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nahm ber Ehrenvorsitzende des SubelDertins fteint. Schmidt VIII., do» Don. übermittelt» die Truhe de» MännergeiangoereinsCäcilia, Lich. und dank« den Vertretern der Wettstreitoereine für die Teilnahme an der Tagung. Er fuhrt« weiterhin au», daß man heute immer davon red«, bah zuoiel Feste S: feiert würden und da» möge auch oielfod) feine erechtigung haben Die Feier eine» VOjahrigen Jubelfeste» bilde jedoch eine Aufnahme und dürfte nicht fang* und flanglo» übergangen werden. Un­ter feinem Dorfitz wurde nunmehr zur eigenUichen Tageeordnuna ubergeaangen. 3m Vorder­grund« stand die vekanntgaoe der zum Wettstreit endgültig angemtldelen Vereine und d,e Klastenbil düng. Danach beteiligen sich am Wettstreit in der Abteilung A (1., 2. und 3. claMfiaffe). in der Ab­teilung B (1., 2., 3. und 4. VanbUafk). in Abtei­lung C (Duartettflafie) und in Abteilung D (nicht prei»gefronte Vereine», inegefamt 31 Vereine mit etwa» über 1300 Sängern. Die Verhandlungen, die sich anfänglich etwa» in bi« Länge zu ziehen drohten, würben durch weitgehende» Entgegenkommen de« Iubeloereins in befriedigender Weife schnell zu Ende geführt. Die Auslosung der Vereine über bk Reihenfolge beim Rlaffenlmgen war schnell erlebigt. Der Schl, hchor .Hoch empor beschloß die fchSn ver­laufene Tagung Stobt unb Bevölkerung wett- eifern miteinanber, alle Vorkehrungen zu treffen, bamit em Fest gefeiert werben kann, bas ber Stabt unb feinen Einwohnern zur Ehre gereichen wird. Ein schone» Sängedeft soll e» werben unb sich wur- big an bie Jubelfeste früherer Jahre und 3ahrzehnte anfchliehen. - An der Verschönerung des Stadtbildes wird sortgesetzt gearbetteL.lEin Teil ber ONsdurchsahrt ist bereits mit einer Klein- p f l o jt e r b e tf e versehen worben. Der restliche Teil wird im zeitigen Frühjahr umgepslaftert. Einem fahrelang beftanbcnen Bedürfnis wird damit Rech­nung getragen. Auch der farbigen Ausgestaltung der f) a ii s a n ft r i d) e wird seit geraumer Zeit volle Aufmerksamkeit gewidmet, (stanzt Strahenzuge sind zur Renovierung bereits in Auftrag gegeben, unb neue werben noch hinzukommen.

Rabertshausen, 9 3an. Da- Hof- gut Ringel« Hausen, fri« zu unserer Ge­markung gehört unb durch den Tod de« Ober­amtmann« Stegk frei wurde, ist mit'Beginn de« neuen Iahre« unter an 'BürgrnHfter Reich­hardt bi« zum Herbst diese« 3afcr'« zur De- wir'schäft unq übertragen worden. Don diesem Zeitpunkt ab ist es an dessen Rrsfen. Landwirt Richard Schäfer von Hungen, verpachtet. Der Hof umfaftt 128 Rormalmorgen Wiesen und Ackerland und gehört dem Gr if en von Laubach.

'£J Muschenheim. 9.Jan. Vieser Ta« fand hkr eine gut besuchte Versammlung statt, in welcher Landwirtschasterat Dr. Schneider vom Lanbwfrtfchastsamt Lich einen sehr lehrreichen Dor- trag übe r ÄaHbünßU ng hielt. E» wurde aus ber Versammlung heraus ber Wunsch geäußert, bas Landwirtschaftsamt möge künftig öfters solche Dor- tragsabende abhalten.

