Nr. 269 Drittes Blatt Gletzener AnzeigersGeneral-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 14. Uovenider <928
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Aus Natur und Technik.
Die Zniemaiionale Automsbil- und Moiorradausstellung.
Oer Freilauf bei Kraftwagen, etwas ganz Neues. - Leichtmetallsund Gummi als Baustoffe. - Das veränderte Aussehen der Krasträser. - Oer gläserne Personenwagen. — Oer Wochenendwagen. — Oer Omnibus des Diogenes.
23 on Max Fischer.
das Flugzeug wieder in eine waagerechte Lage zu bringen, tocnn sich ein Flügel gesenkt ha!. Die Ausgabe ist also nicht einfach, auch diese Steuerung selbsttätig zu machen. Trotzdem ist sie gelöst worden, und zwar mit je einem besonderen frei ausgehänglen etwa faust großen als Kreisel wirkenden Elektromotor für jede der drei Steuerungen. Diese Steuerung war auch schon in einem Flugzcu; auf der „Jla", der Internationalen Flugzeu^ausstellung in Berlin, eingebaut zu sehen, nämlich im AlbatroS-Schlcrfflugzc u . Die-- seh Flugzeug ist mit dieser Steuerung in durchaus zufriedenstellender Weise geflogen. Der Flieger muh natürlich beim Au steigen und beim Landen von „Hand und Fuß' steuern — denn das Seitensteuer bewegt er mit den Füßen —, sobald er aber die richtige Höhe und Richtung hat, kann er die selbsttätige Steuerung einschalten und Zeitung lesen oder sich sonst irgendwie nutzbringend geschäftigen^ Das Flugzeug fliegt dann allein seinem Ziel zu.
Die diesjährige Automobil- und Mo- tvrradausstellung in Berlin ist die größte solche Ausstellung, die bisher in Berlin statt- gefunden hat, schon well die Zahl der Aussteller diesmal durch die Beteiligung des Auslandes größer geworden ift. Freilich überschreitet die Zahl der ausländischen Aussteller nur bei teil Personenkraftwagen mit 36 die 25 deutschen, während die 25 deutschen Aussteller von Lastkraftwagen neun ausländischen gegenüber- stehen. Auch bei den Krafträdern überwiegt die Zahl der 25 deutschen Aussteller die der zehn ausländischen erheblich. Dieser großen Zahl von Ausstellern entspricht die räumliche Ausdehnung der Ausstellung mit 23 000 Quadratme ter belegter Flüche.
Es ist eine Eigentümlichkeit aller Brennmobvren, also auch ter Benzinmotoren, daß sie nicht von selbst anlaufcn, wenn man ihnen Betriebsstoff zuführt, während man bei einer Dampfmaschine einfach ten Dampfhahn aufzudrehen braucht, um sie anlaufen zu lassen. Man muh sie also von Hand oder mit einem Anlasser, also mit einem Elektromotor, zunächst andrehen. Dann laufen sie mit einer eng begrenzten, verhältnismäßig hohen Drehzahl. Verhindert man sie, diese ein» zuhalten. so bleiben sie stehen. Versucht man sie schneller anzutreiben, etwa indem man den Wagen mit eingekuppeltem Motor schnell bergab laufen lassen will, so bremsen sie. Diese Eigenschaft ter Brennmotoren hat zur Folge, daß man sie zuerst im Leerlauf in Gang setzen muh: dann kuppelt man sie mit dem Wagen: da dieser zunächst nur langsam läuft, muß man zuerst eine Llebersehung ein schalten, bei der ter Motor trotzdem schnell laufen kann: dann muh man -durch Schaltung von Hand die Liebersetzung so ändern, daß ter Wagen nun weiter beschleunigt wird, und das muß man dann noch ein» oder zweimal wiederholen. Schallet man zu früh aus eine höhere Geschwindigkeit, so bleibt ter Wagen stehen. Der Fahrer muh also vor dem Llmschallen abwarten, bis ter Wagen eine das Weiterschallen erlaubende Geschwindigkeit angenommen hat oder bis er am Arbeiten des Motors hört, daß dieser entlastet ist. In manchen Fällen ist es auch unbequem, dah ter mit dein Motor gekuppelte Wagen durch den Motor gebremst
Wird, wenn er schneller laufen will, als es tec Drehzahl des Motors und ter eingeschalteten Liebersetzung entspricht.
