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Mer fein ganzer Wortreichem hilft Loch nicht darüber hinweg, daß trotz aller Rechtfertigung ein Rest, zu tragen peinlich, übrig bleibt. Gewiß hat Preußen in manchen Beschwerden, die es an die Adresse des Reiches richtete, formell das Recht auf seiner Seite gehabt. Sie A r t aber, wie von der preußischen Regierung, und zumal vom Ministerpräsidenten, die Ansprüche ver­fochten wurden, machten aus dem formellen Recht ein moralisches Anrecht und mußten außcrhaÜd der engeren Weimarer Koalition den Eindruck erwecken, dah nicht sachliche, sondern poli­tische Gründe für das Vorgehen Preußens ausschlaggebend gewesen sind. Das ist auch in der Aussprache von verschiedener Seite unter­strichen worden. Lind wenn die Beziehungen zwi­schen Preußen und dem Reich kaum mehr als normal sind, dann liegt die Schuld dafür wesent­lich auf preußischer Seite, weil die Sozialdemo­kraten hier den Hebel glaubten ansehen zu kön­nen, um die Deutschnationalen im Reich aus der Regierung zu drängen.

Die Reichspolitik

-es Kabinetts Braun.

Berlin, 9. März. (VDZ.) Der Preußische Land­tay ging sofort über zur zweiten Lesung des Haus­haltes des Staatsministeriums und des Münster- Präsidenten. Mit der Beratung ist u. a. auch eine deutschnationale Anfrage über den Reichsratsbeschluß auf Streichung der ersten Rate für den Neubau eines Panzerkreuzers verbunden. Abg. Steinhoff (Dn.) erklärt, in der Frage des Panzerkreuzers gibt das Verhalten des Ministerpräsidenten Anlaß zu schwerer Kritik. Er hat geäußert, daß es nicht zu- trcffe, daß es sich um die Sicherheit von Preußen hierbei handele. Er hat aber auch ausgesprochen, daß wir Deutsche nicht verpflichtet wären, in unserer Wehrhaftigkeit so weit zu gehen, wie es die Gegner im Versailler Vertrag erlaubt haben. Das ist e.ne vom deutschen Standpunkte aus gesehen unerhörte Ansicht. (Anhaltende Unterbrechungen.) Diese Ansicht stimmt auch nicht überein mit der der Reichsregie-- rung.

Mmsterpräfident Braun:

Meine Darlegung im Hauptausfchuß, dah wir wohl berechtigt sind, unsere Rüstungen bis zur Grenze des Versailler Vertrages auszubauen, dah wir aber nicht verpflichtet sind, dies in allen Einzelheiten auch zu tun, ist von dem deutschnationalen Vorredner als eine unerhörte Stellungnahme erklärt worden. Ich befinde mich dabei in einer sehr guten Gesellschaft, und zwar in der der Reichsregierung. 11. a. wird ja im Versailler Vertrag uns auch der Bau von zwölf Torpedobooten zu 800 Tonnen und von weiteren fltrölf Torpedobooten zu 200 Tonnen konzediert. Die Reichsregierung hat aber erklärt, sie werde die letzten 12 Torpedoboote nicht bauen, weit sie nicht zweckmäßig sind. Was die Frage angeht, ob es zweckmäßig" fei. ein Panzer­schiff in der Größe von 10 000 To. zu bauen, so ist jetzt wieder bei den Beratungen im Reichs­tag zum Ausdruck gekommen, dah noch vor zwei Jahren der Ehef des Admiralstabes erklärt hat, dah der Bau von Panzerschiffen zu 10 000 Tonnen vollkommen unzweckmäßig sei gegenüber be t er­heblich größeren Panzerschiffen der anderen Seemächte. Es fragt sich nunmehr, unter welchem Einfluß diese Auffassung der Marineleitung sich gewandelt hat. Die preußische Staatsregierung ist noch heute der gleichen Auffassung, die sie gemeinsam mit der Marineleitung schon vor zwei Jahren hatte. Wenn die Zivilverwaltung während des Krieges etwas mehr Courage ge­habt hätte gegenüber demGeist der Militär­verwaltung", dessen Intelligenz sich noch jetzt in ei er merkwürdigen Weise bei Herrn Luden- dorff äußert (Sehr gut! und lebhafte Zustim­mung links) dann wäre uns gewiß manches er­spart geblieben (Erneutes sehr richtig! links). Daß auch jetzt noch durchaus die Auffassung be­rechtigt ist, man dürfe nicht ohne weiteres alles billigen, was die Militärs a's notwendig fordern, hat kürzlich sogar Generaloberst v. Seeckt, der bisherige Ge.-.eralstabschef, in einem Artikel zum Ausdruck gebracht. Es heißt als Politiker völlig c anken. wenn man nach dem Einholen des militärischen Rates erklärt, die Sache sei nun schon entschieden. Wenn wir die absolute Ver- o. ttoortung haben, dann müssen wir auch das Recht für uns in Anspruch nehmen, über die Zweckmäßigkeit von Forderungen zu entscheiden.

