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lellschajt. Sabbatfeier den 5.1OJU)r; Samstag oor- 30; Sabbatausgang 6.25. 6.45; abenbs 5 ifyr.

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Nr. Erstes Matt

178. Jahrgang

Srdfag, 12. Oktober 1928

Erschein« lügUch,cmtzer Sonntags und Feiertags Beilagen;

Mehenri Familienblätter Heimat im Bild Di« Schalle

monats-Bejugsprets: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichter­scheinen «inzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse:

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UnwerfitStr-Vuch- und Steindruckeret R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: §chulstrahe7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in (Biegen.

Graf Zeppelin" über dem Ozean.

Spärliche Nachrichten über den Europaflug.Eckener nimmt südliche Route an der afrikanischen Nordwestküfle entlang in Richtung aus Madeira.- Wetter aussichten ungünstig.-Ankunst in Amerika voraussichtlich nicht vor Montag.

Glückauf zum Ozeanflug l

Zum zweiten Male hat es ein deutsches Zeppelin-Luftschiff gewagt, die weite Reise über den Atlantischen Ozean anzutreten. Wieder ist es Dr. Eckener, der getreue Gefährte des während des Weltkrieges verstorbenen Grafen Zeppelin, der am Steuer des neuen deutschen Luftrtesen sitzt. Aber die Zeiten haben sich geändert. 1924 war er lediglich der Beauftragte der Reichsregie­rung. der das als Reparationsleistung gebaute Luftschiff L. Z. 127 oder, wie es die Ameri­kaner bezeichneten und wie es Eckener auch von vornherein selbst nannte, Z. R. 3, die jetzigeL o s Angele s", an die Vereinigten Staaten 06311 = liefern und während der Ueberfahrt das ameri­kanische Personal mit der Führung des Luftkrcu= zers vertraut zu machen hatte. Dennoch war der yubel diesseits wie jenseits über diese Großtat un­seres Luftschiffbaus ungeheuer, war vor allem d i e Achtung der Amerikaner vor deutscher Ar­beit und deutscher Leistungsfähigkeit grenzenlos. Man sagt wohl nicht zuviel, wenn man behauptet, daß Eckener mit seinem Z. R. 3 ganz wesentlich mit dazu beigetragen hat, die stickige Atmosphäre der Kriegsoerhetzung, die noch lange Jahre nach dem Verhallen des letzten Kanonenschusses über Amerika lag und sich bei der Wiederanknüpfung unserer Be­ziehungen zu dem mächtigsten Staat des Kontinents am anderen Ufer des Atlantik störend bemerkbar machte, zu beseitigen. Wir wollen in diesem Zusam­menhang, nicht vergessen, daß Hermann Köhl und H ü n e f e l d das ihrige dazu beigetragen haben, um Deutschland dem amerikanischen Volke wieder näherbringen und es zu veranlassen, uns mit an­deren Augen zu betrachten, als es das durch die Jahre der Kriegs- und Nachkriegszeit unter der Einwirlung einer maßlosen und alles in den Schat­ten stellenden Hetzpropaganda der Alliierten tze- wohnt war. Und letzt schwebt ein neues Zeppelin- luftschiff, derGraf Zeppelin", über dem Ozean, her, frei und unbehindert durch irgend­welche Bestimmungen des Versailler Diktatver­trages, der amerikanischen Nation die Grüße des deutschen Volkes überbringen und Zeugnis davon ablegen wird, daß trotz unserer Not und unserer Bedrängnis, trotz aller finanziellen Lasten, Be­drückungen durch fremde Truppen, Quälereien un­serer Volksgenossen jenseits unserer Grenzen und entwürdigender Behandlung durch unsere Nachbarn wir den Mut nicht verlor en haben, uns durch eisernen Fleiß und unermüdliche Ausdauer den uns gebührenden Platz unter den Völkern des Erdballs zurückzuerobern.

Leber Irankreich und Spanien.

