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bie Larifpläne der Reichsbahn herauSgebildet hat. Wir haben erfahren, daß die Reichsbahn insgesamt 250 Millionen Mark jähr­lich aus dem Verkehr mehr herausschlagen will, und -war 195 Millionen aus dem Güterver­kehr und 55 Millionen aus der Personen- befbrderuna: es ist bekannt geworden, datz jum Zwei klaffen shstern übergegangen wer- den soll, wobei namentlich die Benutzer der ehe­maligen vierten Wagenklasse, iie da» Gros der Reisenden auSmachten mit einer zwölf- pro-entigen Mehrbelastung bedacht werden, es hat sich auch nicht verheimlichen lassen, daß die Reichsbahn trotz der nachlasscnden Konjunktur sogar noch mit einer leichten S i n - nähme st eigerung rechnet, weiter sind Einzel- heiten über Reubauten bekannt geworden, die f:ch nicht mehr aufhalten lassen und die ein Defizit herbeiführen werden, schließlich erfährt man auch noch einige» über neue Anleihe- Pläne der Reichsbahn.

Man fragt sich verwundert, warum daS alles geheimgehalten werden foll und warum entweder von der Reichsbahn oder vom Reichs­verkehrsministerium der Inhalt der Denkschrift der Oeffentlichkeit nur teelöffelweise ver­abfolgt wird, dazu noch in einer Form, die be­reits den amtlichen Dementierapparat in Be­wegung gesetzt hat. Wäre es nicht in der Tat vorteilhafter, die Denkschrift, so wie sie vor­liegt. zu veröffentlichen, damit sich jeder Staatsbürger ein Bild von der finanziellen Lage der Reichsbahn und ihren Tarifplänen machen kann? Die Art. wie man die Denkschrift an amtlicher Stelle behandelt, muß den Berdacht auskommen lassen, daß es hier etwas gibt, was der öffentlichen Kritik nicht auSaesetzt werden darf. Reichsbahn und ReichsverkehrSmtnistertum sollten schleunigst mit dem Verfahren brechen, denn sonst werden sie erleben, daß eines Tages irgendwo die ganze Denkschrift im Wortlaut nachzulesen ist, was ja in der Vergangenheit schon mit manchem anderen amtlichen Schriftstück, defsen Geheimhaltung für ratsam gehalten wurde, geschehen ist.

Glückwünsche für Gtresemann.

Berlin. 10. Wai. (XU.) Anläßlich des 50. Geburtstages haben dem Reichsauhenminister telegraphische und schriftliche Glückwünsche fol­gende ^rsönlichkeiten zugehen lassen: der Apo­stolische RuntiuS P a c e l l i, der britische Außen­minister Sir Austen Chamberlain, der itaiisnilche Botschafter Graf Aldrovrandi, der russische Volkskommissar Tschitscherin und Litwinow, der russische Botschafter in Berliin, Krestinski, der Generalagent Parker Gilbert, der König von Bulgarien, der bulgarische Außenminister B u r o f s, der dänische Gesandte Zahle, der griechische Mi­nisterpräsident S a i m i s . der südslawische Ge­sandte B a l u a d schi t s ch . der holländisch« Außenminister Beelaerts van Blokland, der rumänische Außenminister Titulescu, de>r schwedische Außenminister Loefgren, der Bundes'räsioent der schweizerischen Eidgenossen­schaft, S ch u l t b e tz. Drr französische Botschafter de Margeri« hat dem ReichSaußenminister boi einem persönlichen Besuch seine Glückwünsche und die deS französischen Außenminister» Dri- and überbracht. Auch der hessische Staats­präsident Adeluna hat Dc. vtresemann die Glückwünsche der hessischen Staatsragierung tolegravhisch Übermittelt und dabei der Hosf- nung Au-druck gvgeben, «S möge feiner Politik geLingen, die baldige Räumung de» be­setzten Gebiet» zu erreichen.