Es handelt sich um eine Serie von vier Schif­fen, die zusammen 320 Millionen Mark kosten würden. 3m Hinblick auf den Ernst der finan­ziellen tage Hai die preußische Staatsregierung die Zweckmäßigkeit und die Notwendigkeit sol­cher Bauten im jetzigen Augenblick verneint. Dabei spielte noch die Erwägung eine Rolle, daß die ehemaligen beuffdjen Kriegsgegner ganz bewußt im Versailler Vertrag ihre Bestimmun, gen so getroffen haben, daß uns ein wirklich friegfames wehrinslrument gar nicht mehr zu

Gebote steht.

Ist es nun zweckmäßig, so unwirksame Möglichkeiten des Versailler Vertrages bis zum letzten Worte aus­zuschöpfen? Sollte man nicht lieber das SclMer- gcwicht unserer Außenpolitik auf Recht und Ver­ständigung legen? (Sehr richtig, links, stürmische Gegenkundgebungen bei der Deutschen Volkspartei und den Deutschnationalen: Rufe:Siresemann!"). Meine Herren Deutsch nationalen! Ich vechche Ihre Aufregung nicht. Ihre Partei hat sich doch im Roick-steg auf den Standpunkt der Richt­linien gestellt, die im Sinne der Außenpolitik Dr. Stresemanns eine Verständigung erstreben. Was nun bie Auffassung angeht, daß das Panzerschiff für den Küstenschutz gegen Blockaden notwen­dig sei, so ist doch merkwürdig, daß gerade auch die Vertreter von Hamburg und Lübeck, die am ehesten wegen einer Blockade besorgt sein müß- ten, gegen dieses Panzerschiff stimmten.

Wecker wurde gesagt, der Weg nach Ost­preußen mußte durch das Panzerschiff freigehal­ten werden. Glauben Sie (zu den Deutschnatio­nalen) wirklich, daß im Kriegsfälle mit den vier Panzerschiffen der Weg nach Ostpreußen versperrt werden könnte, während doch die Gegner über zahl­reiche Unterseeboote verfügen. Wenn wir Ostpreußen helfen wollen gegen die slawische Flut, die an seinen Grenzen brandet, dann müssen wir in erster Linie den wirtschaftlichen Druck mil­dern, unter dem diese Grenzprovinz leidet (Sehr wahr! links.) Weiter ist in der deutschnationalen Anfrage noch die Rede davon, daß es sich bei dem preußischen Vorgehen um einplanmäßiges Vorgehen der Staatsregierung gegen die Reichsregierung" handelt. Dies ist eine unbewie­sene Behauptung. Wenn jedes Abweichen von dem Standpunkt der Reichsregierung ein .planmäßiges Vorgehen" gegen das Reich wäre, bann müßten wir

| konstatieren, daß so ziemlich sämtliche Länder dieses planmäßigen Vorgehens schuldig sind. Nun ist wei­ter von den Deutschnationalen die Vermal» tungsreform alsparteipolitische Stellenoer mittlung" bezeichnet worden. (Rufe bei den Deutschnationalen: Sehr richtig! Da­für haben Sie nur keinen Sinn!) Doch, ich habe dafür einen sehr ausgeprägten Sinn, nachdem ich bei den Vorgängen im Reichsinnenministerium ge­sehen habe, welche Stümper wir in dieser Beziehung gewesen sind. (Sehr gut! links.) Der Unterschied besteht nur darin, daß wir möglichst republikanische Beamte in leitende Beamtenstellun­gen setzen, während man dort Republikaner be­seitigt und Monarchisten einstellt. Wir werden nach wie vor bestrebt fein, unsere Verwaltung mit republikanischen Beamten zu füllen. (Beifall links.)

Oie Debatte.

