ihre Verlobung mit dem deutschen Referendar perfekt zu machen, um nicht ins Gerede gebracht werden zu können. Die Kriegsjahre halten ihr manches entzogen und verhüllt. Jetzt aber, da sie sich unauffällig immer in der Nähe von Raymond gehalten hatte, vernahm sie zu ihrem Erstaunen, daß Melusine dem deutschen Verlobten den Laufpaß gegeben — um gar einen Franzosen zu heiraten?
Tiens, ließ sich da am Ende eine Verbindung kombinieren zwischen dem neuen Verehrer der Baronesse und einer Bekanntschaft, die sie selbst gestern nacht in einem der Lokale gemacht l)atte, in denen man sich nicht zu langweilen pflegt?
Angestrengt sann sie über die Redereien nach, die ein junger Franzose im Restaurant Riche ihr in einer Nische hinter einer Flasche französischen Sekts zum Besten gegeben hatte, als ihm bereits die Sinne begannen umnebelt zu werten? Von einer Baro- neffe hatte er gefaselt, an die er sein Herz verloren habe, beim ersten Sehen, die er wiederzusehen gekommen sei, und durch deren Hand ihm hier die wertvollste Protektion und eine angeseyene schnelle Karriere in Aussicht stehe?
Schade, daß zwischen den beiden Freunden dort vorne der Ncnye des jungen Fanzosen nicht aufklang! Aber immer mehr wurde sie in ihrer Vermutung bestärkt, daß ihre gestrige Bekanntschaft aus dem Restaurant Riche tatsächlich mit dem Verehrer der jungen Baronesse Melusine identisch war! Immer mehr vergrub sie sich in ihren Gedanken m die Einzelheiten der Unterhaltung, die sie felbft mit dem jungen Franzosen gestern nacht gepflogen. Ja, der war nach tem französischen Sekt wirklich bereits umnebelt gewesen, denn mit einer vertraulichen Offenheit, die ihn selbst bloßstellen konnte, erzählte
epik befaßt und auch den Sängerstand, dessen Gebräuche, Sitten und Instrumente bei seinen Forschungen besonders berücksichtigt. Er stellte hierbei fest, daß die Sänger ter oorhomerischen Zeit, die zugleich Dichter, Improvisatoren und Deklamatoren waren, den heute noch am Balkan anzutreffenten Guslaren am verwandtesten waren. Es gelang Professor Gesemann mit Hilfe einer Subvention der deutschen Regierung die beiden „Söhne ter schwarzen Berge" nach Berlin zu führen, um mit Hilfe Dr. Dopgens besonderer Aufnahmetechnik ihre altertümlichen Gesänge auf Kupferplatten zu bannen und sie so auch für die Nachwelt zu erhalten.
Ein Lingemeindungs - Skandal.
In ter Schweriner Sta dtoe ro rdne te n ver- sammlung wurden überaus schwere Vorwürfe wegen Korruptionen erhoben, deren sich die Ge- meinteoerwaltung O st o r f kurz vor ter am 1. Januar erfolgten Eingemeindung dieser Ortschaft in die Stadt Schwerin schuldig gemacht haben soll. Die Vorwürfe, die sich in erster Linie gegen den früheren Ostorfer Gemeindevertreter, jetzigen Stadtverordneten, Peters, richteten, verursachten ungeheure Erregung und führten zu Tumultszenen, wie sie das Haus seit vielen Jahren nicht erlebt hat. Es wurde der Gemeindeverwaltung Ostorf u. a. vor- geroorfen, daß das Gemeindevermögen vor der Eingemeindung unter den Oftorfern auf geteilt worden sei, wobei die vier Ge- meinteoertreter und der Ortsoorfteher sich f e I b ft den Löwenanteil zu geschanzt hätten. Ende vorigen Jahres sollen die Gemeindegrundstücke zum Teil an Ostorfer, zum Teil an das Amt Schwerin für geringe Summen D€ r» kauft und außerdem die im Besitz der Gemeinde befindlichen Grund schulden und Hypotheken von etwa 10000 Mari dem Amte übereignet worden fein. Hierfür habe sich das Amt oer- pflichten müssen, allen Ostorfer Grundstücksbesitzern wesentliche Beihilfen für die Kosten ter nach ter Eingemeindung notwendig gewordenen Was - serleitungs- und K a n a l i s a t i o n s a n- tagen zu gewähren. Schließlich hätten sich die Gc- meinteoertreter und der Ortsoorsteher eine Son- derzulag« a l s Aufwandsentschädigung bewilligt. Der Rat ter Landeshauptstadt Schwerin hat die Angelegenheit in einer Eingabe dem mecklenburgischen Staatsministerium zur Beschlußfassung übergeben.
tigen Tages tourte das Auto durch Hochtoinden des Wagens, Llnterschieben von Bohlen, Eisen- platten usto. wieder instand gesetzt, die Fahrt fortzusehen. Das Auto blieb unversehrt. Den Führer des Wagens trifft keine Schuld.
