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Gr­

und Armenka

ir 1928

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

leistuna herangezogen werden, müssen aber dafür entschädigt werden. IDo die Verhältnisse so liegen wie in Oberhessen und eine gewaltige Zahl weit auseinanderliegender Gemeinden betreut werden muß, dürfte sich diese Hoffnung als trügerisch erweisen. Immerhin werden viele zur Einziehung verurteilte Arbeitsnachweise als Ne­benstellen weiterbestehen.

In der Provinz Oberhessen bestanden bisher drei Arbeitsnachweise' Gießen für die Stadt Gießen und die Kreise Dießen. Alsfeld, Lauterbach und Schotten mit Nebenstellen in AlSfeld, Lauterbach und Schotten, ferner Fried­berg für die Kreise Friedberg und Büdingen und endlich Bad-Nauheim für die Be­sonderheiten des großen Badeortes. Der Ber- waltungsausschuß des Landesarbeitsamts Hessen in Frankfurt a. M. hat nun beschlossen, folgende Einteilung vorzuschlagen: Die Arbeitsnachweise in Friedberg und Bad-Nauheim fallen weg. Die ganze Provinz erhält ein ein­ziges Arbeitsamt in Dießen. Iedoch tritt Vilbel und Umgebung zum Arbeitsamt Frank­furt, Schlitz und Umgebung zum Arbeitsamt Hersscld. Nebenstellen erhalten Friedberg und Alsfeld. Die BerwaltungSau^schüsse der bis­herigen Arbeitsnachweise haben hierzu Stellung zu nehmen. Dann erfolgt die endgültige Ent­scheidung.

Hierzu ist zu sagen: Denn Friedberg eine Nebenstelle erhält, so wird gegen die Angliede- rung des südlichen Oberhessens an Gießen kaum etwas einzuwenden sein. Zu erwägen ist, ob nicht Bad-Nauheim eine Nebenstelle für das Gastwirtschaftsgewerbe erhalten sollte. Die Ab­trennung von Vilbel trägt der oft betonten Tatsache Rechnung, daß diese Gegend wirtschaft­lich völlig zum Bestandteil von Groß-Frankfurt geworden ist. Man wird aber dort selbst das entscheidende Wort sprechen müssen. DaS Selbst- bestimmungSrecht darf auch dem S ch l i tz e r - land nicht vorenthalten werden. Dort erheben führende Persönlichkeiten entschiedensten Widerspruch gegen die Abtretung an Hers- felb. Der Gießener VerwaltungSausschuß hat diese Stellungnahme zu der seinen gemacht, so baß bezüglich Schlitz' das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Der Oesfentliche Arbeitsnachweis für das nörd­liche Oberheffen in Gießen umfaßte bisher 285 Ortschaften. Kommen die Kreise Büdingen mit 76 und Friedberg mit 72 Orten hinzu, scheiden aber 12 Orte um Vilbel aus, so steigt die Zahl der an Gießen angegliederten Orte auf 421. Eine Abtrennung des Schliherlandes würbe diese Zahl vermindern. Damit wär« Gießen zum min­desten räumlich und nach der Zahl der Gemein­den wohl einer der größten Arbeits­amtsbezirke ^Deutschlands.

Sin Arbeiisaml für ganz Oberheffen in Gießen

Von Äürgermeisier Or. Frey, Seigeordnetem der Stadt Gießen.

