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Oie Parteien im Wahlkamps

hinderten ReichSauhenrninisterS Dr. Strese- mann, die Vertreter der auswärtigen Staaten und den Generalsekretär des Völkerbundes und dankte ihnen und ihren Ländern für die tat­kräftige Förderung der Ausstellung. Die deutsche Reichsregierung empfinde mit besonderer Freude und Genugtuung diese starke Anteilnahme auch der anderen Staaten an der großen Kultur- schau, die dadurch in seltenem Ausmaße das Gepräge der Universalität und der Internatio- nalität erhalte. Die Press«, führte Dr. Külz weiter aus. ist im Besitze der stärksten geistigen Kräfte aur Beeinflussung des menschlichen Daseins auf allen Lebensgebieten. Sie wird sich dessen jeden Augenblick m allen Kulturstaaten der Welt und bei allen ihren eigenen Lebensäuberungen bewußt bleiben müssen. Bewußt werden sich dessen aber auch die sein, die daS Schicksal ihres Volkes und ihrer Völker lenken. Die Presse ist nicht lösbar von dem nationalen und geschichtlichen Boden, aus dem sie geworden ist. Aber je mehr die Entwicklung der Menschheit fortfchreitet, um so mehr überwindet sie äußere Greben, um so stärker strebt sie xum Großraum des Geistes, der Kultur, der Technik und des Verkehrs um so stärker werden über den selbstverständlichen Ausgangspunkt der Nation hinweg die inter­nationalen Berührungspunkte und Zusammenhänge und damit die internatio­nalen Gemeinschaftsbedürfnisse.

Der russische Botschafter Krestinski, als ältester anwesender Botschafter, bezeichnete in seiner Ansprache dir internationale Presseaus- stellung als eine wichtige Etappe auf dem Wege der Entwicklung der internationalen Verständi­gung. Der amerikanische Botschafter S h u r m a n betonte, er sei schon durch viele Ausstellungen gekommen. DieS sei aber die erste Presseausstellung, und einer Stadt, die sich ge­traue, eine solche Ausstellung zu machen, gebühre alle Hochachtung. Die Presse habe hier alles gezeigt, was sie bringen könne. Die Presse müsse das, was sie immer tue, in 24 Stunden zusammen- bringen und dos sei die große Gefahr, die der Presse immer drohe, die Gefahr der Heber- treibung aus der einen Seite oder die des Mo gelnS aus der anderen Seite. Das sei die ständige Gefahr für den Frieden der Welt. Wir müssen uns der Verantwortung be­wußt sein, die wir tragen, und das Zusammen­arbeiten al'er Presseorganisationen an der Köl­ner Ausstellung zeige den guten Willen ein- trächtigen Zusammcnarbeitens. Das schwere Merk sei nicht die Eingebung des Moments, sondern der kühlen, überlegenden Vernunft, die der Aus­stellung em Symbol fei.

Vach Botschafter Shurman führte

<5ir Grit Or-urnmond,

der Generalsekretär des Völkerbundes

U. a. aus: Man hat in letzter Zeit wiederholt die Frage an mich gerichtet, warum das Völker- bundsfekretariat an der Ausstellung teilnimmt. Der Völkerbund hängt so stark von der öffent­lichen Meinung ab, daß ohne die Mithilfe der Presse die Ausgaben, die von den 55 Mitglied­staaten übernommen wurden, nicht erfolgreich durchgeführt werden können. Die Presse ist der hervorragendste Verbündete deS BölkerbundeS bei seinen Bestrebungen, die Mission ..friedvolle Zusammenarbeit unter den Nationen zum Zwecke der Erhaltung deS Frie­dens" zu erfüllen. Der zweite Grund für unsere Beteiligung ist darin zu suchen, daß diese groß­artige Ausstellung d e Vertreter der Großmacht .Presse" aus zahlreichen Ländern hier zusammen- sührt. Eine Versammlung so bedeutender Per- Unlirf)feilen muß alS mächtiger Faktor wirken, um Mißverständnisse aus dem Wege tu räumen und das bessere gegenseitige Ver­ständnis und infolgedessen bessere Beziehungen zwischen den Böllern zu fördern. Ein derartiges Werk entspricht dem tiefen inneren Geist des Völkerbundes.

