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zweifellos ungesetzlich. Die Beiträge der Berg­bauangestellten hätten in vielen Gruppen 2 0 Prozent des Gehalts erreicht. Der Red­ner beantragt, bas Problem der Angestellten- versichcrung im Bergbau einer Beratung im Sozialpolitrschen Ausschuß zu unterziehen.

Abg. Frau Leu sch (Zentr.) empfiehlt einen Zentrumsantrag, der eine Erhöhung der Renten in der Invaliden- und Angestellten­versicherung sowie Reichszuschüsse für dieWer k- pensionäre verlangt. Das Ministerium müsse aber dafür sorgen, daß die Rentenerhöhung auch wirklich den Rentnern zugute komme und ihnen nicht durch Ausgleichsmaßnahmen der all­gemeinen Füriorgebehörden wieder entzogen wird. Die schlechte Lage der Knappschaftskasien sei viel­leicht dadurch mitverschuldet, daß die Leistungen dieser Kasse auch vielen Richtversicher­ten zugute komme. Die soziale Wiedergut­machung der Kriegsschäden an der Volksgesund­heit erfordere große Opfer von der heutigen Generation. Die Llnternehmerkreise dürften sich aber nicht über zu hohe Belastung beklagen, denn ohne Unfall» und Invalidenversicherung müßten sie weit mehr ausbringen an Lohn­erhöhungen und Haftpflichtbeträgen.

Zum Kapitel Arbeitsvertragsrecht. Arbeitsgerichtsbarkeit, Schlichtungs- und Lohn­politik begrüßt Abg. Frau Dr. Behm (Dn.) den Referentenentwurf, der im Hausarbeits- geseh von 1923 einige Mängel im Berühren beseitigen wollte. Um so unerfreulicher sei die Haltung der Arbeitgeber in einer Konferenz ge­wesen, die sich mit dem Referentenentwurf be­schäftigte. Wenn Heimarbeiterinnen in der Textil­industrie noch ein Stundenlohn von fünf Pfennigen gezahlt wird, dann sei das ein unerträglicher Zustand. Den armen Heimarbeite­rinnen, die sich selbst nicht schützen könnten, müsse vom Reich geholfen werden. Es habe sich herausgestellt, daß viele Arbeitgeber die fest­gesetzten Löhne nicht zahlen. In England werden solche Arbeitgeber mit Gefängnis bestraft. Soweit will ich nicht gehen: aber die Derantwortlichen müssen stark gemacht werden, damit die vom Reichstag ' einmütig beschlossenen Gesetze auch durchgeführt werden. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Pfeffer (D.V.) erklärt, eine Ver­bindlichkeitserklärung von Schieds­sprüchen sollte nur eintreten, wenn es sich um Rotstände oder um die Weiterführung lebens­wichtiger Betriebe handelt. Die Stellung der Arbeitgeber fei im Schlichtungswesen weit un­günstiger als die der Arbeitnehmer. Der Schlich­ter suche nicht den wirtschaftlich richtigen Lohn, sondern den Lohn, bei dem die Arbeiter noch im Betriebe bleiben. Der Streik werde durch die Verbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen nicht verhindert, wohl aber die Aussperrung. Eine Erweiterung der Rechte der Betriebsräte müsse abgelehnt werden.

Reichsarbeitsmini st er Dr. Brauns erklärt: Die Frage, ob wir in den mittel­deutschen Metallarbeiter st re ik ein­greifen sollen, ist Gegenstand unserer Aufmerk­samkeit. Ich kann aber jetzt schon erklären, daß ich das Vorgehen der Metallindustrie dort für außerordentlich gefährlich halte. Solche Syin - vathieaussperrungen können als Folge die umfangreichsten Sympathiestreiks im Bergbau und anderen Gewerben haben. Ein Anwachsen der Verbindlichkeitserklärungen sei nicht festzustellen. Die freiwillige Ver­einbarung der Parteien sei besser als ein Schiedsspruch, aber dazu gehöre der gute Wille beider Teile.

