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178. Jahrgang

m. 294 Erster Matt

Zrettag, 14. Dezember 1928

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GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An­zeigenteil jiurt Hillmann, sämtlich in (Biegen.

Die Luganobesprechungen der Außenminister.

Unterhaltung zu Dreien. Das deutsch-französische Verhältnis. Chamberlain ist Optimist.

L»ß«»o. 13. Dey (IU) Die ersten Befpre- chnngea zwischen beu Außenministern Englands, .Deutschlands und Frankreichs haben am Dontrervtag um 15.30 Uhr Im hole!Splendid" stattgesunden. Die Unterredung erfolgte im Anschluß an das Prä- sideulen früh stück, das B tlanb sämtlichen 21111- gliebern des Rates, dem Generalsekretär und den Untergeneralfetretären, dem Völkerkmndssekrelariat sowie einer Reihe von Diplomaten gab. Kurz nach dem Frühstück unternahmen B c i a n b unb Dr. Stresemann in dem Auto der französischen Abordnung eine kurze Spazierfahrt Auch Cham­berlain verlieh dos Hotel im Auto. Die drei Minister besichtigten die Kapelle Santa Maria di Au geil, in der sich Fresken des Malers Lulni aus dem frühen 15. Jahrhundert be­finden. Die drei Minister kehrten nach kurzer Frist wieder in das HotelSplendid" zu­rück, worauf dann bie erste Unterredung i u Dreien stattfand An der Unterrebungg nah­men außer den drei Ministern nur der Dolmetscher der französischen Delegation, Professor h e s n a r d, und der Dolmetscher der deutschen Delegation, Dr. Schmidt, leit Gegenstand der Unterhaltung, die etwa eineinhalb Stunden dankte und eine Fort­setzung der bisherigen Besprechungen war, sind noch wie vor das deutsch-französische Ver­hältnis und die Genfer Beschlüsse. Die Besprechungen werden fortgesetzt

Der allgemeine Eindruck verstärkt sich, daß die Besprechungen mit außerordentlichem Ernst und Gründlichkeit geführt wer­den. Es scheint auf allen Seiten die Erkenntnis 3u wachsen, daß die öffentliche Meinung in allen Ländern Gndlösungen und eindeutige Fest­stellungen fordert, und eine weitere di la- torische Behandlung der Mischen Deutsch­land und den 2llliierten schwebenden Fragen jetzt nicht mehr möglich ist. Man kann da- her dcmril rechnen, dah die Besprechungen tu Lugano, wenn vielleicht auch nicht in formaler, so doch in tatsächlicher Beziehung Entschei­dungen von groher Tragweite bringen und tn der einen oder anderen Dichtung eme Klärung der Lage herbeiführen werdem Die Erklärungen des Reichskanzlers am Mittwochabend auf dem Bankett des Vereins Berliner Presse haben hier in allen Delegattons- kreisen starken Widerhall gefunden. Dte Erllärungen kennzeichnen den deutschen vtano- punkt in sämtlichen in Lugano behandelten Fra- gen mit unbedingter Klarheit und Emdeutigieit und haben den Hintergrund der heurigen Be­sprechung der drei Außenrnintster gebtibet Die Feststellung des Reichskanzlers, dah das dmttiche Doll in der Forderung der alsbaldigen Räu­mung der besetzten Gebiete einig sei und hierbei in keiner Weise innenpolitische Rücksichten mit» spielten, sind hier ohne Zweifel nicht ohne nach- haltigen Eindruck geblieben.

Die Besprechungen in Lugano dürften voraus­sichtlich am Samstag zu Ende gehen.

Chamberlain gibt sich zuversichtlich.

Auf der Tuche nach einem praktisch gangbaren Weg.

