Ausgabe 
14.8.1928
 
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Ein neues Roman von Liesbet DM

beginnt morgen unter der üeberschrift:

Verhängnisse

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Man befiel» den Gießener Anzeiger für die weile Angusthälste für 1M. nebst lOPf.ärügtr- lohn in Gießen bei der KeschäMelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den Vcrtrlebsftefien

dunkelungsvvrhänge angebracht, die nunmehr eine saft augenblickliche Verdunkelung gestatten. Durch diese Einrichtung ist die Brauchbarkeit des Licht- bildgeräteS wesentlich erhöht worden. Rog­gen und Gerste sind nunmehr hier fast völlig eingefahren. 3n der Hauptsache befindet sich nur noch Weizen und ein Teil des Hafers auf dem Felde. Die Menge und Düte der Ernte be-

verstört, al» sie, von einer erfuhr, Fräulein non Erd- und habe nur einen Brief

Die Hoheit roar ganz Ausfahrt heimkommend. mannsdors sei abgereist zurückgelassen.

Dieses neue Werk der bekannten Schriststeklerin wird der Leserschaft des Gießener Anzeigers sicher ebenso gut gefallen wieZwischen fünf und sieben" oder wie der Theaterroman Franziska", die beide sehr beifällig ausgenommen wurden

geroefen

Mit drei grasten Lösten flog er Die Treppe, hinauf.

Mitten im Roum stand sie. Stand in ihrer dunk­len Trauertrad)t. und war doch wie lauter Licht und Sonne Sah ihn an mit einem ganz stillen meidun Lächeln, liest die Arme niederhängen an, den Seiten war so mädchenhaft hold, so bräiit- lich rein

Maria! Du kamst zu mir' D Maria!

kam zu dir, ich habe niemand mehr auf der Welt als dich."

P i riß er sie in seine Arme da hotte btt Möoe ihr schirmende» Rest gesunden.

Ende. , > I

Männer sahen etwas wie einen Hellen Schein eine Sekunde fang außenbords über der kochenden Flut

Die Pfeifen trillerten. Lärm war auf Deck, in den Kabinen Menschen stürzten heran lang- am verringerte sich die Fahrt Boote glitten zu Wasser

Sie fanden nichts mehr.

hier im Lande zurück ... . . .

Torheit, Torheit! Sollte er mcht doch lieber morgen noch sich melden und fragen, ob man ihn noch milnehmen wollte? Und wenn er selbst die Kosten tragen rnützte?

(fr trat in da» Haus. Der Heine Flur schimmerte vom Abendlicht, die Tur zur Wohnstube stand offen. War seine alte Wirtschafterin, die ihr Häus­chen nebenan hotte, noch einmal gekommen?

äber da» Zimmer war leer. Dach wie er noch stand, hörte er oben in seinem Atelier einen leichten Schritt untergeben.

Der ging ba' <Bing mit den weichen Schritten, ? die er ost neben sich gehört den Schritten, die ihm in ihrem ruhigen Gleichmast wie ein Akkord

Bietungen und Gesänge der Kinder erfreuten jung und alt.

Schotten, 13. Aug. Dieser Tage wurde die Preisverteilung aus dem Aufsatz- Wettbewerb der Bienenausstellung hier vor­genommen. Jeder der kleinen Preisträger tonnte neben dem ihm zugesprochenen Geldpreis ein hübsches Diplom in Empfang nehmen. 3n den talabwärts gelegenen Orten, deren Ernte etwas früher i*ft, wandert schon der neue Xofl- gen in die Mühle. Die Körner sind völlig trocken und mahlfähig, das neue Mehl ist von besonderer Güte. Die Müller mahlen die Frucht der diesjährigen Ernte lieber als die schon ein

Fahr ausgetrvcknete de- Vorjahre-. De Beeren sucher haben das Smsammeln von Himbeeren ziemlich eingestellt, da es sich als nicht lohnend erweist. Sre erhoffen von den Brombeeren, die jetzt bald zur Steife ge­langen und gut angesetzt haben, eine erträglichere Ausbeute. __

V Gedern, 13. Aug. Dienstag, 21. d. Vits., wird in althergebrachter Weise der diesjährige Augustmarkt abgehalten, der in der ge­samten Umgegenb aufs beste bekannt ist. Es findet Rindvieh-, Schweine- und Ziegenmarkt statt. Der Auftrieb beginnt morgens um 8 4lhr imb must um 9 Uhr beendet fein. Der Krämer­markt beginnt bereit- am Sonntag, 19. August.

