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Donnerstag, 12. Hprii 1928

178. Jahrgang

Nr 86 Erstes Platt

!iung

Berlin , 12. April. (DJ.I.B. Junffprudj.) Nach I flieget auf die Stunde der Abfahrt warteten, trafen

die Mechaniker die letzten notwendigen Vorbercitun-

Wahtschlachi in Chikago

Die Germania" stellt fest, daß die Reichs-

rende Männer anerkannt und gewertet zu

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Oie Reichsliste des Zentrums

Dr. Wirth kandidiert an zweiter Stelle

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Sabclsberg ausgebrodjen.

Mchen dicht am Dahn« enheröe, die sich auf

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Mr Europas durch Europa.

Del dieser Tätigkeit sand er weitgehende ilnter- stützung bei seinen: Münchener Parteigenossen Semmel mann. Don München aus hat Sem­melmann Braun ständig über Dorgänge in den Rechtsverbänden unterrichtet. Braun ha: aus Grund dieser Mitteilungen schriftlich Vorschläge ausgearbeitet, wie man die Rechtsverbände wirk­sam bekämpfen könnte.

In feinem Bureau, in dem er mit Lonario zusammen arbeitet«, wurden seinerzeit Richt­linien für einen kommunistischen Ll u f> st a n d gefunden. Um diese Maßnahmen nach außen hin zu bemänteln, hatte Braun die Richtlinien so

liste des Zentrums Damen von Persönlichkeiten enthalte, die im politischen und wirtschaft­lichen Leben unseres Dolkes eine hervor­ragend« Rolle spielen. Es seien Persönlichkeiten, die ben Anspruch erheben dürfen, als f ü h -

werden. Politisch gesehen seien es gerade auf­rechte Persönlichkeiten, die dein demokratischen Charakter des Zentrums und seiner Zuverläs­sigkeit beredten Ausdruck verliehen. Auch die aus

Nnaahme von 3n)ftgen für die lagtsnummer bi» zum Nachmittag vorher.

preis tir 1 mm höhe fir Anzeigen von 27 mm Breite ortlid) 8, au »wärt» 10 Reichspfennig- für R Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20*, mehr.

ThefredaKtenr

Dr Friedt Mlh. Lange. Detantwotilich für Politik Dr. Ft Wilh Lange für Feuilleton Dr H.LHyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumscheini für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dießen

einer hier eingetroffenen Meldung Hal das Flug­zeugBremen" um 6.05 Uhr deutscher Zeit d i e irische Küste verlassen. Vas Flugzeug Hal mithin die Strecke Balbonnel bis zur Küste, die 175 Kilometer beträgt, in einer Stund« 27 Minuten zu- rürfgelegt Dies entspricht einer Stundengeschwindig­keit von etwa 120 Kilometern. Die deutschen Flieger werden begleitet von dem Oberbefehlshaber der irischen Cuflffreitfräfte, Oberft FIHMaurice. der an die Stelle des vor einigen lagen nach Deutschland zurückgekehrten Spindler getreten ist. Line große Menschenmenge, unter der sich auch Präsident Cosgraoe und seine Gattin, der deutsche Konsul, der Generalflabschef der Armee des irischen Freistaates und Mitglieder der Regierung befanden, wohnte dem Abflug derBremen bei, die sich mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit vorn Erdboden löste. Lin irisches Flugzeug gab ihr das Geleit über Irland. Das Wetter ist günstig. Die Flieger sprachen die Hoffnung aus, daß es ihnen gelingen werde, den Flug in 36 Stunden durch- zusühren. Der Flugplatz von Balbonnel glich vorn ruhen Morgen an einem emsigen Bleninforbe und um 3.35 Uhr war alles für den Start bereit Das IDetter war schon, der Himmel wolkenlos und die Bedingungen für den Abflug ideal, während die

profeffor von Eicken operiert König Aman LiUah.

Berlin 11. April. (WLB.> König Aman Ullah von Afghanistan ist heute vormittag von dem früher in Gießen tätigen Laryngologen Professor Dr. v. Eicken an den Mandeln operiert worden. Der Eingriff ist gut verlausen. Der König befindet sich wohl, wird jedoch zur Beobachtung des Heilunasprozesfes noch einige Tage in der Klinik verbleiben.

