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&abc irnv gemäß Sem Oocdnwwrteag Ser litt* terstützung Großbritannien- sicher fei. ganz abgesehen von den BertragSverpflichtungen der Tschechoslowakei. Rumäniens und Polen- gegenüber Frankreich. Demgegenüber könne Sie Sowjelregferung mit keinerlei mili­tärischer Unterstützung rechnen. Sodann behan­delte Litwinow die Beziehungen der Sowjet­union zu Polen und Rumänien. Richt die Frie- denspvliri-k der Svwjet.mion gebe Grund zur Besorgnis, sondern die ständigen Bera­tungen zwischen den Generalstäben dieser beiden Länder und tfyt lebhafter Verkehr mit französischen Militärkreisen.

lieber die Beziehungen der Sowjetunion zu Großbritannien führte Li'.wtnow u. a. aus. wenn die englische Regierung durch den Bruch mit der Sowjetregierung diese in eine solche Lage bringen wollte, daß sie sich neuen Bedingungen füg n. daß ihr Prestige im nahen Osten leiden und sie in völlige 2 solierun g geraten müßte, so sei jetzt festzustellen, daß von diesen Absichten nichts erreicht worden sei. Ma­teriell habe die Sowjetunion durch den Bruch weniger gelitten als England. Litwinow wies dann auf den freundschaftlichen Charakter der Beziehungen zu Deutschland hin. Dte gegenwärtig in Moskau stattfindenden deutsch­sowjetrussischen Verhandlungen zeigten den bei­derseitigen Willen zur Fortsetzung und zum Aus- bau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit bei voller Berücksichtigung der politischen und wirt­schaftlichen Besonderheiten der beiden Länder. lieber die Beziehungen zu den Ve reinig­ten Staaten äußerte sich Litwinow sehr zu­versichtlich. So befriedigend gegenwärtig die Wirtschaftsbeziehungen auch seien, so würden sie um ein Mehrfaches wachsen, wenn zwischen bei­den Mächten offizielle Beziehungen bestunden.

Oer Prinz von Wales in London eingetroffen.

London, II.Dez. (WTD.) DerPrinzvon Wale« ist in Begleitung des Premierministers Baldwin, der ihm nach Folkestone entgegen­gereist war. heute abend kurz nach 10 llhr hier erngetroffen. Dor dem Bahnhof hatte sich eine gewaltige Wenge angesammelt; ein starke- Po­lizeiaufgebot sorgt« für die Aufrechterhaltung der Ordnung. Der Empfang in London war ganz kurz und ohne jede« Zeremoniell. Auf dem Bahnhof wurde der Prinz von feinem Bruder, dem Herzog von Vork begrüßt. Eine Reihe anderer Persönlichkeiten hatte sich noch auf dem Bahnhof eingefunden, doch bestieg der Prinz foioct sein bereitstehendeS Auto und fuhr unter starkem Beifall der vor dem Bahnhof wartenden Menge nach dem Buckingham-Palast. Der Prinz stattete heute abend dem Äönig einen furzen Besuch ab. Seit dem letzten ärztlichen Bulletin ist in dem Besinden des Königs eine leichte Wendung a u r Besserung ein- aetreten. Die Blätter begrüßen in Leitartikeln die Ankunft des Prinzen von WaleS In London. Times" betont, daß der König auch im besten Falle vorläufig nicht imstande sein wird, die mit feinem hohen Amt verbundenen Arbeiten wieder aufzunehmen, und daß daher der Prinz berufen ist. in dec nächsten Zeit ein« größere Rolle im öffentlichen Leben Englands au spielen. Wie berichtet wird, halt« der König fein« Kenntnis von der bevorstehenden Rückkehr des Prinzen gehabt. Er erkannte ihn aber sofort, als er im Krankenzimmer erschien, und begrüßte ihn.

Hetze geoen die deutschen Minder­heitenlehrer in Ostoberschleflen.

Polnische Ablenkungsmanöver.

