bett unb über ihn auf Stefan Radttsch einzuwirken versucht. Doch vergebens. Dafür hat der Bauemführer plötzlich und zur allgemeinen Ueberraschung dos Staatskrankenhaus verlassen, hat sich in einen Eisenbahnzug gesetzt und 'st. umgeben von sämtlichen kroatischen Äbgeordne- ten, nach Agram abgefahren, wo er von einer begeisterten Menge empfangen wurde. Seine demonstrative Abreise vor der völligen Wiederherstellung seiner Gesundheit kann nur so ausgelegt werden, dah er so lange in der Opposition zu bleiben gedenkt, bis sich der König seinen Forderungen zugänglich zeigt.
Es ist also nunmehr ein Machtkampf zwischen ihm und dem König Alexander ausgebrochen, wobei jedoch abzuworten bleibt, ob sich Alexander bereitfinden wird, Stefan Raditsch gegenüber nachzugeben. Die stärkeren Trümpfe hat augenblicklich der Bauernführer in der Hand, dem man zutrauen kann, dah er in Agram eine kroatische Rebenregierung ausrichtet und von sich aus den Versuch unternimmt, die Autonomie Kroatiens herzustellen. So weit wird es der König, der bisher stets als Vermittler und friedlicher Schlichter auftrat, nicht kommen lassen wollen, so das; er vielleicht bnh noch nachgibt und bann versucht, nach den Wah- len mit den Kroaten ins reine zu kommen.
Mazedonien.
Ein bulgarischer General ermordet.
Berlin, 10. Juli. Auf dem Balkan ist es wieder einmal zu einer aufsehenerregenden politischen Mordtat gekommen. 3n der Rächt vom Samstag zum Sonntag fiel der bulgarische General Protogerofs einem Revolver- Attentat zum Opfer. Protoaerosf ist aber der FührerdermazedonischenFreihelts- kämpser, die in den letzten zehn Jahren den Griechen und Jugoslawen sehr viel zu schassen gemacht haben und die sogar öffentlich erÜarten, dah sie hinter den zahlreichen Mordanschlagen in den serbischen Grenzstädten ständen. Dem Ein- wirken der Balkanstaaten ist es zu verdanken, dah sich die Sofioter Regierung einschaltete und für ein Abstoppen der Zwischenfälle an den Grenzen sorgte. Die Verurteilung zur Untätigkeit scheint aber den zum unentwegten Terror neigenden Mitgliedern der inneren Mazedonischem Revolutionären Organisation nicht behagt zu haben. Sie dürften für die Beseitigung des Generals Protogeroff, der sich einer Fortsetzung der Ueberfälle hindernd in den Weg gestellt hatte, verantwortlich zeichnen. Trifft die auf dem Valkcm allgemein verbreitete Vermutung zu, dah Protogeroff das Opfer seiner eigenen Leute geworden ist, bann darf mit einem Wiederaufflammen der Tätigkeit der mazedonischen Storni- tatschis gerechnet werden, die auf bulgarischem Boden sitzen und von hier aus immer wieder versuchen, ihre Landsleute auf jugoslawischem und griechischem Boden aufzuwiegrln und zum Aufstand gegen ihre Unterbriidet zu bewegen.
Kabinetissitzung.
Die Rote a« Polen wird beschlossen.
Berlin, 9. Iuli. (WB.) Das Reichsiabinett trat heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers in der Reichskanzlei zu einer Sitzung zusammen, in der zunächst unter Beteiligung des Reichs- Ministers a. D. Dr. Hermes und des Gesandten Rauscher der Absendung einer Rote an d i e pvlniische Regierung über die Fortsetzung der» deutsch-polnischen Handelsvertragsvechand- hinjen zugestimmt wurde, die durch den Erlaß der ^polnischen Grenzzonenverordnung seinerzeit eine Störung erfahren hatten. Die Eruierung im Kabinett hat sich auf die Behandlung dieser rein formalen Frage beschränkt: die bisherigen Instruktionen für die deutsche Delegation in sachlicher Beziehung bleiben daher unverändert. In der Rote wird u. a. dem Vorschlag der polnischen Regierung -ugestimmt, dah die beidevseitigen Delegations- levter beauftragt werden, daS Rähere über die Fortsetzung der Verhandlungen zu üereinbaren. — Das Reichskabinett nahm alsoann einen Besicht übet den Kriegsächtung spalt entgegen, der morgen den Auswärbigen Ausschuh des Re-ichStageS beschäftigen wird. — Im Anschluß hieran legte das Reichskabrnett in großen Zügen seinen Arbeitsplan auf Grund der Regierungserklärung fest, insbesondere wurden bereits die in der Regierungserklärung angekün- Mgten Gesetzentwürfe betreffend den ReichSwirtschastsrat. die Hnndwerksnovelle, das Berussausbildungsge-seh und das Schankstätten' gesetz vom Reichskabinett verabschiedet.
Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten.
Berlin, 9.Iuli. (DDZ.) Rach der Pause treten am Dienstag der Reichstag und der Preu° bische Landtag zu ihrem voraussichtlich letzten Tagungsabschnitt vor den Sommerferien zusammen. Aus der Tagesordnung der Reichstagssitzung, die um 3 Llhr beginnt, steht in erster Linie der Gesetzentwurf über den Rationalfeiertag. Ferner soll die erste Beratung des Strafgesetzbuchentw urses vorgenommen werden, der erneut einem besonderen Ausschuß überwiesen werden soll. Fragen, die noch der Erledigung harren, sind außerdem im Reiche vor allem die Amnestie und die Einkommen- steuersenkung. lieber diese Fragen werden am Dienstagvormittag die Besprechungen mit den Parteiführern aufgenommen. Bezüglich der Amnestie werden sich die Besprechungen vor allem auf die Länder erstrecken, da für eine Reicbs- amnestie die Zustimmung der Länder notwendig ist. Ilm 11 Uhr tritt dann der Rechtsausschuh des Reichstages zusammen, um die Beratung der Amnestiefrage zu beginnen. Ferner hält der auswärtige Ausschuß eine Sitzung ab. die sich mit dem Kellogg-Pakt, Sicherheitskomitee und Völkerbundsratssihilng beschäftigen wird. Im sozialen Ausschuß steht die Frage der Krisen- Unterstützung zur Beratung.
Die Sitzung de« Preußischen Landtages beginnt um 1 Uhr nachmittags. Auf der Tagesordnung steht zunächst die endgültige Wahl des Präsidiums, bann der Gesetzentwurf über die Vereinigung WaldeckS mit Preuhen, die AuSschußanträge zur flaggen frage, über Änwetterschäden und über die A m - neftic. Mit der Erledigung dieser Fragen, bie einige Tage in Anspruch nehmen wird, dürite auch im wesentlichen der Beratungsstoff ? . Preußischen Landtages vor den Sommerserien erschöpft sein.
Wirtschaftspolitische Gesetzentwürfe.
Eigene Drahtmeldung des „Giehener Anzeigers".
Berlin. 10. Iuli. Das ReichSwirt- fchaftSministerium bereitet zur Zeit die Vorlage einer ganzen Reihe von Gesetzen vor. denen Entwürfe meistenteils schon aus längst Vergangenen Zeiten hcrstammen. So kann z. 2. das in der heutigen Kabinettssitzung beratene S ch a n k st ä 11 e n g c s e h auf ein höheres Alter zurückblicken. Besonders umstritten ist bei diesem Gesetz das Aussichlsrecht der Gemeinden über das Schankstättenwesen. Aller Wahr- schelnlichkeit nach wird man sich aber über das Schankstättengesetz, da hier größere politische Probleme nicht dazwischen greifen, recht bald einigen, während man in allen unterrichteten und zuständigen Kreisen mit großer Sorge der weiteren Behandlung des Gesetzes über den enbgül-ti gen Reichswirtschaftsrat, das ja auch schon nicht mehr ganz jung ist, entgegen sieht. Da in dem vorliegenden Entwurf entgegen den Bestimmungen der Reichs- Verfassung die sogenannten Bezfrkswirt- s ch a s t s r ä te nicht mit ausgenommen worden sind, so bedarf dieser Vorschlag des Reichs- Wirtschaftsministeriums, der in unveränderter Form dem Reichstag vorgelegt werden soll, we- gen seines verfassungsändernden Charakters zur Annahme der Zweidrittelmehrheit Der Reichstagsstimmen. Innerhalb der sozialdemokratischen Partei bestehen gegenüber Dem vorliegenden Entwurf gewisse Bedenken, die aber bei der entscheidenden Abstimmung wohl überwunden werden dürften. Der neue Entwurf ist auf dem Gedanken aufgebaut, daß zunächst die Spitzenorganisationen, d. h. der endgültige Reichswirtschaftsrat, zu bilden ist, der dann selber die weitere Ausgestaltung besonders im Hinblick auf die paritätische Beteiligung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Sinne der Regierungserklärung zusammen mit -em Reichstag und dem Reichswirtschaftsministerium vornehmen soll. Wie wir weiter Hörem wird auch das Berufsausbildungsaesetz, dessen Entwurf ebenfalls schon längere Zeit zu- rü(fliegt, nunmehr sobald wie möglich dem Reichstag zugeleitet werden. Es handelt sich dabei um die Ausdehnung der Gewerbe- imö Berufs- ausbildungs ordnung des Handwerks auf die gantze Industrie. Auch hier sind paritätische Stellen zur Heberwachung der Berufsausbildung vorgesehen.