Hier sehen nun verschiedene Bestrebungen ein, die Bedienung von Hand tlberflüssig zu machen oder fie. zu erleichtern. Man hat nämlich die Einrichtung getroffen, daß sich die Hebersetznngen in 'Abhängigkeit van ter Wagengeschwindigkeit selbsttätig umschalten, so baß der Fahrer nur die Höchstgeschwindigkeit einzuschalten braucht, mit der er fahren will: bis zu dieser Höchstgoschwin- digkell kommt er dann ohne sein Zutun. Ansätze dazu waren schon aus ter Automobilausstellung vor zwei Jahren zu sehen. Die diesjährige Ausstellung zeigt, daß man auf diesem D:ge — wenn auch nur vereinzelt — erfolgreich weiterschreitet. Ganz neu ist der Freilauf für Kraftwagen. Dabei ist der Motor mit dem Wagen nur so lange gekuppelt, wie er ihn antreibt: sobald ter Wagen auf ten Motor treibend wirken würde, wird er frei und bleibt so lange frei, bis ihn ter Motor wieder überholt und somit wieder antreibend wirkt. Zum Bergabfahren kann man diesen Freilauf außer Tätigkeit setzen, so daß man wie bisher, ten Motor zum Bremsen benutzen kann. Eine besonders hübsche Kupplung dieser Art zeigen N AG- Pro tos: es hantelt sich dabei um eine Flieh- kraftkuppluna, die auch das Stehenbleiben tes Motors verhindert, wenn man zu früh oder eine zu hohe Liebersetzung einschallet, weil sie den Wagen erst mitnimmt, wenn die Kraft tes Motors mit Sicherheit dazu genügt.
Häufig muh man größere Motoren wählen, als es für die Fahrt auf ebener Straße erforderlich ist teils um ten Wagen beim Anfahren schnell genug beschleunigen zu können, waS namentlich im Großstadtverkehr wichtig ist, teils damit man die Geschwindigkeit beim Bergauffahren nicht zu stark herabsehen muß. Damit man nun solche Motoren auf ebener Strecke besser ausnutzen famt, seht sich mehr und mehr das „Schnellganggetriebe" durch. Das ist ein besonderes Getriebe, das unabhängig vom Wechselgetriebe für das Anfahren eine Llmschaltung auf schnellere Fahrt gestattet ober eben eine schnellere Fahrt erlaubt, ohne daß man die Motorbrehzahl aufs äußerste steigert.
Während die selbsttätige Schiffssteuerung in der Hauptsache ter Verkürzung ter Fahrzeit und damit wirtschaftlichen Zwecken bient, hat die selbsttätige Flugzeugsteuerung neben den Vorteilen ter selbsttätigen SHiffssteuerung den Vorzug, die Lei'.u ig tes Flugzeuges von menschlichen Fehlern des Flugzeu Führers unabhängig zu machen und damit die Flu.sicherheit zu erhöhen. Sn dieser Dichtung bildet sie einen ganz erheblichen Fortschritt. Äatürlich kann sie auch einmal versagen: Dann kann ater ter Flugzeugführer eingreifen und von Hand steuern. Es ist also gewissermaßen eine doppelte Sicherheit gegeben, etwa dieselbe, wie wenn man statt eines Führers Küxi verwendet, wie man das ja schon vielfach bei großen Flugzeugen tut. Den zweiten Führer kann man aber beim Vorhandensein einer selbsttätigen 6teuciruna unter Umstanden ersparen, weil eben die selbsttätige Steuerung wie ein zweiter Führer wirrt, wenigstens wahrend tes freien Fluges, beim Landen freilich nicht.
