große
Stimmen gewählt, ein Beweis für die Achtung, die er im Lande genießt.
hältnisie kam ihm bei der 1917 erfolgten Wahl zum Bundesrat sehr zustatten. Obgleich Dr. Hcmb nie dem Parlament angehört hatte, wurde er gleich im ersten Wahlgang mit 165 von 208 gültigen
Die Wahl -es Zlamenführers Borms für ungültig erklärt.
Brüssel, 13. Dez. (WD.) Der mit der Prüfung der Wahl in Antwerpen beauftragte Parlamentsausschuß hat mit allen Stimmen gegen diejenige eines Frontparlellecs beschlossen, die Wahl des Flamenführers Dorms für ungültig zu erklären. Cr wird am Dienst ag eine neue Sitzung abhalten und die Ausführungen eines Vertreters des Ministeriums des Innern zur Frage der Devolution von Kammersitzen anhören. — Die Studenten der Universität L ü t- t i ch haben gegen die Wahl von Booms m a n i - festiert. In Brüssel zogen Studenten gegen das Geschäftshaus einer flämischen Zeitung und vor das Dureaugebäude dec sozialistischen Zeitung „Le Peuple" und stießen leideirschastliche Rüfe aus. Hieraus begaben sie sich vor das Geschäftshaus zweier anderer Blätter und stimmten die belgische Nationalhymne an. In Löwen haben gestern abend die ehemaligen Frontkämpfer eine große Kundgebung gegen die Wahl von Booms veranstaltet. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet.
Deutscher Reichstag.
Aufarbeiien vor den Weihnachtsferieu.
Berlin, 14. Dez. Im Reichstage kam heute endlich die Vorweihnachtöstimmung zum AuS- druck. Dicht nur die Ausschüsse, sondern auch das Plenum suchte auszuarbeiten, was irgend zu schaffen war. In rascher Folge erledigte das Haus die Anträge zur A o t l a g c der Winzer, die Anträge zum Grunderwerbssteuergesetz, wobei beschlossen wurde, daß die Sondersteuer aus Fideikommisse und andere Grundstücke der sogenannten Toten Hand vorläufig nicht erhoben wird. Die dritte Novelle zur Unfallversicherung konnte ebenfalls endlich verabschiedet werden. Dabei stritt man sich noch einmal um die Versicherung des kaufmännischen Personals dec Fabriköetriebe. Schließlich wurde ein Komptomißantrag ange- nonimen, nach welchem die Kaufleute nur dann versicherui^gspflichtig sind, wenn dieBerwaltunas- abteilung in einem mit dem Zweck des Deirsieoes tn Zusammenhang stehenden örtlichen Derhältnis stcht. — Das neue Gesetz über die Sonders ü r -
Die Krankheit König Georgs. Immer noch ernste Besorgnis für das Leben detz Monarchen.
London, 13. Dez. (TäT) Das Befinden des Königs war bis zum Spätabenb des Donnerstag den Umständen entsprechend zufrieden stel- lend. Die außerordentliche Schwäche und die beträchtlichen Vergiftunaskeime im Blut geben aber weiter Anlaß zu größter Besorgnis. Die Aerzte sind heute nachmittag frühzeitig in den Palast zurückgekehrt, haben jedoch noch keinen weiteren Bericht herausgegeben.
Amtlich wird folgende Erläuterung gegeben: Trotz der erfolgreichen Durchführung der Operation hält die Besorgnis in der Umgebung des Königs an. Die im Morgen bericht erwähnte beträchtliche Schwache verursacht den Aerzten große Besorgnis, obwohl sie lediglich daS natürliche und erwartete Ergebnis der gestrigen Operation darstellt. Die Schwäche wirb als nicht übermäßig alarmierend bezeichnet, aber eS wird betont, daß für die nächsten Tage die Besorgnis um das Leben des Königs a n h a l t e n muh, bis sich endgültig zeigen wird, ob der König ausreichende Kräfte besitzt, um die Schwäche zu überwinden. Die unmittelbare Lebensgefahr, die vor der Durchführung der Operation bestand, besteht im Augenblick für die nächsten Tage noch fort.
Der Prinz von Wales verbleibt für unbestimmte Zeit in London und übernimmt keine weiteren öffentlichen Berpftichtungen. Wie von einer mit den Dingen wohlvertrauten Persönlichleit in der Umgebung des Königs verlautet, beftanb 24 Stunden vor der Durchführung der Operation nur noch sehr geringe Hoffnung für das Leben des Königs. Wan hofft, daß eine Wendung zum Besseren eintre* 'en wird, wenn der König in der Lage ist. die Tchwächegefahr in den nächsten 24 Stunden zu überwinden.