§ Saubringen, 14. Febr. Im Alter von 74 Iahren starb hier Altbürgermeister Wilhelm Walther VI. und tourte heute unter sehr zahlreicher Beteiligung zur letzten Ruhe bestattet. 33 Iahre lang hat er in seltener Gewissenhaftigkeit, Treue und Llnparteilichkeit das Bürgermeisteramt geführt. 40 Iahre lang gehörte er dem Gesamtkirchenvorstante Kirchberg als Kirchenvorsteher an. Während seiner Dienstzeit tourten u. a. in unserer Gemeinde die Feldbereinigung, die Lumdaregulierung, die Anlage einer Wasserleitung und der elektrischen Lichtversorgung durchgeführt, sowie ein stattliches Schulhaus gebaut. Die Grabrede hielt Pfarrer Geis (Lollar). Kränze tourten niedergelegt von Bürgermeister Preis für die Gemeinde Daub- ringen, Förster Braun für die Gemeindebedien- steten, Wilhelm A l b a ch für den Vorstand des Kleinkinderfreuntes. dessen Mitbegründer und Förderer der Verstorbene wär. Bürgermeister Schmidt (Lollar) für den Gesamtkirchenvorstand Kirchberg, Direktor K e y d e l von der Firma Scheidhauer und Gießing (Mainzlar). Präsident Wilhelm Roth für den Gesangverein Saubringen.
Z Allendorf a. d. L d a., 14. Febr. Bei der gestrigen Holzfubmission der hiesigen Stadt wurden folgende Höchstpreise pro Festmeter erzielt: für Eichenstämme: 2. Klasse 34 Mark, 3. Klasse 47 Mark. 3a-Klasse 58 Mark, 4. Klasse 65,10 Mark, 4b-Klasse 86,15 Mark, 5. Klasse 85.25 Mark. 6. Klasse 96,25 Mark. 6a-Klasse 120,56 Mark. Für Fichtenstämme: 3a-Klasse 36 Mark, 4. Klasse 43 Mark, 4a-Klasse 42 Mark, 5. Klasse 55 Mark. Für Kiefernstämme: 1. Klasse
er ihr: daß feine beginnende Bewerbung um jene junge wohlhabende Baronesse ihn nicht gehindert habe, seine kleine Freundin mitzubringen, die ihm in Bezay die Langeweile vertrieben habe. Nur suchte er noch nach einem Quartier für seine „petit femme". Ein Quartier, das tem {einigen nahe lag und ihn dennoch nicht zu kompromittieren vermöge, falls er offiziellen Besuch etwa aus den Kreisen jener freiherrlichen Familie erhalte?
Da gab ein Wort das andere, und Mademoiselle Ieanne Dubois hatte tem Franzosen die Etage einer Dame genannt, die sich befleißigte, äußerlich den tadellosen Ruf zu wahren, und bei der es dennoch lustig zuging, und bei ter man jederzeit- Unterkunft fand. Diese Dame wohnte unmittelbar nebenan von Ieanne Dubois. So wurde bei ihr jetzt die Neugier immer wacher, einmal nachzufragen, ob ter Franzose tatsächlich seine mttgebrachte Freundin in dem von ihr genannten Quartier untergebracht habe. Wenn das der Fall war, so würde es ihr ein leichtes fein, diesen Franzosen unauffällig zu überwachen und sich im stillen einen Reim darüber zu machen, daß er sich zu gleicher Zeit unverschämt um die Hand ter jungen Baronesse bewarb!
Dann riß sie sich wieder aus den Gedanken auf. Das Gespräch unmittelbar vor ihr zwischen den beiden Herren ging weiter. Mit einiger Mühe gelang es ihr, durch Kombinationen den Faden des Gehörten wieder zu knüpfen.