Selbsttätige Alugzeugsteuemng.
Äon Franz Neumann.
Nachdruck verboten.
Wenn ein Schiss lange Strecken über das Weltmeer fährt, so muh es seinen Kurs genau einhallen, denn jede Abweichung vom Wege verlängert die Fahrzeit und erhöht damit bte Kosten. Schon was die Maschine bei großen Schissen mehr an Brennstoff frißt, wenn es nicht genau geradeaus fährt, geht unter Llmständen in die Tausende von Mark, ganz abgesehen davon, dah auch die Fahrgäste langer verpflegt werten müssen und dah sich das Schiff desto schlechter verzinst, je länger eS für eine einzelne Fahrt braucht. Nun ist es aber gar nicht so leicht für einen Steuermann, ein großes Schiff genau aus dem geraten Kurs zu halten, denn wenn er eine Abweichung bemerkt, kann er sie nicht sofort verbessern: Wenn er auch daS Steuer entsprechend umlegt, so gehorcht das ©jjiff infolge seiner großen Mass« diesem Kommando nicht sofort: erst allmählich stellt es die falsche Drehung ein und fängt an, sich anders herumzudrehen, um wieder in die richtige Richtung zu kommen — und damit hat man eben ein ständiges Hin- und Herpendeln tes Schiffes und ein Fahren in Schlangenlinien.
Man geht daher neuerdings bei großen Schiffen mehr unb mehr zur selbsttätigen Äurssteue- rung über. Ein Kreisel hat bekanntlich die Eigenschaft, daß seine Achse, wenn yr sich schnell dreht, ihre Richtung teitehält, wenn man ihn in seinem Schwerpunkt lagert. Bringt man nun einen solchen Kreises im Schiff unter und lastt man ein Achsenende zwischen zwei am Schiff befestigte Anschläge ragen, so berührt es diese Anschläge nicht, wenn das Schiff seine Richtung nicht ändert. Die geringste Lichtungsantenmg ober bewirkt, daß bas Achsenente den einen Anschlag berührt. Dadurch schließt es einen Stromkreis, ter das Steuer entsprechend beeinflußt unb die Abweichung sofort rückgängig macht. Diese Einrichtung arbeitet viel feinfühliger unb schneller, als dies ein Mensch könnte, so daß bei großen Seeschiffen durch die selbsttätige Kurssteuerung beispielsweise bei einer Lleberfahrt von Europa ‘ nach Amerika eine Zeitersparnis von mehreren Stunden eintritt: dadurch macht sich das selbsttätige Steuergerät infolge ter oben erwähnten Ersparnisse schon nach wenigen Lieberfahrten bezahlt. Der Steuermann hat, trenn er das Schiss auf die hohe See gebracht hat. Weller nichts zu tun, als den Zielpunkt einmal genau anzusteuern unb dann einen Schalter zur Einschaltung der selbsttätigen ENeuerung umzu- legen. Dann kann er die Hände in die Hosentaschen stecken unb muß nur aufpassen, ob er beim ewigen Gerateausfahren fein Hindernis — etwa ein begegnendes Schiff — überrennt. Besteht diese Gefahr, so schallet er die selbsttätige Steuerung für einen Augenblick aus, steuert von Hand, bis er vorbei ist, unb stellt bann bte selbsttätige Steuerung wieder ein. Natürlich muh die "Richtung von Zeit zu Zeit nachgeprüft und nötigenfalls verbessert werden, toenn etwa ter Wind ober die Strömung das Schiff abgetrieben, „versetzt" haben.
