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geritten: geheimnisvolle« Mormonenöl soll helfen oder CRinüertalg. oder Matotee. oder Waaen- schmiere, oder da« deutsche .Veh wohl!". fffftg- faure Tonerde. Kuhmist und schließlich .r£n» sprechen" alle«, alle« wird probiert. Schon stehey die Freunde bereit, die dein Pferd taur4>?n wolle», damit dir dein neue« Pferd nach -Wei Tagen umfinft obet; zu feinem Herrn zurückläuft. Schließlich und endlich reiht du dich los, reitest cinsach Weiler und der Pserderücken heilt urxterm Sattel, nachdem die kühlend: Netzhaut eine« Kuh- mögen« täglich erneuert wird. Dich selbst plagen MoSkito«. große und kleine, die du nicht siehst, Sandflöbe nisten sich in den Füßen ein. Din leichter Sonnenstich bleibt dir nicht erspart, ebenso­wenig da« Erbrechen nach einem Trunk schlechten Wasser«. Die giftige tellergrohe Boiclspinne kreuzt deinen Weg und die Schlange flüchtet aus deinem Hut, der in der Mittagsrast beim Gepäck unterm Baume liegt. Du wirst dich verreiken Dutzende von Malen! Wirst vielleicht die Nacht aut offenem, unsicheren Kamp in einer üblen Gegend schlafen müssen. Taunaß und frierend toirft du erwachen und noch einen Tag hungrig weiterreiten, di« du wieder aus dem rechten Wege bist. Man wird dir auch manchmal einen salschrn Pfad weisen: aus Unkenntnis, Neckerei oder Fremdenhaß. Du wirst auch gut achtgeben müssen auf Pferd und Sachen, da« eine oder andere von deinen Dingen wirst du vermissen.

Du triffst herzliche Gastfreundschaft und ab­weisende Mienen, bist beim Nichtdeutschen nicht weniger freundlich empfangen als beim Deut­schen. beim Wohlhabenden eoenfo wie beim Rller- unnfkn ter fein einziges Bett zur Verfügung stellt, dieser arme und mißachteteEabvclo . Du schlässt im Bett eine« KolonistenhauseS oder auf dem blanken Gatter eines Toboclo, auf Hör er Erbe breitest du beine Reitpelze aus und nimmst den Sattel als Kopfkissen. Dine harte Dank ist

dein Nachtquartier. Wohl gar ei t laute«, dünn­wandige« Hotelzi Timer! Ober das freundliche Stübchen eine« Pfarrer« oder Lehrer«. Dein Geld schmilzt zusammen und du drehst jeden Milreis zehnmal in der Hand und gibst ihn schließlich für Mai« ober Kleehen für dein Pferd au«. Eine Deld'endung erreich' d.ch monatelang trotz aller Telegramme nicht, weil die Riograndenser Firma, die Qjernrittlcrin, vielleicht selbst in Veldfchwierig- feiten ist Du lernst die rechtliche Doaelsreih-tt de« Neuangekommenen kennen, das nettenbaftc Zusammen stehen Lr: Nl ternsäss i zen, und du er­fährst. was c« heißt, hungrig und ohne Obdach zu sein und Gastsre'ind'chaft suchen zu muff en und die Blicke auszuhalten, die den treffen, der im Auslano mit otkr ohne Schuld ohne Gelo ist. Du arbeitest bei einem Dauer, lernst ihn im Alltag und nicht nur als Gast kennen, und dazu trifft dein Geld ein und du besteigst dein Pferd für den Weg nach Argentinien. Du wirst in St. Angelo des Abend« verhaftet, so auffällig war der Fremde in jener Gegend der letzten Re­volution und de« illegalen Grenzverkrhr« und man läßt dich ohne Entschuldigung frei. Und ernr« Sonntag« liegt her Uruguay vor dir: Terra Pelade und drüben liegt da« argentinische Städtchen 6t. Lavier. Du badest im lauen Wasser unter den Zweigen des Buschwerks, da« seine Ufer säumt Hundert Kilometer weiter winkt der Parana, und dahinter liegt Paraguay und du näherst dich dem Herzen Südamerika«. Reine Freuden liegen nicht vor dir. Dich selbst ohne Visum herüberzubringen ist leichter als dein Pferd drüben zu behalten. Und magst du alle möglichen Papiere haben, und fehlt eine Klei­nigkeit oder gefällt dein Pferd einem Soldaten, so bist du e« los... da« strenge Vorgehen gegen Pferdediebe rechtfertigt alles. Und denncxh... morgen wird über den Strom gesetzt.

