Buntes Allerlei
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fast alle ausgesprochenen Baumvrgel wohnt er in Spechthöhlen, die er aber wegen der
rich Michaelis übernommen. Die begeisterte Aufnahme, die der Künstler mit seiner ftarfen Rezitationskunst anläßlich der Morgenfeier am vorjährigen Jahres est des Goethe-Dundes gefunden, hat dem Vorstand Anlaß gegeben, den Künstler wieder nach Gießen zu rufen. (Siehe gestrige Anzeige.)
Affenhygiene.
Auch die Affen ziehen ihren Nutzen aus den fortschreitenden h.g.cnuchrn Anstauungen der Menschen. Das lägt sich in amüsanter CSele daran verfolgen, wie man die A,fen in den zoologischen ®..rten hält. Die Wandlungen, die im Londoner Zoo in dieser Beziehung vor sich gegangen sind, erscheinen besonders be zeichn, nd und werden unter diesem Gesichtspunkt von Leslie G. Mein and besprochen. 3n früheren Zeilen hielt man die Affen in ihren Käfigen recht warm. 3e mehr von ihnen starben, desto stärker wurden die Oesen im Winter geheizt, und wenn die Luft besonders dick und stickig war, glaubte man, daß sich diese früheren Bewohner der freien Wildnis besonders wohlfüh en müßten. Man gestattete den Besuchern, die kleinen Aeffchen zu liebkosen, ihnen ruhig ins Gesicht zu husten, und wunderte sich dann, wenn sie trotz dieser liebevo len Behandlung sich weigerten, weiter zu leben. Dann kam die Zeit, in der die Kenntnis von den Krankheitserregern und die Bazillenfurcht auch in die Affen ä ige eindrang. Damals wurde im Londoner Zoo ein großer und kostspieliger Palast für diese nächsten tierischen Verwandten des Menschen errichtet. Die Tiere waren durch dicke Glasscheiben von den Besuchern geschieden, um sie so gegen Ansteckung zu schützen, und wer persönlich mit ihnen in Beziehung treten wollte, muhte sich erst über seine Gesundheit ausweisen. So lebten die Olf en In
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 7.30 Uhr, „Der eingebildete Kranke" (Ende gegen 9.30 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Alte Fritz" (Ausklangs. — Astoria-Lichtspiele: „Panik".
— Der Goethe-Bund beschuetzt am kommenden Sonntag mit einem musikalisch-literarischen Abend die Reihe seiner dieswinterlichen Vorträge. Für diese Veranstaltung hat der Goethe-Bund, wie er uns schreibt, zwei Künstler von hohem künstlerischen Ruf gewonnen. Frau Alice Ehlers wird auf ihrem eigenen Clavi- cembalo Konzertstücke bringen, die gerade für dieses Instrument charakteristisch find. Den lite- rarischen Teil des Programmes hat Dr. Hem-
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Auf der Oberseite ist er schön blaugrau, unterseits ockergelb mit rostrotem Anflug gefärbt.
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Geräumigkeit ihres Fluglochs schön mit Lehm verklebt und für seine Größenverhältnisse eingerichtet hat und deshalb dafür vom Landvolke den Aamen „Kleber" oder Kleiber erhielt.
erfordern stets eine forgfältige Tcxtgebung und Satzausstattung. Gute Sctzl ijiungett find nur erreichbar, wenn die Anzeigen
Wiä oä smfaegeüen werden. Der Annahmefchiuß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nachmittag vor der Aufnahme. Empfehluiigs- anzeigen müssen, je nach Umiang uno Sctz. schwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen
IWin m etroünfaiten Wiz!
Aus der Provinzialhaupistadi.
Gießen, den 14. Warz 1928.