weiterer Aückqang der Arbeitslosigkeit

Werl in, 11. Mai. (WTD.) Die Besserung deS ArbcitSmarkte» bat in der zweiten Hälfte dcS April weitere Fortschritte gemacht. Wenn auch die Zahl der .^auptunterstühungSempfänger in 6:r Arbeitslosenver icherung nicht ganz so stark abgenommen hat wie in den vorhergehenden 14 Tagen, so sank sie doch von 814 8)3 am 15. «April auf 729300 am 30. April, also um rund 1 1 5 500 oder um 1 3.7 v. Sy Dieser Rückgang entfällt mit 113 200 fast ausschließlich auf Männer, wahrend sich die Zahl der unter­stützten Frauen nur um 2303 (= 1,5 v. H.) ver­ringerte. Die Zahl,der Hauptunterstützungsemp- fänger in der Krisenunterstützung. die bi-her nur langsam zurückgegangen ist. weist diesmal einen erheb'! ch stärkeren Rückgang auf; sie sank in der Berichtzeit von rund 132 033 auf 162000. oder um 11 v. H. Die Zahl der Röt­st a n d S a r b e i t e r ist in der zweiten Hälfte des April wiederum gestiegen, und zwar um 2.9 v.H.

Deutsche Bulgarenhilfe.

Zur Hilfe für die in Bulgarien vom Grdbeben Geschädigten hat sich unter Führung der bulgari- fchen Genera k n uln ci . Komit c gebilde , das mit einem Ausrui an die Öffentlichkeit tritt, in dem eS u. a. heißt: Bulgarien, unser Was«ngenosse im Weltkrieg, ist von einem schweren Erdbeben betroffen worden. Große Strecken deS Landes, blühende Städte und Dörfer find den Ratur- gemalten zum Opfer gefa len. Hunderte von Häusern sind zerstört, Hunderte von Menschen haben ihr Leben eingebüht. Zehntausende von Familien sind obdachlos. Deut chlandS Ebren- Pflicht ist e», dem schon sowieso um seine Existenz schwer rinaenben Lande in dessen Rot beizustehen. Die »Deutsch« Bulgaricnhtl e" arbeitet gemein am mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Zentral- auSschutz für die innere Mis.ion, dem Deutschen Ear taSv ria d. dem Zentralwobl a'rtsauLschuß der deutschen Juden, dein V. WoylfahrtSverl und. dem VHauptanSfchuß für Arbeiterwohl ahrt, dem Wohlfahrtsausschuß b'r christlichen Arbei'er­schuft Gcldgaben werden dringend erbeten auf KontoDeutsche Erdbebenhil e". die die Niederlassungen der meisten deutschen Banken und säinmch« Postanstalten eröffnet haben

(Sine Hilfs,rpedition für die Bremen.

Nach einer Meldung der Associated Preß hat Krtca-:sekretär Davis die Entsendung einer Httfsexpedition. bestehend aus udci Armee- ftugzeugen, die al» Land, sowie als Wasserflugzeuge oerwendet werden können, nach Greenln Ir­land gutgchethen. Es soll, um den Weiterflug der Bremen" zu ermöglichen, der Zunkersp.lot M e l > ch > o r an der Lxpeoition teilnehmen Man rechnet damit, daß dieser -start der ..Bremen', wenn er nicht in den nächsten Tagen staitfindet, in­folge der Bodenerweichung unmöglich sein wird, und ist daher bemüht, Melchior schnellsten»

Wie verlautet, rechnet man damit, am Samstag über Greenly Island und am kommenden Donners­tag in Neuyork einzutreffen. General Fechel, der die Expedition leitet und in einem der Flugzeuge an ihr persönlich teilnimml, ist der Kommandeur der arnerikarischrn Luststrcitkräfte.

nach Greenly Island zu befördern. Falls die Armeeflugzeuge auf Greenly Island nicht fanden können, wird sich Melchior mittels Fall­schirms herablassen. Der Flug nach Greenly Is lund wird über Neuschottland und Neufundland ähren. In St. George auf Netchtndland werden die beiden Flugzeuge auf dieBremen" warten.

Neue Beschuldigungen gegen die deutschen Ingenieure.

Oer Gabotageprozeß in der Oonezindustrie.

