Nr. 187 Erster Blatt
178. Zahrgang
Sreitag, 10. August 1928
Eriche,»' teilt*,**« 5 c iw tagt 1*6 5«i«Ttag»
Bella
»lefieeax Fu«De»blä1lei fyttmal im SUD
TM Scholle
menati.Brjngiprtli. 2 Reichsmark und 20 Reichspfe»»te ftr Träger» lohn, and) bei 5hd)tet» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. 3ern|pred)an|d)lftf|t:
61, 64 und 112
lnfd)dfl ftr Vrahtnachr rid)tert Anzeiger tiefte«.
Voßfchrckkvnto.
trentfnri am Main 1168*.
GietzemrAnzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Ünd nb Dtrlag: vrühi'sche UAtverfilLlr-vuch- und Stetnöniderti L Lanze tn Stehen. SchrtfUettnng und Seschäftrstelle: Lchnlsttahe 7.
Annah«e »an Injeiaen ftr Ile Tageenneimer bis znm Rachmivag vorher.
Prell fei I mm höhe ttr SMeigen von 27 mm Srtrte örtlich 8, auimäds 10 Reichspfenmz, ftr Re- klameanleigen ron 70 mm Drelle 35 Recchspsenmg, Platzvorschrift 20*, mehr.
Gbefrtbaktenr
Dr. Fnedr Dilh Lange. Hercntrportlid) für Tohiik Dr ftr Wilh Lange für fteuilkttin Dr ft lbonot. für den übrigen Teil Ernst Dlnm'chtin, für den An» jtigentetl Huri tzillmann, fämthd) in (Bienen
Debatte um die Verfaffungsrefornu
Vas Scho des Luiherplans.
Kritik in allen Lagern.
(Eigene Drahtmeldung den ^Siebener Anzeigers'.
^etlin, 10.3ug. Der Bund für di« Sr- ncuerung des Tuches den im Vorjahre Reichs- fanater a. D. Dr. Luther gegrünt*! hat, ist jetzt mil einem gröberen Aufsatz au* der Feder de* Dorfttzenden hervorgetreten, der sich „Um Deuisch- lanbs mnere Frecheft- betitelt. Ss ist tfe Antwort aus vedcheden« vorzeitige Beröfsentllchmi- aen über die inzwischen vorn Bunde au*gearbeit«- fei Richtlinien.
Wie van vornherein feststand, ist da* Haupt- yd Dr. Luther* die Uebettoinbung deS Dualismus -wischen Reich und Preu- st en. wobei ohne völlige Zerschlagung Preuhen*. im Oegenteil, unter Angliederung von fleinercn ÖlaatIgebietcn, durch eine "Berftärfung der provinziellen Selbstverwaltung und durch die Um» ?e ft o 11 u n g Preuhen* in «In Reichs- and. b. h. durch den Wegfall einer eigenen preuhischen Regierung diese Berliner Doppel- rtgierung beseitigt werden soll. Aus den ersten Slick mutet also da* Projekt durchaus unitarisch an und scheint al* ein Vorschlag zur Vereinfachung unserer kompli-ierten innerstaatlichen K-rljalimHc devl-alb mindesten* erörtern na-würdig. Ader et begegnet einer auffallend starken Äntil au* den verschiedensten Lagern. Zunächst hat sich der P r e u st e n b u n d dagegen verwahrt, was ja an sich verständlich ist, da eine Organisation, die ihre Gxisienzberechtigung an diejenige eine* Lande* Preuhen in seinem historischen Sinne knüpft, schlechterdings dessen sunda- menlale Umgestaltung in ein Reichsland mit einer mindesten* nicht nach preuhischen Desichts- punkten -usammengesetzten Regierung nicht gut* bei (hm fann. Die K r e u - - e it u n g" findet di« Vorschläge gänzlich undiskutierbar, weil sie ihrer föderativen Grundeinstellung zuwider lausen und Bewährtes zerschlagen, ohne Bessere* an seine Stelle |u sehen. ,freilich macht da* Blatt den Vorl'ehqp, hast ce nicht für ein im bisherige« Sinne von links regierte* Preuhen ein trete, sondern gleichsam für das frühere, aus dessen Wiederherstellung unter ihrer Führung extrem« Rechtskveiie noch immer hoffen.