Abg. Dr. Schwerins (Zentr.): Die Deutsch­nationalen beklagen sich über Parteipolitik. Da­bei haben sie doch vor dem Kriege das schlimmste Parteiregimenl geführt, das man sich denken kann. Unerhört ist der Vorwurf, das Regime Braun sei eine Aera des Riederganges ge­wesen. Dabei hat Preußen gerade in dieser Zeit große wirtschaftliche und kulturelle Leistungen aufzuweisen.

Abg. v. Campe (D. Vp.) erklärt . Grotesk sei die Behauptung, das Zentrum habe stets nur staatspolitische Gesichtspunkte walten lassen unter Zurückdrängung aller parteipolitischen. Bei einer Volksabstimmung darüber wurden dem Zentrum die Augen aufgehen (Heiterkeit). Wir erklären, dah der Wiederausstieg des deutschen Volkes auf die nationalen Kräfte, die in ihm und nicht zuletzt in seiner Wirtschaft schlummern, zurückzuführen sei (Sehr richtig! rechts). Die Deutsche Dolkspartei halte es für eine der vor­nehmsten Aufgaben vom nationalen Standpunkt aus, daß das Deich die Machtmittel, die es noch besitzt, f e ft fj ä 11. Es kommt sonst einmal der Tag, wo mit denselben Gründen, die der Mi­nisterpräsident gegen den Panzerkreuzer anführt, die Reichswehr aufgegeben wird (lebhaftes Sehr richtig! rechts). Wir halten jeden möglichen Schuh von Ostpreußen für notwendig (Sehr rich­tig! rechts).

Abg. Riedel (Dem.) erklärt, die Sicherung der Ostgrenze sei viel wirksamer zu erreichen durch ein großzügiges Wirtschafts- und Kultur­programm. An 300 Mill, seien dem Osten von Preußen zur Verfügung gestellt. Die Deutsch­nationalen klagten über die Rot der Landwirt­schaft! Haben wir nicht einen deutschnationalen Reichsernährungsmir.ister? Geraden hochver­räterisch werde zum Lieferungs- und Steuerstreik aufgefordert! Diesen Herren solle der Minister­präsident eins aufs Maul geben, daß ihnen Hören und Sehen vergeht.

Abg. Dr. Maretzky (Dn.) betonte, das über­triebene parlamentarische System ebenso wie d i e Parteiwirtschaft in der Beamten- Politik beeinträchtige den Zusammenhalt des Ganzen und die Stärke des Staates. Die ganze Feindschaft gegen die Reichswehr fei dadurch ver­anlaßt, daß die Reichswehr bisher noch nicht den Händen der Sozialdemokratie ausgeliefert worden fei. Die Besserung der Verhältnisse im Lande fei lediglich ein Ergebnis der wirtschaftlichen Arbeit und Tüchtigkeit des Volkes. Politisch sei die Acra Braun in der Tat eine Aera des Riederganges und der Zersetzung.

Landbund und Wahlen.

Berlin. 9. März. (TU.) 3n seiner außer­ordentlichen Vorstandssitzung hat der Branden­burgische Landbund zu den kommenden Wahlen Stellung genommen. Er lehnt nach wie vor grundsätzlich jede einseitige Bindung an eine politische Partei ab und wird nur diejenigen Abgeordneten unterstützen, die sich zum Pro­gramm des Reichs'«:.dbundes be.enn.eir. Auch im kommenden Reichstage werden nur d i e großen Parteien bestimmend auf das par- lamer tarische Regierungssystem eintoir en tonnen. Die Sch'agirast der großen Rechten darf durch Splitterparteien nicht vermindert werden.

Die paklamentarische Komödie in Strelih.

Strelitz, 9. März. (WTB.) Der Mecklen- burg-Strelitzer Landtag hat den Antrag der Deutschnationalen und der Wirtschaftlichen Ar­beitsgemeinschaft (Handwerker und Demokraten), Dr. Heipertz (D. Vp.) die Wetterführung der Amtsgeschäfte als Staatsminister zu unter- f a g e n , mit 18 gegen 16 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Darauf er­klärte Staatsminister Dr. Heiperh seinen Rück­tritt. Ein entsprechender Antrag gegen den Sozialisten Dr. Freiherrn v. Reibnih wurde mit 19 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Freiherr v. Reibnitz ist demnach zur Zeit allei­niger Geschäftsminisler.

Der Metattarbei.erkonslikt vor dem Schlichter.