, Schlechte Nachrichtenübermittelung inFrankreich - Auf die afrikanifcheKüste zu

Berlin, 12. Oktober. (IBXB. Funkspruch.) Seit das LuftschiffGraf Zeppelin" gestern vormit­tag gegen 9.45 Uhr die französische Grenze bei B e l - fort überflogen hat. sind die Nachrichten über den Jlug des Luftschiffes außerordentlich spärlich. Die französischen Funkstationen sind mit dem HJeiler- geben von Nachrichten äußerst zurückhaltend, so daß auch über Paris kaum neuere Mitteilungen über den verbleib des Luftschiffes zu erhalten waren. Es scheint dies seltsame verhalten auf eine wenig freundliche Gesinnung in gewissen französischen Kreisen gegenüber den deutschen Ozeanslug zurück­zuführen zu sein. Heber diese Angelegenheit dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Am Don­nerstag gegen 2 Ahr mittags erhielten wir über Paris die Meldung, daß das Luftschiff über dem Militärflugplatz von Lyon in Richtung auf Mar­se i 11 e gesichtet sei. Die Annahme, daß es seinen Kurs ändern würde und auf die Gironde-Mündung zusteuere. hat sich nicht bestätigt. Das Luftschiff pas­sierte um 2.05 Ahr französischer Zeit W 0 nts - l i m a r in 300 Meter höhe, wurde kurz nach 16 Ahr über Marseille gesichtet.

Der Flug ging dann über das Rh6nedelta und die Bucht von Lette auf B a r c e 10 n a zu, das um 9.59 Hhr deutscher Zeit überflogen wurde. Aus Nachrichten der Flugleitung ergab sich, daß das Luftschiff Gegenwinde zu überwinden hatte, und eine Fahrtgeschwindigkeit von 80 Kilometer in der Stunde hatte. DerGraf Zeppelin" hat dann am Donnerstagabend 23.40 Hhr Ca Helion de la Plana an der Ostküste Spaniens zwischen Tarragona und Valencia überflogen. Bis Mitternacht ist es trotz aller Anstrengungen keiner spanischen Funkstation gelungen, mit dem Luftschiff Verbindung zu bekommen, da diese die Rufzeichen seiner Funkstation vorher nicht mitgeteilt hatte. Die stärkste Funkstation Spaniens in La (Koruna an der Rordreestkuste arbeitete eifrig daran, eine Verbin­dung herzustellen. Alle militärischen Funkstationen hotten Vorkehrungen getroffen, dem Luftschiff die

letzten Wettermeldungen mitzuteilen, für den Fall, daß sie die Verbindung für ihn Herstellen können.

heute früh um 5 Hhr überflog derGraf Zeppe­lin" den Hasen von Gibraltar. Er befindet sich jetzt über dem Ozean. Der Kurs ging an der afrikanischen Rordreestküste entlang. |

Lieber dem Ozean mit Kurs auf Madeira. Schlechtes Wetter.Lange Fahrt.

Friedrichshafen, 12.DEL (WTB. Funk­spruch.) Die Wetterlage über dem ganzen Rord- atlantik ist nach den Wetterberichten, die bis jetzt hier vorliegen, äußer st schlecht von den englischen Küstenstationen werden neue Sturm­warnungen an die Dampfer gegeben. Die Wind- scheide liegt zwischen dem 35. Grad. Die Windstärke auf den Azoren wird mit 7, weiter nördlich mit 10 angegeben, was also durchschnittlich 30 Stunden­kilometer entsprechen würde. Sonach ist das Luft­schiff mit allerhöchstens 100 Stundenkilometer unter­wegs, derZ. R. 3 war um die gleiche Zeit, die jetzt derGraf Zeppelin" bis zur Erreichung der Straße von Gibraltar benötigt hat, schon über den Azoren. Die Wetterlage ist also äußer st schlecht. Man rechnet auch weiterhin mit schweren Stürmen. Die hiesige Funkstation hat demGraf Zeppelin" bis heute morgen 7 Hhr gehört, der Standort konnte aber nicht ermittelt werden. Das Schiff nimmt jetzt keine Wettermeldungen mehr an. Auf der Funk­welle der Werft war heute Nacht das Motoren- geräufchderPropellerdesGraf Zeppelin" so stark zu hören, wie man es in der letzten Zeit bei den Manövern übet dem Werftgelände zu verneh­men gewöhnt war. Man rechnet mit einer Fahrt­dauer von 100 Stunden und glaubt, daß das Schiff über 2000 Kilometer mehr zur Zurück­legung der Strecke über den Atlantik braucht, als der I. R. 3 und somit etwa 10 000 Kilometer in südlicher Richtung bis zur Erreichung der amerikanischen Küste braucht, um von dort aus nördlich nach Reu- york zu fahren.