Die Wintervöge! her Gießener Gärten.
gegeben hat
Mittlerweile ist es völlig Tag geworden. Das araue Gewölk, das tagelang den Himmel verhüllte, ist lichter geworden, und die Sonne, Die sich die ganze Zeit dahinter verbarg, kommt av und zu für einen Augenblick zum Morschem. Auch der Wind, der feither immer aus Westen kam und schwere Regengüsse. gelegentlich auch etwas Schnee, mitbrachte, hat sich gedreht und steht aus Südwesten. Wer weiß, ob er uns nicht statt Regen in den nächsten Tagen die ersten Zugvögel aus dem Süden bringt. Schon sind die Tage beträchtlich länger geworden, und Die Sonne vermag schon recht warm zu scheinen. Auf den Wegen, die aus der Stadt hinaus- führen, haben Regen und Schmelzwasser große Pfützen gebildet, und die vielen Fuhrwerke. Die hier täglich verkehren, haben ihre Radspuren tief in den aufgeweichten Boden eingegraben. Sie haben aber auch eine Menge Vögel angelockt, die ihren Wohnsitz im Winter von ben Feldern in die Rähe der Ortschaften verlege i. namentlich die zutraulichen Haubenlerchen sind es, die gerne die Vorstadtstraßen aufsuchen, oft m Gesellschaft mit Felds patzen urb Gold- ammern. In den Gärten, die rechts und links die Wege geleiten, haben sich ganze Schwarme von Buchfinken und Bergfinken, ene bekannten, bunten nordischen Winirrgaste, enge unben und in den Hecken tummeln sich ganze F üge von Felds patzen, denen ost der im Stadtwa'd beheimatete Sperber einen kurzen
Talen für Donnerstag, 15. kiärz.
Sonnenaufgang: 6.15 Uhr, Sonnenuntergang: 18.04 Tlhr. — Mondaufgang: 2.48 Llhr. Mond-
eine wichtige Fahrplanverbesserung bringen. Bisher war es den Reisenden aus den Orten an dieser Strecke nicht möglich, mit dem Vormittags-- personenzug in Gießen den Anschluß an den beschleunigten Personenzug nach Frankfurt a. M., ab Gießen 9.44 Tlhr, zu erreichen, da der Zug von Alsfeld her erst nach dem Abgang des beschleunigten Personenzuges hier eintraf. Rach dem neuen Fahrplanentwurf wird der Per- sonenzug 574 von Alsfeld her, Der bisher 9.50 Ilhr in Gießen ankam, um 17 Minuten früher gelegt, so daß er künftig 9.33 älhr in Gießen eintrifft und die Reifenden dann den Anfchluß an den beschleunigten Personenzug ab Gießen 9.44 Uhr nach Frankfurt bequem erreichen können. Die Bewohner in den Orten an der Gießen— Fuldaer Strecke werden diese Fahrplanverbesserung mit dankbarer Anerkennung für das Entgegenkommen der Reichsbahn- biret'.ion begrüßen.
** EinAchtzigjähriger. Am Freitag, dem 16. März, kann der Eisenbahnafsistent i. R. Jacob Kunz, als Pensionär im Katholischen Schwestern-
zugespihten, hartkieligen Schwanz zu stützen vermag. Hat er endlich eine von Holzschädlingen aller Art befallene Aststelle entdeckt, so fängt er mit feinem harten Schnabel zu hämmern an, daß die Späne nur so fliegen, und vermag auf diese Weise ebenso wie sein schwarz-weiß- rotet Vetter, der Buntspecht, die Aufmerksamkeit der Spaziergänger zu erregen. Roch häufiger als diese beiden Arten treffen wir an diesen Orten den Baumläufer an, der mit seinem langen, dünnen, etwas gebogenen Schnabel die Insekteneier meisterlich aus den Rissen der Borke herauszuholen versteht, oft in engster Rachbarschaft mit einem höchst merkwürdigen Vertreter, einem Vogel, dem man wegen seines spechtähnlichen Kletterns und seiner nahen Verwandtschaft mit den Meisen den Rn- ,Spechtmeise" oder Kleiber gegeben hat.
