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Zeitungen meinen. Das Ansehen der Marine ist im Lande durch diese Doraänge schwer geschädigt worden.Schaffen Sie'sich wieder das Ver­trauen im Parlament wie in der Oeffentlich- feit I

Abg. Brüninghaus (D. Vp.) erklärt, er stimme mit den meisten Vorrednern überein in der Verurteilung dieser höchst unerquicklichen Vor- kommnjsse. Cs sei unverständlich, wie so lange Zeit derartige Geschäfte gemacht werden konnten, ohne daß die an höchster Stelle verantwortlichen Instanzen davon Kenntnis erhielten.

3m Interesse der Marine liege es, daß den Ab­geordneten volle Aufklärung gegeben werde. Lohmann habe sich auf manche Sachen eingelassen, um alle Löcher zuzustopfen und sei dabei offenbar in die Hände von Beratern ge­langt (Zuruf: SchteberkonzernI), die sich selbst bereichert haben.

Der Redner fragt aber, wie es möglich gewesen sei, daß keine geordnete Rechnungs­legung gesoroert wurde. Offenheit sei nötig, denn es dürfe sich aus diesen Vorkommnissen kein Vorurteil gegen die Marine entwickeln. Eine möglichst schnelle Abwicklung der An­gelegenheit sei auch im Interesse der Reichs­regierung nötig.

Abg. Müller-Franken (Soz.) erklärt, vor allem müsse gesagt werden, wieviel Mittel aus dem im Bericht erwähnten Sonderfonds genommen worden sind und ob auch bei anderen Ministerien ähnliche Sonderfonds vorhanden sind. Endlich scheine ihm die Frage wichtig zu sein, ob neben Lohmaim noch andere Schuldige vorhanden sind. Die Beteiligung an der Phoe- busgesellschalt reichte bis 1 9 2 3 zurück, wo Generaldirektor Euno Reichs anzler gewesen sei.

Abg. Treviranus (Dn.) führt aus: Weder kaufmännisch noch real sei mit den Mitteln des Reichs korrekt verfahren worden. Wir hätten gewünscht, dah der frühere Reichsfinanzminister Dr. Reinhold sein Ministerium in Kenntnis gesetzt hätte von der Dürgschastsüber-'.ahme und dah er diese Gelegenheit benutzt hätte, um die ganze Sache nachzuprüfen. Der vorliegende Bericht schafft nicht die notwendige volle Klar­heit. Wir müssen fragen: Welch« Persönlichkeiten sind beteiligt und welche finanziellen Zuwendun­gen sind dabei den einzelnen beteiligten Per­sönlichkeiten zugeflossen?

