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Beseit i

Georges Werk ist beendet. Seit dem

Stefan

waS und verweHvt ist.

sich ewig anfgng« weisend.

gleich bleibend und so mit allen Ur- verbunden und zu allen Ewigkeiten

Wanderlust" Strinheim und an der Spitze. Es folgte die Sträuße, Lragstäbe, Fahnen, und Girlanden tragende Kin-

wurde das Fest Radfahrerverein der Musikkapelle Kränzchen und B. D. A.-Wimpel

Denn auch nicht mehr uns bessert -ft Als noch ein Rundgang zu -wein.

Es galt hier nicht, schöne Gedichte zu betrach­ten, sondern den Dichter: und diese Zeilen führen weniger zu seinem Werk als zu seinem Gesetz.

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Selbst hier, im bescheiden-stolzen, bescheiden- wehmüten Gelöbnis, regt sich die Kraft, Vor­bild zu sein. Wie aber in den aufgeführten Werken nach unb nach, Kreis um Kreis sich weitend, die Forderung wachst und das seelische Bereich sich mit Menschtum erfüllt und heiligt, so schüttet der Dichter die ganze Gewalt des ®e- setzes, seines Gesetzes, im letzten Buche seines Lebens über die aus. die ihm Nachfolger. Dort steht er und nimmt die Seele des Men­schen auf in seine Hande mit jener unabweis­baren Gebärde der Macht und der Güte die da sprechen darf:

Ich bin für jeden deiner Mängel Bürge, Mir fallen alle deine Lasten zu

Die als zu schwer abwarfft alle Tränen Die du sollst weinen und die du nicht weinst.

Uni) wenig später:

Run ehre daS unbeugbare Gesetz

Uni) diese Form in der ich ihm genüge: Da Menschenwesen sich nur dort erhält, Wo sich das dunkle Opfer wiedeicholl.

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Steinheim und R v d h e i m gefeiert. ®röffnet durch einen Festzug mit dem

sondern für später vorkommende Verwendung auizubewahren. Der von einem Interessenten ge­botene Preis von 15 Mk. pro Kubikmeter könne nicht in Frage kommen, da der Verlust der Stadt hierbei zu groß wäre. Das zu der Ehrenpforte gestellte Holz solle man der Cärilia kostenlos überlassen unter der Auflage, die Ehrenpforte für später vorkommende Fälle aufzubewahren und jedem Verein, der sie bei einer Festlichkeit auf seine Kosten errichten will, gegen eine mäßige Gebühr zur Verfügung zu stellen. Der Stadtvor­stand trat nach kurzer Debatte der Stellung­nahme der Daukommissivn bei und beschloß ent­sprechend. Weiter lag ein Gesuch der An*

derschar. Die Schul-, Orts- und Kirchenvorstände, sowie sämtliche Ortsvereine zählten ebenfalls, hinter den Kindern eingereiht, zu den Zugteil- nehmern. Lehrer Bersch von hier hielt die Festrede. Sie hatte einen geschichtlichen und vater­ländischen Charakter und war besonders auf den hohen Wert der Schularbeit tat Dienste der Volksgemeinschaft abgestimmt. In bunter Abwechselung folgten dann Reigen, Kinderchöre, Dlumentänze und Gedichtvvrträge. Den Höhe­punkt bildete für die Kinder die Verteilung der Elternspende, Würstchen mit Weck und anschlie­ßender Karussellfreifahrt. Bei herrlichstem Son­nenwetter nahm das Fest, an dem neben sämt­lichen Einwohnern auch viele Festgäste aus den umliegenden Dörfern teilnahmen, einen schönen

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wohn er der Gießener und Butzbacher Straße auf ~ ung der unerträglichen Staubp^age auf den Provinzial- st r a ß e n vor. Rach der Stellungnahme der Provinzialdirektion Oberhessen (Tiefbau) ist eine wirksame Bekämpfung der Etaubplage nur durch

An die Toten.

Don Stefan George.