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Wildwest in Moabit.

Kommunistische Gesangencnbe sreiuvg.

Berlin, 11.April. (1BB.) 3m Amtsgericht zu Moabit sand heute morgen gegen 10 Uhr eine tur­bulente Szene statt. Aus dem Borjimmer des Reichsgerichtsrates Dr. Bogt wurde von einer schwer bewaffneten Bande der wegen Landesverrat in haft fitzende kom­munistische Schriftsteller Otto Braun befreit Trotz der sofort aufgenommenen Berfol- gnng konnte Braun nicht mehr wieder verhaftet werden. Braun befand sich seit dem vorigen 3ahre wegen Landesverrates in Untersuchungshaft Seit einiger Zeit hatte feine Freundin, die 20jährige Olga B e n a r i o die (Erlaubnis, ihn ab und zu im Ge­fängnis zu besuchen. Reichsgerichtsrat Bogt hat ihr auch heute wieder diese Erlaubnis erteilt Plötzlich drangen sechs bis acht sonntäglich gekleidete junge Burschen in das Zimmer, hielten den Be­amten Revolver vor die Brust und sorderten sie auf, die Hände hochzunehmen. Als ein Justizwachtmeister versuchte, dem einen Burschen den Revolver aus der Hand zu schlagen, bekam er mit einem Gummiknüppel mehrere Schläge auf den Kopf, so daß er zu Boden fiel. Zwei andere stürzten sich auf den anwesenden Jusfizobersekretär und würgten ihn, weil er um Hilfe schrie. In der Zwischenzeit alarmierten andere Justizbeamte die die Hilferufe gehört hatten, mittels schrillen pfeifens das ganze Haus. Bon allen Seiten eilten Justizbeamte und Polizisten herbei, doch ehe die Ausgänge versperrt worden waren, gelang es den Berbrechern, in einem bereitstehenden Auto zu entfliehen. Arn Ausgange konnte man nur noch einen dieser Rowdles festnehmen. Der fest­genommene gestand nach feiner anfänglichen hart­näckigen Weigerung, eine Auskunft über sich und seine Rlltbetelligung zu geben, ein, daß der Plan seit acht lagen sorgfältig vorberei­tet worden sei. Er behauptet jedoch, daß er die an­deren Mitverschworenen nicht gekannt habe und daß überhaupt keiner von der Persönlichkeit des anderen Kenntnis gehabt habe. (Er gab dann an, daß er Karl Philipp heiße. (Er sei Schlächtergeselle von Beruf und 24 Jahre alt.

Schweres Eisenbahnunglück in Paris.

Zugzufammcnstotz im Nordbahnhof. Sechzehn Zote. 33 Lchwerverlctzte.

Paris, 11. April. (WTB.j Auf dem Rordbahn- hof hat sich heute Rachmittag ein fchwere» Eisen­bahnunglück ereignet Der um 15.15 Uhr Paris verlas­sende Zug nach Amiens und Boulogne hatte ge­rade den Rordbahuhof ocrlaffen und begann in voller Geschwindigkeit ju fahren, als er vor der Marcadetdrücke auf den von Plerrefitte kommenden Personenzug, der um 15.12 Uhr in Paris elntressen sollte, ausfuhr. Das Unglück scheint daraus zu- rückzuführen zu sein, dah der letztere Zug eine Mi­nute Berspätuug hatte. Auch soll eine welche nicht funktioniert haben. Der Führer des von Plerrefitte kommenden Zuges ist in haft genommen. (Er foU zugegeben haben, ein Signal, das halt bedeutet, überfahren zu haben, weit er es mit einem anderen Signal verwechselte. Der Führer des Gegenzuges ist seinen Berlehungen er­legen. Insgesamt sind 16 lote und 33 Schwer­verletzte zu beklagen. Unter den Schwerverletzten befindet sich ohne Angabe der Rationalität eine Frau Anna Henkel, wohnhaft in Paris. Alle übrigen Getöteten und Beriehteu scheinen Franzosen zu fein.