Reichswehrminister Or. Groener erklärt: Es ist für mich keine leichte Aufgabe, eine Angelegenheit hier zu vertreten, die eben einfach nicht zu vertreten ist. Ich gestehe frei­mütig. dah ich niemals damit einver­standen gewesen wäre, auf eine solche Art und Weise ungeheure finanzielle Mittel für Zwecke auszugeben, die nicht absolut klar und einwandfrei lagen. Ich übernehme die Verantwortung für den Bericht. Wir konnten in dem Bericht selbstverständlich nicht auf alle in der Debatte erwähnten Dinge eingehen. Ich bin aber gern bereit, in einem Anteraus- schuh die Einzelheiten zu behandeln. Ich stehe nicht an. zu erklären, dah das Reichshaushalts­recht und die Haushaltsordnung in einer unver­antwortlichen Weise verletzt worden sind, und kann es auch nicht billigen, dah ein Vorgesetzter einem Untergebenen so weitgehende Vollmachten gibt. Ich verlange von jedem Untergebenen, dah er mir über alle Vorgänge klaren Wein einschenkt. Ich gebe zu, dah die Schuld nicht allein an Kapitän Loh­mann liegt. Ich bedaure, dah Lohmann selbst nicht dos Gefühl hatte, zu fordern, daß neben ihn eine Kontrollperson gestellt werde, die beweisen könnte, dah er eine reine Weste hätte. Ich übernehme die volle Garantie, dah derartige Fonds nicht mehr entstehen und daß Verstöße, wie sie sich im Laufe dieser Trans­aktion gegen die Haushaltsordnung und gegen den gesunden Menschenverstand gezeigt haben, nicht wieder vorkommen. Ich räume ein jedes derartiges System und Reste solcher Sy­steme, die irgendwo in der Wehrmacht noch sitzen sollten, restlos aus. Was aber hier verbockt worden ist, darf nicht der Marine und ihrer Leitung als Ganzes und beson­ders nicht der gesamten Wehrmacht zur Last gelegt werden. Wehrmacht und Marineleitung haben den dringenden Wunsch, aus all solchen untragbaren Dingen herauszukommen und nicht wieder auf eine solche Weise belastet zu werden. Ich würde es begrüßen, wenn die Liqui­dation der ganzen Sache beim Finanzmini­sterium stattfinden würde. Wir wünschen alle miteinander und ich nehme an. das wünscht auch das ganze deutsche Volk, daß d i e o l l e r- größte Glaubwürdigkeit nicht nur für die Marine, sondern auch für die ganze Wehr­macht und das Reichswehrnrinisterium überall und rückhaltlos herrscht. Weitere Auskunft wird dem älnterausschuh gegeben werden.

Dann wurde Verweisung des Materials an einen Unterausschuß beschlossen. Derselbe besteht aus je drei Deutschnationalen und Sozialdemokraten, aus je zwei Abgeordneten des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Kommunisten, aus je einem Ab­geordneten der Demokraten, der Bayrischen Dolks- partei und der Wirtschastspartei. Die Demokraten haben den Abgeordneten o. Richthofen als Mitglied des Unterausschusses bestimmt, die Sozialdemokraten die Abgeordneten Muller-Franken, Heinig und Dr. Hilferding, das Zentrum v. Gusrard und Ersing. Der Unterausschuß soll noch in dieser Woche fertig werden, damit er zu Anfang nächster Woche dem Hauptausschuß über die Ergebnisse seiner Tätigkeit berichten kann und damit sich noch in der nächsten Woche das Plenum des Reichstags mit dem Phöbus- fkandal zu beschäftigen in der Lage ist.

Nie Gtrelihsche Gtaatskrisis. Der Sozialdemokrat Dr. Freiherr v. Reibnitz alleiniger Minister.

r ?^^relitz 13. März. (WTB.) Im Meck- lenburg-StreUhschen Landtag wurde heute durch Abstimmung festgestellt, dah, da die Ernennung eines zweiten Ministers zur Zeit unmöglich erscheint, ein Minister allein die Regie­rung zu führen habe. Für diesen Antrag stimm- ten dre Demokraten, die Fraktion der Mitte (Deutsche Dolkspartei, Aufwcrtungspartei und Bauernbund), aus der der völkische Abgeordnete vorher ausgetreten war. die Sozialdemokraten und die Kommunisten mit zusammen 21 Stimmen Gegen den Antrag stimmten die Deutschnatio­nalen und der völkische Abgeordnete mit zu­sammen 10 Stimmen. Die vier Handwerker ent­hielten sich der Stimme. Aus Grund des Er­gebnisses dieser Abstimmung ernannte Präsident Dr. Fvth den bisherigen Geschäftsminister Dr

Freiherrn v. Reibnitz zum ordentlichen Staatsminister.

Die Oeutschenverhafiungen in Rußland.

Noch keine Klärung.