Lugano, 13. Dez. (WB.) Bei einem Emp­fang der englischen Presse führte Chrnnberlain . aus, die Einzelbesprechungen der letzten -Lage feien für die Zerstreuung entstandener Mißverständnisse nutzbringend gewesen und hätten so die sehr zweckdienliche Besprechung heute zu Dreien vorbereitet. Dte in Locarno ern- ackitete Politik der Befriedung werde fortgesetzt, und er glaube, dah die deutsche Delegation, di« sehr pessimistisch nach Lugano gekommen sei, weniger pessimistisch nach Berlin zurückkehren werde. Reue Entscheidungen irgendwelcher Art seien bei den gegenwärtigen Unterhaltungen über die Genfer Beschlüsse vom September nicht zu treffen. Auch bMidele es sich jetzt nicht um theoretische und puristische Er­wägungen, mit denen man nicht weiterkonnne, k andern vielmehr darum, einen für alle Be­teiligten gangbaren Weg zu stnwn. Chamberlain bestätigte des weiteren, dah dre Be­sprechungen fortgesetzt werden. Heber eme weitere Besprechung zu Dreien sei jedoch mchts vereinbart worden. 3m übrigen bekräftigte Cham- berlain den Wunsch der englischen Regierung, die Besatzung sobald als möglich zu- rückzuziehen

Ein Havas-Kommentar.

Dieglückliche Wirkung persönlicher Fühlungnahme".

Paris, 13. Dez. (WD.) lieber die heutige Unterredung zwischen Dr. Stresemann, Driand und Chamberlain verbreitet Havas einen Be­richt aus Lugano, in dem es heiht, Driand, Ghamberlain und Stresemann hätten sich über die aktuellen Probleme unterhalten imb ehren Meinungsaustausch über die Beobach.

hingen und Feststellungen gepflogen, die jeher von ihnen im Laufe der früheren llnlerrebun- gen gemacht habe. Sie hätten besonders die glückliche Wirkung der möglichst häufigen persönlichen Fühlun g- nähme zwischen den Leitern der Außenpolitik der Großmächte feftgefteUt, die durch so viele und so große Interessen miteinander verbunden eien. (Sniunüiig seien sie der Ansicht gewesen, dah es im Interesse aller notwendig sei, die Verwirklichung des durch die Resolution vom 16. September festgesetzten Programms ortzusehen. Dieses Programm müsse, wenn es mit gutem Willen und Beharrlich­keit ausgeführt werde, zu einer end­gültigen Liquidierung des Krieges Ühven. Das A b r ü st u n g S p r o b l e m scheine

bei der heutigen Unterredung nicht Gegenstand einer besonderen Debatte gewesen zu sein. Bereits jetzt trete es klar zutage, dah die vorberei­tende Abrüstungskommission nicht einberu- fen werden könne, bevor die neue Regie­rung der Vereinigten Staaten im Mo­nat März die Leitung der Geschäfte übernommen habe.

Krankrerchs wahres Gesicht.

Die englische Politik in der Hörigkeit Poincarsü.

London, 13.Dez. (TU.) Dor der demo­kratischen Union hielt der gegenwärtig in London toeUeube Pariser Korrespondent desManchester

Der Wahlsieg der nmÄischen Zauern. Das Volk billigt Bratianus Sturz. - Bor wichtigen Entscheidungen. Kommt Earol wieder?

Wie wenig die langjährige Regierung Bra- t i a n u in Rumänien von der Volksstimmung ge­tragen war, zeigt der ganz überraschende Ausgang der Neuwahl des rumänischen Paria- mente, die von dem Dauernkabinett M a n t u so­fort nach seinem Amtsantritt veranlaßt worden ist. Früher klagte man überall, namentlich auf dem flachen Lande und in den neu erworbenen Gebiets­teilen, besonders in Siebenbürgen, über die schwere Bedrückung, die von dem ersten Diktator Sratianu und noch dessen Tod von seinem Bruder-ausgeübt wurde. Vielleicht hat mancher den Demonstrationszügen der Bauernpartei etwas spot- ttsch oder skeptisch gegenvbergestanden, und sie nicht als Maßstab für die wirkliche Stimmung im Lande anertaniü. Nun aber muß man anders denken. Die Kandidaten der Regierung, im wesentlichen also die der Bauernpartei, haben einen geradezu überwältigenden Sieg errungen. Nach den letzten Berichten kommen auf ihr Konto rund 90 Prozent aller Stimmen, und dazu müssen noch die hinzugerechnet werden, die von den ver­bündeten Parteien gewonnen worden sind. Dazu ge­boren die Deutschen, die im neuen Parlament mit zwölf Abgeordneten erscheinen werden. Die Liberalen, die bisherigen Herrscher, haben nur 4 Prozent der Stimmen erhallen und sind so gut wie vernichtet.