Arbeitslosenversicherung und ländlicher Arbeitsmarkt.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 14. Febr. Die Regierungspar­teien haben im Reichstage eine Interpellation ein­gebracht, in der es unter anderem heißt:

. Die Durchführung des neuen Gesetzes über A r - beitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung hat . aus dem platten Lande Folgen gezeitigt, die den ländlichen Ar­beitsmarkt t) ö cf) ft u n g ü n st i g beeinflussen; Ar­beitskräfte, die früher alljährlich in der Landwirt­schaft den Winter über gearbeitet haben, entziehen sich jetzt auf Grund des Wegfalls der Bedürftigkeitsprüfung und wegen der höheren Dersicherungsleistungen derartigen Arbeiten".

Die Interpellation der Regierungsparteien kommt nicht ganz unerwartet. Bereits vor einiger Zeit tauchten derartige Klagen auf, daß nach Fortfall der Bedürftigkeitsprüfung die Zahl der Arbeits­losen sich außerordentlich vermehrt habe. So wurde bereits Anfang Januar für einige ländliche Kreise des Ostens ausgerechnet, daß die Zahl der Erwerbslosen dort von 875 innerhalb von oier Wochen auf 13 000 angeftiegen fei, was nicht nur eine Folge der natürlichen Saisonveränderung bedeuten könne. Auch wurde behauptet, daß weite Kreise der Landarbeiterschaft, selbst der Kleinbauern und sogar ländlicher Siedler, die ursprünglich doch für ganz andere Zwecke bestimmten Fürsorgemittel mißbrauchten und sich eine objektiv fachlich nicht zu rechtfertigende Unterstützung verschafften. Wie wir hören, hat das Reichsarbeitsministerium diese Vor­gänge genau verfolgt und Anfang Januar eine ^?ihe von Sonderbeauftragten gerade in die Bezirke geschickt, von denen üoer diese unheil­vollen Auswirkungen des neuen Arbeitsvermitt- lungssystems und der neuen Arbeitslosenoerfiche- rung berichtet wurde, um durch eigene Sachverstän- bige die ganze Lage prüfen zu lassen. Es ist anzu­nehmen, daß die neue Interpellation noch weitere Maßnahmen nötig macht.

Oer hessische Gesandte in Berlin.

Protest derJndustrie- und Handelskammern

Darmstadt, 14. Febr. Die Industrie- und Handelskammer Mainz hat sich als Vorort des Hessischen Industrie- und Handelskammerrages zur bevor­stehenden Neubesetzung des hessischen Gesandten- postens in Berlin in einem Schreiben an den zukünftigen Staatspräsidenten Bürgermeister Adelung- Mainz gewandt und ihm die Grund­sätze vorgetragen, die die hessischen Industrie- und Handelskammern als die gesetzliche Ver­tretung von Handel und Industrie bereits früher für die Reubesehung der Stelle des hessischen Gesandten in Berlin ausgestellt haben. Sie hat dabei u. a. folgendes auSgeführt: Bereits im Mai 1926 haben die Industrie- und Haudels- tammeen mit Rach druck betont, daß bei der Reubesetzung der hessischen Gesandtschaft alle parteipolitischen Erwägungen aus-

Sir SesamtaMpemmg in der Metallindustrie.

Berlin, 14. Febr. (211.) Wie schor» in einem Teil der gestrigen Auflage gemeldet wurde, hat nach einer Mitteilung von Arbeitgeberseite der Ge­samtoerband deutscher Meiallindustrieller beschlossen, zur Unterstützung der bereits seit vier Wochen im Abwehrkampf befindlichen mitteldeutschen Metallindustrie die Gesamtaussperrung in der deutschen Metallindustrie ab 22. Februar vorzu­nehmen. Von diesen Maßnahmen werden 750 000 Arbeiter betroffen, so daß von diesem Zeitpunkt unter Hinzuziehung der in Mitteldeutschland ausge­sperrten Arbeiter 800000 Arbeiter a u s ge­sperrt sein würden, hierzu wird von Arbeitgeber­seite erklärt, daß die mitteldeutsche Metallindustrie die Unterstützung der gesamten deutschen Metallindu­strie in dem ihr aufgezwungenen Abwehrkampf ge­funden habe, weil die bisher rasch aufein­ander folgenden Lohnerhöhungen unter keinen Umständen fortgesetzt werden könnten, wenn der gegenwärtige Preis standgeh alten werden soll. Dies sei die unumgängliche Voraussetzung für die Aufrecht­erhaltung des jetzigen Beschäftigungsgrades. In den nächsten Monaten laufen rund 260 Lohntarife ab. Der Zustand, daß jeder Tarifablauf die Ge­werkschaft zu einer Lohnforderung veran­lasse, sei volkswirtschaftlich untragbar, da er zur dauernden Beunruhigung der Wirtschaft führe. Dar­aus ergebe sich, daß die Auseinandersetzungen in Mitteldeutschland richtunggebend für die Lohnpolitik der ganzen deutschen Industrie werden müsse.