Die anderen Rechtsdlättcr verhalten sich zunächst offenbar deshalb zurückhaltender, weil sie da» Scho in politischen Kreisen abwarten. Die DAZ scheint Bedenken zu haben, dah die Pläne Dr. Luthers in ein politische* Fahrwasser geraten könnten und betont die Rotwendigkeit, das Problem unter rein sachlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Die Blätter der Linken sind aber im allgemeinen ebenso, wie die der äußersten Rechten Gegner des Luther» schen Gedankengange*. Sie finden darin eine bür germ ei st erliche Einstellung, die die Möglichkeiten der Selbstverwaltung überschätzt, einen Weg. den da* Reich unmöglich gehen könne und ein Uebergcbcn der Länder, die durch ihre gleichzeitige Willenserklärung den Einheitsstaat hcrbeifuhren mühten. Eine gewisse Ausnahme bildet die Frankfurter Zeitung, die zwar im einzelnen Kritik übt und die Richtlinien tn ihrer vorliegenden Form für lückenhaft und anfechtbar hält, weil sie nicht geringere Schwierigkeiten boten, al* eine da* ganze Reich ncuglicdernde Gesamtlösung, die ihn aber immerhin al* diskutabel bezeichnet Die Kölnische Zeitung selbst, in der der Kommentar Luthers Au den vorverössentlichten Richtlinien enthalten »ft, behält sich eine Würdigung der Vorschläge für den Zeitpunkt nach der Ge- famtoer5ff ent Hebung vor.
Im ganzen hat Dr. Luther jedenfalls erreicht, dah man sich in der Oefsentlichkeit mit feinen Plänen beschäftigt, denn dah es trotz der groben Zahl ziemlich wahllos zusammengesetzter Mitglieder feines Bundes und trotz der seinerzeit anaekündigten ikbertragung der Ausgaben an mehrere Emissionen im wesentlichen da* persönliche Werk Luthers ist. das hier vorgelegt wich, darüber kann kaum em Zweifel bestehen. Es hat die Vorzüge und die Mängel einer solchen persönlichen Schöpfung.
Oie Oeutschnaiionaten zur Reichsreform.
(skgen die Ncbcrparlamcniarisicrung unseres öffentlichen Ledens.
Berlin. 9. Aug. (XU.) Zu der Zuschrift de* Rejä)skan.zlers a. D. Dr. Luther teilt die beutf(^nationale Pressestelle folgendes mit: .Die Deutschnationale Dolkspartei widmet der unbedingt notwendigen Reform der Reichsverfassung feit längerer Zeit ernsteste Aufmerksamkeit. Sie begrüßt deshalb jeden durchgearbeiteten Vorschlag, der die öffentliche Erörterung der Reform fordert Wenn aber die Vorschläge. die der Herr Reichskanzler Luther bearbeitet hat. in der Hauptsache darauf hinaus- laufen, Preuhen mit dem überwiegenden Teile RorddeutschlandS in ein Reichsland z u verwandeln, so muh zunächst daran erinnert werden, dah dieser VorscHag nicht nur auf der Länderkvnferenz. nicht nur von der einen oder von der anderen Seite, sondern ganz allgemein a b g e I e b n t worden ist. Er widerspricht sich cmtschieden mit den wiederholt bekannt- gegebenen Auffassungen von Plänen der Deuttch»
naMonaten Dvlkspartei. weil er nicht geeignet ist, die Verwaltung wirklich fparfanter. einfacher und einheitlicher zu gestalten und well ihm andere rf eit* vom staatspolitischen Standpunkte nicht minder des gesamten Reiche* und Preuhen* aus unüberwindliche Bedenken entgegen- stehen. (Ausschaltung Preuhen* als Staat, Deklassierung preussischer Landtelle oder Begünstigung neuer Kleinstaaterei, Gefahr einer Main- linie, schädliche Rückwirkung auf die österreichische Anschluhsrage u. a.) Dazu kommt, dah alle Vorschläge an der Kernfrage der Reform vorübergehen, wenn sie sich aus
das DerhälMn* zwischen Reich und ßänbern beschränken. Jede Reform wird ihren Zweck verfehlen, die nicht aus Beseitigung der Ueberbarlamcntarificrung unseres öf sentllchen Leben* und auf Einschränkung der absoluten Alleinherrschaft wechselnder Parlamentsmehrheiten gerichtet ist. Die Deutschnationale Dolkspartei wird sich nicht mit einer ablehnenden Kritik begnügen, die sich dem Reichs- landvorschlag entgegenzustellen hat. sondern m 11 eigenen positiven Vorschlägen hcrvor- treten.