. . Lang-Göns. 9. 3an. Die Ober - klasse ber hiesigen Schul« hatte am 6am«tag au einem llnterbaltungbabenb eingela- ben. Die Turnhalle war bi« zum letzten Platz gefüllt, viele Leute muhten stehen. Rach dem Dorspruch einer Schülerin führte Lehrer Hof­mann den neuen Bildwerfer (Epidiaskop) vor Ausgehend von Heimatbildern führte er die Zuschauer hinan« in bk deutfchen ®aue und Slgte, wie man fast in allen Unterricht-fächem

n Dilderwerser in der Schule gebrauchen kann. Für die Kinder wurden zwei Märchen (mH bunten Dildern). ..Der gestiefelte Kater" und Brüderchen und Schwesterchen", erzählt. Dann tarn ein kurzer Dortrag über Spa nien, daS öftrer Hofmann au« eigener Anschauung kennt. 3n sehr schönen klaren Bildern, teil« auch mit eigenen Photographien, wurde da« ferne Son- nenland. die Landschaft, die schönen Städte (Granada und Sevilla), da« Doll«leben usw. mit dem Bildwerfer an die Leinwand gezaubert. Besonder« ging der Dortragende auf die Stier­kämpfe ein. Die Bilder waren bi« zum letzten Platz In der langen Turnhalle flar und deutlich zu erkennen, unb man war sehr befriedigt von den Leistungen de« Bildwerfer«. Den Höhe­punkt de« Abend« bildete ein lustige« Theaterstück der Schulkinder,Dok- tor Allwissend" In vier Bildern rollt da« Danze ab Die Darsteller spielten hervor­ragend. öinige Lieder der Oberllasse und öln- zelvorträge schloffen den Abend ab. Bereichert wurden bie Darbietungen durch Musikstücke de« hiesigen Musikverein«.Der Reinertrag

de« Abend« wirb « Vchvlzwecke« ver­wandt. Dem Wunsch vieler A nwohner, bald wieder einen solchen UnrerhaltungSabend zu ver­anstalten wirb hoffentlich Folge geleistet werden.

Ärei« Ariedberg

tz Steinfurth, 9. 3an. Der Radfahrer- verein .Flottweg" hatte g.ftem einen Unter- baltung«abenb. 3n einem lebenden Bild und einem Prolog, gesprochen von Frl. Wedel, wurde der Radsahr-por: gef«i.*rt Herr Bopp, der Dortitzende de« Brrein«, begrühte die Er­schienenen unb gab einen Ueberblirf über die Arbeit der Radfahrerpereine. ®r hatte auch mehrere Reigen eing.-übt. die von den Radlern mit grober (Gewandtheit flott auSgeführt wur­den. Auch eine Abteilung de« Brd-Rauh.nmer Radfahrerverein« sühne einen R igen erakt vor 3m Mittelpunkte de« Abend« standen die von H eh-Leihgestern t>org-tragen en eignen Dich­tungen in Wetterauer Mundart, die mit grobem Beifall auf genommen wurden.

Kreis Büdingen.

Z Ridda. 9. 3an. Der Eifenbahn- verein. einer der größten Dereine unterer Stadt, hielt am Samstagabend in der Turnhalle sein diesjährige« Wintervergnügen ab. Der ge­räumige Saal war voll besetzt. Sin vorzüglich qe«p,e!ter Schwank trug außerordentlich viel zur heiteren Stimmung der Besucher bei und sand groben Bei all. Die a nlchliehende Tombola brech e recht ergötzliche Ueberrafchungen. Zum Sch.u'fe wurde nach den Weisen eine« recht guten Streichorchesters noch mehrere Stunden dem Tanz gehuldigt. Die Feier nahm einen allseits be­friedigenden Verlauf.