Wenn ernst dies geschlecht sich gereinigt von schände Dom nacken geschleudert die fessel des fröners Rur spürt im geweide den hunger nach ehre: Dann wird auf der Walstatt voll endloser gröber Aufzucken der blutschein... dann jagen auf wollen Lautdröhnende Heere dann braust durchs gefilde Der schrecklichste schrecken der dritte der Stürme:

Der toten zurückkunstl

Wenn je dieses voll sich auS feigem erschlaffen Sein selber erinnert der kür und der sende: Wird sich ihm eröffnen Ae göttliche Deutung älnsagbaren grauens... dann heben sich Hände Und münder ertönen zum preise der würde Dann flattert im frühwrnd mit wahrhaftem zeichen Die kvmgsstarcharte und grüßt sich verneigeick»

Die Hehren: die Helden!

Aus .Drei Gesängen".

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Der Mensch als Göttlichstes ist gewollt und gewonnen in jener europäischen Gestalt, die für alle erhabenen Geister bis auf unseren Tag die höchste war:antiker Form sich nähernd." Richt neue Bahn, neues Ziel, neue Gefilde wurden auf­getan und ausgeschrien, wie es die Heinen Er­oberer und Entdecker tun, denen die Wegwende zum Ziele wird und die mit der veränderten Richtung alles gewonnen meinen. Unb wenn es schließlich derewige Mensch" ist, der sich im Werke Stefan Georges gestaltet, so hat dieser daS Recht, da er von Anfang war und bis zu Ende sein wird, jene antckifche Gottgestalt an­zunehmen und sich zu ihr zu erhöhen. Denn und dies ist Georges Glauben das Gesetz, nach dem der Mensch lebt, ist unwandelbar.

eine Teerung der chaullierten Fahrbahn möglich. Diese wird innerhalb der Ortsdurchfahrt einen Kostenaufwand für die Stadt von etwa 4000 Mk. verursachen und eine Hallbarkeit von höchstens einem Iahr haben. Der Stadtvorstand fonnte sich zur Kostenübernahme nicht entschließen. Die Versammlung war einhellig der Menrung, daß die Unterhaltung der chaussierten Fahrstraßen innerhalb der Ortsdurchfahrt ausschließlich Sache der Provinz sei. In dem Gebäude des hie­sigen Landwirtscha f tsamtes soll nach den Vorschlägen der städtischen Bauleitung eine Reihe von Verbesserungen vorgenommen werden. Die erforderlichen Mittel im Betrage von etwa 350 Mk. werden bewilligt. Die von dem Land­wirtschaftsamt Lich in Vorschlag gebrachte Ein­richtung einer Zentralheizungsanlage in diesem Gebäude wurde abgelebt. Der diesjährige Sommermarkt am 16. Iuli ist mit einer Prämiierung von Simmentaler und Vogelsberger Vieh verbunden. Für Prämiierungszwecke wurde ein Kredit von 600 Mk. und sür Beschaffung von Prämiierungsbändern ein solcher von 60 Mk. zu Lasten des Voranschlags für 1928 bewilligt. Ein Antrag des Vereins für Handel und Gewerbe dahier um Bewilligung eines Zu­schusses zu besonderen Reklamekosten verfiel der Ablehnung. Infolge Verlegung des städtischen Iuxplahes von dem Oelänbe zwischen Wetter und Weidgraben in der Bahnhofstraße nach dem Adlerplatz ist eine Verlegung des elek­trischen Stromanschlusses notwenoig geworden. Die Ausführung des Anschlusses im Hinteren Teil des Rathauses verursacht einen Kostenaufwand von etwa 120 Mk. Der Stadtvorstand geneh­migte die Ausführung des Anschlusses unter llebernahme der entstehenden Kosten auf die Stadt. Für den Bezug von Licht- und Kraftstvom soll ein Einheitspreis von 50 Pf. pro Kilowatt­stunde zur Erhebung gelangen, wovon die Stadt 15 Pf. zur Amortisation der Anlage erhält. Weiterhin wurde noch eine Kapitalauf­nahme von 20000 Mark für den Aus­bau der Iahnstraße und der Gang« gaffe mit Kanal- und Wasserleitung, des Garbenteicher Wegs mit Kanalisation und des vorderen Tells der Iahnstraße mit Pflasterung und Futzsteigherstellung genehmigt. Weitere Punkte der Tagesordnung wurden alsdann in geheimer Sitzung behandelt.