Reichskanzler Locher erläutert seine Vorschläge.
Berlin, 10. Äug. (XU.) 5m Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Richtlinien des Bundes zur (Erneuerung des Reiches gewährte der ehemalige Reichskanzler Dr. Luther einem Vertreter der Telegraphen Union eine längere Unterredung.
Srage 1 hütete: Die Bildung eines grohen, fast die gcfamlcn Gebiete na. dl ich d. s Main umfalfcn- den R e t ch sl a n d e s legt die Frage nahe, wie und in welcher Form sich die (Eigenverwaltung der süddeutschen Länder und des Freistaates Lachsen gleichzeitig mit dieser Bildung eines Reichslande» ändern oder sich in den neuen Reichsplan einfugen läßt?
Antwort 1: vorweg muh ich hierzu bemerken, dah die Vorschläge des Bundes hinsichtlich der Länder, die in da» Reichsland einbezogen werden sollen, nur in Erwägungssorm ausgestellt find. Vieser Umstand «st bi»her in der öffentlichen Kritik nirgend» zur Geltung gebracht. Vie Leitsähe de» Lunde» würden also bei einer Veränderung In der Aufzählung der mit dem Kernland Preuhen zu verbindenden Länder In ihrem Mesen unberührt bleiben. Die» vorausgcfchickt, beantworte ich Ihre Frage wegen der vier von Ihnen genannten Länder folgcnöermafjcn: verwallungsgemäh sind die verhältnisie in diesen Ländern Übersicht- kicher al» in weiten Teilen Rordüentschland», weil sich die Bezirke der grohen Rcichsverwal- tangen, wie Finanzverwaltung und Landes- arbcltscmt, in der Hauptsache mit den Ländergrenzen decken oder sich ihnen einfügen. Cln Fall wie der de» Canbesarbeif»- amle» Rordmark, zu dem sechs Staaten gehören, nämlich anher Preuhen Hamburg, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Slrelih, Lübeck und Oldenburg mit feiner Exklave Eutin, besteht In Süddeutschland nicht, verfassungsmähig sieht der Vorschlag de» Bunde» davon ab, für die von Ihnen genannten Länder die Umwandlung in Provinzen de» Reichslandes zu empfehlen, sondern stellt diesen Ent- schluh ganz in da» freie Ermessen dieser Länder. Ucbrlgens baut der Bund auch sonst in seinen der Oessentlichkeit noch unbekannten Lin- zelarbeiten grundsählich aus dem freien Lnt- schlnh aller beteiligten Länder, besonder» Preuhen » , aus, so wenig der Augenschein der Stunde für solche Bereitwilligkeit spricht. Die wenigen unmittelbaren Rückwirkungen de» Resormplanes aus die au her halb de, Reichslandes bleibenden Länder wird die sein, dah es erst nach Ueberwindung des Dualismus zwischen Reich und Preuhen überhaupt möglich ist, eine planmäßige Zuständigkeit,Verkeilung zwischen dem Reich einerseits und den Ländern oder den, Reichsland mit seinen Provinzen andererseits herbeizusühren. 3n einer solchen klaren und ungeachtet der natürlich dem Reich verbleibenden Mbänöerungsbefugnt, bo$ grundfählich stabilen Zuständigkeitsregeluug hat die Bevölkerung ganz Deutschland» das allergröhte Znlercsie. Staatsgefühl kann nut in einem durchsichtigen Staatswesen erwachsen, da» dem Reich gibt, was de» Reiche» ist, in bi*m Rahmen aber auch da» heimatliche Eigenleben in Ländern und Provinzen und alle Selbstverwaltung sorgfältig pflegt.
