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Turnen, (Sport und (Spiel.

Wafserfrcunde".Hannover unterliegen in Holland.

Am Mittwochabend kam im Regentes Bad im Haag ein Wasserballspiel zwischen den Wasser- freunden-Hannover und der holländischen Olympia-Mannschast zum Austrag, das nach spannendem Verlauf mit 5:2 (1:1) zugunsten der Holländer endete. Die Mannschaft derWasser­freunde" beteiligte sich außerdem an einer 8X50» Meter-Freistilstaffel, die sie dank der guten Lei­stungen von Kipfer und Gunst in 4:08 für sich entscheiden konnte.

Helene Mayer siegt in Rotterdam.

Die deutsche Florettmeisterin Helene Mayer- Offenbach lieferte am Mittwochabend in Rotter­dam einen spannenden Rückkampf gegen die hol­ländische Meisterin Frl. De Boer. Die deutsche Meisterin blieb mit 10:6 Treffern siegreich.

Kleine Strafkammer Gießen.

Gissten, 9. März. Ein Steinrichter von Eckartsborn verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgeti hts Ortenberg, durch das er wegen gefährlicher Körperverlet- 8 u*h g zu einem Monat Gefängnis ver­urteilt worden war. Er sollte mit zwei anderen jungen Burschen, die deshalb ebenfalls bestraft worden sind und das Urteil anerkannt haben, einen jungen Monn aus einem Rachbarort miß- handelt haben. 3n der heutigen Verhandlung stellte es sich heraus, dast der Berlehte, der den Angeklagten als einen der Täter bezeichnete, feiner Sache nicht ganz sicher war. Die Mög° lichkeit, dast er sich in der Dunkelheit geirrt hat. besteht um so mehr, als andere Zeugen den Angeklagten während der Schlägerei in einer Entfernung von wenigstens fünfzig Metern vom Tatort gesehen haben wollen. Das Urteil erster Instanz wurde demgemäß aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen.

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIII Mlwgesev. rereaslliikkel'GlMlilloiullg fadjt Reise-Vertreter Hobe Vrovinon.evU.Retsesvesenzuschust.Es toinmen nut arbeite reuöige Herten mit mehtiährtaet Br-riS m kvrage. Bei zu- irteöcnitelienber Veimmn Ausncht auf leite 5uiteUunfl. Schriftliche ülnnebo e unter Angabe von Jh'eferenten unter 2097D an den (fitenener Slnteuier erbe en.

im oau von

Diese Verse von Eichendorfs, des en Geburtstag sich am heutigen 10. Marz jährt, fallen mir unwillkürlich ein, wenn vom Posthorn die Rede ist. Kann man sich die Romantiker überhaupt ohne Postkutsche und ohne Posthorn denken? Wie ein fernes Märchen steigt diese Zeit

Aus der Provinzialhauptstadt

Gießen, den 10. März 1928.

Oer Landbriefträger.

Dom Berge geht s hinunter, Das Posthorn schallt im Grund, mein Seel' wird mir so munter, Grüß dich aus Herzensgrund.

vor unfern Auge auf.

Hin ist hin! Doch auch der überzeugteste Ver­ehrer unserer Reuzeit muß zugeben, daß ein Stück Poesie mit dem Postillion bo^ingegan­gen ist.

AlL dann die Bahn den Reisenden ein Ersah wurde, Briefe und Pakete durch die Welt Wogen und auch in das kleinste Gebirgsdör'chen Kunde von dem Leben draußen brachten, da tauchte der Landbriefträger auf. Der Mann, der nun auch ganz selten geworden ist. Denn er wurde ab gelöst vom Auto.

Was war uns der Landbriefträger? War es nu. der Beamte, der uns Briefe und Zeitungen ins Haus brachte? Rein, er war uns mehr. Er war unser bester Hausfreund. Und wenn ich auf meinen Wanderungen mit einem Br'e'träger über Land pilgern konnte, dann war er für mich immer ein angenehmer und freudebringender Wander- oenosse. Er war nicht nur freundlich und zum Plaudern aufgelegt, et konnte auch etwas erzählen, von Dörfern und Menschen vom Wetter, vom Wald, von der Vergangenheit und der Gegenwart. Man hatte immer Gewinn von einer solchen Unterhaltung Ä in Wunder, sagst du er kam ja auch überall hin, in alle Häuser, und hörte stets das Reueste. Das schon, aber durch seine weiten Märsche, die er zu machen hatte, kam wohl in seine Rede etwa- Besinnliches. Rachdenkliches. Gr hatte ja Zeit, sich über so vieles Gedanken zu machen, Und das war es, was ihn einen guten Plauderer werden ließ.