Der stellvertretend« Minister für Oessentllche Ar­beiten. hat sich mit höheren Beamten der Rorb- bahndlrektion an Ort und Stelle begeben. Vie Un- glücksstelle bietet einen furchtbaren Anblick. Menschliche Körper. Wagentelle und Eisenstücke be­decken den Boden. Unter den Trümmern der buch­stäblich zersplitterten wagen ist das Stöhnen von noch nicht geborgenen Beriehteu ju hören. Das von allen Bahnhöfen herbeigeeilte Hilfspersonal und die Feuerwehr bemühen sich, die Rettungsarbelten zu beschleunigen. (Einer jungen Mutter, die mit ihren zwei Kindern reiste, wurden beide Beine vom Leibe I gerissen, auch ein Säugling wurde getötet. Alle Züge haben viele Stunden Verspätung, da die Zufahrt zum Bahnhof noch nicht frei gemacht werden konnte.

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OieBremen" verläßt Irland

Aufstieg zum Flug über den Atlantik.

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ausgestaltet, daß sie als Abwehrmaßnahmen gegen einen Rechtsputsch erschienen. Er allein hat jedoch diese Dinge nicht bearbeitet. Vielmehr tagte bei ihm in regelmäßigen Abständen der sog. Abwehrzir­kel. der sich auch mit der Zersetzung d e r Reichswehr und der Schutzpolizei be­faßte. Auf Grund des reichen Materials hat das Reichsgericht bann auch die hochverratsan- klage gegen Braun, Semmelmann und Olga Be- nario erhoben. Sehr belastendes Material fand der Untersuchungsrichter bei einer überraschenden Haus­suchung in der Wohnung Semmelmanns in München.

Berlin, 11.April. (WB.) Der Reichsparteioor- stand des Zentrums ist im preußischen Landtags gebäube zusammengetreten, um die Tagung des Reichsparteiausfchusses oorzubereiten. Die Vor­standssitzung wurde von dem Parteioorsitzenden, Reichskanzler Dr. Marx, geleitet. Unter anderem nahmen an ihr Reichskanzler a. D. Dr. Wirth, sowie der stellvertretende Vorsitzende der Zentrums- fraktion, Dr. Stegerwald, und der preußische Wohlfahrtsminister h i r t s i e f e r teil. Die Aus­sprache beschäftigte sich auch mit der Aufstellung der Kandidaten für die Reichs liste der Zentrums- Partei. Die Liste weist folgende Namen auf: Zunächst die bisherigen Reichstagsabgeordneten Reichskanzler Dr. Marx, Dr. Wirth, Dr. Stegerwald, Frau Weber (Düsseldorf), Herold, Esser, Klöckner, Hofmann (Ludwigshafen), Sam­mers, Wegmann und Dr. Krone: bann folgen Frau Fuchs (Hamburg), Bahnmeister Gast, Landwirt H e t g i n g , Postassistent Kamp schulte und Lehrer Weidekamp. Die zehnt« Stelle auf der Reichslifte ist frei geblieben für einen Doppelmandatar der preußischen Landtagslist«.

politische Korruption in Amerika.

An demselben Tage, an dem im Strafgefängnis Moabit eine gewaltsame Gefangen enbefreiung von Kommunisten mit Erfolg durchgeführt wurde, kamen Rachrichten aus Chikago, die Zustände erkennen lassen, wie man sie bei uns von jeher als echt amerikanische bneichnet hat. QDerai man die Vorkommnisse von Chikago und Berlin vergleicht, dann kommt man doch wohl zu der Einsicht, daß man mit der Bezeichnwrg echt amerikanisch oder Wildwest bei uns in Deutsch­land reichlich freigiebig ist. Die Amerikaner sind uns auch in dieser Hinsicht noch immer gewaltig Über.