gläsernen Räumen, zu denen das Licht ungehindert zutreten konnte, aber man sorgte für große Wärme und für Vermeidung jedes Zugs. Der Gefundheitszustand der As en wurde dadurch etwas besser- manche, die den weniger empsrnd- lichen Arien angehärten, brachten es zu einem respektablen Alter, aber sehr viele Affen gingen auch weiterhin ein. In den neuesten Londoner Afienbehausungen hat man auch mit dieser Art völlig gebrochen. In den „K.i.ig-Gärten", die jetzt eingerichtet wurden, können die Olfen, solange sie wollen, in freier Luft ble b:n. Man hat erkannt, daß kalte frische Luft den Lebewesen nicht schädlich, sondern für sie heilsam ist, und daß der Mensch das einzige Lebewesen darstellt, das kräftig genug ist, um einen längeren Aufenthalt in geschlos enen Räumen o.jne Er raniung auszuhallen. In dem neuen As en Haus des Londoner Zoo können die Tiere nach Bel eben aus ihren K figen in die davor-zelegm Gärten heraus,pringen, und nach wenigen Tagen ha^en die Tiere von dieser Frech it b recks dm vollsten Gebrauch gemacht. Selbst in b n kältesten Ta-en des Januar, auch im fträmenben Regen, ziehen sie es vor, in freier Luft zu bleiben und halten sich nur wenig in den geheizten K figen auf. Selbst wenn die Dunlelbeit hereinbrich^ und Der Zock g sche ©arten geschlos en wird, b eiden Die Affen draußen. Viele von ihnen schla en in der „falten Rachtluft", die man früher als fo schwere Gefahr für die Tiere ansah Die behagliche, elektrisch durchwärmte Behausung hat für sie keine Reize: sie schlafen draußen in Regen und Sturm. Dabei befinden sie sich aber Wohler denn je. Ihre Behaarung wird immer dichter, denn das neue Affenhaus ist mit Lampen ausgestattet,
er mit Vorliebe im Vorfrühling die Knospen junger Obstbäume und Sträucher verzehrt und dadurch oft recht merkbaren Schaden anzurichten vermag. Eine besonders charakteristische Erscheinung der Gemüsegärten ist auch unser trauliches Rotkehlchen, das zwar erst seit den letzten Jahrzehnten bei uns überwintert, dann aber stets die Rahe menschlicher Wohnungen aufsucht.
Zum Schluß wollen wir noch einen kurzen Blick auf die für die Gießener Anlagen in Betracht kommenden überwinternden Baumvögel werfen. In erster Linie wird es sich dabei um Angehörige der Spechtfamilie handeln. Von diesen ist am meisten vertreten der olivgrün gefärbte und mit einer karminroten Kappe ausgezeichnete Grünspecht, der sich bei uns stets in den höchsten Baumkronen aufhält und ruckweise an dicken Aesten fjcrumflettert, wobei er sich, wie fast alle Spechte, trefflich auf seinen
Besuch abstattete.
Den bäuiigften Vögeln unserer Garten und Parkanlagen gehören auch die kräftigen, sper- ttngsgroßen. grünlich geärbten Grünfinken, die ihr Heim, obwohl sie ziemlich menschenscheu sind, doch recht gern in kleinen Gärten von Villen, besonders häufig aber in Friedhöfen auffcfalagen. Gerade diese Stätten nut ihren abwechslungsreichen Gebüschgruppen besiedelt auch gerne der D l u t - oder G r o u h a n f l i n g, einer unserer besten einheimischen Singvögel. Aus- aesprochene Gartenvögel sind Dagegen unsere allbekannte Schwarzdrossel, auch Am s e l_ genannt, ferner einer unserer kleinsten Singvogel, der Zaunkönig, der seine Triller selbst un Winter mit einer Tonstärke hinausschmettert, Die man Dem kleinen Liliputaner gar nicht Kutraut. Heberali Da, wo Obstbäume stehen, haben sich unsere einheimischen Meisenarten eingefunDen wir sehen vor allen Dingen Die häufig bei uns anzutreffende K o h l m e i s e, Deren schneeweiße Wangen luftig aus dem blauschwarzen Köpfchen hervorleuchten. Ihre Unterteile ist schon gelb ae ärbt, und von Der Kehle zieht slch bis zu den Schwanzdeckfedern ein schwarzer Langsstreren über ihren Leib. Schon beginnt fie an Den mt* men Vorfrühlingstagen an ihrem melodischen Frühlingsbalzrus zu studieren der sich etwa an- hört wie .Di, bü, bi, bü, bi du" unö der von Dem Volksmund Die paiiende Uebersetzung erhalten hat: „Spitz die Schar, Die anDre Woch an Acker fahr". Auch ihre Gevatterin, die zierlichere, herrlich