I Ober-Lai-, 13. Aug. Untere Schule, die als eine der ersten im Kreise Schotten be­reits 1926 ein Epidiaskop erwarb, hat nunmehr die lange geplante Vervollständigung ihrer Projektionseinrichtung erhal­ten. 3n der vergangenen Woche wurden durch eine Giestener Firma in beiden Schicksalen Der-

bestaunt, hohes Lob.

Butzbach. 14. August. Gestern abend gegen 23.30 Mr wurde am Block Ober-Mörlen ein Milchauto von einem Güterzug an- gefahren und eine Strecke weit mitge­schleift. Der Ehaufseur trug leichte Kopf­verletzungen und der Beifahrer erheb- liche Verletzungen an den Armen davon. Wen ein Verschulden an dem Unfall trifft, konnte noch nicht festgestellt werden.

E» hatte den ganzen Tag geweht und getegnd. Der Juli hat solche festlichen Tage, wo die Twfen matt an den Sträuchern hängen, die Wolken tiff am Strom hinschleifen und die (Elbe verdrossen und gelb zur See foinabmurrt

Kreis Friedberg

a Friedberg. 13. Aug. Tine gröheve 2 a h n- feier, mit der eine Ehrung eines Frredberg.. Siegers in Köln verbunden war, veranstaltete gestern die hiesige Turngemeinde unter ftar- tet Beteiligung der Bevölkerung im Saale des Hotel Trapp. 3m Mittelpunkt des Festabends stand die inhaltz-eiche Festrede, die ©tuöienrat Thierolf über Jahns Lebensgang und sein Werk hielt. Dem Turnerschwimmer Wilhelm Schäfer, der beim Deutschen Turnfest in Köln im Mehrkampf Sieger wurde und au Herdern im Ltreckentauchen einen neuen Akkord aufstellte, wurde in Würdigung ferner ehrenvollen Stege eine Erinnerungsgabe in Gestalt eines Bechers mit einer Siegerfigur überreicht.

LPD. Friedberg, 13. Aug Wie die ^ele» graphen-Union meldet, sollen sich zwei bei der Pahabteilung des Kreisamts als Gehilfen be­schäftigte junae Leute Unterschlagungen haben zuschulden kommen loffen, deren Höhe auf 8000 Mart geschäht wird. Die Angelegenheit sei dadurch ins Aollen gekommen, dast sich der eine der jungen Leute durch hohe Geldausgaben ver­dächtig gemacht habe.

4 Bad-Dau he im. 13. Aug. Sine vom Direktor deS hygienischen Institut- der Universi­tät Aostvck, Prof. Dr. Wasielewski. und von Pros. Winkler geleitete medizinische Studiengesellschast. an der ©tubenten und Aerztc in größerer Zahl teilnehmen. be­rührte auch unser hessisches Bad und unterzog dessen Einrichtungen einem eingehenden Studium. Oberbaurot Berck machte mit den technischen Hilfsmitteln des BadeS bekannt, während Pros. Dr. Weber die Wirkung der Heilquellen be­handelte. Bei einem gemeinsamen Essen im Kur­haus? machte der Stockholmer Arzt Dr. S ch ö 11 beachtliche (Mitteilungen über die in Deutschland gewonnenen Eindrücke, er zollte der deutschen medizinischen Wissenschaft, die der Ausländer

,Lch möchte, du ließest mich irgend etwas Ver- nünftiges fernen, Tante. Das Heiraten ist wirklich nicht mein Wunsch."

Du wirst dich dem fügen, was Herr Schulze und ich für richtig halten. Da» sind Familienangelegen­heiten, und nach all dem Acrger, den ich mit euch gehabt, hast du wohl die Pflicht, dich nun zu fügen."

Maria schoß das Blut heiß in die Schläfen. Sie chwieg, und die Hoheit ging.

Aber sie wäre sehr erstaunt gewesen, hätte sie gesehen, wie die Nichte sich durch das Mädchen die letzten Berliner Zeitungen bringen ließ und in den Annoncen forschte. Gab es denn nichts, was sie hätte leisten können? War sie so ganz unbrauchbar auf dem großen Markt des Frauenerwerbs?

Mutlos faltete sie nach einer Stunde die Blätter wieder zusammen, nur hie und da noch eine Notiz überfliegend. Seit sie vor Wochen einen taktlosen Bericht über Elenas Unglück gefunden, hatte sie kein Blatt mehr gelesen.