Das Moskauer Oberste Gericht hat jetzt «inen weiteren Teil der Anklageschrift veröffentlicht, in dem die Behauptung auftaucht, daß auch französische Kapitalisten sich bemüht haben sollen, di« Wirtschaft im Donez-Gebiet in Unordnung zu bringen. Aber auch dies« Be­schuldigungen sind genau so mager und dürftig, wie diejenigen, die gegen deutsche In­dustrieunternehmungen erhoben worden sind. Die Franzosen sollen ebenfalls mit Be­stechungen gearbeitet und den Versuch unternom­men haben, Kohlengruben zu sabotieren. 3e mehr die Russen ein Sinörinaen in di« Anklage­schrift gestatten, desto deutlicher tritt die Un- Ha l t b a r k e i t ihrer Angriffe auf die Firmen, die Rußland mit Waren aller Art beliefert ha­ben und noch beliefern, hervor. Es berührt auch eigenartig, daß man gewisse Persönlichkeiten al» Verschwörer zu brandmarken versucht, die vor wenigen Tagen in Moskau gewellt und mit den russischen Behörden ver­handelt haben und die zurückfahren durften, ohne daß ihnen ein Haar gekrümmt worden ist. Der Moskauer Prozeß wird sich in seiner Ten­denz von dem Prozeß in Colmar durch nichts unter'cheiden, er ruht auf einer gLeich brüchigen Basis und, wenn sich die Russen nicht in ganz Europa blamieren wollen, dann wird eS wohl da- beste sein, wenn sie sich schleunigst nach einem Vorwand umsehen, um die ganze Anklage fallen zu lassen.

Oie Anklageschrist.

Haltlose Verdächtigungen.

Moskau, 11. Mai. (Privat.) 3n der An­klageschrift gegen die Angeklagten des bevor­stehenden Schachty-Prozesses wird weiter d i e Rolle der deutschen Ingenieure und Techniker bei Uebergabe von Maschinen als eigenartig bezeichnet. Deutsche Firmen hätten in Gestalt von Prozenten für die ge­tätigten Bestellungen Zahlungen geleistet und das Geld durch Ingenieure und Monteure, welche die Firmen vertraten und zur Ausstellung und Montage der Maschinen in die Sowjetunion tarnen, übersandt. Arbeiter hätten bekundet, daß gegenrevolutionäre Bestrebungen durch Zerstörung des Mechanismus der Steinkohlen Industrie beabsich­tigt gewesen seien. Die Firma Knapp habe im Jahre 1926 durch Vermittlung deS In­genieurs Köster zwei Maschinen geliefert, die als untauglich erschienen und nach zwei biS drei Monaten in einen anderen Schacht über- geführt worden feien, wo sie gleichfall­ungenügend gearbeitet hätten. Der An­geklagte N i k i s ch k i n habe die Ausstellung der |

Maschinen verweigern wollen, doch habe B a d - stieber getagt, Nikischkin sei ein schlechter Fach­mann. Badstieber habe dann den Schachtleiter, I Gavrjuschenko, zur Ausstellung der Ma­schinen bestimmt. Badstieber habe ferner be­kundet, daß Köster durch Bestechung die Ernennung einer neuen Prüfungs­kommission erreicht habe, die die Ma­schinen für tauglich befand. Der Schacht­leiter habe etwa 1000 Rubel Bestechungsgclder, ein anderer 2500 Rubel erhalten.

Am Schluß der Anklageschri't wird als Leiter des Moskauer Organllationszentrums Eco- r u 11 o bezeichnet, der jedoch jede Schuld ab» streitet. Erorutto soll, gemeinsam mit Matosf und Bratanowski, die vollständig geständig feien, mit französischen amtlichen Or­ganen und dem polnischen Ä t i e ge­rn in l ft e r in Verbindung gestanden und von ihnen erhebliche Summen erhalten haben In Paris fei eine Verbindung mit dem dort abgehaltenen Kongreß füdrusfischer B e r g i n d u st r i c l l e c angeknüpft worden. Gleichzeitig hätten Beziehungen politischer Ratur mit der Gesellschaft der Gläubiger deS ehe­maligen russischen Staa es bestanden.

Von den 53 Angeklagten bekannten sich 19 un­eingeschränkt: 10, darunter Badstieber, teil­weise für schuldig, die übrigen, darunter Otto und Mayer, bestritten jede Schuld. Die Anllage stützt sich im we enilichen auf die Bekundungen Mato ss, Bcatanowskis und Kasa- rinolfs. Wie verlautet, soll der Beginn deS Prozesses um einige Tage verschoben werden. Kasarinofs soll auch behauptet haben, daß die gegenrevolutionäre Organ'fation in Amerika Maschinen ohne Ersatzteile bestellt habe.

