Prag und -ie Wenden.
Eine Entgleisung
Des tschechischen Staatspräsidenten Masaryt
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 12. April. In der tschechischen Presse erscheint ein Interview, das der Staatspräsident Mas r y k einem Schriftsteller aewährt hat und das sich durch einen HinwcisaufbieLau- sitzer Wenden auszeichnet, die nicht ebenso, wie die übrigen slawischen Doller, befreit und vereinigt worden seien. Wir können nicht recht glauben, daß Herr Masaryk tatsächlich von den Wenden gesprochen hat, eher dürfen ihm diese Worte durch seinen Ausfraaer in den Mund gelegt worden sein. Das Auswärtige Amt interessiert sich natürlich für diese Angelegenheit und wird sich zunächst einmal den authentischen Wortlaut des Inter- views durch unseren Gesandten in Prag verschaffen lassen, dann aber auch nicht zögern, dem Befremden der Reichsregiening Ausdruck oerlechen zu lassen, wenn tatsächlich eine Entgleisung Masaryks vorliegen sollte. Auf jeden Fall aber^ macht das Interview in dieser Form gegenwärtig seine Runde durch die tschechische Presse, es wärmt also wieder die Mär von bfcn unter deutscher Herrschaft lebenden „Sorbe n“ auf, um die man sich in der Vergangenheit schon wiederholt bemüht hat, ohne daß es aber gelang, in der Lausitz eine unter tschechischer Führung stehende Wendenbewegung auszulösen. Es ist zwar hier und dort zur Gründung wendischer Vereinigungen gekommen, im großen ganzen aber ist die Zahl derjenigen, die mit den bestehenden Verhältnissen unzufrieden sind, äußerst gering.
Die Wenden fühlen sich als Deutsche, sie genießen die gleichen Rechte, wie jeder andere Staatsbürger, kein Mensch hat ihnen bisher ein Haar ge- krümmt, ja, cs sind sogar dort wendische Schu- l e n eingerichtet worden, wo das gewünscht wurde, so daß es recht überflüssig ist, immer wieder von einer „slawischen Minderheit" im Süden der Mark und in Sachsen zu sprechen. Wenn aber eine gewisse tschechische Presse doch immer wieder darauf zurückkommt, bann geschieht das nur in der Absicht, Ansprüche auf blühende deutsche Provinzen geltend zu machen, die der tschechoslowakische Staat sich gerne einverleiben möchte. Anscheinend genügt es den Herrschaften in Prag noch nicht, drei Millionen Deutsche unter ihrer Fuchtel zu haben, deren Existenz sie totschweigen möchten, obwohl es angebrachter erscheint, sich einmal mit dem Schicksal der geknechteten, entrechteten, vielfach enteigneten Sudeten- deutschen zu beschäftigen, anstatt für die „Be- freiung" von ein paar hundert Wenden die Trommel zu rühren, die gar nicht daran denken, eine Vereinigung mit dem im tschechoslowakischen Stctat lebenden Slawen herbeizuwünschen. Mit ungefähr der gleichen Berechtigung wie die Lausitzer Wenden könnte man dann die französische,, Hugenotten in Friedrichsdorf im Taunus ober die von Friedrich Wilhelm 1. in Nikolfkoc bei Potsdam ongesiedelten Russen als „unbefreite" Fremdvölker behandeln.
Finnlands Befteiungsfeier.
«raf bo* der Goltz ht Helsmgfors,
Helf ingf orS, 11. April. (WB.) Die mvr- gigen Feierlichkeiten »um Jahrestag der Befreiung von Helsi-ngforS werden mit Besuchen des hiesigen Freiheitsdenkmals und der deutschen unb finnländischen Heldengräber «ingeleitet werden. Darauf folgt die GrmnerungS- feier im Finnischen Theater, an der u. a. der Staatspräsident und die gegenwärtige Regierung, die Regierung von 1918, sowie tnc hier weilenden deutschen Finnlandkämp-- fer teilnehmen werden. Im Anschluß an die Feier erfolgt ein Vorbeimarsch hiesiger Truppenteile des Gchutzkorps, die darauf zu den Heldengräbern marschieren, wo ein Feld- gotteSdienst abgehalten wird. Am Abend wirb von dem DürgerschaftSkomitee ein Bankett veranstaltet, zu dem die deutschen Gäste eingeladen sind.