bunte, mit einer hellblauen Kopf- platte, lasurblauen Flügeln, dunkelblau eingefaßten weißen Wangen und einer fattgelben Unterfeite, der aber Der für Die Kohlmeise charakteristische schwarze Streifen fehlt, ferner mit einem dunklen Strich über Den Augen veriehene Blaumeise übt schon recht eifrig an ihrem anspruchslosen Liedchen und turnt Dabei munter . und mit lebhaft bewegtem Köpfchen an Den 1 Zweigen herum. Im Winter läßt sich zuweilen auch noch eine andere Meifenart bei uns m Den Gärten sehen, nämlich die mit Vorliebe in ‘malern mit fließendem Wasser und Strauchvegetatton beheimatete, unscheinbar schwarz und grau, an der Unterseite mit leisem weißlichen Anflug gezeichnete Sumpf- oder Ronnenmeife, Sie gern auch unsere winterlichen Fu terplahe besucht Endlich wäre als letzte Meifenart unserer Gärten die nicbttche S ch w a n z m e i s e zu nennen. In den dünnen, herabhangenden Zweigen Der Bäume tänzeln die kleinen Kobolde mit einer Munterkeit und Gewandtheit herum, Daß es eine Lust ist. Das Hin- und Herhuschen eine Zeitlang zu betrachten. Meist kugeln sie sich förmlich, mit Dem Kopf zu unterft, um Die Zweige herum. Ihre kleinen Körperchen haben eine richtige Kugelgestalt, aus Der das Schnäbelchen kaum hervorlugt, Der etwa 9 Zentimeter lange Schwanz dagegen wie ein Stiel aus dem xederballchen herausragt, was dem Vögelchen nn Volksmund auch den charakteristischen Ramen
Pfannenstielchen" eingetragen hat.
Außer Den bereits oben genannten »mieiu» arten finden wir in unseren ^Baumgarten noch einige weitere Vertreter dieser umfangreichen Familie vor. z. B. den in mit Strauchwerk vermischten Obst- und Gemüseanlagen stets anzu- trcffenden Distelfink ober S He gl i tz dessen Köpfchen in Die alten beutschen warben schwarz- weiß-rot gehüllt und dessen schwane Flügel mck einem herrlichen goldgelben Streifen gebändert sind, und weiterhin den von Haus aus zwar un Walde, neuerdings aber als Kulturfolger auch in unseren Baumanlagen beheimateten G i m- toet ober Bluts ink, Dessen schwarze Haube chm auch Den Ramen „Dompfaff' einbrachte. Beide erfreuen sich wegen seines bunten ©erlebet^ allgemeiner Sympathien, finb fic doch beide sehr geschützte Küfigvöge! unserer Vogelliebhaber unb verhältnismäßig leicht zu halten und zu zähmen, nur bet Blutfink wird gelegentlich mit Dem Gartenbesitzer in Konflikt kommen. Da
*• Prozeß um einen Volkshalle- Anteil. Vor Der Erbauung Der hiesigen Volkshalle hatte sich cin Gießener Bürger durch die mit seinem Einverständnis gegebene älnterfchrift seiner Ehefrau Dem Volkshallevercin gegenüber verpflichtet, zu Der Errichtung der Volkshalle 1000 Mark als Anteil beizusteuern. Später verweigerte der Zei'yner die Zahlung seines Anteils mit Der Begrünbuna, es seien ihm s. Z. von Beauftragten Des Volkshallevereins Warenlieferungen bei Veranstaltungen in Der Volkshalle im Falle seiner Antellzeichnung zugesagt worDen. Diese Zuhage habe man nicht gehalten, und Deshalb halte er sich für berechtigt. Die Zahlung des 1000-Mark-Anteils zu vert-cigern. Der Volkshalleverein verklagte Daraufhin den Zeichner auf Erfüllung seiner Zeichnungsverpflichtung und erzielte beim hiesigen Amtsgericht ein obfiegendes Urteil, das mittlerweile rechtskräftig geworden ist. In Dem Urteil toirD Die Unterfchriftslcistung Der Ehefrau. Die im Einverständnis mit Dem Beklagten erfolgte, als verbindlich und zahlungsverpflichtend für Diesen erklärt. Die von Dem Beklagten vorgebrachten Einwendungen wurden nicht als stichhaltig anerkannt. insbesondere auch nicht Der Einwand eines Versprechens von Warenlieferungen, da ein solches Versprechen von den Zeugen unter Eid bestritten wurde. Der Beklagte hat nunmehr nicht nur seinen Anteil von 1000 Mark zu zahlen, sondern muß auch noch rückliegende Zinsverpflichtungen und die Gerichts- und An- waltskosten auf sich nehmen. Da noch einige weitere Strci.igkeiten um Zahlung Der Volkshalle-Anteile zur Zeit schweben, Dürfte Den betreffenden Mitbürgern anzuraten fein. Den AuSgang Dieses Rechtsstreites zu beachten.