Berlin, 13. März. (WB.) Die Angelegenheit der Verhaftung von Reichsdeutschen in der Sowjetunion ist durch die Verhandlungen in Moskau noch nicht geklärt. Dir Verhand­lungen dauern an, und der deutsche Ge­ne r a l l o n s u l in Charkow ist in der Sache tätig. Ein abschließendes Urteil kann daher naturgemäß noch nicht gefällt werden, und es ist auch unzulässig, wenn von russischer Seite die Dinge so dargestellt werden, a l s o b sie bereits geklärt feien.

Wie dasB. T." hört, wird der auswär­tige Ausschuß des Reichstages in ab­sehbarer Zeit einen Bericht des Reichsaußen­ministers über Genf und über andere aktuelle Probleme der auswärtigen Politik entgegen­nehmen, wahrscheinlich schon am Anfang näch­ster Woche. Bei dieser Gelegenheit dürfte, so schreibt das Blatt, sofern die Verhaftung der sechs deutschen Ingenieure im Donezrevier vor­her keine vollständige Klärung erfährt, von einer Reihe von Parteien sehr nachdrücklich darauf hingelliesen werden, daß durch eine sprunghafte Politik Rußlands unsere wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zum Sowjetstaat erheblich in Mitleiden­schaft gezogen werden.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 13. März. (VDZ.) Im Reichstag be­ginnt die Beratung des Teiles des Notprogramms, mit dem die fleischproduzierende Land­wirtschaft unterstützt werden soll. Zunäckst will eine Novelle zum Zolltarifgesetz für die Schweine- fleischeinfuhr Einfuhrscheine einführen, deren Wert betragen soll: bei lebenden Schweinen 16 Mark, bei Schweinefleisch 21 Mark und bei Schweineschinken in Büchsen 27 Mark je Doppel­zentner. Ein dazu vorliegender sozialdemokratischer Antrag will die zollfreie Einfuhr von Futtergerste zum Gegenwert der Einfuhrscheine machen. Nach der zweiten Regierungsvorlage soll das zollfreie Gefrierfleischkontingent von 120000Ton­nen auf 50 000 Tonnen herab gesetzt und der Regienmg die Ermächtigung erteilt werden, das Kontingent weiter dem Stand der Fleischoersorgung anzugleichen.

Abg. Frau Wu r m (S.) wendet sich gegen die Regierungsvorlagen. Tatsächlich sei heute der Fleischverbrauch noch um sieben Prozent geringer als in der Vorkriegszeit. Die Rednerin fragt den Minister, mit welchem Recht er s ck o n j e tz t für Februar und März das zollfreie Gefrierfleischkon- tingent von 10 000 auf 850Ö Tonnen herabgesetzt habe, obwohl das Gesetz noch gar nicht angenommen sei. Die Regierung schädige mit ihren Maßnahmen Die Konsumenten, ohne den Produzenten damit wirksam zu helfen. Die Rednerin beantragt allge­meine Zollsreiheit für Gefrierfleisch oder Her- auft'etzung des zollfreien Gefrierfleischkontingents.