Die großen Erfolge dieser Schiffssteuerung haben die Frage nahegelegt, ob man nicht auch Flugzeuge selbsttätig steuern könne. Der Fall liegt hierbei allerdings ganz erheblich schwieriger, weil ein Schiff durch das Steuer nur um feine senkrechte Achse gedreht werden mutz, während ein Flugzcu} drei Steuerungen erfordert, nämlich eine um die senkrechte Achse durch das Seitensteuer, das hinten am Schwanz angebracht ist und senkrecht steht, eine u.n die Querachse durch das Höhensteuer das sich ebenfalls hinten <vn Schwanz befinde aber waagerecht liegt, endlich eine um die Längsachse durch die Verwin.dungs- klappen, die hinten an den beiden Flügeln möglichst weit autzen liegen und den Zweck haben,
Neuzeitliche Meerestotung.
Äon Dr. Balduin Ernst.
Nachdruck verboten.
Heber die Beschasfenheit des Meeresbodens sind wir aus naheliegenden Gründen recht un- vvlllommen unterrichtet. 3m allgemeinen schreibt man ihm einen flachwelligen Verlauf zu, ter nur' an ten Festlandsräntern von schrofferen Geländeformen abgelöst wird. Eine besondere Eigenart des Stillen Ozeans bilden die langgestreckten, kesselförmigen Einsenkunaen, die ten beiderseitigen Küsten und einzelnen Inselgruppen vorgelagert und schon länger als die tiefsten Tiefen ter Meeresboden bekannt sind. 3n dem den Japanischen Inseln benachbarten Großen Japangraben liegt die im Jahre 1374 von einem amerikanischen Vermessungsschiff gelodete unb nach ihm benannte Tuscaroratiefe mit 8514 Meter, die lange Zeit für die tiefste Absenkung des Meeresgrundes überhaupt galt. Noch größere Tiefen sind in neuerer Zeit zumal im Philipp i- uengraben angetroffen Worten, wo die im Jahre 1912 von einem deutschen Schift getötete Tiefe 9788 Meter erreicht, während die Llntersuchun- gen des Kreuzers Emden gelegentlich seiner letzte jährigen Weltreise etwa 10 Seemeilen südöstlich des letztgenannten Punktes in einem Gebiet von ungefähr 600 Quadratkilometer allein 46 Punkte von mehr als 10 000 Meter Tiefe ergaben. Daneben wurden innerhalb einer kaum achtstündigen Llntersuchungszeit nahe an 300 weitere Tie- fenbeftlmmungen vorgenommen, eine Leistung, die nach tem herkömmlichen Drahtlotungsveickahren ein Ding ter Llnmöglichkeit gewesen wäre. Drahtlotungen von ein paar tausend Metern beanspruchen eine stundenlange Arbeit der ganzen Besatzung, wobei das Schiff zum völligen Abstoppen gezwungen ist. Hieraus erklärt sich mindestens zum Teil dir bisherige Spärlichkeit von Tiefenmessungen in Hochseegebieten. Drahtlotun- gen haftet überdies, selbst bei Vorhandensein einer Ablösungsvorrichtung zur Bestimmung tes Zeitpunktes, an dem ter Sintkörper ten Meeresboden berührt, erfahrungsgemäß häufig eine ziemlich beträchtliche Llnzuverlässigkeit an, da infolge weiteten Abrollens des Drahtseils viel zu bvhe Liefenwerte vorgetäuscht werden. Für wirkliche Neihenlotungen nach Art ter Lotungen
der Emden bedurfte es einer neuen, genau arbeitenden Schnellmessung, wie sie die auch vom fahrenden Schiff anwendbare Schallotung t>ar» stellt. Ihrer weitgehenden Benutzung ist auch der außerordentliche Erfolg des deutschen Forschungsschiffes „Metcor“ Zuzuschreiben, das auf seiner Kreuzfahrt im sud- atlantischen Meer vom April 1925 bis zum Juni 1927 fast 68 000 L ie f en l vt u n g e n, unter diesen nur 433 Drahtlotungen, ausgeführt und damit zum erstenmal die Grundlagen für eine genaue Kenntnis bet höchst eigenartigen Dotenvcthältnisse jenes Meeresteiles beigebracht hat.