Plötzlich wurden ihre Augen groß.

Wie wir hören, tritt die deutsche Forschungs- expedition, die sich die Felsenwüsten von Alaska zum Ziel gesetzt hat, schon am Freitag, dem neun­ten, ihre Fahri an. Me Forscher und Siimtlcr, Photographen, Zeichner, auch ein bedeutender Reise­schriftsteller zählt zu ihnen, reifen mit dein «Albert Dallin' bis Neuyork und von dort norbroärte. öie bleiben den Winter in jenen unwirtlichen Ge­bieten" Weiter las sie nicht, das Blatt flog auf die Erde.

Freitag, den neunten Juli und heute schrieb man den siebenten. Und wenn er nun ging und wenn sie ihn jahrelang vielleicht niemals wiederfad?

Eins konnte sie, ein einziges, er hatte einmal in seliger Stunde gejagt es sei das Höchste: sie konnte einen Menschen glücklich machen. Einen Menschen, den sie liebte! Einen Menschen, der ihr fein ganzes Herz gegeben hatte

Denn sie zu ihm ginge?

Eine einzige flüchtige Aufwallung des Zaudern». Das tut man nicht! Nein, man tat es nicht, wenn man feige roar, wenn man all die festen Formen der Erziehung höher stellte al» den großen Lebens­inhalt. Wenn Sitte mehr galt als Liebe. Sitte nicht Sittfamtei:. Denn das wußte sie, wußte es so sicher wie Leben und Seligkeit er wurde wissen, daß sie es tat in aller Reinheit ihrer Seele. Und als fiele plötzlich jede Not der letzten Monate von ihr ab, atmete sie tief auf und sagte ganz laut: Ich tu' es Und du wirst e» begreifen, Elena, wenn es keiner sonst begreift/

deutend zurück. Der Grund ist wohl darin zu suchen, daß In diesem Jahre besonders im Volks­tümlichen die Anforderungen sehr erhöht^ waren. Die beste Tagesleistung brachte die Schülerin Frieda Henrich in der Dorklasse Jahrgang 1916 und 1917 mit 53 Punkten. Eine ganz befondere Leistung zeigte die Schülerin Johanna Kröll, die im Ballweitwurf 22* Punkte erreichte.

s:s (Elfenborn, 13. August. Bei Streitigkeiten zwischen jungen Burschen aus Wenings und ©ein- paar kam es gestern abend zu einer Messer» stecherei, in deren Verlauf ein junger Mann aus Wenings leicht, ein zweiter durch einen Stich unterhalb des Schlüsselbeins schwer verletzt wurde. Saniräterat Dr. Hahn von Drtenbera leistete die erste Hilfe. Der Täter ist tludjtig und konnte bisher nicht dingfest gemacht werden.

Mr eie Schotten.

y Schotten. 13. Aug. Der Turnverein feierte den 1 5 0. Geburtstag des Turn- vatcrS Jahn am vergangenen Samstag aus dem Sportplatz Dockzahl. Ein mächtige- Feuer loderte zum Himmel, der Vorsitzende Z e s ch k h sprach in zündenden Worten über Zahns De- deutung für dis Turnerei und daS deutsche Vater- land. - Am Sonntagnachmittag fand ein Kin­derfest des vom Alices rauenverein ins Leben gerufenen Kindergartens unter Leitung der Kindergärtnerin Frl. Schmidt statt. Die Dar-

Mreiä Büdingen.

y. Aidda. 13. Aug. Amtsgerichtsrat Klose ist von hier nach Schotten als Oberamts­richter verseht worden und wird seine neue Stelle in Kürze antreten.

nd. Aidda, 13. Aug. Der hiesige Turn­verein veranstaltete am Samstagabend eine würdige Feier des 150. Geburtstages des Altmeister- Fr. Lpdiv. Jahn. Bei einbrechender Dunkelheit zogen die Turner und Turnerinnen liebst zahlreichen Bewohnern unserer Stadt auf den nahen Beundeberg, wo neben dem Bismarckdenkmal ein mächtige« Höhenfeuer angezündet wurde. Der Turnverein sana zwei passende Turnerlieder, und Lehrer Wolf von Unter-Schmitten schilderte in markigen Worten das Leben. Streben und Wirken des Turnvater- Iahn - Am gestrigen Gottesdienst nahm auch eine große Anzahl der Sechzigjährigen des Kirchspiels teil, von denen einige von weicher sich zur W i e d e r s e h e n « f e i e r eingesunden hatten. Pfarrer Laut richtete erbauliche Worte an die Altersvereinigung. die nachmittags einen gemeinschaftlichen Ausflug nach Bad Salzhausen unternahm.

