Einzelbild herunterladen

Völkerbund sich doch «ttschlleßt, Me Zahl der Richter von elf auf zwölf zu erhöhen und den neu ge­schaffenen Platz Deutschland zu überlasien: eine Aus. sicht, die aber ziemlich gering ist.

Oie Verkehrssicherheit der Reichsbahn.

Erste Sitzung des Prüfungsausschusses.

Berlin, S. Aug. (DD> Heute fanb die erste Sitzung deS von dem Reichsvcrkehrsmrnister ge­bildeten Ausschusses zur Lieberprüfung der Verte hrssicherheit der Reichsbahn statt. Die Sit­zung wurde in Anwesenheit des General - direktor« der Deutschen Reichs bahngelellscha st von dem Reichsverkehrsminister eröff­net. Gr erörterte Zweck und Ziel der Arbeit des Ausschusses und die Art der Zusammensetzung desselben. Gr hob hervor, daß der Ausschuß in feinen Arbeiten völlig unabhängig fei und dah er berechtigt sei. örlliche Besichtigun­gen vorzunehmen und nach seinem Ermessen Sachverständige zu Horen und Gutachten einzufordern. Er betonte deS weiteren, dah sowohl der Generaldirektor der Reichsbahn wie auch er, der Reichsverkehrsminister, dem AuSschuh stets zur Verfügung stehe. Sr bat weiter, dah die Ar­beit des Ausschusses ungeachtet ihrer hervor­ragenden Bedeutung einen tunlichst schnellen Verlauf nehme, damit das Ergebnis der Ar­beiten des Ausschusses möglichst bald in die T a t umgesetzt werden könne, um das Ver­trauen zur Deutschen Reichsbahn und ihren Ein­richtungen in vollem Mähe wieder herzustellen. Der Reichs verkehr smini.fi er übertrug sodann den Vorsitz des Ausschusses dem Geheimen Oberbau­rat Z i r k l e r. Der AuSschuh nahm seine Ar- tn-iten dann sofort in Angriff.

Oie Vereinheitlichung -er Gewerbeaussicht.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers*.

Berlin, 10. Aug. Wie bereit- mitgeteilt, wird im ReichSarbeitSministerium z. Z. ein Gesetzent­wurf ausgearbeitet, der die Vereinheitlichung der Ge'wcrbeaufsicht bezwecken soll, insofern, als diese, die bis jetzt von den Landesbehör­den ousgeübt wird, den Landesarbeits­ämtern und damit also dem Reich übertragen werden soll. Dieser Plan des Reichsarbeits­ministers geht im wesentlichere von der Tendenz der Verwaltungsvereinheitlichung aus. wie sie ,eht bei der gesamten Verfassung-- und Verwal- tungsresorm zum Ausdruck kommt. Dabei wird natürlich auch das gesamte System der Gewerbe­aussicht. das in den verschiedenen Ländern natur- gemäs; aud) verschiedenartig auSgestaltet ist. einer völligen Reform miterzogen. Sv werden die Durchführungsverordnungen erneuert, neue Dienstanweisungen auf gestellt und schliehlich eine völlig neuartige Organisation geschaffen. Der ReichsarbeitSmmister wird sich in der nächsten Zeit auch noch einmal mit den beteiligten Ver­bänden zusammensetzen, um deren Forderungen entaeaenzunehmen. cbenfo sollen auch die Länder in BÄde um chre Stellungnahme ersucht werden. Der Gesetzentwurf geht all« Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Wochen dem Kabinett zu. so dah damit zu rechnen ist. dah sich Anfang Herbst der AmchSrat mit dieser Materie be­fassen kann und daß gegen Ende des Herbstes der Entwurf dem Reichstag zugeleitet Werden wird.

Oie Tragödie

aus dem Meeresgrund.

Zum Untergang des italienischen N-Voot4.