Die hier angenommen wird, wird das Luftschiff wahrscheinlich versuchen, unter dem 35. Grad M a - deira anzufliegen, um so Ostwind in den Rücken zu bekommen. Nach den neuesten Wetter- nachrichlen, die auf der Werst vorliegen, ist ein lief bei England zu verzeichnen, das bei westlichen Winden bis 3um 3 5. Grad her­unterdringt, die bis zu den Azoren reichen. In der Gegend unter dem 35. Grad, die jetzt das LuftschiffGraf Zeppelin" passiert, müssen, nach den Wetterberichten, östliche Winde Kerrschen, so daß man hier damit rechnet, daß tr Schiff bei einer normalen Geschwindigkeit von IGO Stunden­kilometer etwa zwischen 5 und 6 Hhr heute Nachmittag Madeira an steuern wird, gleichzeitig, um eine bessere Orfsbeffimmung zu haben und eben'alls um mit den Dampfern, die auf dieser Linie nach Südamerika fahren, in Funkverbindung zu treten. Die Funk­anlage der Werft selbst hat auch bei der jetzigen Wetterlage keine Möglichkeit, mit dem Schiss in Verbindung zu treten.

Bon einem englischen Dampfer gesichtet.

London, 12. Oki. (TH. Eigner Drahtbericht.) Rach einet in Reuyork eingegangenen Mitteilung der Radio-Eo. ist ein drahtloses Telegramm von dem britischen DampfetL y m e r i c" eingetroffen, wo­nach das LuftschiffGraf Zeppelin" heute morgen 7 Grad westlicher Länge und 35 Grad nördlicher Breite in westlicher Richtung fliegend gesichtet wurde. Der neue Standort liegt füh­re e ft l i d) von Gibraltar, etwa 300 Kilometer südlich Eap 5t. Vincent. Diese Meldung wird durch folgende Nachricht bestätigt: Reuyork, 12. Oki. Rach einer Londoner Meldung erhielt die Western- Union eine Meldung aus h 0 rta auf den Azoren, daßGraf Zeppelin" seinen Weg überMadeira nimmt.

Unterstützung durch den amerikanischen Wetterdienst.

Neuyork, 12. Oktober. (WTB. Funkspruch.) Das Washingtoner Wetterbureau erklärt, es seien gute Aussichten für eine Landung bei klarem Wetter vorhanden. Das Luftschiff werde westlich der Azoren mit der amerikanischen Funkstation A r l i n g t* n Verbindung aufnehmen köynen, die mit ihren Informationen von dem hie­sigen Wetterbureau dem Luftschiff die weitere Ä) a h l des Kurses wesentlich erleichtern dürste. Man erwartet, daß sich der Aufenthalt des

Luftschiffes in Lakehurst auf vier Tage ausdehnen wird, die bereits mit einem überreichen Programm ausgefüllt find. In Lakehurst werden jetzt 450 Matrosen für die Landungsmanöver in Bereitschaft gehalten. Sämtliche Funkstationen er­hielten den Auftrag, die ausführlich st en Wettermeldungen von den transatlantischen Dampfern weiterzugeben, von denen über zwanzig denGraf Zeppelin" sehen dürften. Das große In­teresse für den Zeppelinslug kommt darin zum Aus­druck, daß alle Fortschritte des Fluges von den hie­sigen Funkstationen sofort weitergegeben werden. Fachleute, wie Kommandant W i l e y , der Führer derLos Angelos" und Kommandant Clark, der die Einbringung desGraf Zeppe­lin" überwachen wird, sind von dem Erfolg des Zeppelinfluges überzeugt und führen aus, daß Dr. Eckener der bedeutendste Luftschiffüh­rer der Gegenwart sei.

Höchste Spannung in Amerika.

Empsangsvorbereitungcn in Lakehurst.

Reuyork, 11. Oft. (£.11.) Die amerikanische Oeffentlichkeit steht restlos unter dem Eindruck des QImecilaflugcd desGraf Zeppelin", hinter dem alle anderen Ereignisse in den Hintergrund treten. Die hiesigen Blätter überbieten sich gegenseitig mit Extraausga- b e n, in denen ausführlich der Flugverlauf ge­schildert wird.Evening Post" bezeichnet in einem Leitartikel den Flug des Zeppelin als eines der größten Schauspiele des Jahrhun­derts.