LJ Ronnenroth, 11. Iuli. In den letzten Wochen wurde daS elektrische Ortsnetz der Provinz in unserem Orte vollstän­dig umgebaut, wobei die in den ersten Rachkriegsjahren noch zur Verwendung gekom­menen Materialien aus der Kriegszeit durch Kupferdrähte ersetzt wurden. Da auch die Haus- leihmgen in der entsprechenden Weise umzu­ändern sind, wird unser Ort mm wieder in den Besitz einer einwandfreien elektrischen Versor­gungsanlage kommen. Die Heuernte in unserer Gemarkung ist nunmehr beendet. Der ©mteeitaag kann als gut bezeichnet werden. Die übrigen Feldfrüchte bieten gute Aus­sichten, nur wird bedauert, daß das Getreide, besonders aber die Gerste, sich nach den starken Regenfällen in der vorigen Woche gelagert hat.

r Steinheim, 10. Iuli. Bei herrlichstem Festwetter feierte unser Ges angverein Frohsinn" vom 7. bis 9.Iuli sein gol­denes Iubelfest, mit dem gleichzeitig das Dundesfest des S än g er b un de sM i 11-

Äriege schweigt der nun Sechzigjährige und drei Gesänge, die wie ein Rachhall des verrollten Ge- witders anmuten, tonnen fein Schweigen nicht verkleinern. Seine Haltung, sein Werk wurden Vorbild.

Von einer Zeittafel abgelefen, hätte fein Werk folgendes Ansehen: 1890: Hhrnnen. 1891/92: Pilgerfahrten und Algabal. 1895: Bücher der Hirten- und PreiSgedichte, der Sagen und Sänge und der hängenden Gärten. 1897: Das Iahr der Seele. 1899: Der Teppich des Lebens und die Lieder von Traum und Tod. Mtt einem Vorspiel. 1907: Der siebente Ring. 1914: Der Stern deS Bundes. Daneben gehen wunderbare ileber- tragungen besonders romanischer Dichter, zumal von Stellen auS Dante, dem ihm verwandtesten Geiste.

Die meisten seiner Gedichte erheben fid) wie Kathedralen, sind erfüllt von dem Duft und der Luft der Inbrunst, streng umgitterter Parke, ge­weihter Räume und getoeüjten Orts. Immer schwingt es ganz eigen, nie zuvor vernommen, weht heran mit fast beängstigender Magie, und «n Gang imsteigenden 3aljr". der die Der- gändlichkeit des Sommers eines ganzen Gebens in sich trägt, mag dann enden in den verschwe- benden Worten:

Iete8 Tibbatar begangen wurde. In präch­tigstem Fahnen- und Girlandenschmuck, die 6tra- fren flankiert von geschmückten Fichtenbäumchen, an den Ortseingängen Ehrenpforten, entbot die gastfreundliche Einwohnerschaft den Festgästen die ersten Willkommensgrühe und bewies damit, daß es nicht ein Vereins- sondern ein allgemeines Dvrffest war. Eingeleitet wurde die Iubelfeier durch einen wohlgelungenen Festkommers am Samstagabend, an dem die gesamte Einwohner­schaft teilnahm und bei dem der Vorsitzende, Karl Becker, die Ehrung der verdienten Sän­ger, der beiden noch lebeichen Gründer, zweier zur Zeit in Amerika lebender ehemaliger Sanges- brüber und deS seitherigen Dirigenten, Lehrer Beppler, vornahm, die in Ueberreichung ent­sprechender Sängernadeln mit künstlerischen Ehrentafeln (Radierungen) bzw. einem wertvollen BildeMeister der Töne" bestand. Arn Sonntag­morgen fand zunächst auf dem geräumigen, pietätvoll geschmückten Schulhof eine Morgen­feier mit Gefallenenehrung statt. Rachdem die Musikkapelle dasRiederländische Dankgebet" gespiell und der festgebende Verein unter Leitung seines neuen Dirigenten, Lehrer Dietrich von Rodheim,Das Kreuzlein im Winde" undStumm schläft der Sänger" er­hebend zum Vortrag gebracht hatte, hielt der Ortsgeistliche die Gedächtnisrede, in der er u. a. die Treue der Gefallenen unb den kraftschöpfen- den Wert des deutschen Liedes, vor allem des heimatverankerten Heimatliedes prieS. Gedicht- vorttäge jüngerer Sänger, Ramenverlesung der Gefallen«, daS Lied vomMorgenrot" und das Alleinspiel vonIch halt' einen Kameraden" durch die Kapelle beschlossen den erhebenden FestgotteSdienst. Don 11 llhr ab fand der Emp­fang der Bundes- und Gastvereine statt, wobei Bürgermeister Schmidt namens der Gemeinde den Willkommensgruh entbot. Rachmittags be­wegte sich ein stattlicher Festzug mit über 30 Vereinen und fünf Musikkapellen und Trommler- koips nach dem landschaftlich schön gelegenen Festplatz. Rach dem Dorttag des Begrüßungs- chors und des Festprologs durch die Festdame Ottilie Hofmann hielt Lehrer Beppler die Festrede, in der er das deutsche Lied als hohen Kultursaktvr würdigte. Mit einem sinnigen Weihegedicht übergab Frl. Marie Koch die von den Frauen und Jungfrauen und eine vorn OrtSoberHaupt gestiftete Fahnenschleifen. Für den Sängerbund sprach Lehrer Lentz von Geiß- Ridda die Glückwünsche aus und überreichte dem Bundesverein einen Fahnennagel. Der Rach­mittag war ganz dem deutschen Liede gewidmet, da sämtlich? Bundes- und Gastvereine auf zwei Gesangsttchünen ihre Lieder zum Dorttag brach­ten, wobei gerade Heinere Landvereine vorzüg­liche Leistungen auftoiefen. Auf dem Festplatz entwickelte sich ein bei mehr als 4000 Fest teil­nehm ern lebhafter Festtrubel, wie er bei un­seren He indörflichen Verhältnissen noch nie er­lebt wurde. Am Festmontag wurde das I u - genbfeft der vereinigten Volksschule