Reue Verhaftungen der G.P.L.

Eine ganze Trustvcrlvaltung wegen eobota:ut>cri)od)t6 restgcnommcn.

Kowno, 11. Mai. (TU.) Wie aus Moskau ge­meldet wird, hat die G. P. U. in Charkow neue Verhaftungen vorgenommen. Es sind 29 Per­sonen verhaftet worden. Die gesamte Trust» Verwaltung derKoksobenzol ist ver­haftet. Sie befand sich angeblich in Serbin» d u n ß mit ukrainischen gegenrevolu­tionären Organisationen. Die Organisa­tion stand unter Führung eines gewissen W e 1 m a n , dessen Nationalität noch nicht fcftgefteUt ist. Die Ver­hafteten sollen bereits in den nächsten Tagen deni Gericht übergeben werden. Die Untersuchungen wer- den von dem Letter der G. P. U. persönlich geleitet. Es heißt, daß die Verschwärung der Vernichtung der chemischen Unternehmungen in der Ukraine galt.

Der EotmarerAutonomistenprozeß

Colmar, 11. Mai. (Wolff). In der heu­tigen Dorrnittagssitzung zitierte der Angeklagte Fahhauer u. a. Stellen aus Artikeln der ,V o l k s st i m m e". die besagen, daß das Blatt keinen Separatismus wollte, und wies nach, daß gerade in dem vom Vorsitzenden als belastend angeführten Artikel auch der Satz ent­halten sei, daß Elsaß-Lothringen f r a n z ö s i s ch bleiben müsse. Man tonne nicht behaupten, daß das Elsas.' früher, vor 1918, unter einem Joch gelebt habe: denn es habe doch damals ein eigenes Parlament gehabt, das die das Land betreffenden Gesetze selbst gab und ein eigenes Budget verabschiedete. Der Vorsitzende fragt hierauf, wenn er Faßbauer recht verstanden habe, wolle Faßhauer damit sagen, daß das Elsaß jetzt ein Ekla- venleben führe. Gegen diese Deutung wen­det sich Faßyauer mit aller Entschiedenheit.

eignes Eggemann, ehemalige Stenotypistin beimElsässer Kurier" und spätere Gattin des

Bruders des AbbSs Foßhauer

äußert sich über ihr« Reisen nach der Schweiz, die man ihr zürn Vorwurf macht, sowie über ihre Bankkonten, die im Januar 1927 in dklAction Fran^aise" veröffentlicht wurden. Ihren Dienst beimElsässer Kurier" hab« sie aufgegeben, weil ihr der Nachtdienst zu schwer wurde. Ihre Reisen nach der Schweiz seien auch begründet durch die Besuche, die sie ihrem In einer Genfer Kinderklinik liegenden Kinde abstattete. Sie habe in Luzern für etwa 400 000 französische Franken sich ein Konto errichten lassen, auf das dann später die In 820 000 sranrösische Franken umgeroe(hielten 100 000 Schwei­zer Franken des Darlehens Wildy eingezahlt wur- Den. Wenn sie dann zum Besuch ihres Kindes nach der Schweiz gefahren fei. habe sie bei dieser Ge­legenheit auf Wunsch des Ab bös Faßhauer die not­wendigen Ueberweisungen vorgenommen und die Quittungen an sich genommen. Wenn sie von ihren Reisen etwas zu verstecken gehabt hatte, so hätte sie nicht ihre Hotelrechnungen aus der Schweiz iy ihrer Handtasche behalten,

obwohl Ihr Schwager, ein Franzos« Meneguier, zur Zeit Redakteur beimJlou- oelle", der als Zeuge geladen Ist, f l e zu hause bespitzelte und der Polizei auch ihre Kontoauszüge übergab sowie auch ein Sparkassenbuch des Abbe Faßhauer, in dem die Einlage von etwa hundert-kranken durch hinzufugen einiger Bullen er- höht worden war, um den belastenden Eha-

rafter des Sparkassenbuches zu verstärken.