Ursachen und Wirkung.

Die grundsätzliche Bedeutung des Kampfes.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers"

Berlin, 14. Febr. Der Beschluß des Gesamt- ocrbandes Deutsch Metallindustrieller, die Gesamt- auöjperrung in der deutschen Metallindustrie am 22. Februar mit Arbeitsschluß vorzunehmen, erin­nert an die im Januar d. I. ausgesprochene Still­legungsanzeige der eifenerzeugenden In­dustrie. Die Aussperrung würde nach den von uns eingszogenen Erkundigungen etwa 8 bis 900 000 i Arbeitnehmer treffen. Gegenwärtig erstreckt sich die Aussperrung in der mitteldeutschen Metall- , industrie auf etwa 50 000 Köpfe. Der Streik in der mitteldeutschen Metallindustrie, den der Gesamtoer- I band Deutscher Metallindustrieller als eine grund­sätzlichen Abwehrkampf der Arbeitgeber» feite gegen unangemessene Lohnforderungen der Ge­werkschaften bezeichnet, dauert bereits seit vier Wochen an. Wenn in der Großeisenindustrie beide Parteien sich bekanntlich den vom Reichrarbeits- minister gefällten und für verbindlich erklärten Schiedsspruch unterworfen haben, so liegen die Ver­hältnisse in der mitteldeutschen Metallindustrie we­sentlich anders, hier liegt bereits ein Schieds­spruch des Magdeburger Schlichters vor, und zwar über die Erhöhung des tariflichen Spitzenlohnes von 75 auf 78 Pfennig. Diesen Schiedsspruch haben die Gewerkschaften, die eine Lohnerhöhung

von 75 auf 90 Pfennig die Stunde gefordert hatten, abgelebt und sind, ohne die Verhandlungs­möglichkeiten restlos zu erschöpfen, sofort in den Streik getreten. Auch in diesem Fall zeigt es sich also wieder, daß die Parteien mit Forderun­gen an den Verhandlungstisch herantreten, die da­von Zeugnis ablegen, wie wenig Verantwortungs­gefühl gegenüber der Gesamtheit und der Volkswirt­schaft diejenigen haben, die diese Forderungen aus- stellen.

Der Reichsarbeitsministcr hat f ü r d e n r h e i° nisch-westfälischen Industriebezirk die durch Schiedsspruch scstgelegte Lohnerhöhung des tariflichen Spitzenlohnes um 2 P f. auf 78 Pf. für die Metallindustrie für verbind- I i ch erklärt. Dem Anträge, auch den Schieds­spruch des mitteldeutschen Schlichters in Magdeburg für verbindlich zu erklären, hat der Reichsarbeitsminister nicht ftattgegeben, obwohl die Lohnerhöhung dort für den tariflichen Spihenlohn sogar 3 P f. die Stunde betrug. Damit ist die weitere Austragung des Kampfes den Parteien überlassen, und es zeugt für den Emst der Lage, wenn jetzt der Gesamtver- band deutscher Metallindustrieller den v. a der mitteldeutschen Metallindustrie ge­führten Abwehrkampf zu seinem eigenen gemacht hat.