* Ridda. 9. 3an. Bei einer über Erwarten großen Beteiligung hielt gestern die hiesige katholische Kirchengemeinde im prächtig g.schmück- icn ©ambrtnu«faale eine erhebende Weihnachts­feier ab. woran nicht Hofe fast alle hiesigen ka­tholischen Familien, sondern auch sehr viele aus­wärts zerstreut wohnende katholische Christen mit ihren Kindern teilnahmen. Rach der Ansprache unsere« Pfarrers Gondolf wech'elten Musik- Dorträgc mit wundervoll gefangenen Weih« nach «liebem eine« Schülerchor« ab. Den größten Beifall sanden zwei von Kindern und einigen erwachsen en Gliedern unserer katholischen Ge­meinde sehr gut aufgesührte Weihnachtsfpiele 6« ist ein RoS' entsprungen" und .Da« Weih- nachtSfest eine« Waisenkindes". Zu der Einübung der Lieder und Festspiele hatte Lehrer T h a I e r von hier viel Zeit, Fleiß und Mühe verwandt, waS von allen Teilnehmern an der Feier dank­bar anerkannt wurde.

,?" Ridda, 9. San. Die Simenarbeiten an dem Realschulneubau erleiden dadurch eine Derzögerung, daß die (Malerarbeiten nicht rechtzeitig fertiggestellt werden können. Bei der Submission wurde für diese Arbeiten kein Zuschlag erteilt, da sämtliche Angebote den Dor- anschlag überstiegen.

Kreis Schotten.

*- Schotten, 9. San. Die Ortskranken­kasse deS Kreise« ist ab 1. Sanuar dazu über­gegangen, die Ehefrau deS Dersicherten in die Heilbehandlung einzuschließen, vorläufig mit der Einschränkung, dah die Leistungen der Kaffe im Sinzelfalle einen gewissen Höchstbetrag nicht übersteigen können. Die Krankenkassenbeiträge wurden von 5,5 auf 6 Prozent erhöht.

O L a u b a ch, 9. San. Dorgeftem hielt der hiesige Turnverein (Dorsitzender Landwirt Heinrich Braun), der in diesem Sahr sein 80jährigeS Stiftungsfest begeht, fein diesjährige« Abturnen ab. Die Männerriege turnte an sämtlichen Geräten, die Frauen am Darren, auberbem führten sie Freiübungen und Keulen­schwingen vor. Man konnte durchweg sehr be­achtliche Leistungen feststellen. Sodann wurde etn flotter Einakter gespielt, worauf ein munterer Tanz und angeregte Unterhaltung folgte. Sn voriger Woche hatten wir gemeldet, dah innerhalb der evangelischen Kirche sechs Trauungen, 30 Taufen und 21 Beerdigungen hier stattfanden. Rach dem StandeSamt- r e g i ft e r teilen wir nun mit. dah insge­samt 33 Geburten. 21 männlichen, 12 weiblichen Geschlechte«. 39 Sterbefälle ftattfanben, und acht Eheschließungen vorgenommen wurden. Sm Der- gleich zum vorigen Sahr haben die Geburten (36) und die Ehefchliehungen (8) abgenommen; die ©terbcfälle (37) dagegen weifen in diesem

Es zogen drei Äurschen wohl über den Isshein ....

Roman von Erica Grupe-Lärche r.

13 Fortsetzung Nachdruck verboten

Stimmen, die sich drauhen auf dem Gang der Logenreihe näherten, schreckten sie auf. Sie began­nen wieder auf ihre Umgebung zu achten Die Musik uxir schon feit einiger Zeit redtununi, der Tanj unterbrochen, um den Musikanten Zeit zum Aus- ruhen .zu geben und die grobe Pause Aum Souoer cm zu deuten Man promenierte plaudernd Im großen Saale auf unb ab. Der größte Teil der Besucher hotte sich sedoch in die Nebensäle ergossen, um an zahlreichen kleinen Einzeitischchen einen Imbiß zu nehmen Auch die Eigentümer der gemieteten Logen erschienen oben auf dem Emporen teil, in Paaren, in kleineren und größeren Gruppen.