Reichsernährungsminister Schiele

erwidert der Rednerin, er sei wohl berechtigt gewesen, das Kontingent für Februar und März herabzusetzen. Das entspreche durchaus dem gel­tenden Recht. Ursprünglich sei beabsichtigt ge­wesen, das zollfreie Gefrierfleisch nur der minderbemittelten Bevölkerung zu­gänglich zu machen. Bei der Verteilung des Kontingents sollen möglichst nur die Gebiete berücksichtigt werden, in denen sich schon bisher Bedarf gezeigt hat. Diese Beschränkung wird es ermöglichen, daß die zugelassenen Verkaufsstellen in den mit Gefrierfleisch auch weiterhin zu ver­sorgenden Gebieten nach wie vor die notwendigen Mengen erhalten können. Der Minister äußert sich dann über die Lage des Rindvieh- und Schweinemarktes und bestreitet, daß die Rind- und Rindfleischpreise gegenüber der Vorkriegszeit gestiegen sind. Wenn man die veränderten Verhältnisse zugrunde lege, sei der heutige Rinderpreis sogar 20 Mk. niedriger als der von 1913. Bei Fortdauer des jetzigen Zustandes würden die kleinsten Betriebe, zu de­nen auch die Landarbeiter gehörten, monatlich 30 Mill. Mk. z u s e tz e n. Die Eigenversorgung mit Fleisch sei in Deutschland im wesentlichen erreicht. Es sei Pflicht gegenüber allen diesen mißlichen Umständen, den bei der Viehhaltung erzielten gewaltigen volkswirtschaftlichen Fort­schritt festzuhalten, ihn nach Möglichkeit zu för­dern und nicht durch ruinöse Absatzverhältnisse zunichte zu machen. Aus der Schlachtviehproduk­tion ergebe sich heute in Deutschland ein Wert von 5,5 Milliarden Mk., allein aus der Schweine­haltung ein solcher von 33/< Milliarden Mk. Der heute darniederliegende Schlachtviehmarkt beweise, daß die Produktion auf diesem Gebiete so nicht aufrechterhalten, geschweige denn ver­mehrt werden könne, wenn nicht bald eine Aen- derung eintrete. Die 1924 noch notwendig ge­wesenen besonderen Einfuhrerleichterungen seien heute nicht mehr erforderlich. Daraus ergebe sich die Rotwendigt.eit der Gesetzesvorlage.

Abg. Meyer-Berlin (Dem.) nennt Zollerhö­hungen und Einfuhrverbote untaugliche Mittel zur Förderung der Landwirtschaft. Besser werde der Landwirtschast geholfen durch Aushebung der Futtermittelzölle und Siedlung. Den Einsuhrscheinen für Schweinefleisch stimmt der Redner zu. Mit der Gefrierfleischvorlage habe di« Regierung die Ankündigung des Rot­programms überschritten. Dort sei von einem schrittweisen Abbau gesprochen worden. Mit einer Herabsetzung des Kontingents müsse eine allgemeine Zollherabsetzung für Gefrierfleisch verbunden werden.

Die Vorlagen werden dem handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Es folgt die erste Be­ratung des von den Abgeordneten Dr. Kahl (D. V.) und Genossen eingebrachten Gesetzes zur

Fortführung der Strafrechts­reform.

Das Ueberleitungsgesetz besagt, dah die jetzt im RechtSausschuß verhandelte Vorlage auch den kommenden neuen Reichstag beschäftigen soll, ohne dah es ihrer erneuten Einbringung bedarf! und daß die Entwürfe als neue Vorlagen gelten.

21hg. Dr. Kahl (D. V.) begründet kurz seine Ueberleckungsvorlage. Der Rcitzstag und die Reichsregierung hätten in den letzten Monaten des vergangenen Iahres fast einmütig d i e möglichst baldige Verabschiedung der Strafrechtsreform gewünscht. In 62 Sitzungen

habe der Ausschuß den allgemeinen Teil der Reform erledigt. Mit dem österreichischen Par­lament sei erfolgrei^e Zusammenarbeit geleistet worden. Um diese Arbeit nicht beim Reichstags- schluh nutzlos vertan sein zu lassen, sei das Ueberleitungsgesetz notwendig. Dem kom­menden Reichstag werde dadurch in keiner Weise vorgegrifsen. Er könne den Ent­wurf in der feinen Mehrheitsverhältnissen ent­sprechenden Weise jederzeit ändern.

2lbg. Landsberg (Soz.) erklärt, seine Frak­tion werde dem Ueberki ungsgesetz z u st i m - men. Das sei keineswegs gleichbedeutend mit einer Zustimmung zu dem Strafgesetzentwurf in der ihm von der Ausschußmeyrheit gege­benen Fassung.

Das Ueberleitungsgesetz wird in erster und zweiter Lesung gegen die Kommunisten ange­nommen. Die Rovelle zum Gesetz übet das

Verfahren in versorgungsfachen

das hierauf zur zweiten Beratung kommt, will Kriegsbeschädigten in der Regel Gebührenfrei­heit einräumen und bringt eine weitere Ein­schränkung der Zulässigkeit des Rekurses.