Berlin, 9. März. (WB.) Die Derhandlyngen über die Frage der Derbindlichkeitserklarung des Schiedsspruchs für die Berliner Werkzeugmacher nahmen heute vormittag um 11 Uhr unter Vorsitz des Schlichters für Groß-Berlin und Brandenburg, Rcichsminister a. D. Wissel, ihren Anfang. Von den Vertretern des Deutschen Metallarbeiteroerban- des wurde gefordert, daß der Schiedsspruch unter keinen Umständen für verbindlich er­klärt werde. Seitens des Verbandes Berliner Me­tallindustrieller wurde demgegenüber betont, daß der Schiedsfpruch den Forderungen der Werkzeugmack)er ganz erheblich näherkomme. Die Ver­handlungen wurden nach 16 Uhr beendet. Der Schlichter wird morgen seine Entscheidung verkün­den. Wie eine Korrespondenz erfährt, hat die Orts- Icitung des Deutschen Metallarbeiteroerbandes be­schlossen, ohne Rücksicht auf das Ergebnis sei­ner Entscheidung den Streik der Werkzeugmacher auszudehnen. Von dieser Verbreiterung der Strcikbasis würden der AEG -Konern, die Ratio- na le Automobilgesellsck)aft und die Firma Sudkatis mit zusammen 47 000 Arbeitern betroffen werden. Die Werkzeugmacher sollen morgen vormittag aus diesen Betrieben herausgezogen werden.

König Aman Mah an den Reichspräsidenten.

Berlin, 9. März. <WB.) Der König von Afghanistan hat aus Aachen folgendes Sele- grammandenHerrn Reichspräsiden­ten gerichtet: ,,^m Begriff, Deutschland zu oer- lassen, ist es mir und der Königin ein Herz-- |

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llcheS Bedürfnis, Ihnen, sehr verehrter Herr Reichspräsident, und dem ganzen deutschen Volk unseren aufrichtigsten und innigsten Dank für die uns erwiesene liebenswürdige Gastfreund­schaft zum Ausdruck zu bringen. Wir werden an die schönen Tage, die wir in Deutschland ver­leben durften, stets d i e freundschaftlich st e Erinnerung bewahren. Empfangen Sie die aufrichtigsten Wünsche für Ihr Wohlergehen und für den weiteren Wiederaufstieg des ruhmreichen deutschen Volles. Aman Alla h."

Der Reichspräsident hat dem König hierauf telegraphisch wie folgt erwidert:Guter Majestät danke ich herzlichst für die so freund­lichen Abschiedsgrüße. Ich erwidere sie mit den aufrichtigsten Wünschen für einen guten wei­teren Verlauf der Reise und das Wohlergehen Eurer Majestät und der Königin, sowie für eine glückliche Zukunft des afghanischen Volkes.

v. Hindenburg."

Wiederwahl des gemaßregelten Bürgermeisters von Hagenau.

Paris, 10. März. (WTB. Funkspruch.) Der Mu­nizipalrat von Hagenau (Elsaß) hat in seiner gestri­gen Sitzung den früheren gemaßregelten Bürger­meister von Hagenau, Weiß, nachdem seine Partei den Sieg daoongetragen hatte, wieder einstim - migzumBürgermeistergewählt.

Oeffentliche Ausführung des Cavell-Iilms in Brüssel.

Paris, 10. März. (WTB. Funkspruch.) Der Miß--Cavell-Fi m wurde gestern in einem Brüsse­ler Kino vor zahlrci_)ern Publikum, unter dem sich auch der frühere Außenminister Bänder- v e l d e befand, aufgeführt. Während der Vor­führung wurde vollkommenes Stillschweigen be­wahrt. Rach Schluß der Vorführung wurde vom Publikum kräs.ig applaudiert. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet Tlebrigens wurde gestern an anderer Stelle noch ein zweiter Cavell ° Film mit dem Titel »Zum Ruhm der Edith Covell" herausgebracht.

Oie Kämpfe in Arabien.

Äbu Sauds Angriff gegen Irak und Transjordanicn.