Vach dem Generalsekretär sprachen noch der spanische Botschafter Espinosa de los Mon­teros, ferner Professor Julius Ferdinand Wol'f. Dresden, der erste stellvertretende Vor­sitzende des Vereins deutscher ZeitungSverleger, Dr. D o v i f a t vom Reichs erband der deutschen Presse und Geheimrat B ol km a nn. Leipzi" als Vertreter des Buchgewerbes. D e Zeierlick- f ei len wurden mit einer Dampferiahrt au. dem Rhein zur Besichtigung der Uferbeleuchtung abgeschlossen.

Gefährliche Friedenspolitik. Herr Basch und seine deutschen Hunger. Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers"

Berlin, 14. Mai. Der französische Pazifist und Präsident der französischen Liga für Menschen­rechte. die bekanntlich in Frankreich sehr einfluß­reich ist. Basch, hat in Berlin einen Vor­trag gehalten, der von prinzipieller Bedeutung sein durfte, allerdings in einem etwas anderen Sinne, als Herr Basch wohl gedacht haben mag. Der Höhepunkt des Dortrages war folgende symp­tomatische Szene: Herr Basch hatte mit großem, retorischcn Schwung die Frage gestellt, ob Deutsch­land seine Dervflichtungen aus dem Der- sailler Vertrag wirklich erfüllt und ob es ehr­lich ab gerüstet habe? Auf diese Frage ant­worteten nicht etwa die Gegner des Herrn Basch, sondern seine deutschen Anhänger, zum großen Teil mit einem begeisterten91 e i n", was natürlicherweise dem Vortragenden später die Ge- legenheit gab, iestzustellen, daß Frankreich daher Deutschland nicht trauen könne und daß seine Freunde in Frankreich deshalb auch nicht ihre Stimmen für die Räumung des Rheinlandes cinseßen könnten. Die Schluß- folgerungen des Hern, Basch, der zwar ein Frie­densfreund und Derständigungspolitiker ist, sind vielleicht allenfalls noch unter französischer Per- IpeHioe zu verstehen. Aber es bleibt auch jedem Freund einer Annäherung zwischen den beiden großen Rachbarnationen unerfindlich. wie deutsche Bürger aus deutschem Boden imstande lein können, auf diese Weise jedes Gefühl nationaler Einheit und Würde x u vergessen. Im Endergebnis: Der in Berlin sprechende Franzoic Basch zeigte sich mehr als Franzose als die deutschen Zuhörer sich zu ihrem deutschen Dateriand bekennen wollten.

Das Carol-Manifest.

London, 14 Mai. (WTB. Funkspruch.)Daily Expreß" veröffentlicht den Bericht eines der Teil nehmer an dem Äomviott des Prinzen Carol, na­mens Maurice Lewis, der zusammen mit dem Iounalisten Heathcote und dem Hauptmann L e

Eine Rede Hergis.