]:[ Gelnhaar, 18. Aua. Gestern nachmittag wurden in der hiesigen Volksschule die Reichs- fugend wettkämpfe für 1928 ausgetragen. Die Leistungen blieben hinter den vorjährigen be-

Ihre Hoheit ließ packen. Es war auch für ihre gesunden Nerven ein bißchen viel gewesen. Und der Spektakel. Erst die Entlobuna, dann zwei Tage später das Telegramm mit dieser Unglücksnachricht.

Ein Unglücksfall? Ach, wer das glaubt! Und wenn sie es hundertmal ihren Besuchern ^wieder­holte:Meine frohe lebenslustige Nichte! So früh hinweg. Was hätte das Leben ihr noch bringen können! Alles vernichtet in einem Augenblick."

Maria sagte nichts, fie ließ sich überhaupt vor Fremden nicht sehen. Zwei kurze Tage hatte sie aufgeatmet, dann traf der unerwartete Schlag dop­pelt hart.

Aber wie ein Tag nach dem andern vorüberging, wie der erste dumpfe Druck und Schreck langsam wieder das stille Denken wach werden ließ, sagte sie sich:Nun ist sie heraus aus all dem Elend. Aus dem Schmutz, der immer höher an ihr empor- kroch. Nun ist sie erlöst und im Frieden. Ich kann wieder an sie denken wie damals, als ich von all diesem Trostlosen noch nichts kannte. Nun steht sie wieder vor mir, hell und beiter und rein.

Aber ich habe niemand mehr, der mich liebt, Nie­mand mehr, für den ich sorgen kann in zärtlichem Gedenken." Und wenn sie das dachte, fragte eine heimliche Stimme in ihr:Und warum schreibt er nicht? Bist du ihm gar nichts mehr? Weiß er nicht, daß du wartest auf ein Wort, nur ein einzi- ges Wort? ' Aber sie roar altmodisch erzogen und wußte es nicht anders, als daß die er rau auch dem gcllcbteftcn Manne nicht entgegenkommen darf.

Da ließ die Hoheit packen. Sie wollte nach Ita­lien, wenn es auch gegen ihre Grundsätze ging. Wenn auch der Sommer an den italienischen Seen rocht heiß sein würde. Sie wollte diese ganze Sache hinter sich haben.

Und du Maria, du bist es mir schuldig, dich zu- lammenzureißen. Trauer ist gut und begreiflich, aber ihr wart doch von Kind auf fast ich meine so von deiner Kindheit her getrennt gewesen, ,nd was du im letzten Jahr mit ihr erlebtest, das kann dich doch auch nicht allzunah zu ihr hinge- führt haben E» wird sich geben, wenn wir fort iinb. Vor dem Winter komme ich nicht zurück. Laß nerrn Schulze sehen, wie er einmal ohne mich au»- iommt. Aber nun mach ein anderes Gesicht. Mein Gott, wenn ich denke, roic ich euch da in Vconi fand vor einem Jahr ja, das bat man davon, wenn man sich feiner Verwandtschaft an» nimmt. Nichts al« Unannehmlichkeiten.

Jedenfalls, wenn wir zuriickkomwen. mußt du idmed heiraten. Darüber nergißt sich diese Blamage am ersten E» wird sich schon eine angemessene Heirat finden.'

die Betroffenen darstellt. Die Dauer der Krankheit rechnet man landläufig mit 18 Wochen. In einigen Fällen tritt auch bei Erwachsenen und Kindern Grippe auf.

*.' Ruppertenrod 13. Aug. Gestern fand das zweite Preisschiehen des diesigen Krregcrvereins statt. Dor vierzehn Tagen war die erste Veranstaltung. Es wurde wieder gan$ vorzüglich geschoben. Den besten Schützen wink­ten schöne Preise. Wachtmeister Kratz schoß am besten. Er erhielt mit 36 Ringen den ersten Preis, einen Lcdcrkofter. Heinrich Blbser holte mit ebenfalls 36 Ringen den 2. Preis, einen Satz Aluminiumtöpte Der 3. Preis, auch mit 36 Ringen, wurde Otto Kratz zuteil. Gr er­hielt eine Windjacke. Dann folgten Georg Bär, Karl Seim, Mücke, und Lehrer Kratz. Der hiesige Schiehstand wurde 1926 neu erbaut und befindet sich in vorzüglicher DerfaNung. - Die Ehrischonagemeinde der umliegenden Orte hielt gestern hier ihr diesjähriges vom- merfest ab. Wie jedes Jahr, so war auch diesmal der Besuch gut Die rednerischen Dar­bietungen wurden durch Gesangs»- und Po- saunenvorträge unterstützt.

