Einzelbild herunterladen

Nr. 115 Erstes Matt

178. Jahrgang

Montag, 14. Mai 1028

eri4<«ai iagHd),ou&tt Sonntag« inb Joiertag« Beilage« öiefttntr FamlltendUW«

Helmai >m Bill» Die Scholle

Koiats-Bejagirrets: * Heid)«earb unb 20 9kl4)«pfe*mg ftr Trägt» lohn, auch bet Btchter» scheinen etnjeintrNummtra infolge höherer Gewalt. 3ern|pred)on|d)lfl||e: 61, M und 112 leWrtfl fllr Drahtnach- richten Bnjelger tiefte«, polfcheckkonto. jraiffirt am Main 11686.

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck vltd Verlag: vrühl'lche Unive7sttül5'vuch. «nd Stembnideret B. £ange in Sietzen. Schristieitnng und SeschSftrftelle: 5chnl*ttatze 7.

Senaftmt oo« Snjeiae« für bie Iage«nummer Die zum Jladimthüg uorftet.

Preis tir | mm höhe ftr Anzeigen ton 27 mm Brette örtlich 8. auswärt» 10 Beich»p|enn,g für R klameanzeigen von 70 . m Breite 35 Reichepfennig, Platzvorfchnst 20* mehr.

Cbefrebakteur

Dr cJriebr Wilh Lange. Derantwonlich für Dohnk Dr Fr Will» Lange für Feuilleton Di H Thyriot, für den übrigen Teil itrnft Blumlchein, für den An. zeigenteil Aurt Dillman«, sämtlich in (Bieften

Eröffnung der Kölner Pressa.

Die erste deutsche Weltausstellung nach dem Kriege. - (Sine internationale Schau der Zeitung.

Vorbesichtigung.

vo« unserem nach Stöln entsandten klk. Redaktions- Mitglied.

Köln, 12. Mai 1928.

Dollen über dem Rhein. Dazwischen ein wenig Sonne, ein Fetzen blauer Himmel. Einmal schaut es so au«, al« ob e« schon werden, al« ob es Mai merben wollte, mit viel Warme und Blaue und Bluten. Aber bann kommen roieber die Wolken. Da» war gestern um bie Mittagszeit

Man steht am Kölner Ufer, hinter sich ben Dom, unb blickt hinüber Aur anberen Rheinseite, nach wDü$', zum Mcssegelönde, zur Pressa. Stehl, starrt und staunt: ein neuer Stadtteil ist bort drüben in ein paar Monaten au» dem Boden aestampst worden, eine Messestadt von großzügigen Ausmaßen, über­sichtlich gegliedert, lang hingestreckt, städtebaulich, als Rheinuferflankierung, ausgezeichnet bewältigt. Köln hat eine zweite Schauseite erhalten, ein jenseitiges Panorama, moderne» Wiberspicl zu den altehrwür- digen, turmbekrönten Häuserfronten hier, wo wir eben stehen. Die Bauten, die Abel geschaffen hat, tragen bau Merkmal schlichter, strenger und schöner Sachlichkeit. Die langgezogenen Baumassen werden durch die Dertlkalbetonung ihrer Fassadengliederung unb burch den als Wahrzeichen der Zeitungsstadt errichteten, 85 Meter hohen Turm in der Masse vor­trefflich auebalanciert. Das Ganze ist dabei so ruhig, vornehm und zurückhaltend in seinem baulichen Cha­rakter, so ohne alle falsche Prätension, dem K. Iner Ufer Konkurrenz machen zu wollen, daß man nur Freude daran haben kann.