80 Zahre Shlorosornmarkose.

Von Or. Joses Grünwald, Wien.

Es wird in den nächsten Tagen 80 Iahre. da Professor Simpson an der Universität Edinburg zum erstenmal die Chloroformnarkose anwendete.

Auf welche Weise bis zu dieser Zeit das Messer des Chirurgen der leidenden Menschheit geholfen hat, tarm man sich plastisch vergegenjvärttg«, toerm man Schilderungen von Operationen lieft, die vor dieser Zeit vorgenommen wurden. Ich erinnere nur an die unsäglichen Qualen, welche H. Heine ober E. Th. Hoffmann gelitten haben müssen, da ihnen in Ermangelung eines Rar- kotikums beide Seiten des Rückgrats mit glühendem Eisen gebrannt wurden, um ihre Lei­den zu mildern! (Heine ruft mit grimmigem Galgenhumor einem Freund, der ihn eine halbe Stunde nach einer solchen Operation besucht, zu: Riechen Sic noch den Bratenduft?" ...)

Allerdings hatte man schon vor Simpsons erster Chloroformnarkose (das Chloroform selbst wurde im Iahre 1831 von Liebig entdeckt) Betäubungsmittel gekannt: aber keines derselben ließ sich dem Chloroform vergleichen. So hatte im Iahre 1800 Sir Davi die Anwendung von Stick- stoffoxydul (Lachgas) empfohlen zur Schmerz- l in der ung beim Zahnziehen, aber sonderbarerweise keine weiteren Versuche damit gemacht. Auch wurde das Zusainmendimck« von Rerven. Kom­pression der Halsschlagader, sowie eine Reihe von Drogen, wie indischer Hanf, Mandragora Opium usw. empfohlen: aber alle diese Mittel waren unzureichend, ja unter Umständen sogar schädigend.

Man sollte mm glauben, daß die Menschheit das Auftauchen der ersten Chloroformnarkose mit ungeheurer Dankbarkeit begrüßt hätte. Ein Wittel daS soviel Schmerz zu verhüten imstande war! Gerade das (Gegenteil war der Fall wenigstens soweit die Autoritäten der Kirche unb des Aerztestandes in Frage kamen Simpson selbst berichtet von dem Briefe eines Geistlichen an einen Arzt, in welchem das Chloroform ein Köder des Satans" genannt ist, der sich .an­scheinend als Segen für die Weiber darbietet, am Ende aber bk Gesellschaft verhärten und Gott der tiefen ernstlichen Schreie berauben wird, welche in Zeiten der Heimsuchung um Hilfe zu ihm auf- steigen"

Diele Theologen protestieren auch gegen die Anwendung der Rarkose aus dem Grumte, da

Verlauf.

Kreis Friedberg.