Schließlich gibt AgneS Lagemann noch Auskunft über lhr Konto bei der Bank Gerardot & Pinck in Straßburg. Dor Vorsitzende fragt, ebenlo wie seinerzeit die .Action Fran,alle', wie b e c Bank der einfachen Stenotypistin Gzgemann einen Bankkredit von 22 030 Franken habe ge­währen können. Agnes Cggemann zeigt ihr Bankbuch vor und lägt feststellrn. daß dieser an- gebllch« Debetsaldo durch einen Kreditsaldo ihres

schweizerischen Bankenkontos gedeckt war. Ihr Konto diente zur Auszahlung der jeweiligen Forderungen d.s Bauunternehmers Sigrist, der den Bau deS ^Grwtnia"-Gebäudes übernommen hatte. Abb^ Faßlauer habe die AuS-ahlung durch ihre Vermittlung vornehmen lassen, weil er, noch beim .Elsässer Kurier' be chü'tizt, nicht gewünscht habe, daß man dort von seiner Zei­tungsneugründung erfahre.

Rach Agne» Eggemann wird der ehemalige protestantische Pastor Heil verh-rt, der später in Straßburg und auch in Pari- als Journalist und, wie er sagte, auch zeitweilig alS Korrespon- dent für deutsche Zeitungen tätig gewe en sei. Auf Anordnung deS Präsidenten wird ein bei Heil beschlagnahmter Brief aus Berlin vom 13. Ok­tober 1926, dessen älnterschri t unleserlich ist, ver­lesen. Der vorgelelene Bries ist etwa zehn Tage vor dem Erscheinen ber .Volksstimme' geschrie­ben worden. In dem Bries« heißt «»:

3n der kommenden Zeitung muh die Einheits­front aller tlulonomiflen ersichtlich sein. Als ver­antwortlich darf nur in kleiner Depeschen- redakteur zeichnen, dessen verschwinden der Zei­tung nicht schaden dürfe."

Dann folgt ein« Wendung des Inhaltes, daß der Driefschreiber der Zeitung feine Rachrichten ein halbes Jahr gratis zur Verfügung stell«. Das werde dann der Zeitung erlauben, an Schnelligkeit der Rachrichtenübermittlung all« Straßburger Zeitungen zu überflügeln, H«il er­klärt, daß er den Schreiber diese- Briefes nicht kenne. Der Vorsitzende läßt dann aus einem bei Heil beschlagnahmten Entwurf eines Briefes vom 19. Oktober 1926 eine Stelle verlesen, di« etwa lautet: ..Die Veröffentlichun­gen müssen d«n Zveckerfüllen, ihn aber nicht entbüllen," worauf H?il erklärt, daß dies nicht Der Entwurf der Antwort auf den erst zitierten Brief vom 13. Oktober 1926 aus Berlin sei, sondern der Entwurf «Ines Briefes an einen seiner Freunde, den Professor am Lehrers«rninar zu Eßlingen. Otto Wilhelm Di« Frage. ob Heil vor Schaffung derVolks- stimme" mit Ricklin, Rosse oder Fahhauer in Verbindung gestanden hab«, verneint Heil ebenso wie die Frage, ob er von dem schweizerischen Darlehen Wildys Kenntnis geb t hab«

Weiterungen aus dem Eotmarer Prozeß.

Eolmar, 11. Mai. (WTB.) Di« Lokalpresse im Elsaß berichtet über Weiterungen, die eint Aeußerung deS Grafen v Pang«, des Vizepräsidenten der Gefellfchast der Freunde der Universität Straß­burg. al» EntlastungSz«r:ge vor dem Eolmarer Schwurgericht verursacht hat. Gras v. Dange als Entlastungszeuge au-getagt, daß das Programm deS Eljässifchen Heimatbundes viel

weniger weil gehe als bersvrelsweis« bet Dezentralisierungsplan des französischen Bot­schafters Hennefsh. und daß er die elfassich« He.matbundbevegung nicht als antinatio- n a l betrachte Aus Grund dieser Aussage hat ein anderes Mitglied der genannten Getellschast. Drofessor Ehsron. an den Generalsekretär dieser Bereinigung ein Schreiben gerichtet, wo­rin er erklärt, datz er seine Demission ein­reichen werde, da er die Ansichten d«s Grasen Pang« als mit seiner Einsicht unvereinbar antehe. und daß sie nicht ein und derselben Ge­sellschaft angehören Bnnten. Darauf hat nun Graf Pang« in einem neuen Schreiben geant­wortet. und, um Konflikte innerhalb der Gesell­schaft zu vermeiden, seinerseits seine De­mission angeboten. Wie heute aus Straß­burg gemeldet wird, sind noch zwei weitere Demissionsanträge dngegangen. wenn nicht Graf Pange sich spontan aus der Gefesk- schast dec Freunde der Universität Straßburg zurückziehe da seine Srllärungen mit dem nationalen Lharakter dielet Gesellschaft nicht in Einklang stünden.