K a t t o w i tz. 12. Dey. (TU.) Degen die deutsche Lehrerschaft an den deutschen Minder- heitenfchulen wird von der polnischen Presse augenblicklich eine wüste Hetze getrieben. Die Schulabteilung der Woiwodschaft will festgestcllt haben, daß die deutschen Lehrkräfte a u s V o l k s- bundm titeln für die .parteiische" Hetz­arbeit, tote die polnischen Zeitungen schreien, finanzielle Unterstützungen er alt n hätten. Es sollen bereits 2JJ deutsche Lehrer protokollarisch vernommen worben sein. Die zur Vernehmung Destel.ten w-rden wie Spione behandelt. Man stellt an sie die Frage, wes­halb sie noch nicht polnisch sprechen, weshalb sie ins Ausland nach Deutsch Ober- fchle ien fahren usw. Die ganze Aktion soll offen­ficht.ich dazu dienen, dem Völkerbund, auf des en gegenwär.iger TagungZordnung toi.^ec mehrere deutsche Schulbeschwerden aus Ofto?er- fchle ten stehen. Glauben zu machen, daß die deutschen Minderheiten in Polen staatsfeind­liche Tätigkeit betreiben.

Die polnischen fenfatlonellen Behauptungen sind Phantasien. Weder vom Volksbund noch von der preußischen Regienina Huben die deutschen Lehrkräfte in Polnisch-Oberschlesien jemals ir­gendwelche Gelder erhllten. Lediglich die Ver­bände der deutschen Lehrerschaft In Deutschland haben durch Umlagen versucht. Mit­tel einzusammeln, um gelegen.lich ihren schlecht bezahlten und im Interesse des deutschen Volks­tums schwer leidenden Berufskollegen In Ostober­schlesien Beihilfen zukommen zu lassen. Um­gekehrt werden dagegen die polnischen Leh- re r in Deutschland unmi telbar vom pol­nischen Staat mit Geldmitteln zu polnischen Propagandazwecken versehen. Die deutsche Min­derheit kann mit ruhigem Gewissen die neuer­dings gegen sie erhobenen Anschuldigungen, die nichts als polnische Ablenkungs­manöver sind, zurückweisen.

Berufung ins hessische Innenministerium.

WSN. Da r m st a d t, 11. Dez. Wie wir hören, ist der bisherige Sekretär der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Carlo Mierendorf vom hessischen Minister des Innern (zur Bearbeitung von Presseangelegenheiten) in sein Ministe- rium berufen worden. Mierendorf ist geborener Darmstädter und war früher eine Zeitlang als Redakteur am DarmstädterVolksfrcund" tätig.

Stegerwald

legt den Zraktionsvorsih nieder.

Berlin, 12. Dez. DerDeutsche" meldet: Der Vorstand der Reichstagsfraktion des Zentrums tritt heut« nachmittag zusammen, um die R « u w a h l des

Schweres Flugzeugunglück auf der Strecke Berlin Köln. Der Apparat bei einer Zwischenlandung verbrannt. Drei Tote. Ein Passagier wird vermißt.

Berlin, 11.(WB.) Das auf dem Jluge von Köln nach Berlin befindliche Flugzeug D 1473 mußte aus bisher unbetannlen Gründen bei Leh- lingeo eine Zwischenlandung vorneh­men. Dabei wurde die Maschine schwer be­schädigt und verbrannte nach der Landung. Der Passagier blieb unverletzt. Die Besatzung, bestehend au» dem Flugkapilän Dörr, dem Bord­monteur Müller und dem Funker Orgel, kam ums Leben.

Zu dem Flugzeugunglück meldet eine florrefpon- denz. Kurz vor 6 Uhr abends sahen die Bewohner von Letzlingen, wie aus dem in höhe von etwa hundert Meter über dem Ort treibenden Flugzeug, besten Motorengeräusch ganz ungewöhnlich klang, plötzlich eine hohe Stichflamme heraus,'chlug. 3m nächsten Augenblick neigte sich das Flugzeug In steilem Winkel zur Erde, und eine Sekunde später ertönte vom Ausgange des Dorfe» ein fürchterliche» Krachen. Da» Flugzeug war auf den Boden aufgeftohen, wobei der Propeller abbrach, bann machte es noch einen Sprung von etwa fünfzig Meter, wobei es mehrere Ehaustcebaume umriß, und blieb lichterloh brennend auf einem Acker liegen, herbeieilende Einwohner sahen den Jusasten. den Kaufmann Hermann au» Ohligs, auf dem Felde völlig geistesabwesend umherlausen. Er hatte vor Schrecken fast die Besinnung verloren und stammelte auf alle Fragen nur:3 ch weiß von nichts". Der Bordfunker Orgel lag lot mit schweren Brand­wunden unweit der Kabine. Der Führer Dörr und der Bordmonteur Müller waren in den Jlammen auf ihren Sitzen umgefommen. Die

