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Berliner Zuristenkonferenz.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 13. 3uIL 3n der französischen Presse wird die bisher in Berlin diskret behandelte Tat­sache mitgeteilt, daß die 3ustitiare der französi­schen und englischen Regierung Fro-Wageot und Sir Cecil Hurst vor acht Tagen in Berlin waren, um sich mit dem Direktor der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes Dr. Taus zu besprechen. Es werden daran Kommen­tare geknüpft, von der die Aussprache die Der- ständigung der drei 3uristen über die Tragwette des Kellogg-Paktes in seiner vorliegenden Fassung erbracht habe und die Unterzeich­nung des Paktes dadurch gesichert scheine. Wir glauben zu wissen, daß der Besuch der beiden ausländischen 3uristen. der formlos auf der Rückreise von Genf, und zwar deshalb erfolgt ist, weil es Direktor Gaus unmöglich war. an der Genfer Tagung persönlich teilzunehmen, nicht aus schließlich und in der oben er­wähnten präzisen Form, dem Kellogg-Pakt ge­golten hat. Vielmehr haben die drei 3unften, bie ja nunmehr seit 3ahren erfolgreich zusammen­arbeiten. den ganzen Komplex vorliegender inter­nationaler Rechtsfragen, insbesondere also auch die Aufgaben des Sicherheitskomitees, die Musterverträge und die deutschen Präventiv- vorschläge durchgesprochen, um eine Ueberein- stimmung der juristischen Auslegungen herbeizu- führen. Selbstverständlich ist aber in diesem Zu­sammenhang auch der Vorschlag Kelloggs be­handelt worden, und man darf annehmen, daß das Einverständnis über die Tragweite dieses Paktes und der ausführlichen Kellvggschen Begleitnote mindesten- in rechtlicher Beziehung dabei hergestellt werden konnte.

Die Amnestierten.

Don unserer Berliner Redaktion.

Berlin, 13. Juli. Die Urheber der neuen Amnestie-Verordnung hoffen, daß mit ihrer Durch­führung kein neuer Streit über die Ausdehnung der Amnestie entstehen möae und daß keine neuen weiteren Kämpfe erwachsen. Besondere Gefahr droht in dieser Richtung in der Frage, welche Art von Fällen die Amnestierung auf dem Gebiete der nach dem Militär st rafgeseß von den Kriegsgerichten bis 1920 trifft. Irgend­welche Delikte, die zwar von den Kriegsgerichten abgeurteilt sind, aber dem gemeinen Recht unter­liegen, sind prinzipiell von der Amnestierung ausgeschlossen, wobei man ganz eindeutig Subordination von Militärpersonen als einen Ver­stoß gegen das Militärstrafgeseß behandelt.

Soweit die Amnestie die Reichsjustrz be­trifft, steht in allen Fällen die Entscheidung bei Straferlaß dem Oberreichsanwalt zu. gegen dessen Beschluß aber die Verurteilten sich im Zweifelsfalle an das Reichsgericht als letzte Instanz wenden können. Gin solcher Zweifelsfall könnte z. B. bei dem sogenannten Parchimer Fememordprozeß vorliegen, der aber wahr­scheinlich al- ein politischer Mordprozeh behan- delt wird, so daß ein Teil der damals zu hohen Zuchthausstrasen Verurteilten gleich frei käme. Dagegen ist die Amnestierung von ungefähr 104 Kommunisten, die vom Reichsgericht verurteilt sind, als sicher zu betrachten. Von diesen Kommu­nisten müssen allerdings ungefähr zehn Personen noch kürzere Strafen wegen Verbrechen gegen das Leben, die nur beschränkt amnestiert werden, weiter verbüßen.