Damit ist der Wandel, der durch den Ueber- gang der Regierung an das Kabinett Maniu vollzogen wurde, vom rumänischen Volk rati­fiziert worden, und zwar mit einer verblüffen­den Einhelligkeit. Das Bemerkenswerteste daran ist, dah es keiner Druckmittel durch die Regierung bedurft hat, um ein solches Ergebnis

herbeizuführen, und das beweist von neuem, dah die frühere Regierung mit großer Gewissen- losigreit den Volkswirten gefälscht hat. Jetzt kann die Regierung Maniu ihre Politik mit ganz anderem Rachdruck durchführen als bisher. Diese plötzliche und überraschende Wendung gewinnt aber an Bedeutung nach einer anderen Richtung hin. Die Bauernpartei stand zu dem abgesehten und vertriebenen Kronprinzen Carol, und es taucht Im Hintergrund die Frage auf. ob nicht nun der Streit um den rumänischen Königsthron von neuem aufgerollt werden wird. Carol hat oft genug erklärt, dah er seine Zeit abwarte. Und jetzt dürfte sie gekommen sein, wenn er überhaupt noch Absichten auf den Thron seines Vaters hat. Es wird sich sehr bald Herausstellen, wie sich das Verhältnis zwischen dem R e g e n t s ch a f t s r a t und )tm Kabinett gestalten wird. Es wäre keineswegs ausgeschlossen, dah nun Prinz Carol von neuem auf der Bildfläche erscheint und dah die Familienwirren, die zu seiner Entfer­nung aus Rumänien führten, von neuem auf- gerührt werden. Zweifellos hat Carol viele und schwere Fehler begangen, namentlich in seinem Familienleben. Aber man erinnert sich doch auch wieder daran, dah er in der Hauptsache des­wegen abgesetzt und vertrieben wurde, weil er der Mißwirtschaft unter der Diktatur Bratianus mit Energie entgegentrat, daß er sich nvch immer großer Sympathien im Heer wie bei der Bauern­schaft erfreut, steht außer Zweifel. Rumänien könnte also vor ernsten Entscheidungen stehen.

Hoovers Ankunst in Buenos Aires.

Amerika wünscht bei 6er Lösung des Gran-Ehaco-Konflikts unter sich zu bleiben.

Buenos Aires, 14. Dey. (1DIB. Funkspruch.) Der Sonberjug mit dem künftigen ametikcmischen Präsidenten Hoover traf gestern nacht hier ein. Hoover rourbc von den Vertretern der Regierung und den Zivil- unb Militärbehörden empfan­gen. Als er den Bahnhof verlieh, rief eine Gruppe von Demonstranten, die Banner mit der Inschrift Lang lebe Sanbino! (ber Führer der Aufständischen in Nicaraguas trugen.Lang lebe Nicaragua l"

In der Umgebung Hoovers wird erklärt, dah die Lage in Südamerika feit dem Weltkriege noch nie so delikat gewesen fei, als im Augenblick. Die an da» Gran-Lhaco-Gebiet angrenzenden gro­ben Staaten nähmen an der Verteilung diese» Gebietes gröhten Anteil, obwohl sie nur von ihrer Interessiertheit am Frieden sprächen. Die Zeitungen in Buenos Aires verglei­chen den Streitfall zwischen Bolivien und Para­guay sogar mit den europäischen Vorgängen im Sommer 1914. Meldungen au» der Umgebung Hoovers betonen erstmalig, dah eine Vermitt­lerrolle Hoovers allem Anschein nach doch in Betracht komme. Falls die Washingtoner Regie­rung zustimme, könnte in Buenos Aires eine Kon­ferenz stattfinden, an der anher Hoover Ver­treter von Bolivien, Paraguay, Argentinien, Brasilien, Chile und Peru teilnehmen sollen. 6» wird in diesem Zusammenhang daraus hingewie­sen, dah in dem strittigen Gebiet vor einiger Zeil gröhere Pettoleumsunde gemacht worden seien, so dah auch die europäisch-amerikanischen Oelkonzerne stark interessiert seien. Angesichts dieser Sachlage komme ein Eingreifen des Völkerbundes gar nicht In Stage, um Jo weniger, da besonders wafhingwn eifersüchtig die Aufrechterhaltung der Monroedoktrin bewache.