Sozialpolitische Reformen der Reichspost.
Berlin, 9. Iuli. (WB.) In der heutigen Sitzung des Verwaltungsrates der Deutschen Reichspost teilte der Reichspostmrmster Richtlinien mit. nach denen die Wohlfahrtspflege der Deutschen Reichspost systematisch ausgebaut werden soll. Das Programm erstreckt sich vor allem auf die hygienische Verbesserung der Arbeit s- bebingungen und die Diensträume, die Einrichtung von Brausebädern, von Kochgelegenheiten, die Versorgung des Personals mit frischer Vollmilch, die Einrichtung von Dachgärten, die Verbesserung der mechanischen Einrichtungen zur Schonung der menschlichen Arbeitskraft, die Abminderung des Betriebsgeräusches, die Ausstattung der Dienst- imb Erholungsräume. DaS Programm umfaßt ferner Maßnahmen zur Hebung der persönlichen Wohlfahrt des Personals, so eine umfangreiche Förderung deS Wohnungswesens, ferner die Bekämpfung der Tuberkulose. Weitere umfangreiche Maßnahmen sollen der Erholung und Kräftigung des Personals dienen. An erholungsbedürftige Angehörige der Deutschen Aeichspost sollen in weitem Umfange Beihilfen gewährt werden, wobei besonders die Kinder des Personals mit ungünstigen Wohnungsverhältnissen berücksichtigt werden sollen.
Reichswehr und potemkinfilm
Maßnahmen des ReichswehrministerirrmS.
Berlin, 9. Iuli. (Tel.) Rach einer Berliner Blättermeldung ist am Samstag ein Reichs- wehrsvldat. der im Tauentzienpalast den dort laufenden Potemkinfilm besuchen wollte, daran von zwei anderen Reichswehr- folbaten, die sich in Zivil befanden, gehindert worden. Auch am Sonntag befand sich das Lichtspielhaus unter der DevbachttnH eines solchen Doppelpostens, der vor dem Eingang Aufstellung genommen hatte. Die Direktion des Lichtspillhauses veranlaßte einen Schutzpolizisten, die beiden Reichswehrsoldaten um ihre Ausweise zu bitten. Der eine von ihnen wieS sich als Gefreiter und Beauftragter des Gruppento mm andos aus und erklärte, die Weisung erhalten zu haben, den Besuch der Vorstellung durch Reichswehr angehörige zu verhindern bzw. deren Ramen festzustellen.
Wie die Telegraphen-Union hierzu erfährt, ist das Reichswehrministerium noch mit der Feststellung des TatbestanoeS beschäftigt. Für das Reichswehrministerium handelt es sich lediglich darum, festzustellen, ob die Vorhalle, in der die beiden Posten Aufstellung genommen hatten, als Privatraum oder alS öffentlicher Raum anzusehen ist. Wie erinnerlich, ist seinerzeit allen Reichswehrangehörig e n ber Besuch des Potemkinfilms v e r b v - t e n worden. Dieses Verbot ist, wie von zuständiger Stelle ausdrücklich sestgestellt wird, noch nicht aufgehoben worden. Zweifelhaft ist im Augenblick nur die Frage, ob der betreffende Reichswehrposten zweckmäßig gehandelt hat oder nicht.
Der Devchswehrminister Dr. Grvener hält daS Verbot auch heute noch aufrecht. Das Reichswehrministerium steht auf dem Standpunkt, daß es sich hier um eine ausgesprochen politische Angelegenheit handelt, die dem Soldaten, dem jede politische Tätigkeit durch die Verfassung untersagt ist. nicht zugäng- Ircb gemacht werden dürfe.