Frage 2: Fordert die Einbeziehung der Hansestädte als Provinzen in das Reichsland nicht eine Verbreiterung der ncrwaftungsmahigen Basis dieser Hansestädte, um die Reibungen an den jetzigen Verwaltungsgrenzen (z. B. Wilhelmsburg oder Wcsermünde» zu verringern?
Antwort 2: Die der vefsrntlichkeil bereit» be- kanntgewordenen Leitsähe beantworten diese Frage dahin, dah, um die Kontinuität der staatlichen und kommunalen Verwaltung im Moment der UcberLeitung nicht zu gefährden, die Grenzen der Provinzen zunächst nicht geändert werden sollen. 3m übrigen wird allgemein für die Festlegung der Provinzgrenzen der Grundsatz einer vernünftigen Sationafi- fterung de, öffentlichen Wesens gelten müllen. Ls werden also aus der Grundlage des geschichtlich Gewordenen Liozelabändernngen überall da in Bctracht kommen, wo wirtschaftlich widrige oder sonst vernunftwidrige Zustände vorllegev.
Frage 3: Glauben Sie, Herr Reichskanzler, dah im Zuge der Verwirklichung der von dem Bund zur Erneuerung des Reiches aufgcftclltcn Richtlinien d i c Frage der (f n und Exklave» al, erster und vordringlicher Programm punkt vorzeitig erledigt werden fann, und versprechen Sie sich hier- von schon einen erheblichen verwaltungstechnischen Ruhen für das Reich?
Antwort 3: Die Ausräumung der En- und Lxklavenfrage würde sicherlich Ruhen bringen. Entscheidend aber kommt c, hierauf nicht an, da bat Schicksal des deutschen Volkes nicht von der Bereinigung dieser Kuriositäten unsere» Staatsgebäude» abhängt, sondern von der sachgemähen Gestaltung der Zen- tralstaatsgewall des Reiche» nebst richtiger Behandlung der Länderfrage und Selbstverwaltung»- frage. Obendrein weih man nicht recht, wo der Begriff der Ln- und Exklaven ansängt und wo er anshört. Braunschweig besteht aus 28 Teilen, Oldenburg hat die ganz weil abgelegenen Teile Lutin und Birkenfeld, Mecklenburg-Stre- litz liegt östlich und westlich von Mecklenburg- Schwerin. Sobald aber die Fragen dieser Länder grundsätzlich in Angriff genommen werden, ergibt sich eben doch jene Entwicklung zu G r o h - P r e u h e n , die für den Zusammenhang zwischen Rord und Süd solange gesährlich sein mvh, wie nicht die Bereinigung der Reich,gewall mil der preuhischen Staatsgewalt erfolgt ist. Auherdem werden sofort grobe Schwierigkeiten in der Verteilung der Stimmen im Rc.chorat einsetzen, die wiederum auf die grundsätzliche Lösung al, Voraussetzung Hinweisen. Diese grundsätzliche Lösung aber heiht: Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preuhen unter Erhaltung des preuhischen Staatszusam- menhange».
Frage 4: Wird der Bund zur (Erneuerung des Reiches in seiner bevorstehenden aussührlichen Ma» terialDeröffcntlidjung auch die Frage der R e u a u f» t^ilung aller wichtigen Aufgaben- kreise anschneiden und inwieweit ist in diesem Zusammenhang an die Rationalisierung des gesamten öfsentlichefi Vermal- tungswesen» gedacht?