Aus aller Wett.

yegeistrrle Ausnahme der vrrkincr Philharmoniker in Paris

Pari», 12 Mai (WTB. Funkspruch.) Da» Konzert, bas bas Berliner Philharmonische Or­chester gestern abend unter ber fieitung von Wil­helm Furtwängler gab, aeftaütte sich zu einem unbestrittenen Triumph für die deutschen Musiker. Etwa 2500 Personen füllten den großen Plcyelsaal. Außer dem deutschen Botschaster von Hoesch war auch ber Unterrichtsmmister Her« r I o t erschienen, bi« französische Mujikwelt von Rang war vollzählig vertreten. Zur Aufführung gelangten Handel» Concerto grosta In O-Moll, Beethoven» fünfte L-Moll-Symphonie. Richard Strauß' Symphonische DichtungTill Eulen- spiegel' und das Vorspiel zu Richard Wagner» Mcistersinger'. Der Beifall ber Zuhörer, ber schon nach ber Händetlchen Komposition einsetzte, stei­gerte sich nach Beethovens Symphonie zu einem Jubel, wie er ähnlich in Paris feit Jahren nicht zu verzeichnen war. Furtwänaler wurde mehr al» ein Dutzend Mal herausgerufen, die Mitglieder de» Orchesters erhoben sich und man subelte ihnen zu. Gleiche Szenen ber Begeisterung ipteiten sich nach den weiteren Darbietungen ab unb erreichten nach Schluß des ..Meistersinger'-Dorspieis ihren Höh«- punkt, als Minister H e r r I o t in Begleitung de» deutschen Botschaster» von Hoesch sich zu Furt­wängler begab, unb ihm für die Aufführung bankt«. Nach Schluß bes Konzerts fetzten sich die Beifalls- kunbqebungen auch noch auf ber Straße fort und als ber deutsche Botschafter mit Dr. Furtwängler da» Auto bestieg brachte man Furtwängler mi­nutenlange Ovationen dar.

Emil vahnkc tödlich verunglückt.

In einem Automobil verunglückte der Diri­gent des Brrliner S)mphonieorchester5. ($ il Bohnke. In der Rühe von Pasewalk fd'ich. Seine Frau, Lilly geb. v. Mendelssohn, wurdr schwer verletzt und starb ebenfalls bald darauf.

Malaria-Epidemie In Transvaal.

Sine Malariaepidemie sucht das Rusten- burg-Gebiet von Rordtransvaal In der Rähe von Pretoria heim. In den ersten brei Monaten des Jahre Z starben an Malaria 150 Europäer und Eingebv ene, während seit April 1200 Eingeboren« der Krankheit zum Opfer ge­fallen sind.

Oie Wetterlage.

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Lieber der Bords«« lagert ein Tiefdruckwirbel, unter dessen Einfluß eS besonder» in Dord« beutschband zu Schnee- unb Re^?iisäll«n, unb in unter«n Gebiet zu stärkerer Bewölkung kam. Die zuflirhenden kühleren Luftmassen an seiner Rückseite lassen zunächst kein« weitere Erwär­mung aufkommen, außerdem dürften st« auch bei un» noch zu vcränderlechem Wetter unb gelegent- üche« Schauern führen.

Dorhersaae für Sonntag. Wechselnd wolkig mit Aufbeiterung, mäßig warm, verein­zelt Aiederschläge.

Vvrhersaae für Montag. Wolkiges, auch vielfach heiteres Wetter, wärmer, meist trocken.

Lufttemperaturen am 11 Mai: mittag» 9,8 Grad (Xelfiu», abend» 1,8 Grab E.lsius am 12. Mai: mar- g<ns 5,8 Grad Celsius. Maximum 10,4 Grad Ceifius, i. um 0,2 Grab Celsius. Erdtemperaturen in tO Zentimeter liefe am 11 Mai abends 14,7 Grad Eclstus: am 12. Mai: morgen» 9,9 Grad Celsius. Sonnenscheinbauer 7 Stunden.