* Friedberg, 11. Iuli. Der Verein ehemaliger Schüler der Lehranstalt für Obstbau unb Landwirtschaft zu Friedberg unternahm am Montag einen

Ausflug nach dem Stickstvffwerk Opp » bei Ludwigshafen unb dem Versuchsgut Lim­burgerhof bet I.-G.-Farbenindustrie. 45 Teil­nehmer hatten sich eingefunden, barunter auch der Vorsitzende des Vereins, LandtagSabgeord- neler Fenchel- Ober-Hörgern, und der Direk­tor der Lehranstalt für Obstbau unb Landwirt* schäft zu Friedberg. Dr. Schab. Schon um 9 Ubr trafen die Beteiligten am alten Werk in Ludw.gshafen ein, von wo man mit der Werk­bahn »um neuen Stickstoff werk Oppau fuhr. Unter sachkundiger Führung wurden die gewaltigen Fabrikanlagen besichtigt und gezeigt, wie tuk$ dem Haber-Bosch-Derfahren aus Wasser uriö Lust schwefelsaures Ammoniak entsteht. Von An­fang biS zu Ende wurde diese Fabrikation er­klärt, und zum Schluß wurde den Teilnehmern ein Riesendüngersilo gezeigt, das über eine Diertelmillion Zentner schwefelsaure« AonnoniaL zu fassen vermag. Rach der Besichtigung des Stickstoffwerkes brachten Auto-Omnivulft vi« Teilnehmer nach dem Gasthof Limburgerhof, wo die I.-G.-Farbenindustrie zu einem einfachen Mittagessen eingeladen hatte. Dabei begrüßte der Geschäftsführer des Vereins, Oberreallehrer Ringshausen, alle Erschienenenauf# herz­lichste und sprach der Fabrilleitung für die freundliche Führung und Einladung aller Dank aus. Anschließend hieran fand eine Besichtigung der Versuchsstation Limburgerhof statt, die vieles Interessante bot und bei der insbesondere ein­gehend Düngungsversuche zu Detteide. Gemüse unb Obst besichtigt wurden. Eine Fülle von Interessantem wurde geboten, und alle Besucher waren des Lobes voll in Anbetracht dessen, in welch großzügiger Weise hier versucht wirb, die Ernährungs- unb Wachstumsvorgäng« aller Kulturpflanzen im einzelnen zu ergründen. Zum Schlüsse wurden die Versuchsbetriebe Rehhütt« und Limburgerhof noch besichtigt, Musterbetriebe erster Ordnung. Besonderes Interesse fand hier­bei der vorzügliche Rindviehbestand von schwa»- bunten RiederungStieren. der einen Stalldunch- schnitt von 4900 Ltt. jährlich aufweist. Eingehend besprochen wurde die Zweckmäßigkeit der elek­trischen Alpha-Mellmaschine ber SchweinSbuvger Aufstallung unb viele andere Fragen, besonders der Schweine- und Geflügelzucht, die das In­teresse in hohem Maße erweckten. Hochbefriedigt von dem Gesehenen und voll der Bewunderung über die großzügigen Anlagen und Leistungen und die 2ttsdehnung dieses gewalttgen Werke- kehrten die Teilnehmer am Lkbend wieder nach Friedberg zurück.

Kreis Büdingen.

11 dingen, 11. Iuli. Die Bautätig­keit in unserer Stadt ist auch in diesem Iahre wieder sehr rege. Die Stadtverwaltung selbst baut nicht, sondern gibt jedem Baulustigen ein billiges Darlehen. U. a. entstehen einige größere Wohnhäuser für Vermessungs- unb Finanzbeam­ten am Gebück, Iunkemacker unb Wilden ft em. sowie ein größeres Kaufhaus in der Bahnhof­straße. Auch die hübsche Siedlung am Schlag­acker wird wieder um vier weitere Wohnhäuser bereichert. Der hier neu erstehende Stadtteil er­reicht jetzt fast schon die Stelle, wo das im 16. Iahrhunderi ausgegangene ..Wenigendorf" ge­standen hat. Wie schon der Harne sagt, bestand jedoch das frag!bebe Dorf nur auswenigen" Häusern, im Gegensatz zu dem heute noch be­stehende, r, längst nach Büdingen eingemein beten Grvhendorf". Als die. Stadt Büdingen im vorigen Iahre dicht neben dem Bahnkörper an der Schlaga ckersiedllrng zwei kleine Wohnhäuser erbaute, st » man bei den Ausschachtungsarbeiten auf die Fundamente einiger Häuser, wobei auch Knochen und Hufeisen gefunden worden sind. Die Mauerreste wurden vor ihrer Zerstörung durch Herren deS GeschichtsvereinS vermessen. Es steht fomit zu hoffen, daß bei weiteren Fortschritten der fraglichen Siedlung auch die ge­naue Gröhe des genannten DorfeS festgestrilt werden kann. Vielleicht läßt sich dann auch in irgend einer Form der HarneWenigendorf" neu verwenden, damit er auf diese Weife der Rach- well erhallen bleiben kann.

