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Verlag ^erlin*€4ör.- i Dezember-Heft ei- r die Theaterereigni«' llrauftühninglberich^ Lübeck, Rraunlchveft m. Koblenz, Weihe-, nd 5)alle ftnden M aderet von Lhacko inftierinnen in ihm >er lebten Starmfröhtr lifle und da» Dertmr ers Arthur Kürfthne
Nr. 8 Erster Blatt
178. Jahrgang
tHentiag, 10. Jaimor 1928
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
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Dr. Friede. Wich. Gange Berantwonlid) ftr Tohtih Dr. Fr tDtlb Gange, ftr Feuilleton Dr f> Tbonot; für ben übrigen Teil Ernst Dtumfchein; für ben Anzeigenteil Änrt Hillmann, IÜmtlich hi Biesten.
Die Paktfrage zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten.
Wer ist der Angreifer?
•4 war ein verblüffender vchachzug. mit dem B r I a n b die TUeberlafle ber französischen 'Regierung in bem diplomatischen Rotenwechsel mit Olmertta über ben französischen Vorschlag, durch einen Sondervertrag jede Kriegsmöglich- feit zwischen beiden Ländern auszuschließen. zu bemänteln versucht bat. Ursprünglich hafte der Gedanke vorgeherrfcht, Frankreich als da- Land ber UnübertressUchen Friedensliebe hinzustellen und als ben Urheber eines Der frage- erscheinen zu lassen. In dem es sich verpflichfefe. unter keinen Umstünden je mit den Q3ereinigten ötaa- twn von Amerika Krieg zu führen, sondern alle etwa austauchenden Streitfragen aus schiedsgerichtlichem Wege au- der Welt zu schassen. Wenn dieser schdne Plan geglückt wäre, bann hätte sich einmal Frankreich bei jeder Gelegenheit aus seine besondere Freundschaft mit Amerika berufen und gleichzeitig bei Abrüstungs- verhandlungen aus diesen augenfälligen Beweis seiner unerschütterlichen Friedenslicbe Hinweisen können.
Dur hatte Briand nicht damit gerechnet, bah seine Gegner in Washington mindesten- ebenso gerissen sind, wie er selbst. Der frtrn- zdsIsche Plan wurde auf bte Weife durchkreuzt, bah Amerika erwiderte, zur Unterzeichnung eines svlchen Derirages mühten mindestens sämtliche Grohmächte eingeladen werden, denn ein lediglich zweiseitiger Vertrag sei für Amerika undenkbar Dun erfolgte ein grober Sprung der französischen 'Xegienmg. AI- ob es eine Selbstverstündlichkeii erster Klasse wäre, war in ber nächsten französischen Dote nur davon die Rede, beide Mächte sollten sich verpflichten, nie gegeneinander einen Angriffskrieg zu führen. Dah die Amerikaner darauf hereinfallen würden, haben die Freinzosen wahrscheinlich selbst nicht erwartet Aber die Zdühnheit, mit bet diese Wendung vollzogen tourt)?, ist in der Tat verblüffend. Datürlich lautete die Antwort au# Woshing on in dem Sinne, dah man mit dem Begriff Angriffskrieg nicht- arv^rftragen toiffe.
Was i st ein Angriffskrieg? ist eine Frage, die man der biblischen Pilaiu-frage: WaS ist Wahrheit? an die Seife stellen könnte. On allen Konilikten. die mit den Waffen auSgetragen worden sind, und in Zukunft au-getragen werden, spielt die Hauptrolle die Frage nach dem Angreifer. In jedem einzelnen Fall, wenn es nicht gerade ein ausgesprochener lleber'all ist. richtet sich die Antwort nach der Geschicklichkeit ober Ungeschicklichkeit des einen oder anderen Teil- bei Kriegsbeginn. G- sei an den AuSbruch des Weltkriege - erinnert, wobei wir leider formal nach auhen die Dolle deS Angreifer- Übernahmen. weil der damalige Rcichskanzler von Dethmann-Hollweg die Kr.egSerklärung an Duhland erlieh und beim Srnmarsch in Belgien die Verletzung der Neutralität ausdrücklich zu- gab. Sin geschickter Diplomat hatte es verstanden. den Gegner, der tatsächlich der Angreifer war. auch al- solchen vor die Welt hin- zustellem Mit vollem Decht eiTrpland daS gesamte deutsche Dolk die Vorgänge beim Ausbruch deS Weltkriege- so. dah es sich alS angegriffen und in seiner Srist<mz bedroht fühlte, also einen Verteidigungskrieg führte. Heute noch haben wir darunter zu leiden, dah der gegenteilige Anschein erweckt worden ist.