Melusine erinnerte sich mit einigem schrecken an ihren Vetter Denn ein hämischer Zufall es fügen würde, ihn jetzt mit einigen Freunden ahnungslos hier herauf zu fuhren. und er guckte - neugierig wie er nun einmal war die Logen ab unb fand sie momogltd) hier mit Dietwart oon Schätzer? Nomegen verstand und billigte auch Dietwart ooll- kommen ihren Entschluß fich jetzt vorläufig zu tren­nen. Sie wollte allein in den Saal hinabsteigen, um sich nach ihrem $ ruber umzusehen Er aber hütete oben ferne Loge und wartete ob e» ihr gelingen würde. Ranmond zu finden, unb ihn al« Dritten mit herauf zu bringen.

Die erste Trennung! Und fit hatten sich noch so unendlich viel zu sogen aehobf Er behielt ihre itanb in der leinen unb lauschte mit etwa» zurückgenetg- lern Boote. Er wogte et nicht mehr, jte setzt zu küssen. In der Loge unmittelbar nebenan, war es zwar noch still Aber bie Stimmen der andern Logen klangen nah genug. E» ging nicht an. daß em lun­ger Deutscher oon Adel eine Barvnttzc Welzin in die ökfobr einer gesellschaftlichen Bloßstellung brachte'

Melusine' Roch etn Dort. Die ist chr Entschluß? Da- ist Ihre Ansicht? Dari ich mich in den nächsten Tagen bei Obrer Frau Mutter einfinden um bei Ihr um Obre Hand zu bitten?"

Sie jenhe für Sekunden den Blick. Die klipp und klare Frage brauste plötzlich wie ein Sturmwind vor ihr auf unb benahm ihr den Atem. Gewiß, sie suhlte mit Deutlichkeit, wie sehr, wie stürmisch sie ihn letzt schon liebte. Sie war überzeugt, das Glück ihres Lebens als feine Lebensaeiährtin juchen zu müssen. Aber schon jetzt fich vollkommen durch ein Verlöbnis binden?

Würde es nicht besser sein, ihre Mutter, vor allen Dingen die herbe Großmutter, Onkel ttämlQr und Alcefte in ihre Heiratsabsichten mit Dietwart oon Schätzer einzuweihen, ehe Dietwart selbst feinen An­trag bei Ihrer Mutter stellte?

Er aber deutete chr fekundenlanges zögerndes Schweigen anders.Ich beabsichtige ja, in diesem Sommer mein Referendaresamen abzulegen. Mit Raymond zusanunen. Wahrscheinlich werde ich bei der Regierung hier im Lande meine Referendarzeit bl» zum Assessor verbringen können. Wenn Ihre Frau Mutter oielleicht Bedenken haben sollte, chr Jawort schon jetzt zu geben, ehe ich mein Studium beendet habe?" Sein Gedankengang ging aus Item Gesichtskreis feiner eigenen Kreise heraus, in der man mehr auf Stellung und Titel sah. als in der elsässischen Hautevolee, in welcher in der Haupt- sacke da» Vermögen entschied und eine Rolle spielte.

..Warten Sie noch einige Tage. Dietwart", meinte sie bann mit einiger Hast, und sah ihm in die Augen: Lassen Sie mich erst meine Mutter oorbereiten und meine beiden andern Verwandten Besuchen Sie in einigen Tagen unauffällig meinen Bruder Dann werde ich (Gelegenheit nehmen. Sie unter vier Augen zu jprtdyn. was am besten geschehen soll. Gelt. Lieber^"

Ihr.- Worte, die »rotz Ihrer Vorsicht eine Zusage enthielten. ihre lächelnde Liebkosung in den letzten Worten oertegte ihn m bas flammendste Entzücken. AL- te im nächsten Moment au» der Loge AntU. dock ohne äl tere Host, unb mit möglichster selbltlvherrtchung horchte er ihr nach Seine her- abhangende i Hande krampften fich in impulsivem Glücksgeiühl zusammen: Ich werde sie mir er­obern. ick werde he mir erobern* Unb wenn noch lehn Kulm» wie dieser Baron Atceste. lie tote Drachen imwacken wurden

Dee Idroarv Domino hatte.ange unten an der Heinen Rebentreppe gewirtet, die tror den Logen berabhrbrte Mit Zähigkeit behielt Die Maske die