Abg. Pas fehl (Soz.) begrüßt in dem Ent­wurf die Beseitigung mehrerer Verschlechterun­gen, die die Personalabbauverordnung in das Verfahren gebracht habe. Die Sozialdemokraten würden der Vorlage zustimmen und behielten sich vor, im neuen Reichstag weitere Verbesse­rungsanträge zu stellen.

2(bg. Sparrer (Dem.) drückt seine Freude über die Einmütigleit aus, mit der die Parteien im Ausschuß dec Vorlage zuge,.l.nmt hätten. Er empfiehlt zur Annahme die Ausschußentschlie- ßung, in der verlangt wird, daß bis zum 31. De­zember 1928 die Nachuntersuchungen der Ver­sorgungsberechtigten, soweit sie von Amts wegen vorzunehmen waren, eingestellt werden.

Die Novelle wird gegen die Stimmen der Kom­munisten tn zweiter und Dritter Beratung ange­nommen, ebenso Die Ausschußentschließungen. Zur Beratung steht Dann Der Bericht des Woh- nungsausschusses zu Der Denkschrift über

die Wohnungsnot und ihre Bekämpfung

Der Ausschuß fordert in seinen Beschlüssen einen Wohnungsbauplan bis Ende 1935 und eine jähr­liche Erstellung von mehr als 200 000 Wohnungen. Der 1927 gebliebene Fehlbetrag soll durch Ausland­anleihen bis 350 Millionen gedeckt werden. Die Zins- und Amortijationsraten aus Hauszinssteuer, Hypotheken und Darlehen sollen ausschließlich für Den Kteinwohnungsbau benutzt werden.

Abg. H ü 11 m a n n (S.) gibt folgende Erklärung ab: Die sozialDemokratische Forderung eines festen ; Wohnungsbauprogramms wird durch die vorliegen­den Beschlösse keineswegs erfüllt. Die größten Widerstände liegen in der absolut ungenügen« Den Finanzierung. Deswegen fordert Die sozialdemokratische Fraktion erneut Die volle Verwendung Der Hauszins st euermit- te 1 für Den Kleinwohnungsbau. Sehr große Bedenken hat Die Fraktion gegen Die lieber lafsung von Hauszinssteuergeldern an Industrie und private Bauunternehmungen. Aus diese Mittel haben in erster Linie die sozialen Baugenossenschaf­ten ein Anrecht. Trotz dieser Bedenken stimmt Die Fraktion Den Ausschußbeschlussen zu, weil sie doch einen Fortschritt gegenüber Dem bisherigen Zustand erkennen lassen.

Die Beschlüste des Wohnungsausschustes werden ohne weitere Debatte mit großer Mehrheit ange­nommen. Es wird Dann der Haushalt Des Reichsoerkehrsministeriums nach den Ausschußoorschlägen angenommen, ebenso verschie­dene Entschließungen, in Denen u. a. größere Berück­sichtigung des ortsansässigen Handwerks bei Auf- tragsoergebungen und eine Kontrolle darüber ge­fordert wird, daß Die Kraftverkehrsgesellschaften, an Denen das Reich beteiligt ist, nicht Dem privaten Transportgewerbe Konkurrenz machen. Der Antrag Der Deutschen Dolkspartei und Der Demokraten auf Bewilligung von zwei Millionen zur Vollen­dung des neuen Zeppelinluftschiffes wird gegen Die Antragsteller abgelehnt. Mittwoch: Reichswehretat.

Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 13. März. Der Finanzaus­schuß des Hessischen Landtags überwies einen Antrag Ritzel zu Kapitel 65 (Gymnasien usw.), in Dem die Regierung, ähnlich wie in einem Antrag Dr. Riepoth-Dingeldey ersucht wird, einen Gesetzentwurf über Die Kosten Der höheren Schulen vorzulegen, und zwar noch vor Beendigung cer Etatsberatungen, Der Regierung zur_ Berücksichtigung. Zu Kap. 62 (Höhere Bürgerschulen unD Höhere Mädchenschulen) lag ein Antrag Hein stad t vor, Den Zuschuß für Privatschulen auf 10 Mk. für jeden Schüler festzusetzen, lieber Den Antrag wird später abgestimmt werden. Das Kapitel wurde genehmigt. Zu Kap. 62a (Gewerb­liche und Kaufmännische Unterrichts« a n ft a 11 e n) wurde ein Antrag Ritzel, worin Die Regierung ersucht toirD, Den Entwurf eines Ge­setzes über Die Reuregelung Der Kosten der ge­werblichen Llnterrichtsanstalten in Hessen mit Be­schleunigung vorzulegen, gegen zwei Stimmen an­genommen, das Kapitel selbst auch. Kap. 63 (Fortbildung Der Lehrer an Volks« und höheren Schulen) wurde einstimmig genehmigt. In einem Antrag zu Kap. 64 (I u- gendpflege) ersuchen Die Abgeordneten Reu­ter und Storck den in der To .tage eingesetzten Betrag um 30 000 Mk. zu erhöhen. Die Re­gierung erklärte sich Damit zufrieden, wenn ihr Die Ermächtigung erteilt wird, bis zu 30 000MI. die Ausgaben zu erhöhen. Der Antrag wurde in diesem Surne gegen zwei Summen angenom­men. in gleicher Weise auch das Kapitel. Zu Kap. 65 (Volksbildung) lag ein Antrag Kaul, Ritzel und Gen. vor, den Ausgabesah von 30 000 22k. auf 60 000 2Ikk. zu erhöhen. Die Regierung erklärte hierzu dasselbe wie zu dem vorhergehenden Antrag. In demselben Sinne wurde Dann Der Antrag Kaul gegen Drei Stim­men angenommen. Ein Antrag Reiber, Die Stelle des Lei ers Der Zentralstelle zur Förderung Der Volksbildung zu streichen und in Kap. 53 atä stündiger H i l s s r ef e r e n t emzustellen, wurde gegen Drei Stimmen Der Regierung zur Derücksichliguntz empfohlen. Das Kap. 65 wurDe sodann genehmigt. Kap.66 (Förderung der Kunst) wurde gegen eine Stimme angenommen. Der Ausschuß trat hierauf in die Beratung des Kap. 67 (Landesunioerfität) ein, wozu eine Anzahl Anträge vorliegt. Rächste Sitzung

Von französischen Soldaten überfallen.

Berlin, 14. März. (Prio.-Tel.) In Ludwigs­hafen wurde vorgestern abend ein 17 Jahre alles Dienstmädchen auf dem Heimwege, als es in Der Nähe der französischen Kasernen war, von zwei französischen Soldaten a n g e f a l l e n. Die Soldaten versuchten, Das Mädchen zu vergewal­tigen. Als sie infolge Der heftigen Gegenwehr des Mädchens erkannten, daß sie ihr Ziel nicht erreichen würden, mißhandelten sie das Mädchen. Wegen dieses Vorfalles begab sich gestern der O b e r b ü r» germeifter in Begleitung des Polizeipräsidenten zum französischen Platzkammando und erhob Pro - t e st mit der Bitte um strenge Untersuchung und D e st r a f u n g der Täter. Die beiden Täter sind von der Besatzungsbehörde verhaftet worden.

