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Wandern und Reifen Bäder und Sommerfrischen.

Oas Nahetal.

Von p. Backes.

Wer die Nahe sah, Bleibt, der Nahe lern. Der Nahe nah, Denn schön ist's da! lagt Viktor von Scheffel. Wer den Rhein sah and die Mosel, die Ahr, die Lahn und die Sieg, muh auch die Nahe gesehen haben, damit ihm nicht ein voller Akkord in der rheinischen Landschafts-Symphonie fehlt!

Zahlreich reihen fich die sauberen Orte am Fluhuser auf. Bizarre Felsbildungen wechseln ab mit bewaldeten Kuppeln und gepflegten Debenhängen: dann wieder schlängelt sich die Nahe durch Wiesenmatten und wogende Getreide­felder. indes Burgen und Schlösser erinnerungs­schwer herabblicken. Schloß Dhaun und Kyrburg, gewaltig in der Ausdehnung, überraschend in der Art Shre^ Anlage, dann Eallensels, in Fels gehauen und erschütternd in der Hilflosigkeit seiner Trümmer, und weiter der Wald, darin der Friede wohnt und die Einkehr in sich selbst, und immer wieder die Städtchen und Dörfer: Nerheim, Duchroth, Sobernheim, Simmern, Kirn und wie sie alle heißen, in denen die Versonnen­heit daheim ist, in denen kunstfreudiger 'Bürger# fleiß wohnt, der verschwiegene Häuserwinkelund prachtvolle Kirchen baute, der dem steinigen Boden die Rebe abringt und in Dämmerstunden in Behaglichkeit hinter seinem Glase sitzt und sich ausruht von seinem Tagewerk! 3a, die Be­wohner des Nahetales haben von allem etwas gemein, die Heiterkeit von den Rheinhessen, die Derschlossenhert von den Leuten vom Hunsrück, die Herbheit vom Eifelvölkchen und die Treue und den Schalk vom weiten rheinischen Volke. Alnb arbeitSfeoh ist der Bewohner des Rahe- tales: er schuf die bestbekannte Lederindustrie, die in Kirn gipfelt, ec betätigt sich in der Stein-, Eisen- und Holzindustrie und weckte die zahl­reichen Schleifereien, darin Halbedelsteine verar­beitet werden, ins Leben.

Doch wenn einem das Nahetal ins Gedächtnis aufsteigt, gipfeln trotz dieser geschilderten Tal­schönheit des Oberlaufes dec Nahe alle Er­innerungen in den beiden Bädern Kreuznach und Munster a. Stein. Vielleicht sind einzelne Landschaftsbilder des Oberlaufes charakteristischer und eindrucksvoller, vielleicht auch abgeschlossener und typischer, doch in den beiden Bädern, die ganz aus der Landschaft herauswachsen, die sich eng an sie anschließen, die von ihr leben und alles daransetzen, die Eigenart jener Landschaft zu wahren, vereinigt sich pulsierendes Leben mit Naturverbundenheit, die Kraft der Gradierwerke

und Wasserräder mit der Lieblichkeit des Tales und mit der Würzigkeit und Heilkraft der 2uft, die das Tal erfüllt.

Voller Wunder und Winkel ist das alte Kreuznach mit seiner stilvollen Kirche, die eine barocke Turmhaube trägt, und der Brücke, darauf sich die bekannten Brückenhäuser naseweis und vorwitzig angefiebelt haben. Sie schauen den ganzen Tag dem Rauschen des Flusses zu, daran sich die Häuser anschmiegen und sich so nahe über das Ufer hervorbeugen, daß durch das Angeln der Bewohner aus den Fenstern ein überaus prächtiges Idyll entsteht. Winklig und versonnen sind die Straßen der Altstadt. Hell liegt die Sonne auf dem holprigen Pflaster und klettert die spitzgiebligen Häuser hinan, deren Gipfel alle etwas vorgekragt sind.

Die Neustadt aber mit ihrem Kurgarten, der ein Meisterwerk der Gartenarchitektur bedeutet, und mit ihrem Kurhause, dessen stllvvlle Einfach- beit überrascht, leitet zum frohen Kur- und Bade- leben über. In breiter Behäbigkeit lacht das Kurhaus aus lauter Blumen mit seiner Außen­front dem Beschauer entgegen. Indes schwingen Musikklänge des Kurhausorchesters durch den Park. Gäste und Kranke lustwandeln über ge­pflegte Wege, und die Nahe ist der nimmer­müde Geselle, der in einemfort durch den Garten rauscht und den viele zierliche Brücken Über­spannen. Dieses Bad Kreuznach hat sich über eine alte und reiche Geschichte hinweg, die in der Ruine Kauzenburg einen stummen Zeugen hinterlassen hat, zum bedeutendsten Radium-Sol­bad Deutschlands entwickelt, und ü^ithin berühmt sind seine Heilerfolge bei Gicht und Rheuma­tismus.