Die Bemühungen der panamerikanischen Konferenz

Reuyork, 13. Dez. (WTB.) Wie Associa­ted Preß aus Washington meldet, hat der Ge­schäftsträger von Paraguay dem Staatsdepartement und dem Vorsitzenden des Ausschusses der panamerikanischen Konferenz, der zur älntersuchung des Grenzstreites zwischen Pa­raguay und Bolivien eingesetzt wurde, gleich­lautende Roten übergeben, in denen die Lage als ein Zu st and drohender Kriegs­gefahr bezeichnet wird. Es wird in diesen Roten darauf hingewiesen, dah Bolivien in der Rahe der Grenze Truppen und Kriegsmate­rial ansammle und daß wegen der Rachbarschaft der ständigen Garnisonen Paraguays in jenem Grenzgebiet die Gefahr eines bewaff­neten Konflikts sehr groß sei.

Der bolivianische Gesandte in Washington er­klärte hierzu, er habe keine Rachrichten seiner Regierung über kriegerische Vorbereitun­gen und keine Kenntnis von Mobilisie- rungsmaßnahmen, wie die Einberufung von Re­serven. Ec würde jedoch nichts Llngewöhnliches in der Tatsache erblicken, daß seine Regierung unter Umständen zur Vorsicht Truppen an die Grenze entsende. ®ie argentinische Re­gierung hat, obwohl sie auf der panamerikani­schen Konferenz nicht vertreten ist, im Staats­departement erHären lassen, daß sie den 'Be­mühungen der Konferenz, den Streitfall zwi­schen Bolivien und Paraguay beizulegen, sym­pathisch gegenüberstehe. Der von der pan­amerikanischen Konferenz eingesetzte Sonder­ausschuß zur Behandlung des Konfliktes hat beschlossen, der Konferenz vorzuschlagen, daß sämtliche an der Konferenz teilnehmenden ame­rikanischen Republiken aufgefordert werden soll­ten, ihren moralischen Einfluß zur HerbeiführunA einer Entspannung zwischen den beiden Ra» firmen geltend zu machen.

Guardian", Robert Dell einen Vortrag über die französische Außenpolitik. Der Vortragende, der zu den besten Köpfen zählt, die die eng­lische Publizistik im Auslairde vertreten, wies daraus bin, daß die f ranzösische Politik imwesentlichen eineRheinlandpoli- t i k darstelle. Der Vertrag von L o c a r n o sei von dem französischen Volke moralisch nie­mals akzeptiert worden. Die ganze Ein­stellung des britischen Foreign Office gegenüber Frankreich sei mit der alleinigen Ausnahme Chamberlains nicht auf eine Vorliebe für Frank­reich, sondern auf Furcht zurückzuführen. Dis britische Theorie gehe dahüt, daß die sran- zösischen Diplomaten gefährlich seien und der einzige Ausweg darin liege, sich auf ihre Seite zu stellen. Seit Locanw habe der Quai d'Orsay versucht, um den Pakt herum zu gehen und England zu einem Ab körn men mit Frank­reich zu veranlassen. Dell befürchtet, daß dies nun geschehen fei. Die kürzliche Erklärung desTemps", daß die britische Admiralität nicht länger irgendwelche Furcht vor den französischen LInterseebvoten habe, lasse auf ein solches Ab­kommen schließen. Die französische Einstellung gegenüber dem Kelloggpakt sei ein anderes Symptom für die französische Politik. Frankreich vermehre feine Armee ständig und baue nun auch seine Flotte aus. Was Frank­reich anstrebe, sei die Diktatur über Eu­ropa. Auch in der Reparationsfrage zeige sich wiederum die Gebundenheit der britischen Poliiil! an Frankreich. Wan müsse sich fragen, warum die französischen und britischen Vertreter sich über ihre Antwort an Deutschland unterhielten, und warum Großbritannien gerade Frankreich und niemand anderen befragte. Die ganze Stärke der französischen Stellung tn Europa liege darin, dah sie von Großbritannien ge­stützt werde.