Oie Slowaken wollen einen eigenen Staat.
Los von Prag.
Berlin, 14. Dez. (TU.) Wie aus Wien gemeldet wird, hat sich in der Slowakei ein Aktionskomitee unter dem Namen „Slowakische General st aalen" gebildet, das die absolute Selbständigkeit der Slowaken unter einem eigenen Reichsverweser an strebt. Diesem Aktionskomitee gehören hervorragende Persönlichkeiten deS slowakischen Volkes an. Es hat am 14. November entscheidende Entschlüsse gefaßt, die bisher gebeimgehalten worden und erst heute allen StaatsmnzlÄen sowie dem Völkerbund übermittelt worden sind. Die Hauptpunkte sind folgende: „Die Slowakei scheidet auf friedlichem Wege aus der Tschechoslowakischen Republik aus und wird zum selbständigen unabhängigen Staat unter fern Schutze des Völkerbundes. Der Staatsverweser wird ermächtigt, Karpatbo-Ruh- k a n d in das zu gründende Staatsgebilde aufzu- nehmen. wobei dem russischen Brudervolk eine f-en englischen Dominions ähnliche staatsrechtliche Stellung gesichert wird. 3n dec Einleitung zu den Beschlüssen heißt es: Die Slowaken sind ent- schlo fen, zur Aufrechterhaltung des Daseins ihrer Nation zu denWaffenzugreifen. Da der pcnrtschechische Wahnsinn nicht nur Slowaken gefährdet, sondern auch eine ständige Gefahr für den europäischen Frieden bedeutet, flüchtet die slowa- lische Nation auS historischer Notwendigkeit zu dieser Nnllonstruktion, um ihre nationale Existenz zu retten. Das slowakische Volk hat sich freiwillig den Tschechen angeschlossen und Hot das Recht, infolge der Verletzung der Anschlußbedingungeu, diese als automatischgelöst zu erklären. “
Oas Kirchensteuergesetz im Hessischen Landtag.
Darm ft abt, 13. Dez. Präsident Delp eröffnet die 32. Sitzung um 10.15 Uhr und bringt ein Dutzend vom Ausschuß erledigte Eingaben dem Plenum zur Kenntnis.
Von der Regierung wird erklärt, daß nach wie vor an der Abstellung der M i ß st ä n d e bei den v°Straßen zusammen mit den Provinzen Jiearbeüet werde. Em Antrag betreffend Neufest- cijung der Stromtarife bei den elektrischen leberlanbanlagen insonderheit in Oberhessen ist durch die inzwischen erfolgte Dteuregelung erledigt. Für die Instandsetzung der Kühlanlage der i)eU- und Pflegeanstalt Gießen werden 21 300 Mark bewilligt, für Erneuerung der Haupt- kraftmaschinen und Laboratoriumseinrichtungen an der Technischen Hochschule Darmstadt wird von dem Gesamtbetrag von 742 500 Mark ein Betrag von 300 000 Mark gegen tue Stimmen der Deutschnationalen, der Volksrechtpartei und des Bauernbundes genehmigt. Ein Betrag von 9587 Mark für das Defizit der Ausstellung „Alte Kunst am Mittel' rhein" wird gegen Bauernbund und Volksrechtpartei bewilligt. Der Betriebskredit der Technischen Hoch« schule Darmstadt wird um 30 000 Mark erhöht.
Die von Zentrumsabgeordneten gewünschte generelle Befreiung Ian dwirtschaf t- licher Fahrzeuge von der Deleuch - t u n g S p f l i ch t in den in der Straßenverkehrsordnung vorgesehenen Ausnahmefallen wird von den Abg. Weckler (Ztr.). Schott (D. Dp.). Dr. Müller (Dbd.) und Angcrmeier (Komm.) befürwortet, während die Aog. Lux (S.), Ritze! (6.), Eberle (Sem.) und Staatsrat Reitz gerade im Interesse der Landwirte die Sicherheit für daS eigene Leben und für den gesteigerten Verkehr auf den Straßen durch die Beleuchtung für unbedingt notwendig halten. Als der Abg. Glaser eine DerkehrSordming für die Fußgänger gegenüber dem Autoverkehr wünscht und sich dabei einige Stllblüten leistet, entsteht im Haus und auf den Tribünen große Heiterkeit, zumal die Beleuchtung deS Haules ver'agt. Der Antrag wird gegen Bauernbund, Zentrum, Deutschnationale, DolkSrechtSpactci und Kommunisten abgelehnt. Die Abstimmung wird an*
sorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit konnte noch nicht verabschiedet Werdern In später Abendstunde wurden die Abstimmungen darüber auf Freitag vertagt. An diesem Tage soll auch die Beratung des S ch a n £- stättengesetzes und einer großen Anzahl internationaler Verträge sowie anderer kleiner Vorlagen erfolgen.