Die „Meteor" war für bte Tiefenmessung mit Vier verschiedenen Vorrichtungen ausgestattet, übet deren Brauchbarkeit bis dahin fauni größere Erfahrungen Vorlagen. Für Tiefen bis hinab zu etwa 200 Meter fand das sogenannte Freilot ter Kieler Signälgesellschaft Verwendung, das zur Feststellung der Meerestiefe die Sinkdauer eines torpedoförmigen Körpers von ter Wasseroberfläche bis zum Grund benutzt. Seine Ankunft auf tem Boten wird durch ten Zerknall tes in seinem vorderen Ente eingebrachten Sprengstoffs angezeigt: man macht ihn durch einen am Schiffskörper befindlichen Llnterwasser- horcher wahrnehmbar. Die Tiefe berechnet sich dann einfach an Hand dec Sinkgeschwindigkeit tes Lotes, die gleichmäßig zu 2 Meter in ter Sekunde angenommen wirb, während die Bewegung der vom Zerknallherd ausgehenden Schallwelten im Wasser, die nahezu 1500 Meter in bet Sekunde erreicht, ohne Gefährdung ter Genauigkeit bei Flachseemessungen unberücksichtigt bleiben kann.
Im Gegensatz zum Freilot beruhen alle weiteren Schallotungsverfahren auf ter Auswertung der Geschwindigkeit der Echowellen, wie sie zuerst ter deutsche Gelehrte Alexander Dehrn zur Ermittlung von Meerestiefen herangezogen hat, ohne daß seine vor dem Kriege begonnenen Versuche recht zur Auswirkung kommen konnten. Bei dem Behmlot bet „Meteor" wirb eine Sprengkapsel von Bord aus unter bet Wasseroberfläche zum Zerknall gebracht. Die dabei ent» stehenden Schallwellen treffen unmittelbar auf einen an ter Echiftswand ungeordneten Empfanget auf, ter mit einem ten Zeitpunkt des Abschusses genau verzeichnenden Kurzzeitmesser in
Verbinbuirg steht. Die vom Meeresboden zu- tückprallenben Echowellen wetten von einem zweiten Empfänger an Dorb auf gefangen, wobei sich bte Bewegung einer Haltevorrichtung des Kurzzeitmessers mitteilt. Die von diesem in dem Zeitraum zwischen tem Abschuß ter Kapsel und bet Ankunft ter Echowellen aus geführte Drehung ist dann leicht in Tiefenmeter umzuwandeln. Der Nachteil des Dehmlots liegt in ten mit tem Zerknall zusammenhängenden Erschütterungen tes Schiffskörpers. Die Stärk- des Knalls bedingt die jeweils erreichbare Meerestiefe. Von ter „Meteor" wurden auf diese Weise Tiefen bis 750 Meter hinab gemessen.
Für eigentliche Tiefseelotungen standen zwei weitere, von ter Kieler Signalgesellschaft und ten Bremer Atlaswerken herausgebrachte Vorrichtungen zur Verfügung, die beite nach demselben Grundgedanken arbeiten, aber in bet Art der Ablesung unterschieben sind. Die Schallwellen gehen bei ihnen von einer in den Schiffs- boten eingebauten elektromagnetischen Schallplatte aus, während die vom Meeresboden zu- ruckkommenten Echowellen ein in der Schiffs- Wandung liegendes Mikrophon erregen. Da die Lotungen vom fahrenden Schiff auS und selbst bei hohem Seegang vorgenommen werten können, so mußte Wett auf einen möglichst hohen Ton im Senteapparat gelegt werden, dessen Echo unter allen Llmständen trotz aller Nebengeräusche leicht erkennbar bleibt. Beim Signallot ist das Mikrophon mit einem Fernhörer verbunden, in dem bas Echo für ten Beobachter hörbar wirb. Die mit ter Stoppuhr ermittelte Zeit zwischen Absendung und Empfang ter Tonwellen in Sekunden, vervielfacht mit der Geschwindigkeit der Schallwellen tm Wasser, ergibt bann ohne Mühe bte