Ich traf jüngst einen abgebauten älteren Land­briesträger. und bald waren wir in der ange- realsten Unterhaltung. Ratür ich sprachen wir in der Hauptsache von der Vergangenheit. Dte schlimmsten Jahre, meinte er. seien die des Krieges auch für ihn gewesen.Wie es einem da ums Herz war. wenn man einen Brief zurückgeben mußte, auf dem geschrieben stand ^^"tmißt" oder ..Gefallen für das Vaterland , das "onnen Sie sich denken. Was hall es da, wen: ich im Dors einmarschierte, und die Glocken einen Sieg verkündeten, und ich mußte einer jungen Frau einen solchen Brief geben? Das waren harte Zeiten. Daß ich meine jüngeren Ä'fegen, die in den Krieg zogen, vertreten mußte, das war gar nichts, das tat ich gern. Aber solche Botschaften, die ich zu überbringen hatte, die gingen mit mir auf meinem Weg. und all dte Trauer und all der Schmerz, ich fühlte sie. ehe die Angehörigen die Rachricht erfuhren."

Daß er selber zwei Söhne verloren hatte, davon schwieg er.

lind wie oft haben wir unfern Freund gesehen, mitten im Winter, wie er mit Paketen beladen von Dors zu Dorf pilgerte. Unverdrossen stapfte er durch den Schnee. Tag für Tag Wie oft auch besorgte er uns eine Bestellung im Städtchen und brachte wenn'« auch von Amts wegen verboten war Arznei ober andere wichtige Sachen selber mit. Ein Fahrrad, das in den leb'en Jahrzehnten last jeder Briefträger hatte, verschmähte er. Er ging lieber zu Fuß.

Wenn wir heute durch den Vogelsberg oder durch andere Gebirge wandern, wir begegnen ganz selten einem Briefträger. Das Postautv hat das Amt übernommen. Und tote uns Post­kutsche und Postillion nur noch an vergangene Zeiten erinnern, fo werden wir auch einst unfern K "dem vom Sandbriefträger erzählen.

Was würde der Dichter Genau sagen, wenn et heute in einem Postauto durch die Law e fahren könnte? Wie sang er damals von der Post­kutsche?

Und von flinken Rossen vier scholl der Hufe Schlagen....

Wald und Flur in schnellem Zug kaum gegrüßt gemieden,

Und vorbei, wie Traumesflug schwand der Dörfer Frieden.

Diese Strophen waren es, die mir einst vor Vielen Jahren durch den Kops gingen, als ich auf einer Reise durch die Schweiz mit enter Postkutsche über eine Paßstraße babtnfubr. Rtr- aends habe ich einen überwält'genderen Eindruck von der Schönheit der Dergriesen bekomme. als auf jener Fahrt. Heute werden da wohl aud) 2lutoS hin- und hersausen. Ich war lange nicht tfort.

Die Zeiten andern sich und wir mit ihnen. Nur mit leiser Wehmut gedenken wir der

gung des Reichswehrn iiisteriums ist der Ober­arzt bei der Sanitätsstaffel Gießen, Dr. H i n z e, mit Wirkung ab 1. März zum Stabsarzt beför­dert worden. Ferner wurde der Oberfähnrich Eonrad vom hiesigen Bataillon mit Wirkung ab 1. Februar zum Leutnant befördert.

"* Schnee! Rach den wunderschönen, milden Dorfrühlingstagen, die uns von Ende voriger Woche bis zur Mitte dieser Woche erfreuten, brachte der Wetterumschlag der letzten Tage uns heute morgen bei empfindlichem Temperatursturz noch einmal Schneefall. Etwa zwei Stunden lang wirbelten die Flocken gar lustig umher, ohne aber in den Straßen der Stadt eine dauerhafte Erscheinung zu werden. In der zehnten Stunde hörte dann das lustige Schneeflockenspiel wieder auf. Hoffentlich bleibt uns der grimme Gesell Winter vom Leibe!