Aus aller Wett.

keine dritte Wiederholung der ärzllicheu Vorprüfung.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit* teilt, hat der Vorsitzende Des Ausschußes für Die ärztliche und zahnärztliche Vorprüfung in Berlin Das Ministerium für Volkswohlsahrt von folgen­dem einstimmigen Beschluß Des Ber­liner Prüfungsausschusses über Die Wiederholungsprüfungen in Kenntnis gesetzt. Alle Mitglieder haben sich verabredet, bei keinem Prüfling Die Zulassung einer Dritten Wieder­holungsprüfung zu befürworten. Rur so wird der Zweck der Prüfungsordnung sich erreichen lassen, daß Leute, Die dreimal (erste Prüfung, erste und zweite Wiederholung) zu gewissen­hafter ausreichender Vorbereitung nicht gebracht werden konnten, also für den ärztlichen Beruf ungeeignet sind, von ihm fern- gehalten werden. Der Ausschuß bezeichnet eS als sehr wünschenswert, wenn auch die Prü­fungsausschüsse aller anderen deutschen llniberfitäten feinen Beispielen folgten.

Schwere Erkrankung des Reichsminifter» v. keudell.

Wie wir hören, ist Reichsminister v. Keudell an schwerer Kopfgrippe erkrankt. Die Tem- peratur ist auf 40 Grad gestiegen. Das Befinden der Ministers hatte sich heute leicht gebessert.

DieEmden" heimgekehrt.

Der SchulkreuzerEmden" ist von seiner 16* monatigen Weltreise auf Der Schillingreede bei Wilhelmshaven eingetro'fen und wird nach einer Te ichtigung Durch Den Inspekteur Des BilDungswesens Mittwoch nachmittag 4 Uhr in Wilhelmshaven einlau en, wo er etwa vier Tage bleiben toirD, um Dann nach Mür w ik bei Flensburg weite.zufahren.

Raufboldliften".

Zahlreiche Schlägereien in Wirtschaften der Havelortschaften, Die vor Dem Pots­damer Gericht in letzter Zeit zur Aburteilung gelangten, haben zu folgender Verordnung des Landrats des Kreises Westhavelland ge­führt:Personen, die offenkunDig zu Gewalt­tätigkeiten und du Unfug und Radau neigen, sind in einer bei der Ortspolizei ihres Aufenthaltes zu führenden Liste (Raufboldlifte) einzutragen. Die Eintragung erfolgt auf bestimmte Zeit und ist dem Betreffenden sofort mitzuteilen. Den in der Raufboldliste eingetra­genen Personen istderAufenthalt in Räu­men, in denen öffentliche Veranstal­tungen stattfinden, während Der Dauer Der Veranstaltung, auch in allen zum Aus­schank geistiger Getränke bestimmten Räumen verboten.

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Wettervoraussage.

Wärmere Luftmassen, Die aus Dem Südwesten vorgestoßen sinD, haben auch in unserem Gebiet zu Temperaturanstieg geführt. So lag in Der oer- aangenen Nacht in Gießen das Minimum um 0,6 GraD Celsius. Auch im östlichen Deutschland er­folgte heute morgen ein Temperaturanstieg bis 7 Grad Celsius, lieber Deutschland und Frankreich hat Luftdruckanstieg eingesetzt. Da die Luftströmun­gen sehr verschieden find, so ist die Bildung leichter Störungen nicht ausgeschlossen, so daß noch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage zu erwar­ten ist.

Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkiges Wetter, Temperaturen nur wenig verän­dert, Neigung zu leichten Niederschlägen.

W i 11 e r u n g s a u s s i cht e n für Freitag: Zeitweise stärker bewölkt mit Fortdauer Der Nei­gung zu vereinzelten geringen Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 13. März: mittags 1,1 Grad Celsius, abends 0,3 Grad Celsius; am 14. März: morgens 0,3 Grad Celsius. Max rrum 1,5 Grad Cel­sius, Minimum0,6 Grad Celsius. Erdtempera- iuren in 10 Zentimeter Tiefe am 13. März: abends 1,2 Grad Celsius; am 14. Mürz: morgens 0,8 Grad Celsius.

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