gesuchte Meerestiefe. Zur Erhöhung der Genauigkeit wird bie Ablesung an einer sich mit gleich- bleibenter Schnelligkeit drehenden Scheibe vorgenommen, die die Einschaltung tes Senters unb tes Empfängers in bestimmter Stellung selbsttätig erledigt. Das Atlaslot arbeitet bis zu Tiefen von etwa 200 Meter mit einer kleinen Signallampe, die beim Auftreffen ter Echowellen in bestimmter Stellung aufbliht. Bei größeren Tiefen bedient man sich auch hier eines Fernhörers und hat dann im Augenblick ter Ankunft tes Echos auf einer Tiefenskala die Ablesung vvrzunehmen. Der Anwenbungsbereich
Bei ten großen La st wagen v n b Omnibussen setzt sich der Dreiachser immer mehr durch. Besonders bemerkenswert ist dabei daS Bestreben, die möglichst dich beieinander liegenden beiten Hinterachsen so weit schwingbar zu machen, daß auch au dem unebensten Gelände alle vier Hinterräder gleichmäßig tragen. Die Firma Selve zeigt auch einen Personenwagen mit sechs Rädern, die alle sechs angetrieten sind. Der Wagen eignet sich zum Fahren in schwierigem Gelände und klettert tu.d> Straßengräben unb Abhänge hinou. Der Vorderradantrieb wird von derselben Firma auch allein an Personenwagen gezeigt, der Wagenaufbau sehr tief liegt, da sich unter ihm keinerlei An- tiiebäteile befinden. Es wäre ja überhaupt zweckmäßiger, trenn man durchweg die Vorderräder antreiben könnte, da ein gezogener Wagen viel besser in ter Hand tes Fahrers ist, als ein durch die Hinterräder geschobener: aber die Schwierigkeiten sind groß, bie Vorderräder anzu- treiöen, da ihnen der Antrieb in allen Lenk- stellungen so erteilt werden muß, daß er nicht auf das Steuerrad zurückwirrt unb es dem Fahrer aus der Hand reißt, wie dies früher bei elek.rischen Vorderradantrieben mehrfach borge* kommen ist und zu unfreiwilligen Besuchen von solchen Wagen in ten Auslagen von Schaufenstern usw. geführt hat.
Die elektrischen Personenwagen sind verschwunden. Ich habe wenigstens keinen einzigen gesehen, und das ist durchaus begreiflich, weil wir eben noch keinen wirklich brauchbaren Elektrizitätsspeicher haben, der wirtschaftlich arbeitet, und insbesondere keinen, bet bte Erschütterungen der Fahrt auf die Dauer aushält. Linsers früheren Voraussagen über den elektrischen Wagen haben sich also erfüllt.
Auffallend ist das Vordringen zweier Werkstoffe, nämlich ter Leichtmetalle und des Gummis: Neben den Kolben sieht man immer mehr andere Maschinentelle and Oeichtmetall, auch hock beanspruchte, wie Pleuelstangen, sogar solche für starke Motoren. Der Gummi wird immer mehr als Zwischenlage an allen möglichen Stellen der Wagen, so auch als Llntevlage für den Motor, zur Dämpfung der Liebertragung von Schwingungen, Stößen und Geräuschen verwendet.
Die Krasträ der erhalten ein ganz verändertes Aussehen durch bte zunehmende Verwendung von Rahmen aus gepreßtem Stahlblech. Diese Bauweise hat den großen Vorzug, daß die Querschnitte an jeder Stelle genau den dort auftretenben Beanspruchungen ongepaßt werben können. Wie bei allen Maschinen, bie diese Eigenschaft ausweisen, wird dadurch der Schönheit des Aussehens am besten gebient. ES hat gewissermaßen etwas Beruhigenbes, wenn man schon beim Betrachten bie Zweckmäßigkeit und Haltbarkeit ter Teile unb der Gesamtheit unbewußt fühlt.