Arn Freitag um 2 Uhr fängt die Presse vor- b e s I ch t i g u n g an. Treffpunkt an der Hängebrücke. Rund 700 Journalisten aus Deutschland und au» aller Herren Ländern. In zwei großen Gruppen be­ginnt alsbald die Führung. Man läuft gut und gern vier volle Stunden, bis um 6, wo die Gruppen sich auflösen und nach allen Richtungen verteilen. Man läuft und läuft und schaut unb staunt und notiert. Bier Stunden lang. Mit der kulturhistorischen Abteilung geht esos. DannDie moderne Tages- zeitung-, die Maschinen, bie Zeitschriften, bie(Euro- väische Buchkunst", bas Staatenhaus, bas Görres- hau», die Pressa-Kirche unb weiter unb weiter unb immer weiter bi»um Weinbors unb zum Ver­gnügungspark. vier Stunden lang. Und wir haben kaum bie Hälfte gesehen Was wir eben aufzählten, ist wahllos herausgegriffen: man kann hier unmög­lich alles nennen. Und dabei ist bie Ausstellung noch längst nicht fertig.

Roch längst nicht: aber es wird fieberhaft gear­beitet. Wirklich fieberhaft! Roch 24 Stunden Zeit! In 24 Stunden kann unendlich viel geschasst und geschaffen werden. (Eine Heerschar von Arbeitern und Arbeiterinnen Ist in allen Hallen, auf allen Gängen, auf allen Treppen, H fen und im Freien am Werk. Das klopft und zupft unb hämmert unb feilt und pinselt unb lackiert unb bürstet und schruvvt. Farb­eimer, Leitern, Glasscherben, Holzwolle, Kisten, Ge­stelle, Papier, (Eimer. Draußen Autos, Sipos, Auf­seher, Kellner, Rabfahrer, Pferbekarren. Unb Staub und nocheinmal Staub UnbFrifch gestrichen"? Und Lärm unb Zuruf unb Geschrei. Fieberhaft ohren- betäubenb!

Da» wir gesehen haben, was wir für Eindrücke batten, worum es sich eigentlich handelt bei dieser Ausstellung am Rhein, davon soll später die Rede fein. Denn wir mehr gesehen und ruhiger ausge­nommen unb einigermaßen Orbnung gebracht haben in die rasende, wirbelnde. au[ uns bereinbrechende Flucht der Erscheinungen. Für heute nur soviel: es Ist etwa» Großes Schönes und etwas ganz Reue» geworden. Man muß schon den Markt- schrelerausdruck gebrauchen, der hier den Ragel auf den Kopf trifft etwas noch nie Dagewefenc- Das die regsame, tatfrohe Stadt Köln, war die ziel- sichere Ausstellungsleitung zuftandegebracht und ge­leistet haben an geistiger Arbeit, Organisation und materiellem Aufwand, bas ist hohen Pnhr» ro-rt. So nie! kann man schon jetzt sehen unb sagen, ob­wohl man erst etwa die Hälfte kennt unb Diele» überhaupt erst im Derben ist.

Enivsana der presse.

Abenbs ist P r e f f e (E m p f a n g. Festliche Menge im Rheinterrasscn-Restanrant, in prachtvoll gelegenen, lichtburchbrochenen Räumen. Mit bcm Blick auf den Rhein, auf den Dom und das alte Äöln. Es hat sich aufgeklärt und durch die hohen und breiten Fenster schaut man auf das in raun- dervoll schwingenden Linien dunkel hingelagerte Stadtbild. Steil und massig, mit messerscharfen Konturen stehen die Türme vor bcm abenblichcn Maihimmel, ber in ben zartesten Pastelltönen vio­lett, Mau, rosa, Kupfergrün unb Hellorange getönt ist. Ein unvergeßliche» Dilb.

Man Ißt, man trinkt, man tauscht die ersten Eindrücke aus. Die Musik spielt zum guten Dill- kommen ein rheinisches Lied. Und der Oberbürger­meister Adenauer, mit dem auch der Reichs- kornmissar der Pressa, Reichsminister a. D. Dr.fi ülj. erschienen ist, erhebt mit einem trefflichen Trinkspruch fein Glas: Er beiße die R-esicertnc'-r auf das herzlichste willkommen: dieser Saal sei nicht zum Sprechen, sondern zum Feiern und Schauen ba; man möge ben Prozentsatz, zu bcm die Ausstellung fertig ist, nicht heute abend son­dern erst morgen um vier Uhr abschähcn. ..Meine Damen und Herren' Ich trinke auf Ihr Wohl!"