-* Wichtige Fahrplanverbesserung auf Der Strecke Gießen— Fulda. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, wird der neue Iahresfahrplan 1928/29, Der am 15. Mai in Kraft tritt, auf Der Strecke Gießen—Fulda
Langsam beginnt es zu tagen, Der fa^lgraue Himmei hellt sich im Osten auf. Die Morgen- Dämmerung bricht an. Aus Den Dachritzen und Wandiöchem Der alten Häuser tommen Die ©bähen berDor, setzen sich auf Die Dachrinnen, schütteln den Schlaf aus Dem Ge.wder und machen Morgentoilette, mit munterem „cochilp, Schilp" Den Rachbarn „guten Morgen wun- toenb. Dann fliegen sie hinab au, die Straße um ihr Frühstuck zu suchen, das gro;jtenteilfe aus jenen Aepfeln besteht. Die nicht gzrabe am Daum Der Hesperiden gewachsen finb, sondern einem sehr geschätzten Vierfüßler entstammen, machen dann einen kurzen Abstecher in den Garten hinter Dem Haus, um noch schnell ein paar ausgefallene ilnlrautfamen zu erhaschen, unb Dann geht s spornstracks zu ben beliebten Tummelplätzen, wo Der neuste Gießener Stadtklatsch ausgelauscht wird, unb es die Spatzen von den Dächern pfeifen, daß Bruder Studio wieder mal mit einem „barwarifchen Höhenrauch" nach Hause getommen ist, daß die Mulwr- fche ihre Rachbarin eine Dumme Ga.rs Sehttßen und es bei Schulzes wieder mal einen Ehekrach
Untergang: 10.17 llhr.
44 v. Ehr.: Julius Cäsar in Rom ermordet (geb. 100 v. Ehr.). — 933: Heinrich I., der Vogler, der eigentliche Gründer des Deutschen Reiches (geb. um 876), schlägt Die Ungarn an Der Unstrut. — 1830: Der Dichter Paul Hetz ' Berlin geboren (geft. 1914). — 1917: Abdankung des Zaren Rikolaus von Rußland.
haus wohnend, in voller körperlicher unb geistiger Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag begehen.
Kam in brand. 9n der Lacksabrik Zur- b u ch, in den Eichgärten, entstand gestern Nachmittag gegen 85 Uhr ein Kaminbrand Die sofort herbeigerusene Feuerwehr konnte nach kurzer Zeil die Brandstelle wieder verlassen, nachdem jegliche Gefahr beseitigt war. Um 5.12 Uhr rückte die Feuerwehr wieder im Depot ein.
*• Derkehrsunfall. Vor dem Bankgeschäft Herz & Co., Neuen Bäue, ereignete sich gestern Nachmittag gegen 5 Uhr ein Unfall. Ein vom Lud- wigsplatz her kommendes Auto wollte in der Neuen Bäue einen Radfahrer überholen, wobei es diesen aber von hinten ansuhr. Dabei wurde das Hinterrad des Fahrrades vollständig verbogen. Im übrigen kam der Radfahrer mit dem Schrecken davon.
Die ultraviolette Strahlen verbreiten, unb dies künstliche Sonnenlicht hat einen erftaun.iajen Einfluß auf bas Haarwachstum sogar bei bem kahlsten Orang-Utan.
Zwerge des Tierreichs.