Rom. 9. Aua. (WTD.) Die .Tribuna" ver­öffentlicht Einzelheiten über die Gespräche, die zwischen dem Funker des verunglückten Untersee­bootes F. 14 und dem Funker des Unterseebootes F. 15 stattsanden, nachdem daS Unterseeboot F. 15 einige Meter tief unter dem Meeresspiegel ge­taucht war, um die genaue Lage deS gesunkenen Schwesterbootes sestzustellen. Auf den Ruf des F. 15 anitoort t: ter Te'e^r:p'i,t von F. 14: .Wir beklagen sechs Tote. Das Wasser ist In dem Hinterteil des DooteS eingedrun- aen. Das Boot steckt im Meeresgrund. Die Lage deS U-BooteS ist fast vertikal." F. 14 signalisierte bald daraus daS Vorhandensein von giftigen Gasen, die infolge des Kontaktes der Akkumulatoren mit Meerwasser entstanden waren. Das Meerwasser war bei den Versuchen der Taucher, daS gesunkene Unterseeboot mittels Röhren mit Luft zu versorgen, eingedrungen. Die Mannschaft teilte mit, dah die Luftzufuhr keine Erleichterung bringe und dah sie sich infolge der Gase in einer überaus schlimmen Lage befände. Der Funker signalisierte weiter an seine Retter, sich zu beeilen. Während der Rocht waren die Taucher infolge des schweren Seegänge- gezwungen, die Arbeit aufzugeben. Degen 11 Uhr abends wurden die Signale des Funkers von F. 14 immer schwächer. Die Retter vernahmen noch deutlich die Worte: .W i r sind verloren"! dann wurden nur noch einige Punkte und schwache Striche vom Radiotele- graphisten des F. 14 übermittelt und schliehlich folgte tiefe- Schweigen. 2llS das ilnter- feeooot gehoben und geöffnet wurde, fand man den toten Fu nfer vor seinem App a - rat, auf dessen Taste noch immer seine leblose Hand ruhte.

Internationale Bekämpfung des Bestechungsunwesens.

Einr Eingabe an da» Generalsckretariat des Völkerbundes.

Berlin, 0. Aug. (XU.) Die Internatio­nale Handelskammer beschäftigt sich gegenwärtig u. a. mit der Frage, inwieweit durch internationale Vereinbarungen das DestcchungSunwesen bekämpft werden kann. Der Verein gegen das Destechung-unwescn. Sitz Der- i'in, hat sich mm mit der gleiche Ziele verfolgen- den englischen OrganisationBriberv and Secret Commissions Prevcntion League, Incorporated. London und dem schwedischenInstitute! for bc- kämpandc av mutor och bestiexing. Stockholm an daS Generalsekretariai deS Völkerbundes ge- ! wandt und gebeten, durch daS Wirtschei.skon ter deS Völkerbundes auf eine Vereinheit­lichung der gesetzlichen Bestimmungen hinzu- wirken und denjenigen Staaten, die derartige 1

Güdslawien nach RaditfchS Tod.

Trauersitzung der Belgrader Skupschiina.

Belgrad. S. Aug. (TU.) Die Skup- s ch t i n a hat Donnerstag vormittag eine feierliche Trauersihung für Stefan Raditsch abgehalten. Die Regierung nahm an der Sitzung vollzählig teiL Die Minister waren in Trauer erschienen. Der Vizepräsident hielt eine Rede, in ber er u. a. sagte, dah RaditfchS Tod ein herber Verlust nicht nur für das kroatische Volk, sondern für den gesamten jugoslawischen Staat sei. Der Tod Raditschs bedeute auch einen schweren Verlust für das Parlament, weil Raditsch als Voltsführer aufrichtig und hingebungsvoll und mit dem Geiste eines Hostels sich mit den Fragen und Inter­essen deS Volkes befaßt habe. DaS gesamte jugo- slawifche Volk nehme deshalb an der Trauer um Raditsch teil. Die Abgeordneten erhoben sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen. Darauf wurde die Sitzung abgebrochen. Die nächste Sitzung wurde für Freitag anberaumt. Außerdem hielten sämtliche Parlamentsausschüsse und Abgeord- netcnttubs Sitzungen ab. die sich mit Rachrufen für Stefan Raditsch befaßten. In der Sitzung der serbischen Landwirtepartei hob der Präsident ber Landwirtepartei. Iovano- vitfch. in keinem Rachruf hervor daß Raditsch nicht nur Führer der kroatischen Bauern, sondern auch der Bauern ganz Jugoslawiens gewesen sei. Die LaEoirtepartei beschloh. sich geschlossen an der Beerdigung Raditschs zu be­teiligen. Donnerstag vormittag hielt der Mi­ni st e r r a t eine Sitzung ab und beschloß, Bei­leidsschreiben an die Familie RaditfchS sowie an die Kroatische Bauernpartei zu richten. Ferner wurde beschlossen, die Beerdigung RaditfchS a u f Staatskosten vorzunehmen. Unterrichts­minister Grol ordnete an, dah sämtliche Elemen­tar-. Mittel- und Hochschulen des Landes schwarze Fahnen zum Zeichen der Trauer hissen sollten, da Raditsch seinerzeit U n ter- richtSminister war.