Kreis Schotten.

I Ober-Lais, 11. Iuli. Gin schwer be­ladenes GlaShütter Fuhrwerk wollte gestern abend Vorspann nehmen, um die starke Stei-

diese neuen Methoden der Sanktionierung durch die Heilige Schrift entbehrten, weil sie in der Heiligen Schrift nicht erwähnt seien. Wobei diese Herren ganz außer acht liehen, daß nach der­selben Heiligen Schrift Gott den Adam in einen tiefen Schlaf versenkt hatte, bevor er ihm die Rippe herausnahm, um Eva daraus au schaffen! Diese religiösen Stteittgkeiten wurden schließ­lich durch das persönliche Eingreifen der Köni­gin Viktoria beendet, die sich selbst wäh­rend der Geburt einiger Kinder chloroformieren ließ. Aber auch die I^rzte selbst warfen nun die Frage auf, ob es überhaupt richtig sei. den Schmerz zu betäuben! Gewisse Autoritäten gingen soweit, zu behaupten, daß der Schmerz immer nützlich sei.

Ein merkwürdiger ParallelismuS hatte es mit sich gebracht, daß das Chloroform selbst fast gleichzeittg in Deutschland und in Frankreich ent­deckt worden ist. Sein erster Meister, Simpson, wurde durch den Liverpooler Apotheker W a l - die darauf aufmerlfam gemacht... Simpson sah viele Rächte mit seinen beiden Assistenten Keith und Duncon über Gläsern mit der magischen Flüssigkeit gebeugt, die sie tief einatmeten; plötz­lich hörte man eines Tages einen dumpfen Fall, und Duncan lag bewußtlos auf der Diele des LaboratoriunlS.Ich dercke," sagt Simpson stoischwir haben endlich den richtigen Weg gesunden..."

Die Durchführung der Chloroformnarkose war zunächst zieinllch plump und für den Patienten nicht ungefährlich Man goß auf ein dicht vor den Mund desselben befindliches Tuch ein un­gemessenes Quantum des neuen Mittels, und wenn der Patient Widerstand leistete, preßte man dieses Tuch immer dichter an Mund und Rase... Erst spater ergab sich die Rotwendigkeit der genauen Dosierung, und lange tobte noch der Kampf der Aerzte gegen Simpson, bis sich einige Aufrechte unter ihnen fand«, die erklärten, daß die schrecklichen Iammerschreie der Operierten, die nicht betäubt würden, ihnen noch tagelang nachher in den Ohren gellten, ja, daß fie, die Chirurgen selber, vor jebem Eingriff viele schlaf­lose Rächte verbracht«...

idnb schließlich bezwang die Einsicht von der ungeheuren Wohltat einer schmerzlos« chirurgi­sch« Beharrdluna der Äranfen jeden Zank und alle eitle Rechthaberei und der Siegeszug des Chloroforms, dieser deutsch« Errunaenschäft, in England erst erkannt und gewürdigt, durch die ganze zivllifterte Welt begann.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

Mainzlar. 12. Iuli. Am Dienstagmittag tauten die Schlosser in der Chamotte- fabrif von Scheidha aer & Giebing, während die Verhandlung« über eine Rqu- regelung der Löhne noch im Gange war«, plötz­lich in d« Streik. Daraufhin hat die Firma die Ausständigen mit sofortiger Wirkung aus dem Arbeitsverhältnis entlassen.

