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*Xu« Der Provinzialhauptfiadi.
Gi«ft«a. ben 10. Zuluft 1928.
Mensckenfenntnis.
St oft kann man den Ausspruch hören „Ich bi» «in tateCoffr 'Ttten'dxntrm'CT, mit macht man «tchlS vor." Und doch wird nur zu häufig ett nichts kufetfeciigtc und Dotrüiger umgegan» S« " mit dem ifrteU über Menschen. Äaum geseüen ober nur kur- gesprochen, -W man tm IJertant de- o£Iau raschen .. Menschen kennet-" bereits Photographie': und abgestempeft Mit dieser StÜette läuft man dann jahrelang oder für immer al- imaginäre- Wesen im Borstel- Uum-Ieben de- Mitmenschen herum, der «inen bliAchnell auf ein« Formel gebrach: hat. Vaft hieran - MihverstLndnifft und Un-utragftchkeiten entstehen liegt auf der H«mb
Tie Gegenwart bringt bi« Merchhen in der TUg<-r zunächli nur in geschäftlichen B^'c-Hungen einander näher, der Kreis jener Bekannten. bk sich enger kenne,.lernen, ift meist nicht <c&r -rost. Le.chl wftd do der Feh-er begangen, doh au« geschäftlichen Gcbahren oxi< den ganzen Wen. fä>#n ge'ch!offen wird Jin 5t6Ier ift die- de-. Haid, wei« Punch geschäftliche Beqtehungen selten der menschliche Ämt durchblicken kann, ja oft ^beckt werd, Hinterher nimmt man sich auch nicht mehr bk Mühe, einen Menschen den man hon Geschäft« wegen erkannt ,u hafvn alaubt. wirklich von feiner richtigen Seite einschätzen Hu lernen.
Lief klafft tn der ®eg«mtoort der Gegensatz zwischen junger, teRweife jüngster Generation und der älteren. Man ist bem'cht. sich verstehen «u lernen, manchmal muh man sich ja auch not» gedrungen oerstLidigen. Unb doch ift der Gegensatz vksfach unüberbrückbar, weil beite Generationen auf verschiedenen Erscbni-jahren und auf verschiedenen geistigen und wellanfchau- lüften Grundlagen groft geworden sind. Die Forderung des Tages ist mehr denn je. sich gegen, seftig Dmftändnis entgeaenzubringen. ..Alles ver. stehen hecht olle« verzeihen."
Wie fleht*?
Wan hört immer wieder über Rückgang der Höslichk^ll Flogen und stellt bedauernd fest, dah die Menschen bet Gegenwart einander zu wenig all Menschen werten. Gleichgültigkeit, wenn nicht aar Feindseligkeit soll den alltäglichen Verkehr Merriam. Wie reimt sich damit aber zusammen, datz man. wo man geht und steht di« Leute bei bet Begrüftung einander sich noch ihrem Befinden erkundigen hört? Muh man da nicht den Gfndruck bekommen, fie seien allesamt durch ehr- liche Anteilnahme an fortn vielfältigen Geschicken und Sorge um der anderen Wohl innig verbündens Ober wird da nur eine blaffe Redesorrnel ausgetauscht. die sich der durch Aiingenfuftur ausgezeichnete Menkch des zwanzigsten Jahrhunderte angelernt hat? Das wäre schlimm, denn es gibt gewift noch Menschen, die solche Fonnein nicht durchschauen und Gefühl hinter ihnen vermuten. Sie geraten dann leicht tn die Verlegenheit, mit Bekenntnissen daraus zu antworten, die dem Frager mir lästig fallen.
3a. «s ist schwer. Mensch unter Menschen zu sein. Gin Beispiel für viele Ich treffe troenb- einen Bekannten, und er fragt mich gewohnhert-.
mästig .Wie geht'-?" Was will er jetzt damft sagen? Cb ich feinen Schnupfen mehr habe tote neulich? Ob meine Frau schon m die Streuner» ftilche gefahren ift? Ob es mir in memer Reu. vauwohnung gefällt? Glaubt er. von mir etwas erfahren zu können, was ihm ge'chäftllch Vorteil bräch:e? Bin ich ihm am Ende etwa» «chuldig unb fpieff er auf diele Weife »art auf bk Rück- zahlung an? Fürchtet er. ich habe in der Lottert« gewonnen, seit wir uns da- letztemal sahen? Ober verschieiert er nur den Gedanken, .vast tm mir gerade jetzt in den Weg laufen muht!"??