** Obechessischer Kun st verein. Es sei nochmals auf die derzeitige Ausstellung von Ge­mälden des Professors Rud. H e l l w a g (Berlin), sowie von Radierungen des Malers und Gra­phikers Josef S t e i b (Düsseldorf) hingcwiesen, da in der nächsten Woche ein teilweiser Wechsel der ausgestellten Werke stattfinden soll.

** Straßensperre. Wegen Vornahme von Umbauarbeiten wird die Provinzialstraße Gießen Marburg, Abteilung Lollar Sicherts­hausen, vom kommenden Montag ab bis auf wei­teres für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über OdenhaufenFronhausenBellnhausen.

** Der Festzug der Gießener Jugend beim Jugendherbergstag am morgigen Sonntagnachmittag 3 Uhr bewert sich hurd) fo'aende Straßen: Oswalds garten, Neustadt. Bahnhofstraße, Westanlage, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Lud- wigstraße, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Baue, Sonnenstraße, Kanzleiberg, Brandplatz, Landgraf- Philipp-Platz, Landgrafenstraße, Ostanlage, Nord­anlage, Oswaldsgarten. Reihenfolge der Gruppen: 1. Jugendvereinigung der Matthäus- gemeinbe im BDI., 2. Neu-Deutschland, 3. BDJ.- Kampfschar, 4. Bibelkränzchen, 5. Turnerjugenb 1846, 6 Christliche Pfadfinderschaft, 7 VDA.-Schulgruppen, 8. Jugendgruppe des Naturheilvereins, 9. Deutsche Freischar, 10. Jungschützen- und Wanderbund, 11. Deutscher Pfadfinderbund.

** D i e erste Schnepfe. S)err Ernst Nico­laus von hier schoß am Donnerstag im Steinbacher Wald die erste Schnepfe.

Der Segelflugbetrieb auf der Herchenhainer Höhe. D'e hessischen Segel­flieger, die bisher auf dem Hoherodskopf ihren Segelslugübünren oblagen, sind am Donnerstag mit' ihren Flugzeugen nach der Herchenhainer Höhe übergesiedelt. Die Gemeinde Herchenhain hat das erforderliche Gelände an der Herchen­hainer Höhe für die Hebungszwecke kostenlos zur Verfügung gestellt, zwei Gastwirte in Herchen­hain und Hartmannshain gewähren den Fliegern kostenlos Unterkunft und Verpflegung. Weiter­hin ist den Fliegern weitgehende Unterstützung beim Ausbau der Flugzeughalle zugesagt worden. Einstweilen sind die Flugzeuge in einer Ma­schinenhalle in Herchenhain untergebracht. Die Flieger hoffen in Kürze ihre Flugübungen auf­nehmen zu können.

Erziehungsbeihilfen für Krie­ge r w a i s e n. Die Kriegerkameradschaft Hassia teilt uns mit: Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr im Einvernehmen mit kein Reichs,inanz- mtniücr Richtlinien für die Verteilung der von der Reichsregierung jährlich zur Verfügung ge­stellten und vom Reichstage bewilligten 20 Mil­lionen Mark für Beihilfen zur Erziehung und Berufsausbildung von Kriegerwaisen erlassen. Der Verband der Kriegsbefchädigten und Krieger­hinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbun- desKysfhäuser", Berlin, teilt hierüber fol­gendes mit: Die Erziehungsbeihilfe beträgt 10 Mark monatlich. Sie kann, wenn das Kind das 15. Lebensjahr vollendet hat, bis auf 25 Wk. und in ganz besonders gelagerten Einzelsällen bis aus 35 Wk. monatlich erhöht werden. Hinter­bliebenenbezüge aus anderen Quellen werden angerechnet. Die Beihilfe kann bis zum 24. Le­bensjahre gewährt werden. Voraussetzung ist, daß die Waisen, die als Kriegerwaisen aner­kannt sein müssen, sich in der Schulausüilüung, oder in der Ausbildung für einen Lebensberuf befinden und daß hierdurch besondere Kosten entstehen, die aus dem Einkommen der Waisen und ihrer unterhaltspflichligen Angehörigen nicht ohne Geiährdung ihrer wirtschaftlichen Verhält­nisse bestritten werden können. Die Anträge sind an die amtlichen Fürsorgestellen zu richten. Die Deihil'en werden frühestens vom Antragsmonat an gewährt. Bei Anträgen, die bis zum l.Mai 1928 gestellt werden, kann die Beihilfe rückwir­kend vom 1. Oktober 1927 ab gewährt werden. Die Kriegerkameradschaft Hassia ist gerne bereit, ihren Mitgliedern kostenlos zur Seile zu stehen.

im 2. Blatt.)