. Bekannt ist, daß Hölz nach ungefähr einem halben 3ahr zur Entlassung kommt. Ebenso wird reine Gruppe Linksradikaler. die unter dem Da­men Plettner-Druppe bekannt ist und wegen Aufruhrs im Jahre 1922 verurteilt wurde, zur Entlassung kommen. Auch einige S tut t - aarter Kommuni st en, die vor einigen Jahren einen Wachtmeister erschossen, fallen un­ter die Amnestie, während der im bekannten Tscheka-Prozeß vom Staatsgerichtshos zu 15- jäbriger Zuchthausstrafe verurteilte Kommunist jTia r g i e 6 noch weitere vier 3ahre im Zucht­haus verbleiben muh. Ernst Werner Techow, der Rathenau-Mörder. wird für eine Strafe von einem weiteren 3ahr vom Zuchthaus in das Gefängnis überführt werden. Riedergescklagen werden die Verfahren gegen die pazisistischen Landesverräter, wie Mertens, F o e r st e r. während die bereits verurteilten Küster und Salomon zur Freilassung kommen. Zwischen dem Reichsjustizministerium und dem Preußischen Justizministerium haben, wie wir erfahren, be­reits Verhandlungen über die Durchführung der Amnestieverordnung in diesen Tagen stattge­sunden.

Sine SrNörung des amerikanischen Treuhänders.

Berlin, 12. 3uli. (WB.) Der amerikanische Treuhänder für das feindliche Vermögen. Howard Sutherland, hat der Oefsentlichkeit folgende Erklärung übergeben:

»Deutsche Eigentümer, deren Vermögenswerte ich als Treuhänder verwalte, werden daraus ausmerksam gemacht, daß die Rückgabe ihres Eigentum- nur verzögert wird, wenn sie jetzt einenWechselinderPerson ihres Anwaltes oder Vertreters eintreten lassen. Die vorbereitenden Schritte, welche unter dem neuen Gesetz zu tun waren, sind jetzt ge­tan worden, und die Zahlungen können jetzt vorgenommen werden und sollen nach Kräften gesördert werden. Erklärungen, welche von unverantwortlichen Stellen dahin ab­gegeben werden, daß sie besondere Möglichkeiten zur Beschleunigung von Auszahlungen be- sähen, sind völlig ohne Begründung: solche trresührenden Erklärungen werden dazu führen, daß die Betreffenden von weiterer Tätigkeit des Treuhänderamtes ausgeschlossen werden."

Oer Reichsschulgeseheniwurs wieder eingebrachi.

Berlin. 13. 3uli. Die Deutschnatio- nalc Volkspartei hat den Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung der Artikel 146 Ab. 2 und 149 der Reichsverfassung, d. h. das Schul­gesetz, alS Initiativantrag im Reichstag eingebracht. Der Entwurf stütz', sich aus den Keudellschen Gesetzentwurf. Er bringt aber dte Abänderungen, die in der ersten Lesung des Gesetzes im alten Reichstag mit Hilfe der Deutsch nationalen Volkspariei angenommen wor­den waren.

Die Affäre Ludwig.

Ludwigs Beziehungen zur russischen Botschaft in Berlin.

Berlin. 12. 3uL (Tel.) Während die rus­sische Botschaft in Berlin die Meldungen de­mentiert. daß der verhaftete RegierungSbau- meister Ludwig seine Spionagetätigkeit für Ruß­land ausgeübt habe, werden weitere Sinzel- heiten über die Beziehungen Ludwigs zur Ber­liner Sowjetvertretung bekannt. Während feine Fühlungnahme mit russischen Behörden bereits aus der Zeit stammt, in der er als Angestell- tcr der 3unkerswerke in Moskau tätig war, scheint Ludwig nach den bisherigen Ermittlungen und nach seiner eigenen Darstel­lung erst im April 1928 mit der Berliner Sowjet-Botschaft in Verbindung ge­treten zu sein. Angeblich will er sich bemüht haben, in Rußland eine dauernde Anstellung Zu finden, und zwar solle:: ihm die Sowjet- Behörden eine Professur für ßuft« fahr twesen an der Technischen Hoch- 'cßule m Moskau in Aussicht gestellt haben. Gelegentlich dieser m Berlin gepflogenen

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jeder ein schweres

im Harz.

Zusammenstoß zwischen Autobus und Südharzbahn. - Vier Tote, zahlreiche Schwerverletzte.