D Lollar, 13. April. Eine öffentliche meinberatssihung fand gestern abend statt. Auf ein Gesuch der Arbeiter-Samariter­kolonne um finanziell« Unterstützung bewil­ligte die Gemeindevertretung für das laufende Jahr 200 Mk. - Dic Abschätzung der Bäume im BaugebietAuf dem S t e i n' soll jetzt vorgenommen werden. Die Benen­nung von drei in diesem Baugelände anzu- legcnden Straßen wurde in geheimer Ab­stimmung wie folgt beschlossen: die Straße ent­lang dem Bahnkörper LollarGrünberg erhält den Namen F r i« d r ich - E be r t st r a ß e , die Straße, die mitten durch baS Gelände zieht, be­kommt den Namen Bergstraße, und die Straße die von den Duderusschen Werkswoh­nungen (Kolonie) senkrecht zur Bahn führt den Namen K i e s st r a ß e. Auf die Ausschreibung de« Nutzholzes sind zwei Angebote eingeaangen, für sämtliches Holz von der Firma Nuhn-Lollar, für einige ©or­ten von den vereinigten Schreinern von Lollar. Die Angebotspreise wurden von der Forstbehörde al« angemessen bezeichnet. Es wurde beschlossen, den Zuschlag jeweilig dem Hochst- bietenden zu erteilen. Nachdem der Gemeinde­rat am 11. Ianuar den Antrag der Firma Da uster-Gießen aus Abtretung eines größeren Geländeteiles am Sol­ls re r Kopf zum Zwecke der Ausbeutung ab­gelehnt hatte, wurde die Firma nun vorstellig um pachtweise Uebevlassung eines Streifens Gelände von 15 Meter Breite in der Länge der Steinbruchfront, unter Hinweis darauf, daß seitens der Steinbruchs-Derufsgenossenschast und des Gewerbeaufsichtsamtes die Anlegung einer 10 Meter breiten Terrasse in halber Hohe der Bruchwand gefordert wird. Da jedoch die Aus­beutung teilweise bis zur EigentumSgrenze vor­geschritten ist, wird die Inanspruchnahme deS Gemeindegelände« in angegebenem Ausmaße er­forderlich. Die Finanzkommission hatte vorge­schlagen. dem Anträge bei dem ongebotenen Pachtpreis von 3 Wk. für den Quadratmeter zuzustimmen, unter der Voraussetzung, daß die Zahlung der gesamten Pachtsumme im voraus erfolgt, oder genügende Sicherheit geleistet wird. In geheimer Abstimmung wurde der Antrag der Firma Dauster mit 8 gegen 6 Stimmen ab-

Adolf-Frauenvereins und des M ä d - chenbunde« geschah durch eine gut besuchte und wohlgelungene Schluß feier im Gasthaus Zum Löwen", bei der viel Schönes und Unter- haltendes geboten wurde: Gedichtvorträge, Shor- gefänge, Neigen und eine kleine Thcaterauffüh- rung, wobei die mitwirkenden Mitglieder des MädchenbundeS gute Proben ihres Können- ab» legten. Der übliche Kaffee mit Kuchen bildete den Abschluß des schön verlaufenen Abends. Am zweiten Osterfeiertag fand die diesjährige Konsirmationsfeier statt, bei welcher 43 Konfirmanden (24 Knaben und 19 Mädchen) eingesegnet wurden. Bei der Feier des Heiligen Abendmahls assistierte der Großvater einer Kon­firmandin. nämlich Landeskirchenrat und Dekan im Nuhestand Dr. theol. Veesenmeyer au« Wiesbaden.

KreiS Alsfeld.

e-t Alsfeld, 13. April. In der gestrigen Stadtvkrordnelensltzuug gelaugte der Voranschlag der Stadl', Hospital-^

gelehnt. , ,

: Beuern, 13. April. Bei der gestrigen Holzfubmission war die Beteiligung nicht besonders groß. Im ganzen wurden fünf Offerten abgegeben. Die Preise waren im Durchschnitt, gegenüber der vorigen Submission, um etwa zwei Mark pro Festmeter niedriger. Es wurden solgenbe Preise erzielt: Los 1, Kiefernstämme, Klasse la 18,25 Mk., 1b 22,50, 2a 26,50, 2b 28,50, 3a 32.50 Mk.; LoS 2, Fichtenstämme, Klasse la 28,15 Mk., 1b 30.15. 2a 33,15. 2b 35,15, 3a 36,20; Los 3, SidjtenfAmme, Klasse 1a 28,65 Mk., lb 32. 2a 37,70, 2b 38, 3a 40, 3b 42 Mk.