„Wenn ich von hier weggehen sollte, Fritz, dann vertraue ich dir meine Schwester an! Du darfst sie nicht aus den Augen lassen. Denn immer hoffe ich noch, daß sie wenigstens die Klarheit besäße, sich als Elsässerin zu behaupten!"
„Wie kann ich — wie darf ich mich ihrer annehmen, Raymond, wenn sie im Begriffe ist, einen Franzosen zu wählen?"
„So weit ist es noch nicht! Gleich heute noch werde ich veranlassen, daß von hier aus genaue Erkundigungen über diesen Monsieur Bouvier eingezogen werden. Gerade über seine moralischen Qualitäten! Ich werte dich über meine Resultate auf dem laufenden halten!"
Siebentes Kapitel.
Monsieur Jean Paul Bouvier verstand es vor- trefflid), sich in die freiherrlich Hammerschlag - Wel- zinsche Familie einzunisten.
29 Mark, 2a°Klasse 34 Mark, 2b°Klasse 37 Ml.. 3a-Klasse 62 Mark. Für Fichtenstärnme: 1. Kla se
30,26 Mark, Ib-Klasse 31,76 Mark, 2a-Kla se
36,56 Mark, 2b-Klasse 39,76 Mark, 3a-Kla se
42,06 Mark, 3d-Klasse 46,10 Mark, 4a-Kla se
46,10 Mark, 5a-Klasse 48 Mark. Sie Nachfrage war sehr stark. Es lagen 33 Angebote vor. — Am Samstagabend hielt der hiesige Geflügelzuchtverein fein diesjähriges Wintervergnügen in den Raumen der hiesigen Bahnhofswirtschaft ab. Nach einer kurzen Ansprache des Bor- sitzenden Nachtigall vergnügten sich die Teil» nehmer bei Tanz und Vorträgen.
Aus dem unteren Lumdatal, 13. Febr. Am Sonntagnachmittag führte ter Paddler Parlow aus Collar, das Hochwasser ausnutzend, eine Erkundungsfahrt im Faltboot auf der Lumda aus. Er begann seine Fahrt, sicher die erste auf der Lumda, in Allen- dvrf und gelangte ohne Unfall nach LoUar. ■@r konnte die ganze Strecke auf dem Wasser zu- rücklegen, mit Ausnahme einer Stelle, wo die Strömung zu stark war. Bei gewöhnlichem Wasserstand dürfte die Fahrt nicht.möglich sein, da die Lumda an vielen Stellen zu seicht ist. Natürlich erregte das Fahrzeug viel Aufsehen.
~ Bersrod, 14. Febr. Landwirtschafts- rat Trautmann, Direktor des Landwirt- schastsamtes Grünberg, hielt hier in gut besuchter Versammlung einen Vortrag über „Iung- Viehaufzucht und Milchviehhaltung". Der Redner befaßte sich mit den Maßnahmen bei der Iungviehauszucht. Eine gehaltreiche Fütterung, Bewegung im Freien und Sauberkeit in den Stallungen sind Grundbedingungen, insbesondere im ersten Aufzuchtjahr. In den weiteren Ausführungen verbreitete sich Direktor Trautmann über die sachgemäße Milchviehhaltung. Hier kommt es darauf an, daß das Vieh eine besondere Pflege und Haltung erfährt, neben einer gehaltreichen, eiweißreichen Fütterung. Im allgemeinen wird viel zu viel Vieh gehalten, das nicht immer die genügende Ernährung bekommt. Vorteilhafter ist es. weniger Vieh zu halten und dies gut zu ernähren. Sie Leistung wird sich dann steigern lassen. Bürgermeister Decker, der die Versammlung leitete, dankte Direktor Trautmann für seinen interessanten Vortrag. Sie Aussprache über das Vortragsthema war recht anregend, jedoch wurden auch andere Fragen behandelt und vom Redner beantwortet. Hofgutsbesitzer N e u - met)er (Winnerod) ermahnte die Landwirte zur Einigkeit, denn nur durch Zusammenhalten und Einigkeit könnte die Landwirtschaft auch wieder besseren Zeiten zugeführt werden. Direktor Trautmann dankte er nochmals für seinen lehrreichen Vortrag.