Friedrich Ludwig Lahn.

3um 150. Geburtstage des Turnvaters am 11, August.

Von Dr. Wienand Walther.

Von den Mannern, di« um 1800 den Gedanken an ein große« einiges Deutschland al« Erlösung au« der Enge und politischen Dürftigkeit der da­maligen Gegenwart gefaßt hatten, erlebte Ludwig Zahn das schwerste Schicksal, und man darf Hinzufi!gen. daß seine Schläge ihn nicht einmal unperdient trafen, daß vielmehr v.ele«, wa« er erdulden muhte, im Grunde veranlaßt war durch die eigenartige Rauheit, Unbedachtheit und Zwie­spältigkeit feine« eigenen Wesens.

Zahn war al« PfarrerSsohn in einem Dorfe Lanz bei Lenzen an der Elbe geboren.Zm Preußischen zu Haus, eine Stunde vom Han- noverschen und eine Meile vom Mecklenburgischen, habe ich al« Kind schon in dreier Herren Länder gelebt . .. Und mein Heimatort selbst war ein kleines Deutschland, mit Gesamtgericht, Zaun­gericht, Lehnschulzengericht und siebenerlei Erb- geridoten. ES gab in dem Dorfe kein Rittergut und keinen Pachter. Ich habe in meiner Jugend nicht nötig gehabt, .Gnädiger Herr' zu sagen, und so ist meine Zunge zu schwer geworben, um eS nachher auszusprechen." Seine Äugend war ohne Schule, von den preußischen Soldaten, die inS Dorf auf Grasung kamen, lernte er reiten, von einem Grönlandfahrer schwimmen, von Schmugglern bas Wandern, von mecklen- l burgischen Wildschützen das Schießen: Schule hiel­ten mit ihm Mutter und Vater, und erst mit * 14 Zähren kam er nach Salzwedel auf daS Gym­nasium: wilde Streiche mochten ihn unmöglich, * und er siedelte nach Berlin in« Graue Kloster über. Die scharfe Zucht besagte dem jungen Wilden nun schon gar gnicht. eines TageS fand man am Dadeplatz seine Kleider und nahm an, er sei ertrunken.

Aber er streifte unterdessen im Lande umher, tauchte nach Monaten in der Heimat wieder auf und ging, achtzehnjährig, als Student nach Halle. Bald brachte ihn seine Llnbändigkelt. sein Drang, zu organisieren und zu befehlen, mit den

Landsmannschaften in Streit, es kam zu schwersten Händeln, und schließlich mußte Zahn, um der Lebensgefahr zu entgehen, den Sommer 1799 in einer Höhle an der Saale zubringen. Auf dem Unitoege über Zena landete er 1802 in Greifs­wald und ließ sich unter falschem Namen ein» schreiben. Aber auch hier, wo er hei dem jungen Privatdozenten S. M Arndt Geschichte hörte und mit ihm befreundet wurde, waren seine Tage gezählt er wurde audgetoiefen. Einige zurück­gezogenen Zahre als Hauslehrer in Mecklen­burg ließen seine geschichtliche Bildung reifen; daneben sein Talent, al« Führer eine Zung- Mannschaft um sich au sammeln und sie zu unter­richten. Gr lehrte seine Schar von Freiwilligen Springen. Ringen. Klettern. Schwimmen. Sein großer Gedanke, die Nation durch Hebung der körperlichen Kräfte auch in Fesseln erstarken zu lassen, keimte schon in diesen Zähren. Damals erschien auch eine bedeutsame kleine Schrift von ihm.lieb e r d ie Bereicherung de« hochdeutschen SprachschätzeS", in der er auch in der Sprache und ihrer Pflege ein Werk­zeug nationaler Einigung sieht. ®t bereitete sich ernsthaft auf den Beruf eines Hochschullehrer« vor. Aber die Schlacht bei Zena durchkreuzte alle feine Pläne. Als die Kunde vom Kriegs­zustände zu ihm kam. eilte er sofort auf daS preußische Heer zu, erreichte eS aber erst am Tage der Schlackt und wurde im Strudel der flüchtenden Nachhut bi« Magdeburg und weiter bi« Lübeck getrieben. Er führte dann ein un­stetes Wanderleben in Norddeutschland, immer als Geheimprediger gegen die Franzosen arbei­tend. jede Regung der unterdrückten Volksleiden­schaft spürend und belauschend. Zm Herbst 1809 trat er in Berlin als Leiter in die Plamannsche Erziehungsanstalt ein. 1810 wirkte er am Grauen Kloster; ein Zahr später eröffnete er seinen be­rühmten ersten Turnplatz auf der Hasen- heide. Damals stand er auf der Höhe seine«