Ein 153. sozialdemokratisches Reichstagsmandat?
Berlin. 10. Iuli. (XU.) Wie der „Vorwärts" meldet, sind im Wahlkreis Ostpreußen durch ein Versehen beim 2lddieren die Skiminen aller 'Parteien von 50 Wahlbezirken im Landkreis ©erbauen nicht mitgezählt I worden, darunter 4622 ioziaIbemofratische Stirn-
Aus aller Wett.
Taufe des „Graf Zeppelin".
In der großen Halle deS Luftschiffbaues Friedrichshafen wurde die Taufe de« neuen Zeppelin-Luftschiffes vollzogen. Reben Kommerzienrat Colsman, Dr. Eckener. Direktor Winke und Pros. H er g e f e l l bemerkte man Gräfin Brandenstein-Zeppelin, die Tochter des verstorbenen Grasen, mit ihren zwei Töchtern an der Seite ihres Gemahls. Eine große Anzahl geladener Gäste wohnte dem Taufakt bei. Dr. Eckener gab in einer Ansprache ferner Freude Ausdruck, Mitglieder des Deutschen Lust- fahrverbandes begrüßen zu können, der die Tradition der Luftschiffahrt Deutschlands verkörpere. Gr betonte ferner, dah an der Saufe das deutsche Volk innigen Anteil nehme. Oberbürgermeister Dr. M ö r i d e (Konstanz) überbrachte die besten Wünsche der Geburtsstadt ZeppellnS. Staatsminister Dr. Dominikus übermittelte die Glückwünsche des Deutschen Lustfahrverbandes und Ministerialrat Steiger (Stuttgart) die Glückwünsche der württemdergischen Regierung und des württemdergischen Volkes. Darauf hielt Gräfin Brandenstein-Zeppelin die Taufansprache. Sie gedachte dabei in pietätvoller Weise ihres Vaters, der sich stets über jeden Fortschritt auf technischem Gebiet gefreut habe. Mit einem .Glück ab, Gras Zeppelins vollzog sie den Taufakt.
Aachen ehrt Professor Junkers.
Prof. Iunkers, der vor der ileberficbhmg nach Dessau Lehrer an der Technischen Hochschule Aachen war, stattete zusammen mit den beiden Ozeanfliegern. Köhl und v. Hünefeld, Aachen einen Besuch ab. Im Alten Kaisersaal wurden Prof. Iunkers der Ehrenbürger- 5rief Aachens und die ilrfunben über die Verleihung der Würden eines Ehrenbürger« und Ehrensenator« an der Techni schen Hochschule Aachen überreicht. Pros. Iunkers und Hauptmann Köhl banEten, dieser zugleich im Ramen Hünefeld« für die erwiesenen Ehrungen und betonte den Wert der Luftfahrt im Dienste der Verständigung der Völker und der Wiedergewi nmmg des deutschen Ansehens in der Welt.
Große Hitzewelle ht Amerika
Das gesamte zwischen Chikago und Neuyork liegende Gebiet wird ebenso wie der Westen Amerikas von einer großen Hitzewelle heimgesucht. In N e i« y o r k erreichte die Temperatur im Lause des Sonntagnachmittags den Höchststand des Jahres mit 34 Grad Celsius im Schatten. Auch Chikago hat sehr unter der Hitze zu leiden. In beiden Städten sind zahlreiche Personen oom Hitzschlag ge- troffen worden. Nach den bisher vorliegenden Berichten sind nicht weniger als 47 Todes- fälle als direkte oder indirekte Folge der Hitze zu verzeichnen. Drei Personen brachen in den Straßen von Neuyork, vom Hjtzschlag getroffen, tot zusammen, während 14 weitere Personen an den Folgen eines Hitzschlages gestorben sind. Viele hunderttausend Neuyorker suchten am Wochenende Erleichterung in den Seebädern an der Küste. Im Westen der Vereinigten Staaten schwankte die Temperatur zwischen 34 und 40 Grad Celsius. Dort werden nicht weniger als 30 Todesfälle auf die Hitze zurückgeführt. Im mittleren Westen kam die Hitzewelle infolge schweren Regens nicht recht zum Durchbruch. Da die Regenwolken langsam nach Osten ziehen, hofft man, daß Chikago innerhalb der nächsten 24 Stunden von der Hitzewelle befreit jein wird.