Dem Vorgehen der metallindustriellen Arbeit­geber kommt aber auch noch in anderer Hinsicht eine grundsätzliche Bedeutung zu. Der zum Glück abgewandte Arbeitskampf in der Großeisen- industrie und der Konflikt in der mitteldeutschen Metallindustrie sind ja nur die Vorläufer einer Lohnbewegung, die in diesem Frühjahr verstärkt einsetzen wird, und die die Gefahr einer all­gemeinen Teuerungswelle in sich birgt und damit im Zustand einer gegenwärtig gedämpften, um nicht zu sagen im Abflauen befindlichen Kon­junktur zu einer weiteren Beunruhi­gung der Wirtschaft führen muß. Es ge­langen im Frühjahr nicht weniger als 6 bis 700 Tarifverträge aller Arten, darunter rund 260 industrielle Tarifverträge zur Kündigung, auch für den Bergbau ist bekanntlich seitens der Gewerkschaften die Kündigung des Tarifter rages ausgesprochen worden. Es ergibt sich foc.jt. daß die Auseinandersetzung in der mitteldeutschen Metallindustrie richtunggebend für die deutsche Lohnpolitik der nächsten Monate werden muß, abgesehen von den Wir­kungen, die sie für die Rentabilität der metall- industriellen Betriebe selbst, insbesondere die Maschinenbauanstalten, haben wird. Wem» man also den Fall des Arbeitskonfliktes in der mittel­deutschen Metallindustrie grundsätzlich betrachtet, so kann man nur wjünschen, daß das Reichs- arbeitsminifterium sobald als möglich von seiner bisher ablehnenden Haltung abgebt und als die berufene und bci'G.tc Stelle ange­messene Lohnsätze, di? für die Metall­industrie tragbar sind, für verbindlich erklärt, damit ein Kampf in dieser gerade für unsere Ausfuhr so wichtigen Industriegruppe im Gesamtinterefse vermieden wird.

geschaltet werden müßten, und für die Auswahl des zu Berufenden lediglich persönliche Eignung entscheidend sein dürfe. Heute sehen sich die Kammern veranlaßt, erneut auf diese Grundsätze pinzuweisen. Die hessischen Industrie- und Handelskammern wer­den bei ihrer Stellungnahme von b'r Erwägung geleitet, daß die hessische ®e anbfdyaft in Berlin nicht nur die politische Vertretung des Landes Hessen ist, sondern daß sie auch in hohem Maße die wirtschaftlichen Belange Hessens zu wahren hat. Die hessische Ge­sandtschaft in ihrer bisherigen Besetzung hat es verstanden, die wirtschaftlichen Belange Hes­sens bei den Reichsbehörden in erfolg­reichster Weise zur Geltung zu bringen. Die von uns vertretenen Wirtscha'tskreife Hes'ens befürchten, daß eine Reubesetzung der Gesandt­schaft. die nach parteipolitischen Gesichtspunkten erfolgt, eine Beeinträchtigung ihrer Interessen bedeuten werde. Die hierdurch hervorgerufene Schädigung der Wirtschaft würde sich fraglos auch in ungünstiger Weise auf die Finanzkraft des Landes auswirken. In Würdigung der Bedeutung der hessischen Ge­sandtschaft, insbesondere für die Entwicklung von Handel und Industrie, halten sich die hessischen Industrie- und Handelskammern für verpflichtet, nochmals darauf hinzuweisen, daß der auf den Gesandtenposcen zu Berufende nach Befähi­gung, Vorbildung, praktische Erfahrung im Ver­waltungsdienst, nach seinen bisherigen Leistun­gen, sowie nach seiner Kenntnis des hessischen Wirtschaftslebens volle Gewähr dafür bieten muß, daß er den Anforderungen, die das Amt eines hessischen Gesandten hinsichtlich der Wahrung der lebensnotwendigen Wirtschaftsinteressen Hessens stellt, vollauf gerecht wird.

poincare in Straßburg.

Der Wahlfcldzug gegen die Antonomistcn

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 14. Febr. Straßburg und mit ihm daß Elsaß hatten, wenn man sich auf die Berichte der Pariser Presse vollständig verläßt, was nicht immer gut ist, besonders wenn es sich dabei. um Vorgänge im Elsaß handelt, am Sonntag einen sogenannten großen Ta g^ es hatte die hohe Ehre, den französischen Mi­nisterpräsidenten wieder einmal in seinen Mauern beherbergen zu dürfen, der allerdings die ihm gewährte Gastfreundschaft dazu miß­brauchte, um eine wütende Wahlrede gegen d i e elsässischen Autonomisten vom Stapel zu lassen. Bei näherer Besichtigung stellt sich aber diese Rede als eine recht traurige Leistung heraus. Cs muß Poineare doch sehr schwer geworden sein, irgendwelche Gründe für seinen Kampf gegen die Heimatbewegung ins Feld zu führen. Das ist begreiflich, da man den Elsässern nichts von alledem nachweisen kann, was ihnen immer wieder vorgeworfen wird und wes- wcgen eine Haussuchung die andere ablöst und zahlreiche Verhaftungen ununterbrochen vorge­nommen werden. Es verlohnt sich nicht, auf alle Einzelheiten der Rede Poineares einzugehen, ine auch diesmal wieder in der Feststellung g>p>clte, daß nicht Frankreich, sondern Deutsch­land Oie Schuld an dem Ausbruch des Krieges tragt. Wir wollen uns deswegen nicht weiter aufregen, verraten doch diese Beteuerungen das