Roch einen Blick hinaus, auf den Dom, dann fährt man beim. Die Lust ist kühl, und es dunkelt und ruhig fließet der Rhein. Hinter uns verfinkt die Preffa mit taufend Lichtem. Auf der Brücke tastet der lange Scheinwerferarm vom Ausstel- lungsturm über uns hin. Und bann fällt man in» Bett. Totmüde.

Oie Eröffnung.

Samstagmorgen 10 Uhr. Alles arau in grau. Rur die bunten Fahnen beleben bas Bild ber Stadt. Regen, nichts als Regen. (Ein Heerbann von Automobilen, eins hinter dem andern, zieht über bie große Brücke. Riesengroß, schwer, feucht schlagen in langer, langer Reihe, vor ber Hauptfront ausgcpslanzt, bie rotweißen Pressafahnen im Wind. Regenschirme und triefende Zylinder. In der gro­ßen Halle im Rheinpark drängt sich Im Saal und auf den Balkonen die festlich und erwartungsvoll gestimmte Menge Kopf bei Stopf. Sturz nach 11 Uhr

beginnt der Festakt, mit dem beute, am 12. Mai, die Internationale Presseausstellung eröffnet wird.

Das .Halleluja" aus HändelsMessias" intoniert die Feier. (Das städtische Orchester, der Gürzenich- chor unb der Kölner Männergesangoercin: General­musikdirektor Abendroth dirigiert.)

Dann spricht der Oberbürgermeister, Dr. h. c. Adenauer: er begrüßt bie Versammlung mit herzlichen Worten: sein Dank gilt in erster Linie ben Mitgliedern der Reichsregierung, des Reichs- tage» unb bes Reichirates, dem preußischen Mi- nifterpräfibcnlen unb ben übrigen Vertretern Preu- Kens für tatkräftige Unterstützung bei bcm Kölner Ausstellungswerk. Die Ausstellung habe zum Gegen- ftanbe bie Welt bc» in Wort ober Bild gefaßten unb vervielfältigten Gedankens:bie Entwicklung unb Gesch chte des menschlichen Wortes, seine Diel- sältigkeit, leinen beftimmenben Einfluß, in Nieder­gang unb Ausstieg ber Menschheit, die Macht, die es gerade in unseren Tagen, in denen der Fortschritt

Einsiettung der japanischen Offensive.

Vormarsch der Lüdtruppen gegen Peking. Antijapanische Voykottbewegung im Lüden.

Tokio, 12.Mai. (XU.) Auf Anordnung deS japanischen Kriegsministers wird die japanische Offensive in China mit der Besetzung der Xfi- nanfu-vchantung-Bahn vorläufig eingestellt. Gleichzeitig wird von der Aankingregierung voller Ersatz für jeden Materialschaden sowie Bestra­fung sämtlicher an diesen Zerstörungen beteiligten Soldaten und Offiziere verlangt. Sollten diese Forderungen angenommen werden, wirb sich Ja­pan mit der besetzten Zone al- Sicherheit für die Erfüllung feiner Ansprüche begnügen. Die von China vorgeschlagene Vermittelung deS Völkerbundes wird a bg e 1 e h n t. Japan hat weitere Truppenverstärkungen nach Schan- tung entsandt. Vach Einstellung der chinesisch- japanischen Kämpfe rückt die Südarmee in überraschender Schnelligkeit gegen Peking- Tientsin vor. Mongolische Kavallerietriippen des Generals Zengyusiang wurden bereits 100 Kilometer südlich Tientsin gesichtet. DaS GroS der Südarmee hat in großem Bogen daS von den Japanern besetzte Tsinansu umgangen. Die Truppen TschangtsollnS haben neuerdings an verschiedenen Punkten Widerstand geleistet.