Schaffen«, und fein Deutsche« VolkStu m". von Blücher das deut'chc Wehrbüchlein ge­nannt. hatte ftärkfte W.rkung zur Sammlung und Aufrichtung der nationalen Geister. 1813 war er Werber und Offizier de« Lützowfchen Korps, wurde zugleich aber auch von der preuhi- fchen Regierung au geheimen diplomatischen Sen­dungen benützt. 1817 und 1818 hielt er öffentliche Vorlesungen in Berlin über das deutsche Volkstum, wurde amtlich zum Turnlehrer ernannt, gab mit Siselen zusammen seine ..Deutsche Turnkunst" herau« und hatte starken Anteil an der Gründung der deutschen Burschenschaften.

Nun kam die trübe Wendung. Das Wart- burgfest im Oktober 1817, auf dem der Zahn­schüler Mahmann in recht fomöbienbaher Weife Zahnfche Ansichten in die Oeffentlichkeit brachte, weckte die sogenannten Demagogenver­folgungen. Die Turnplätze, deren o« in Preußen über 80 gab. wurden getch'offen, am 14. Zuli 1819 wurde Zahn verhaftet und von Gefängnis zu Gefängnis geführt, von Spandau nach Küstrin, von da nach 'Berlin. Solberg und weiter Zm Frühling 1824 sprach endlich daS Oberlandes­gericht ihn vom Hochverrat frei, verfügte aber zwei Zahre Festungshaft über ihn .egen wiederholter unehrerbretiger und frecher Aeuste- rungen über die bestehende Verfassung und Ein­richtungen im Staat". Zahn legte Berufung ein und erreichte ein Zahr später einen Freispruch. Aber auch Die'er wurde verklausuliert. Verboten blieb ihm der Aufenthalt in Berlin oder einer Universität«- und Gymnaiürlstadt. Dagegen er­hielt er seine ihm abgesprochene Pension von 1000 Talern jährlich zurück. Die Turnplätze bite­ben geschlossen.

Zn Freyburg an der Alnftrut ließ er sich nieder, sah die Wirkung seiner Gedanken. arbeitete wissenschaftlich, ohne jedoch besonders hervorzu- treten, wanderte und sammelte Patrioten um sich, wo er sie antraf; so muhte er nicht nur in den zwanzig Zähren sein Heim auf Anordnung der Regjerung eine Zeitlang verlassen, sondern wurde auch wegen de« erregten Tones einer Ein­gabe zu 6 Wochen Festung verurteilt, die er in Erfurt 1830 absaß. AI« 1840 F r i e d r i ch W i l - Helm IV. zur Regierung kam. sand Zahn endlich Ruhe. Die polizeiliche Beaufsichtigung und die Aufenthaltsbeschränkung wurden, aufgehoben und der Turnvater durch nachträgliche Verleihung des Eisernen Kreuze« ausgezeichnet. Die Turnfache wurde weiter gepflegt und nahm einen unge­ahnten Aufschwung; auf den großen Ium» festen. die in den vierziger Zähren hie und da gefeiert wurden, sprach sich ganz im Zahnschen Sinne die Sehnsucht nach einem einigen großen Deutschland siegreich au«. Zn der Frankfur­ter Nationalversammlung, wvbin ihn der Naumburger KreiS schickte, spielte Zahn keine Rolle, er stand auf der äußersten Rechten und gehörte der erbkaisc-clichen Partei an; im ganzen aber war er lief enttäuscht vom Zahre achtund­vierzig. Trotzdem ließ er sich seinen Glauben an die Zukunft und Sendung Deutschland« nicht nehmen. Und noch in den letzten Wochen, ehe dem Vierundsiebzigjährigen ein Krankenlager von acht Wochen die Todesstunde brachte, äußerte er: ..Meine Hoffnung für Deutschland und Deutsch- heit lebt!"