In Chikago sind politische Kandidaten oder Agitatoren am entscheidenden Tage entweder kurzerhand niedergeschossen oder ge­waltsam entführt worden, um ihnen die Entfaltung ihrer Tätigkeit unmöglich zu machen. Das ereignete sich bei den sogenannten Dor- oder Primärwahlen. Das ist eine Einrichtung, die in Europa völlig unbekannt ist. Drüben werden be­kanntlich nicht nur die eigentlichen Volksvertreter, sondern auch die meisten Beamten, vom Präsi­denten der Republik angefangen, bis herab zum Gemeindenachtwächter, gewählt, und zwar meist in direkter geheimer Wahl. Alm die Par­teien in den Stand zu setzen, ihre Kandidaten aufzustellen und dabei die Gewähr zu haben, daß es eingeschriebene Mitglieder der Partei find, ist das Verfahren der Vorwahlen ein» geführt worden. Zunächst muffen sich an den Registriertagen alle Stimmgeber in die Wäh­le r l i st e n selbst eintragen lassen, eine Auslegung der fortgeführten Wählerlisten wie bei uns findet nicht statt. Es muß sich also jeder Wähler schon selbst darum bemühen, seinen Ramen eintragen zu lassen. Dann wird amtlich der Tag der Vorwahl angesetzt. Schon bei der Registrierung gibt jeder Stimmgeber an, für welche Partei er zu wählen beabsichtigt und damit erhält er das Recht, sich an der Vorwahl der betrefsenden Partei zu beteiligen. Hierbei werden die Delegierten oder Bevollmäch­tigten für die betreffenden Parteikonvente ge­wählt, von denen die eigentlichen Kan­didaten aufgestellt werden. Bei der säst un- cndlich großen Zahl von Aemtern. die durch Wahl auszufüllen sind und bei der großen Ver­schiedenheit der geographischen Bezirke, in denen der betressende Kandidat gewählt wird, sind auch die Parteikonvente recht zahlreich, obwohl man bemüht ist, möglichst viele zusammenzulegen, um Zeit und Geld zu ersparen.

Dieses nach unseren Begriffen etwas umständ­liche Verfahren war in Amerika notwendig ge­worden. weil in diesem Lande der ausgeprägtesten Wahllorruption Praktiken vorgebeugt werden sollte, die sich eingebürgert hatten. Bei der Auswahl der Delegierten zu den Konventen hatte der jeweilige Parteiführer oder Doh mit seiner Maschine dafür gesorgt, daß nur gefügige

gen in dem Hellen Licht der Schelniverser. Rach einem letzten Abschlednehrnen beflieg Köhl den Führersitz und auch seine Begleiter nahmen ihre Plätze ein. Die Flugzeuge des Irischen Freistaates, die die Eskorte bildeten, stiegen zuerst aus und ihnen folgte dieBremen.

Am Freitag in Amerika erwartet.

Reuyork, 12. April. (W. T. B. Funtspruch.) Die Entfernung von Batbonncl nach dem Flugplatz Mitchellfield bei Reuyork beträgt etwa 4800 Kilometer, fo daß unter günstigen Umständen mit der Ankunft der Flieger in Mitchellfield am Frei­tagnachmittag gerechnet wird. Das Wetter- bureau Halifax erwartet Stürm« ans Osten, mit der Richtung auf Reu-Schottland. Oberst Fitz.Maurice hat kurz vor dem Abflug dem Vertreter der Associated Preß eine Mitteilung sur Amerika übergeben, in der er sein« Freude darüber äußert, baß es ihm burch die Großmut des Frei- Herrn von chünefeld vergönnt sei, an dem Amerikaflug teilzunehmen, und die Ehre hervorhebt, zusammen mit Hauptmann Köhl bas Flugzeug Bremen" steuern xu dürsen. DieBremen" sei seiner Ansicht nach das beste Flugzeug, bas die Technik für den Flug über den Atlantischen Ozean herzustellen vermochte.