Fahr ebu höhere 3Wer auf. MetzEertnetster Kratz au« Freienseen. ein Schwerstes «beschä­digter. hiett gestern abend im . Schützenho^ einen sehr anziehenden Vortrag über seine eige­nen Erlebnisse Im U-Dool während de« Weltkriege«. Die zahlreiche Dersarnmlung spen­dete lebhaften, wohlverdienten Beifall. Gestern mittag bildete lich hier im .Solrnler Hof" eine Ortsgruppe Laubach und Umgegend de« Verbandes alter Kameraden de« zweiten hessischen Infanterie-Regimentes R r. 1 1 6. Die neue Ort-gruvpe zählt schon gegen 40 Mitglieder. Der Hau-bursche Smil Hag« g e n m u 11 e r au« Oberammergau, der. wie wir meldeten in voriger Woche einen Selbstmord­versuch auf der Bahnstrecke HungenLaubach unternommen hatte und schwer verletzt in das hiesige Krankenhaus gebracht worden war, be­findet sich wieder auf dem Wege der Besse­rung.

Freienseen. 9. 3an. In der vorigen Woche hat der Kreis-Urkundenpfleger Prof. Dr. Roeschen (Laubach) da« hie­sige Gemeindearchiv geordnet und genau verzeichnet. Diese« Archiv ist sehr reichhalt g und enthält eine ganze Reihe wertvoller Urkunden, wie sie wenige Gemeindearchive der Provrnz bieten. Wir finden hier sechs Landgrasen-Urkun- den (von 1371 biS 17f») unb vier Kaiser- Urkunden (von Kaiser Karl V Kaiser Leopold. Kaiser Karl VI., Kaiser Franz I.). Die hessischen Landgrafen stellten Schutz- und .FreiheitSbriese, die Kaiser Wafsenbriese aus (Schild quergeteiü. oben Reichsadler, unten Schwan). Ein genaue« Bild der wirtschaftlichen Berhälmisse geben die Demeinderechnung-en, die mit wenigen Lücken von 1567 bi« in die Reuzeit reichen, sowie die besonder« gut au«geführten zahlreichen Flur­karten. die zwei Iahrhunderte zurückreichen. Auch die Grund- und Lagerbücher sind trefflich geführt und geben genaue Auskunft über die früheren Devölkerungs- und Befitzverhältniffe. Der Be­stand der Familien, die hier Grundbesitz hatten, läßt sich sicher und genau feststellen. Das Archiv befindet sich in der sog. .Alten Schule", die jetzt alS RathauS benutzt wird, in nächster Rähe der Kirche, deren Turm etwa aus dem 14. Jahr­hundert stammt und mit Schießscharten versehen ist, während daS Schifs 1770 erbaut, 1870 wic- derhergestellt wurde. Dieses Schiff bietet ein ungemein reizvolle« Bild eines Sakralgebäude« der Rokvkozeit.

+ Stumpertenrod, 9. Ian. Unsere Ge­meinde ist eine der wenigen Gemeinden unseres Bogelsberge«, die einen Gemeindesaal be­sitzt. Ms in der KriegSzeit die Männer im Felde waren, und die Frauen die landwirlschastlichen Arbeiten besorgen mußten, kam der frühere OrtSgeistliche. Pfarrer Glock, der jetzt in Mainz ist, auf den Gedanken, den Müttern die Gorge um ihre kleinen Kinder abzunehmcn und durch Umbau eine« größeren Kuhstallcs der Pfarrei eine Kinderschule zu errichten. Der Ge­danke fand Anklang und kam bald zur Durch­führung. MS dann der Krieg zu Ende ging und die Kinderschule wieder überflüssig war, wurde diese zu einem provisorischen Demcinde- saal eingerichtet, in dem in der Revolutionszeit MännerdiSkussionSabende und Bibelstunden ab« gehalten wurden. Im letzten Jahre wurde der­selbe weiter au«gebaut und innerlich neu und schön hergerichtet. Run hat die Kirchengemeinde auch noch ein Harmonium gekauft und in der letzten Woche im Gemeindesaal ausgestellt. Wenn Im Laufe der Zeit auch noch einige Tische und Bänke und ein besserer Ofen angeschafft werden, dann hat unsere Gemeinde einen Ge- meindesaal. der allen kirchlichen Bedürsnlssen der gegenwärtigen Zeit gerecht werden kann.