Die Persönlichkeit Zahn« ist einem eigenwillig gestalteten LlrgebirgSfelsen vergleichbar, in dessen Klüften reiche Adern edlen Golde« anstehen. Zn dreifacher Hinsicht hat er sich den Deutschen un­vergeßlich gemacht, er war einer der Ersten und Besten, in denen der Gedanke an die deutsche Einheit lebendig wurde, er hat die Sprache wirksam bereichert und gestaltend an ihr geschaf­fen, und er hat den Wert körperlicher Ausbildung für ein geschlagenes und in seinem Bestände bedrohte« Doll begriffen und diese Einsicht in werbende Xat um gesetzt. Heber die« letzte braucht fein Wort gesagt zu werden, die Millionen deutscher Turner reden eine laute Sprache, lind gleich bei diesen Turnern setzte Zahn« deutsche Spraä^unst ein. fast alle Bezeichnungen, ja sogar daS Wort Turnen selbst, hat er geschaffen. ebenso Darren. Reck. Riege. Welle. Turnwart usw. Auch der Titel feine« berühmten Duche«Volk«tum" war eine feiner

Möwe im Sturm.

Roman von Sophie Moerß

38 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Dann war sie allein in der Gruncwaldvilla in ihrem Zimmer, hatte die Hoheit gebeten, sie für den '.Heft bc» Tage» sich selbst zu überlassen, und in der tfinfamteit ihre» Zimmer« kam der ganze verzwei» seile Zammer über sie.Alle«, alles für sie gegeben, lind was hol sie für mich? drin paar spielerische Worte, rin flüchtige« Nicken ihre Gedanken sind schon bei dem Mann, der sie zerbrechen wird. Der alle« verderben wird, was noch gut und rein ist in ihr. Und darum hab ich mein eigen Glück zer- kümmern müssen."

Sie zitterte in tränenlosem Schluchzen.

Nein, doch darum nicht. Auch wenn ick sie nicht so geliebt hätte CF« muhte sein. So viel gaben wir verloren. Unseren Namen sollen sie nicht auch noch durch den Schmutz schleifen. Und wenn die Altheims große Opfer forderten bezahlt haben fie immer ehrlich. Mochten sie auch sonst da« Leben leicht- nehmen. Ehrenschulden trägt man ab."

Als es dunkelte, sah sie draußen auf dem Damm langsam einen Mann norübergehen, der für Sekun­den am Tor zögerte, hundert Schritte tiefer hinein, ging in die Wege, sich langsam wandte und zu. lückkam.

Da mar sic auch schon, einen dunklen Mantel über bae helle Kleid geworfen, die Treppen hinab und au» der kleinen Seitenpforte hinaus in den Wald Dort wartete sie, ft» weit vom großen Tor entfernt, daß fie vom Hause au» nicht zu sehen war.

Heinz!"

Er sprang über einen trockenen Graben und stand vor ihr.

5o bist du doch endlich einmal gekommen. Seit drei Tagen gehe ich jeden Abend um diese Zeit hier auf und ab."

»Ich hotte zum erstenmal eine Stunde für mich Warum bist du hier? Willst du e» mir so schwer machen?*

Machst du e« mir leicht?" fragte der 'Mann, er hob keine Hand, sie an sich zu ziehen.Wissen will ich, darum bin ick gekommen. Du schreibst mir; .(5 nurfj au» sein zwischen uns, ich kann beim? Frau nicht werden, vergib mir4, und damit willst du alle« erschlagen, wo» zwischen un» beiden gerocicn ist?. So viel Recht habe ich doch wohl au» ber Vergangenheit, daß ich Aufklärung fordern kann.'

3d) ich mutz den andern heiraten."

9a, das hab' ich gehört. Wenn auch die offizielle Verlobung noch nicht erfolgte ein Mann wie Kollmann wird viel au sehr beachtet und bespro­chen. So, also du willst ihn heiraten. Oder zwingt man dich dazu?"