* Steinbach, 14. April. Gestern vormittag argen S ükhr verunglückte der Landwirt Karl Reuschling von hier im Walde beim Holzschleifen. Der Mann rutschte bei dieser Ar­beit au» und kam unter einen gerade auf dem Transport befindlichen Baumstamm. Dabei et» litt Reuschling einen Bruch des linken Unterschenkels. Der Verunglückte wurde zunächst mit seinem Fuhrwerk nach Hause ver­bracht. dann aber nach erster ärztlicher Hilfe von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Noten Kreuz der Eßirurgischen Klinik in Gießen zu- geführt.

M eis Friedberg

* Friedberg, 13. April. Gestern feierten hier die hessischen Lehrer, die Ostern 1883 daS hiesige Lehrerseminar verlassen batten, nach langer Zeit ein Wiedersehen. Von 44 Klassen­brüdern waren 25 teils au« weiter Ferne zu- sammengekvmmen und drei wegen Krankheit am Erscheinen verhindert. 16 Freunde hat der Tod bereit« aus ihren Schulen abgerufen. Der beim Eintritt in daS Seminar vor 43 Iahren ge­wählte .Klassenälteste". Lehrer Leib in Gießen, begrüßte mit herzlichen Worten die nun ergrauten Jugendfreunde und gedachte in ehrender Weise der Verstorbenen, bereit An­denken in feierlicher Stille geehrt wurde. Darauf wurde festgestellt, daß von den noch 28 Leben­den bereits 11 in den Nuhestand versetzt wordcn sind. Außerordentliche Freude erfüllte die Ver­sammlung, als in ihrer Mitte ihr einziger noch lebender ehemaliger Seminarlehrer, Schulrat i. R. Süß von hier, erschien. Der älteste Teilnehmer an der Feier, Lehrer i. R. I. Greb von Dießen, begrüßte in vortrefflicher Ansprache den allverchrten, geliebten Lehrer, würdigte dessen Verdienste um die Ausbildung der jüngeren Glieder deS hessischen Lehrerstandes und dankte ihm in herzlichen Dorten. In jugendlicher Be­geisterung erwiderte der 78 Jahre alte Schul- rat, begrüßte die nunmehr ergrauten einstigen Schüler, von denen er viele auf Grund feine# außergewöhnlich auien Gedächtnisses wieder er­kannte, und schilderte die Ausgaben unb Ziele dcS jetzigen Lebrerstandes. Nasch eilten unter fröhlichem Aufsnschen mancher Erinnerungen aus der Seminarzeit und geaenfeitigem Austausch der Lebensschicksale während der letzten 45 Iahre die wenigen Stunden dahin. Dabei wurde her Wunsch laut, daß derartige Zusammenkünfte der Klassenfreunde in kürzeren Zeitabschnitten statt- finden möchten, um die Lebensabende dieser Lehrergreise zu verschönen.

4 Bad-Nauheim. 13. April. Der Bil- dungSverein hielt gestern abend unter dem Vorsitz von Notar Stahl seine Hauptver­sammlung ab, die in ihren Berichten ein anschauliches Bild gab von der gemeinnützigen Tätigkeit des Vereins. Dieser zählt 289 Mil- glieder. Die von Lehrer P o r t h verwaltete Bücherei ist weiter angewachsen, dank vor allem der von der Stadtverwaltung erfahrenen Xlnter- stützung. Ausgeliehen wurden im abgelaufenen

feilten Ausländer erflärf, was dieser, in die □Dege der neuzeitlichen Erziehung weniger ein» gedrungen als wir, fälschlich als ein klaffen­den Gegensatz zwischen der einerseits nationalen und andererseits übernationalen Gesinnung in Deutschland aufzufassen beliebt. Die Gelegen­heit dazu ist um so günstiger, als neben den deutschen auch Hunderte von ausländischen Leh­rern aus allen Ländern zu diesem Kongreß zusammengekommen sind. Ihm wird In wenigen Tagen der Internationale Autorenkongreh fol­gen, der unter ähnlichen Gesichtspunkten, aber auf andere DerufSziele ausgehend, für eine richtig verstandene internationale Gesinnung wirbt.