Sie Versöhnungskommissron.

Wie Frankreich sie sich denkt.

Berlin, 14.De). (IU.) Rach einer Meldung Berliner Blätter au» London, wollen englische Iournalisien rolffen, daß Brioni) durch eine groß­zügige Konzession an Dr. Stresemann nunmehr sämtliche Hindernisse in der Räumungssrage aus dem Wege geräumt habe. Gleichzeitig wollen sie bereite wissen, mit welchem Programm Brioni» für dieSicherheit Frankreichs'" aufwarte. Diefiom- Mission für 5 e ft ft e 11 u n g und Versöh­nung" solle nicht nur in der zu räumenden zweiten und dritten Zone Vollmachten er­halten, sondern sie solle ihren Einzug auch in die vor zwei Iahren geräumte Kölner Zone hak­ten. Sie solle ferner auch in bisher noch nie besetz­tes Gebiet einrüden, nämlich in die übrigen Teile derentmilitarisierten Zone". Ferner solle sie natürlich auch über da» Jahr 1 935 hinaus dort verbleiben, nämlich bis nach 61 Iahren die letzte deutsche Zahlung er­folgt sei. Es kann selbstverständlich nicht da­von die Rede fein, daß ein deutscher Außenminister zur Installierung einer derartigen Kommission jemals seine Zustimmung geben könnte.

Der neue schweizerische Bundespräsident.

Der ehemalige Berliner Gesandte Dr. Haab gewählt.

Basel, 13. Dez. (TU.) Zum Bundespräsidenten der Schweiz wurde für das kommende Jahr gewählt Bundesrat Dr. Haab mit 178 von 182 gülti­gen Stimmen. Bei der Fortsetzung ber Neuwahlen in die Bundesregierung wurden ferner wieder- gewählt: Bundesrat Mufy (Finanzen) mit 152 von 203 Stimmen, ferner Bundesrat f) ä b c r l i n (Iustizdepartement) mit 160 von 207 Stimmen. In die Bundesregierung wurde gewählt: Nationalrat P i 1 e t - G o 1 a z (Innendepartement) mit 151 von 224 gültigen Stimmen. Sein Gegenkandidat Pro-- feffor Logoc erhielt nur 66 Stimmen, Nationalrat Piket dankte in einer kleinen Ansprache für die Wahl und nahm dieselbe an.

Der neue B u n de s p r ä s i d e n t Dr. Robert Ha ab wurde 1865 in Wädenswil im Kanton Zürich geboren. Nach juristischen Studien war er von 1889 bis 1899 in seinem Heimatort als 21 n = walt tätig. 1894 trat er in den Züricher Kantons- rat ein. 1899 in das Züricher Obergericht. 1908 wurde er Mitglied des Regierungsrates des Kan­tons Zürich, wo er das Justiz-, Polizei- und Mi- lltärdepartement leitete. Schon im Jahre 1911 be­rief ihn der Bundesrat auf Andrang des Dermal- tungsrates der Bundesoahnen in die Gene­raldirektion derselben. Seine staatsmännische Ein­sicht und seine Erfahrung befähigten Bundespräsi­dent Haab auch dazu, eine Reihe von Verhand­lungen mit den Nachbarstaaten der Schweiz zu leiten und als Minister alaparebe zurücktrat, wurde Dr. Haab außerordentlicher Gesandter und Bevollmächtigter Minister in Berlin. Die hier erworbene Kenntnis der Personen unb Der-