UnglücksstStte wurde sofort abgefperrt und die nicht verbrannte Post sichergestellt. Die Oelzusührung scheint versagt zu haben, so daß der Führer not­landen muhte. An den überhitzten Motoren scheint sich dann da» Benzin entzündet zu haben, so daß bereit» in der Lust eine Ex­plosion erfolgte. 3m Sommer lanb^e an fast der gleichen Stelle schon einmal ein Verkehrsflug­zeug, doch konnte der Pilot damals die Maschine ohne Schaden für die 3nsassen aussehen.

Der Kaufmann Hermann konnte nach seiner Einlieferung in da» Krankenhau» kurz vernom­men werden. Er gibt lautDost. Ztg." an, dah außer ihm vier perfonen in dem Flugzeug roarcn, drei Mann der Besatzung und zwei passa- giere. Rach dieser Aussage ist damit zu rechnen, dah noch ein weitere» lobeeopfer zu be­klagen ist. Vie Leiche diese» zweiten Passagiers ist allerdings noch nicht gefunden worden. Ls besteht die Möglichkeit, dah sie völlig verbrannt ist. .Sofort nach dem Eintreffen der Unglücksbolschaft im Flughafen Tempelhof ist eine technische Kommission der Lufthansa unter Führung de» Flugteiler, der Lufthansa, v. G a b l e n z, Im Auto zur Unglücks ft elle abgesandt worden, um nach Möglichkeit die Ursache de» Unfälle» aufzu- klären. 3nsonderheit muh alle» geschehen, um da. Entstehen de» Brande», der anscheinend ge­nau wie vor einiger Zeil bei derDeutschland" erst nach der Landung entstanden ist, festzustellen. E» muh nachgeprüft werden, ob er etwa dadurch heroorgemfen wurde, dah das Flugzeug, wie e» den Anschein hat, bei der Landung gegen einen Baum rannte, oder ob andere Gründe vorliegen.

Die Aotlage der Landwirtschaft in Hessen

Agrardebatte im Hessischen Landtag.

nicht bald Abhilfe geschaffen werde, sei ein Käufer­streik der Landwirte unvermeidlich.

Minister Korell

toarrrt vor einer Drohung mit bcm Käuferstreik, da Gewaltmittel angesichts unserer ernsten inneren unb äußeren Lage von größtem Schaden auch für die Landwirte selbst sän wurden. Der Mini- ster verneint di« Frage, daß durch eine Er­höhung der Getreidezölle der Absatz der heimischen Ernte gefördert werde, wenn eine Rekordernte in der Welt zu verzeichnen fei An­derseits dürfte durch die Zollgesetzgebung nicht unser ebenso lebenswichtiges Exportgeschäft lachm- rlegt werden. Sr fei für die Erhöhung deS ucker-olle- in Berlin eingetreten und hoffe.

daß die günstigen Schweinepreise Wetter anhalten und daß bei dem Handelsvertrag mit Polen die Rrichsregierung neben den außen­politischen Rücksichten auch die Belange der Land­wirte energisch weitervertreten werde. Die schlech­ten Kartosselpreise seien auf die gute innerdeutsche Ernte zurückzuführen. Der Minister erklärt, er werde der Landwirtschaft in Hessen so nachdrücklich helfen, wie daS finanziell möglich sei und dabei auch mit dem Landbund sachlich zus am/menarbeiten.