cf Dom Ohmta1, 13. Aug. In unteren (Bär­ten treten seit dem letzten Jahre sehr häufig die Schwarzdrosseln auf und rieten durch Der- zehren von Stachel- und Johannisbeeren, Him­beeren und Kirschen großen Schaden an. Man- chen Gartenbesitzern wurde bei Himbeeren und Jo­hannisbeeren die ganze Ernte vernichtet. 6» regt sich daher allenthalben der Wunsch, durch Abschutz der Schwarzdrosseln dem schädlichen Auftreten ent- gegenzuwirken. Die Kohl oflanzen auf fledern und in Gärten zeiaen vielfach Zurück«bNe- benheit und welke Blätter: die Anzeichen der Kohl- Hernie, des schlimmsten Feindes des Kraute», der von Jahr zu Jahr mehr auftritt. Frühzeitig gesetzte Kohlpflanzen konnten noch knappe Früchte yitiaen. während später gesetzte Pflanzen Infolge der Trocken- fielt durch Fäulnis der Wurzeln einaehen. Mehr als seither ist e» erforderlich, durch Wechselanbau, ausschließliche Verwendung von Äünftbünger, Beizung des Samens sowie Anzucht- und Pflanz- beete diese Krankheit zu bekämpfen.

Starkenburg.

WSA. Darmstadt, 13. Aug. Gestern nach­mittag kreuzten sich zwei Omnibu'te der Heag in der Pankraiiu-strahe. Ein junger Motorrad­fahrer wollte sich noch rasch zwilchen ihnen durchschieben, doch war der Platz zu schmal. Er stürzte mit dem Aad und erlitt Quetschun­gen und zwei Beinbrüche. 3n schwer­verletztem Zustand mußte er ins Krankenhaus verbracht werden.

Rheinhessen.

Ein Denkmal der Deutschamerikaner am Ahein.

WSA Bingen. 13. Aug Die Ameri­kaner deutscher Abkunft beabsichtigen, am Rhein ein Denkmal ju errichten Die Platz frage ist nod) nicht gelost Es wird an­geregt, diese- Denkmal auf dem Scharlach­berg, auf dem sog Aondelt, zu erstellen, das einen wundervollen Ausblick auf das Aheintal bietet. Auch wird her Platz beim Aussicht-turm auf dem Scharlachberq in Vorschlag gebracht. Bingen will sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und bemüht sich ernstlich um das Stenonal.

WSV. Mainz, 13. Aug. Professor Otto Arpke wurde als Professor an die Kunst - und Gewerbeschule nach Mainz berufen. Dort soll der Künstler, der al- Schöpfer der Aerchsbanknvtenentwurfe bekannt wurde, die Lei­tung des FachatelierS für merkantile Graphik übernehmen. _____________

Möwe im Sturm

Romern von Sophie Kloerß.

(Schluß.)

,Lch denke nicht daran."

feilte nicht, aber übermorgen. Elena, du hast dich traurig verwandelt. Eine Frau wie du und kann nicht einmal einen solchen Mann um den Singer wickeln!"

Ich kann es nicht, und ich will es auch nicht. Und nun laß mich, bitte. Geh in unsere Kabine. Hier ist der Kofferschlüssel. Nimm, was noch darin ist. Und wenn es nicht genügt" sie legte den «chlangenring in seine Handba, Maria hat den Rubin erneuern lassen. Oder richtiger, der Herr Generaldirektor, der nur wußte, daß die Not zu einer Auswechslung gezwungen hat. An Kollmann schreibe ich nicht."

Sie ging zum Deck zurück. _

Und wieder glitten neben dem dunklen schiff die bunten Reflexe, und die schwellenden Berge und sinkenden Täler leuchteten auf für Sekunden, zeig­ten in ihren schwarzgrünen Glasmänteln blitzende rote, grüne, iveißfiimmernde Steine und lange, goldene Ketten, Zaubertand, von Sekunden ge­schaffen. in Sekunden vergangen.