Q Göbelnrod, 14. Febr. Ser Gesangverein „Eintracht" hielt am Sonntagabend im Saale des Gastwirts Schultheiß einen Theaterabend ab. In seiner Begrüßungsansprache kam der 1. Vorsitzende auf das 25jährige Ver- einsjubiläum zu sprechen, das in diesem Iahre am 28. Mai festlich begangen wird. Er bat die Anwesenden, Wohl dafür zu sorgen, daß das Sorf im schönsten Festschmuck prange, nicht aber Ausgaben zu machen, die über die Verhältnisse hinausgingen, so daß nach dem Fest nur schöne Erinnerungen, nicht aber ungedeckte Schulden zurückblieben. Ein Theaterstück tourte von den Spielern gut zur Aufführung gebracht, so dah es großen Beifall bei den zahlreichen Zuhörern fand. Daran schloß sich noch ein Lustspiel an. Umrahmt tourte der Abend von einigen Chören des Vereins, die er unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, Herrn M ö b u s (Reiskirchen), gut zum Vortrag brachte. Der übliche Tanz bildete den Schluß.
is. Steinbach, 14. Febr. Bei tem großen Brande im Iahre 1842 tourte der größte Teil unseres Dorfes und auch die damalige Kirche ein- geäschert. Untere jetzige schöne Kirche, eine Zierte unseres Dorfes, tourte nachdem gebaut und 1848 eingetoeiht. Im Jahre 1897 wurde eine äußerliche Reparatur durch Maurermeister Kehler, Annerod, vorgenommen, bei der alle öertoefterten Steine entfernt und ersetzt wurden. Innere Fehler, die schon vor längeren Jahren entdeckt wurden, konnten bis dahin noch nicht ausgebessert werden, da die angesammelten Gelder in der Inflation verlorengingen. Die innere Reparatur läßt sich nun nicht mehr hinausschieben, da Gefahr besteht, daß Teile der Decke in das Schiff herunterfallen können. Der
Mit Mißbehagen verfolgte Raymond die Der- schiebung der ganzen Verhältnisse zu Hause. Auch selbst wenn seine Schwester Melusine nicht ihren Wortbruch an seinem Freunde Dietwart um dieses Franzosen willen verübt hätte, so wäre ihm Monsieur Bouvier unsympathisch gewesen. Er zwang sich leibst, möglichst bei den ersten Zusammenkünften yi- gegen zu sein, bei denen Bouvier eingeführt wurde: bei einer Einladung seiner Mutter, nachdem Sou» vier seinen offiziellen Antrittsbesuch gemacht, droben bei Onkel Camille und Kusin Atteste, und dann bei einem kleinen Souper en famille draußen bei der Grandmama auf Schloß Hammerschlag.
Bei dieser Gelegenheit gab Raymond in ter Haupt- fache den schweigsamen Beobachter ab. Die selbstgefällige Sicherheit, die Bouvier als Vollblutfran- zosen zu eigen war, und die er hier um so mehr zur Schau trug, cis er sich des guten Eindruckes bewußt war, den er gleich bei der ersten Visite bei der alten Baronin, ter Patriarchm der Familie, erzielt, stieß Raymond ab. Sie stand so ganz im Gegensatz zu ter immer korrekt-höflichen und ritterlichen Haltung, welche Dietwart in diesem Familienkreise bewahrt hatte, selbst als er bereits im geheimen als ter erwählte Zukünftige von Melusine galt
Das Ergebnis einer nutzlosen Unterredung war, daß Raymond sich noch intensiver, als er es ichon bisher getan, mit einem gewiegten Privatdetektiv in Verbindung setzte, um ten Spuren des Monsieur Bouvier nachzugehen. In der Hauptsache über die Haltung, die Bouvier in Bezay droben bewahrte, sowie auch über den Ruf und das Anssben, das Bouvier in seiner Heimatstadt, drunten in der Provence, genoß.
Kurze Zeit daraus, das Weihnachtsfest stand vor ter Tür, fand Raymond einen Brief seiner Großmutter, ter an Melusine gerichtet war, und den seine Schwester im gemeinsamen Wohnzimmer offen auf ihrer Stickerei liegen gelassen hatte. Ohne besondere Neugierte überflog Raymond die Zeilen. Er sah auf den ersten Blick, es handle sich um eine Verabredung, wie man die verschiedenen Weihnachtsfeiertage in ter Familie verteilen und verleben wollte. Da wurde auch sein Interesse lebendiger, fühlte er doch, es würde bestimmt das letzte sein, dis er in seiner Heimat hier verlebte!
(Fortsetzung folgt)