Di« Kommunisten, die Herr Severing so lie­benswürdig als feineunartigen Kinder" be­zeichnete, haben wieder einmal ein Meisterstück geliefert: es ist ihnen gelungen, aus dem wohl­verwahrten Derliner Untersuchungsgefängnis, also mitten aus den Händen der Ju­stiz heraus, einen ihrer Anhänger zu be­freien. Mit Pistolen modernster Konstruktion, merkwürdigerweise ohne Handgranaten, aber nach wohlvorberci tetem Plane, offenbar von Draht­ziehern, die zu vorsichtig waren, als daß sie selbst der Gefahr eines MißlingenS sich ausfetzten, ist das ganze Stück bis insEinzelnc glän­zend vorbereitet und ausgeführt wordeni ein Beweis jedenfalls, mit welchen Mit­teln der Kommunismus auch heute noch in Deutschland zu arbeiten imstande ist. tatsächlich ein Stück Staat im Staate. Eine solche Propa­ganda der Tat ist gerade für den Wahlkamps eine ausgezeichnete Einleitung. Sie wird auch dem Wohlwollendsten klar machen, wie groß die Gefahr ist. die von dieser Seite droht, zumal da der Kommunismus eigentlich die ein­zige Kraft ist, die von dem preußischen Milita­rismus gelernt hat und seine guten Seiten aus­zunützen versteht. Der Hauptmann von Köpenick ist ein Waisenknabe gewesen gegen die vorläufig noch unbekannten Freunde dieses Herrn Braun. Mit einigem Interesse wird man freilich auch hören dürfen, was der Iustizminister Preußens dazu zu sagen hat. dem es trotz der Weimarer Koalition ja nicht gleichgültig sein kann, wie von zielbewuhten Staatsfeinden mit den Vor­aussetzungen jeder staatlichen Sicherheit Schind­luder getrieben wird.

Oie Ermittlungen der Polizei.

Brauns politische Wühlarbeit.

Berlin. 11. April. (SH.) Seitens der poli­tischen Polizei werden im Augenblick alle Spuren mit Nachdruck verfolgt, die zur Verhaftung der Befreier Brauns und zur Wiederergrelfung des Gefangenen und seiner Geliebten führen können. Man glaubt, daß Braun und die Benario mit einem Auto unmittelbar nach der gelungenen Flucht Berlin verlassen, dann aber in der wei­teren Umgebung der Reichshauptstadt einen Zug benutzt haben, da die Landstraßen leichter über­wacht werden können als die Bahnhöfe. Mög­licherweise haben die Entflohenen versucht, nach Bayern zu entkommen, wo Braun und seine Freundin, die bekanntlich die Tochter eines Münchener Iustizrats ist. bei Parteifreun­den in München ober Nürnberg Unterkunft finden tonnten. Weiterhin ist es nicht ausge­schlossen. daß beide versuchen werden nach Rußland zu entkommen.

Dvaun hat in der kommunistischen Partei eine führende Rolle gespielt. Er stand mit der Zentrale in engster Fühlung und hatte eine Reihe von Sonderaufträgen übernommen, so z. B. den Aklenraub bei Oberft von Frey- berg. Seine Tätigkeit war von Anfang an ge­setzwidrig. Braun hat 1923 besonders im Suhler Bezirk große Mengen von Gewehren an sich ge­bracht, die dann später von der Polizei und der Reichswehr beschlagnahmt werden konnten.

Werkzeuge auf der Bildfläche erschienen. Aus diesem Grunde wurde auch schon für die Auf- »von Kandidaten in gewissem Maße die t e Wahl eingeführt, indem bei der Vor­wahl innerhalb der eingetragenen Mitglieder einer Partei durch Abstimmung entschieden wird, welcher Kandidat aufzustellen ist.

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ilt erstmals mit Wirkung : noch dem Körperschasts- st 192-5 und für die eist« Mögenssteuergesetze vom isührung der Verordnung chtlinien erlassen werden.

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Beilagen:

(Biefjener FamilienblStter Heimat im Bild

Die Scholle.

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2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter­scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechant chlüsfe: 61, 54 und 112.

Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gieße«, pdßfcheckkonto: firanffurt am Main 11686.

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GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

VrvS mid Verlag: vrühl'sche Universtlülr.Vvch- und Stetn&raderei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Seschäftrstelle: Zchulsttahe 7.