Unter außerordentlich starker Beteiligung sand «ine große Festveranstaltung der Fmnlandtämp- fer statt. Reben zahlreichen Gästen aus Deutsch- land waren aruch viele sinnländische Minister und bekannte Politiker erschienen. Der erste Lande-- Verweser Swinhufu d sprach in warmen Morten keinen Dank für die Hilfe der Deutschen aus. die von Finnland zu einer 3ett größter Gefahr herbeigerusen worden seien. Dadurch, daß die deutschen Ssilfstruppen unter Führung des Grafen von der Goltz vom Süden auS der roten Armee in den Rücken gefallen seien, sei der Sntscheidungssieg errungen worden. Ihm antwortete Gral von der Goltz, der von der deutsch-finnländischen Waffenbrüderschaft sprach und die herzlichsten Grüße deS Reichspräsidenten von Hindenburg übermittelte. Die Festversammlung brachte «in Hoch auf Hindenburg aus und die Militärkapellen spielten die deutsche und die sinnländischc Rationalhymne. Die Absendung eines D a n k - telegrammS an Hindenburg wurde beschlossen.
Oie Nürnberger Oürerfeier.
Eröffnung der Dürerausstellung.
Rürnberg, 11. April. (WB.) Heute vormittag fand im Germanischen Mus eum die Eröffnung der großen Dürer-AuS st e l - l un g statt. Oberbürgermeister Dr. Luppe hieß die Gäste willkommen. Er feierte Dürer als den deutschesten aller deutschen Künstler, der zugleich jedoch auch der ganzen Welt gehöre, da echte Kunst die Grenzen von Ländern und Böllern nicht kenne. Kultusminister Goldenberg bezeichnete Dürer als di« größte Persönlichkeit deutscher Kunst und zugleich als Weltbürger in des Wortes edelster Bedeutung.
Reichsmini st er v. ft c u b e 11 dankte namens der Reichsregierung für die Begrüßung und ferner allen denen, die mitgcwirkt haben zur Veranstaltung der Feier. Der Minister behandelte bann die Frage, was Dürer heute dem deutschen Menschen sei. Er schloß mit dem Wunsche, daß dieser große deutsche Künstler ständig in uns lebendig sei. Der italienische Botschafter Graf Aldravandi Marescotti behandelte die Zusammenhänge der Kunst Dürers mit her italienischen Kunst und betonte, daß Dürer stets rein deutsch geblieben fei. Der ungarische Gesandte Koloman v. Konya wies auf die tausendjährigen deutsch-ungarischen Kulturbe;,ehungen hin, die zu festigen das aufrichtige Bestreben oller maßgebenden ungarischen Kreise sei. Der österreichische Gesandte Dr. Frank überbrachte die Grüße des österreichischen Brudervolkes. Er bezeich netc Dürer als den idealsten Typ des deutschen
Mannes. Als Vertreter Frankreichs überbrachte Graf d'Ormesfon die Grüße der französischen ^Regierung.
Die Ausstellung enthält nicht nur die bedeutendsten Werke Dürers, die aus allen Teilen der Welt vereinigt wurden, sondern auch die Werke seines Lehrers Wohlgemut, der Schüler Dürers, wie Schäufelein, Hans v. Kulmbach und anderer. Andere Ausstellungsräume zeigen graphische Werke Dürers, Stiche und Holzschnitte, sowie die Heinen Arbeiten Dürers, wie beispielsweise das berühmte Gebetbuch Kaiser Maximilians.
3m festlich geschmückten großen Rathaussaal and am nachmittag ein Festessen statt, an dem der preußische Kultusminister Dr. Becker das Wort nahm, der Dürer als das Symbol des Deutschtums bezeichnete. Die Dichter und Künstler müßten und Leitstern fein. Dazu gehöre in erster Linie auch Albrecht Dürer, der immer wieder trotz seiner Sehnsucht nach Italien deutsches Wesen verkörpert habe. Am Abend fand in glänzender Besetzung eine Festaufführung der »Meistersinger" statt.
Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Anträge zum Staatshaushaltvoranschlag
Darmstadt, 12.April. (Wolff.) Der hessische Finanzausschuß befckäftigte sich am Mittwoch mit der Beratung der zahlreichen zum Staat»- Voranschlag 1928 vorliegenden Anträge aller Parteien. Einige kommunistische Anträge auf Sirei- tung der Beitrage für kirchliche und religiöse wecke, der Zuschüsse zu Offiziers- und Witwenkassen, Aufbesscrungsgelder und Gnabengehälter sowie auf Gewährung von Zuschüssen an bedürftige Beamte, Bereitstellung eines Hilfsfonds für wohltätige und für besondere Zwecke wurden abgelehnt. Ein kommunistischer Antrag, die D i e n st a l t e r s- grenze der Staatsbeamten herabzusetzen, wurde ebenfalls abgelehnt. Die beantragte freie Dienstkleidung der Polizeibe- n m t e n wurde gleichfalls abgelehnt. Einstimmig angenommen dagegen wurde ein kommunistischer Antrag, die Regierung zu ersuchen, eine A u f st e l l u n g über d i e Stärke der Polizei i. vor 1914, 2. vor der Verstaatlichung und 3. im gegenwärtigen Stand herauszugeben. Die kommunistischen Anträge auf Streichung des Kapitels „Schlichtungswesen" im Haushalt des Ministeriums der Justiz und der Ge- richte wurden ebenfalls abgelehnt. Ein Antrag auf Modernisierung der Klosettanlagen in den hessischen Strafanstalten wurde der Regierung als Material überwiesen. Die Regierungsvorlage betr. Staatsbeihilfe für den notleidenden Eisenerzbergbau in Oberhessen wird in der jetzigen Fassung angenommen. Zurückgestellt wird ein Antrag betr. die Förderung der Landwirtschaft im Vogelsberg. Angenommen wirb bie Regierungsvorlage über die Aenberung ber Bezeichnungen „Gerichtsfchreiber" unb „Gerichtsblener": ba= nach werben künftig bie Gerichtsschreiber „U r - funbebeamten* unb bie Gerichtsblener „I u - st i z w a cht m e i st e r" genannt werben. Die Regierungsvorlage zur Wciterführung ber sog. lanbstän- bischen Domäneninnentare wird angenommen. Danach wirb künftig eine besondere Inventarmitteilung ber hessiscben Domänen an den Landtag unterbleiben. Die Regierungsvorlage über den Schlohumbau zu Darmstadt wird zurück- gestellt bis zu der in dieser Woche vorgesehenen Besichtigung des Umbaues. Die Regierungsvorlage über die Beteiligung Hessens an ber Kraftver kehrsgesellschaft „Hessen" gab Anlaß zu einer lebhaften Aussprache aller Aiisschußmitglieder. Da die einzelnen Mitglieder noch mit ihren Parteien Rücksprache nehmen wollen, wirb bie Ettebiguna ber Vorlage vertagt.
Fortsetzuna ber Beratungen am Donnerstagvormittag. — Der Landtag ist für Dienstag. 17 April einberufen worden.
Die Kandidaturen
der elsässischen Autonomisten.
Paris. 11. April. (WTD.) Wie HavaS aus Straßburg berichtet, hat außer Dr Rick!in und Ross 6 nunmehr auch der frühere Geschäftsführer der Autonomistenzeltung »Die Wahrheit". D a u- m a n n. aus dem Gefängnis in Colmar heraus I bei der Präfektur feine Kandidatur für die I Kammerwahlen im Wahlkreise Straßburg II auf
stellen lassen. HavaS berichtet ferner, daß daS Direktorium der protestantischen Kirche Augsburger Konfession in Elsaß und Lothringen den in die Autonvmistenbewegung verwickelten, in den Anklagezustand versetzten und seit 26. Dezember 1927 im Auslände befindlichen Pastor Hirzel feines AmteS enthoben habe.