London. 10. Mär;. (MTB. Funkspruch) ZHorning Post" berichtet aus Basra: Bei den Un­ruhen an dec südwestlichen Grenze des Iraks Han- beit es sich anscheinend diesmal um etwas Ernsteres als um dir üblichen Raubzüge einzelner Stämme. Dank der britischen cuftslreitkräfte werden jedoch die Operationen jetzt weit in die Wüste ge­tragen und die Landbevölkerung des Irak kann deshalb einstweilen an ihren Wohnstätten bleiben. Ja ft alle G schwader der britischen Luststreit- kräste sind eingesetzt. Die Operationsbasis ist 21t tn Ehaldäa. (Einige indische Truppen wurden vor kurzem nach Schaibah befördert, dagegen bleiben die Truppen des Irak auch jetzt noch in ihren Garni­sonen. Lin britisches Flugzeug wurde a b- geschossen. Ls gelang dem Führer, es in Brand ju flecken, bevor er selbst erschossen wurde. Seine Leiche wurde von einem anderen Flugzeug nach Basra gebracht. Ein anderer Flieger wurde unter aufregenden Begleitumständen gerettet. Sein Flug- $cug wurde abgeschossen, zwei andere Flugzeuge landeten aber an seiner Seite und er entkam an Dorb des einen. Der britische KreuzerEmerald" und zwei andere in Koweit befindliche britische Sdjiffe habenanbungsableilungen aus- geschickt.

Nach einem Bericht aus Amman (Itansjorba- nien) sollen drei Dahabitenlager, und iroar in hazul unter dem Befehl von Faisal ed Dowisch, in lemai sowie in Zabi;? unter qnberen Führern sestgefkellt worden sein. Die Eingeborenen ' fürchten, bafj einAngriff auf Iransjorba- nien von drei Seiten aus erfolgt. Von amt­licher Seite werden diese Rachrichten jedoch aus die beg-rcistichc Nervosität der Beduinen zurückgeführt und nicht für zutreffend gehalten. Alle Mitglieder ber Grenzstreittraste, bie sich auf Urlaub befanden, sind zurückberufen worden. Der größte Teil der britischen Lnststreitträfte wurde von Sura'end in ber Rähe von Jaffa nach dem Transjordanland ac- fanbt

Die Lage in Aegypten.

Gegen die Studentcnausfchrcitungcn.

2ofl,nb°n - 9-2«är3. (TU.) Als Folge der gestri- ®eTIo,^r-uvc^^1^un5en gegen die amerikanische Schule in Ajslut wird nach Meldungen aus Kairo mit einem formalen Protest des amerikanischen Geschäftströ- I gers gerechnet. Die Direktion der amerikanischen * Universität in Kairo hat um polizeilichen ° $ g^cten. Die gestrigen Demonstrationen

roeröen von allen verantwortlichen ägyptischen Krei- hen bedauert. Der ägyptische Innenminister hat den Kriegsnumster ersucht Truppen bereitzustellen. Die Wlevung ist entschlossen, jede weitere Störung der osfentllchen Odnung mit allem Nachdruck zu be­kämpfen. Wie bieTimes" berichten, wird bestimmt angenommen, daß die Demonstrationen durch di e radikalen Elemente der Wafd Partei veranlaßt wurden, die immer mehr dieOber - Hand in der Partei gewonnen haben

Ser (Seneraiietrciär ves Ministerrates ver- offentllchte gestern abend den englisch, ägyp. t i sch e n Vertragsentwurf und die in dem britischen Weißbuch enthaltenen Dokumente zu- jammen mit einem bisher unveröffentlichten Brief Sarvat Paschas an Chamberlain, in dem der Ministerpräsident ankünöigt, daß sich das Kabinett außerstande sehe, den Vertrags- enttourf anzunehmen. Sarvat Pascha erklärte daß er vom Beginn seiner Londoner Verhand­lungen an stets auf die Schwierigkeit hin- gewiesen habe, die er insvesondere in der mit i- tärischen Frage erwarte. Er habe deshalb an Chamberlains Verständigungswillen appel­liert, ihm einen Vertragsentwurf zu unterbreiten ber Aegypten seine volle Unabhängig^ feit gebe. Der britische Innenminister John- foii Hicks erklärte gestern in eines Rede, daß b:e agypüjche Regierung durch ihre Ablehnung bewiesen habe, daß sie vollkommen unfähig fei. sich der wirklichen Lage bewußt zu werden. Die englische Regierung sei mit ihren Ratschlägen toeit über den Punkt hinausgegangen, der vom Standpunkt der britischen Reichseinheit weise toar, weil sie zu einer Einigung mit der ägpptr- schen Regierung kommen wollte.

Neue Giudenienausschreiiungen in Lemberg.

Warschau, 9. März. (Tel.) In Lemberg kam es gestern wieder zu heftigen Zusammen­stößen zwischen der Polizei und etwa fünfhundert nationaldemokratischen Studenten, die schwere Ausschreitungen begingen. Wie berichtet wird, werden diese Pogrome, gegen die die Polizei er ft nach drei Tage währenden ffan- dalösenVorfällen einschritt, noch ein ge­richtliches Rachspiel haben. Der Kom­mandant der Lemberger Polizei erhebt heute in einem Kommunique gegen den Rektor der Lemberger Universität heftige Anklagen, in denen dem Rektor vorgeworsen wird, die Stu­denten zu den Ausschreitungen auf geto le­ge 11 zu haben. Er sei inmitten der Studenten durch die Straßen gezogen und habe den Aus­schreitungen ruhig zugesehen.