0er Führer der Deutschen über Raditsch.

Belgrad, 9. Aug. (TU.) Der Vorsitzende des Deutschen Abgeordnetenklubs, Dr. Kraft, äußerte

sich über Radüsch folgendermaßen Durch den Tod Raditsch- hat nicht nur das kroatische Volk seinen anerfa unten Führer, sondern das gesamte politische Leben einen seltenen Kämpfer für ® e rechtigkett und für die Gleichberechti­gung der nationalen Minderheiten in Jugoslawien verloren.

Oie Trauer in Agram.

Sie Kroaten lehnen die Beisetzung auf Staatskosten ab

Agram. 9. Aug (TU i R^cksitlchS Leiche wurde cm Donnerstag in dem Heim ber Bauern­partei auf Dem Zrnni-Platz öffentlich auf­geh a b r t. Alle öffentlichen und privaten Ge- Daube tragen Trauerschmuck. Die Sisenbahnardei- ter veranstalteten zum Zeichen der Trauer eine dreistündige Arbeitspause und zogen vor die Villa des Parteiführers. Auch sämtliche Läden in Agram waren von 8 biS 11 Uhr vormittags a e - schlossen. Der bäuerlich-demofrati'che Block legte den ersten Kranz am 6arge RaditfchS nie­der. Er trägt drei Schlesien in den serbischen, kroatischen und slowenischen Farben. Die Zu­

schrift lautet .Seinem unvergchlichen Präsiden­ten, dem Großen des Voller." Der Vorstand des bäuerlich-demokratischen Blockes hat beschlossen, die am Sonntag statt findende Beerdigung Ra­ditschs auf Rotten der Partei und der Stadt Agram vorzunehmen. Damit ist der Wunsch der Regierung. Rgditsch auf Staatskosten au beerdigen, zurückgewiesen Die kroatische Bauernpartei erließ anläßlich des Todes ihres Führers einen Aufruf an das Doll. Darin toirf) u. a. gesaat, Raditsch sei von Verbre­chern er moroe t worden, um die festgefügten Reihen des kroatischen Volke- zu lockern und feinen Kampf um Freiheit und Gleichberech­tigung zu brechen. Man habe sich aber getäuscht. Raditsch lebe unter seinem Volle fort. Der Kampf werde bis zum Siege weiter­gehen Der Aufruf fordert schliehlich die De- Dfttfenmg auf, Ruhe zu bewahren und der Partei­leitung doll zu vertrauen An der Leichen­feier für Raditsch in Agram wird sich die jugoslawische Regierung vollzählig beledigen Der König wird einen Vertreter entsenden.

setze und Strafvorschriften iuxf) nicht kennen, den Erlaß solcher Vestimmungen anzuempsehlen. Sn der Eingabe wird besonders dargelegt, dah schon der 6. internationale Kongreß ber Handels­kammern und der kaufmännischen und industriel­len Verbände im Jahre 1914 in Paris einem Bericht eine- Unterausschusses zustimmte, in dem eine einhei tliche Gesetzgebung gegen Ange st eilten bestechung gefordert und verlangt wurde, diese zu einem strafrecht­lichen Vergehen zu stempeln. Zugleich sollte den Geschädigten der Weg de- Zivilprozesses für Schadenersatzforderungen vfsengelassen werden. Schliehlich vertrat man die Forderung, die besondere Gesetzgebung, da- strafrechtliche Verfahren wegen Angestelltenbeftechung so leicht wie möglich zu gestalten, damit nicht nur bet Staat selbst, sondern auch Verbände und Gtnzel- personen berechtigt sein könnten derartige Straf­prozesse anzustrengen. DeS weiteren wird betont, daß zu der gleichen Aufsasiung über die Rot­wendigkeit einer internationalen Gesetzgebung gegen die Bestechung auch die im 3obre 1926 von Vertretern von 30 Rationen besuchte Tagung für die Vorbeugung von Bestechung-Handlungen gekommen sei.

Oer Hasen von Gingapore.

Vorläufig kein Autzban znm Flottenstützpunkt.