And dann Bad Münster am Stein, das alte Solbad, zu dem man von Kreuznach aus in

Versprengtes

Ein Bild aus

Von Anna

Sobald man in Oberberg (tschechisch Bo- humin), wo schlanke, flotte Gepäckträgerinnen bie Koffer zum Zoll schleppen, bie Grenze hinter fich hat, fühlt man sich im Auslanb. Tiefer im Ausland als in der Schweiz und selbst in Italien. In vokalreichen Fremdsprachen findet man sich leicht zurecht, auch wenn man sie nicht erlernte. Die konsonantenreichen tschechischen Laute sind unserer Zunge eine Qual. Man kommt uns nicht entgegen durch doppelsprachige An­schläge im Derkehrsleben. Bis Oderberg sahen wir in einem guten deutschen O-Zug. Nach dem

einer halben Stunde durch das Salinental mit seinen großen Gradierwerken, seinen schaufelnden Wasserrädern und seinen hohen bewaldeten Berg- Hängen gelangt. Trutzig steigen aus der Nahe die beiden Porphyrfelsen Rheingrasenstein mit spärlichen Burgtrümmerresten und der Rotenfels auf, an dessein Hang ein blumiger und spritziger Wein wächst. Beiden Felsen gegenüber träumt die Ebernburg, der ehemalige Sch Franz von S i ck i n g e n s, von seiner reichen Vergangenheit, die bis ms elfte Jahrhundert zurückreicht, die von den Saliern, zu denen von Sickingen kam. bis sie 1689 geschleift, dann wieder aufgebaut und etwa hundert Jahre später in Schutt ge­legt wurde. Eine prachtvolle Sicht hat man vom Burgberge aus in die Schönheiten des Nahe­tales, auf den Rheingrafenstein und die zu Füßen liegenden Häuser Münsters am Stein. Auf der anderen Seite schaut man auf den Ort Ebern­burg hinab, dessen rotes Dachermeer in der sich harmonisch einfügenden Kirche seinen Abschluß findet. Mit Ebernburg beginnt die Verträumt­heit und Lieblichkeit der bayerischen Städtchen und Dörfer. Doch auch vom Rheingrafenstein ist die Aussicht überwältigend auf das sich im Tale hinschmiegende Bad mit seinem Gradierwerk und weiter auf Kreuznach, die Ebernburg und das in der Ferne liegende gesegnete wellige Bayern­land.

Jetzt bliebe noch das untere Nahetal zu ver­zeichnen. Bretzenheim, das in Obstbäumen ein­gebettet ist und mit seiner romanischen Kirche ins Land hineingrüßt, Laubeicheim, das den köstlichen Laubenheimer auf seinen Höhen reifen sieht und Münster vor Bingerbrück, mit all seinen über- eüianbcrgetürmten Dächern. Dann folgt der Aus­klang des Tales bei Bingen und die Vereinigung der Nahe mit dem Rhein.

Deutschtum.

>en Karphaien.

Kappfteln.

Umfteigen sollten wir uns zwar auch in einem O-Zug befinden: nur merkten wir das nicht. Wir erinnerten uns peinlich der Eisenbahnfahrten in Deutschland während der Notzeit. Aus Kohlen- und Fabrikstädten gelangen wir in grüne Berglandschaft. Erste Rast im ehemals deutschen Städtchen T eschen, jetzt Tesin. Deutsche Namen an den Läden, deutsche Be­dienung im Hotel. Spaziergang zur Brücke über die Olsa, schon sperren polnische Beamte den Weg. Der Fluß bildet die Grenze zwischen Polen und der Tschechoslowakei. Zwei

Drittel, der schönere Teil der Stadt, sind polnisch.