Aus aller West.

Sechs Monate Gefängnis für eine Rabenmutter.

Wegen Mißhandlung ihres vorehelich geborenen 10jährigen Mädchens wurde die am Berliner Oft- bahnhof wohnende Arbeiterfrau Werner zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, während der Stief­vater des Mädchens einen Monat Gefängnis er­hielt. Das Kind war von Rachbarn zur Polizei gebracht worden, wo der hinzugezogene Arzt erklärte, daß ihm ein derartiger Fall von Grausamkeit noch nicht oorgekommen fei. Das Kind war fast täglich mit einem dicken Lederriemen gezüchtigt worden und fein ganzer Körper war mit Striemen, Wunden und Beulen bedeckt.

Grubenunglück.

Ein schweres Grubenunglück ereignete sich auf der Bunzlau benachbarten Grube Herschels- Waldau. Bei der Auffahrt eines FörderstuhleS riß das Seil, und der Förderkorb, der von einem Beamten verbotswidrig zum Befördern von Holz benutzt wurde, stürzte ab. Der Beamte erlitt hierbei schwere Verletzungen. Das schadhafte Ge­stell, das von der Rettungsmannschaft verbots­widrig zur Bergung des Verunglückten benutzt wurde, stürzte bei der folgenden Auffahrt aber­mals ab, wobei der schwerverletzte Beamte und ein Bergmann sofort getötet wurden und ein weiterer Bergmann so schwere Verletzungen er­litt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Schweres Autounglück.

Ein furchtbares Autonwvilung^ück ereignete sich aus der Lolalbahnstrecke Rördlinge nW e m- d i n g. Das Bierauto der Rördlinger Ankerbräu- Brauerei wollte noch vor Herannahen des Zuges öie Einsahrt überqueren, stieß aber dabei mit der Lokomotive zusammen und wurde total zertrüm­mert. Der Chau feur war sofort tot, währen­der Begleiter einige Stunden darauf verstarb.

3m Flugzeug von London n ch Kapstadt.

Die Fliegerin Lady Bailey, die Frau eines südafrikanischen Millionärs, ist allein auf dem Flugplatz Croydon zu einem Fluge von 6000 englischen Meilen nach Kapstadt geft ar­tet, der über Frankreich, Italien, Malta, Aegypten und den Sudan mit möglichst wenig Zwtschenlandrmgen durchgesührt werden soll.

Lin Amazonenritt.

Am 23. Februar waren in Paris fünf Kon­kurrentinnen gestartet, um die 945 Kilometer lange Strecke Paris Cannes etappenweise zu Pferde zurückzulegen. Gestern ist als Siegerin in Cannes die junge indische Tänzerin Miß ®a- j a t r t> eingetroffen. Den zweiten Platz belegte eine Französin namens Grossi.

Die Weiierloae.

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L i ft U OßC.

Das Rordmeerhoch hat sich mit dem skan­dinavischen vereinigt und zeigt im Kerngebiet einen Barometerstand von ?60 Millimeter. Des weiteren hat sich sein Druckfallgebiet durch ver­stärkte Warmluf tauf nähme an seiner Vorderseite etwas vertieft, sowie weiter ausgebreitet und auch bei uns geringen Luftdrucksall gedingt. Da Mitteleuropa von der kontinentalen Luftzufuhr des skandinavischen Hochs beeinflußt wird, so dauert das kalte Wetier an; die Temperaturen dürsten nachts sogar noch etwas weiter zurück- gchen.

Wettervorhersage für Sonntag: Zunächst noch wolkiges», dann aufhciierndes trockenes Wetter, geringe Zunahme des Rachte frostes, tagsüber die Temperaturen um Rull.

Witterungsoussichten für Mon­tag: Keine wesentliche Qtenöerung der Wetter­lage.

Lufttemperaturen am 9. März: mittags 2L Grad C abe/.ds0,1 Grad C.; am 10. März: morgens 1 Grad C. Maximum 2,9 Grad C» Minimum 1,8 Grad C. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 9. März: abends 3.8 Grad O.. am 10^ März: morgens 2.1 Grad C.