Es wird ein neuer Konflikt befürchtet, da japanische T r u p p e n s e n d u n g e n zum Schutze Pekings unmittelbar bevorstehen. In Banking sind japanische Marinesoldaten ge­landet worden, bie an strategischen Punkten der Konzession Sandsackbarrikaden errichten. InHankauhat eine anti-japanische Boykott- bewegung begonnen. Die außerhalb der Kon­zession wohnenden Iapaner verlassen ihre Häuser und begeben sich in die Konzession. Die Ver­einigung der Kaufleute in Kanton hat den Boykott aller japanischen Waren beschlossen. Vie- mand wird japanisches Geld benutzen oder in japanischen Hotels wohnen, die bereits voll­kommen leer sind. Die Studenten haben über­all hervorragenden Anteil an der Bewegung. Die Arbeitervereinigungen beraten über einen Streik in allen japanischen Unternehmungen.

Was tut der Völkerbund?

Tie RatLmächte und Nankings Hilferuf.

Gens, 12. Mai. (XU.) Das Telegramm der Nankingregierung an den Völlerbund hat natur­gemäß die hiesigen politischen Kreise lebhaft be­schäftigt. Die Nanllngregierung ist inter­national nicht anerkannt und ist kein Mitglied bes Völkerbundes, kann also den Ar­tikel 11 des Paktes nicht anrufen. Daß das Völkerbundssekretariat trotzdem das Telegramm den AatSmächten vorlegte, und damit jeder von ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme bot. können wir um so lebhafter begrüßen, als wir wün­schen würden, daß dieser Modus öfter ange­wendet und der Oeffentlichkeit mitgeteilt werde. Der Unterzeichner des Telegramms. TanJen Kai. wird von aewissen chinesischen Kreisen als der wirkliche Chef der Nanllngbewegung be­zeichnet. während andere chn nicht kennen wollen. Falls zwischen ihm und Lschangtsolin ein Uebereinkommen wirklich erfolgt, kann Peking die Nankinger Beschwerde sich selbst zu eigen machen. Daß eine dritte Macht die Beschwerde aufgreift, erscheint wenig wahrscheinlich, da darin Peking wie Tokio einen uns reundlichen A k t erblicken könnten. Eher scheint eS, als ob Japan die Beran.cs ung ergtei en tolrhc. um vor dem Vat seine Politik gewissermaßen freiwillig zu erläutern, wie dieS England im Vorjahre tat, als der damalige amtliche aber schon zu

Nanking neigende und später auch dahin über­gegangene chinesische Vertreter Chu eine chine­sische Desch Coerde vorlegte.

Nanking an Amerika.

Ein Hilferuf an Coolidge. Tsinansu, ein Hohn auf das Völkerrecht.

Schanghai, 12. Mai. (TU.) Die Ranking- regierung verössentlicht den Text eines Tele­gramms, das sie an Präsident Eovlidge gesandt hat. ES lautet etwa folgendermaßen: DaS Vorgehen Iapans in der Schantungprvvinz hat zahlreiche chinesische Beamte und friedfertige Bürger getötet. Das Bombardement der un- vertetdigten Stadt T f i n a n f u beweist den plan­mäßig eingeleiteten Angriffskrieg und ist ein Hohn auf das Völkerrecht. Iapan bringt fortgesetzt militärische Verstärkungen nach China. Die chinesische Regierung erlaubt sich, die Aufmerksamkeit der amerikanischen Rcgi.- tung auf diese Angelegenheit zu lenket). Der Friede in China bedeutet die Aufrechterhaltung deS internationalen Friedens und ist eine Frage, die alte zivilisierten Staaten angeht. China wird deshalb mit Geduld den japanischen Angriff ertragen. Die chinesische Regierung weist darauf hin. bah die Schantungfrage auf der Washingtoner Konferenz durch alle freundlich gesinnten Staaten und in der Haupt­sache durch die Vereinigten Staaten q e l ö ft worden ist. China bringt dem amerikanischen Volk größte Freundschaft entgegen und bittet bie amerikanische Regierung, ihre Haltung zu dieser Frage zu erklä.en angesichts der durch Iapan in der Schantungprvvinz hervor gerufen en Lage." Ein Friedensangebot Pekings

Japan empfiehlt feine Vermittlung.