Die blauen Linien der Beskiden, zum Karpathenzug gehörig, bannen den Blick. Die Sisenbahnfahrt führt durch engemgeichnlltene Täler an schaumenden Dergwassern, über den Iablonkapaß. vorbei an keck auf Felszinnen ge­bauten Schlohru.nen. Slvwakendörsern mit schorn­steinlosen Zwillingshütten, freundlichen Städten. Zigeunerzelten, übet die Liptauer und Poppertal- Hochebene, den gewaltigen Umriß bet Hohen Tatra zur Linken, die sanfteren Berge der Niederen Tatra zur Rechten. Station Strba. von hier keucht eine Zahnradbahn nach Strbsks Pleso, dem Esorber See. Ein Glanzpunkt decTatra^ 1350 Meter hoch, drei Hotels, ein paar Villen: alles behnbet sich in der Hand des Staates'. Also wird auch ftreng auf die Staatssprache ge­halten. Man kann nach Belieben lururiöS oder touristenmähig leben, rS herrscht -feiö* strenge Kleiderordnung wie in den Speifesälen der Schweiz. Bergsteigerinnen legen nicht einmal bie männliche Kleidung ab. DaS ist nicht schön, doch oft unvermeidlich. In einem Heim des Touristen Vereins lernt man bei mäßigen Preisen die vorzügliche tschechische Küche kennen mit ihrer Vorliebe für Paprika, ihren Zwetschen- kirödeln und der ausgeklügelten Garnierung des hier eingeborenen Ltptauer KäseS.

Der Esorber See mit mächtigen Wäldern und dem ft arten Kranz der ragenden Bergriesen, kahl, phantastisch zerklüftet, ist heroische Romantik. Wilder noch bet zwei Stunden entfernte Pop - Per-See unter bet Meeraugspitze, zwischen Felstrümmern, Geröll und Wasserstürzen. DaS Gegenbild ist Schmecks. heute Smokvee, un­garischTatrafüred". Sin Idyll. Blumen. Wald- Himbeeren, Wacholder. Auch diese gany tannen- umrauschte Siedlung in einer Hand. Doch nicht staatlich. Gründung einet Bank in einer bet deutschsprachigen Städte deS Zipset Landes. All« Tatra-Sommerfrischen sind ähnliche Siedlungen für Fremde, Gesunde oder Kranke, nicht wie im Riesengebirge Dorfgemeinden mit ei gen wüchsi­gen Menschen. Die Kurdirektion verwaltet den Betrieb. So wohnt man auch in Schmecks uzt eleganten Hotel ober in einem der Landhäuser, die in dem 1000 Meter hohen Waldpark ver­streut liegen. Den ganzen Tag bescheint ihn die heilkräftige Höhensonne.

Alle Welt spricht hier deutsch: selbst die Blumen, die. verschwenderisch und künstlerisch ab» gestimmt, die Anlagen schmücken, sind deutschen Ursprungs, bezogen vom wellbekannten Stauden» Förster bei Sanssouci. Deutsche Männer an­dern Karpathenverein haben vorbildlich die Wege markiert und dicht unter den jähen Wänden des Hochgebirges die Schlesische Hütte er­baut. Erne Wienerin verwaltet fle. Der Schle-

Gegen Gichi, Gtein- U. Gtoffwechsettei-en. Ermäßigte Pauschalkuren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis Mk.-ISS,-. Bewilligung v. Kredttluren auf Antrag Jm Kurhaus: Wochenpauschalpreis M. 80,50; im Ba-ehof. Wochenpauschale Mk. 105,--. Auskunst auch über Hauskuren durch die Dadeverwaltung.

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Schlitz!

Wenn die Hände ruben von de» Werktag» Last Und Erquickung du suchst von städtischer Hast, Dann sehnend Die Seele zur Ferne dringt, Wo Mutter Natur sie erfrischend umschlingt. Wtr kennen ein Blätzchen. da» Gotte» Hand In unendlicher Güte setzte in» Land.

Wo Quellen geschwätzig sprudeln und springen Und Böglein dir goldige Lieder singen.

Wo bald du vergissest de» Alltag» Spur In gottgesegneler sel'ger Natur.

Wo die Stunden dir fliehen in kindlichem Glück Wo du träumst dich in Märchenländer zurück. Wo fröhlich die Angel du wirfst vom Gestade, Wo der Schlitzfluß dich lockt zu erauickendem Bade. Wo Eichen rauschen ein uralte» Lied, Wo ein Sehnen dich bt» in den Himmel zieht, Ein heilige» Sehnen.--

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Prospekt durch BerkehrSverein Schlitz (Cberbeffeni.

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