Besonders groß Ist naturgemäß das Interesse in Lakehurst, wo sämtliche Hotels vollkommen überfüllt find. 3n der Luftschisfhalle wird geradezu fieberhaftge- arbeitet, um für die Ankunft des Zeppelins gerüstet zu fein.

Die Absperrungslinie ist auf zehn Meilen im Umkreis erweitert worden. Man rechnet mit der Auffahrt von 200 000 Automobilen. Zahl­reiche Filmleute sind bereits mit eigenen Flugzeugen in Lakehurst eingetroffen. 3m Flug­zeughafen Lakehurst liegen viele Flugzeuge bereit, die dem Zeppelin entgegenflie­gen wollen. Für Sitze in diesen Flugzeugen wer­den bereits Biesensummen geboten. Am Freitag treffen in Lakehurst weitere 130 Mann Marinetruppen aus Neuyork und Phila­delphia ein. Für die Besatzung des Graf Zeppelin werden besondere Baracken bereitgehalten, während die Offiziere irn Offizierskasino untergebracht werden sollen.

Zu dem offiziellen Empfang des Luftschiffes

Der Zankapfel.

Bon unserer Berliner Redaktion.

Man hat uns wie den artigen Kinpern gern und viel erzählt von der Einigkeit, die an­geblich innerhalb der Weimarer Koa­lition bestehl, und von den Erfolgen, die sie gerade deswegen mit ihrer vierjährigen Re­gierung in Preußen erzielt hat. Außerhalb der Koalition selbst ist davon nicht allzuviel gemerkt worden, konnte auch nicht gemerkt werden, weil die Mehrheit, auf die das Kabinett Braun sich stützte, viel zu klein war, als daß damit mehr als ein Lawieren möglich gewesen wäre. Run ist sie von zwei Stimmen auf ein knappes halbes Dutzend gestiegen, immer noch zu w e- n i g, als daß sich damit etwas anfangeu ließe. Aber auch mit der viel gerühmten Einigkeit ist es gar nicht so weit her. Sie war nut da­durch zu erreichen, daß alle Streitgegenstände peinlichst vermieden wurden, wo das nicht zu umgehen war, wie bei der Vertretung der preu­ßischen Stimmen im* Reichsrat, fiel die Koali­tion schnöde auseinander. Gerade jetzt, wo bei den Verhandlungen mit der Volks- Partei eine innere Geschlofsenheit vom Stand­punkt der Koalition aus doppelt wünschenswert wäre, um als Einheit der Volkspartei gegen­über treten zu können, zeigt sich die ganze Zer­rissenheit dieses Regierungsgebildes, bei dem Streit um das Konkordat in ihrer Wir­kung vermehrt noch dadurch, daß der Zankapfel nicht etwa von draußen her zwischen die drei Parteien geworfen wurde, sondern daß die De­mokraten sich gezwungen gesehen haben, in der Notwehr gegen ihren eigenen Kultus­minister eine Flucht in d i e Oeffent­lichkeit anzutreten.

Von demokratischer Seite werden dauernd Mit­teilungen über den Inhalt des Konkordats lanciert, womit die Pressestelle der preußischen Regierung allmählich zur Verzweiflung gebracht wird, weil ihr so viel Ausflüchte, um an den Dingen vorbeizu­reden, auf die Dauer nicht mehr zu Gebote stehen. Es wird ja auch kaum zu bestreiten sein, daß der Kultusminister dem päpstlichen Nuntius sehr starke Konzessionen gemacht hat, daß er der Errichtung neuer Bistümer zuge-

haben sich bereits Warinesekretär W i l b u r, die Admirale TH 0 f f e t f und Latimer sowie andere hohe amerikanische Offiziere, ferner der zur Zeit in Reuyork weilende englische Admiral

Pollack angemeldet.

Aus alten Windrichtungen eilen vollbesetzte Privatautomobile herbei. Die Automobile müssen etwa P/2 Kilometer von der Luftschisshallc in Lakehurst entfernt halten und die Automobilisten werden vom Startplatz in besonderen Aubomobil- omnibussen nach dem für die Zuschauer bestimm­ten Teil des Flugfeldes befördert. Das Rauchen ist in weitem Am kreise verboten. Für die Be­sichtigung des Zeppelins werden täg­lich bestimmte Stunden festgesetzt, und für die Be­sucher wird eine besondere Plattsorm errichtet, die eine bequeme Besichtigung der Gon­deln des Luftschiffes gestattet.