Wie diese Möglichkeiten aufrollen, kostet Feit, und sich für die wahrsche nlichste entscheiden erst recht Solang« Cann inan mit der Antwort nicht toarun. ohne blöd zu erscheinen, und so Rammele ich zerstreut ein .Danke, leidlich" oder _G- könnte Hefter ‘«tn*. Bielle-cht fühle ich nftch gerade prächtig und meine Angelegen heften versprechen sich bestens abzuwlckeln. aber soll ich das jemand verraten der mir fern fleht? Erstens setze ich mich damit dem Derdachr aus. protzen zu wollen damit er sich ärgert, und zweitens ärgert er ftch wirklich Also heuchele ich, nachdem ich ihm tu- getraut habe, dast er es tut Aus Höfllchkeii unb Zartgefühl, das bilde ich mir wenigstens ein. Unter Gespräch kommt über RedettSarten nicht hinaus, unb tchliestlich bin ich froh, wenn jeder feinen Weg für sich fortsetzt. Run ärgere ich mich, dost ich nicht unbefangen versuch» habe, ihm etwas von dem Frohgesühl au vermitteln das mich vor der Begeanung erfüllte. Bselletcht hätte es ihm wohlgetan ihn anaeregf. gekräftigt Vielleicht erwanete er solche Hille von mir. Unb ich witterte in ,hm etwas Fetzidiiches Vielleicht suchte er ein stutzendes Dort, und ich war nur daraus bedacht, meine Stützen feftzu- halten An der nächster Straftenede fällt mir ein, Ckift ich le'rr Zrage ja nicht erwidert habe. Run wird er denken: .3ft das ein unhöflicher Mensch''
Da« nächstemal will ich - besser machen.
Turmalin.
Daten für Damotaq, 11. August.
Sonnenaufgang 4 39 Uhr, Sonnenuntergang 19.30 Uhr — Mondaufgang 23.57 Uhr, Monduntergang 15.59 Uhr
843: vertrag von Verdun, Teilung de» Fränkischen Reiches. — 1848. der Maler Hermann xnackfust in Diesen (6leg) geboren (grftorben 1915). — 1870: der lfteograph Dilhelr., Volz in Hall« (Saale) geboren. — 1904: bi# Herero am Walerberg entscheidend ge- f(biogen. — 1917: Beginn der elften (Leuten) Jjonzo- slylachk. — 1919: Verkündigung der Weimarer Der fastung
tvornotijen.
— Tageskalender kur Freitag. Licht- joielhaua, Bahnhofstrafte: „Die Ramelienbame". — Astorlo Lichtspiele „Die grafte Zirkusnummer".
•• (Biode n lauten am Bersassungs - tage. Da» Landesklrchenaint hat, wie un» von zu- ständiger Seite mltgetelU wird, anläftlich des 8er foffung»mge» für ©am»tog, 11. Äuguff, ein allaemei- nes Geläute in der Zeit von 12 bis 12.15 Uhr angeorbnet.
•• ® I e 6 c n 6 Glückwunsch an Eckener. Die Stadt Gieften hat, wie uns van der Stadtverwaltung mitgefeilt wird, Herrn Dr. Hugo Eckener
S Vollendung feine» 60. Lebensjahre» die herz
Jtm GlüdwuniLe übermittelt
*• Motorraduniali. 3n der verganaenen Rocht geaen 12 116r verunglückte in Relnrod iKrei- Schotten) ein Motorradfahrer mit besetz, inn Beiwagen dadurch, dah er, wohrfcheüüich infolge einet Reifendefekts. auf gerader Strafte plötzlich gegen ein Hvstvr fuhr. Der Mv- torroMcnler erlitt keine Berletzungen. während der Deif^rer. ein 21 Jahre alter Kaufmann Theodor Braun aus Reutlingen, ber in Ober- Schmitten befchäftigi ist. ein« erheblich« Kopfverletzung und eine schwere Gehirner- f ch ü 11 e r u n g davontrug. Gin Arzt aus Ridda leistete bic erste Hilft und lieft den Verunglückten durch die Freiwillig« Sanität-kolonne Gieften in die Ehirurgilche Klinik befördern. Der Zustand de- Verunglückten ist zur Zeit emft
•• Pilzsammler, Vorsicht! 3n der Zeit der »ernte muffen den Sammlern wieder einige beherzigenswerte Ratschlag# mit aus den Dea gegeben werdcn. Der eine heiftf: Sammle keine Pilze, die du nicht genau kennst. Dann möge man nur emwandfreie Exemplarc noch Hanse tragen, denn die madigen Pilze sind schädlich Bei regnerischem Detter gesammelte Pil;e oerd«rv#n meitau» schneller als bei trockenem Detter gefundene.
•' Straften-Ausbrüche Nachdem seit zwei Dachen die 1‘egung de» Wasterrohres durch die Dieseck vollendet unb die Lerbindung in ber Moftkeftrafte hergestellt ist, Ift ber Weiterbau non ber Kreuzung Sendenbermtrahe —Diesenftrofte— Moltkestraft« entlang der Ostanlage in Eingriff genommen roorbrn. um die Marburger Strafte entlang nach Diesed geführt zu werden. 'Gleichzeitig werden oom Busgang deo Gaswerke» in der Dftonlage in der gleichen Richtung Gasrohre verlegt unb Die Leitungsrohre für die stabel der rleftrifd)#n Leitung umgebaut. Diese Arbeiten haben kleine, ober nicht zu vermeidende verkehrsstönlngen für die Qufjgänger sowohl in der Südanlage wie in der Nordanlage zur Folge, die hoffentlich bald behoben werden. Auch die Straheubahn wird an verschiedenen Stellen au»gcbeli«rt, so daß der Betrieb durch Pendelverkehr aufrechterholten werden muh.