Rordhausen. 12. 3ali. (ZU.) Am Donncrsfag- nachmittag ereignete sich in der Rahe von Walken­ried (Südharz) ein schweres Autobusunglück, bei dem bisher vier Tote und 17 Verletzte zu verzeichnen find. Zwei Autobusse, deren Teilnehmer einen Schulausflug machten, kamen die Straße von Bad Sachsa nach Walkenried gefah­ren. 3m ersten wagen befanden sich Schulkinder aus Cramme bei wolfenbüttel. die mit ihren Eltern einen Autoausflug unternahmen. 3n dem zweiten wagen folgten die Angehörigen der Kinder selbst. 3n jedem Auto befanden sich etwa 20 Personen. An der Stelle, wo die Chaussee von Bad Sachsa den Wald verläßt, stieß der zweite Autobus an einem unübersichtlichen und ungesicher­ten Bahnübergang mitein em Zuge der Süd­harzbahn zusammen. Offenbar ist durch den starken Staub, der über der Straße lag und wegen der Unübersehbarkeil des Uebetgang» der heran- kommende Zug von den Wahrem nicht bemerkt worden. Der erste Autobus kam gerade noch über das Gleis. Das Rummerfchlld des wagens

wurde noch von der Lokomotive ersaßt und ab­gerissen. Der zweite Autobus fuhr geradewegs in die Maschine hinein, wurde fortgeschleift, zwischen der Lokomotive und einem nahestehenden Baum an der Landstraße hindurchgepreht und völ­lig zertrümmert. Die Lokomotive wurde durch den Zusammenprall aus den Schienen geworfen und stürzte den Bahndamm hinunter. Der Lokomotiv­führer und der Heizer hotten, als sie Ne Gefahr kommen sahen, sofort sämtliche Bremsen gezogen und Rückdampf gegeben. Drei Personen aus Cramme sowie der Chauffeur des Autobus wur­den getötet. Sämtliche anderen 3nfafien de» Kraftwagens, etwa 40 Personen, erlitten mehr oder minder erhebliche Verletzungen, die mei­sten trugen schwere Kopf- und Brustverlehungen da­von. Der unterbrochene Verkehr wird durch Autos aufrechterhallen. An der Unglücksslelle ist die Strecke sehrunübersichtlich. Sie ist durch Schran­ken nicht geschützt. Zudem ist die Warnungs­tafel der Kleinbahn fast unkenntlich und deshalb von den Chauffeuren offenbar übersehen worden.

Die italienischeSiegesfeier" in Bozen.

Die Denkmalsweihe.

In einer toten Etadt.

Bozen, 12.3uIL (TL1.) Die Ausführung des in letzter Stunde veröffentlichten Programms der Feierlichkeiten anläßlich der Enthüllung des Siegesdenkmals wurde aus Sicherheitsgründen um eine halbe Stunde vorverlegt. 3n den ersten Morgenstunden trafen hier aus allen Teilen 3taliens zahlreiche Delegationen von Frontkämpfern, Kriegsfreiwilligen, faszisti- schen Vereinigungen und Kriegsverstümmelten sowie Abordnungen des Heeres, der Marine, der Luftfahrt und der Miliz ein. Gegen 8,30 Llhr lief der Svnderzug des Königs ein, der am Bahnhof von dem Herzog von Genua und dem Herzog der Abruzzen sowie dem Grafen von Turin empfangen wurde. Der König begab sich im Auto zum Siegesdenkmal, an dem er einen Kranz niederlegte, während die Musik­kapelle die Königshhmne spielte. Rach der <$ i n- segnung des Denkmal- durch den Fürstbischof Enrici hielt der Minister für öffentliche Ar­beiten, Turati. die Eröffnungsrede, in der er den Grundsatz der Llnantastbarkeit der ^hei­ligen Grenzen des freien Lande-" betonte. Rach der Rede erfolgte ein Vorbeimarsch der Front­kämpfer und der Miliz vor dem König. Zum Schluß der Feier schrieb sich der König in das Buch, das in der Erypta des Denkmals auf­bewahrt wird, ein.