Görlitz, 13. Mai. (TU.) Re.chsjustizministcr Dr. Hergt sprach in einer Wählcroersammlung der DeutjchncUionalen Dolkspartei in Görlitz. Der Redner behandelte einleitend die Aufwertungs­frage. An den Fundamenten der Aufwerlungs- gesetzgebung, so bedauerlich es auch sein möge, könne nicht gerüttelt werden, obwohl in Eintel- heilen die >etziae Regelung noch verbesse- rungsbebürftig fei. Der allgemeinen Rot des deutschen Volkes müsse auch äußerlich durch Einschränkung von festlichen Beran- stakt ungen Rechnung getragen werden. Die endgültige Regierungsaktion in der Kriegs­schuld f r a g e stehe noch aus, sie müsse bei einer sich bietenden Gelegenheit unternommen werden. Pflicht der deutschen Außenpolitik lei es, auch nur den Eindruck zu verhüten, als ob sie auf eine Bei­behaltung des status quo, sei es in bezug auf den Versailler Vertrag, das Dawes-Gutachten ober hin­sichtlich Ostpreußens und Oberjchlesiens hinausgehe. Bei Besprechung der innerpolitischen Aufgaben er­örterte der Minister eingehend das lanbroirt- schaftlich.e Notprogramm, das zwar nichts fertiges, aber doch eine Hilfe für das notleidende Bauerntum fei. Dor allem müsse für die Renta­bilität der deutschen Landwirtschaft gesorgt wer­den. Zum Schluß behandelte der Redner die Lei­stungen der jetzigen Reichsregierung auf kultur- und sozialpolitischem Gebiet, die er als Beweis für die von der Partei verfolgte Politik der Tat be­zeichnete. Die Deutschnationalen wollen keine Po- litik der Hoffnungen und Besprechungen, sondern eine Politik d e r Realität. Sie machten kein Hehl daraus, völkisch und monarchisch zu sein. Die Verfassung könne auch auf verfassungsmäßigem Wege geändert werden.

Euttius über Wirtschaftspolitik.

Stuttgart, 11. Mai. (Tel.) Die Deutsche Volkspartei hatte den Reichswirtschaftsminister Dr E u r 1 i u s xu einem Vortrag über die deutsche Zukunft eingeladen. Dr. Curtius wandte sich gegen die ilnterreöungen mit aus­ländischen Staatsmännern über die be­vorstehenden Wahlen. Er bezeichnete es als taktlos und gefährlich, wenn man auf diese Weise fremden Staatsmännern Einfluß auf die innere deutsche Verwaltung verschaffe. Be­sonders ausführlich ging der Minister auf die Fragen der Wirtschaftspolitik ein. Aus den Kreisen der Landwirtschaft fei die Export­politik der Regierung angegriffen worden. Es dürfe dnbei nicht vergessen werden, daß am Export zehn Millionen Deutsche in­teressiert seien, und daß öi$ Ausfuhr zur Belebung der Rohstoff- und Lebensmittelein­fuhr notwendig sei. Da man noch lange mit einem starken Lebensmitteleinfuhrüberschuß rechnen müsse, sei die Ausfuhr wohl bearünbet. Zölle allein könnten die Landwirtschaft nicht hochbringen. Die im Votprogramm bewilligten Mittel seien nur Trovfen auf dem heißen Stein. In den nächsten Jahren müsse bei der Arbeit auf wirtschaftlichem Gebiet daS Schwergewicht auf die Landwirtschaft gelegt werden. Line weitere Ausgabe des Staates bestehe darin, der Wirtschaft die nötigen Unterlagen zur Er­kenntnis der eigenen Lage zu liefern. Durch besondere Einrichtungen könne der Staat auch zum Ausgleich der Gegensätze in der

Das Geheimnis der sogenannten Donez - Ver­schwörung ist durch die bruchstückweise erfolgte Veröffentlichung der Moskauer Anklageschrift jetzt so weit enthüllt, daß man sich ein ungefähres Bild von den Vorgängen machen kann, die die sowjet­russischen Behörden veranlaßt haben, einzujchreiten und Verhaftungen vorzunchmen. Wir haben den Eindruck, als ob im Donrevier eine Reihe von Russen den industriellen Ausbau der Sowjetunion benutzen wollten, um sich persönliche Vor­teile zu verschossen. Diese Leute, die Hand in Hand gearbeitet haben, sind wahrscheinlich an bie ausländischen Lieferfirmen he rän­ge t r e te n und haben ihnen bie Erteilung von Aufträgen in Aussicht gestellt, wenn sie dafür Provisionen erhalten würden. Wir wissen nicht, ob irgendeine deutsche Firma darauf einge­gangen ist, alle Unternehmungen, die bisher ge­nannt wurden, bestreiten das jedenfalls. Aber selbst wenn Vermittlungen dieser Art honoriert worden sind, dann ist das noch längst kein Ver­brechen, denn überall ist es üblich, für Geschäfte, die durch dos Eingreifen eines Agenten zustande- kommen, entsprechende Summen auszuschütten. Mit konterrevolutionärer Betäti­gung deutscher Firmen in Rußland hat das nicht das geringste zu tun.