Die Arbeitsvermittlung. Berufsberatung und ArbettSlosenunterstützung, bisher Gemeindeange- legenheit, geht bekanntlich auf eine Reichsanstalt über, deren Zweigstellen die bisherigen Arbeits­nachweisämter werden. Schon sind die Landes- arbeitsämier der neuen Neichsanstalt eingeglie­dert, darunter das für Gießen zuständige in Frankfurt a. M. Die Oesfentlichen Arbeitsnach­weise, künftig Arbeitsämter genannt, werden voraussichtlich am 1. Iuli d. I. folgen. Weit­gehende Zusammenlegungen sind mit der Eingliederung verbunden. Dem Wegfall einer ganzen Anzahl kleiner Landesämter wird man vorbehaltlos zustimmen können. DaS Frankfurter Landesamt, schon bisher für Hessen, Hessen- Nassau, Waldeck und den Kreis Wetzlar zu­ständig, bleibt im wesentlichen unberührt. Nicht ganz so bedenkenfrei ist die Einziehung zahlreicher Arbeitsnachweise. Man beabsichtigte von vornherein ihre Gesamtzahl in Deutschland von etwa 900 auf etwa 500 herabzudrücken. Manche waren offensichtlich über­flüssig, z. B, wenn wie in Wiesbaden zwei Arbeitsnachweise am gleichen Orte be­standen, der eine für die Stadt, der andere für den Landkreis. Aber die Zentralisation dieses Aufgabengebietes an einem Orte für weite Gebiete erweckt zunächst Besorgnisse. Die Ar­beitsvermittlung erfordert Kenntnis der Überall verschiedenen örtlichen Verhältnisse, denn sie soll sich den Bedürfnissen der Wirtschaft anpassen und ihr dienen. Die Berufsberatung ist wertlos, wenn der Ratsuchende weite Reisen machen muß. Die Arbeitslosenunterstützung soll umgehend mit ihren Mitteln einspringen, denn der Arbeitslose ist auf sie angewiesen und kann sie (nach Ablauf einer kurzen Wartezeit) keinen Tag entbehren, für den er keinen Lohn mehr erhält. Er kann nicht zu Antragstellung, Auszahlung und täg­licher Kontrolle Reisen machen. Man denkt diese Besorgnisse folgendermaßen zu entkräften: An größeren Orten werden für die Arbeitsver­mittlung Nebenstellen eingerichtet. Der Be­rufsberater geht selbst auf Reisen und hält in der wichtigsten Iahreszeit an den Orten, wo ein Bedürfnis besteht, Beratung und Eignungs­prüfung ab. Für die Unterstützung werden außer den Nebenstellen Vertrauensmänner in den Gemeinden herangezogen. Nicht zu verken­nen ist, daß ein großes Arbeitsamt mit einer Anzahl Nebenstellen persönlich und sachlich viel besser ausaestattet werden kann, als es mehrere kleine Arbeitsämter sich leisten könnten. Die größten Schwierigkeiten bleiben auf dem Selbe der Arbeitslosenunterstützung. Man hofft, vermöge der Nebenstellen und Vertrauens­männer, ohne die Gemeinden auSzukommen, die bisher die Anträge entgegennahmen, die Unter­stützung auszahlten und die Kontrolle ausübten. Auch nach dem neuen Gesetz können sie zur Hilse-