Abg. Maurer (6.) erklärt: ES sei verderb­lich, wenn der Landbund die Kluft zwischen Land­wirt und Arbeiterschaft, zwischen den Produzen- ten- und Konsumentenvrganisationen immer er­neut aufreibe. Viele feiner politischen Freunde feien der Auffassung, dah Zölle berechtigt feien, wenn andersgeartete klimatische Verhältnisse die heimische Produktion behinderten. Gegebenenfalls müste der testbarr deutsche Boden zum Anbau anderer Erzeugnisse benutzt werden. Seine Frak­tion stimme dem Antrag zu.

2lbg. W e ck l e r (Z.) stimmt dem Antrag eben­falls zu. Der Landbund möge der Wahrheit zu­liebe aber seinen Anhängern fa }en, daß damit ein praktischer Erfolg nicht erhielt werde. Der Redner wünscht, daß die Einstellung deS Mini­sters auch von den staatlichen Anstalten und Be­hörden geteilt werde. Das LandeSzuchthaus Ma- rienschloy habe z. D. 1000 Zentner Kartoffeln aus Ost- und Rorddeutschland bezogen, während in der Wetterau di« Landwirte ihre Erzeugnisse nicht loswerden.

Abg. Dr. Leuchtgens (Dbd.) fragt, was die Arbeiterschaft tun würde, wenn man wie bei den Bauern ihre Löhne auf den Friedenspreis zurück­schrauben würde. Der Minister möge doch unter- suchen, woher das eingeführte Getreide komme, und wohin dagegen unser Export gehe. Das Mittel der Einfuhrsperre werde leider nicht angewendet. Er­mahnungen an die Bevölkerung seien wirkungslos, helfen könnten nur drakonische Zwangsmittel und die Einfuhrsperre. Bei dem jetzigen Zustand gehe die Landwirtschaft langsam ihrem Untergange entgegen.

Nach weiteren Ausführungen einer Reihe von Abgeordneten wird der Antrag einstimmig ange nommen.

Darmstadt, 11. Dez. Präsident Delp eröffnet die 30. Sitzung des Landtages mit der Tages­ordnung: Beratung der S euergesetze.

Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Riepoth (DVP.) wegen der Höhe der Gebühren der Kulturämter erwidert Minister Korell, daß diese der Gebührenordnung des Vereins Deut­scher 3ngenieure unter Berücksichtigung der für Me.iora tensa.b ien vorg f he en Dergünstirun- gen angepaßt feien. Um Här.en zu vermeiden, könnten die Gebührensätze in einzelnen Fällen herabgesetzt werden. Sine Veröffentlichung des Tarifs halte er nicht für angebracht, well noch nicht festgestellt werden konnte, ob dieser Tarif beibchalien werden kann. Soll e sich zeigen, daß sich ein erb.blich höheres Aufkommen an Ge­bühren ergibt, als nach dem Staatsvoranschlag vorgesehen ist. so werde eine entsprechende Herab­setzung vorgenommen werden.

Für die Verbesserung der Forsteinrich^ungen in den Staats- und Gemeindewaldungen werden 40 000 Mark für Aushil.skräfte bewilligt. Für die Anlage einer gemeinsamen Sern* fprechselb st Wähleranlage für die staat­lichen Behörden und Dienststellen in Da rrn- stadt werden insgesamt 230 000 Mark, auf drei Jahre verteilt, ohne Debatte genehmigt. An­nahme stndet ein Zentrumsantrag auf Vorlage einer Reichsbahrsta.istU über die oberhessi- schen Verkehr-Verhältnisse.

Zwischendurch wird dir Abstimmung zur ersten Lesung des Sondergebäudesteaergesetzes nachge- holt; das Gesetz findet in der AuSschußfassang Annahme mit den Stimmen der Koalitions- Parteien. Sämtliche Anträge der Rechten auf Abänderung des Gesetzes werden abgelehnt. Ohne Debatte wird dann das Gesetz bt der zweiten Lesung verabschiedet.

Der Antrag de» Bauernbundes, die Aenletr- bankzlnsen möchten auf die Relch»kasfe über­nommen werden, ruft eine lebhafte Debatte hervor.