+ EtchelSdors, 9. Ian. Für die innere Ausschmückung der Kirche wurden an freiwilligen Gaben annähernd 1 '00 Mark auf­gebracht. An dieser Summe sind die Deutsch- Amerikaner, die einst von hier auSgewandert sind, mit etwa 600 Mark beteiligt. Auch bei anderen Gelegenheiten bekundeten sie ihre An­hänglichkeit an die Heimatkirche durch Uebcr» Weisung ansehnlicher Beträge.

Mreie Alsfeld.

r. Ober-Ohmen, 9. Ian. Auf der Land­straße Ruppertenrod Ermenrod verun­glückte diefer Tage ein Personenauto au - Gießen dadurch, dah e« gegen einen Baum fuhr Der umstürzende Kraftwagen wurde schwer beschädigt und muhte von

einer Msielder Firma abgeichleppk werben. TBte durch ein Wunder blieb der Führer des Autos unverletzt.

WSR. Windhausen. 9. 3aru Da« sechs­jährige Söhnchen de« GuisbZitzers Geiß brach auf dem an der S raße mvch Köddingen gelegenen Teich ein. Der elkiährige Schüler Albert Döring von hier legte sich kurz ent­schlossen platt auf das Eis und zog den bereits zweimal im:ergeg:ng<m.~n Knaben wi eder an die Oberfläche.

Mrcie Lauterbach.

I Bernshausen. 9. 3an. Tiefer Tage waren 2 5 Iahre verstossen, seitdem unser Ge­meinderechner Fischer sein Amt zur vollen Zufriedeicheit der Gemeinde verwaltet. Aus diefem Anlaß hatten seine Kollegen aus dem Schliyerlande in dem Habermehlschen Saale m Schlitz eine Heine Feier veranstaltet, bei der Berwaltungsinspektor Kirsch bäum dem Iu- bilar ein Schreiben des Kreisamts überreichte, in dem die Dienstführung des Iubtlars an­erkannt und ber Wunsch aus^edrückt war. dah es chm vergönnt fein möge, sein Amt In körper­licher Rüstigkeit und geistiger Frische noch recht lange zu verwalten. Rechnungsrat Bechtold gratulierte persönlich und fügte an. dah er den Jubilar vor 25 Jahren in den Dienst einge­führt und ihn während seines langjährigen dienstlichen Verkehrs mit ihm als einen ge- wissenhasten. diensteifrigen Beamten unb als Menschen von lauterem ehrlichen Eharatter kennengelernt habe.

Turnen, Sport und Spiel.

Aus dem MittellcheinkreiS ber O. T.