I regstes Leben. Zu der großen Prämiierung von Fleckvieh und Vogelsberger Vieh waren über 150 Tiere auf getrieben; außer einer beträchtlichen Anzahl Iungbullen waren auch mehrere Gemeindebullen vorhanden. Don den Iungbullen konnten einige im Preise von 700 biS 800 Mk. abgesetzt werden. Im großen und ganzen war sämtliches Material als erftflaffig zu bezeichnen, und die Preisrichter hatten keine leichte Arbeit. Außer Ehrenpreisen gab es erste, zweite, dritte Preise und Anerkennungen. Das Ergebnis der Prämiierung war folgendes: Für Simmentaler ältere Kühe erhielten Ehrenpreise: Karl Geiß (Windhausen), Karl Horst (Stumpertenrod). Wilhelm Triebert (Zeilbach). IuliuS Seipel (Zeilbach). Otto Hofmann (Stum­pertenrod), Friedrich Römer (Kestrich). Albert Merschrod (Zeilbach , Karl Schaaf (Windhausen). Simmentaler junge Kühe. Ehrenpreise an: Dür» germeister Roth (Windhausen), Albert Merschrod (Zeilbach). Simmentaler trächtige Rinder: Ehren­preise an Karl Horst (Stumpertenrod), Otto Hof­mann (Stumpertenrod', Wilhelm Triebert (Zeil­bach). Simmentaler junge Rinder: Wilhelm Fuchs «Stumpertenrod) 1. Preis, Friedrich Romer «Kestrich) 2. Preis. Aelt?re Simmentaler Bullen: Ehrenpreise an Otto Geiß (WindhaufeM.-Alberk Lev Steuernagel (Windhausens Aeltere Simmen­taler Gemeindebullen: Gemeinde Windhausen Ehrenpreis, Gemeinde Groß-Felda Ehrenpreis, Gemeinde Stumpertenrod 1. Preis. Iünqere Sim­mentaler Gemeindebullen: Gemeinde Windhausen Ehrenpreis. Vogelsberger ältere Kühe: Ehrenpreise an August Schmauß (Lindenstruth), Karl Stein (Unter 6clbettcnr:b\ Heinrich Temm­ler (Unter-Seibertenrod). Erste Preise: Heinrich Stein VH. (Unter Seibertenrod), Eduard Mom- berger (Unter-Seibertenrod). Jüngere Kühe (Vogelsberger): Heinrich Schneider (Unter-Sei­bertenrod (Ehrenpreis). Karl Stein (Unter-Sci- bertenrod) 1. Preis, August Kehl (Wälders­hausen) 1. Preis. Rinder (Vogelsberger): Ehren­preise an Karl Stein (Unter'Seibertenrod), Kari Graulich (Wohnfeld), .Heinrich Iakob (Unter-Sei­bertenrod), Eduard Rühl (Unter-©eibertenrob). Aeltere Gemeinde »Dullen (Vogelsberger): Ge­meinde Unter-Seibertenrod 1." Preis. Gemeinde Groh-Felda 2. Preis. Jüngere Bullen (Vogels­berger): August Kehl (Wäldershausen) 1. Preis, Heinrich Wilhelm Lang (Ehringshausen) 3. Preis. Heinrich Iakob (Unter-Seibertenrod) Anerken­nung. - Bei der Markt-Verlosung erhielt den ^sten^Dewinn, eine Kalbin, ein hiesiger junger

Preußen.

Kreis Wetzlar.

El Au» dem Kreise Wetzlar, 18. Avril. Die Kreisbauernschast wählte in ihrer jüng­sten Vertreterversammlung als Nachfolger für den an die Landwirtschastskammer in Bonn berufenen Administrator Siebold (Hofgut Altenberg) den Landwirt Almenröder von Wetzlar zu ihrem ersten Vorsitzenden.