London, 10. Aug. (DTB. Funkspruch.) Die Fachzeitschrift ..Modern Transport" meldet, dah die 6rtdlung des Auftrages für den Ausbau der Hafenanlagen in Singapore von der britischen Negierung in Abrvartung des Ergeb­nisses der Unterzeichnung des Kelloggpaktes sowie der Sitzungen des Völkerbundrates und der Völker- bundsverfammlungen und endlich der Vorbereiten­den Abrüstungs- und Sicherheitsausfchüsie in Genr aufgeschoben worden sind. ..DailyNews" zieht daraus den Schluß, daß die Absicht der Negierung, Singapore mit einem Kostenaufwand von zehn Millionen Pfund Sterling zu einem starken Flottenstützpunkt auszubauen, ent­weder aufgegeben oder abgeändert worden fei. Bekanntlich hatte das Labourkabinett Macdonald seinerzeit den Ausbau Singapores sistiert. Auch auf der Washingtoner Seeabrüstungskonferenz hatte die Frage dieses Flottenstützpunkts auf derScheide zwi­schen Indischem Ozean und Pazifik eine große Nolle gespielt. Das britische Dominion Australien bot da­mals in den heftigsten Ausdrücken gegen jede Be­schränkung des Ausbaus Singapores protestiert und gedroht, bei den Vereinigten Staaten den Schuh gegen eine javanische Invasion zu suchen, den ihm das britische Mutterland verweigere. Australien beschloß damals auch den Bau einer eigenen Kriegsflotte.

Die japanische Politik in China.

Gegen die Bereinigung von Lüd und Nord.

London, 9. Aug. (WB.)Daily Telegraph" meldet: Es bestehen Anzeichen, dah die Beziehun­gen zwischen Japan einerseits und ber neuen nationalistischen Regierung in Ranking sowie den Machthabern in Mukden andererseits sich schnell einem kritischen Stadium nä­hern. Rach den letzten Meldungen hat T s ch a n g b f ü 11 a n g . der feit dem Tode seine- DaterS Tschangtsolin Oberbefehlshaber in Mul­den ist. da- Verlangen Japans, den Plan einer Vereinigung zwischen der Mandschurei und dem übrigen China aufzugeben, abgelehnt und erklärt, wenn die japanische Regierung auf ihrem Verlangen beharre, werde er zurücktreten müssen. Für diese Meldung liegt eine offizielle Vestättgung iwch nicht vor. aber im gestrigen Kabinett-ral in Tokio hat der Premierminister -Baron Tanaka, offenbar tn Erwartung einer solchen ablehnenden Aeutzerung. seine Warnung erneuert baß Japan diese Bereinigung n.cht gestatten werde und dah e- energische Maßnahmen ergreifen werde, um einen sol­chen. d e japanllchen 3nteref<en schädigerüten Stritt zu verhindern Hinzu komme noch >e umrunbe japanische Role an Ranking. in ber eventuell Schr , tte au m Schutze ber japanischen Interessen angebroht wer­

den. Das Kriegsamt hat seinen Plan, einen Teil bet in ber Mandschurei stehenden 20 000 Mann japanischen Truppen zurückzuziehen, a u f ge g e ben. In Mukden ist Mittwoch ber Stellvertreter des EhefS deS javanischen Genetalstabes, Ge­neralleutnant M i n a n i. eingetroffen. General Minani hat den offiziellen Auftrag, die Aus­bildung ber japanischen Truppen in ber Mand­schurei zu überwachen. Pressevertretern erklärte General Minani. daß 3apan alles, was den Schutz ber Mandschurei vor ber roten Gefahr im Wege stehen werde, rücksichtslos wegräu­men werde. Diese Politik werde jede japanische Regierung, ganz unabhängig davon. auS wel­chen Parteien sie sich .zusammensetzen möge, ver­folgen. Die Entsendung des Generals Minani nach Mukden wird in japanischen politischen Krei­sen al- ein Erfolg der japanischen Milltär- parlei bezeichnet, die die Politik ber ftar- kenHandinber Mandschurei vertritt.

ßübafrita und das Empire.