Aus aller Wett.
Graf Lnckners Heimkehr.
Der Empfang drS von feiner Wettreife zu- rückgekehrten Grafen Luckner in Bremen gestaltete sich überaus herzlich. Sn allen Unter- weserstadten, die passiert wurden, hatten sich überaus zahlreich« Zuschauer angefammett, die dem Grafen zujubelten. So gelangte der Vier- maftschoner zum Hohentorhafen. Unter den Klängen des Deutschlandliedes machte die „Vaterland" am Kai des HafenS fest, an dem sich eine unübersehbare Menfchen- menae eingefunden hatte. Di« Gäste unb bie Mannschaft der „Vaterland" verfammelten sich auf dem Achterdeck, wo der Vorsitzende des Vereins „Luckners Weltumsegelung". Gouverneur a. D. Dr Sch ulz - Swer th , und im Auftrag« des bremischen Senats Staatsrat Dr. D u ck w i tz Begrüßungsansprachen hielten. Hierauf ergriff Graf Luckner daS Wort: „Sch danke Ihnen von Herzen für den herzlichen Empfang, der mir hier von Seiten des Bremer Senates zuteil geworden ist. Sch bin von hier ausgesahren und habe Bremen verlassen mit froher Hoffnung, aber Ich habe nicht gewußt, wie schwer ich ringen mußte und wie schwer es mir werden würde, die Freundschaft der Amerikaner zu gewinnen. — Der Krieg ist vorüber, jetzt gilt es, die Freundschaft zu pflegen. Sch bin mit einer kostbaren Ladung von Amerika zurückgekehrt, denn ich bringe die Herzen aller Amerikaner mit. Das ist die Ladung, bie ich In Deutschland löschen will."
Auf einem vom Kaufmännischen Verein „Union“ veranstalteten öffentlichen BegrühungS- abend Dementierte Graf Luckner nochmals die Pressenachricht, wonach er angeblich amerikanischer Bürger werden wollte. Allerdings sei er Ehre n- bürger von San Franzisko geworden. Luckner schilderte dann die überaus herzliche Begrüßung durch die Reuhorker Bevölkerung und erzählte, wie er vornehmlich vor Schulkindern, Studenten und In Clubs gesprochen habe. Erft nach und nach sei eS ihm gelungen, sich durchzusetzen und sich zu behaupten. Als er die maßgebenden Persönlichkeiten der amerlfantfcben Press« gewonnen hatte, sei sein Arbeiten für das Deutschtum minder schwierig geworden. Graf Luckner sprach von Amerika und den Amerikanern mit großem Respekt und schilderte in schlichter Form, wie er an Mister Harris, dem früheren amcdtantfdbcn Besitzer seines Ka Perkreuzers »Seeadler", die amerikanische Flagge, di« er im Schiff gefunden, zurückgegeben habe. Luckner prägte dabei das mit großem Beifall , aufgenommene Wort: Wie sott ein Ehrenmann | den Respekt vor der Flagge des Gegners ver- I lieren?" Die Anwesenden brachten dem Grafen lebhafte Ovationen.
Eine Rauschgifttragüdie.
Seit Jahresfrist tauchten in verschiedenen Berliner Apothelen Rezepte aus betrüchlliche Mengen Kokain und Mo -hium auf, die die Unterschrift eines praktischen Arztes trugen. Es wurde fest- gestellt. daß es sich bei dem Aussteller der Rezepte um einen praktischen Arzt handelte, der im Sommer 1927 auS Wittenberge an der Elve nach Berlin übcrgeflebtit war und ungemeldet im Westen der Stadt wohnte. Er betätigte sich als sog. ..fliegender Arzt", b. h.. er unterhielt keine bestimmten Sprechstunden, und seine Kunden, die ihn aufsuchten, kamen lediglich der Aauschgiste wegen. Er war selbst Koka in ist. Um sich selbst mit Kokain versorgen zu können, verkaufte er ein Stück feiner gut eingerichteten Wohnung nach dem anderen. Auch alle entbehrlichen Klcidunos- und Wertstücke wanderten zum Versatzamt. AlS die Kriminalpolizei auf Grund der wieberaufgetauch- ten Rezepte neuerdings nach dem Arzte suchte, fand sie ihn in einer Ser berge in ber Augüst- ftraffe, seiner letzten Zuflucht Gr ist völlig heruntergekommen und mußte zu seiner eigenen Sicherheit in eine Heilanstalt gebracht werden.