Wahrscheinlich hat der französischen Regierung die 3bec vorgeschwebt, im Falle eine- Streife- mit Amerika den Völkerbund entscheiden zu lasten, wer al- Angreiser zu befrachten sei. Dun stelle man sich einmal vor. dah es wirklich wegen einer ernsten Streitfrage zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika zu einem Zusarnmenstoh mit den Waffen tarne. Glaubt in Frankreich oder anderwärts auch nur ein einziger Mensch, der feine fünf gefunden Sinne beisammen hat. dah die Amerikaner in einem solchen Fall auf die Entscheidung deS schwerfälligen Völkerbünde- warfen würden? Amerika ist nicht einmal Mitglied des DölkerbundeS unb um soviel weniger hätte es Deranlallung. eine derartige Entscheidung herbeizuführen oder auch nur abzuwarfcn. Die Aufgabe einer Organisation. wie de- Völkerbundes, muh darin liegen, die Au-dehnung eines Streitfalles bis zu einem solchen Punkt von vornherein zu verhindern. 2st dagegen erst einmal ein Streif zwischen zwei Grohmächten soweit gediehen, erscheint ein Kainpf mit den Waffen alS die einzige Lösungsmöglich- feit im Lebensinfereffe eines der Beteiligten, bann wird der politisch unb diplomatisch geschicktere Teil es verstehen, ben anderen alS den Angreifer hinzustellen unb ins Unrecht zu setzen. Dann entscheiden schliehlich die Waffen und endgültig hat der Verlierer Un- recht.
3n der amerikanischen Antwort auf ben jüngsten Vorschlag DriandS wird nach Washingtoner Meldungen alS Grund für die Ablehnung eben die Tatsache angeführt werden, dah Amerika nicht Mitglied deS Völkerbundes sei unb sich somit einer Entscheidung desselben nicht unterwerfen töime. Da- haben die Franzosen natürlich vorausgesehen und gewollt Da nun einmal ihr Plan an der Aufmerksamkeit der amerikanischen Staatsmänner gescheitert war. wollten sie sich einen guten Abgang sichern. Man wird schwerlich behaupten wollen, dah ihnen das gelungen sei.
Optimismus in Paris.
Pari». 10. Jan. (WTL. Funkspruch.) Nach ber Agentur Haoa» erinnert der Minister des Lleuhern, Briand, in einer Mitteilung an ben französischen Botschafter an Washington baran, da ft. wenn [ein erster (fntnmrf keinen Unterschieb zwischen einem Angrisiskrieg unb einem Derfeiblgungskrieg gemacht habe, so barum, weil er als Grundlage für einen lediglich zwischen Frankreich und ben Bereinigten Staaten abzuschlieftenden vertrag habe dienen sollen. Da die amerikanische Regierung jetzt aber Vorschläge, diesen Pakt a u s sämtliche Mächte ausxudehnen, sei es natürlich, daß Frankreich dessen Tragweite genau präzisiere, um feine Derpflichtunaengegen- über bem Dölkerbunb sicherzustellen.
Eine offiziöse Agenturmewung stellt weiter fob grobes fest:
1. Die amerikanische Regierung hat noch nicht ihre offizielle Auffassung über Die vom Dual d'Orsay an- gewandle Deutung bes Krieges al» ..Angriff»krieg" mitgeteilL
2. Es ist indessen sicher, bah die sehr klare unb juristisch genauere Formel nicht oollftänblg mit ber absichtlich weiteren und unklarer gehaltenen amerikanischen Formel überein stimmt.
3. Dagegen hindert nichts $u Haffen, datz die bei- ben Formeln schließlich vereinigt werden können. Au diesem Awecke werden die Unterhandlungen geführt. lieber die Bestimmung des Angrisiskrieges habe allerdings das durch England verworfene Genfer Protokoll als Definition be» Angreifer» .denjenigen, ber ben Schiebsfpruch ab- lehnt" vorgesehen. Die De.^ichnung bes 21ngrei- fers könne jedoch nicht notwerrdigerweise automatisch aus ber Tatsache dieser Weigerung heroorgehen, Ion- bem es sei burchaus möglich, ein juristisches Verfahren ins Auge zu fassen, bas es ermög- lichen würbe, biesen Angreifer mit ben erforderlichen Garantien durch eine unparteiische Untersuchung f e ft j u ft e 11 e n.