<> Hochelheim, 13. Avril. Hier wurden in diesem Jahre 28 Kinder aus der Schule entlasten, und zwar 12 Knaben und 16 Mädchen.

ex> Dornholzhau sen, 13. April. Welches Unheil Kinder durch Spielen mitgeuer an­richten können, zeigte ein Vorfall, der sich dieser Tage hier abfpldte. Zwei kleine Kinder benutzten die 21p- Wesenheit ihrer Eltern, um in unmittelbarer Nähe der elterlichen Scheune ein Strohfeuer zu machen. Das Feuer nahm sehr rasch einen solchen Umfang an, daß nicht nur die eigene, sondern auch mehrere mit Stroh gefüllte Scheunen der Nachbarn ernstlich bedroht waren. Nur dem Zufall, daß ein« erwachsene Person das Feuer rechtzeitig be­merkte und es noch löschen kannte, ist es zu ver­danken, daß ein größerer Brand vermieden wurde.

4- Niederkleen, 13. April. Bei einer Acker­verpachtung wurden verhältniomähig ho he Pacht­preise erzielt. Insgesamt kamen 25 Morgen Acker­land zur Perpachtung. Für Land 1. Klasse wurden 4 Mk., 2, bis 4. Klasse 3 Mk. und für geringeres Land 1,20 bis IW Mk. je Ar bezahlt. Die Ver­pachtung zeigte, daß gutes Land noch immer sehr gesucht ist. Auf schlechtes Land, das ebenfalls mit zur Verpachtung kommen sollte, wurde kein Gebot abgegeben.

ö Aus dem Hüttenberg, 13. April. Zn den letzten Wochen haben die Preise für fette Schlachtschweine in den Gemeinden des Hüt­tenbergs einen Tiefstand erreicht, wie er In den Jahren nach dem Kriege noch nicht festgestellt wurde, ffür da« Pfund Lebendgewicht wurden in diesen Tagen noch 54 Pf. geboten, und mancher Landwirt würde für diesen Preis trotzdem noch gern ver- kaufen, wenn er seine Schweine überhaupt los würde. Die Preise für Rindvieh werden durch die nichtigen Schweinepreise ebenfalls aufs ungün- ftigfte beeinflußt, Jo daß unter der Einwirkung der schlechten Konjunktur zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe sich in einer schlimmen Finanzlage tafln* den. Al« Auswirkung dieser Zustande wird von den ländlichen Handwerkern über eine zunehmende Borg- wirtschaft aeflagt, so daß die Eristenz auch manche« ftonen Geschäftsmann«« bedroht ist.

Mrcie Biedenkopf.

XX Biedenkopf, 18.April. Da« Hahr 19-7 hat töteber eine erfreuliche Ausdehnung der Kreisviehkasse gebracht. 292 Mitglieder mür­ben neu ausgenommen. Versichert waren 1486 Pferde, 8252 Rinder, 7692 Schweine. 1345 Ziegen unb 106-afe. Di« Versicherungssummen zeigen die Höhe von 5 358 260 Mk., mithin gegen das Vor­jahr ein Mehrbetrag von 364 520 Mk. Es galt dies­mal an Entschädigungen zu zahlen für Psends 31 569 Mk.. Mir Rinder 42 479,70 Mk., für Schweine 28 931,40 Mk., für 'Ziegen 1866,00 Mk. un-b für Schafe 196 Mark, mithin bk stattliche Summe von 100 062,10 Mark. Am 31. Dezember 1927 betrug dos Gesamtvermögen der Kreisoiehdass« 11 175 687 Mk.

.Are!? 9J rrg.

|| Marburg, 13. April. 9m nahen Dorfe Ma rhach siel heute nachmittag ein 8jähriger Junge In einen Waschkessel kochenden Was­sers und erlitt am ganzen Körper lebensge­fährliche Brandwunden. Man brachte ihn in die Marburger Klinik.

Vermächtnis für die Stadt Kaffei.