Peking, 12. Mai. (111.) Der Ministerpräsident der Pefingreglcrung hat i m vamen Tjchang. t f o 11 n » an das chinesische Volk einen Ausruf gerichtet, in dem erklärt wird, daß die Regierung die Absicht habe, mit dem Süden Frieden zu schließen. Der Vörden habe keine Absichten auf da» der Südregierung unterstellte Gebiet. Tschiankaischek wird zu einer Besprechung c i n g e l a d e n , um die Möglichkeit de» Friedens­schlusses zu erwägen. Dieser Aufruf ist von der Pekingregierung auch dem Doyen des diplomatischen Korps zur Kenntnisnahme unterbreitet worden. Der japanische Gesandte erklärte, Japan wäre bereit, die Bolle de» Vermittlers ;w schen dem Süden und dem Vörden zu übernehmen, um den Bürgerkrieg beizutegen.

Oie Auffassung in England.

London, 12. Mai. (TU.) In London wird es alS ziemlich befremdlich empfunden daß bis zum Spätabend des Freitag- im Foreign Office noch keine amtliche Bestätigung ber Auf orderung TschantsolinS zur Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Rorb- unb Sübchina eingegangen ist. Man fragt sich daher bereits, ob die von Peking in dieser Angelegenheit ver­öffentlichten Erklärungen nicht lediglich eine ArtBerfuchsballon darstellten. Ferner hat daS Foreign Office bisher noch keine Bestätigung der Meldungen über die Forderung ber japani­schen Regierung nach Schaffung einer neu­tralen Zone rund um Tientsin er­halten. Die in London eingegangenen Berichte besagen nur, daß der Zwi chensall zwischen ben japanischen Behörden und dem Führer ber füb- chinesischen Truppen in Tsinansu noch nicht restlos und befriedigend beigelegt worden ist. WaS die Forderung ber Rankinger Regierung nach Bölkerbundinterven- t i o n anlangt, so ist man in englischen politischen Kreisen ber Ansicht, daß biete Forderung be­trächtliche Schwierigkeiten bereiten werde.

ber Technik feine Verbreitung unb Vervielfältigung so ungeheuer erleichtert hat. In der Form der Ze», tung ausübt, barzustellen: bas ist ber Zweck dieser Ausstellung". Mit dem Dillkommensgruß an die Vertretungen von 43 Staaten unb des Völkerbun­des, und mit dem Wunsche, bie Ausstellung möge, ber Dölkeroersöhnung blenenb, ein Werkzeug de« Frieden» sein, schloß Adenauer seine Ansprache.

Generaldirektor Dr. Esch, gefchäftssührender Vorsitzender der Pressa, sprach anschließend über bie Entstehung und bie Zielietzung der Ausstellung die Bedeutung der Presse al» geistiger Macht, als Kultursaktor», als verantwortlich für ben Geist ber Ration unb der Welt, ihre Bindungen an Wirt­schaft und Technik, und die Weltgeltung und Welt- bedeutung der Presse zu veranschaulichen, unb gab einen llebcrblick über die zahlreichen Ausstel­lungsgebiete mit ihren Sonbergruppcn.

Nachdem bie von Abendroth hervorragenb geleitete 3. ßeonorcnouoerture verklungen war, sprach der preußische Ministerpräsident Dr. h. c. Braun: er begrüßte es, daß gerade eine preu­ßische Stadt, das ehrwürdige Köln, den Vorzug ge­nieße, wieder einmal Mittelpunkt zu sein, auf den sich heute die Blicke unzähliger geistig interessierter Menschen in fast allen Teilen der bewohnten Welt richten: er schilderte ferner das Verhältnis von Staat und Presse, die Pressefreiheit unb das jour­nalistische Derantwortlichkeitsgefühl, wünschte die Presse in den Dienst der Dölkerversöhnung und des Menschheitsfriedens gestellt au sehen und rief schließlich dem Urheber ber Ausstellung, Dberbür- gcrmciftcr Adenauer, namens ber preußischen Staatsregierung ein herzliches Glückauf zu.