Die recht optimistische Auslassung ber offiziösen Agentur wird allerdings von einem großen Teil der unterrichteten Kreise nicht geteilt. Man glaubt hier vielmehr, dah die Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Ländern so groß sind, bah sie auch durch die im Gange befindlichen Verhandlungen nicht Überbrückt werden können.
Oie Zukunst des Oawesplans.
Sin Mitglied der Oawesfommisslon äußert sich zum (Silbertmemorandum.
Deuhvrk. S. San. (WTB.) Herald Tribun« bringt einen längeren Artikel von George D. Auld, einem ehern. VNiglied der DaweS- fommlfflon, der unter Hinweis auf daS in letzter Zeit bemerfbaee Unterbleiben deutscher Anleihen au-führt, dah GllberiS an und für sich fchavierige Stellung dadurch Weiler kompliziert werde, dah, wenn er jemals ein
Wort der Vorsicht äußere, diese Aeuherung aus dem Zusammenhang gerissen, verdreht und sensationell aufgemacht wurde, um Anlasi zu düsteren Prophezeihungen für die Aussichten deS Dawe-Plane- und der amerikanischen Kapitalanlagen in Guropa zu bieten. Gilberts Bemerkung über die Tendenz zu übermäbi* ger Kreditnahme stelle lediglich eine zeit- iemäfjc Wa rnung gegen Anleihen der inzelstaaten unb Gemeinden dar. Die größten Gegner deutscher Anleihen seien indessen Dr. Schacht unb einige englische National- ökonomen der KeyneSschufe. Schachts Stellung sei widerspruch-voll. 3n seinem Buch gebe er die Dotwendigkeit von Anleihen zu. A's Präsident der Deich-bank beklage er Schwächung der Kontrolle der deutschen Finanzlage durch die DeichSbatck infolge der Ausland- anleihen. 3m Grund genommen habe er sich ebenso wie englische Dationalökonomen noch nicht mit ber finanziellen Führerschaft Amerika- ausgesöhnt. bic der Selbstmordversuch Europa- Amerika aufgezwun- aen habe: denn die englischen Dvlkswir'fchaft- ler behaupteten ungeachtet der enormen Anlrihe- tätigfeit England- in der Vorkriegszeit, dah der verhältniSmähig geringe Anleihebetrog, den Amerika in ben letzten drei 3ahren Deutschland
«wahrt habe, eine Gefahr bedeute. 3ndesfen stimmten Gilbert und Schacht in manchen Fragen, wie namentllch der Dudgetgebarung überein.
Abgesehen von solchen Warnungen Gilbert- sei In Gilbert- Bericht weni g wirklich Beunruhigendes über Deutschlands wirtschaftliche Lage zu entdecken. Ein wei eres Mih- verständniS sri ausgekommen Hins ich sich Gilberts Bemerkungen über die Priorität der De- parationen gegenüber bem privat- wirt scha f tlichen Schulbendienst. Gilberts Bericht zeige, dah eine solche Priorität nicht behauptet wurde. Ander- dagegen stehe e- mit be i einzelstaatlichen Anleihen, wo die Deftimmungen des FriebenSvertrageS mastgebend seien. GilberiS D.iperkungen zur Frage ber Revision deS Dawesplane- gelten der Zukunft, nicht der .mmiltelbaren Tegen- wart. Voraussetzung dieser Revision ist folgende Alternativ:: Entweder muft Frankreich den Punkt erreichen, wo die schlimmen Folgen der abnorm hohen Schuldenlast unb ber Verwüstung von Dorbfrankreich nicht mehr fühlbar finb, oder bie Vereinigten Staaten müssen wesentliche Konzessionen Hins ich lich Frankreichs Schulden machen. Erstere Möglichkeit ist aus wirtschaftlichen Gründen zunächst unwahrscheinlich, bie zweite aus politischen. Die gegenwärtige Situation bietet den günstigen Umstand, dah eine richtigere Abschätzung ber deutschen Anleihebedürfnisse möglich ist, da die von ben englischen Volk-Wirtschaftlern befürchteten Transferschwierigkeiten noch nicht eingetreten sind.