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In Chikago handelte es sich diesmal um die Bürgermei st erwähl, und da setzte es einen harten Kampf zwischen zwei republikani- fchen Kandidaten um die Ausstellung. Gegen den bisherigen Bürgermeister Thomson be­warb sich der Staatssenator De nee n um die Aufstellung als Kandidat. Th. gilt als eins der üblichen amerikanischen Originale, von stark wlld- westlichen Manieren und Ausdruckssormen, wie sie der großen Masse leicht imponieren. Außerdem jedoch war Thomson ein wütender Gegner alles dessen, was englisch heißt, weil er von irischer Abkunft ist. Der alte Erbhaß der Iren gegen die Engländer zeigte sich bei ihm in Reinkultur. Er hat sich mrzweiselhast Verdienste durch seinen Feldzug gegen die ganz im Sinne englischer Ge- schichtsfälschung gehaltenen Lehrbücher der Chi- kagoer Schulen erworben, weshalb Thomson auch auf die Unterstützung der deutschen Republikaner rechnen konnte. Auf der anderen Seite aber stand gegen ihn di« Tatsache, daß er sich mit diesmal wirklich echt amerikanischen und wild- westlichen Mitteln größter Korruption im Amt zu halten suchte. Unter seiner Verwal­tung hat sich Chikago ein Schreckensregiment aller verbrecherischen (Elemente unter Duldung und Mitwirkung der städtischen Polizei herausgebil- dct. wie man sie in zivilisierten Gegenden nicht für möglich halten sollte. Eine groß« Rolle spiel­ten davei die A l k o h o l s ch m u g g I e r und Al­koholverkäufer. die sog. Bootlegger, und gerade deren Tätigkeit in Chuago hat sowohl der Sache Thomsons wie den aufrechten Gegnern der Pro­hibition schwer geschadet, weil sie durch drLse (Elemente schwer diskreditiert worden sind.

Am Tag der Vorwahlen selbst muh es in Chikago geradezu wüst und toll hergegangen sein. 5)ie Folge dieser Zustände ist eine Nie­derlage Thomsons gewesen, der nun wohl für längere Zeit von der politischen Bühne abtreten wird. Er galt einst als möglicher Prä- _______

sidentschaftskandidat seiner Partei damit ist den Kreisen der Wirtschast aufgestellten Kandi- es nun vorbei. Wahrscheinlich wird seine Partei baten verdienten diese Beurteilung. Wenn bet bei der kommenden Wahl im November eine Vorstand die ersten Stellen in der Haupt- Niederlage erleiden, was auch auf den Ausgang fache mit einer Auslese aus den Führern der der Präsidentschaftswahl im Staate Illinois bisherigen Reichstagsfraktion beseht habe, so einigen Einfluß ausüben wird. Wenn man da- habe er damit die Tatsache hervorheben wol» nehmt die Verhandlungen in verschiedenen Pro- len, baß das Zentrum einig in seinem zessen gegen Anhänger des berüchtigten Kuklux- Ziel in den Wahlkampf geht. -Aufrichtig sei clan kält, bi« ebenfalls schauerliche Zustände I es zu begrüßen, daß ein Mann wie Dr. enthüllt haben, bann gewinnt man doch ein Wirth einen hervorragenden Platz auf der Bild von der amerikanifchen Zivilisation, das Reichsliste gefunden habe. Das werde und könne nicht gerade ermutigend ist. Man gc- niemand leugnen, dah Dr. Wirch eine starke toinnt sogar den Eindruck, als ob eS in den politische Krast sei. Das Rrnchszentrum habe letzten zwanzig Jahren in bezug aus die öffont- recht getan, ihn dem Parlament zu erhalten. Ts liche Sicherheit in Amerika und in bezug auf habe damit die badischen Freunde nicht friti» die Reinheit der politischen Sitten nicht besser, fieren wollen, benn es sei bekannt, daß die sondern schlechter geworden ist. badische Regierung nicht ein absolute-

------ -i ----------m. ! Verdikt sein sollte.