Endlich ein Oemonstrattons- verbot für Berlin.
Ter Polizeipräsident untersagt Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge.
Berlin, 13. Dez. ($11.) Der Polizeipräsident teilt mit: Durch eine Bekanntmachung vom 13. Dezember 1928 hat der Polizeipräsident auf Grund des Artikels 123, Absatz 2 der Reichsverfassung bis auf weiteres für den Ortspolizeibezirk Berlin alle Versammlungen unter freiem Himmel einschließlich aller Umzüge wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit mit folgender Begründung verboten:
In der letzten Zeit haben in Berlin öffentliche Straßenkuirdgebungen fortgesetzt zu schweren, blutigen Ausschreitungen geführt, die in mehreren Fällen sogar den Verlust von Menschenleben zur Folge gehabt haben. So ist zuletzt am 9. Dezember d. I. gelegenllich eines Demonstrationszuges des Roten Front- kämpferbunLes in Terlin-Karlshorst der zwei- undzwanzigjährige Referendar Günther Schaffer von politischen Gegnern überfallen und erstochen worden. Die Art, tn der die radikalen Organisationen diese Vorfälle in ihrer Presse und in Aufrufen behandeln, läßt eine weitere Aufpeitschung der politischen Leidenschaften und damit die Gefahr vermehrter blutiger Zusammenstöße befürchten. Alle Umzüge und überhaupt alle Versammlungen unter freiem Himmel bedeuten daher zur Zeit eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit Berlins.
Severings Vermittlungsattion.
Besprechungen mit den Parteien.
Düsseldorf, 13. Dez. (WTD.) Im Lause des heutigen Vornnttags haben die Besprechungen des Reichsministers des Innern S e v e r i n g mit den Vertretern der Metallarbeiter- verbände zur Beilegung deS Lohnkonfliktes in der Nordwest gruppe begonnen. Laut „D. T." erilärte Reichsminister Severing in einer Unterredung, daß die jetzigen Besprechungen in Düsseldorf hauptsächlich informatorischen Charakter hüllen, um die eingereichten brieflichen Unterlagen beider Parteien durch eine mündliche Aussprache zu ergänzen. Nach der jetzigen Sachlage werde unter allen Umständen ein Schiedsspruch gefällt werden: Entscheidungen werden jedoch nicht in Düsseldorf, sondern in Berlin erfolgen. Severing gedenkt am Samstag wieder zuÄckreisen. Zu den gestrigen Besprechungen teilt daS Blatt mit, daß im Gegensatz zu den früheren Verhandlungen diesmal die Frage deS Arbeitszeitabkommens, das von den Arbeitgebern bekanntlich gekündigt worden ist, in die Erörterungen einvezvgen wurde. Morgen wirb der Minister eine Reihe von Werken besichtigen. Infolgedessen sind die Besprechungen mit den Vertretern der Arbeitgeber auf Samstagvormittag verschoben worden.
Oie Lohnbewegung
in der sächsischen Textilindustrie.
Berlin, i-L Dez. (Priv.-Tel.) Wie der Dresdner Mitarbeiter der „Börsen-Ztg." zuverlässig erfährt, haben der Vorstand und die Große Lohniommission der westsächsischenTextilindustriellen beschlossen, eine Generalversammlung der westsächsischen Textilindustrie einzuberusen. Der Zweck dieser Generalversammlung wird fein, eine Kündigung der gesamten Textilarbeiterschaft des westsächsischen Industriegebietes oorzunehmen. Heute lief die Frist für die Erklärung der beiden streitenden Parteien in der ost sä chsjschen Textilindustrie zum Schiedsspruch ab, der eine Erhöhung von 5 o. H. vorsah. Die Arbeitgeber haben ebenso wie die Arbeiter die Erklärung abgegeben, daß sie den Schiedsspruch a b l e h n e n.
gezweifelt, jedoch mit 27 gegen 26 Stimmen erneut bestätigt. Es folgt
die erste Beratung des üirchensieuergesehes.