Die Verschiebung im Programm hatte zur Folge, daß an dem für einen späteren Zeitpunkt angesagten Sefaug wesentlich weniger Teilnehmer als vorgesehen mitwirkten und der Festzug in einzelne Gruppen aufgelöst in ziemlicher Anord­nung an dem König und seiner Umgebung vorbei­zog. Die Deutschen waren, mit Ausnahme der Musikkapellen, denen man im Weigerungsfälle mit Auflösung gedroht hatte, überhauptnicht erschienen. Die Einladung an die Syndikats­mitglieder hatte nichts gefruchtet. Kein Gewerbe­treibender ging im Zuge mit Rur unter den Ballida-Kindern sah man auch Deutsche, die zur Teilnahme gezwungen worden waren. Wenn man am Morgen durch die Straßen von Dozen ging, hatte man den Eindruck, in einer von ihren Bewohnern verlassenen Stadt zu sein. Alle Geschäfte muhten zwar aus Befehl offen- gehalten werden, aber niemand machte Einkäufe. Der König fuhr nur durch leere Straßen, in denen das starke Militär- und Milizaufgebot um so merkwürdiger wirkte. Rur hier und da fand sich eine kleine Gruppe Italiener zusammen, die in Degrühungsrufe ausbrach. Bei allen Bozenern stieß man auf Gleichgültigkeit gegenüber der nur die Faszisten berührenden Feier. Das bedeutet aber nicht, daß die deutsche Bevölkerung Südtirols die Errichtung deS Denkmal- nicht als eine fchwereHerauS- forderung empfinden.

Auf dem Berge Lsel.

Eine Protestkundgebung Tirols.

3 n n S b r u ck, 12.3uli. (211.) Auf dem Berge 3sel fand heute vor dem Kaiserjäger-Grab und dem Denkmal Andreas Hofers eine würdige Gegenkundgebung gegen die Feier der Enthüllung des Siegesdenkmals in Bozen statt. Sämtliche Vereine mit ihren Fahnen, die Stu­dentenschaft der Universität und ein sehr zahl­reiches Publikum hatten vor dem Denkmal Auf- stellung genommen. Unter den unzähligen Teil­nehmern aus allen Ständen und Berufen bemerkte man eine große Zahl von Reich-deut­schen und Engländern, die eigens auf den Berg 3fet gekommen waren, um an der Kund­

gebung des Tiroler Dolles teilzunehmen. Ein­geleitet wurde die Feier mit dem Gesang der ersten Strophe des Andreas-^rfer-Liedes. Als erster Redner sprach der Tiroler Landtagsabge- orbnete Steinegge r, der eingehend die Ge­schichte deS BozenerSieg es"-Den km als schilderte, wobei er darauf verwies, daß 3talien nicht den geringsten Grund habe, sich über irgendeinenSieg" während des ..blltkrieges zu freuen. WaS 3talien errungen habe, sei nur die Belohnung burd) die anderen für den Ver­rat an den Bundesgenossen. 'Der prahlerische Triumphbogen in Bozen sei daher eine Lüge und eine Fälschung der G eschicht e. Die Tiroler wären über dieses italienischeSieges­zeichen" zur Tagesordnung übergegangen, toerm die italienische Regierung es nicht auf deut­schem undTirolerBoden errichtet imö da­mit die Tiroler Kriegsteilnehmer beleidigt hätte.

Auf dem Fundament des Ehrengrabes für die Kaiserjäger und mit den Steinen dieses Denk­malbaues hätten die Italiener ihr Siegesdenk- mal gebaut

Die Deutschen Südtirols seien sogar zur finan­ziellen Beihilfe zur Errichtung des Bozener Denk­mals herangezogen worden.

Dann sprach, stürmisch begrüßt, der Bauer Josef Pixner, der legte deutsche Bürgermeister der Heimatgemeinde Andreas Hosers aus St. Leon­hard Im Passeiertal. Mit ergreifenden Worten schildert er die furchtbare Not und das schreckliche Los Südtirols. Er betonte besonders die furchtbare Gefahr, der die Jugend ausgesetzt sei, und gab einige Beispiele von der italienischen Unterdrückung in der Heimatgemeinde Andreas Hofers. Am Schluß feiner Ausführungen forderte er die Welt auf, sich Der Südtiroler anzunehmen und sie aus ihrer Knechtschaft zu erlösen. Der Redner wies weiter daraus hin, daß leider nur ein kleiner Teil der Unterorückungsmaßnahmen in Südtirol der aus­ländischen Oeffentlichkeit bekannt geworden sei, weil die Südtiroler die Folgen jeder Veröffent­lichung fürchteten.