Zwingen ließ ich mich nie," murmelte das Mäd­chen, und sah hilflos und trostlos vor sich nieder. O warum kamst du?" Und dann seine starke Abwehr nicht beachtend lehnte sie den Kopf an seine Schulter und meinte bitterlich. Zum erstenmal kamen lösende Tränen.

Maria," seine Stimme wurde gut und sanft, ich wollte an dir zweifeln, an dir verzweifeln, aber ich kann e« nicht. Sag' mir dock, wo« zwingt dich dazu?"

Was? Weißt du es nicht? Sein Geld. Was sonst?"

Nein, so barfft du nicht reden, und da» will ich auch nicht glauben. Dazu stehst du mir viel zu hoch. Um Geld verkauft sich meine reine, stolze Möve nicht "

Und es ist doch so. Begreifst du denn nicht? Es gibt Dinge, die kann man nur bezahlen mit der eigenen Person. Liebster, mein (Beliebter, ich konnte nicht ander« 9ch kann nicht leben, wenn man mit den Fingern auf uns zeigt. Wenn man sagt: Die hätte ihren Namen hochhalten können, die hätte ihre Schwester vor dem Untergang bewahren können, und sie hat es nicht getan, weil ihr da« eigene Leben hoher stand al« die Ehre ihres Hau- ses." Sie weinte leise. ,Zch kann e» dir nicht er­klären, du mußt begreifen."

,Za, Io etwa« dachte ich mir. Meine geliebte Maria. Und ich kann e» nickt andern? Kann ich dir nickt helfen? Wenn ick zu ihm ginge"

Jetzt noch? Soll ick ihn in der letzten Stunde um den Preis betrügen Liebster, ich danke dir, daß du gekommen bist D, wie ich dir das danke' Da« war da» schlimmste für mich, zu denken, daß du Häßliche» von mir glauben würdest. Solange der Tag um mich war mit seiner Unruhe, sagte ich alle Gedanken fort, aber in der Nacht ick konnte so wenig schlafen, da kam es über mich Und wenn ich träumte, sah ich dich Einmal wir waren zusammen im Doot, da sagtest du: .Da» willst du noch bei mir? Spring doch heraus. So eine wie du, die gehört nicht mehr an Bord' Und dann spürte ich, wie ich in den Wallern versank."

Er ltrcid)elte ihre Flechten und küßte den beben- den MundDann soll e» bekanntgegeben werden, Maria?"

Morgen. Morgen mit einer großen Gesell- schäft, einer Garden-Hartp Und er hat e» eilig ge­habt, Elena noch vorher fortjirfenben. Die war Ihm

unbequem. Die stand mir zu nah und stand ihm im Weg."

Ein Schaudern.D wie werd' ich allein sein, Heinz! Furchtbar allein. Und nicht einmal an dich denken darf ich künftig "

,Zch gehe wahrscheinlich fort," sagte der Mann. In einigen Wochen geht eine Expedition von For- schern und Zeichnern für eine große Firma nach Alaska. Ich bin aufgefordert, mitzugehen. Wer weiß, wann ich wieder nach Europa komme."

Das tust du um mich. Und dein Hau», dein Nest"

Es hat feinen Wert ohne dich "

Ich muh wieder hineingehen," sagte Maria traurig.Nimm mich noch einmal an dein Herz, so, ganz dicht. Jetzt werd' ich nie wieder wissen, wa» es heißt, sich so geborgen fühlen. Ach, wenn man doch sterben könnte!"

.Liebste!" rief er erschrocken

Nein, fei ruhig, so felge bin ich nicht! Und bei meiner Gesundheit uralt kann ick werden." Sie küßte ihn leidenschaftlich, wie sie ihn noch nie ge­küßt, riß sich los und floh förmlich in den ©arten zurück.

Godesheim stand und stand Minute um Minute er wußte, daß sie nicht zurückkam, aber re war da» letztemal, baß er so unter ihrem Fenster harrte. Al» dir Dunkelheit Immer tiefer sank, ging er lang« fam den stillen Weg hin, der fernher leuchtenden und pochenden großen Stadt zu.

In der Dank war eine Dame an der Kasse er­schienen und hatte in einem sehr mangelhaften Deutsch gefragt:Mister Kollmann, oh, uo ist er zu Visiten?"

Der Herr Generaldirektor ist nicht hier. Er kommt heute auch nicht. Er feiert heute seine Verlobung."