Abg. Dr. Müller (Dbd.) erklärt die Ablehnung seiner Fraktion zu dein Entwurf in der gegentoär.igen Fas,ung, weil zu der Besteuerung auch Zuschläge zu her Grund- und Gewerbesteuer neben der Vermögenssteuer und Kopfsteuer heran- gezogen werden können. Für die örtlich« Kirchensteuer wolle er diese Zuschläge jedoch zugcstehen.
Abg. Schott (D. Dp.) erllärt die Zustimmung seiner Frallion zu dem Entwurf. In Anbetracht der schlechten Finanzlage der Kirche seien manche Bedenken zurückgestellt worden. Wenn bas Ober- gutachten der Landesuniversität über die Auseinandersetzung deS Staates mit der Kirche bis zum neuen Etat nicht vorliege, werde seine.Partei eine ausreichende Erhöhung deS Staat?zuschusses für die Kirche beantragen.
Staatspräsident Adelung stellt fest, baß die Regierung verpflichtet sei, gemäß der Reichsverfassung die steuerliche Grundlage zu geben. Reben den Kirchen würden auch alle anderen öffentlichen Aeligionsgesellschaften erfaßt. Die Staatszuschüsse würden aus Grund rechtlicher Ansprüche, die zur Zeit juristisch geklärt würden, an die Kirchen gegeben.
Abg. Kaul (Soz.) ist erfreut, daß sein Vorhaben, alle Deligionsgesellschaften a 18 gleichberechtigt zu betrachten, sich durchgefetzt hat. Dieses durch die Reichsverfassung und Äeichs- gesetze begründete Gesetz andere nichts an dem grundsätzlichen Standpunkt der Sozialdemokratie, daß die Religion Privatsache sei. Im übrigen sei die Kirchensteuer die einzige Steuer, die man mcht zu bezahlen brauche, wenn man sie nicht zahlen wolle.
Abg. Schreiber (Dem.) bedauert die Haltung deS Bauernbundes, bei dem anscheinend die Religion aufhöre, wo der Geldbeutel anfange. Bedauerlich im Interesse der Erhaltung des ehelichen Friedens sei eS, daß der Mann für die Steuer der Frau haftbar gemacht werden solle, waS nur die Kicchenaustrittsbewegung fördere.
Abg. Pfarrer 311 c (Z.) erblickt toleranter» weise gewisse Mängel in dem Gesetzentwurf, findet sich aber damit ab. Wenn die Kirche Steuern erhebe, geschehe das, weil man der Kirche große Güter genommen habe, weil man aber die Geistlichen und Angestellten besolden und die Einrichtungen erhalten müsse. Ein Kaplan erhalle z. D. nur 2800 Mark Gehalt. Der Bauernbund möge doch feine Haltung noch einmal revidieren.
Nachdem noch die 2Ü>g. Axt (V. R. P.) und Dr. Müller (Dbd.) g^prochen haben, wendet sich Ministerialrat W e i s s e n b a ch gegen den Antrag des Bauernbundes. Aus den Zuschlägen zur Einkommensteuer würden allein 2 Millionen Mark erhoben. Es sei dabei vocgekommen, daß der Knecht mehr Steuern zahlen müßte als der Dauer selbst. — Die Abstimmung zur damit beendeten ersten Lesung wird auf morgen vertagt.
DerendgüttigeAeichSbahnverwaltungSlat
Berlin, 14. Dez. (Priv.-Tel.) Wie wir erfahren, sind die Verhandlungen um die endgültige Verteilung der Sitze im Verwaltungsrat der Reichsbahn jetzt so weit gediehen, daß mit ihrem Abschluß auf jeden Fall noch in dieser Woche za rechnen ist. Unter den neuen Männern 'befindet sich vor allem das Vorstandsmitglied der Disconto- Gesellschaft, Bankdirektor S o l m ß e n, den dar preußische Staatsministerium als seinen Vertreter vorgeschlagen hat und der somit den freigewordenen Platz Dr. Luthers in Zukunft einnimmt. Welter wird als Vertreter der Arbeitnehmer auch der Lokomotivführer Hermann aus Nürnberg mit einem Sitze bedacht werden und schließlich werden zwei weitere Sitze neu geschaffen werden, wobei es bis jetzt noch nicht klar ist, ob aus diese Weise die übrigen Landeransprüche befriedigt werden können. Es ist aber damit zu rechnen, daß diesen Ansprüchen doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen wird.