Run kommt noch ein anderes hinzu. Diesem PersoncnkreiS scheint es gelungen au fein, mit den früheren Besitzern südrussischer Gru­ben in Fühlung zu kommen, denen vorgespiegelt wurde, daß die im Donrevier Beteiligten s i ch antibolschewistisch betätigten. Aus diese Weise dürfte es ihnen gelungen fein, aus den ehemaligen Inhabern erhebliche Summen herauszulocken. Ob aber auch hier wirklich eine gegenrevolutionäre Handlung der Verhafteten, soweit sie russischer Staatsangehörigkeit sind, vor- liegt, darf bezweifelt werden, weil eS allen doch nur darauf angekommen ist. Geld zu erhalten.

Die sowjetrussischen Behörden Haven daraus nun ein groß angelegtes Komplott zur Unterminierung des Sowjetstaates gemacht und sind zudem mit ihren Beschuldigungen nament­lich deutschen Firmen gegenüber außerordentlich leichtfinnig umgegangen. In ihrer Anklageschrift haben sie bisher nicht eine einzige der früher ausgestellten Behauptungen ausrechterhal­ten können, sie haben sogar zugeben müssen.

M e s u r i c r bie Expedition nach Rumänien zur Verteilung der Carol-Manifeste unter­nommen bat. Darin wird ausführlich im Stile eines Detektivromans berichtet, wie die in London ge­druckten Manifeste unterwegsverloren gin- gen und bei der Ankunftin einem Balkanlande" neu gedruckt werden mußten, wie der Plan, die Manuskripte durch einen ehemaligen Kampfflieger über Rumänien ausjufl reuen, scheiterte, und wie die Manuskripte jchiießlich einerA n - zahl von Banditen" übergeben worden

Wirtschaft beitragen. Der Reichswirt­schaf tsrat habe sich als der rechte Tisch bewährt, an dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich einigen könnten Diese Einrichtung sei des­halb weiter auszubauen. Dor allem aber habe der Staat in den nächsten Jahren die Wirtschaft in größtem Umfange zu entlasten. Voraussetzung dafür fei die Revision des Dawesplanes. Zum Schluß betonte Dr. Curtius, bei den Wahlen gelte es. dafür au sorgen, daß. nachdem die Deutschnationalen In die Opposition drängten, daS Pendel nicht zu sehr nach links ausschlage. Die Wei­marer Koalition wäre außen- und kulturpoli- ttsch ein Unglück. Die einzige Möglichkeit eines gesunden Wiederaufbaues g?be die große Ko­alition, eine Politik der Mitte und der Ver­ständigung unter Derbreiterung der Basis nach links.

Wirth spricht in Hamburg.