Antwort 4: Diese Frage wird in der bevorstehenden verösscnllichung de» Bunde, nur grundsätzlich behandelt, und zwar in dem Sinne einer möglichst weilgehenden Dezen- lralisation und stärkster (Einteilung aller Selbstverwaltung»- f r ä f I e Ein Einzclvorschlag wird in einer späteren veröttentllchung des Bundes folgen, für die Vorarbeiten ebenfalls in vollem Gange sind. Der Bund geht davon aus, dah die B u - reaufratifierung unseres öffentlichen Wesen, überwunden werden muh, die eine Folge des Dranges zur ZentraUfation und Urbcrorganifation ist, der auf dem «ehigen Verfassungszustand beruht. Der weg dazu ist die Erweckung vnd der Ausbau aller Selbffoerroaltungsfräfti In Verbindung mit Uebertragung hoher Selbfloerantroorlung. Diese Verwaltungsform, die auch dem Beruf,beamten befriedigende und fruchtbringende Arbeit eröffnet, ist besonders geeignet, in den Bürgern die Empfindung grohzuziehen, dah des Staates Schicksal ihr eigene, ist. Eine solche Reuvertei- lang der Aufgaben aber fann nur gelingen, wenn die Reichsgewalt selbst von den Hemmungen befreit ist, mil denen sie heute zum schweren Schaden unseres Volke» fortgesetzt zu ringen hat. Ru r ein starke» Reich fann planmässig Ausgaben anderen übertragen.
Oie Dei-faffungSfeier in Bayern.
München, 9. Lug. (WB ) In einer Bekanntmachung sämtlicher bayerischer Staatsministerien vom 7. August über den Denasiungstag wird bestimmt, dah am 11. August die Staatsaedäude und die Gebäude der Universität und der staatlich verwalteten Anstalten und Stiftungen in den L a n ■ desfarben zu beflaggen sind. — Im Münchener Stadtrat wurde ein lozialdcmokrati'cher Antrag, das Rathaus und die übrigen städtischen Gebäude am Derfasiungslag in den Reichsfarben zu beflaggen, abgelehnt.
Hugo Eckener.
Zum t>0 ßscburlolag des deutschen Luftpionier*.
(Sine Persönlichkeit, die im Mittelpunkt des gesamten Luftfahrtinteresse* steht, begeht heule, am 10. August, seinen 60. Geburtstag Dr. Hugo Öde ner. Sr beacht ihn in der Stadl ferne* Wirkens und Schallens, in Friedrichshafen, deren Tradition er als Rachfolger des Grafen Zeppelin sortgepflanzt Hal. Dr. Oden er kann auf ein Leber, von auhecordeir^icher Energie und SchaftenSkcast, gepaart mit einem unumstrittenen Erfolg. für den iyn da* ganze deutsche Volk, in dessen Dienst er fein Lebenswerk gestellt hat, beglückwünschen wird, zurückblicken. An der Schwelle diese* Leben*abschnstteZ steht Dr. Cdcncr vor der Vollendung feine* ßcbcnÄtoerk*. dem L. Z. 127, da* er im Auftrage und für das deutsch« Volk gebaut hat. um mit iy.n den deutschen Romen und den Erfolg deutscher Geistesgröße in alle Welt au tragen.
Hugo Eckener wurde am 10. August 1868 i n Flensburg geboren. Rach feiner Schulzeit betätigte er sich crl* Schriftsteller und freier 3o..r- nalist. 1909 trat er in die Deutsche Luftschifffahrt A.-G. ein, während des Äri?g<» wurde er ai* Instrukteur der Warlne-uitichifsableilung zur Ausbildung von Kommandanten verwendet. Rach dem Kriege übernahm er erneut die Leitung der genannten Gesellschaft, die damals die Fahrten mit der „Bodensee" und mit dem „Rord- ftern" oussührte. 3m Jahre 1920 wurde er zum Vorstand der Zeppelcnstistung bestimmt und 1924 nach dem Tode v. Gemmingens Vorsitzender der Gesellschaft Luftschiffbau Zeppelin. Bekannt wurde fein Rame erst und Welltberühmtheit erlangte er erst nach feiner Amerikafahrt mit Z. R. III, die m 81 Stunden von Friedrichshafen au* zu- rüdgdegt wurde. Auherordentlich waren damals die Ehrungen, mit denen er und seine Mannschaft in Amerika überschüttet wurden. Die Stadt Nensburg verhieb ihm damals da* Ehrenbürger- recht und die Technische Hochschule Stuttgart ernannte ihn zum Dr.-Ingenieur b. c. — Eckener unterhält auch jetzt noch als Präsident der Luftschiffbau Zeopelin G. m. b. H. gute Beziehungen mit Amerika und inSbefonDere mit der Govd-Vear ZeppeLin-Tompanie.