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Lageskalender für Samstag: Bauerfcher Gesangverein: 3 Uhr, Reue Aula der UniDcrjtät, Konzert (für Mitglieder und Angehörige). Jugendherbergstag: 8 Uhr, Katholisches Vereinshaus. Veranstaltungen der Gießener Jugendgruppen. Ei, enbahn°Fahr- beamten-Verein: 8.30 Uhr. Vereinslokal, Ge­neralversammlung. Bund der Kolonialfreunde: 9 Uhr. Vereinslokal, außerordentliche General­versammlung. Deutsch national er Handlungs-- gehilfen-Verband: 8.30 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus. Versammlung. Rcichsbund der Zivildienstberechtigten: 8.30 Uhr,Stadt Lich", Monatsversammlung. Gabelsberger Steno­graphenverein v. 1861: 8.30 Uhr, Kausmänni.ches Vereinshaus, Versammlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Der fidele Bauer". Astoria- Lichtspiele:Toms gefährlichstes Abenteuer".

Tageslalender für Sonntag. Stadttheater: 6 UhrDie Försterchristel" (Ende 9 Uhr). Dauerscher Gesangverein: 4 Uhr nachm., Reue Aula der Universität, Konzert. Jugendherbergstag: 9 Uhr vorm. bis 6 Uhr nachm., Ausstellung im Jugendheim (Aster- weg 25); 3 Uhr nachm. Umzug der Gießener Jugendgruppen. Stadtli-che: 8 Uhr, Kirchen- musikalische Feierstunde der Männer- und Frauen-Vereinigung der Matthäusgemeinde. Lukasgemeinde: 8 Uhr, Lukassaal, Familien­abend. Evangelischer Ardeiter-Vrrein: 8 Uhr, Turnhalle (Oswaldsgarten) ThLateraufführung. Lichtspieltheater wie Samstags.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben:Höhenlonne", das neue Lustspiel von Ludwig Fulda, das hier am näd-sten Dienstag zmn ersten Male gegeben wird, hat über­all außerordentlichen Beifall gefunden. Fast das ge­samte Solopersonal ist bei dieser Ausführung be­schäftigt : in Hauptrollen die Damen Baumann und K r a h m e r, sowie die Herren B a st ä, Geffers, ©oll, lautiert, Tele ky; Karl Dolck als Spielleiter.

Manner - und Frauenoereinigung der Matthausgemeinde. Am morgigen Sonntag, 11. März, abends 8 Uhr, veranstaltet die Männer- und Frauenoereinigung der Matthaus- gemeinde in der Stadtkirche eine kirchenmusi - kalische Abendfeier. Die großen Meister Joh. Seb. Bach, Phil. Emanuel Bach, Joh. Wolfgang Frank, Max Reger, Arnold Mendelssohn u. a. feiern in Lied und Instrumentalmusik das Leiden und Sterben unseres Heilandes Je>su Christi. Das sorg- fällig ausgcwählle Programm, der Name der Mit- wirkenden von 9ffipn.hT#i<>rn. mnhl bekannt

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 6. März. Sin bereit- 34 m a l, darunter mit längeren Zuchthausstrafen, vorbe- straster Hausierer aus Heidelberg fuhr im Sommer v. I. nach Gießen, um hier Schwin­deleien zu begehen. Er suchte ein Vorstands­mitglied des Evangelischen Bundes auf und gab dort an, er habe Frau und fünf K.nder in Heidel­berg, sei früher Lehrer und längere Zeit für den Evangel. Bund tätig gewesen. Er habe in Han­nover eine Redakteurstelle in Aussicht, ihm fehle jedoch das Reisegeld. Bei einem andern Herrn gab er weiter an, er sei als Lehrer aus Ober- schlcsien von den Polen ausgewieien worden, er habe einen Jungen von 9 Jahren bei sich, sei mit ihm aus Berlin gekommen, wo er den Kultusminister Tecker gesprochen habe, der ihm aber keine Mittel aus einem Fonds zur Ver­fügung gestellt habe, da alles verausgabt sei. Im ersteren Fall gelang es dem Angellagten. eine Unterstützung von 5 Mk. zu erschwindeln, im zweiten Fall wurde er entlarvt. Mit Rücksicht auf seine außergewöhnlich zahlreichen Vorstrafen tourte auf eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen erkannt.