Die Hauptattraktion der in Ehikago ftatffinben- den Radioausstellung ist eine Rlinlatur-Rach- bildung desGraf Zeppelin", die durch ihre auf Grund der Funkberichte geleiteten Bewegungen auf einer 40 Fuß hohen und breiten Karte den genauen verlauf der Amerikafahrt des deutschen Luftschiffes anzeigt.

Bei dem Festessen, das die Deutsch-amerikanische Handelskammer in Reuyork am nächsten Dienstag zu Ehren der Besatzung desGraf Zeppelin" geben wird, werden u. a. auch Bürgermeister Walker, Professor H 0 e h s ch, General Allen und als Vertreter des auf einer Wahlreise be­findlichen Gouverneurs Smith, General Has - teil, Reden haften.

-Krsn^Gchnelligkeitsrekord.

Eine Erklärung Eckeners.

Berlin. 12. Oft. ($11.) DasB. T." ver­öffentlicht einen kurz vor der Abfahrt desGraf Zeppelin" von Dr. Eckener verfaßten Artikel, in dem darauf hingewiesen wird, daß bei dem herr­schenden Sturmwirbel, der mit seiner Wirkung bis südlich unter die Azoren kreist, das Luftschiff über eine Strecke von wenigstens 1530 Meilen mit einem durchschnittli:en Gegen­wind von 35 bis 40 Meilen pro Stunde rechnet und mithin bei einer Eigengeschwindigkeit des Luftschiffes von rund 70 Meilen pro Stunde nur 30 b i s 35 Meilen vorankommen werde. Das Luftschiff würde also 40 bis 50 Stunden allein für die erste knappe Hälfte der Reise brauchen. Dr. Eckener weist weiter darauf hin. daß man bei der ersten Fahrt desGraf Zeppe­lin" nicht Schnelligkeitsrekorde er­warten solle.

stimmt hat, daß er bereit gewesen ist, den Einfluß des preußischen Staates bei der B e s e tz u n g der Höch st en kirchlichen Stellen wesentlich ein­schränken zu lassen und das er sich auch zu c.ner Formel verstand, die in das Konkordat Zusiche­rungen über die Errichtung von Konfes- sionsschulen hineinmauerten.

An sich ist das Konkordat nun einmal alter diplo­matischer Brauch. Wenn das neue Konkordat sich darauf beschränkte, der Entwicklung der letzten Jahrzehnte Rechnung zu tragen, also den früheren Vertrag der Gegenwart anzu passen, so würde es vermutlich ohne große Schwierigkeiten über die parlamentarische Bühne gehen; wenn auch gerade in der demokratischen Partei bis in die Mi­nister hinein Strömungen vorhanden sind, die grundsätzlich jedes Konkordat ablehnen. Sozial­demokraten, Demokraten und Volkspartei aber als Partei gesehen sind wohl für ein Konkordat zu haben, machen ihre Stellung jedoch von dem Inhalt abhängig und lehnen jeden Der- zicht auf staatliche Hoheitsrechte ab. Gerade das aver ist es, was Pacelli gern mit nach Hause bringen möchte, um damit feine Kandidatur für den römischen Kardinalstaatssekretär zu begrün­den. Darum geht der Streit, trotz aller Koali­tionstreue kristallisiert sich in Preußen eine Lage heraus, bei der das Zentrum isoliert ist, höchstens bei den Deutschnationalen Verständnis findet, wäh­rend Demokraten und Sozialdemokraten den An­schauungen der Volkspartei sehr viel näherstehen. Womit aber noch keineswegs gesagt ist, daß des­wegen die preußische Koalition in die Brüche zu gehen braucht, denn über der grundsätzlichen Politik steht immer noch die angewandte Parteipolitik, die bei der Verteilung der Ministerien unter die Par­teien auf ihre Kosten kommen will.

Becker dementiert.

Bedauerliche Indiskretion" seiner Partei- presse.

Berlin, 11. Oft. Wie das PDZ.-Bureau er­fährt. beruhen die Rachrichlen. die in der heutigen Berliner IRorgenpreffe (Possische Zeitung") über den mutmaßlichen Inhalt des preußischen Konkor­dates verbreitet worden sind, auf einer bedauer­lichen Indiskretion. Hebrigens ist die 3n-

Die Konkordatsfrage in Preußen.