In Der Tierwelt giot es eine unendliche Mannigfaltigkeit von Den größten bis zu ben kleinsten Tieren, aber auch Die winzigsten Infekten können wir nicht „Zwerge" nennen, Da sie ja innerhalb ihrer Art Die normale Gröhe erreichen. IeDoch findet sich Der Zwergenwuchs, wie wir ihn beim Menschen beobachten können, auch innerhalb vieler Tiergattungen, und diese tierischen Zwerge bilden interessante SvnDercrfchcinungen, von Denen Dr. K. M Schneider in Der Leipziger „3 1 tust r i r t e n Zeitung'' erzählt. Merkwürdigerweise neigen unter ben Haustieren gerade Die zum Zwergwuchs. Die auf Inseln leben, so z. B. Die Ponys Der SbetlanDinseln. Die Esel Der Balearen unD Sardiniens, die Zebus auf Ceylon. Vielleicht schasst eine lange betriebene Inzucht besonders günstige Bedingungen, die noch durch Züchterhand verstärkt werden können. So züchtete Lord Londonderry, als er Die Frauen- und Kin- Derarbeit in Den Bergwerken durch Tiere ersehen wollte, eine besonders stämmige Ponyart, Die kleiner ist als ein großer Hund. Die Zwergzebus. Die Die leichten zweirädrigen Karren Der Singhalesen ziehen, sind besonders anmutige Vertreter des tierischen Zwergentums. Reue.dings hört man vielfach von europäischen Zwergrindern. Denen sich sogar eine ausgestorbene Form, Der Zwergur. zugesellt. Die ebenso drolligen wie frechen Zwergziegen Afrikas klettern Dort selbst auf Bäume unb weiden bas Laub ab. In der Hundewelt sind Zwergschnauzer unb Dackel Die Vertreter Der Liliputwelt, während Zwergente und Zwerghuhn unter Dem Federvieh Den Kleinwuchs repräsentieren. Rur die Hauskatze und Die Gans haben feine „negativen Kulturgröhen" erzeugt. Die meisten Tiere. Die als „Zwerge" ange- sprcchen toerDen, gehören aber nicht Der Art an, mit Der sie durch Den Ramen verglichen toerDen. Solche „Scheinzwerge" sink) z. B. Das Zwerg- sluhpferd. Die handlangen madagassischen Halb- äffchen mit den niedlichen Diebsgesichtern, Die fast nur Rase. Auge unb Ohr finb. Diesen wunderlichen Rachtgeistern ähnelt ein winziger Flugbeutler und ihnen gefeilt sich Die Zwergfleder- maus und Der Liliputaner unter den Rächt- vögeln. Der Sperlingen ttauz. Unter Den afrikanischen Antilopen gibt es solche, Die nicht größer sind als ein Hase. Der Zwerg unter Den Büffeln ist der in Celebes heimische Anoa, ein Gemsbüfsel. Der nur einen Meter groß toirD. Kümmerlinge. Die auf Inseln leben, sind Der Rothirsch Der Hebriden, Das WilDschwein Sardiniens unb Der fofiUe Ztoergelefant von Malta. Zypern und Kreta. Den Seefahrern sjnD die Däumelinge unter Den Bartenwalen bekannt, Zwerge, Die immerhin fünf Meter Länge erreichen. aber winzig finb gegenüber Der Gröhe Der Hauptformen. Die bis zu 3000 Zentner wiegen. Die argentinische ZwergschUDkröte ist nicht länger als ein Fingerglied unb zu Den Kakadu- und Sitticharten gesellen sich getreue Ebenbilder en ministure.
** Der Bezirkslehrerverein Gießen- Land hielt am Samstag unter dem Vorsitz von Lehrer ch o f m a n n (Lang-Göns) im Hotel Kobel eine Versammlung ab. Nach der Begrüßung gedachte der Vorsitzende in warmen Worten des seitherigen 2. Vorsitzenden, des Rektors i. R. H. Schmidt in Heuchelheim, der am 23. Februar verstorben ist. Er schilderte die Verdienste, die sich der Dahingeoangene um Schule und Verein erworben hotte, und versicherte, daß der Verein Gießen-Land stets in Dankbarkeit seiner gedenken werde. Die Versammlung ehrte den Verstorbenen in der üblichen Weise. Es folgten umfangreiche geschäftliche Mitteilungen, woraus Lehrer Stoll (Wieseck) einen Vortrag hielt über „Die Auswirkungen b e e Konkordats in Bayern". Ganz kurz feien hier einige Punkte angeführt. Der Redner begrüßte zunächst, daß das Reichsjchulgesctz in der geplanten Fassung gescheitert ist: denn sonst wären auch bei uns Fälle vorgekommen, wie in Boyern. An Hand einer B-oschüre von Dr. N ü ch t e r wurden einige dieser Konflikte zwischen Kirche und Lehrerschaft näher erläutert (seinerzeit schon von Professor Dr. Messer im „Gieß. Anz." mitgeteUt). Vom Standpunkt der Lehrerschaft soll man diesen Auswirkungen die größte Aufmerksamkeit schenken. Die Lehrer verlangen Staatsaufsicht. Die Fälle aus Bayem aber zeigen, daß der Staat gar manchmal das tun muß, was die Kirche wünscht. (Konkordat.) Weiter betonte der Redner, daß man beim Abschluß des Konkordates wohl in der Hauptsache an die Pflege und Wichtigkeit des Religionsunterrichts gedacht habe, daß aber in Wirklichkeit durch diesen Zwang sehr oft das Gegenteil (Heuchelei und Gleichgültigkeit) her- vorgerufen wird. Der Vorsitzende dankte dem Vortragenden für die klaren und sachlichen Ausführun- gen. Eine rege Aussprache schloß sich an.