L o n b o n, 0. Aug. (TU.) Auf der Tagung der Süd­afrikanischen nationalistischen Partei, die am Donners­tag tn Pretoria ftattfanb, wurde ein überraschender Beschluß gefaßt, der keinen Zweifel daran laßt, dah das Ziel eines großen Teiles der Nationalisten« Partei die Schaffung einer Republik und die Ab­trennung Südafrikas vom britischen Weltreich sei. Inwieweit Ministerpräsident H e r tz o g als Führer der Nationalistischen Partei mit diesem Beschluß übereinstimmt, läßt sich aus den ersten knappen Meldungen nicht erkennen. Es ist anzunehmen, daß für den Beschluß die Stimmen der nationalistischen Abgeordneten aus dem hollän- bild) bevölkerten Transvaalgebiet entschei­dend waren.

Aus öfter Wett.

Furchtbare Brandlatastrophe in der Oberpfalz.

Ein furchtbarer Brand verwüstete am Donners­tag nachmittag den Marktflecken Luhe, der etwa sechs Kilometer von Meiden (Dberpfal}) entfernt liegt fiurj nach 13 Uhr brach in einem Unwesen der Hauptstraße Feuer aus, das sich mit unge­heurer Schnelligkeit ausbreitete. 3ni«.erf)alb kurzer Zeit wurden achtzig Wohnhäuser und Scheunen in Schutt und Usche gelegt. Der Marktflecken Luhe ist so gut wie vernichtet. Infolge de» stets wechselnden winde» flogen die Flammen bald nach dieser, bald nach jener Rich­tung, so daß alle Moftrengungen der zahlreichen Feuerwehren, dem wütenden Element Einhalt zu tun, vergeblich waren. Jnrgejamt sind hundert Gebäude dem verheerenden Element zum Opfer gefallen. Darunter befinden sich neben Scheunen, die ooügefüÜt waren von Inttervorraten, (betreibe und Vieh, auch zahlreiche Wohnhäuser. Der Brand konnte erst in der Rächt gelöscht wer­den, nachdem die Feuerwehr zehn Stunden lang an der Bekämpfung des Jener» gearbeitet hatte. Mau weih immer noch nicht, ob unter den Trüm­mern Tote liegen. Die Obdachlosen wurden teil» la den Häusern untergebracht, die vom Jener ver­schont blieben, teil» mit Lastkraftwagen nach wei­den gebrachL Die Ursache de» Brandunglücks ist noch nicht völlig geklart. Auf jeden jall stehl fest, dah da» jener auf feinen Herd hätte be­schränkt werden können, wenn nicht der tückische wind die Jlammen nach allen Richtungen getrieben hätte. Die Bevölkerung der Umgebung Ist herbei­geeilt, um Hilfe ] leisten.

Rach einem junkspruch von heute früh loderten heute früh die Jlammen in Luhe erneut auf und roßten welker. Die Feuerwehren find alar­miert. wenn ungünstiger Wind aufkommt. besteht die Gefahr, dah auch der Rest der Ortschaft durch jener vernichtet wird. Bl» in die späten Nachtstunden hinein waren 34 Anwesen mit sämt­lichen Rebengebäuden, Scheunen, Ställen und Schuppen eingeäscherl: einige andere jum Teil durch da» jener beschädigt. Zwei Drittel der Einwohner sind o b d a ch l o « und da» ihnen oer-

bllebenc Eigentum besteht nur aus dem roa» sie auf dem Leibe tragen. Au» Regensburg und Am­berg ist je eine Abteilung C a n b e» p o 11 jel in dem llnglücksorl eingetroffen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und helfend cinzngreifen. Der Schaven ist noch kaum abzufchälzen.

Schwere- Autounglück im Vorarlberg

Die Bundesbahndirektion Innsbruck teilt mit: Die Lokomotive eine» JJerfonenjuge» erfaßte auf brr Bundcsstraßenübcrsetznng bei Kilometer 2,1 der Strecke jeldkirch Buch, bet hatbgeschloise- ncr Schranke da» Automobil de» Arz'e» Dr. Han» Kohler au» Nenzing, das mit i e d)» Personen beseht war. Da» Auto ward« auf einer Strecke von dreißig Meter mllgeschielit und in Hunderte von Stücken zertrümmert. Bon den sechs Insassen wurden fünf getötet, und zwar Dr. Kohler und Jtau, Hermann Suchard, gebürtig aus Darmstadt, und eine Jrau Reliefen, ferner eine Jran, *eren Per­sönlichkeit noch nicht feffgeffeQt werden konnte. Jrl. Korostne Eller», gebürtig au» Esten a.d. Ruhr, wurde schwer, aber augenscheinlich nicht lebensge­fährlich verletzt, während der Bahnwärter die Schranke schloß, fuhr ein Pferdefuhrwerk in der Richtung auf jeldkirch unter dte niedergehende Schranke. Mm diese, jnhrwerk nicht einzuschsteßen. lüftete der Wärter ein wenig die Schranke. Da» jnhrwerk kam hindurch, da, au» der Gegenrichtung kommende Auto aber, besten Lenker die haldstel- hing der Schranke benutzte, am noch darchzu- schlüpfen, wurde mitten auf den Schienen von dem heranbransenden Fuge erfaßt und vollständig zertrümmert.