Bedrohung des ZipserOeuischiums
Oie tschechische ^Regierung will die deutschen Kurorte der Hohen Tatra enteignen
K e s m a r k (Slowakei), 9. 3an. (XäL) Da- internationale Publikum, das die herrlichen Winteriage zum Besuch ber großartigen Sportplätze in der Hohen Tatra benutzte, die bekanntlich in Händen des bodenständigen Zipfer Deutschtums sind, wurden durch Dachrichten aus Prag, die von einer Enteignungsaktion der Kurorte und Wi n t er s p o r t p lä h e Alt-Schmecks. Westerheim und Hoch- Hagn durch den tschechischen Gesundh.itsminister Dr. Ti so berichten, in großes Erstaunen verseht. Der Minister beabsichtigt nämlich, nach den Parlamen'.Sfcrien einen Gesetzentwurf einzubrin- gen. durch den diese drei Orte für Lungenkranke räsoniert und für den Staat enteignet werden sollen Der tschechische Staat be<int in der Hohen Tatra an allerbester Stelle, und zwar in Tatra-Lomnitz unb am Oforba-See zwei schöne Kurorte, die seinerzeit vorn ungarischen Fiskus errichtet worden waren. Heber diese Kurorte verfügt der Gesundheit-« Minister, so dah es nahe läge, diese Kurorte lediglich Lungenkran'en zugäng ich zu machen, doch diefe sanitäre soziale Maßnahme ist nur ein Vorwand. Die tschechische Regierung will mit diesem Gesetz eine Handhabe erhalten, den deutschen Besitz in der Hohen Tatra, insbesondere bie drei genannten erstklassigen Kurorte dem Deutschtum zu entreißen, um auf diese Weift' das ohnehin schwerringenbe Volk um feine letzten wirtschaftlichen Aktivposten $u bringen. Die Tschechen haben in den letzten Bahren die deutsche 3 n d u -
st r l e diese- Gebiete- planmäßig ruiniert, haben die Waldbestände enteignet, mit denen sie Raubbau treiben und haben es auch durch andere schikanöse Maßnahmen verstanden, den feit 800 Fahren hier sitzenden 50 030 Deutschen schweren Schaden zuzufügen. Der Fremdenverkehr, den die Deutschen durch Schaffung deS .Karpathen-Vereins" ermöglichten, bildet heute d a S Rückgrat deS deutschen Wirtschaftsleben-. Die Kurorte sind überfüllt, und der Fremdenverkehr bringt Geld in- Land. Die geplante Enteignung unb Rayonierung würbe diese Arbeit völlig zerschlagen. Die deutsche Bevölkerung der Hohen Tatra erhebt öffentlich Einspruch gegen diesen neuen Vergewaltigung-Versuch. der lediglich au- chauvinistischem Hasse entsprungen ist und nicht- mit sozialen Maßnahmen, wie vorgetäufcht. zu tun hat.
fleuerpolenferror inOberschlesien
Präsident Calondcr schreitet ein.
K a 11 o w i tz, 10. Jan. (TU.) Der Präsident der gemischten Kommission Calonder hat gestern in einer Entscheidung gegen das unerhörte Verhalten polnischer Beamter gegen die deutsche Minderheit wieder Stellung nehmen muffen. In der Gemeinde Drzezie tm Kreift Rybnik sollte am ersten Feiertage eine Dechnochtskeier der deutschen MindrrheitS'chule stattsinden. Einige Tage vor der Deranstalrung erschien der bortige Ortspolizeikomma ndonl bei dem Gastwirt, in dessen Saal die Feier ftattfinben sollte und stellte ihn zur Rede,
warum er den 6a aI für eine deutsche Feier zur Verfügung stelle. Der Potizettomman- dant erklärte, daß er, fall» die Feier ftnitfinben sollte, von a u • ro ä r t • Aufständische herbe i h o l e n wollte, die die yestteilnehmer verprügeln und alle» kurz und klein schlagen würden, und daß btt Polizei der Feier feinen Schatz gewähren würde. Eineinhalb Stunden vor Beginn der Feier wurde diese vom Lmt»oorsleher verboten.