schlechte Gewissen des französischen Minister­präsidenten, dessen ganze Dorkriegspolitit ftch um die Vorbereitung eines Revanchekrieges gegen Deutschland drehte. Aber auf eins möchten wir doch Wert legen: von deutscher Seile sind die elsässischen Autonomisten niemalld unterstützt worden. Richts wäre auch falscher, als von der rechtsrheinischen Seite her ihnen Hilfsstellung zu leisten und damit ihrer gerech­ten Sache den Boden zu entziehen. Könnte Poincare nach weis en, daß feine Behauptun­gen, die Führer der elsässischen Bevölkerung würden vom Auslande, also von Deutschland, unterstützt, gutreffen, dann hätte er das in Straßburg bestimmt getan. So blieb ihm nichts anderes übrig, als zu schimpfen und den an­geblichen französischen Charakter Clsaß-Lothrin- gens zu betonen, wofür er aber ebenso wenig einen Rachweis erbringen kann, wie für die Unschuld Frankreichs am Kriegsausbruch.

Die Revision des TangersiÄM. Angebliche Einigung zwischen Frankreich und Spanien

Paris, 14. Febr. (WTB. Funkspruch.) OeuDre" berichtet, daß die französisch-spanischen Verhandlungen zwecks Revision des Tan­ge r st a t u t s von 1923 abgeschlossen seien, und daß nur noch über die Gültigkeitsdauer der Reuregelung verhandelt werde. Wahrschein­lich werde das neue Abkommen bis 1935 Geltung haben. Frankreich habe sich oereitgesunden, Spa­nien die Zugeständnisse zu machen, die dieses bei der Verwaltung der Stadt Tanger und der int er nationalen Zone, namentlich hinsichtlich der Polizei- g e w a l t wünschte. Frankreich habe diese Wünsche erfüllen können, ohne den Marolkoverträgen, die die internationale Verwaltung von Tanger regeln, zuwiderzuhandeln. Sobald die Frage der Geltungsdauer geregelt sein werde, werde der Vertrag England an d Italien zur Bil­ligungunterbreitet werden. Man nehme an, daß diese beiden Mächte ihn ohne weiteres 1 annehmen werden. Der Anteil Italiens f an der Verwaltung von Tanger sei bereits fest­gelegt worden. Italien werde die Fürsorge für das Gesundheitswesen übertragen werden.

Aus aller Wett.

wichtige Funde in Ur (Lhatdäa).

Von dem Leiter der von der Universität von Pennsylvanien und dem Brittschen Museum ge­meinsam unternommenen Expedition, die sich mit Ausgrabungen in der alten Stadt Ur in Chaldäa besaht, ist ein Bericht eingetroffen, daß dort im Grabe der Königin Schubad, die vor 5000 Iahren gestorben ist, Schätze von ungewöhn­lichem Werke gesunden worden sind. Das Grab der Königin war unberührt, während das ihres Gemahls geplündert worden ist. Am Ein­gang des Grabes wurden die Ueberrefte von sechs Wachsoldaten mit eingeschlagenen Kupfer- Helmen gefunden, im Grabe selbst befanden sich 50- Leichen von Dienerinnen. Die Leiche der Königin war reich mit Gold und Lapislazuli verziert.

Das erste Telephongefpräch BerlinSan Franzisko.

Montag abend um acht Uhr wurde von Berlin aus das erste transatlantische Ferngespräch mit San Francisko geführt Das Gespräch dauerte elf Mi- nuten. Die Verstän digung mar sehr g u t und so laut nn-d rein wie bei einem Stadt­gespräch. Auch der amerikanische Teilnehmer äußerte sich dem Anrufenden im selben Sinne.

Die Unwetterkatastrophe in Norwegen.