Internationaler Leitung.^vifsenschaftl'chcr Kongreß in Köln.

3« Köln wurde im Messtchof ber Peesso der Indernationale zettungswisienschaslNche Kongreß in Anwesenheit zahlreicher Vertreter ber Be­hörden. zeitvng«nnssensch^llickx-r JnfHtute und Verbände eröffnet. Als Vertreter des Pressechef- der Reichsregierung war Dr. Heide (Berlin) erschienen. Vom Ausland sind auf dem Kongreß vertreten Aeaypten, Frankreich. Japan, Lettland, Oesterreich, Polen, die Schwer, die Union der Soziaülstifchen Sowjetrepubliken und frte Tschecho­slowakei. Die Teilnehnrer am 1. internationalen ^eitungswsisenschafllichcn Kongreß traten Gäste der Stadt Köln irn Parkrestaurant auf der Pressa. wo sie von Bürgermeister Schwer in g im 71 amen der Stadt begrüßt wurden. Die Grüße u. Wünsche der Presseabtetlung der Reichs­regierung überbrachte Dr. Heide. 3m Rcnnen des Vereins Deutscher Zeitungsverleger wünschte Kommerzienrat Dr. Reven Du Mont dem Kongreß, daß feine Beratungen fruchtbringend sein möchten für die Zeitungswissenschaft, so­wohl für die Journalisten als auch für Vie Ver­leger. 3um Schluß sprach noch Professor Dr. D o v i f a t den Dank der Kongrehteünehmer für Vie gastliche Ausnahme durch die Stadt Köln aus.

Der Jtleger Drouhln f.

Drouhin, einer der besten französischen Flieger, der, wie gestern bereite gemeldet, bei einem letzte:, Dersuchsflug vor Ueberquening de, Ozeon» einen fckweren Unfall erlitten hotte, ist heute tracht 2.15 Uhr seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Lerzte, die den mutigen Fsieger bi» xum letz- ten Augenblick über seinen wahren Zustand im Unklaren ließen, hatten noch in später Abendstunde versucht, durch Abnahme eines der beiden gebroche­nen Beine das Schlimmstejui oerhnkern. Der Ber ftorbene hinterläßt eine Dltwe und zwei kleine Mädchen, von denen dos eine noch nicht ein Jahr oft ist.

Die Deiierlage.

rl

'n?/

©W5fte«ieiO*tnr 9rt»»»"' wenn »eretw

* Scbate »t'ivM» e-ten X Wv-tur ^.u-mm-nc.-O'xw tekhter Olt £ «Mr 5oQ itereecw vt«>l

fhtec" d<» wmd« ow teeee M

»t» g-twn jk U P t l -< Orw etl «tc.tU«

tviyoiau^iagc.

Der hohe Druck über Frankreich ist etwas zurück- gegangen. Trotzdem wird unsere Wetterlage vor­läufig noch unter seinem Einfluß bleiben, jedoch ist über Irland bereit, ein Ncgengebiet erschienen. Auch deutet Lustdruckfall daselbst darauf hin, daß ein neue» lief herannaht und später unsere Schön- Wetterlage unterbrechen wird.

Wettervoraussage für Som,tag: Zu­nächst noch heiter, später leicht wolkig, warm und trocken.

D i 11 e r u n g » a u f i d) t en für Sonn- t ci g: Allmähliche Bewölkungszunahme und Nieder- schlagsreigung.

tiufUiHFeraturen am 9 August: mittags 22 Orah Celsius, abends 15 Grad Lemus; am 10. Auaust: morgens 14,4 Grad Celsius. Maximum 22,5 Grad '' '.sius, TI nimum 11 Grad Celsius. (Erbtempera- r r. in 10 Zentimeter liefe am S August: abends 21,3 Grad Celsius, am 10. August: morgens 16,7 Grad Celsius. Lonnenschcinlrnuer 9 Stunden.