Mecklenburgs Selbständigkeit.
Schwerin, 13. Dez. (WTB.) Ministerpräsident Schröder aaö im Landtag in Beantwortung einer Großen Anfrage der deutschnalio- naven Fraktion eine Erklärung zur Frage der etwaigen Ausgabe der Selbständigkeit Mecklenburg-Schwerins ab. Er führte u. a. au-, daß die Staatsregierung mit den zuständigen Stellen im Reiche bereits Verhandlungen wegen Aendecung und Verlängerung des Finanzausgleichsgesetzes mU dem Ziele der Aufrechterhaltung der Selbständigkeit Mecklenburg-Schwerins führe. Von den Deutsch- nationalen wurde der Antrag eingebracht: Die Erklärung der Regierung entspricht nicht der Auffassung des Landtages.
Aus aller Wett.
10 Jahre Rerchsbund der höheren Beamten
Wenn der Reichsbund der höheren Bcainten sR.h.B.) Anfang Januar in Königsberg (Ostpreußen) zu seinem diesjährigen Bundestage zusammentritt, könnte er, tote man uns mitteiif, cas zehnjährige Bestehen des Bundes festlich feiern. Denn am 8. Oktober waren zehn Jahre feit der Gründung des „Bundes höherer Beamter", aus dem such der „Leichsbund der höheren Beamten" entwickelte, Der](offen. Dezember 1518 gründete der „Bund der höheren Beamten" zusammen mit den größeren Fachverbänden mittlerer und unterer Beamten den „Deutschen De- amten-Bund" (D. B. B.). Doch währte die Zu- lammenarbeii infolge grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten in mehreren Fragen nur vL Jahr. War auch der „R. h. B." im Jahre 1921 auf 162 Verbände mit 50 000 bis 60000 Mitglieder angewachfen, so standen doch noch große Gruppen, wie der Preußische Richterbund, der Berufsverein höherer Derwaltungsbeamten, die höheren Kommunalbeamten u.a. außerhalb des Decbandes. Da diese ihren 'Beitritt von einer grundsätzlichen Aenderung der Organtsaiionsfonn abhängig machten, wurde nach langwierigen Verhandlungen am 7. Januar 1921 der „Bund höherer Beamten" zum ..Reichsbund der höheren 'Beamten“ umgestaltet und Rerhsminister a. D. Dr. Scholz zum 1. Vorsitzenden gewählt. Damit waren die höheren Beamten fast sämtlich im R. h. D. vereinigt und die Mitgliederzahl stieg auf rund 100 000. Die Zell der Inflation war auch für die höheren ‘Beamten die Zeit schwerster Wirtschaftlicher Sorgen. Als die feste Wahrung ins Loben trat, betrug das Gehalt der höheren Beamten kaum ein Viertel des Vorkriegsg-Hallcs. Es bedurfte jahrelanger Kämpfe, erträgliche Bet*
hältnifse zu schaffen; auch beim letzten Besoldungsgesetz ist es nur gelungen, etwa 80 Prozent des Realwertes der Vorknegsgehäller für die hoho ien Beamten zu erkämpfen. So bleibt es dem A. h. B. auch für die Zukunft nicht erspart, in der Frage der Besoldung seiner Mllgliedec viele wertvolle Kräfte zu verzehren. Als seine Hauptaufgabe sieht aber der Bund die Erhaltung eines unbestechlichen tüchtigen Becufsbeanllentums an, das wissenschaftlich auf der Höhe steht und unbeirrt von Dacteieinflüssen feine ganze Kvast in den Dienst des Bolles stellt, linier diesem deid^n Wird auch die Tagung in Königsberg stehen, deren Hauptvortrag die Stellung deS Beamten im neuen Staate behandeln wird.
Religiöse Selb|1opfetuog in Mexiko.