Elena neigte sich weit über die Reling. Auf einer Bank kniend, den Arm um eine Stahltrosse ge­schlungen, starrte sie hinab und dachte:Wenn ich den Mut hätte! Ein einziger, Moment und ich wäre heraus aus all der Fäulnis und Bitterkeit. Erlöst wäre ich und mit mir das arme Ungeborene, das ich nicht hineinrufen darf in mein verkomme­ne» Leben Eben hab' ich ihm nein gesagt er bat kaum darauf hingehört. Morgen wird er wieder drängen, und übermorgen, und so jeden Tag und wenn ich gegen feinen flerger Wider­stand habe, gegen feine Zärtlichkeit" Da preßte fie die Zähne aufeinander, daß cs knirschte.

Höher hoben sich die Wogen, schärfer fuhr der Nordwest aus dem Kanal heran, die starke Stoß- traft des offenen Meeres in iich tragend. Der Samper begann zu rollen, zu stampfen, weißen Gifcht warfen die Wellen an feinen Seiten auf, es sprühte bis hinauf auf das Promenadendeck.

Zwei Herren, die, in ihre Wettermäntel gehüllt, noch neben dem Schornstein gestanden, wandten sich dem Salon zu. Der eine, der schon eine Weile die cinfamc Frau beobachtet hatte, trat näher.Gnä­digste soltten nicht länger auf Deck verweilen. Dir bekommen bald tüchtig Spritzwasser. Und wenn man sich sonst nichts holt, so vielleicht Zahnweh oder ein steifes Genick."

Ein blasses Gesicht uxmbtr i,ch ihm zu. Ganz langsam, wie im Traum, sagte die FrauOber man holt sich die Erlösuna

Irn gleichen Augenblick stand sie bod> aufgenchtei oben auf der Bank, ihr Arm Ite" den ffalt fahren hatte He sich geneigt balle bus Schift im schwankenden Niedergletten von einem Walferberg irr aie dem Gleichgewicht geworfen? die beiden

Als es auf den Abend ging, rillen die dicken Himmelsvorhänge, und tief im Westen stand die Sonne in einer himmlischen Burg von violetten und glutfarbenen Wällen und Türmen.

Windgeister jagten einen Kranz von tausend Rojenwölkchen über den Himmel, alle Fenster der Fischerhäuser glühten auf wie Rubinen, alle Dächer warfen schimmernde Purpuriücher über ihr dunkle» Rot, der Strom besann sich, daß es sein gute» Recht sei, zu rauschen und Silberstreifen auf den Wogen- schleppen zu tragen, und wie Heinz Gvdesheim von der Station kam jinb den Weg zu seinem Fischer- Hause einschlug, war die Welt ein Fest von Farben und Duft. _

In einiger Entfernung sah er vor sich eine Frau gehen, die war in tiefe Trauer gekleidet. Wie sein ?)erz zuckte! Diese Haltung dieser Gang Daß ihn auch alle» immer wieder an die eine erinnern mußte, die er nie besitzen sollte! Jetzt er hatte unwillkürlich den Schritt beschleunigt, wandte sie sich seitwärts zu einem alten Mann, der vor seiner Haustür auf der grüngestrichenen Bank döste, und tat eine Frage. Nun bog sie um eine Ecke dort hinunter, zwanzig Schritte nur. ging e» zu seinem Hause. .

Als er ebenfalls an die Ecke kam. roar von der Frau nichts mehr zu sehen. Sie roar wohl >n den

friedigen Pier allgemein. Aus vielen Aeckcrir kann man in diesem Jahre besonders deutlich die Wir­kung der Sttckstoffdüngung al- Aeifeverzögerer erkennen. Die Gemeinde hat nunmehr zu ihrer bereits vor einigen 3abrcn beschafften Dreschmaschine eine Strohpresse hinzugekauft und verfügt nun über eine ganz moderne Dresch­garnitur.

Strei» Alsfeld.

ö" Dannenrod, 13. Aua. Unter den hiesigen Kindern ist neuerdings der Keuchhusten stark aufgetreten, der mit den Bcgleiterschinunaen (Er- brechen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit) eine Dual für

benachbarten Park eingetreten.

Ja, fo ging es ihm wieder und wieder. Und nun hatte er noch im letzten Augenblick auf dte Reis« verzichtet, die ihn wenigsten» vor der Versuchung bewahn hätte, die Verlorene sich nah zu glauben. (Er hatte einfach nicht fort können. Al» hielte ihn i ein Zwang, der noch etroa» andere» roar al» Liede.