Die Lpser ber Katastrophe beö AngamoS.
Santiago bc Chile, 10.Iuli. (WTD. Funkspruch.) Rach einer amtlichen Meldung ist die Verlustliste anläßlich des -Untergang« des Dampfers Angamos nicht ganz so groß, wie anfangs befürchtet wurde. Die Gesamtzahl der Toten wird jetzt auf ungefähr 200 angegeben. Sv weit bekannt, sind nur sechs Personen gerettet worden. Zur Zeit de« Unterganges de« Schiffes befanden sich 9 Offiziere, 124 Mann und 82 Passagiere, d. h 215 Personen an Bord.
Die „Krassin" näher! sich der viglieri-Gruppe.
Im schwedischen Kriegsministerium ist folgende« Telegramm des Hauptmanns Tornberg eingegangen: Die , Äraff in“ befindet sich 2 5 D i - stanzminuten von der Diglieri- Gruppe entfernt. Alles wohlauf.
Verschleppung eines Achtzigjährigen.
Ein 82jähriger Fabrikant und früherer Autt- mann in Werder a. H. wurde It. .Voss. Ztg." aus Veranlassung leinet beiden ältesten Töchter tn e ine Privat -Irre n a n st al t gebracht, weil sich angeblich bei dem vollständig gesunden Wann Anzeichen einer gesährlichen Geistesgestörtheit gezeigt haben tollen. Die Aufnahme erfolgte auf Grund ciueS 2tttestes eines jungen Arztes, der mit dem Gatten einer der Töchter des Fabrikanten bc- freunbef war. Die Wärter der Anstalt über" fielen den alten Marrn in seinem Garten, fügten ihm erhebliche Verletzungen zu und brachten
men. die auf die Reichsliste entfallen. Dadurch erhöht sich der sozialdemokratische Stimmenrest auf der Reichsliste von 26 165 auf 30 787 Stimmen. Da auf einen Rest von mehr als 30 000 Stimmen noch e in Mandat entfällt, muh der sozicckdemvkratischen Reichsliste das zehnte Wandet zugewiesen werden. ES entfällt auf den Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Deamtenbundes, Falkenberg. — Der Kreiswahlausschuß in Ostpreußen wird zunächst eine neue Feststellung des Wahlergebnisse« treffen. Der ReichswahlauSfchuh dürfte dann die Reichslisten aller Parteien berichtigen.
60. Geburtstag des Sberpräfid-uteu Aorle
B e r l i n , 8. Juli. (WB.) Reichswehrmini- st er Grüner hat dem "berpräsidenten Roske zum 60. Geburtstage das folgende Telegramm über- sandt: „Am heutigen Tage aedenkt mit mir die gesamte Wehrmacht Ihrer Verdienste um den Wiederaufbau unseres Vaterlandes und insonderheit Ihrer mutigen und vorurteilslosen Arb eit zur Wiederher st ellung einer brauchbaren Wehrmacht. Ich bin überzeugt, baß die Geschichte Ihrem segensreichen Wirken m den schwersten Zeiten unseres Vaterlandes voll ge- recht werden wird. Wir Soldaten erkennen jedenfalls schon heute diese Tat dankbar an und verbinden mit unserem Dank unsere herzlichsten Glückwünsche zum 60. Geburtstage. — Weitere Glückwünsche haben u. a. übermittelt die Marineleitung, der Reichskanzler, der preußische Ministerpräsident, der preußische Innen- Minister.
ihn in die Anstalt. Die dritte Tochter alarmierte die Vehörden, die den Marm sofort wieder auf freien Fuß setzten. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat die polizeiliche Ermittlungsaktion über bie zwangsweise Unterbringung eingeforbert. Gegen bcn Sanatoriums- bireffor und gegen bie beiden Töchter de« allen Herrn wird ein Verfahren wegen Freiheitsberaubung von Amts wegen anhängig gemacht werben. Der Aerztekam- mer wirb von bem Verhalten jenes ArzteS, ber ba« Attest zur ilebcrfübnmg tn di» Irrenanstalt ausgestellt hat. Mitteilung gemacht werben.
Das Geheimnis em Löwenstein.