Daß auch der Anblick ter Personen- und Lastkraftwagen das Auge immer mehr befriedigt, braucht wohl nicht besonders betont zu werden. Bei den Personenkraftwagen wird nicht nur die Ausstattung immer schöner, es wird auch alles zweckmäßiger: so sind die Fenster durchweg zum Hinaus- und Herunterdrehen mit einer Kurbel eingerichtet. Es wäre erfreulich, wenn sich bie Eisenbahn entschließen konnte, bleselbe Bauart einzuführen: Dem immer unsauberen Lederriemen würbe sicher niemanb eine Träne nachweinen. Llebrigens werten bte Fenster immer größer — der Wagenaufbau besteht In Augenhöhe rings herum fast nur noch aus Glas. Schon bie äußere Form 6er Magen erfreut durch die Einfachheit der Linienführung. Dasselbe trifft auch für Omnibusse und ähnliche Fahrzeuge zu. die zum Teil riesige Abmessungen haben. Eine besondere Anziehungskraft übt der W o ch e n e n ö to a g e n aus, ein omnibusartiger Wagen mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche. Ein stählerner Omnibus hat das Aussehen einer großen Tonne mit entsprechend gebogenen Fenstern. Der Dor- ■■■■■■■—WMHMH «1U —CTB
beiter Lote umfaßt bte größten Tiefen. Dia Sicherheit tes Messungsergebnisses wirb durch die Möglichkeit mehrmaliger Wiederholung der Lotung innerhalb einer Minute wesentlich erhöht. Da die Geschwindigkeit der Schallwellen mit dem Wärmegrad des Wassers, tem Salzgehalt und tem nach der Tiefe des Meeres zu gewaltig anwachsenben Druck erheblich steigt, so Debürfen bie Ergebnisse ter Echolotung gewöhnlich noch einer nachträglichen Verbesserung.
Wenn wir zum Schluß noch einen kurzen Blick auf bte Lotungsergebnisse der „M e - te o r" Wersen wollen, wie sie sich in ter heutigen Auffassung der Bodenbeschaffenheit des südlichen Atlantischen Ozeans wieder piegeln, so haben sic: mit aller Deutlichkeit die Scheidung des atlantischen Raumes in zwei große Längshälften erwiesen, deren Trenuungslinie durch die von 5000 Meter Tiese allmählich bis auf 2500 bis 3200 Meter ansteigende mittlere Botenwelle bezeichnet wird. Ihre höchste Erhebung erreicht sie In ter Goughinsel etwa 10 Grad westlicher Länge, 41 Grad südlicher Breite. Teilweise lassen k>ia Lotungen auch eine Spaltung der mlttcfatlantl* schen Auswölbung in mehrere Rücken erkennen. Im west- wie int ostatlantischen Gebiet gelninnat weiter, von tem mittleren Höbenzug ausgehend, westöstlich gerichtete, rippen- oder flächenftrmige Bodenschwellungen an Bedeutung, die zumal bla Osthälfte in mehrere scharf geschiebene Tiefsee- becken gliedern, so baß hier ein Austausch tes Tiefenwassers so gut wie unterbunden ist, wäh- teno diese Becken im Westteil allgemein durch liefe Einschnitte miteinander in Verbindung stehen. Daß diese Verhältnisse auch auf die Wärme und den Salzgehalt der tieferen Wasserlagen von Einfluß sind, ist leicht verständlich. Auch hierüber, wie über die Strömung, die Tierwelt, die Gesteinszusammensetzung des Meeresgrundes usw. haben die Llntersuchungen ter „Meteor" reiche neue Tatsachen von unschätzbarem Wert beigebracht. Daß das Echolot In vielen Fällen, besonders in solchen, wo es auf die Klärung bett Botenzusammensehung bes Meeres ankoinmt, von vornherein ausscheitet unb nur das Drahtlot In Frage kommt, braucht kaum ausdrücklich hervor- gehoben zu werben. Zur Erforschung der Tiefe ter Meere haben aber bie neuen Lotverfahven große Dienste geleistet.