Hamburg, 11. Mai. (TU.) In einer Wäh- lerversammlung bet Zentrumspartei wies Reichs­kanzler a. D. Dr. Wirth darauf hin, baß von außen gesehen, das politische Leben im deut'chcn Taterlande nicht imponierend wirke. Wenn man die ungeheure Zersplit te r u n g im deut­schen Parteileben betrachte, so könne man nur sagen, daß das deutsche Dolk immer noch e i n unpolitisches Volk geblieben ist. Die Art, wie heute der politische Kampf geführt werde, bedeute das Ende der Demokratie. Man müsse sich wieder auf das Wesen der politi­schen Parteien belinnen. Ohne Verantwortlich­keitsgefühl der politischen Persönlichkeiten könne kein Heil für den Staat erwachsen. Deshalb sei die Persönlichkeit in den Vordergrund zu rücken. Wit Säbelrasseln könne heute keine Außenpolitik gemacht werden. 3m Laufe diese- oder des nächsten Jahres werde Deutschland zu einer festen Umgrenzung der deutschen Reparativ ns Verpflichtungen kommen müssen, doch werde man sich hier in Geduld üben müssen, denn bie Entwicklung der großen Politik gehe im Schneckentempo vor sich. Die heutige Wahlbewegung könne nur alsschwung - los und ohne Ziel bezeichnet werden. Hätten die letzten Wahlen in Frankreich eine Beteiligung von etwa 90 Prozent gezeigt, so werde man in Deutschland dieses Mal mit vielleicht 60 Prozent Wahlbeteiligung rechnen können. Wenn P o i n - care sich auch dahin ausgesprochen habe, daß die Frage der Rheinlandräumung zur Besprechung stehe, so doch in einer anderen Weise, als sich Deutschland das gedacht habe. Diese Frage hänge eng zusammen mit der Frage der Repa­rationen. da Frankreich für die vorzeitige Räumung Vorauszahlung der von Deutsch­land zu zahlenden Reparationslasten verlange. Es sei eine Torheit, wenn das deutsche Volk selbst die Hand dazu bieten würde, große Lasten aus sich zu nehmen, wenn nicht gleichzeitig damit die Schuldenlast auf ein vernünf­tiges Maß zurückgeschraubt werde. Das deutsche Volk selbst müsse (ich etwas mehr um die große politische Aufgabe kümmern, lieber den materiellen Sonberinteressen müsse das Poli­tisch Gemeinsame zu'ammenge'aßt werden. Der deutsche Reichstag müsse in der Lage sein, einen einheitlichen Dolkswillen zum Ausdruck zu bringen. waS nur auf dem Boden der Demokratie möglich sei.

daß alle deutschen Ingenieure nach wie vor die ihnen zur Last gelegten Vergehen ernergisch bestreiten. Rur Badstieber soll ein Teil­geständnis abgelegt haben, was aber Wohl nicht stimmen dürste. Die neuesten Veröffentlichungen aus der Anklageschrift lassen also die ganze ..Donez-Verschwörung" in einem wesentlich an­deren Licht erscheinen. Wie die Russen unter diesen Umständen ihre Anklage, daß deutsche Firmen die Sicherheit der Sowjetunion bedroht haben sollen, aufrechterhalten wollen, erscheint uns doch recht fraglich.

Ein Besuch des deutschen Botschafters. Moskau, 12. Mai. (WB.) Der deutsche Bot- schaster. Graf D r o cl d o r f s - R a n y a u, be­suchte heute in dem Dutyrka-Gefängnis bie ver­hafteten deutschen Ingenieure, um sich von ihrem Befinden persönlich zu überzeugen. Der Bot­schafter gab den angeklagten Ingenieuren vor Beginn deS Prozesses die Versicherung. daß die Reichsregierung im Rahmen des Möglichen alles tun werde, um ihnen den erforderlichen Schutz und Hilfe angedeihen zu lassen und erkundigte sich nach den persönlichen Wünschen der Verhafteten. Rach ihren eigenen Angaben befinden sich Otto und Dadstieber in guter Gesundheit. Mayer erklärte, daß sich sein Zustand in der letzten Zeit gebessert habe, und daß er im Gefängnisspital unter gebracht sei. Der Botschafter verbrachte bei den Verhafteten über eine halbe Stunde Die Gegangenen be­teuerten auch dem Botschafter gegenüber ihre Unschuld.

Die heutige Deröfsentlichung auS der An­klageschrift versucht zu zeigen, daß die ehe­maligen Besitzer, die sich um den 6 r e - d i t LyonaiS gruppieren, sich für die Berg- werksindustrie in der Sowjetunion lebhaft in­teressierten und Spionage zugunsten Frankreichs betrieben. Zu den Be­schuldigungen gegen Frankreich heißt es. daß der französische Botschafter Gelegenheit nehmen werde, mit Tschitscherin eine Rück­sprache abzuhalten. Die in der Anklageschrift angedeutete französische Gruppe soll bereit fein, unter Cid ihre Unschuld zu bekräftigen.

seien, die sie in Rumänien verteilen sollten. Der Be­richt schlietzt: ,Lch weih natürlich nicht, was aus den Manuskripten geworden ist. Vielleicht befinden sie sich jetzt in den Händen der Bauern, vielleicht auch nicht. Das letztere ist aber wahrscheinlich"

Dievremen' -^licger in Cßikago.