WSN. Kassel. 13. April. Der am 11. De«. 1908 verstorbene Kaufmann Ludwig Mond hat durch Testament der Stadt Kassel eine Schenkung zu wohltätigen Zwecken von 20 000 Pfund Sterling vermacht, mit der Bestimmung, daß die Zinsen von der Stadt Kassel In derselben Weise benutzt werden sollen, wie die Gabe von 100 C00 Mark., die der Verstorbene der Stadt Kassel schon früher über­wiesen hat. Die Auszahlung sollte nach dem Tode bet Ehefrau des Erblassers erfolgen. Die

Geschäftsjahr an 1954 Entleiher insgesamt 3807 Bände. Beschlossen wurde, in diesem Iahte eine Dürer-Feier und eine volkstümliche Schu­bert-Feier zu veranstalten. AIS Bertreter der Fortbildungsschule wurde Rektor Spiei­nt ann in den Vorstand gewählt. Der Spende für den in Not geratenen Dichtet Anton Fsnd- rich werden auf einstimmigen Beschluß der Versammlung 10 Mark zugefuhrt

Krc:L Büdingen.

< Ortenbetg, 13. April. In dieser Woche verließ un8 unser langjähriger treuer Seelsorger Pfarrer Kahn, der fast 15 Iahte lang mit hingebungsvollem Eifer unb mit schönstem Er­folg das Pfarramt in unserer Stadt versehrn hatte, um nach L i ch, seinem neuen Wirkungs­kreis, übetzusiebeln. Nut mit großem Bedauern sieht die diesige Kirchengemeinde ihren be­währten und beliebten Führer scheiben; beim Pfarrer Kahn hat nicht nur mit Gewissen­haftigkeit unb Sorgfalt alle Pflichten seines Amtes erfüllt, sondern hat auch noch auf an­deren TätigkeitSselbern vorbildlich gearbeitet, so daß ihm der Dank aller Bevölkerungskreise sicher sein kann. Mit ausgezeichneter Rebegabe auSgestattet, hat er stets die rechten Worte gefunden bei seinem kirchlich-gottesdienstlichen unb seelsorgerischen Wirken, wie auch bei außer- kirchlichen Veranstaltungen. Ein vorzügliches Or­ganisationstalent befähigte ihn. das Vereinsleben tatkräftig zu entwickeln unb zu förbern. Unver­gessen ist, waS er als Dotsitzenber deS Zweig- Verein- vom Roten Kreuz geleistet hat, namentlich in der Kriegsbeil, in welcher er sich als um­sichtiger und nie ermüdender Erfüllen der vielen kriegsfürsorgerischen Aufgaben bewies; gerade diefe ihm besonders anS Herz gewachsene Tätigkeit fand auch ihre wohlverdiente Anerkennung durch die Derleibung der Rote Kreuz-Medaillen 3. unb 2. Klasse. Nicht minder erfolgreich war ein Wirken für den Kirchengefangverein, für >ic Kleinkindcrfchule und für bk Kranieupflege- iation, sowie alS Leiter brs Evangelischen Wohl- ahrtsbienstes für den Kreis Büdingen, Dank­bares Gedenken und herzliche Segenswünsche für ihn und seine Familie geleiten ihn in sein neue» Amt.

* Aus dem o he re n Nibda ta le, 18.April. Merkwürdig ist es, daß jetzt noch eifrige Nach- srage nach Aepfeln besteht. Händler aus be» nachbarten Städten kaufen alle Sorten uimusgclesen den Rentner für 5 Mark. Wenn auch den Züchtern durch Fäulnis schon große Verluste entstanden sind, so sind sie dennoch zufrieden damit, Hoß sie das Dbft nodj einigermaßen verwetten können. Angeblich gehen Nt Aepsel in größere Bäckereien zur Der- menbung.

Kreis Schotten.