Der Berichterstatter stellt fest, daß der Reichsfinanz- Minister erklärt habe, das Londoner Abkommen stehe der Durchführung des Antrages entgegen. Abg. Glaser (Bbd.) legt die Notlage der Land- wirtschaft dar. Die Umschuldungs- und Hilfsaktion der Reichs- und Landesregierung habe den kleineren Betrieben wenig geholfen. Den vielen vorgeschla- genen Intensioierungsmahnahmen wirke aber die Entblößung der Landwirtschaft von Betriebs - und Anlagekapital entgegen. Trotzdem in Deutschland dieses Jahr eine gute Dua­lität an Weizen, Braugerste, Wein, Zucker und in der Tierproduktion herausgekommen fei, sitze der Landwirt auf feinen Erzeugnisfen, und die aus- ländisch« Ware überschwemme den heimi­schen Markt. Die Verschuldung der heimischen Land­wirtschaft betrage 11,5 Milliarden. Der Einkommen- Index der Landwirtschaft betrage nur 120, Wenn

Fraktionroor stände» zu besprechen. Der bisherige Fraktionsoorsitzende war Dr. Sieger- wald. Dieser steht bekanntlich auf dem Standpunkt, bo" das Amt des Parteivorsitzenden und des Frak- ttonsvorsitzenden in einer Hand vereinigt fein müßten. In Verfolg dieser seiner Ansicht wird er jetzt den Vorsitz in der Fraktion niederlegen (nachdem nicht er, sondern der Prälat Kaa» zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. D. Red.)

Deutscher Reichstag.

Gatzkriegverbot. Unfallversicherung.

Berlin, 11. Dez. (BDZ.) Auf der Tagesord­nung steht Zunächst das Genfer Protokoll wegen Verbots des Gaskrieges.

Abg. Stöcker (Komm.) bezeichnet das Protokoll als eines der heuchlerischen Dokumente des Völker- bundes. Keine der imperialistischen Mächte werd« sich an das Verbot des Gaskrieges hallen. In der ganzen Well werde fieberhaft für den Gas- krieg gerüstet, auch in Deutschland. Da» sei be­

wiesen worden durch die Aufdeckung der großen Blaukreuzoorräte in Hamburg. In der Schichau- werft würden Hunderitausende von Gasgranaten hergestellt. (Bei diesen Worten stellen die Kommu- nisten eine große Granate auf den Tisch des Hauses.)

Abg. Ritter v. Epp (Nat. Soz.) bezweifelt, daß das Genfer Protokoll oraktisch zu einer Ein­schränkung des Gaskrieges führen werde. Die Ra- tionalsozialisten würden der Ratifikation des Pro- totolls juftimmen, aber daneben müßt« doch für einen «ch utz der Bevölkerung gegen Gasangriffe gesorgt werden. Wenn tatsächlich bei Schichau Granaten hergeftellt werden, dann sei e» tief bedauerlich, daß diese Dinge im Reichstag mitgeteilt werden. Die Nationalsozialisten würden die Bewilligung von 10 Millionen für die Ein­richtung eines Gas- und Luftschutzes beantragen.

Die Vorlage wird dem Haushaltsausfchuß über» wiesen.

Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über Aenderungen in bet Unfalloerfiche'

rttn g. Nach der Vorlage soll die Unfallversicherung ausgedehnt werden auf Feuerwehr, Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Laboratorien, Schauspiel- Unternehmungen, Schaustellungen und Filmbetriebe, Wachtdienftbetdiebe und eine ganze Reihe weiterer Betriebszweige. Der Ausschuß verlangt die Vor­lage eines Gesetzes, das die zur Zeit noch nicht ver­sicherten Betriebe und Tättgkeiten in di« Unfall­versicherung einbezogen werden.

Abg. Frau Schroeder (S.) begrüßt die Vor­lage. Es sei aber notwendig, die jetzt noch frei» gelaßenen Betriebe in die Unfallversicherung ein­zubeziehen, vor allem die Hausangestellten.

Abg. Dr. Gock (Dn.) erklärt, die vom Aus­schuß beschlossenen Erweiterungen seien eine Lieberspannung des Versichcrung.prin ips. Ter Ausschuß habe in ganz übereilter Weif« einen getost en Kris von Angele lten zwangs- verficherungLpfii^iig gemacht, ohne daß Reichs­rat und ReichstoirtschafiSrat da u Stellung n h- nen konnten. Die De tfchna imalm beantragen die Wiedrr-^ste lung der Regierungsvorlage.