Reichskanzler Müller und Reichsoerkehr». minifier von ® u < r a r b Hoden Dr. Eckener zur Vollendung des 60. Lebensjahres telegraphifch ihre Glückwünsche ausgesprochen
Der freie Richterposten im Haag.
Tic deutsche Toppeikandidatur.
Eigener Drohwericht de» „Giehener Anzeigers".
Berlin, 10. Aug. Der Ständige Internationale Gerichtshof im Hoog verliert im Herbst (ein einziges amerikanisches Mitglied, der Richter IohnBoifet Moore tritt von (einem Posten zurück. Seit dcm Frühjahr, dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Rücktritts, gehen die Bemühungen einer erheblichen Anzahl von Staaten, die (ich den Entscheidungen des f)angcr Gerichtshofs unterworfen haben, dahin, einen Richter ihrer Ration, zumindest aber einen Angehörigen einer befreundeten Ration in das Richter- kcllegium hinein.zuwählen, während die Vereinigten Staaten selbst ein auffälliges Desinteressement bekunden. Sie haben sich zwar endlich auch entschlossen, einen Rachfolger für bas ausfcheidende Mitglied namhaft zu machen, aber aus der alle Le'.denfchaft- lichkeit vermisien lassenden Art de» Vorschlags ist ziemlich sicher zu folgern, daß ihnen das Ucberftlmml- werden keine schwere Sorgen bereiten wird.
Diel wichtiger ist die Frage der Nachfolge für Deutschland, dos als erste Großmacht der Well sich den Entscheidungen des Ständigen Internationalen Gerichtshofes unterwarf trotzdem aber als einzige Großmacht keinen Richter stellt. Es hat an der dadurch bedingten obligatorischen Erledigung aller Streitfälle bisher keine rechte Freude ge- habt, fast stets ist g e g e n feine Interessen entschieden worden. Begreiflich, dah daher bei uns der Wunsch besteht, in dem Gericht selbst vertreten zu sein. Oft genug ist von deutscher Seite auf diese zweifellose Zurücksetzung hingewiesen worden, aber imm.r ist dem Einspruch damit begegnet worden, daß die Satzungen des Gerichts keine Erweiterung des Rich, terkollegiums zulassen. Es wäre also der einfachste Weg, wenn an Stelle des zuröckgetretenen Ameri- kaners jetzt ein Deutscher gewählt würde
Leider aber ist wieder einmal sehr ungeschickt operiert: das Dahlverfahren Ist ziemlich umständlich, die Vorschläge gehen von den nationalen Gruppen dcs alten Haager Gerichtshofes aus, die sich wieder aus den Zünften der einzelnen Länder zu» fammentetzen. Diese Vorschlagsliften werden der Bet- iammlung des Völkerbundes im September oorgelegt und aus ihnen wird dann vorn Völkerbund lewst der neue Richter gewählt. Jede nationale Gruppe hat das Recht, zwei Kandidaten zu nennen. Die deutsche Gruppe hat merkwürdigerweise auf ihrer Lifte in erster Linie den Amerikaner Hughes gesetzt und erst in zweiter Linie Vrofesior S ch ü ck i n g genannt, während neun Staaten, darunter England, Frankreich und Japan, an Koester Stelle den Präsidenten des Reichsge- richtcs, Dr. Simons, nennen. Diese Spaltung er- höht die Aussichten nicht gerade, zumal da der Amerikaner von 24 Gruppen oorgelchlagen ist. Die einzige Aussicht, die wir haben, ist die, dah der