^Mainzlar, 11. Iuli. Der hiesige Krie- ger- und Schützenverein be«dete am letzt« Sonntag sein an mehrer« Sonntag« durchgeführtes Preisschießett. Die Betei­ligung war sehr rege. Wenn auch die höchste Ringzahb nicht erreicht wurde, so «tfiel« auf die beiden erst« Preise, welche die Mitglieder Fr. Becker und Fr. Koch schoss«, doch je 32 Ringe. Die Preise bestand« ausnahmslos auS Haushaltungsgegenständen.

gr. ®rüningen, 11. Iuli. Am Sonntag unternahm der GesangvereinEin­tracht" eine Rheinfahrt. Die Beteiligung war sehr gut; hatten sich doch annähernd 70 Teil­nehmer eingefunb«. Frühmorgens brachten zwei Autobusse Die Teilnehmer zur Bahn nach Gie­ßen Don hier aus wurde die Eisenbahnfahrt durch das schöne Lahntal angetreten. Rach Be­sichtigung des Deutsch« Ecks in Koblenz bestieg man d« Dampfer und fuhr stromauf­wärts bis m ann sh a u s e n. In 1 */2 6tun- d« war das Riederwalddenkmal erreicht. Von Rübesheim, wo auch der Rheinwein geprobt wurde, seht« 2 Motorboote die Reisegesellschaft nach Dingen über. Die Eisenbahn besorgte die weitere Rückreise. Es war eine herrliche Fahrt auf dem schönen Rhein, die noch lange den Teil­nehmern in froher Erinnerung bleiben wird.

5 L i ch, 11. Iuli. Aus dem Stadtvvr- stand: Der Punkt 1 der umfangreich« Tages­ordnung galt der Durchberatung des Entwurfes eines zwisch« der D«tsch« Reichspost und der Stadt Lich abzuschllehend« Miet- und Hhpo- thek«danleh«svertrages über die Er rich tung eines Postgebäudes auf dem städtisch« Gelände zwischen Wetter und Weidgrab« in der Dahichofstraße durch die Stadt Lich. Die Baukost« betragen laut Kosteirüberschlag 90 000 Mark, zuzüglich 5000 Mk. für auflaufende Zins« während der Bauzeit, so daß sich die Herstel­lungskosten auf insgesamt 95 000 Mk. belauf«. Die Feriigstellung des Gebäudes soll derart be- schl«nigt werd«, daß das Gebäude der D«tschen Reichspost am 1. Oktober 1929 mietweise zur Verfügung gestellt werd« farm. Die Iahres- miete ist einschließlich einer Irizprozentia« Ab­schreibung von 90 OCX) Mk. auf 7842 Mk. fest- geftdUt worden. Der Stadtvvrstand erHärte sich mit den Bedingung« des Vertrages und der Mietberechnung einverstand« und ermächtigte d« Bürgermeister, d« Vertrag mit der Deutschen Reichspost in der vorlieg«d« Form abzuschlieh«. - - Zu Punkt 2 der Tagesordnung teilte der Vor­sitzende mit, daß zur Befestigung des Wal­les und Herrichtung des Bürgersteiges in der Straße Am Wall die Rotwendigkeit sich er* geben hätte, die Erde durch eine etwa 80 Zenti­meter hohe Stützmauer zu befestig« unb ein« Zugang zu dem Kleiickinderschulgebäude herzu- stell«. Das Hochbauamt Gieß« schlage vor, an der Wallst roße em« stetig ansteigenden Fuß­weg bis zur Höhe des Walles, der durch ent* sprechendes Mauerwerk befestigt werden soll, an- zulegen und am ober« Ende des Walles ein« Fahrweg auf dem Wall herzustell«, der zur Abfuhr der Fäkali« notvxndig erscheine. Der Ätabtborftanb stimmte dem Vorschläge unter llebernahme der entstehend« Kost« im ®o ffmtbetaagc von 2000 Mk. zu Last« der Vermögensrechnung 1928 zu. Längere Zeit imhin Die Beratung für eine zweckentsprechende Verwertung des v e r a r b e i t e t e n H ol- zesvom FestplatzdesMännergefang- vereins Säcilia in Anspruch. Dem genann- t« Verein sind zum Zwecke der Herrichtung des Festplahes etwa 20 Kubikmeter Fichtenholz seitens der Stadt leihweise überlassen Word«. Dre..Daukommifsion hat den Antrag gestellt, das für die Errichtung eines Pavlllons und für die Lichtmast« verarbeitete Holz nicht zu verkaufen,