In Ehikago sind zum offiziellen Empfang der .Bremen"-Flieger Taufende von auswärts herbeigeströmt. Es herrscht ein festtägliches Ge­dränge in den Straßen der ganzen Stadt, die in

Der ZiWnieurprozeß in Sowjetrußland.

ein Meer von Flaggen getaucht ist. Flag­gen wehen von den Automobilen. Taxametern. Hochbahnen, aus den Fenstern der Häu'er. Die ..Bremen'-Flieger begaben sich an der Spitze des Zestzuges durch die jubelnde Men- schenmafsenzum Eoldierfield. wo An­sprachen des Bürgermeisters und anderer her- Dorrügcnbet Persönlichkeiten gehalten wurden. Deutsche und »rische Vereinigungen entboten den Fliegern ihre Sänaergrütze. Der Entpsang wird als eins der größten und spontansten Stunb* geburgen in der Geschichte der Stadt Chilaao bezeichnet. Gouverneur Small fuhr in dem Fest- zug mit. Auch Militär nahm daran teil. Be­sonders bemerkt wurde ein Prunlwagen mit Riesenflugzeugen aus Blumen, die die Entwick­lung des Flugwesens versinnbildlichten. In dem Riesenstadion auf dem Sold.er-Zield waren die Vereinigungen lo ausgestellt. daß ihre farbigen Ko^fbedeck-ng.n deutsche amerikanische und irische Riesenllaggen bildeten. Auch de Mitte de»Sta­dions bot ein farbenprächtiges Bild. Dort hatten Schulkinder in deutschen, ir.schen und amerikani­schen Farben Aufstellung genommen. Auch In­dianer gruppen nahmen an der festkchro Ver­anstaltung teil.

Eine Wahlanfechtungsklage vor dem Gtaatsgerichtshof.

Leipzig, 12. Mai. (WTD.) Unter Vorsitz des Rcichs^erichtspräßdenten Dr. SimonS be­schäftigte sich der S t a a t s g e r r ch t s h o f des Deutschen Reiches mit der Wahlan ech- tungsk age der Rational-Sozialistischen Arbeiterpartei, Gau Mecklenburg- Schwerin. Die Klage richtet sich gegen daS mecklenburg-fchwerinsche Landesgesetz vom 13. Juli 1927, das einen Passus enthält, nach dem ein Wahlvorschlag von 3000 Wahl­berechtigten unterzeichnet sein muh. wenn die Partei im Landtage noch nicht vertreten ist. Außerdem Hüffen dem Wayl- leiter 3 00 0 Mark hinterlegt werden. Wenn kein Abgeordneter gewählt wird, ver­fällt der Betrag der Staatskasse. Die Ratio­nal-Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei begrün­det ihren Antrag damit, daß der StaatSgertchtS- hof in der Sache Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Strelitz in einem Urteil vom 17 De­zember 1927 zugunsten der Klagesteller entschieden hat. Der StaalSgerichtShof wies die Einsprüche betreffend die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes des Deutschen Reiches als unbegründet zurück. Die Auffassung der mecklenburg-schwerinschen Regierung, es handele sich nicht um Rechts st reitigkeiten nach Artikel 19 der Reichs Verfassung, hat sich das Gericht nicht anschl'teßen können. Weber den Klageantrag selbst wurde keine Entscheidung getroffen Er wird nochmals einer näheren Prüfung unterliegen und in der Schluß-Sitzung zur Erledigung ge­langen.

Aus aller Welt.

Der Reichspräsident beim hindenburg Zagdrennen in Hannover.