Das Gespenst von Koblenz.
Oie Politik ber Hheinlanbkommission unb ber Geist von Locarno.
Von unserer Berliner Redaktton.
Berlin, 12. April. Der Einspruch, den die Besatzungsbehörde gegen bie Eingemeindung der Stadt Höchst in Frankfurt am Main erhoben hat, erinnert uns und vor allen Dingen die amtliche deutsche Diplomatie in denkbar häßlichster Form daran, daß auch hier der Gei st von Locarno eine schöne Illusion gewesen ist, hinter der nur Deutschland herjagte. Drei Jahre ist es jetzt her, daß uns in Locarno die Zusage gemacht wurde. daS System der Ordonnanzen, das sich wie ein Albdruck über das ganze besetzte Gebiet gelagert hat, ollte abgebaut, zusammengestrichen und den Verhältnissen entsprechend geändert werden. Aber bei schönen Worten ist es auch hier geblieben. Die R h e i n l a n d k o m m i s s i o n, die in Koblenz ja irgendwie ihre Existenzberechtigung nachweisen muß, hat zwar eine Revision der Ordonnanzen versucht, hat aber nur an den Rebendingen herumkorrigiert und schließlich den deutschen Behörden eine Arbeit überreicht, die ür uns völlig unannehmbar war. Darüber wird jetzt seit einem Jahre verhandelt, ohne daß der geringste Fortschritt erzielt wird, weil Der gute Wille dazu auf ber Gegenseite fehlt. Vielleicht ist der Einspruch in Sachen Höchst deshalb erfolgt, um die deutsche Regierung mürbe , u machen unb zu größeren Zugestänbnissen bei »er Revision ber Orbonnanzen zu bewegen. Ein Verfahren, bas aber sicherlich nur ben entgegengesetzten Erfolg haben kann.
Formell ist vielleicht ber Stanbpunkt ber Rhein- lanbkommission zu halten. Sie weift darauf hin, baß HöchstbesetztesGebtetlst unb burch bie (Ein« gemeinbung nach Frankfurt schwierige Kompetenz- Konflikte geschaffen werben könnte. In dem Ein- lemeinbungsgeses; selbst aber ist barauf bereits Rück- icht genommen, ba eine befonbere Verwal- tungsftelle mit weitgehenber Selbständigkeit
unb eigener Polizeigewalt eigens für diesen Zweck vorgesehen war. Vor zehn Jahren, als doch bie politische Situation wesentlich gespannter war, hat sich in D ü s s e l d o r f bei der Eingemeindung von Ober- kastel etwa» Aehnliches ereignet. Damals sind von ber Besatzungsbehörbc keinerlei Schwierig feiten gemacht worben. Heute dagegen, wo wir angeblich der Befriedung Europas mit Riesenschritten entgegengehen, wo irgendwelche ernsthafte Zerwürfnisse aus ber (Eingemeinbung überhaupt nicht mehr entstehen könnten,' hält es die Rheinlandkommstston für notwendig, von ihren Machtmitteln weitestgehenden Gebrauch zu machen.