Heber die Raturkatastrophe im Distrikt von Bergen werden jetzt nähere Einzelheiten be, könnt. Im Elsinger Tal haben Erdrutsche furchtbare Verwüstungen angerichtet. Ein Land­wirt wurde hier bei dem Versuch, sein Vieh zu retten, getötet. An einer anderen Stelle wurde die Frau eines Landwirtes getötet, während ihre neun Kinder teilweise sehr schwere Verletzun­gen erlitten. Rach den bisherigen Feststellun­gen wurden etwa 200 Häuser zerstört und 20 Personen getötet, sowie eine Anzahl verletzt. Viel e hundert Stück Vieh ka­men um.

Dreißig Fischer ertrunken.

Von den etwa 400 Fischern, die. während eines Sturmes von derKronstadterKüste auf Eisschollen, die sich losgelöst hatten, fortgetrieben wurden, sind nach einer Funkmeldung eines ausgesandten Wasserflug, zeugeö etwa 30 Personen umgekommen. Die übrigen erreichten Land, ein Teil von ihnen die finnische Küste.

Lebenslängliches Zuchthaus für die verurteilten des Dilms-Prozesses.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit- teilt, sind durch Beschluß des preußischen Staats- Ministeriums vom 13. Februar d. I. die wegen Ermordung des Kaufmannes Wilms rechtskräftig erkannten Todesstrafen für die Verurteilten Fuhrmann, Klapproth und Schulz in lebenslängliches Zuchthaus, für den Verurteilten

mhofer in eine Zuchthausstrafe von fünf­zehn Iahren umgewandelt worden.

Der Mülversletter Mord vor Gericht.

Vor dem Schwurgericht Erfurt begann der Pro. zeß gegen die Gebrüder Max und Willy Thiel aus Mühlhausen in Thüringen, die angeklagt sind, am 13. August 1927, in Mülverstett bei einem Einbruchsversuch den 61jährigen Kutscher Vaupel e r s ch o s s e n zu haben. Ferner haben sie in Meuterode einen Einbruchsoersuch verübt, wobei sie gefährliche Betäubungsmittel anwen­deten. Der Fabrikarbeiter Muster ist angeklagt, ihnen geholfen zu haben. Das Urteil lautete gegen Max Thiel auf 1 2 I a h r e Z u ch t h a u s und zehn Jahre Ehrverlust, gegen Willy Thiel auf lebens­längliches Zuchthaus und außerdem fünf- zehn Jahre Zuchthaus und Ehrverlust auf Lebens­dauer, gegen Muster auf zwei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust.

Der Uhu als Lokomotivführer.

Der auf der Fahrt von Wologda nach Leningrad befindliche Schnellzug wurde plötzlich zum Halten gebracht. Als man nach der Arsache forschte, wurde an der Lokomotive ein riesiger Uhu entdeckt, der sich an dem Hahn der Westinghouse-Dremse verkrallt und ihn auf gedreht Haire, so daß Luft entwich und der Zug, der mit einer Stundengeschwindig­keit von 60 Kilometer fu-r, halten mußte.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Erneut oordringende Warmluft brachte besonders in West- und Süddeutschland kräftigen Temperatur« anstieg und Niederschläge. Da zunächst die West« strömnr, ausschlaggebend ist, blieb das für die Jahreszeit milde Wetter fortbestehen. Ein langsames Umdrehen der Winde mehr nach Nordweften hin wird jedoch später Temperaturrückgang herbeifüh« ren. Mit dem Auftreten vereinzelter Niederschläge muß dabei gerechnet werden.

Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd wolkig und vorübergehende Aufheiterung, milde, jedoch später kühler, nur vereinzelte Nieder­schläge.

Witterungsaussichten für Donners­tag: Zeitweise bewölkt, Temperaturen schwankend, strichweise Neigung zu Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 13. Februar: mittags 3,8 Grad Celsius, abends 6,1 Grad Celsius: am 14. Fe­bruar: morgens 6,3 Grad Celsius. Maximum 6,7 Grad Celsius, Minimum 1,6 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 13. Fe­bruar: abends 2,9 Grad Celsius; am 14. Februar: morgens 2,9 Grad Celsius. Niederschläge 7,3 Millimeter. Sonnenscheindauer: eine Viertel- stunde.

Wintersport im Vogelsberg (hoherodskops).

Wind: Nordwest: Wetter: nebelig: Temperaturen: 0. Grad Celsius; Schneehöhe 14 Zentimeter: Be schaffenheit: pulverförmig; Sportmöglichkeit: gut.