* Bund b e r Kolonialfreunde. Am Samstag hielt der Bund der Kolonialfreunde bei Dippel seine diesjährige Generalversammlung ob. Nach dem Geschäfts- und Kassenbericht Hot die Bewegung im vergangenen Jahre gute Fortschritte ae- inacht. Die Mitgliederzahl ist auf 150 gestiegen. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Hof, Schriftführer Weh rum, Kassierer Scheller, Pressewort Stephan, Werbewott Bock, Jnoendleiter Schneider. Beisitzer Winterlin, Klarholz, Kunz, Ditt- m a r , L iih r und Hermes. Eine Entschließung, die geaen den Raub der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Ostasrika seitens der Engländer Stellung nimmt, wurde einstimmig angenommen, und ferner beschloßen, demnächst hier in Gießen mit einer Vrotestnersommlung gegen di- Aufteilung des ehemolioen Kolonialbesitzes in die DeffentH*feit w treten. Der B"nd hofft, daß er bei di-ser ProEst- versammlimg *ie Unt«"-stütz"ng aller Kreise findet, die auf dem Boden . Kolonialbesitz bedeutet Arbeit und Brot" stehen. Näheres hierüber wird noch bekanntgegeben.
Turnsn/ Sport und Spiel.
B. f. B.
V. f. B. — Frohnhausen 4:4.
Liga Reserve — W. S. V. Liga Reserve 1:1.
3. Reserve — W. S. V. 3. Reserve 2:2, abgebrochen. 1. Jugend — W. S. V. 1. Jugend 1:0.
2. Jugend — Leihgestern 2. Jugend 0:3.
3. Jugend — Großen Buseck 1. Jugend 1:12.
Der vergangene Sonnag war ein Tay des Mißerfolges für den V. f. B. Die ersatzgeschwächte g a holte in einem sehr mäßigen Spiel gegen die Frohn- hausener Liga-Neulinge nur ein unentschiedenes 4:4 heraus. Das für die Gäste schmeichelhafte Resultat entspricht dem Spielverlauf.
Die Spiele der zweiten und dritten Mann- schäft standen im Zeichen einer Spielweise, für die I schon die Bezeichnung „hart" nicht mehr passen dürfte. Das Treffen der dritten Mannschaft wurde beim Stande 2:2 vom Schiedsrichter abgebrochen.
Auch die erste Jugend hatte mit den robust spielenden Wetzlarern sehr zu kämpfen: sie gewann knapp aber verdient 1:0. Während die zweite Jugend sich gegen Leihaestern einigermaßen holten konnte, mußte sich die Dritte der körperlich und spielerisch weit überlegenen 1. Jugend Großen-Busecks mit 1:12 beugen.
Berliner Börse.
Berlin, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Rachdem gestern abend auf Die Spezialbewegun- gen in Kunstfeidenwerten Die TenDenz recht fest gewesen war, ist es heute früh wieder sehr ruhig gewesen, doch glaubt man, daß sich das Interesse für Spezialitäten erhalten wird, wobei man besonders Bemberg für zurückgeblieben hält. Ob sich die übrigen Märkte dieser Tendenz anpassen werden, ist noch nicht zu ersehen. Man taxiert vorläufig nur Dlanzstosf 712 unb Bemberg 509. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,35, Madrid 29,01, London gegen Kabel 4,8785 und die Reichsmark gegen Kabel 4,18275.