Der Deutsche Bolksbund legte deshalb bei der Gemischten Kommission Beschwerde ein. Die beteiligten Personen wurden von der Gemischten Kommisiion eidlich vernommen. Die Ei de« Aussagen ergaben die Richtigkeit ber Drohungen de- Polizeikvmmandanten. Der Präsident der Demifchten Kommission mißbilligte in seiner Stellungnahme zu diesem Vorfall das Verhalten des Polizeikvmmandanten aus- schärfste unb bemerkt, daß 4>, 3ahr nach dem 3nkrast- treten de- Genfer Abkommen- eine einfache geschloffene Weihnachtsfeier der Minderheit nicht mit der Begründung verhindert werden tonne, daß bic öffentliche Ruhe gestört werden konnte. Wie eS in der Sntfchließung weiter heißt, stellt da- Verhalten de- Poli-eikvmmanbanten eine schwere Verletzung der Bestimmun- munaen de - Genfer Abkommens dar. Schließlich stellt die Entscheidung fest, daß ein Beamter, der mit der Anstiftung von gegen die Minderheiten gerichteten Handlungen droht, keineswegs geeignet ist. im Geltungsbereich deS Genfer Abkommen- Dienst zu tun. CS wird daher die Entfernung deS OrtS- polizeikommanbanten au» dem gemischt-sprachigen Gebiet verlangt.
Wowemaras.
Keine Bereinigung der Wilna- und Memclfrage.
Eigene Drahtmeldung de» „Gießener Anzeigeroft
Berlin, 10. 3an Der litauische Diktator setzt seinen Kamps gegen alle Fronten mit einer anerkennenSwericn Zähigkrit fort Er denkt gar nicht daran, den Polen auch nur einen ^Zentimeter enigegcnzukommen. Trotz aller Absprachen, die In Genf getroffen worden sind bat er jetzt sogar auSgenxhnel einem Vertreter der Polnischen TelegraphenLraen!ur ein 3m/roieto in die Feder diktiert, bas In Warschau als offener Hohn empfunden werden muß. Daraus ergibt sich, daß er ben Anspruch auf Wilna nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch aufrechterhalten will. Sr lehnt eS sogar ab. Briefe au- Litauen nach Wilna zu befördern, weil das gleichbedeutend sei mit einer Anerkennung des Verluste- von Wilna an Polen. Es ist auch nur logisch, wenn er die Anbahnung offizieller divlomatl- scher Beziehungen zu Polen verweigert. Wie er damit vereinbaren will, dah Litauen trotzdem bereit fei. friedliche Dez «Hungen zu Polen zu unterhalten. fri8 ist sein Geheimnis. Verständlich genug, wenn unter diesen Umständen die Polnische Tel'graphenag ntur erhebliche Zweifel darüber äußert, ob die demnächst beginnenden Verhandlungen zu einem positiven Ergebnis führen werden. Da- halten wir auch für ausgeschlossen Wenn Herr Wolde- maras den Mund so voll nimmt, werden die Polen sich büten, ihm auch nur einen fing-rbreit rot gegenzukommen. Um so unverständlich r ist es. daß er gleichzeitig auch in Memel nach wie vor als Diktator auftritt und sich jede Rückendeckung bei Deutschland verscherzt, sondern geradezu Deutschland zwingt, erneut den Völkerbund mobil zu machen um dafür Sorge zu tragen, daß die Garantien, die der deutschen Bevölkerung in Memel gegeben sind, auch gehalten werden
Stalins Kampf gegen die Opposition.
Treißig Lppositionsführer nach Sibirien verbannt
Moskau, 10. 3an. (MIL. Funkfpruch.) Die Staatspolizei ist zur Verschickung zahlreicher führender Persönlichkeiten der Oppofltion übergegangm. Dreißig ihrer hervorragendsten Mitglieder haben bereits Befehl zur Abreise erhallro, ohne genaue Angaben ihre» Bestimmungsortes, jedoch ist das ganze unwirtliche europäische und asiatische Rußland In Anspruch genommen worden, von Archangesk bis Mit- ttlafien und Sibirien. Ein Teil der verurteilten Ist bereits deportiert. Ls besieht nicht mehr der mindeste Zweifel, daß Trotzki, Radek, Rakowski und und Hamenero und Sinojew usw. verbannt werden sollen. Rakowski soll im Gouvernement IDjaffa, 500 Kilometer entfernt von der nächsten Bahnstation untergebracht werden. Die Ausgewiesenen sollen durch praktische Parteiarbeit wieder den ID eg zur Partei ganz zurücksinden. 3n Moskau selbst hat die scharfe Maßnahme der GPU. in Sowjetkreisen wie in ausländischen diplomatischen Kreisen große Erregung heroorgernfen jedoch ist man davon überzeugt, daß die Maßnahme der GPU. nur darauf zurückzuführen ist, daß die Oppositionsführer die nach dem Parteikongreß gegebenen Versprechungen nicht eingehalten haben Mit der Verbannung