** Straftensverrung. Wegen Walzarbeiten Ist die Durchgangssfrafte Wetzlar—Gieften In Waldgirmes vom 11. bis 18. August d. I. gesperrt. Umleitung über Garbenheim.
(Weitere tokalnachrichlen im 2. Blatt.)
Vermischtes.
versuche mit einem Schraubenslugzeugmodell.
Der 3nfl«nieur Zafchka hat vor einiger Zeit ein Schraubenslugzeug:nodell konstruiert, mit dem di« Möglichkeiten eines senkrechten Aufsteigens und einer senkrechten Landung von Flugzeugen erprobt werden sollen. Der Gedanle ift an sich nicht neu unb es sind schon von einer Reihe von Ffugzeugingenieuren feit geraumer Zeit ähnliche Versuche gemacht worden, die aber bisher noch nicht zu einen positiven Ergebnis geführt haben. Die Verwirttichung der 3d« würde es möglich machen, dah Flügzeuge selbst auf demungeeignetsten Gelände starten und fanbei kömrten. was nicht nur tm gebirgigen Gelände, sondern z. B. auch beim Start und der ßanbung in arkllfcheir "Xegionen von ganz auber- orbentlichem Vorteil wäre. Das Zafchkafche Schraubenf-lug-eugmodell wird gegenwärtig aus
dem Berliner ZentralllughaftM ausprobterk. es hat sich dabei gezeigt, daß dos Modell auch beiböiacmWIndc als durchaus stabil angesehen werden kann. Die bisherig«» Versuche Haden den Beweis erbracht, daß *txwi ft 6.5 Kilogramm schwer* ÄwiW schon be 2100 Umdrehung«» die 7 Meter grvfte Schraube f!aMFJi«teL Leider wurde jedoch bei dem letzten Versuch dos Modell. welches durch einen flnnen 3<X)-Äubtt|enh- meier-Motor anac*.rieben wird be^chädlgt. Der txhi^F Wtrrd verruchte die Maschtm oogz ul reiben. Vier Mann, tue mittels Drahtseil die Maschine halten sollten, waren dazu nicht mehr tn ber Lage Obwohl der Motor durch den tfrfinber salbst abgestellt wurde, verharrte das Rodel! durch die m den Kreiseln aus gespeichert» Gnergie noch kurz« Zett schnxde'b bis es einen Monteur gc- lcmö. die 771 aschig seitlich mederzuziedsn. Zaschka beabsichtigt, sein Modell in bet michsten Tagen emrm Ä reife geladener Fachleute herauf ihren. Gs bleibt abzuwarten welches Sraebms die Vorführungen und weichen Eindruck diese auf die Fachleute haben werden.
Wo reift man am billigsten?
Für 20 Mk kann man m Amerika 210 Kilometer mit der Giftnbahn fahren, um das gftsche Geld in England 250 Kilometer in der Schweiz 410 Kilometer, tn 3taH«n 500 Kilometer, in Deutschland unb Frankreich 600 Kilometer, tn Oefterreich 720 Kilometer, in Polet 900 Kilometer. tn Ungarn ICK» Kilometer Ungarn ist also baS wohlftilstc Reiseland. Für 20 Mk kann man ":n der billigsten Klasft der ungarischen Staatsbahneu allo eine Gntftrnung von Berlin bis Belgrad zurücklegen.
Sertincr Börse.
Berlin, 1U. Aug. (DTV. Funkspruch) Im heutigen Vormittagsverkehr ist die Stimmung burchoti» f r e u n b 11 d). Die Spekulation, die gestern Aum Schluh der Börse in Befürchtung ein« Erhöhung Der Diskontrate In Neuyork realifiert hatte, bekundet heute stärkeres Interest#, da ber Satz un verändert belassen wurde. Da» Geschast hat sich noch nicht richtig enfroideln können. Für Spezial- werte scheint jedoch lebhaftere Nachfrage zu bestehen. Man hort Farben 264,50 bl» 265 und Siemen» mit 387. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Kabel 485,50, Mailand 92,77 bi» 92,82, Madrid 29,10 bi» 29,14 und Kabel gegen Mark 4,1957 bi» 4,1962.
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gewinnen selten so hohen Wert als beim Rauchen einer „Slelpner"-Clgarette. Das ist Tabak I Fünf Pfennig für eine „Slelpner” gewähren reinstes Genlefeen, volle ganze Raucherfreude. „SLEIPNER” Ist wirklich eine Cigarette, bei der Sie bleiben dürfen.
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