Hieraus wurde bie Ausstellung von Reichsarbeits- minifter Dr. Brauns als dem Vertreter de» Reichskanzlers und der Reichsregierung mit kurzen Worten offiziell der Oeffentlichkeit übergeben. Die Versammlung erhob sich, das Deutschlandlied zu fingen, und da» große Finale der 9. Sinfonie mit dem Choran die Freude" beschloß in machtvollen Akkorden die Feier.

Oie Ehrengäste.

Es ist unmöglich, an dieser Stelle olle hervor­ragenden Ehrengäste namentlich aufzuführen, die ben Eröffnungsfeierlichkeiten beiwohnten Es feien genannt: von ber Reichsregierung außer den schon erwähnten Dr. Brauns und Dr. Külz: Minister des Innern Dr. K e u d e l l, die Staats- fefretäre Dr. Pünder, Zweigert und Dr. Geld, Ministerialdirektor Dr. ZechIin, Reichs- kunstwart Dr. Redslob, der deutsche Gesandte in Bern, Dr. Müller, der deutsche Gesandte in Luxemburg, Dr. Mertens; von her preußischen Regierung außer dem Ministerpräsidenten die Mi- nister G r z e s i n s k i, Dr. Schmidt, Dr. Hirt- siefer, Dr. Becker und der Staatskommissar für die Pressa, Dr. Fuchs: vom Reichsrat Dr. von Preger und Erz. Boden: vom Reichstag Prä- fibent Löbe; vom Preußischen Landtag Dizepräsi- bent Dr. v Kries: Hessen war durch seinen Staatspräsidenten Dr. Adelung vertreten; vorn Völkerbund war der Generalsekretär Sir (Eric Drurnmond erschienen, außerdem eine große Anzahl ausländischer Staatsvertreter in Berlin, Botschafter, Gesandte usw., ferner zahlreiche füh­rende Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, die Abgesandten der Verleger- und Iournalsst-nvcr- bänhe und ungezählte Vertreter der ausländischen Presse.

Im künstlerischen Teil der Feier unter Leitung von Prof Abendroth wirkten als Solisten mit: Mia Peltenburg (Sopran), Frieda Dieraut (Alt), Kammersänger Waldemar Henke (Tenor); Friedrich Schorr (Baß), sowie der Domorganist Prof. Bachem.

Man bricht auf. In ben Regen hinaus. In die weiten Hallen hinein. (Ein zweiter, ruhigerer Rund- gang durch die mächtigen Räume Man wundert sich, wie vieles über Rächt noch fertig geworden ist. Morgen wollen wir den heiklen Versuch unter­nehmen, zu erzählen, was es zu sehen gibt unb was es mit biefer merkwürdigen und einzigartigen Aus­stellung eigentlich auf sich hat.

Das Festbankett im Gürzenich.

Tie Gtückwünfchc ber fremden Mächte.

3m großen Saale des Gürzenich gab Samstag­abend die Stadt Köln den Ehrengästen der ..Pressa'" ein Festbankett, auf dem Ober­bürgermeister Dr. Adenauer die Gäste im Ra men der Stadt Köln willkommen hieß. Reichs­arbeitsminister Dr. Brauns dankte im Ra­inen der Reichsregierung der Stadt Köln für die Einladung zu dem heutigen Abend und wür­digte lodann eingehend diePressa" als eine Tat von größter Tragweite für das ganz« Reich. DiePreffa" fei eine Schau von Schauere, die die Allseitigkeit der Presse und Deutschland mit all seinem Schassen darstelle, und in der Art. wie sie es darstelle, ein Zeichen deS deutschenWiederausbaues sei. Dann begrüßte der

Reichskommissor Derpreffa^, Reichsminister a. O. Dr. Külz, im Auftrage der Reichs reg ierung, insbesondere auch im Namen des zu feinem schmerzlichen Bedauern durch Llnpäßlichkeit am Erscheinen ver-