Ein früherer G schä tsmann hatte sein Geschäft aufgegeben und das Inventar einschließlich einer Schncllwaage veräußert. An der Schnel:waage hatte eine auswäriige Firma einen Eigentums­vorbehalt bis zur völligen Bezahlung des Kauf­preises. Trotzdem der Preis noch nicht bezahlt war, veräußerte der Qlngcflagte die Waage. Er hatte sich deshalb wegen Unterschlagung zu ver­antwort n. In der Hauptverhandlung b.hauptete er, er sei sich beim Verkauf nicht bewußt ge­wesen, daß die Waage in fremdem Eigentum stehe. Dies wurde ihm durch Zeugenaussagen widerlegt. Da der Angeklagte nicht vorbestraft ist und sein Gewinn aus dem Verkauf ein ziem­lich geringer war, wurde er zu 40 M k. Geld­strafe, im Fall der Uneinbringlichkeit zu acht Tagen Gefängnis verurteilt.

Eine Geldstrafe von 30 Mk. erhielt ein Viehhändler, der einen Polizeibeamten mit Schimpfworten beleidigt hatte, und zwar derart, daß andere die Beleidigung hören konnten. Der Pelizeibeamte hatte damals das Diehkontrollbuch des Angeklagten nicht in Ordnung gründen. Dem Polizeibean ten wurde die Befugnis zuge'prochen, das Urteil durch Aushang öffentlich bekannt zu machen.

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Liedchen, die wir einst in der Schule lernten: I Trara, die Post ist da... oder Herr Postillion, Herr Postillion, wo geht die Reise hin?

Ob auch der Landbriefträger seinen Sänger finden wird? D.

Das gefährliche Handtuch.

WER. Vom Reichsausschuß für hygienisch« Volksbelehrung wird geschrieben: Das häufige Händewaschen ftel.t bekanntlich eine dec G-und- regeln zur Vechütung der K.antheilsüber. Tagung dar. Wenn auch der Sah:Vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen!" schon beinahe Allgemeingut geworden ist, so ver­nichten wir doch ost den gesundheitlichen Rutzen des Händewaschens durch die Benutzung des Handtuches. Ost trocknet sich die ganze Familie an ein und demselben Handtuch die Hände ab. Daß ein solches Handtuch leicht Sammel­platz aller möglichen Krankheits- stoffe werden kann, stehl außer Frage. Im Haushalt mutz dnher für jedes Familien­mitglied auch in Bezug aus das Handtuch die Forderung erhoben werden: Jedem das Seinel Roch schlimmer steht es in hygienischer Beziehung mit der Benutzung von Handtüchern in öffentlichen Lokalen. Hier finden wir entweder nur ein kleines Handtuch, das von vielen Personen benutzt werden mutz, oder das über eine Rolle gespannte sog.unendliche" Handtuch. Welche Brutstätte von Krankheits­keimen diese Art Handtücher darstellen, braucht kaum erörtert zu werden. Auch die Heinen Handtücher, wie sie z.D. in den O-Zügen häufig zu finden sind, genügen den billigen Anforde­rungen der Hygiene meist deshalb nicht, weil sie oft nur oberflächlich benutzt und deshalb auch nur oberflächlich gereinigt werden. Sicher­lich wäre der Gebrauch von Papierhand­tüchern, die nach dec Benutzung weggewor- f e n werden, vom gesundheitlichen Standpunkt aus zu begrüßen. Einer Zeitungsnotiz zufolge hat man in neuester Zeit einen für Gastwirt­schaften, Eisenbahnen usw. zweifellos sehr brauch­baren Vorschlag gemacht. Man bringe in den Waschräumen neben den Waschtischen einen Ven­tilator von geringer Stärke an, der durch einen Druck auf einen Knopf in Becoegung gesetzt wird und einen erwärmten Luftstrom nach Art der Fön-Apparate aus endet. Dieser trocknet die Hand in kürzester Zeit. Elellrischer Strom ist ja in den meisten Waschräumen vor­handen.