Wir nehmen an. daß durch weitere Verhandlungen der Fall selbst aus der Wett zu schaffen sein wird. Aber die Temperatur, die er geschossen hat, bleibt doch bestehen. Wir kommen um die traurige Tatsache nicht herum, daß. wenn nicht die französische Politik, so doch wenigstens das französische Militär alles tat, um eme Besserung der deutsch-französischen Veziehungen zu sabotieren, und daß die französisch« Politik nicht stark genug ist, dem cntgcgenzuarbetten. Daraus müssen von deutscher Seite die entsprechenden Folgerungen gezogen werden. Es hat gar keinen Sinn mehr, bie Verhandlungen in Koblenz nach diesem Vorkommnis sortzusetzen. Deutschland bleibt nichts anderes übrig, als öffentlich sest^ustellen, daß auch in diesem Punkt die verbrieften Zusagen, die unS gemacht wurden, nicht eingehalten worden sind. Wir müssen es barm Herrn Bria nd überlassen, ob er sich auch diese Niederlage gefallen läßt. Er hat eS ja vollkommen in der Hand, auf diplomatischem Wege eine Aenderung herbeizuführen, ohne sich um die Koblenzer Generale zu kümmern. Will er das nicht, so müssen wir uns auch damit abfinden und uns damit trösten, daß die Defahungsfristen einmal ablaufen werden.
Feuergefcchl auf dem Leuth en er hanpkbahnhof.
In der Nacht wm Mittwoch tarn e» auf bem Hauotbohnhof in Beuchen zu einem folgenschwere» Zu lammen stoß zwischen mehreren Bandi- t e n unb dein Bahnschutz. (Ein auf ber Fahrt nach Rosenberg begriffener Reisender geriet mt Wartesaal in Wortwechsel mit mehreren Personen, Darunter bekannten Beuthener Tajchendle - ben. Diese schlugen mit Stöcken auf den Reifenden ein und bred^en ihm schwere Verletzungen bei. Daraufhin eilte ber Bahnschutz herbei und wollte bie Leute festnehmcn. Diese flüchteten auf den Bahnsteig unb eröffneten von hier aus dos Feuer auf die Bahnfchutzbeamten. Ein gcoiffer Grobara brachte mit einem Trommelrevolver einem Bahnschutzbeamten eine schwere Verletzung an ber linken Schläfe bei. worauf der Bai)nsck)utz femerfertß das Feuer erroiberte. Grobara erhielt einen Knieschuß, konnte aber trotzdem nach flüchten, während drei Mitglieder der Bande feftgenommen werden konnten. Der geflüchtete Grobara wurde von ber Kriminalpolizei in Roßberg aufgegriffen und in bas Krankenhaus eingeliefert wo er sich einer Operation unterziehen mußte.
Bergungsarbeiten am Conerfet.
Die „Xribuna“ meldet, daß Taucher am borner- fee die Leichen von 12 bet verunglückten Ausflügler des Motorboots bereits geborgen hocken. Drei Leichen konnten bis jetzt noch nicht geborgen werden. Die Zahl der Verunglückten beträgt somit 15. Der Besitzer des Motorbootes ist noch in Hast. Wenn die Untersuchung auch ergeben sollte, daß daS Motorboot bei der Abfahrt den technischen Anforderungen entsprach, so wird ber Besitzer gleichwohl zur Verantwortung gezogen werden, wett die Zahl derPassagiere die Tragfähigkeit des Motorbootes bei weitem überschritt.
Aussperrung In ber sächsischen Metallindustrie.
Der Verband sächsischer Metallinduftneller hat bie Bekanntmachung erlassen, baß mit Ablauf ber Don« nerstageschicyt bie gesamten Metallarbeiter Sachsens ausgesperrt werben. (Es handelt sich laut „DAL? um etwa 160 000 Iris 170 000 Arbeiter. In dieser Zahl sind auch bie ru.ib 20 000 Metallarbeiter enthalten, die sich schon jetzt ün Ausstand befinden.
Einsegnung de» Luftschiffs „Dtalia“.
In Mailand fand die Taufe des Luft- schifieS .Italia" und die Uebergabe des Kreuzes, daS eine Spende des Papste- ist. statt. Die Zeremonie wurde vom Mailander Erz- blfchof, Kardinal Tvfi, affiftiert vom Bischof von Lorettv, in Anwesenheit hoher Offiziere unb der Geistlichkeit vvrgenommen. Rach der Einsegnung hielt der Kardinal eine kurze Ansprache und entbot den Startbereiten den Gruß und den besonderen Segen des Pap st es. Außer dem Kreuz wurde an der Kabine ein Bildnis der Muttergottes von Lovettv angebracht. Das Bildnis hat General Roblle bereits bei seinem letzten Fluge nach dem Rordvol begleitet.