Als letzter Redner sprach der Vorsitzende des An- dreas-Hofer-Bundes, Stadtrat Dr. Pemdauer, der unter Hinweis auf die letzten Verhandlungen zwischen der österreichischen und italienischen Re­gierung erklärte,

die Tiroler glaubten nicht an den (Erfolg der Bestrebungen, noch an die Zusicherungen Mussolinis. Sie glaubten nicht an die Ausrich­tigkeit der saszistischen Unterhändler, solange in Südtirol der deutsche Unterricht untersagt sei, solange ber maßlose Druck auf dem Süd­tiroler Volk laste, solange Dr. Roldin in der Verbannung weite.

Roch wollten die Tiroler avwarten, dann aber würden sie eine entschiedene Stellung­nahme der österreichischen Regierung verlan­gen. Der Redner verwahrte sich dagegen, daß die Bewegung für Südtirol von Dr. Seipel als Agi­tation unverantwortlicher Elemente bezeichnet werde und daß die Südtiroler Frage als eine innere Angelegenheit Italiens zu betrachten sei. RiemalS werde man zulassen, daß die Südtiroler Frage zu einem Schachervbjekt der wirtschaft­lichen Beziehungen der österreichischen Regierung zu 3talien gemacht wird. ..Hier aus geweihter, heiliger Stätte wollen wir schwören, daß wir un­entwegt das tun werden, was wir als Pflicht ansehen. Don diesem Standpunkt werden wir unS durch nichts abbringen lassen." Rach Ab- fingen verschiedener Lieber fand die Feier mit dem Andreas-Hbfer-Lied ihr Ende. Die Teilneh­mer zogen bann in losen Gruppen in die Stadt zurück. Auf ber 3nnSbrucker Rordkette lohten bei Einbruch ber Dunkelheit Hunderte von Berg­feuern.

Besprechungen soll ihm nun in ber russischen Botschaft ein gewisser Schaibe vorgestellt worden sein, der ihn im Verlauf der Unter­haltung zu Berichten über flugtech­nische Probleme aufgeforbert habe. Dieser angebliche Schaibe soll in Wirklichkeit einen anderen Romen tragen und von lettischer Abstammung sein. Zwischen dem Letten und Dr. Ludwig DotUog sich nun die Tätigkeit, auf Grund deren die Verhaftung des Regterungsbau- meister- sowie des angeblichen Schaibe erfolgte. Ludwig lieferte eine Reihe von Berichten über die Fragen, die ihm vorgelegt worden waren. Die beigefügten Bilder hat Schaibe bann mit Hilfe eines Photographen Höfsner vervielsäl- tigen lassen. Ludwig Witt diesen Photographen, der ebenfalls rerhaftet worden ist. überhaupt nicht leimen. 3m übrigen behauptet der Re- gierungSbaumeister. daß er sich keineswegs in irgendwelcher Form strafbar gemacht habe' viel­mehr habe er nur auf Wunsch der Russen und im 3ntereffe feiner in Aussicht stehenden Anstellung in Moskau wissenschaftliche Arbeiten übet Dinge geliefert, die durchaus nicht geheim ge­wesen seien. Für diese Tätigkeit habe er ein Honorar erhalten, das minimal gewesen sei

Zur Bearbeitung der ©txonageangelegcnfreü ist vom Oberreichsanwalt ein Mitglied des Reichs­gerichtes beauftragt worden.

Oie innerpolitische« Auseinandersetzungen in polen. Warschau. 12. 3uli. >DB.) Ster Chef- rebafteur des sozialdemokratischenRobot- nik". der Wgeordnete Riedzialkowski, be­spricht die Folgen der AufMingung einer neuen Verfassung, wie sie Marschall Pilsudski in seinem letzten großen Interview alS notwendig hinstellt. Jeder Staatsstreich ft> meint Riedzial- kowlki, würde unter den gegenwärtigen in Polen herrschenden Bedingungen der Stein fein, der eine Lawine aus löst. Die Sozialdemo­kratie wünscht, daß die Liquidierung des gegen­wärtigen Regierungssystems zugunsten der De­mokratie womöglich ohne gewaltsame Erschüt­terungen erfolgt. Die Oktoyierung einer neuen Verfassung wurde diesen Wunsch unerfüllbar machen. Die innere Krise in Polen ist durch das bekannte Interview Marschall Pilsudskis unendlich verschärft worden. -

Aus aller Wett.