Prtsfllaqung

pbw. Mainz. 8. Jan. Im Bereinshaus des Tv. von 1817 trafen sich heute die Gau- presfewarte des großen Kretsgebie- t e s zu ihrer diesjährigen Tagung, an der auch zahlreiche Dereinspresfewart« teil nahmen. Als Gäste waren Kreisverrveter Pseifser (Wetz­lar) und weitere Mitglieder des Krcnsoorstandes erschienen, außerdem der Kreisprcsfewart des badischen Turnkreises. Prof. Fischer (Karls­ruhe). Ehrend gedachte die Vertammlung des verstorbenen Overturnwarts der D. T Ma» Schwarze, des seingeistigen Tumlchriflstellers, der jedem Pressewart ein Vorbild war. Rach- dem KreiSpve'sewart Dauner (Offenbach a. DL) den Iahre« bericht erstattet hatte, wurde di« Errichtung einer Kretspresfestelle be- schlolfen, über deren Aufgabenkreis der zweite Kreiskassenwart Reul (Frankfurt a.DL) berich­tete. Sitz der neuen Einrichtung, die die Tages­presse des Kreisgebietcs. den Rundfunk usw. auf dem schnellsten Dege über alle größeren turne­rischen Deranflalhmgen unterrichten wird, ist F ra nks ur t a. DL; als ihr Leiter wurde Diplom-Handelslehrer Dr. Walker (Frank- hirt a.DL) bestimmt. Uebcr die ehrenamtliche Tätigkeit der Gau-, Dezirks- und Bereinspresse- warte gab das Kreispreffeausschuß-Mtiglied Oßwald (Bad-Rauheim) in einem kürzen Re­ferat wertvolle Anregungen. Seine Förderin», dah die Organisation der D. T und der Kreise auch auf die Gaue zu übertragen und kn allen Gauen em Gau-Prefseausschuh zu be* stimmen sei, fand in der Aussvrache lebhafte Zustimmung und wurde vor allem auch ooe Kreisvertreter Pfeiffer unterstützt, der sich viele ehrenamiliche Mitarbeiter an der Presse wünscht. Ein gründliches Referat des Kreis« pressewarteS Dauner behandelte die PresscDor- bereitungen für da« Deutsche Turnfest in Köln. Uebcr die Erfahrungen feiner nunmehr einiährt- acn Tätigkeit als Schriftleiter der Mllketrheini- ichen .KreiSturnzeittmg" berichtete Rektor Schil­ler (Frankfurt a. DL), während Dr Walter (Frankfurt a. DL) mit feinem Inhaltreichen Dor­trag .Der Pressewart als Wegbereiter" der an­regenden Tagesordnung den würdigen Abschlutz gab. Mit der Tagung verbunden war eine Be­sichtigung der Druckerei de« .Mainzer An­zeiger s", die allen Teilnehmern unter Füfte rung von Direktor Will einen vortrefflichen Einblick in den Werdeaang einer großen Zeitung bot. Ms Ort der nächstjährigen Prefsetaguno wurde das Turnerheim des Gaues Süd-Rassau auf der Loreled bestimmt.

klein« Treppe unausgesetzt Im Auge, auch wenn sie ab unb zu mit oorüberpromenierenbtn Paaren und kleinen Gruppen ein paar Neckereien tauschte ober Zuruse fremder Masken zurückgab. Das alles sollte nur die Aufmerksamkeit von ihr selbst abien­ten, ohn< dah sie selbst sich abfenfen ließ. Die dunk­len Augen funkelten unter den Schlitzen der schwar­zen Seidenmaske unheimlich oor ipömscher Genug­tuung wie sie nun Baronesse Meiujine herabkommen sab. Allein! Das machte den Domino nicht im min­desten irre, wenn auch die Baronesse sich den An- schein oon Harmlosigkeit zu geben juckte.

Sowie das junge Mädchen an dem Domino vor­über war, ohne auf ihn achtzugeben, schoß die Maske auf sie zu unb hakte sich ohne weiteres an ihren Ami. Frappiert blieb die Baronesse stehen und sah den Domino an. Zuerst riet sie die Hamen einiger Freundinnen, da die andere noch stumm blieb. Aber plötzlich begann bie Maske mit verstellter Stimme: Ich bin weder Mademoiselle Pvettc noch Berthe, noch Sabine, meine Liebe! Aber ick bin lemanb. der Sie sehr genau kennt. aber den Sie nicht kennen."