Der Hauptinfpektor der Abteilung .llnglüd«- fälle" de« britischen Suftminifterium«. Major Cooper, veranstaltete auf dem Flugplatz Croydon eine eingehende Untersuchung deS Flugzeuges, aus dem der belgische Finanz- mann Löwenstein verschwunden ist. Dor allem wurden bic Türen, die aus der Hauptkabine in bcn Waschraum und auS dem Flugzeug hinausführen, sowie Klinken und Verschlüsse einer eingehenden Prüfung unterzogen. Weite»« Untersuchungen. darunter solche über die Möglichkeit, bie Ausgangstüren in vollem Fluge zu öffnen, werden erfolgen, wenn der Flugzeugführer Drew aus Brüffel zurückgekehrt ist.
Dacheinsturz In der Münchener Chirurgischen Klinik.
In München stürzte in der Chirurgischen Klinik das Glasdach eines alten Hörsaales ein, während in dem Saal ber Letter der Klinik. Geheimrat Lexer, gerabc vor bet Studentenschaft und einer Anzahl nordamerikanifcher Aerzt« eine GesichtSoperativn au« führte. Zehn Studierende, darunter vier weibliche, und einer der amerikanischen Gäste wurden durch bic Glassplitter verletzt. Die (Berwunbeten wurden sofort in bet Klinik selbst verbunden, während Geheimrat Lexer bie Operation zu Ende führte.
Der 34. Deutsche Philolellslentag in Wien.
Am Sonntag sand ber 34. Deutsche Philatelistentag unter Vorsitz des Präsidenten Otto F o l ck statt, an welchem u. a. Handelsministet Dr. Schürff, Generalpostdirektor Hoheisel sowie zahlreiche bedeutende deutsche Philatelisten und der Präsident ber „Föderation international de Philatelie“ teilnahmen. In den Begrüßungsansprachen wurde daraus hingewiesen, dah Die Philatelisten als bedeutende Einnahmequelle der Po st Verwaltung auch beten weitestgehende Förderung verdienten. Dt. Herbert Munk (Berlin) sprach übet .Fälschungen, Derfälschungen und sonstige Manöver zur Schädigung ber Post". Kom.-Rat Dielgut (Wien) sprach über bie Frage ber Bewertung beschädigtet Marken und legte einen gedruckten Entwurf von Richtpreisen für Pvstmarken vor. Sein Dor- trag wird Gegenstand der Beratungen des nächsten Philatelistentages sein.
Schwere Mißhandlung von Jürforgeflnbern.
Sin Ehepaar auS Elgert (Westerwald) wurde wegen gefährlicher und grausamer Körperverletzung zu je 3 Monaten GesängniS verurteilt. Die Angeklagten hatten im hörige-1 P'ahrc zwei kleine Mädchen au8 einem Helm in Rangsdorf als Pflegekinder gegen Zahlung eine« Pflegegeldcs von 1.75 Mark täglich auf genommen. Auf eine Mitteilung, daß die Kinder dort wohl nicht in den richtigen Händen feien, fiufilc eine Fürsorgeschwester das Haus auf und muhte feststellen, dah beide Kinder am ganzen Körper blaue Flecken und Striemen auftoiefen, die von erheblichen grausamen Mihhandlungen mit einem Stocke herrührten. Die Kinder wurden sofort aus der Pflegestette weggenommen.
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Wettervoraussage.
Ueber Mitteleuropa steigt erneut der Lustdruck an und gleichzeitig nähert sich eine Störung den bri- tischen Inseln. Im Bereich hohen Druckes herrscht zunächst wieder heiteres und trockenes Wetter bei ansteigenden Temperaturen. Die Ausläufer des neuen Tiefs dürften jedoch später wieder Anlaß zu aufkommender Bewölkung imb vereinzelten Gewitterstörungen geben.
D « 11 er v o r a u S s a gc für Mittwoch: Meist heiteres, wärmeres und trockene« Wetter.
Wi tter ung s a uss i chten für Donnerstag. Teils beiter, teils wolkig, weiterer Temperaturanstieg, vereinzelt Gewitterstörungen.
Lufttemperaturen am 9. Juli: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 19 Grad Celsius; am 10.3u(i: morgens 15,6 Grad Celsius. Maximum 26 Grad Celsius, Minimum 14,6 Grad Celsius. — Crdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 9. Juli: abends 24,4 Grad Celsir. . am 10. Iuli: morgens 193 ®rab Celsius — Niederschläge 3,2 Millimeter. — Sonnenscheindauer 12% Stunden.