Reichsminister Seocring an Stefan George.

Der Reichsminister deS 3rtnem, Severin g, hat an Stefän George zu dessen 60.Ge­burt S t a g folgendes Telegramm gerichtet: .Dem großen Menschen und Dichter einen Der» ehrungsvvllen Glückwunsch!"

Das Gutachten über den Fall Jakubowski.

Der StaatSminister a. D. B ü n g e r auS Dres­den ist zur Erstattung seine- Gutachtens übet den Fall Jakubowski in Reu-Strelitz rin­get r d f f e n. Sein Gutachten, das zunächst Der-, vielfälttgt werden muh, ist sehr umfangreich. Ss kommt, wie man von zuständiger Stelle erfährt, zu dem Ergebnis, daß die vom Urteil deS Schwurgerichtes Schöneberg getroffene Feststel­lung der Täterschaft des Jakubowski zur Zeit nicht alS erschüttert anzusehen ist. Die Klärung ber weiteren Frage, ob und in­wieweit noch andere Personen an der Tat beteiligt sind, soll durch eine gerichtliche Vor­untersuchung erfolgen. Hierzu soll ein höherer Kriminalbeamter des Polizeipräsidiums In Berlin herangezogen werden.

Zwei Todesopfer eines Anlounfalle».

Das Auto einer Fahrschule fuhr auf der Fahrt von Duisburg nach Düsseldorf in der Räbe von Kaiserswerth gegen einen Baum, da ber Fühwer durch die Scheinwerfer eines entgegen­kommenden Autos geblendet worden war. Zwei Fahrschüler wurden so schwer ver­letzt, daß sie kurz darauf starben. Einer erlitt einen Rervenzusammenbruch, ein vierter einen Gchlüsselbeinbruch. Ein Fahrgast wurde leicht verletzt. Der Fahrlehrer kam unverletzt davon.

Große Hitze in England.

Heber England ist emc Hitzewelle hereinge- brochen. 3n Greenwich zeigte das Thermometer 37 Grad Celsius. Es ist vorläuftg kein Anzeichen dafür vorhanden, daß die Hitze bald Nachlassen wird.

25 Gehöfte verbrannt.

In dem Dorte Stremlin nördlich von Putzig, untoett der Halbinsel Heia (Ostpreußen), brach am Sonntag eine riesige Feuersbrunst aus. Zwischen 9 und 10 Ühr vormittags geriet aus noch nicht festgestellter Ursache plötzlich ein Gehöft in Brand. Bei dem herrschenden starten Sturm griff das Feuer sofort auf bas ganze Dorf über. Etwa 25 kleinere und größere Ge­höfte wurden ein Raub der Flammen. Men- schenteben sollen nicht zu beklagen sein. Der Sachschaden ist auherordentttch groß, obwohl das Vieh zum größten Teil gerettet werden konnte.

Oie Wetterlage

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Wettervoraussage.

Noch immer bleibt hoher Luftdruck bestimmend für bie Wetterlage, so baß das hochsommerlich h<iße und trockene Wetter anhält. Die starke Erwärmung läßt zunehmende totale Gewitter­störungen auskommen.

Wettervoraussage für Samstag: Weiter heißes und trockenes Wetter, auf* kommende lokale Gewitterneigung.

Witterungsaussichten f. Sonntag: Wenig Aenderung der Wetterlage, Reigung zu lokalen Gewitterstörungen.

Luftlemveraturen am 12. Juli: mittag» 28,9 Grad Celsius, abends 20,5 Grad Celsius: am 13. Juli: morgens 20 Grad Celsius. Tlorimum 29 Grad Cel­sius, Minimum 14 Grad Celsius. Erdtempera- lurcn in TO Zentimeter Tiefe: am 12. Juli: abends 27,8 Grad Celsius, am 13. Juli: morgen9 21,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 14 K Stunden.

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