Ein tragisches Menschenopfer kennzeichnete das Fest der Jungfrau von Guadeloupe, der Schutzheiligen von Merito. Eine große Menschenmenge hatte sich um die Kirche der kleinen Stadt San Angel, wenige Meilen von Mexiko entfernt versammelt, wo General Obregon tm letzten Juli ermordet worden war. Plötzlich begannen die Glocken leise zu klingen und wurden lebe Minute lauter. Als sie verstummten, erschien ein Mann, der sie geläutet hatte, auf dem Balkon des Turmes. Nach einet Geste, die um 2iuhe ersuchte, begann et eine Ansprache an die Menge zu hallen. Er sagte:-^Dies ist der Tag unserer lieben Frau von Guadeloupe. Ich bin der Jungfrau ergeben und will ein Opfer Au ihren Ehren barbringen.“ Die Menschenmenge machte sich über ihn lustig. Darauf schrie er: „WaS, ihr nehmt mich nicht ernstI Nun gut, ich werbe in biesem Augenblick sterben." Mll Viesen Worten warf et sich vom Ballon hinunter mid war sofort tot.
Raubüberfall In einem Postamt.
3n Wendina (Schwaben! traten abends kurz vor 6 Uhr, als sich kein Publikum mehr im Postamt befand, zwei junge Burschen im Alter von etwa 20 Jahren mit vorgehaltenen Revolc?n» an den Postschalter und forderten den De- amten auf, den Inhalt der Schalterkassen herauszu- acben. Da sich der zweite Postbeamte zur Abgabe der Post auf dem Bahnhof befand, leistete der bedrohte Beamte keinen Widerstand und mußte Zusehen, wie die Räuber die Po st fasse entleerten und dann eiligst verschwanden. Ungefähr 600 bis 700 Mark fielen ihnen in die Hande. Der Beamte verständigte sofort die Gendarmerie, die die Verfolgung aufnahm. Die Täter konnten noch nicht ergriffen werden.
Oie Wetterlage.
Donnerstag
io
N
A-1 o T
0Nöntef*eiQ «eiter •«em««. e«ede<*t e*eee*
# Sehnet <, 6r»vee<r. ««ebei X St Witter @wiadM»«c. «Q~ $eW eichtet 0$i £ <r>is$iot' Svesuoweii Q Murmijcne» *ordWciB Wt Heue fiieoen m>t dem winde Oie eeeen iuuonee stehenden Zeiten dcOtn d'k Temperatur «n 0w Lime« QfW eut eUKM*
♦jif fleerw-wea# eeMiMoeiee Lwrt*e«e
Wettervoraussage.
Die Luftdruckverteilung zeigt eine weitere Zunahme über Skandinavien und das Herannayen eines Druckfallgebietes im Westen. Mitteleuropa liegt noch im Bereiche des seitherigen Druckstörungs- einslusses, der dcm herrschenden Willerungscharakter zunächst wenig Aenderung aibt. Das westliche Tief durfte später Einfluß auf die Wetterlage gewinnen.
W e t t e r v o r a u s f a g e für Samstag: Wolkiges Wetter mit Ternpecaturen um Aull unb darunter, einzeln« Schneefälle.
Witterungsausfichten für Sonntag: 3m allgemeinen wenig Aenderung b«S Witterungscharakters.
Lufttemocroturen am 13. Dezember: mittags 0,9 Grad Celsius, abends —0,6 Grad Celsius: am 14. Dezember: morgens —1,4 Grad Celsius. Maximum 1,1 Grad Celsius, Minimum —1,8 Grad Celsius. — (5röter peraturen am 13. Dezember: abends 1,5 Grad Celsius: gm 14. Dezember: morgens 1,2 Grad Celsius. — Niederschlag 1,4 Millimeter.
Winter-Sportnachrichten der Hessischen DelrerdienstsleUe.
Vogelsberg (Hoherodskopf): Wetter: heiter, lenweratur: minus 5 Grad Celsius, Schneehöhe: 20 Zentimeter, Beschaffenheit: pulverig, Sportmög- lichkeit für Ski: sehr gut.
Odenwald (Tromm): Leichter Schneefall, minus 3 Grad Celsius, 10 Zerttimeter Schnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel vorhanden. — Reukircher Höhe: Leichter Schneefall, minus 3 Grad Celsius, 10 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski- und Rodel-Sportmöglichkeit vorhanden.
Sauerlanb (Winterberg): Nebel, —6 Grad Celsius, 23 Zentimeter Schnee, pulverig, Ski und Rodel gut.
Schwarzwald (Feldberg)^ Leichter Schneefall, — 5 Grad Celsius, 40 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Ruhestein: Leichter Schneefall, —4 Grad Celsius, 62 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. ^Alpen: (Garmisch-Partenkirchen): Leichter Schneefall, — 2 Grad Celsius, 42 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.