Reichspräsident o. Hindenburg traf Sonntag nachmittag, begleitet von seinem Sohn, mit dem Zuge in Hannover ein. Der Reichsprasi- dent wurde von dem Präsidium des Rcnnvereins empfangen und begab sich dann, vom Publikum be­jubelt, tm Auto zum R e n n o l a tz. Sein Erschei­nen in der Dorstandsloae, in Der auch die Spitzen der Behörden sich eingefunden hatten, löste wieder­holte Hochrufe aus. Der Reichspräsident wohnte drei Rennen, darunter dem Hindenburg-Jagdrennen, bei und nahm darauf anschließend die Preisver teilung für diese Rennen vor. Rach Schluß des Hindenburg Jagdrennens verließ der Feldmarfchall stürmisch begrüßt unter den Klängen der Deutsch landliedes gegen 6 Uhr abends den Rennplatz und fuhr dann nach einem kurzem 'Ausenthalt beim Rennklub zum Bahnbof, wo er mit dem fahrplan­mäßigen Zug unter den Klängen des Deutschland­liedes, das von dem aus dem Bahnsteig versam­meltem Pub^kum angestimmt wurde, Ha.tnover wieder verließ.

Die Arbeit der Heilsarmee.

ES ist leicht, mit einem spöttischen oder mit­leidigen Lächeln an der aufopfernden Tätigkeit der Heilsarmee vorübrrzugchan und es ist eine bedauerliche Tatsache, daß dies gar allzu oft ge­schieht. Nur wenige haben eine tatsächliche Ah­nung davon, welche überragende Be­deutung der sozialen Arbeit der Heilsarmee in Wirklichkeit zulommt. Einige Herren der Presse hatten unlängst Gelegenheit, eine der größten Samariter Rationen der Heils­armee in Augenschein zu nehmen und dabei von den Helfern und Helferinnen über die wirkliche Tätigkeit unterrichtet zu werden. Diese einzige Samariterftation, von der eS in allen größeren Städten mehrere gibt, ist eine soziale E i n- richtung erster Ordnung. Sie gliedert sich in ein Wöchnerinncnheim, ein Mädchenheinu ein Kinderheim, ein Kindererholungsheün, zwei Männerbeime und ein Frauenhospiz. Täglich tverden dort Hunderte von Mahlzeiten verabreicht und Nachtquartier fur gaM geringe Sätze, die sich um 50 Pf. bis 1 Mark bewegen, gewährt. Der Eindruck, den man bon der Organisation der umlaHenben Hilsstätiakeit gewann, bestätigt, daß die Heilsarmee tatsächltch eine der sozialsten Einrichtungen ist, die es über­haupt gibt. Im Gegensatz zu einer viel ver­breiteten Ausfassung, die davon wissen will, daß die in Deutschland ausgebrachten Gelder der Heilsarmee nach England gehen, kann festgestellt werden daß alle Mittel, die der Heilsarmee zur Verfügung gestellt werden, restlos den deut­schen Institutionen zugute kommen.

JrübjabrsausausHeUung

der Preußischen Akademie der Künste.

Die FrühjadröauSstellung der Preußischen Akademie der Künste wurde mit einer Ansprache deS Präsidenten der Akademie. Professor Dr. Max Liebermann eröffnet. An der Eröff­nungsfeier nahmen der italienische Botschafter, der dänische Gesandte. Vertreter der schwedischen Gesairdtschaft, ferner der württembergische. der badische, der hessische. der medlenburg- fchwerinische und der hamburgische Gesandte, sowie zahlreiche Vertreter der ReichSminifterien und preußischen Ministerien teil. Die beiden vom Minister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung für die Früh ahrSauSstellung gestifteten staat­lichen Preise im Betrage von je 2000 Mark find vom Präsidenten der Akademie. Professor IDr. h. c Max Liebermann, dem Maler August Wilhelm D r e ß l e r in Berlin für sein Bild .Der Maler und dem Bildhauer Professor Wll-

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