0 Webern, 13.April. Der hiesige Kirchen- gefangne re In manftaltek zu Ehren leine» langjährigen stellvertretenden Dirigenten, Loko­motivführers Brückmann, der nach Betzdorf versetzt wurde eine Abschieb-feier. Der Ort« golft liehe als Vereinevorfihender ge­dachte mit ehrenden Worten der hervorragenden Verdienste des Scheidenden, der bem Verein seit seiner Gründung am 17. Januar 1914 angehört und alS Vorstandsmitglied und während längerer Iahre al« Stellvertreter des Dirigenten mit aufopfernder Tattrott stets die Bestrebungen heS Kirchengesangvereins erfolgreich gefördert habe; er teilte dann mit, daß Herr Brückmann zum Ehrenmitglied des K'rchengelangve eins er­nannt worben fei, und überreichte ihm eine schön ausgesührle Ehrenurkunde. Der ®eefmc dankte mit bewegten Worten. Der Abschluß her dieswtnterlichen Dereinsabende des Gustav-

zur Beratung. Er schließt für die Betriebsabteilung in Einnahme und Ausgabe nrlt 530 121,89 Mk. ab. Nach den Ausführungen des Vorsitzenden beträgt der Umlagebedarf, wie im Vorjahre, 123 000 Mk., so daß em-e Steuerer Höhung für bae neue Rech­nungsjahr nidti Eintritt. Don besonderer Büdeu» hing im Voranschlag ist das stetige Anwachsen der Lasten für die soziale Fürsorge und für die Schulen. Der städtische Zuschuß für die vberveolfckjule im Rechnungsjahr 1928 beläuft sich auf 41 610 Mk. Der Voranschlag sand noch einer längeren Aussprache unverändert Annahme. Die Festsetzung der Stauer, ausschlöge für 1928 wurde ausgesetzt bis die ent» p rechenden Steuergesetze für das neue Rechnung-» ahr oorUegen. Daraus wurde der Voranschlag tos städtischen Schlachthoses für da- Rechmingssahr 1928 beraten, über welchen Beige» onbnetor V ogeley referierte. Dieser Voranschlag schließt in Einnahme und Slusgabe mit 23 088,28 Mark ab. Der Rechuungsrest beträgt 6649.01 Mark. Bei der Beratung wurde beschlossen, daß erstmalig im Rechnu.ngssahr 1928 ein Verwaltungskostendd» trag von 600 Mk. an die Stadtkasse abzuführen ist. Der Voranschlag sand enffprethenb dem Vorschlag der Finanz ko mmi Ist on gegen eine Stimme An» nal>me. Für den Crneuerungssonds wurden eilige» stellt 4418,50 Mk. Bei der Beratung tarn zum Aus­druck, daß die karnevalistische Buch- und Rechnungs- führung für solche Betriebe nicht geeignet sei. diese ergebe kein übersichtliches Bild. Es fei hierfür die kaufmännisci-e Buchführung am Platze, wa­ber Vorsitzende at» nach den gegenwärtig bestehen» den Rechnungs» unb Do -ans chlag sbestt mmungeu als unzulässig bezeichnete.

w Homberg a. d. Ohm, 13. April. Gestern kam das Brennholz der staaiichen Wälder der För» sterel Honnberg -ur Derstetgenmg. Dergleicht man die Preise mit benjenigen der voran-gegangenen Holz- Versteigerungen in hiesiger Gegend, so kann man dne leichte Preissenkung feststellen. Im Dnrck^chnitt wurden bezahlt für vier Raummeter Buchenschetter 1. Klasse 43 bis 45 Mk., Buä-entnüppel 1. Kl. 34 bis 36 Mk., Eichenkrrüppel 18 dis 20 Mk. Auch auf min» detwertzges Holz wurde besonders lebhaft geboten, so daß Buchenscheiter 2. Klasse Im Preis btesenigen der 1. ftlaffe fast erreichten. Eiche, auagebengelte, erzielten 12 bis 14 Mk., Duchenstöcke 18 dl, 24 Mk.

(-) G r o ß - F e l d a. 13. April. Dom schönsten FrühlingSwetter begünstigt, fand hier der dies­jährige Ost er markt statt. Auf brm Ferkel­markt waren über 500 Stück aufgetdetan. Es galten: 6 Wochen alte Ferkel pro Kopf 16 Ml 18 Mk., 7 bis 8 Wochen alte Tiere 20 dis 22 Mk. Auch auf bem Krämermarkt herrschte