Eisenbahnunglück bei Malmedy.
Zwischen den Stationen Wehwertz und 6ouc- brvdt auf der Strecke MalmedH—Montjoie soll ein Güterzug mit der Lokomotive und 15 Wagen entgleist sein. Bier Personen sollen ge- t6tet der Sachschaden sott bedeutend fein
Jfinf Personen ertrunken.
öle'aus Marburg (Steiermark) berichtet wird, kippte a u f d e r D r a u ein mit Heu beladener Kahn um, in bem sich Drei Männer, zwei Frauen und drei Kinder befanden. Nur drei Personen konnten gerettet werden. Bisher ist die Leiche einer Frau geborgen worden.
Jflnf Kinder verbrannt.
In einet Ortschaft im Kreise Lbbau in Pvmeretten find fünf Kinder einer polnischen Arbeiterfamilie verbrannt, während die Mutter ausgegangen und der Dator auf Arbeit war
Oie Wetterlage.
R6$t
H
> <4- Pro
° Q
<flt#oix-.nies. 9«nr. 9f«® » venua. • otdtcxi • ««0<a
» schfiet a tireoctin. ■ "t»ei K Oewfiur_©v<*Wi!i<.-O-
e.rntn Op <n»»s-«c- Wsoeve«. 7) itonmjcBcr Mrdwcs* o-e »ftrrt mit de* wind«. DU oe den 5?euoi><* itenende* Ze* MR otten die Temptretuf en Die Llnue vrrbiMe» Orte *it tUKMÄ ewf rt«ereiii#f«i- um«ru*nfte* UilMrecfc
Wettervoraussage.
Im Bereiche flacher Druckstörungen kam es bereit* zu vielfachen Niederschlägen und weiterem Teenpe- raturrückgang. Da noth immer Luftdruckgegonfätz« bestehen, fo ist zunächst mit der Fortdauer des vor ändertichen Wetters zu rechnen.
Wettervoraussage fürSreitag : Öcd> selnd wolkig, etwas kühler, jedoch noch mKb, vereinzelte Niederschläge.
Witterungsausfichten für Samstag: Im wesentlichen keine Aenderung.
ßufitemperaturen am 11. April: mittags 16,5 Grob Celsius, abends 10,4 Grad Celsius , am 12. Avril: morgens ft,3 Grob Celsius. Maximum 16,5 Grab Celsius, Minimum 7,3 Grob Celsius- — Erdtempera turen in 10 Zentimeter Tiefe am 11. April: abends 13 Grad Celsius, am 12. April: morgens 9B Grad C'llius — Niederschläge 6 Millimeter. — Sonnen- schemdauer 3 Stunden
M WaM fz «Men tt M Wder m D, stnd wohlge
ijamfoi, Oie DvchL mal unter g
Linse" 6 iend tnd
fes»
»-'Eich
M ;a deinem.^ tz'«
- S
1 Die
u, Me wachsam tv jedes lötmei
jiibaum, der fid -W W*’S itilkGSitKtl soll! U die Men 2
mit unS ju In unb sch M eit Wie M A ruherdemno Sonr.i Icheint ba mb zedechi. 3 fielen. Sanft te
können wir ’J fönliche Freiheit nicht gar zu sck wir den Äugen! Di«.
6to
Aan schreibt, iS Ühr, geh: bei miäßigten maberlhau! öchubert-Lerie, Mist dst mut
’nen t
•MS yunp u e oahi ber 19^ Ä<Jüf9e 'JHetiinji fnnen :
bei taoHl fteigerung tu» den ÜBc fr.,,01” Donr N Mr. in de ^Je“ in ( 96 St. Eichens 10,94
»s,
38,19 Im,
34»w , Nh 26,1 'bt-Lichens in CtNL=4'33
Buchen d°h 3. u ^^0,24(0,
' SL„.8i<f)knl *217,1 '' " s)Menl
^^efernl ykniü