Der Domino hatte fit am Arm etwas weiter vorn Eingang jum großen lanjfaal weg und der großen Haupttreppe naher gezogen, die hn Augenblick des allgemeinen Soupers letzt verlosten unb still dalag. Die Baronesse blieb mit brüsker Bewegung stehen und juckte den Arm wieder frei zu bekommen. Tie Maske sprach Französisch Kein fd)r elegantes, son- dem das Elsässer Französisch, das mit Vorliebe im- mer den Ion auf jede erste Silbe eines 'Wortes legte. So mußte Mrtuune vermuten: es sei jemand aus einheimischen Kreisen. Dah diese Fremde ihr nickt wohl wollte, hörte Ite trotz ihrer inneren Er­regung am Tonfall der Stimme herauo

. Das wollen sie? Lasten Sie mich geben! Suchen Sie lich einen Kavalier zum nächsten Tanze, Made- moijelle. es wird halb wieder an<angen*"

Aber eine geheime Angst stieg m ihr auf 6i« wußte selbst nickt warum Unb k konnte nickr ver­hindern, daß ihre Stimme trotz des äußerlich kcher- ienden Tones teile ytttrte. Aber die Fremde hiett ihren Arm noch umjchlosten. mit beiden Händen.

Danke für den wohlgemeinten Rai. meine Teure. Aber ich mache es Obnen nicht Io bequem, axe Sie möcht. - ^Aten -nick los lein. Ick habe he

Ichon länger als eine Stunde beobachtet. 3o balle« die nur temperamentvoll Ihre Hände zu­

lammen, Baroi> morgen roetbe Ich Es»

legenbelt nehmen, überall zu erzählen, axe bi« Ba­ronesse Welzin sich auf dem ArmenbaD kompromit­tiert hat. Indem sie sich mit einem deutschen Tänzer ein Rendezvous in einer der oerjchwieaeneUi Lauben gab. D. ich habe ihr reizendes lete-a-lete gesehen

'JR et ui int rang sich die Händt frei und jagte mit mühjam unterdrückter Wut:Das ist eint Ins amte l Lüsten Sie doch Ihre Maske und jagen Sie mir 2hre Bosheiten offen Ins Gesicht. Ich werde Ihne« der Wahrheit gemäß antworten. Aber einer ver­mummten. feigen Memme gebe ich keine Rechenjchoft/

Das will^ich gar nicht", höhnte die Fremde. ..Amüsieren Sie sich auf einem Ttasfenfeft in einer "og<c i jart soviel sie wollen, Baroneste. Aber wählen sie als Partner keinen oon diesen PreußiM. von diesen steifen, eingebUbeten Kerfen " Unb als sie bie neue Betroffenheit oon Melusine fühl'.«, drang sie weiter:Spricht Ihr estäfsilche» Blut nickt in Ihnen? Wissen wie nicht ebenso genau wie Ich, wie wir Estaster alle, daß bi de Preußen mit solchem Hochmut von uns Einheimischen rtben! vonben popeligen Elsässern", nm denen man ..geselstchastllch noch nicht verkehrt". Haben Sie gar kein Empsintze« dafür. Baroneste? Richt? Run. dann verdiene« Sie es eben, daß man es herumirzähli. wie 6w sich mit einem deutschen Herrn auf diesem Feste komproentt- liert haben. Mit einem Preußen!"

Es tanzte Meiusine alles vor den Augen. Ring» die edle um jte waren ein rauschendes Meer ooll Menschen, ooll Licht, voll Lärm unb awebtr ein- feftenfcer Musik. 5* wußte in den nächsten Augen- dl'cken nicht, was lie hier zwischen dem Menschen- gewogt Anfängen sollte. Rur. daß jte bet frtmbt Maskt mit einem stoß oon sich gebracht, unb sich selbst losflrrifitn. um weiteren Infamien zu ent­gehen. war ihr nn Bewußtsein. Ihre Augen schwirr­ten über da» Gewühl her Tanzenden. Do» sollte sie h er anfangen? Ihren Bruder auf» Geratewohl zu nnben. war ein Dagstück Die Furch: der Maske nothmols in die Hände zu fallen, lag pttemb in chr.

Darum b'iletr fie jepi oon neuen die Treppe hin­auf jur Empore. Hier oben war wenigstens im Au­genblick niemand zu leben. In ben Logen begann man zu soupieren S>e lehnte sich an» Treppen- M.änber unb starrte oor fich hin. Sic wußte: Ite "Uchte tetzt zu Entjchiüsten kommen.

(öortNeung folgt.)