O you s»y"

E» gab ein leb hast es Gespräch, und da die ziem- lich starke, ältliche Dame daraus bestand, sie müße den Herrn Kollmann sprechen, sie hätte Wichtige» au» Amerika mitzuteilen, und da ein telephonischer Anruf in leineem Hause ergab, daß er dort nicht zu finden sei, gab der Junge Kommis ihr endlich die Adresse bes_ Fräulein von Erdmannsdorf.

Denn Sie durchaus nicht bi» morgen warten wollen, gnädige Frau, Dann würden Sie den Herrn Generaldirektor hier in feinem Privatkontor treffen."

Die Fremde gab darauf keine Antwort mehr, verließ die Bank und winkte ein Auto heran.

Draußen in der Grunewaldvilla war bSchiter Betrieb. Den ganzen Morgen schon arbeiteten zwei Feuerwerker im Park, die Illumination für den

damals führen Neubildungen. tote auch da« alte gute .Landwehr". ffbrncko hat er hie Titel h?« Heere«toe'en« verdeutsch:: Oberst und Feldz'ug- meister stammen von ihm. Nicht gelungen ist es ihm. an Stelle de« scheußlichen Worte« .Znsan- terist" den knappen und gut gebildeten . «Sinter** zu letzen. Sr Kagt dabri mit Recht, .ff« ist merk­würdig. daß die Deut'chen an em Kunstwort, aus fremder Sprache cinge^chwärzt. nicht den kleinsten Teil der Forderungen machen wie an ein heimische» Don gilt ein leerer Schall al« genug zur Bezeichnung, h er kann c« nie genug und nicht genug ausdrücken." Dieser Kampf für die reine Sprache ging bei Zahn enge zulammen mit seinem Ringen für die deutsch? ffin^n:. helfen Erfolg er nicht mehr erlebte. Die Sprache schien ihm das wichtigste Gut, so war c« damals, so brüte, .ffin Bolt." sagte er. .da« seine eigene Sprach- verlernt, gib. sein Stimmrecht in der Blcnichheit auf und ist zur stummen Rolle aus der Völkerbüyne verwiesen."

Oberbeffen.- -

Landkreis Ziehen.

CD Lollar. 10. Äug. Eine öffentliche Sitzung de» Gemsinderat» sand gestern abend statt. Nur roenige Punkte standen zur Tagesordnung. Aus den Verhandlungen ist zu berichten. Im Hause der Bnlth. Römer Wwe. ist durch Errichtung eine» Neubaues durch den seitherigen Dohrning». inhaber eine Mansardenwohnung frei- geworden. Da» hessische Ministerium hot die Woh­nung (brr seitherige Inhaber ist hessischer Staats- beamteri. der Gemeinde zur Persüpung gestellt, da eine Bewerbung von selten hessischer etaats« beamten nicht vorliegt. Die Hauseigentümerin hat die 'Wohnung einem jungen Paare, da» sich dem­nächst verheiratet, zugesagt. Unter Darlegung brr mißlichen Verhältnisse in der Dvhnuna der Eltern des Mädchens hat sich der Vater gleichfalls um Zu­weisung der fraglichen Wohnung an seine Tochter beworben Es lag hierzu weiterhin ein Schreiben des Kreisamtes Gießen vor, die freigewordene Wohnung einer anderen Familie, die eine unge­sunde ÜBohnung innehat, zu überweisen. Der Ge­meinderat beschließt nach längerer Aussprache, der Hauseiaentümerin die beiden Parteien zur Wahl vorzuschlagen. Der GeselligkeitsoereinGer­man. a" (Durschenklub) hat ein Schreiben an den Gemeinderat gerichtet, wonach dieser auf Anregung der Einwohnerschaft die Frage nach Abhaltung der Kirmes dahin geregelt willen wollte, bafc diese jeweils nur an einem Platze stattfinden solle. Der Gemeindcrat konnte sich nicht davon überzeu­gen, daß damit der einstimmige Wunsch der Ein- wohnerschast zum Ausdruck kommt, hält es viel­mehr zunächst für erforderlich, daß die Burschen des Ortes sich selbst hierüber einigen, auch hatten verschiedene Wirte auf ergangene Rundfragen sich gegenteilig geäußert Der Leichenwagen der Gemeinde, der jetzt dreißig Jahre im Gebrauch ist, soll dem Erbauer zur Reparatur und zum Neu­anstrich übergeben werden. Durch bas Straßen- aufsichtspersonal wurden kürzlich neben den Dasein mit den Verkehrszeichen auch Richtungstafeln ausgestellt. Eine Stelle, die eine solche Richtung^- täfel erfordert, ist unberücksichtigt geblieben. E» ist das die Strahengabelung LollarMarburg und LollarStaufenberg. Täglich, ja stündlich kann man das Fehlfahren beobachten. Eine nachträgliche Anbringung dürfte zu empfehlen fein, da der dort stehende Wegweiser mit der Aufschrift nack Kirch- berg als für den Fernverkehr unzureichend ange­sprochen werden muß.