Abg. Thiel (D. Dp.) beantragt eine Aende- nmg dahin, daß die Angestellten dann versichs- rungspflich.ig sein sollen, wenn die Abteilung, in der sie beschäftigt sind, in örtlicher D r- bindung mit dem ver icherungspflichtigen Betrieb steht.

Abg. Beyer (WirtschP.) erklärt' Die im vorl egenden Gesetz beabftch'.igte Ausdehnung der Versicherung liege gar nicht im Interesse der Arbeitnehmer, d.nrn die Angehörigen der Feuerwehr, das Pflegepersonal usw. seien jetzt schon ausreichend versichert. Es sol te auch Rücksicht auf das private Der,icherungSwe en ge­nommen werden.

Weiterberatung Mittwoch.

Aus aller Wett.

Sieben lote auf bet ZecheDtergarbt".

Rach Mitteilung der Zechenverwaltung mA der Dergbau^ehorde sind aui der Zeche .Dier- ga rd t Schacht 1 in Rheinhausen in den Brandgasen, die beim Brand eines Stapelschach- teS er.tftanten waren, sieben Mann zu Tode ge­kommen. Bei ter Prüfung, ob Baue von freit Drandgasen in Mitle denscha t gezogen waren, sind in einem entfernt liegenden Dau, in dein feine Drandgase vermutet werden konnten, meh­rere Leute betäubt worden. Del der Ber­gung der ßeu'e von denen vier tot auf- gesunden wurden, wurden mehrere mit Q U mungSappa raten ausgerüstet: Rettungsmann­schaften betäubt. Q3on ihnei haben leider drei Mann den Tod gefunden. Q ußerdem wur­den noch drei Mann von (Lasen ii Mit'eiden- schaft gezogen und den Kranfenhou'e zugeführt. Weitem Gefahr beste t augenblicklich nicht. Die behördliche Untersuchung ist im Gange.

Dreizehn Tote beim Brand in einer Oelanlage.

Bei dem Brand zweier Petroleumschächte im Mittelpunkt der Oelfelder der Insel Trinidad kamen 13 Personen ums Geben. Die beiden An­lagen sowie drei OelreservvirS wurden ein Opfer der Flammen. Der Sachschaden konnte noch nicht, abgeschätzt werden.

Der Allhelmer Brandstifter ermittelt.

Der Gendarmerie ist eS nun gelungen, den 19 Öahre alten Landwirtssohn Eduard Weber auS All heim (badisches Amt Buchen) als Brand­stifter zu ermitteln. Weber frat in Alt heim trotz eifrigster Bewachung deS Dorfes unb feiner Um­gebung nicht weniger als Z Brände ge­legt, durch die zahlreiche Wohnhäuser unb Scheunen eingeäschert wurden.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Druckoerteilung mit dem tiefen Druck im Süden unb dem hohen In Skandinavien läßt es im allgemeinen zur Fortdauer der herrschenden Witterungslage kommen. Mit stellenweisen Nieder­schlägen ist ferner zu rechnen, die teils in Form von Schnee und Reaen niedergehen. Die Temperaturen erfahren zunächst keine Verschärfung, kommen aber um Null Grad und darunter zu liegen.

Wettervoraussage für Donnerstag: Ucberwiegend wolkig, Temperaturen um Null Grad, nachts auch darunter, noch vereinzelt Niederschläge, teils in Schnee ober Regen.

Witterungsauss ichten für Freitag: Nebelig wolkiges Wetter ohne wesentliche Tempera- turänberung.

Lufttemperaturen am 11. Dezember: mittags 1,6 Grad Celsius, abends 0,7 Grad Celsius', am 12. Dezu morgens 0,3 Grad Celsius. Maximum 2 Grad Cel­sius, Minimum -0,8 Grad Celsius. Erdtempera. turen in 10 Zentimeter Tiefe am 11. Dezember, abends 1,3 Grad Celsius: am 12. Dezember: morgens 1,3 Grad Celsius. Niederfchläoe 0,2 Millimeter