ÖJ Lollar, 10. Aug. Am 13 August vollendet Handelsmann Samuel Goldschmidt in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. G e - o u r t s t a g. Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Beliebtheit in der hiesigen Gemeinde

: Beuern, 10. Aug. Ergangenen Sonntaa hielt der hiesige GesangvereinG l e b e r f r a n < in seinem Deremslokal eine außerordentliche Gene­ralversammlung ab, um über die Begehung de» nachstsährigen 25jährigen Bestehens zu beschließe''. E» wurde bei guter Beteiligung einstimmig be­schlossen, Sonntag. 23. Juni 1929, ein Sänger- f e st abzuhalten. Don einem Wettstreit wurde ab­gesehen, da vor einigen Jahren erst eine solche

Abend herzurichten. In der Küche hantierte ein weißgekleideter Koch, die Hoheit lief hastig wie ein junges Mädchen durch alle Zimmer und Säle, musterte die Blumenarrangements, beaufsichtigte bas Ausstellen von Silber, Kristall, Porzellan, emo- fand es so äußerst wohltuend, daß man ohne alle peinliche Rechnung so au» dem vollen schöpfen konnte, und dazwischen war sie bann wieder in Marias Zimmer, ermahnte sie, sich ja ruhig zu halten,damit du heute ganz frisch aussiehst, liebe» Kind", und als man ihr meldete, e» sei eine Dame gekommen, die sich durchaus nicht abweisen lassen wollte, obgleich man ihr gesagt, die Damen emp­fingen heute nicht da war sie sehr ungehalten.

Sie wissen doch, Paul, daß wir heute mittag für niemand zu sprechen sind. Wa» ist denn da» für eine Art Dame9 Sie hat sicher einen Sammel. bogen."

Die Dame sagt, sie komme au» Amerika und hätte den Herrn Generaldirektor sprechen wollen. Der wäre nicht auszufinden, und warten könne sie nicht."

Bitten Sie die Dame, morgen wieder zu kommen."

,Zch fürchte" -- Paul war e» sehr unangenehm, die Hoheit machte fo scharfe Augendie Dame hat sich unten in der Halle hingesetzt und will nicht gehen, ehe sie Fräulein von ffrbmanneberf ge« sprochen hat."

,Zch will hinuntergeben, Tante, vielleicht irgend- eine arme verwandte von Herrn Kollmann." Maria ging schnell die Treppe hinab, und die Hobest, in der ein Unbehagen aufwackte, sie wußte selber nicht warum, folgte ihr langsamer

Daß die Besucherin, die in der Halle wartete, keine verschämte Arme war, sah Maria auf den ersten Blick- Piel zu sicher und selbstbewußt erhob sich die Fremde, musterte da» junge Mädchen, da« ,m weißen Kreppkleid so vornehm und licht wie ein lieblicher Sommergeist vor ihr stand, ruhig und sehr genau, aber ohne Unfreundlichkeit und fragte: You spetk Enflish? Don t you? E» wird mir schwer, mich deutsch auszudrücken."

.Womit kann ich Ihnen bienen? Bitte" Sie konnte die Dame unmöglich in der Halle abfertigen, und aus ihren Blick riß Paul schon die Tür zum Salon auf. Da stand alle» voll Blumen, und durch die offene Tür sah man im großen Eßsaal nebenan bas Büfett, auf dem zwei Diener kalte Speisen arrangierten.

Schließen Sie jene Tür, Paul."

(Fortsetzung folgt.) /

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